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56 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Packendes und fein inszeniertes Meisterwerk!, 11. November 2009
An einem Samstagmorgen in Los Angeles im Jahre 1928: Christine Collins (Angelina Jolie) verabschiedet sich von ihrem Sohn Walter und geht zur Arbeit. Als sie Abends zurückkehrt, ist ihr Sohn spurlos verschwunden. Nach fünf langen Monaten der Ungewissheit taucht Walter plötzlich wieder auf. Doch während die Polizei den Erfolg feiert, merkt Christine sofort, dass der Junge nicht ihr Sohn Walter ist. Auf der Suche nach ihrem Sohn und der Wahrheit stößt sie dabei auf zahlreiche Widerstände und auf alles andere als eine kooperative Polizei, die sich ihren offensichtlichen Irrtum nicht eingestehen will. Einzig Reverend Briegleb (John Malkovich) stellt sich auf ihre Seite...
"Der Fremde Sohn" ist mal wieder ein unheimlich gutes Regiestück von Clint Eastwood geworden. Seine Story spielt in einer Zeit, als Los Angeles nicht wirklich als Stadt der Engel galt. Soziale Missstände, ein korrupter Polizeiapparat, die Wirtschaftskrise und eine florierende Kriminalität, sind eine schwierige Grundlage für eine alleinerziehende Mutter in der Stadt zu jener Zeit. Clint Eastwood nimmt dies als Grundlage für einen fein inszenierten Film.
Ein klitzekleinwenig nörgeln könnte man bei der Besetzung der Hauptdarstellerin. Irgendwie wirkt Angelina Jolie die ganze Zeit auf mich ein wenig wie ein Fremdkörper. Sie spielt zwar zweifelsohne die beste Rolle ihres Lebens, aber sie scheint nicht ganz verinnerlicht zu haben, dass auch sie ihre Omnipräsenz auf der Leinwand zum Wohle der Handlung etwas mehr hätte reduzieren dürfen. Sie wirkt etwas überschminkt und zu divenhaft. Was damit nicht ganz meiner Idealvorstellung einer verzweifelten Mutter entspricht.
John Malkovich verkörpert den Part des Hoffnungsträgers im Vergleich dazu hervorragend und fügt sich perfekt in die Handlung ein. Aber dies sei im Endeffekt nur eine Nuance von Kritik in einem rundum gelungenen Film, denn selbst Jolie schafft es unter Eastwood in zuvor nie geahnte schauspielerische Sphären vorzustoßen. Auch wenn sie ihr Diven-Image nicht restlos abschütteln kann.
Filmtechnisch ist Eastwood dabei äußerst stilistisch vorgegangen: die farbliche Optik ist gekonnt reduziert, zudem arbeitet Eastwood mit vielen Nahaufnahmen. Dazu kommt eine sachliche, betont ruhige Kameraführung. Die vor allem die wenigen, aber richtig fesselnden Filmmomente umso intensiver wirken lässt. So dass die ganze Zeit unablässig eine kalt-lodernde Dramaturgie über dem Film liegt.
Insgesamt ist "Der Fremde Sohn" ein packendes Drama, dass sowohl handwerklich, wie im Großen und Ganzen auch schauspielerisch überzeugt. Die Story ist bewegend und bleibt bis zur letzten Minute unheimlich spannend. Alleine dafür verdient sich der Film schon 5 Sterne.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fast zu viel für einen Film (Spoiler), 24. Januar 2010
Nach seinem stringent erzählten Meisterwerk "Gran Torino" (2008) unternimmt es Clint Eastwood in "Der fremde Sohn" aus dem gleichen Jahr, die Geschichte der alleinerziehenden Mutter Christine Collins (Angelina Jolie) zu zeigen, deren Sohn Walter (Gattlin Griffith) im Frühjahr des Jahres 1928 spurlos aus ihrem Haus verschwand, während sie auf der Arbeit für eine kranke Kollegin einspringen mußte.
