Der Inhalt kann dem Klappentext entnommen werden. Ich möchte hier anführen, was das Besondere an Thomas Kastura ist.
Auch der dritte Raupach-Fall hebt sich wohltuend von dem ab, was auf dem Markt der Spannungsliteratur üblicherweise angeboten wird. Ich will damit nicht behaupten, es gäbe dort überwiegend Schund. Nur leider sind die wirklich guten Autoren doch eher rar. Thomas Kastura hätte mehr verdient, als einer unter vielen weniger Bekannten auf diesem Markt zu sein.Zusammen mit Jan Seghers stellt er m.E. die Créme der deutschen Spannungsautoren dar.
Seine Romane, das gilt ganz besonders auch für "das geheime Kind,"enhalten Geschichten, deren Inhalte hervorragend recherchiert und in einer lebendigen Sprache vorgetragen sind. Seine Protagonisten auf Seiten der Ermittler sind keine Helden sondern Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen, wie wir sie alle kennen. Wobei ich als einzigen Kritikpunkt anmerken möchte, dass auch unter Ermittlern nicht auschließlich Beziehungslegastheniker zu finden sind. Aber diese kleine Macke, die sich als roter Faden durch sämtliche Werke des Kasturas zieht, verzeihe ich ihm gerne.
Die Straftäter und deren Umfeld beschreibt der Autor als erschreckend alltäglich. Es sind bei ihm nicht die mit dem Kainsmal stigmatisierten, für jedermann sofort erkannbaren Soziopathen sondern Menschen, denen wir täglich begegnen. Gerade diese "Normalität" ist es, die uns die Abgründe der menschlichen Seele vor Augen führt. Dass Kastura hierbei auch noch erklärt und psychologische Zusammenhänge verdeutlicht, macht ihn für mich zu einem der ganz großen Autoren der Spannungsliteratur.