34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Achtung Männer: Heiraten ist gefährlich!", 24. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und abgezockt - Väter nach der Trennung. (Broschiert)
Dies könnte die Botschaft sein, die der Leser (insbesondere männlichen Geschlechts) dem Buch entnommen haben mag.
Die Autorin(!), die als promovierte berufstätige Frau (Journalistin) wohl kaum als frauenfeindlich oder gar als "Emanzenfresserin" herhalten kann, führt in ihrem Buch zahlreiche Beispiele gescheiterter Ehen mit besonderem Blick auf den deprimierenden Folgen für die Männer / Väter auf.
Der klassische Fall einer Trennung / Scheidung im Deutschland unserer Tage verläuft demnach etwa wie folgt: Ein Paar führt eine Ehe - wahrscheinlich mehr schlecht als recht, der Mann merkt aber nichts davon und meint, alles wäre in Ordnung.
Irgendwann ist die Ehefrau frustriert und/oder hat einen anderen Mann kennen- und liebengelernt. Sie verlässt ihren Ehemann (häufig von einem Tag auf den anderen, heimlich in einer generalstabsmäig geplanten Aktion mit dem halben Haushalt ausziehend und einen Zettel hinterlasssend), zieht zu ihrem neuen Mann und reicht die Scheidung ein.
Die Kinder werden ihr zugesprochen, der Mann muss Unterhalt zahlen. Offiziell lebt die Frau natürlich n i c h t bei ihrem neuen Lebensgefährten, sondern allein - nur dann verliert sie ihren Anspruch auf Unterhalt nicht (hieraus erklärt sich im Übrigen auch die - trügerische - Statistik, dass Männer nach der Scheidung schneller eine neue Partnerschaft aufbauen als die "verlassene" Ehefrau).
Infolgedessen muss der Mann einen Großteil seines Einkommens an Frau und Kinder abtreten und sich auf einen mühseligen, von persönlichen Demütigungen geprägten Kleinkrieg um das Besuchsrecht einlassen.
Seine finanzielle / materielle Situation verschlechtert sich erheblich. Während er meist in eine kleinere Wohnung umzieht, sinkt der Lebensstandard der alimentierten, bei ihrem neuen Lebensgefährten wohnenden Exgattin hingegen selten.
Erstaunlich in den Fallbeschreibungen - die Autorin lässt die betroffenen Personen (auch die Kinder!) ausführlich selbst zu Wort kommen - sind aus meiner Sicht vor allem die Rechtfertigungen der Frauen für ihr Verhalten (in allen beschriebenen Fällen ging die Trennung von der Frau aus).
Formulierungen wie "ich habe ihm schließlich meine besten Jahre geschenkt" oder "nach xxx Jahren der (erg.: unglücklichen) Ehe soll er jetzt richtig zahlen" machen deutlich: Die Frauen fühlen sich subjektiv im Recht, ihren Ex mit der größtmöglichen finanziellen Härte zu überziehen, gewissermaßen als Ausgleich für die Härten der Ehe.
Keine Frage: das Buch ist einseitig. Sicherlich verlaufen nicht alle Trennungen auf diese Weise und mit den beschriebenen Folgen. Prügelnde / trinkende Männer kommen in dem Buch nicht vor, keine Schürzenjäger oder Machos, die die Ehe nicht als Partnerschaft verstehen.
Möglicherweise könnte man der Journalistin auch vorhalten, nicht "männerkritisch" nachgehakt zu haben bei der Frage, warum für die Frauen die Ehe so frustierend verlief (auch auf sexuellem Gebiet), während für die Männer alles in Ordnung schien.
Dennoch: das Buch gibt einen sehr bedenklich stimmenden Einblick in eine wenig beachtete Seite unserer Wohlstandsgesellschaft und offenbart die Pervertierung eines wichtigen emanzipatorischen Zieles: der Sicherstellung des Schutzes der Ehefrau vor Verarmung nach der Scheidung bzw. eine aus dieser Gefahr resultierende Abhängigkeitsposition der Frau in der Ehe.
Als Resultat der in diesem Sinne geänderten Gesetzgebung stehen heute, so entnimmt man es dem Buch, gut situierte, ihre Rachsucht mit richterlicher Deckung voll auskostende Frauen, Männer, die aus der Trennung erheblichen materiellen wie emotionalen Schaden ziehen sowie - wohl am tragischsten - zahlreiche gebrochene Kinderseelen.
Kurz: ein sachlich geschriebenes, wenn auch nicht ganz unparteiisches, gesellschaftliche Wirklichkeit anschaulich dokumentierendes Buch aus der Feder einer sachlich wie menschlich überzeugend wirkenden Autorin.
Ich wünschte mir, jemand würde Alice Schwarzer dieses Buch unters Kopfkissen legen. Mir als dreißigjährigem Single ist die Lust am Heiraten jedenfalls erst mal vergangen. :)
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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die bittere Wahrheit über Trennungen und Scheidungen, 4. April 2001
Rezension bezieht sich auf: Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und abgezockt - Väter nach der Trennung. (Broschiert)
Das Buch zeigt klar und verständlich, wo die Ursachen zu suchen sind, warum es ehemaligen Partnern in diesem Land nach einer Trennung oder Scheidung so unendlich schwer gemacht wird, sich im Frieden zu trennen und nach wie vor als Eltern für ihre gemeinsamen Kindern verfügbar zu bleiben. Die Autorin ergreift in keiner Weise Partei für ihre Geschlechtsgenossinnen sondern versucht, ohne Polemik die Wurzel allen Übels freizulegen. Zitate von betroffenen Müttern und Vätern, aber auch Kindern machen deutlich, das eine Reformierung des deutschen Familienrechtes, in dem der Muff von 1000 Jahren alttestamentarischer Ansichten steckt, längst überfällig ist. Das Buch ist betroffenen Müttern und Vätern gleichermaßen zu empfehlen. Vielleicht sind sie anschließend in der Lage, vernünftiger miteinander umzugehen.
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