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Die geheime Geschichte Moskaus
 
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Die geheime Geschichte Moskaus [Gebundene Ausgabe]

Ekaterina Sedia , Olaf Schenk
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 326 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608938737
  • ISBN-13: 978-3608938739
  • Originaltitel: The Secret History of Moscow
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 601.729 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ekaterina Sedia
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Umilenie nennt man in Russland eine Empfindung zwischen Traurigkeit und Glücklichsein, zwischen Seelenschmerz und Zufriedenheit. Umilenie beschleicht einen, wenn man die letzte Seite dieses Romans umblättert.« --Olga Krouk, Nautilus, 06/2009

Kurzbeschreibung

Die Unterwelt der Mythen, bedroht von der Unterwelt der Mafia: Ekaterina Sedias Fantasy-Thriller führt tief in die Tunnel der Moskauer U-Bahn. Dort verbirgt sich der Zugang in ein magisches Reich. Ein altes Reich voll mächtiger Gestalten, im Kampf gegen skrupellose Verbrecher der Gegenwart.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von callisto TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Galina lebt in der grauen moskauer Vorstadt. Sie ist die ungeliebte ältere Schwester einer wunderbaren, schönen und schwangeren jüngeren Schwester. Regelmäßig wirft ihr ihre Mutter vor, dass sie noch keinen Mann hat "Aber ich sag lieber zu früh als zu spät, sag ich, und die kennst doch Galina, die alte Jungfer; ich habe meine Zweifel, dass aus der noch Enkelkinder kommen, und ich muss ganz ehrlich sagen, wenn das so weitergeht, dann dauert es nicht mehr lange, und ich wünsche mir, dass sie einfach was Uneheliches kriegt, [...]."
Aber noch etwas anderes als die 10 Jahre Altersunterschied zu ihrer Schwester unterscheiden die beiden: Galina sieht eine andere Welt. Eine unheimliche Welt parallel zum heutigen Moskau in welcher sich Menschen in Vögel verwandeln. Nachdem Galina jedoch wegen ihrer Visionen bereits in der Psychiatrie war, traut sie sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen, bis sich ihre Schwester eines Tages in eine Dole verwandelt.
In Jakov dem Polizisten, welcher das Verschwinden der Menschen untersucht und Fjodor, dem obdachlosen, alkoholabhängigen Maler und der Zigeunerin Oksana findet Galina Verbündete auf der Suche nach ihrer Schwester. Fjodor führt sie in das geheimnisvolle unterirdische Moskau, welches man durch spiegelnde Oberflächen, wie Pfützen oder U-Bahn Fenster, betreten kann. In dieser unterirdischen Parallelwelt haben die Märchen und Sachengestalten des alten Russland ihre Zuflucht vor dem Christentum gefunden und führen ein von der Zeit und Realität losgelöstes Leben. Eine Märchengestallt jedoch spielt falsch und verkauft das Wissen an die Magie an die russische Maffia, die die Seelen ihrer Gegner in Glaskugeln einschließt.
Das Buch ist voller subtilem Humor, so erklärt Fjodor sein Obdachlosendasein mit der Thermodynamik "Obwohl er noch jung war, hatte er gelernt, dass es nie besser, sondern immer schlimmer wurde, dass die Entropie gewann, dass das Universum, obwohl es geordnet wirkte, nur eine Richtung hatte, nämlich den Hitzetod, so viel besagte der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, und wer war er, dass er sich mit Herrn von Helmholtz anlegen durfte? Alles strebte nach seinem niedrigsten Energiestatus, und Fjodor hatte seinen gefunden" (S. 51).
Für Westeuropäer ist dieses Buch befremdlich zu lesen. Einerseits beschreibt es die desolate Situation im heutigen Russland. Moskau ist keine so schöne, saubere Hochglanzmetropole, wie man es aus angelsächsischen Fantasyromanen gewöhnt ist. In dieser Hinsicht enthält dieses Buch eine gehörige Portion Sozialkritik.
Andererseits spielt die Autorin mit mythischen Elementen der europäischen Literatur, wie dem Zauberer von Oz oder Alice im Spiegelland gepaart mit russischen Märchen- und Sagengestalten, die den meisten Westeuropäern fremd sind. Eine Spannende Mischung, die den Bogen zwischen westlicher und östlicher Mythologie schlägt, gepaart mit einer gehörigen Priese russischer Melancholie.
Fremd, ungewöhnlich und überraschend.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
»Die geheime Geschichte Moskaus« kann der Urban Fantasy zugeordnet werden und bezaubert innerhalb dieser besonders durch das gewählte Setting. Keine der bereits im Genre bekannten Städte wird als Ort des Geschehens gewählt, der Leser findet sich im Moskau der neunziger Jahre wieder und bekommt diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven präsentiert. Die drei Hauptfiguren - Künstler Fjodor, Polizist Jakov und Galina, die ihre Schwester sucht - stehen im Mittelpunkt der Erzählung und sind als "Menschen von der Straße" gekennzeichnet. Nichts hebt sie von ihren Mitmenschen ab, sie werden nicht als Helden stilisiert, sie sind schlichtweg Bewohner der Stadt. Da sie einander vor den Vorfällen der verschwundenen Personen nicht kennen, kommt es zu Spannungen zwischen dem ungleichen Trio, das eigentlich wider Willen zusammengefunden hat.
Innerhalb der Handlung bieten sich aber auch immer wieder Gelegenheiten, anderen Personen über die Schulter zu schauen, die ihrerseits ihre Lebensgeschichte preisgeben. Eine zentrale Rolle spielt beispielsweise auch Elena, die Frau eines Dekabristen, eines der adligen Revolutionäre von 1825. Ihre Funktion ist nicht zu verachten und wird gleichfalls eindrucksvoll beschrieben, ja, macht sogar Lust, sich mit diesem Thema, den Frauen, die ihren Männern nach der Verurteilung in die Verbannung folgten, weiter auseinanderzusetzen.

