Das Buch gehört zu den "Legenden von Phantásien" und erzählt die Geschichte des Antiquars Karl Konrad Koreander, von dem Bastian in der "Unendlichen Geschichte" das geheimnisvolle Buch erhält.
Deutschland, 1938. Karl ist ein junger Mann, ein wenig unsicher und linkisch und gerade von der Uni geflogen, weil er in den Vorlesungen öfter unbequeme Fragen gestellt hat, die den Nazis nicht passten. Eines Tages liest er in der Zeitung eine Annonce, mit der Thaddäus Tillmann Trutz einen Nachfolger als Inhaber seines Antiquariats sucht.
Karl bewirbt sich und entdeckt beim Vorstellungsgespräch, dass das Ausmaß von Trutz' Bücherregalen viel größer ist, als es zunächst scheint. Während Karl noch stöbert, ist Trutz auf einmal verschwunden, nur ein Brief liegt noch auf dem Tisch...
Durch die geheimnisvolle Bibliothek dringt Karl auf einmal in eine andere Welt vor: Phantásien, das Reich der Phantasie, das vom Nichts bedroht ist. Mit Hilfe verschiedener Weggefährten gilt es nun, Phantásien zu retten.
Mit diesem Buch hat Ralf Isau eine schöne Hommage an seinen Mentor Michael Ende geschrieben, man taucht wieder ein in diese wunderbare Welt Phantásien und feiert ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten.
Die Handlung verläuft teilweise ähnlich wie in der Unendlichen Geschichte, was aber auch in der Natur des Plots liegt und mich nicht weiter gestört hat. Die Charakterzeichnung blieb jedoch leider oft ziemlich flach, und etwas mehr Tempo und Spannung hätten der Geschichte an manchen Stellen gutgetan. Ich hatte hier viel stärker als bei der Unendlichen Geschichte das Gefühl, ein Buch für Kinder oder jüngere Jugendliche zu lesen.
Dafür ist es Isau sehr schön gelungen, die "Phantásien-Stimmung" zu transportieren. Die kleinen Anspielungen auf Figuren und Geschehnisse aus der "Unendlichen Geschichte", die Vorgeschichte der bösen Magierin Xayíde zum Beispiel, ließen gleich ein heimeliges Gefühl aufkommen, das mich auch ein wenig mit den oben angeführten Mängeln des Buches versöhnen konnte.