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Der gebrauchte Jude: Ein Selbstporträt
 
 
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Der gebrauchte Jude: Ein Selbstporträt [Gebundene Ausgabe]

Maxim Biller
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag; Auflage: 1., Auflage (24. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346203703X
  • ISBN-13: 978-3462037036
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 112.753 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Maxim Biller
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Maxim Biller, die Skandalnudel. Der Exhibitionist. Das Problem. Maxim Biller, das Salz in der Wunde. "Der gebrauchte Jude" ist im Untertitel als "Selbstporträt" rubriziert, woraus man zwei Schlüsse ziehen kann: a) Es geht im kleinen Rahmen um die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie. Wie eigentlich immer bei diesem Autor. b) Es geht im großen Rahmen um die Auseinandersetzung mit dem Judentum, was bei Biller auch nicht wirklich überrascht. Biller nervt: Weil er sich immer unglaublich wichtig nimmt. Und weil er uns damit zeigt, dass mit dem Ausschalten der jüdischen Kulturlinie in Deutschland ein Vakuum entstanden ist, ein Verlust, auf den Biller wieder und wieder hinweist. Nervig, soll doch mal still sein, man muss auch mal die Vergangenheit ruhen lassen ... Habe ich das jetzt wirklich gedacht? Das ist das eine, das andere ist: Biller macht ein Referenzdreieck auf, mit den Eckpunkten Religion, Holocaust und Israel. Und in dieses Dreieck werden dann Menschen geschoben, die eigentlich kaum etwas miteinander zu tun haben: der Bildungsbürger Marcel Reich-Ranicki, der Protokapitalist Ignaz Bubis, der Politproll Henryk M. Broder. Dass sich Biller vor lauter Ich-Bezogenheit gar nicht mehr die Frage stellt, ob es sinnvoll ist, diese Figuren zusammenzudenken, das ist die große Schwäche dieses Buches. (fis)

Kurzbeschreibung

Warum ich ein wütender Schriftsteller wurde: Maxim Biller und die Deutschen

Geboren wurde er in Prag, mit zehn Jahren kam er nach Deutschland, mit siebzehn fing er an zu studieren - die Deutschen, ihre Bücher, ihre Frauen, ihre Fehler. Billers autobiographisches Buch erzählt wie ein Roman die tragikomische Geschichte eines Juden, der in einem Land Schriftsteller wird, in dem es keine Juden mehr geben sollte. Dieses Selbstporträt zeigt, wie man sich selbst auf die Spur kommt - und seinen Freunden und Feinden. Bei Maxim Biller sind es die Juden und die Deutschen, die Reihenfolge spielt keine Rolle. Er erzählt leicht, ironisch und poetisch von einem jungen Mann, der immer wieder hört, er solle nicht darauf bestehen, der zu sein, der er ist, und spätestens dann allen klarmacht, dass er nicht zu bremsen ist, als er mit dem Schreiben beginnt. Was der Leser bekommt, ist die Geschichte vom Künstler als jungem Mann, der nach seinem Ort im Leben sucht. Billers erster Roman wird auf einer Reise nach Israel zusammen mit dem Autor bei einem Anschlag beinahe in tausend Stücke gerissen und erscheint zum Glück trotzdem nie. Biller ist also längst Schriftsteller, als er Journalist wird, er schreibt in der Zeit, im Spiegel und sagt nicht Nein, als für ihn die Tempo-Kolumne 100 Zeilen Hass erfunden wird, was er später manchmal bereut, manchmal nicht. Als die Frankfurter Juden Fassbinders Stück Der Müll, die Stadt und der Tod verhindern wollen, geht er mit seinem besten Freund Donny Gold lieber ins Bordell. Überhaupt Donny. Der geht eines Tages nach Israel, um dort zu erkennen, dass die Israelis auch nicht wirklich Juden sind. Mit diesem Buch kommen die frühen 80er-Jahre zurück, München, die heimliche Hauptstadt, der Abendhimmel über dem Schumann's, der Eisbach im Englischen Garten, Pop und New Wave, und immer wieder Bücher: Pasternaks Geleitbrief, Mordecai Richlers The Street und später Bob Dylans Chronicles. Was Biller liefert, steht in dieser Tradition: eine Künstler-Lebensgeschichte. Oder wie er es sagen würde: Mit zwanzig wissen wir alles, mit dreißig wissen wir es wirklich, und mit vierzig wissen wir gar nichts mehr.


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Enttäuschend ..., 11. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der gebrauchte Jude: Ein Selbstporträt (Gebundene Ausgabe)
... fand ich dieses Buch, obwohl ich eigentlich ein Biller-Fan bin. Zusammengewürfelte Erinnerungen ergeben auch dann kein Ganzes, wenn man sie mit etwas Ironie und viel selbstverliebtem Gejammer würzt. Hier fehlt ganz eindeutig der Überblick und die Distanz zum Eigenen. Erst diese beiden Komponenten hätten dafür sorgen können, dass aus einer Mischung von Anekdoten (meist ohne Pointe, leider), peinlichem Namedropping und gar nicht schlecht beobachteten Details über die Rolle der Juden in Deutschland eine zugespitze, vergnügliche und lehrreiche Abhandlung geworden wäre.
So ist es nicht viel mehr als ein allzu eitles, bruchstückhaftes und rückblickendes Tagebuch mit stilistisch und inhaltlich doch recht unterschiedlichen Einträgen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ich glaube, Biller will gar nicht, dass er selbst oder irgendetwas, was er schreibt irgendjemand wirklich nahe kommt, 16. Dezember 2009
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der gebrauchte Jude: Ein Selbstporträt (Gebundene Ausgabe)
Maxim Biller bleibt sich auch in seinem neuen Buch treu und macht es seinen Lesern schwer. Denn sein autobiographisch angelegtes "Selbstporträt" ist voller Spott, voller Ironie und lässt an kaum etwas ein gutes Haar. Vielleicht am wenigsten an sich selbst, der sich als einen gebrauchten Juden" beschreibt, der sich aber eben oft auch als solchen gebrauchen lässt.