Die Atmosphäre des Textes der in Russland geborenen Autorin, die heute jedoch in den USA lebt, gestaltet sich düster. Dafür sorgen natürlich auch die mystischen Nebenfiguren: Hier lebt die Welt der russischen Geschichten auf, Väterchen Frost und die heilige Kuh Zemun sind neben anderen Sagengestalten genauso in ihren Verlauf eingewoben wie belegbare geschichtliche Ereignisse, die sich in der Stadt abgespielt haben. Zwischen all diesen Faktoren wird innerhalb der beschriebenen Unterwelt ein untrennbares Band gewoben. Trotz dieser Mischung bleibt Ekaterina Sedias Fantasy-Roman in vielen Beschreibungen überraschend realistisch und besticht mit kleinen Details in der Erzählweise, die dem Text eine ganz eigene Färbung verpassen. In ihrer Originalsprache belassene Worte werden innerhalb der Kapitel durch Fußnoten näher erläutert, so dass ein Vorwissen über russische Märchen, Sagengestalten und Geschichte nicht zwingend erforderlich ist. Ja, hier kann man trotz der Verfremdung sogar noch etwas lernen.

Eine tolle Idee, mit einem unverkennbar eigenen Stil geschrieben und spannend bis zur letzten Seite. Empfehlenswerte, düstere Fantasy mit interessantem Ende.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die russische Autorin Ekaterina Sedia entführt ihre Leser aus dem Moskau der 90er Jahre in ein unterirdisches Reich voller russischer Fabelwesen, Magie und versteckter Geschichten.

In den ersten Kapiteln werden die drei Hauptfiguren eingeführt, die alle in Moskau leben. Galina, eine junge Frau, ist auf der Suche nach ihrer Schwester Maria. Maria ist spurlos verschwunden und Galina glaubt, sie habe sich in eine Dohle verwandelt. Fjodor, ein Straßenkünstler, dem die immer größere Schar von Vögeln in der Stadt aufgefallen ist. Jakov, ein Polizist, der sich um eine steigende Anzahl von Vermisstenanzeigen kümmern muss. Das seltsame Trio landet mehr oder minder ungeplant in der Moskauer Unterwelt, einer gefährlichen Welt voller Magie, die ihren Weg in die Oberwelt gefunden hat und dort für Unruhe sorgt.

Die originelle Idee, Figuren aus der russischen Mythologie in die fiktive Unterwelt des heutigen Moskaus zu versetzen, ist genial umgesetzt. Die Leser begegnen z.B. der Kuh Zemun, Erschafferin der Milchstraße, und Väterchen Frost. Die gut gezeichneten Figuren, Menschen wie Fabelwesen, sind gefangen zwischen Realität und Mythos, Vergangenheit und Gegenwart, Wahrheit und Verrat...

Die Lebensgeschichten der Hauptfiguren spiegeln den Alltag Moskaus in jener Zeit wieder, den politischen und sozialen Umbruch, beschrieben mit einer ordentlichen Portion Zynismus. Die ausgezeichnete Übersetzung von Olaf Schenk liest sich flüssiger als der stellenweise etwas holprige englische Originaltext.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch "Urban Fantasy" vom Feinsten, atmosphärisch, düster, mit alten, fast vergessenen Sagengestalten statt Vampiren und Werwölfen. Ein ungewöhnliches Buch, das Lesevergnügen von der ersten Seite bis zum überraschenden Ende bietet.
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