An Christian Sturm: Bis sich die Mutlis besinnen kaufe ich nur die Produkte von ethischen bzw. halbwegs vertretbaren Konzernen. Denn nur wenn die Bevölkerung sich besinnt und nach ethischen Kriterien kauft, kann sich etwas ändern und die Politik und Wirtschaft beeinflussen. Jeder Mensch entscheidet im kleinem Rahmen, nämlich in dem, in dem es ihm möglich ist. Würde die Behauptung also stimme es bringe nichts "ethisch" zu konsumieren, hätte es auch keinen Sinn mehr seine Stimme in einer demokratischen Welt abzugeben, weil diese nur eine ist.
Zum Buch: Wer sich heute einen Überblick über die verschiedensten "Machenschaften" verschaffen will, muss eine Fülle an Literatur durchwühlen. Nicht mehr dank diesem Buch, dass viele (vor allem die wesentlichen) Aspekte anspricht. (Daher allgemeine Aufklärung.) Es werden die Probleme der Geldwirtschaft, die Unmoral der Pharmazie, der Konsumwahn, die Armuts- und Kriegsförderung durch Konzerne, sowie Umweltzerstörung und Kinderarbeit durch Profitgier thematisiert. Das Buch wird euch wütend machen, schreib Lobo zu Anfang. Dies ist wahr. Angesichts der Situation in der Welt ist es pervers, dass Saturn noch immer seinen Slogan vom geilen Geiz vertritt, der als die allgemeine Bezeichung für das oben genannte Übel auftreten kann. Doch "Uns gehört die Welt" propagiert auch, dass uns die Welt gehört, den Konsumenten und nicht den Konzernen. In diesem Sinne ist es sehr hilfreich, dass Lobo am Ende des Buches Firmenportraits eingefügt hat, und zwar von besonders viel konsumierten und gleichzeitig fragwürdigen Marken. Über das ganze Buch verteilt gibt es auch sonst noch Ideen für Alternativen, sowie an jedem Ende eines jeden Kapitels sich Weblinks befinden, die zusätzliche Information und Möglichkeiten zur aktiven "Verbesserung" bieten. Die allgemeinste Alternative ist aber Produkte mit dem Fair Trade Gütesiegel zu kaufen, da sich hier bereits ein erfolgreicher Markt aufgebaut hat, der am (langsamen) Wachsen ist, und unter dem Wort der Transparenz steht: Jeder Konsument hat die Möglichkeit sich über Verträge, Produkte, Produktionsort, Vertriebsunternehmen und so weiter zu informieren.
In diesem Sinne: Mögen viele Menschen dieses Buch lesen, ihre eigentliche Macht (als Kaufkraft) erkennen und vielleicht sogar aktiv für eine sozialere und umweltfreundlichere Welt tätig werden, denn wir sind es, die dies in der Hand haben und nicht die Armen, die durch unser Verschulden arm sind.