Die Darstellung seiner Lebensgeschichte ist interessant zu lesen. Manche bisher nur als Bruchstücke bekannten Informationen über diesen umstrittenen und immer streitbaren Autor fügen sich nun zusammen. Ähnlich wie in seinem leider verbotenen Roman "Esra" gibt es auch hier viele Anspielungen kritischer Art etwa auf noch dort arbeitende Kollegen, denen er bei seiner Zeit bei der Wochenzeitung DIE ZEIT" begegnet ist, Ulrich Greiner zum Beispiel und Theo Sommer.

Betroffen hat mich sein über lange Jahre währender Versuch gemacht, den großen Marcel Reich-Ranicki, den er auf seine eigene uneingestandene Art bewundert, davon zu überzeugen, dass auch er ein gebrauchter Jude sei. Doch Reich-Ranicki wehrt ab, will über sein Judesein nicht sprechen.

Biller erzählt Geschichten aus der jüdischen Gemeinde und Kultur Frankfurts und Berlins, die nur für Insider wirklich zu verstehen und nachzuvollziehen sind. Vielleicht sind sie gerade für sie geschrieben.
Irgendwann am Ende des Buches macht Biller deutlich worum es ihm bei seiner Selbstauskunft geht:
"Ich will nicht Jude sein, weil man mich als Juden sieht. Ich will Jude, Mann, Schriftsteller sein, weil ich es bin. Aber wie macht man das, wenn man wegen seines Kommunistenvaters nicht an Gott glaubt und aus Trotz gegen dessen späte zionistische Bekehrung nicht in Israel lebt ? Früher bekamen Leute wie ich vom Fürsten einen Schutzbrief - damit konnten sie unter den Christen leben, und keiner tat ihnen was, meistens nicht, und sie hatten es auch noch schriftlich, dass sie direkt aus Ur in Chaldäa nach Europa gekommen waren."

So wie einen dieser zunächst auch emotional nachvollziehbare Satz anspricht, dann aber mit seiner Drehung ins Ironische und in den Spott sehr irritiert, so ging es mir an vielen Stellen dieses Buches, an denen ich mich fragte, was von der berechtigten Kritik Billers auch selbststilisiertes Gehabe ist. Er gefällt sich in seinem Außenseitertum und ich glaube, er will gar nicht, dass er selbst oder irgendetwas, was er schreibt irgendjemand wirklich nahe kommt. Mir jedenfalls ist er als Mensch fremd geblieben, und ich habe mich oft gefragt: was will er denn nun eigentlich sagen ? Worauf will er hinaus ?
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Nervensäge, 24. Februar 2010
Von 
Robert Fischer (Muenchen, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der gebrauchte Jude: Ein Selbstporträt (Gebundene Ausgabe)
Maxim Biller ist der Michael Wolffsohn der Gegenwartsliteratur: einer, der überall dabeisein möchte, ohne irgendwo dazuzugehören. Damit ist er unter den Autoren aller Zeiten und Literaturen sicher nichts besonderes - genau das möchte er aber um jeden Preis sein: und sei es um den Preis der Lächerlichkeit. Das macht Biller zur Nervensäge, die im öffentlichen Leben - in Talkshows mit Giovanni di Lorenzo genauso wie in Interviews mit Henryk M. Broder - schwer zu ertragen und noch schwerer ernst zu nehmen ist, weil er sich ja schon selbst bis zur Lächerlichkeit ernst zu nehmen scheint (literarisch kokettiert er zumindest noch gelegentlich mit einem Anflug von Selbstironie). Was Biller von Wolffsohn unterscheidet? Er schreibt besser. Viel besser sogar, und manchmal wünscht man sich, er würde mehr Zeit dem Schreiben als der Selbstdarstellung widmen, zumal sich in seinem Fall beides ja gar nicht so sehr voneinander unterscheidet. Jedenfalls nicht in diesem Buch, in dem Biller viel von sich, aber nicht viel über sich erzählt. Besser ist Biller allerdings, wenn er Geschichten erfindet, als wenn er sich selbst erfindet. Da ist er vielleicht noch nicht so gut, wie er einem gerne weismachen möchte, dass er selber glaubt, es zu sein - aber doch viel, viel besser als Froilein Hegemann etwa, vor der er noch eben, um es mit Thomas Steinfeld zu sagen, auf den Knien lag. Und fast so gut wie seine Schwester Elena Lappin, von der man auch gern mal wieder etwas lesen würde. Hoffen wir also, dass Biller jetzt erst einmal weitere 20, 30 Jahre verstreichen lässt, bevor er uns erneut (s)ein Selbstporträt vor den Latz knallen möchte. In der Zwischenzeit könnte er ja mal wieder ein paar ordentliche Geschichten schreiben. Denn das kann der Mann durchaus.
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