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Berlin, im Sommer 2005: Gerhard Schröder hat die Vertrauensfrage gestellt und damit vorgezogene Neuwahlen erzwungen. In den Parks ist das Grillen verboten, und dann geht das Ordnungsamt auch noch gegen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit vor. Das ist zu viel, beschließt eine Gruppe junger Studenten und begehrt auf. Sie alle stecken mitten im Studium, jenseits der Euphorie des Anfangs und noch vor dem Einsetzen der Examenspanik. Hausarbeiten sind ein lästiges Übel, der Stundenplan aber angenehm löchrig, und jetzt sind sowieso Semesterferien. So trifft man sich im Park, am See oder auf Partys - und immer geht es auch um Politik. Besonders Sebastian verfolgt die Parlamentsdebatten, Pressekonferenzen und Diskussionen im Fernsehen, regt sich auf über Heuchelei und Machtpoker, findet aber eigentlich sein Verhältnis mit Rieke viel aufregender. Als die Idee eines Blogs aufkommt, mit dem man eine Gegenposition artikulieren könnte, ist Sebastian noch Feuer und Flamme. Schon mit der Titelfindung geht es aber nicht richtig voran, und währenddessen schmiedet Leander viel radikalere Pläne. Als Rieke plötzlich in ihrer Handtasche eine Pistole mitbringt, die einst Andreas Baader gehört haben soll, eskaliert die Situation. Nur ein Fanal scheint geeignet, die nötige Aufmerksamkeit zu erregen. Und da er auch noch mit Luzie etwas angefangen hat, muss Sebastian dringend eine Entscheidung treffen ... Thilo Bock liefert das schillernde Porträt einer Generation jenseits von Ideologien und Utopien. Die Unzufriedenheit mit den Verhältnissen ist groß, die Angst um die eigene Zukunft noch größer, und ansprechende Alternativen sind eher Mangelware. Trotzdem gibt es eine Bereitschaft zur Radikalisierung, die selbst vor dem Äußersten nicht zurückzuschrecken scheint. Mit großem Gespür für Befindlichkeiten und Sprechweisen erzählt Thilo Bock von Freiheit, Sehnsucht und Verantwortung.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Es gibt keine Anführungszeichen!,
Rezension bezieht sich auf: Die geladene Knarre von Andreas Baader: Historischer Gegenwartsroman (Taschenbuch)
Ich bin kein Mensch, der angefangene Bücher aufhört zu lesen. Daher hab ich mich durchgekämpft und ich muss sagen: Es hat sich wirklich nicht gelohnt. Der Klappentext verspricht einen "Sommer der Liebe und Rebellion", doch leider nahm die Liebe so gut wie jede Zeile ein.Wer auf eine Story mit jungen Stundenten hofft, die endlich durch viele spannende Aktionen ihre Interessen durchzusetzen wollen, wird sehr enttäuscht. Im Wesentlichen geht es eigentlich nur um die Liebesbeziehung zwischen Rieke und Sebastian und um deren Sexleben, welches auch immer sehr im Detail beschrieben wird. Diese Einblicke sind manchmal alles andere als appetitlich. Und mit einem weiteren ihrer tollen Freunde haben sie so viele Pläne, aber machen im Endeffekt eben GAR NICHTS. Die Geschichte der RAF wir so gut wie gar nicht angesprochen, die Hauptprotagonisten scheinen nicht einmal genau zu wissen, wer diese linksradikale Gruppe war. Außerdem gibt es keine Anführungszeichen. Ich weiß zwar nicht, was das soll, aber es dient nicht gerade einem guten Lesefluss, da in den Dialogen, die sehr häufig im Buch stattfinden, nicht immer einfach zuzuordnen ist, wer gerade was sagt. Positiv ist zu nennen, dass der Autor seine Romanfiguren immer wieder mal Songs lauschen lässt, die von der RAF und deren Taten handeln, auch wenn man das gar nicht vermutet hätte. Zusammengefasst in einer Set-List am Ende des Buches kann jedes Lied via YouTube gehört werden und man wundert sich, dass doch noch so viele Künstler dieses tragische Stück Geschichte verarbeitet haben. Jedenfalls erging es mir so. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
