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Produktinformation
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Die Titelgeschichte beispielsweise ist ein tragisches Familienopus auf wenigen Seiten, dann wieder hat einer, ein Stuntman, einfach nur Pech, dann flüchtet einer vor den Töchtern des Dr. Kennedy, die allzu treu umsorgend sich um ihn bemühten. In Stamms Geschichten ist fast immer ein Abschied dabei. Abschied von der Kindheit und von Träumen, Abschied von der Normalität, Abschied auch von der Liebe, was immerhin bedeutet, dass sie einmal da war. Und manchmal geht es auch den umgekehrten Weg, etwa wenn Inger sich plötzlich neben ihren alten Vater ins Bett legt, doch auch dies ist bereits wieder ein Abschied.
So ernst die Geschichten auch daher kommen, so sind sie doch nicht ohne feinen Humor mit zuweilen überraschendem Ende und treffender Selbstironie. "Yoslana hat sich ein bisschen in dich verliebt. Ich habe ihr geraten, mit dir zu schlafen. Damit das aufhört." Damit hat der verliebte Freund bestimmt nicht gerechnet. --Martin Walker
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Scharfsinniger Beobachter,
Von
Rezension bezieht sich auf: In fremden Gärten (Gebundene Ausgabe)
Ich habe Peter Stamms neues Buch besorgt, nachdem ich ihn daraus im Frankfurter Literaturhaus im Januar 2004 lesen hörte. Etwas skeptisch ob der hervorragenden Rezensionen seines Erstlings: "Agnes" im literarischen Quartett, muss ich sagen, Stamm hat meinen Geschmack getroffen. Erinnernd an Ingo Schulzes: "33 Augenblicke des Glückes" oder die Kurzgeschichten Raymond Carvers, stellen insbesondere seine Kurzgeschichten, die z.T. 10-11 Seiten nicht überschreiten, den Menschen in den Mittelpunkt seiner sehr dichten Handlungen. Erzähltechnisch arbeitet er häufig mit der Methode des Rückblickes. Beispielhaft etwa in der ersten Kurzgeschichte des vorliegenden Bandes: "Der Besuch": Gegen Mittag starb der Vater, und Regina und die Kinder gingen nach Hause und taten, was zu tun war. Aber schon an diesem Abend fuhren wieder alle. Verena hatte gefragt, ob es in Ordnung sei, ob die Mutter zurechtkomme, und versprach, früh am nächsten Tag dazusein. Regina schaute den Kindern nach und sah, wie sie vor dem Haus miteinander redeten. Sie fühlte sich ihnen ausgeliefert. Sie wußte, worüber sie sprachen. Nach Gerhards Tod war das Haus noch leerer." Plötlich zeigt sich: trotz aller "Reizüberflutungen" unserer modernen Massengesellschaft zum Trotz existieren Trauer und Einsamkeit. Nicht umsonst konstatieren Kritiker seiner Geschichten eine tiefgreifende Melancholie. Stamm erweist sich, wie Hajo Steinert im "Tagesanzeiger" zu recht geschrieben hat, als ein "Meister des Unspektakulären", als "Virtuose der kurzen erzählerischen Form." Er erweist sich dabei als scharfsinniger Beobachter der menschlichen Psyche. So fand ich es nicht verwunderlich, dass der Autor Psychologie studiert hat. Zu genau erforscht er das Innere im Menschen, beleuchtet die Beziehungen zueinander. Stamm erklärte bei der Lesung, er konstruiere seine Geschichten nicht nach einem genauen Plan, sondern lasse die Handlung auf sich zukommen, d.h. er weiß am Anfang selber noch nicht, wie die Geschichten ausgehen. Auch dies merkt man meines Erachtens. Nun sind meines Erachtens nicht alle 11 versammelten Geschichten gleich gut. Insbesondere die Erzählung: "Alles, was fehlt" hat mich etwas enttäuscht; ihr fehlt die Stringenz und Übersichtlichkeit der Handlungsführung, die seine anderen Geschichten auszeichnen. Insofern hat mir "Blitzeis", Stamms erste Kurzgeschichtensammlung, noch besser gefallen. Die dort versammelten Geschichten sind kürzer und meines Erachtens noch stringenter. Nichtsdestotrotz einer der großen deutschsprachigen Erzähler, die - neben Carver und Schulze - zu recht zur Generation der neuen hoffnungsvollen Autoren gehören, die Weltliteratur erschaffen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Geschichten über einsame Menschen,
Von
Rezension bezieht sich auf: In fremden Gärten (Gebundene Ausgabe)
Peter Stamm hat seinem zweiten Erzählband folgendes Goethe-Wort vorangestellt: "Er blickte zum Fenster hinaus und sah in einem fremden Garten viele Menschen beisammen, von denen er einige sogleich erkannte." Ich als Leser erkannte die Menschen in den Erzählungen nicht wirklich, sie blieben mir ziemlich fremd. Sämtliche Figuren stehen für Einsamkeit. Sie wohnen z.B. allein in einer fremden Stadt in einer grossen Wohnung, sind vereinsamt, schaffen es nicht, emotionale Beziehungen aufzubauen. Als Interpretationshilfe dient auch das Titelbild, das einen englischen Irrgarten darstellt: Die Menschen irren ruhelos in einer Welt herum, die ein grosses Labyrinth ist. Der Weg ist unklar, ein Ausgang ist nicht erkennbar. Die Menschen befinden sich auf der Suche, wobei der Weg das eigentliche Ziel sein dürfte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
In fremden Gärten,
Von
Rezension bezieht sich auf: In fremden Gärten (Gebundene Ausgabe)
«In fremden Gärten» - so heisst Peter Stamms im August 2003 erschienene Sammlung von elf Erzählungen. Vielen, die - so wie ich - keines seiner früheren Werke gelesen haben, mag der trockene, fast spröde Stil erst distanziert und deprimierend erscheinen. Doch genau dieser kühle Blick auf die unspektakuläre, düstere Welt kreiert eine einzigartige Stimmung voller Spannung und Erwartung. Die Charaktere scheinen unausgefüllt, ihr Leben allzu normal.Sie sind verschiedenster Herkunft und gehören unterschiedlichen sozialen Schichten an. Manche sind alt, manche jung; viele leben allein, andere nicht. Aber alle suchen ihre Rechtfertigung, ihre Wirklichkeit. Sie warten darauf, ihren Lebensinhalt zu finden, was jedoch nicht geschieht. Sie versinken in Normalität und stehen vor menschlichen Abgründen. Vergeblich warten die Leser auf ein glückliches Ende. Die schmucklose, scharfe, einsilbige, fast karge Sprache widerspiegelt die graue Lebenssituation der Hauptfiguren. Doch kaum merklich, aber durchgehend vorhanden sind ein verhaltener Humor und eine feine Ironie. Das Leben der Charaktere wird auf wenigen Seiten abgehandelt. In der Titelgeschichte ist da zum Beispiel eine Frau, die den Garten ihrer Nachbarin Ruth pflegt, während diese in der Klinik ist. Sie denkt über Ruths von Schicksalsschlägen geprägtes Leben nach. Die Figuren aller Erzählungen sind keine aussergewöhnlichen Menschen und regen so zur Identifikation an. Die Geschichten entspringen dem täglichen Leben. Sie werden jedoch von anhaltender Einsamkeit und Verlassenheit begleitet, was Fragen über das eigene Dasein aufwirft und dazu verleitet, bei uns selber eine düstere und melancholische Neigung zu suchen. «In fremden Gärten» ist ein aussergewöhnliches Buch, das zum Nachdenken anregt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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