Da die Polizei von Los Angeles infolge der Brutalität und Machtgier ihres Chiefs James E. Davis (Colm Feore) in die öffentliche Kritik gekommen ist - besonders der Pfaffer Gustav Briegleb (John Malkovich) tut sich als hartnäckiger Ankläger hervor - und somit Erfolge notwendig sind, wird Christine nach fünf Monaten ein zufällig aufgegriffenes Kind als ihr eigener Sohn zugeführt. Der Junge habe sich natürlich, bedingt durch das Trauma der Entführung, verändert, und sie selbst müsse auch erst einmal zur Ruhe kommen, sagt man ihr, als sie im Moment der medienwirksam ausgestalteten glücklichen Wiedervereinigung zurückschreckt und behauptet, das Kind sei nicht ihr Sohn. Zu Hause angekommen, entdeckt Christine, daß ihr angeblicher Sohn eine Handbreit kleiner ist als Walter und daß er, anders als ihr Sohn, beschnitten ist; sie holt sich schriftliche Bestätigungen seitens ihres Zahnarztes und der Lehrerin Walters ein, nach dem das von der Polizei zurückgebrachte Kind unmöglich Walter sein kann, und nimmt auch Verbindung zu Briegleb auf. Captain Jones (Jeffrey Donovan) läßt Christine daraufhin als hysterisch und psychisch gestört in eine Irrenanstalt einweisen, in der sie sehr schnell entdeckt, daß sie dort nicht die einzige Frau ist, die auf diese Weise vom LAPD zum Schweigen gebracht wurde. Inzwischen gerät Detective Lester Ybarra (Michael Kelly) zufällig auf die Spur des jungen Mannes Gordon Northcott (Jason Butler Harner), eines Geistesgestörten, der auf einer abgelegenen Hühnerfarm anscheinend an die zwanzig Jungen getötet hat. Jones versucht mit allen Mitteln, Ybarra dazu zu bewegen, seine Nachforschungen in dieser Richtung einzustellen, doch der Detective ermittelt auf eigene Faust weiter.
Auf der DVD-Hülle wird Eastwoods neuer Film als Psychothriller charakterisiert, aber diese Bezeichnung greift auf jeden Fall zu kurz, denn das Werk ist weitaus ambitionierter, vereint es doch vielmehr Elemente des Thrillers, des Dramas, des Gerichtsfilms und des politischen Films, worüber seine innere Einheit bisweilen zu zerbrechen droht. Michael Straczynskis Drehbuch orientiert sich am wahren Fall der Wineville-Chicken-Morde und es stellt die Aufklärung dieser Greueltat, den Kampf einer verzweifelten Mutter gegen bis zur Skrupellosigkeit selbstgerechte und einem Allmächtigkeitswahn verfallene Behörden sowie das Psychogramm des Täters und eine Reflexion über den Sinn der Todesstrafe fast gleichberechtigt nebeneinander. Auch das ergreifende Spiel Angelina Jolies sowie die routinierte Kunst Malkovichs scheinen den 136-Minuten-Rahmen des Filmes beinahe zu sprengen, was ein wenig auf Kosten des Erzählflusses geht. Fast scheint es, als habe sich Eastwood peinlich darum bemüht, nur ja keine Nuance des Falles außer Acht zu lassen, so daß dem Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit und Geduld abverlangt wird.