nüchtern,
Rezension bezieht sich auf: Die geladene Knarre von Andreas Baader: Historischer Gegenwartsroman (Taschenbuch)
Ich konnte das Buch nicht zu Ende lesen, ich fing an, mich fremdzusschämen.Ich kann gar nicht beschreiben, wie wenig ich an dieser Geschichte Interesse fand, sie ist auf allen Ebenen schlicht abgründig, das Thema zu groß für den Autor, die Umsetzung stickig bis blasiert. Autoren erfinden Geschichten, aber man sollte doch irgendwie den Eindruck haben, daß die Geschichten auch dem Autor standhalten. Man nehme mal Bukowski, dem ich alles abnehme, was er schreibt, Bock nehme ich gar nichts ab. Gruselig ist die Sprache, teilweise seltsam antiquiert, aufgesetzt und manieriert. Nichts gegen lange Sätze, wenn sie gekonnt sind. Hier wirken sie in ihrer Ziseliertheit nur noch peinlich. Also wenn das junge, deutsche Gegenwartsliteratur ist, dann gute Nacht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3.0 von 5 Sternen
Kein Generationsroman,
Rezension bezieht sich auf: Die geladene Knarre von Andreas Baader: Historischer Gegenwartsroman (Taschenbuch)
Nachdem nun endlich eine erste Rezension zu Thilo Bocks "Die geladene Knarre..." gepostet wurde, die in vielen Punkten mit meinen Eindrücken übereingeht, jedoch nicht im Gesamturteil, möchte ich eine eigene Bewertung daneben stellen: Auch ich bin dank der Spiegel-Rezension auf das Werk aufmerksam geworden, allerdings lagen meine Erwartungen dadurch vielleicht etwas zu hoch. Bock beherrscht zweifellos seinen Stil. Er ist leicht verständlich, lebensnah und eingängig. Ihm scheint es leicht gefallen zu sein, zum Sommer 2005 und zur Geschichte der RAF einen großen Text zu schreiben, der jedoch alles andere als ein Generationsroman ist, wie es Rezensionen versprechen. Die drei Hauptfiguren habe ich nie als glaubwürdig empfunden, da sie - der Vorrezensent sprach es an - kaum nachvollziehbare Überlegungen anstellen. Die logische Kette: Langeweile - Zweckaktionismus - Schröder erschießen, welche Bock uns hier verkaufen möchte, bricht im Mitdenken des Lesers einfach zu schnell. Abgesehen davon wirken die Figuren auch deshalb wie Sprechpuppen, weil Bock zu wenig über ihre Biografien erzählt. Er bleibt im Sommer 05 gefangen, gibt übermäßig Vieles aus dem politischen Geschehen von damals wieder - das Normalinformierte meist langweilt, da die Ereignisse einfach noch zu frisch sind -, anstatt den Figuren Leben einzuhauchen. Ihr Leben in diesem Buch besteht dann im Endergebnis nur aus "F**** und Schießen" - womit die Geschichte der RAF zynisch auf den Punkt gebracht werden soll. In dieser Hinsicht blitzt auch einmal der helle Geist Bocks auf, der sich sonst an Allerweltsschilderungen des Berliner Studentenlebens verschenkt. Über eine Generation zu schreiben - gerade die 05er -, heißt aber auch, über die Nicht-Studenten, die Leute auf der Verliererseite zu schreiben. So bleibt das Bild unvollständig. Am Ende des Buches, am Ausgang der Handlung erkennt der geduldige Leser, dass Bock sein Buch selbst nicht ernst nimmt. Und diesen Eindruck möchte ich Interessierten mit auf den Weg geben!
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