Ja, Sie haben den Titel schon richtig verstanden: Hier wird scharf geschossen...
Aus der unenttarnbaren Deckung des Sub-Subtextes heraus feuert Armin Steigenberger seine slam-kompatiblen Wortgranaten gegen die feiste Unbefindlichkeit des Deutschen Gedichteliebhabers und erweitert das Arsenal des lyrischen Guerilla-Krieges um etliche Dutzend Neuschöpfungen, deren semantische Wirkung sich meist erst nach mehrmaligem Synapsen-Drehen als die versprochene "Gebrauchsanweisung" entpuppt.
In 14 "Angriffswellen" finden die meisten der 69 Texte ihr Ziel in des Spießers geistiger Hausmannskost und verblüffen gar den selbsternannten literarischen Gourmet.
Das kann natürlich nur gelingen, weil der Münchner Autor (und Mitbegründer des "Literaturbüros", der "Offenen Schreibwerkstatt" und der Literaturzeitschrift "außer.dem") seine eigene Gebrauchsanweisung bis zum Loslassen-Können beherrscht.
Sein Spott in der Dialektik des Sonetts beißt, seine rhythmisch variablen Zeilen- und Strophenumbrüche treiben die semantischen Verschränkungen voran, seine teils gewagte Metaphorik schlägt Salti und kriegt doch immer die Kurve, sein Verzicht auf adjektivisches Schmückwerk erzielt den trockenen Effekt von geradlinigen Boxer-Wirkungstreffern.
Da heult kein larmoryanter Kulturpessimist, sondern es fightet ein, immer auch selbstironisch aufgelegter Grenzgänger mit der Exzenztrik eines Engels für das Ahnbare, ja vielleicht Machbare...