Die Nonchalance, mit der der Autor es als Tatsache betrachtet, daß Maria Stuarts zweiter Ehemann von ihrem dritten Ehemann ermordet wurde (historisch höchst umstritten) daß, wie in einem Nebensatz erwähnt, Richard III. von England seine Neffen auf dem Gewissen hat (historisch ausreichend umstritten) behagen mir (zusammen mit etlichen ähnlichen am Rande des Themas hingeworfenen Bemerkungen) an diesem Buch nicht.
Hinsichtlich der Rolle der Katharina di Medici und Königs Karl IX. in der Bartholomäusnacht (die nach anderen, z.B. von Robert Merle ausgewerteten Quellen ein von langer Hand vorbereitetes Unternehmen war und nichts Spontanes an sich hatte) und in der Bewertung Heinrichs III. beispielsweise stimme ich dem Autor nicht zu.
Darüberhinaus sucht das Buch in Anlage und Lesbarkeit seinesgleichen: eine Übersicht über die französischen Königinnen von der Mutter Karls des Großen bis zu Marie Antoinette, mit sorgfältig redigierten Jahreszahlen, Schilderung der wesentlichen politischen Ereignisse und Zusammenhänge, der politischen Rolle der jeweiligen Königin ihrer Herkunft und ihren Nachkommen.
Das einzig fehlende sind Ahnentafeln, die vielleicht auch die verwandtschaftlichen Verflechtungen einzelnen Königinnen untereinander deutlich machen könnten.