Der tapfere Kampf der Mutter gegen die Übermacht der Exekutive und ihre Unterstützung durch den anfangs noch etwas zwielichtig - vielleicht wirken hier unsere gewöhnlichen Erwartungen an Malkovich im Hintergrund - erscheinenden Pfarrer nimmt vor allem die erste Hälfte des Filmes ein, während es in der zweiten Hälfte verstärkt um die Verfolgung und Verurteilung Northcotts geht. Eastwood zeichnet hier ein ganz anderes Bild der Polizei, als wir es sonst von ihm gewohnt sind: Zwar war Dirty Harry ebenfalls nicht zimperlich in der Wahl seiner Methoden und setzte sich gern über den Buchstaben des Gesetzes hinweg, doch hatte er dabei - ganz der Ideologie der konservativen Rechten verhaftet - immer das Gute im Sinn, während liberale Paragraphenhengste ihm Steine in den Weg legten. Hier allerdings wird gezeigt, wie das selbstherrliche Gebaren der Polizei die Rechte des Individuums zu zertreten und sein privates Glück zu zerstören droht. Das unbeeindruckte Bemühen des Chiefs und seiner Kreaturen, allen voran Jones', ihre "Wahrheit" triumphieren zu lassen, scheint darüber hinaus eine beunruhigende Ähnlichkeit zum Verhalten der Bush-Administration während des Irak-Krieges aufzuweisen, so daß "Der fremde Sohn" durchaus auch als politischer Film zu sehen ist.
Aber die LAPD hat auch eine erlösende Figur in ihren Reihen: Detective Ybarra, dessen von Gewissensbissen getragenes Abwägen zwischen Pflicht und Corpsgeist während einer langen Szene sehr gut zu sehen ist, bevor er schließlich die Anweisung seines Vorgesetzten mißachtet und echte Polizeiarbeit leistet - hier schon eher ein Anklang an Dirty Harry, dem Vorgesetztenschreck par excellence. Überhaupt zelebriert der Film durchgehend die persönliche Tapferkeit des Individuums in Momenten größter Gefahr oder gegenüber scheinbar unbesiegbarer Übermacht, beispielsweise wenn der von Briegleb ins Rennen gebrachte Anwalt erklärt, er wolle Christine ohne Honorar helfen, da er von ihrem Mut und ihrer Ausdauer fasziniert sei, oder wenn der kleine Walter bei seiner Flucht zurückkehrt, um einem anderen Jungen zu helfen, der schließlich durch ihn gerettet wird.
Die zweite Hälfte des Filmes widmet sich vor allem dem Handlungsstrang um Gordon Northcott, dessen Hinrichtung breiter Raum eingeräumt wird. Wir sehen unter anderem, wie Northcott Christine um ein letztes Gespräch bittet, dann allerdings einen Rückzieher macht und von der verzweifelt und enttäuscht auf ihn einschlagenden Mutter, die man ironischerweise wieder einschließt - eine von Eastwood glänzend vorgenommene Visualisierung ihrer psychischen Situation -, aus dem Raum geschafft wird. Auf dem Schafott dann, umringt von den schweigenden Eltern der Kinder, die er getötet hat, winselt Northcott um Aufschub, und der Zuschauer ringt mit Genugtuung und Entsetzen, wenn eine Totale die zuckenden Füße des sterbenden Delinquenten zeigt. Eastwood läßt uns hier selbst entscheiden, wie wir empfinden wollen.
Die beiden Prozesse am Ende - die Verhandlung gegen den Polizeichef von Los Angeles und der Mordprozeß gegen Northcott - bringen die Handlungsfäden wieder zusammen, was durch eine rasche Schnittfolge bei den beiden Urteilsverkündungen bewirkt wird. Hier gelingt eine kunstvolle Verknüpfung zweier Ebenen, deren Nebeneinander - dies ist mein einziger Kritikpunkt - den Film an manchen Stellen zu sprengen drohte.
Christine hat am Ende ihren Sohn zwar nicht wieder, aber die Gewißheit, daß Walter einem anderen Kind das Leben gerettet hat, sowie die Hoffnung, daß er ebenfalls bei dem Fluchtversuch entkommen sein könnte. Ob diese Hoffnung der Resignation vorzuziehen ist, kann der Zuschauer ebenfalls mit sich selbst ausmachen, doch Christines stolze Verabschiedung von Detective Ybarra und die Andeutung einer Annäherung zu ihrem ehemaligen Vorgesetzten, dessen Zuneigung zu ihr schon recht früh im Film deutlich wurde, lassen den Film, wenngleich er mit keinem Happy End aufwartet, in einer heiteren Stimmung enden.
