Dieses Buch hat es in sich. Der Autor Gordon Livingston versammelt darin 30 unbequeme Wahrheiten über das Leben. Und er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und bleibt doch immer ein wohlwollender Begleiter. Der Spiegel der einem darin vorgehalten wird, macht nicht immer Spaß.
Wieso man ihm diese Aussagen nicht übel nimmt, sondern im Gegenteil als Möglichkeit zur eigenen Weiterentwicklung annehmen kann, liegt mit Sicherheit zu einem großen Teil in der persönlichen Geschichte des Autors. Er hat es durchstehen müssen, zwei seiner Söhne zu verlieren. Einen durch Krankheit und einen durch Selbstmord. Und wenn dann so jemand, der auch als Therapeut arbeitet, uns diese Chance bietet, inneres Wachstum durch unbequeme Wahrheiten zu erreichen, dann ist es uns möglich, zuzuhören und etwas daraus zu machen.
Als Abschluss ein kleiner Ausschnitt:
"Und noch etwas verlangt uns wahre Liebe ab, nämlich den Mut, dem anderen völlig ungeschützt zu begegnen. Die Risiken liegen auf der Hand. Wer wäre nicht schon von einem Menschen gekränkt worden, dem er fälschlich sein Vertrauen geschenkt hat. Auf solchen Verletzungen beruht zum Großteil der Zynismus zum Thema "Liebe", der sich in unseren Beziehungen breit macht und all die Spielchen hervorbringt, mit denen wir die Chance vertun, uns gegenseitig vertrauen zu können.
Viele pendeln zwischen Einsamkeit und Selbstbetrug. Unser Chance glücklich zu werden, liegt jedoch irgendwo in der Mitte. Am Ende steht uns nur soviel zu, wie wir selbst zu geben bereit sind. Es ist etwas dran an der Binsenweisheit, dass jeder von uns den Partner bekommt, den er verdient. Und unsere Unzufriedenheit mit anderen ist ein Spiegelbild unserer eigenen Beschränktheit."