Eastwood erzählt diese in ihrer Tragik an "Mystic River" und "Million Dollar Baby" erinnernde Geschichte in einem meist langsamen Tempo, das durch sparsame Schnitte und ruhige Kamerafahrten hervorgerufen wird, und den Ernst und die Schwere des Stoffes angemessen würdigt. Tom Stern, seit "Blood Work" der bevorzugte Kameramann des Regisseurs - auch für die beiden oben genannten Filme -, wählt hier vornehmlich blasse Farben, um das Flair der 20er Jahre aufkommen zu lassen; auch das Spiel mit Dunkelheit und Licht unterstützt die Erzählung des Kampfes um individuelles Glück, etwa wenn zu Anfang des Filmes Christine ihren Sohn zu Bett bringt und das Licht ausknipst, und wir als Zuschauer in einem dunklen Raum zurückbleiben, in dem wir nur das durch den Türrahmen des Schlafzimmers fallende Licht sehen. Hier zeigt sich bedeutungsvoll, wie das Mutter-Sohn-Glück von Dunkelheit umrahmt ist.
Jeder der auftauchenden Charaktere ist im Grunde einen eigenen Film wert - man denke nur an die eiskalte blonde Schwester in der Irrenanstalt, die mit totem Gesichtsausdruck den Patienten Elektroschocks verabreicht, oder an die Prostituierte, mit der sich Christine dort anfreundet -, und so ist es Eastwood gelungen, ein wirkliches Stück Leben auf die Leinwand zu bekommen.
Trotz ihrer maskenhaft aufgetragenen Schminke versteht es Angelina Jolie, die Protagonistin sehr bewegend zu spielen, und neben Maggie aus "Million Dollar Baby" hat Eastwood hier eine starke Frauenfigur erschaffen, die dem Zuschauer gut in Erinnerung bleiben wird.
Noch ein letzter Hinweis: Obwohl der Film die Altersfreigabe ab 12 trägt, sind einige Szenen doch sehr hart, so daß ich niemandem empfehlen würde, den Film mit einem Kind zu schauen.
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73 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Kampf für die Wahrheit..., 6. Mai 2009
Nach ergreifenden Dramen wie "Mystic River" und "Million Dollar Baby" liefert Regisseur Clint Eastwood nun ein weiteres Meisterwerk ab: Im Film "Der fremde Sohn" lässt er Angelina Jolie als verzweifelte Mutter zu absoluter Höchstform auflaufen.
Los Angeles im Jahr 1928: Christine Collins (Angelina Jolie) ist eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem Job bei einer Telefongesellschaft den Unterhalt für sich und ihren Sohn Walter (Gattlin Griffith) verdient. Sie liebt ihren Jungen über alles und ist stets darauf bedacht, ihm eine weltoffene, verantwortungsbewusste und positive Lebenseinstellung mit auf den Weg zu geben. Doch ihrem Glück wird schon bald ein jähes Ende gesetzt: Als Walter eines Tages spurlos verschwindet, beginnt für Christine ein Albtraum. Es folgen Monate, die geprägt sind von Verzweiflung, Ratlosigkeit und immer wieder aufkeimender Hoffnung - bis ihr die Polizei schließlich die Nachricht überbringt, dass man ihren Sohn gefunden hat. Begleitet von zahlreichen Beamten und Journalisten erwartet eine überglückliche Christine am Bahnhof das Eintreffen ihres Kindes. Doch als der Junge aus dem Zug steigt, erlebt sie eine böse Überraschung: Es ist nicht Walter.
Als Christine der Polizei erklärt, dass dies nicht ihr Sohn ist, versucht Captain J.J. Jones (Jeffrey Donovan) sie mit den absurdesten Argumenten vom Gegenteil zu überzeugen. Das Police Department von Los Angeles leidet nach etlichen Korruptionsaffären und negativen Schlagzeilen unter einem starken Imageverlust. Der Fall des verschwundenen Jungen - oder vielmehr dessen "freudige Auflösung" - soll das Ansehen der Gesetzeshüter wiederherstellen. Also wird Christine von der Polizei so lange bearbeitet, bis sie sich schließlich für ein Pressefoto mit dem fremden Sohn aufstellt.
Zu Christines Entsetzen behauptet der Junge ebenfalls, ihr Sohn Walter zu sein. Zwar beteuert sie in den nächsten Tagen immer wieder, dass ihr das falsche Kind zurückgegeben wurde, aber niemand scheint ihr zu glauben. Erst als Reverend Gustav Briegleb (John Malkovich) an sie herantritt, findet Christine einen Verbündeten. Der Geistliche kennt die zwielichtigen Machenschaften der Polizei nur zu gut und bestärkt die junge Frau in ihrem Willen, die Suche nach der Wahrheit und ihrem richtigen Sohn nicht aufzugeben. Da Christine dem Polizeiapparat jedoch langsam lästig wird, weist man sie unter einem Vorwand in die Psychiatrie ein...
Was sich nach der Erfindung eines Drehbuchautors mit einer Vorliebe für ergreifendes Drama anhört, basiert tatsächlich auf einer wahren Begebenheit. Regisseur Clint Eastwood und Hauptdarstellerin Angelina Jolie haben die bewegende Geschichte von Christine Collins mit einer Intensität und visuellen Kraft umgesetzt, die dem Film auch über seine Laufzeit von rund zweieinhalb Stunden hinweg eine unglaubliche Wirkung verleihen. Nach Werken wie "Mystic River" (2003), "Million Dollar Baby" (2004) und "Letters From Iwo Jima" (2006) beweist Eastwood mit "Der fremde Sohn" erneut, dass er nicht nur ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, sondern auch zu den talentiertesten Filmemachern unserer Zeit zählt. Er versteht es wie kaum ein Zweiter, seinen Figuren in jedem Moment ihres Auftretens eine starke Glaubwürdigkeit zu verleihen und die Handlung so zu inszenieren, dass sie einen von der ersten Minute an packt und schließlich immer tiefer in ihren Bann zieht. Wenn beispielsweise die erschreckene Wahrheit über Walters Verschwinden Schritt für Schritt ans Licht kommt, oder Christine in der Psychiatrie an der Ausweglosigkeit ihrer Situation fast zerbricht, dann sind das Augenblicke, die tief bewegen.
Schauspielerisch bietet Angelina Jolie die bisher beste Leistung ihrer Karriere und übertrifft sogar noch ihre oscarprämierte Darstellung einer Psychopathin in "Durchgeknallt" (1999). Neben Actionrollen wie in "Mr. & Mrs. Smith" (2005) oder "Wanted" (2008) hat sie sich in jüngster Zeit durch die Filme "Der gute Hirte" (2006) oder "Ein mutiger Weg" (2007) auch als ernst zu nehmende Charakterdarstellerin etabliert und knüpft mit der Rolle von Christine Collins mehr als würdig daran an. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Verzweiflung und Hoffnung, ihr Bestreben, trotz aller Hindernisse den Kampf für die Wahrheit nicht aufzugeben, und ihre ständig wechselnden Gefühlszustände von Charakterstärke bis Resignation stellt Angelina Jolie derart überzeugend dar, dass sie dafür mit ihrer zweiten Oscar-Nominierung belohnt wurde.
Von der Ausstattung über die Musik bis hin zur Atmosphäre stimmt hier wirklich alles. Clint Eastwood hat mit "Der fremde Sohn" ein weiteres Meisterwerk geschaffen, das mit einer großartig inszenierten Geschichte und einer überragenden Hauptdarstellerin Erzählkino vom Feinsten bietet.
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