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SF- Krimi / Noir / Detectiv Novel gesucht


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1-25 von 30 Diskussionsbeiträgen
Veröffentlicht am 07.02.2014 21:42:53 GMT+01:00
Danke für den Tipp, ich werde wohl trotzdem nicht zuschlagen. Ich komme derzeit einfach zu wenig zum Lesen, um gleich ein ganzes Bundle zu kaufen. Derzeit hänge ich noch im zweiten Band von Prince of thorns, der leider schwächelt. Der dritte Band reißt es hoffentlich wieder raus. Mal sehen, was danach kommt...

Veröffentlicht am 04.02.2014 19:40:44 GMT+01:00
Hallo zusammen!
Das könnte Euch evtl. interessieren: storybundle hat wieder ein scifi/horror ebook-Paket.
Beim letzten habe ich oben genanntes "In Hero Years ..." zusammen mit noch 8 anderen Büchern ergattert. Zahlen tut man was man möchte/es wert findet. Und das jeweilige Angebot gilt immer so 14 Tage.
http://storybundle.com/

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.01.2014 16:14:47 GMT+01:00
Das hoffe ich auch. Aber um knappe 3 Euro fürs ebook ist nicht viel verhaut. ;)
Jedenfalls hilft's wenn man sich auch ein bisschen in DC und Marvel Lore auskennt, um die augenzwinkernden Parallelen mitzubekommen.

P.S. Ich hab grad nach einer epub-Version gegoogelt und bin darauf gestossen. Kapitel 1 online zum einlesen:
http://www.michaelastackpole.com/?p=1786

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.01.2014 14:05:53 GMT+01:00
"In Hero Years... I'm Dead" klingt auch für mich spannend. Das könnte vielleicht das Buch sein, das ich mir bei "Dr. Impossible schlägt zurück" erhofft, aber nicht gefunden habe. "Watchmen" finde ich großartig. Ich hoffe, meine Erwartungen sind jetzt nicht zu hoch.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.01.2014 12:57:48 GMT+01:00
Amberyl meint:
Danke für den Hinweis. Das freut mich, zumal ich bei dem noch gar nicht nach einer Fortsetzung gesucht habe, da es so "abgeschlossen" klang.

Na ja, aber immer nur her mit neuen Vorschlägen!
[Hab zwar gerade noch 22 Ungelesene auf dem Kindle, aber vor dem Wochenende waren es noch 24 ;-) ]
Irgendwann komm' ich schon dazu, es läuft mir ja nicht weg. :-)

Veröffentlicht am 19.01.2014 17:07:34 GMT+01:00
Gern geschehen! :)
Übrigens, zu dem von Dir oben erwähnten Douglas Adams' Dirk Gently Roman gibt es auch eine Fortsetzung:
The Long Dark Tea-Time of the Soul (Der lange, dunkle Fünfuhrtee der Seele)
Und in The Salmon of Doubt (Lachs im Zweifel) wurden Fragmente eines dritten Bandes von DA posthum veröffentlicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.01.2014 14:11:33 GMT+01:00
Amberyl meint:
Danke für deinen Vorschlag!
Klingt auf den ersten Blick interessant und kommt erst mal auf die Merkliste.

Veröffentlicht am 16.01.2014 22:12:33 GMT+01:00
Hallo!
Definitiv Noir ist "In Hero Years... I'm Dead" von Michael A. Stackpole.
https://www.goodreads.com/book/show/9715417-in-hero-years-i-m-dead?from_search=true
Ich hab's vor einiger Zeit in einem "Sci-Fi-ebook Paket" bei storybundle.com (oder war's humblebundle?) zum download bekommen, zum von mir selbst bestimmten Preis. :) Ich fand's fantastisch. Düster und witzig zugleich. Hat mich in der Stimmung stark an The Watchmen erinnert.

Veröffentlicht am 01.01.2014 21:47:50 GMT+01:00
Achso: Und natürlich auch Dir alles Gute für das neue Jahr!!!
(Ich Trottel...)

Maarten

Veröffentlicht am 01.01.2014 19:27:43 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2014 21:50:05 GMT+01:00
Hi Amberyl,

ah, das freut mich, das 'Altered Carbon' passt. Es hatte mich schon gewundert, dass Du bei Deiner Anfrage ausgerechnet den aussparen wolltest. Unsympathische Charaktere? Ja klar, wobei ich dem Hendrix mit seiner bedingungslosen Loyalität durchaus was abgewinnen konnte. ;-)
Morgan ist stilistisch wirklich klasse, das kommt auch in der Übersetzung durch. Ich habe ja mit dem Englischen immer noch so meine Probleme, es ist ein bisschen als würde ich kurzsichtig Kino schauen, aber das ist mir immer noch lieber als Kino mit der Brille eines anderen zu schauen. Und irgendwie ist das mit übersetzten Büchern ja wirklich so, als würde man genau das tun. Und es wird langsam besser. Bei Prince of thorns habe ich zuweilen so meine Probleme, aber auch da erkenne ich den ausgereiften Stil.

Was Homunkulus angeht: Es erinnerte mich halt auch an Dich, weil er diesen film noir Stil irgendwie in eine dazu eigentlich nicht passende Fantasy-Welt überträgt. Z.B. sowas:

Es goss in Sturzbächen. Ganz Rhun war hinter Regenschleiern verborgen. Der erste große Herbstregen. Alle aus ihrer Truppe waren fast erleichtert, als das große Tor mit der Ramme aufgebrochen wurde und sie endlich reingehen konnten.
Das Klappern der Armbrüste und Stiefel auf dem Boden, Atemwölkchen in der Luft. Danak hatte den Eindruck, dass die ganze Vorhalle – nichts als ein großer, leerer Lagerraum – geradezu dampfte. Hier drinnen, in der klammen, dunklen Kühle, lag hellbrauner Staub in der Luft, und draußen prasselten trüb silbern glitzernde Regenmassen nieder. Zwischen Tragbalken hindurch fiel dünnes Licht von den hohen, quadratischen Fenstern her ein.

Oder:
Choraik griff nur stumm in das Innere der Roscha und reichte ihr einen Fechtspeer heraus. Die lange Klinge fing beim Weiterreichen von Hand zu Hand in der Drehung einen Splitter Licht auf, der kalt die Schneide hinabfunkelte. Sie nahm die Waffe in festem Griff, wog sie. Gut ausbalanciert. Fühlte sich gut an in der Hand.

Vielleicht ein anderes Mal...

Viele Grüße,
Maarten

Veröffentlicht am 01.01.2014 12:03:39 GMT+01:00
Amberyl meint:
Hi Maarten,

schön, dass du unseren 'Privatthread' immer mal wieder belebst. :-)

Ja, ja, Odenthal schon wieder... :-)
Wobei, wie du es in deiner Rezension beschreibst, könnte das vielleicht wirklich ein besserer Einstieg in die Welt von "Ninragon" sein. Ich werd's - wie auch seine anderen Bücher - deshalb auch mal im Hinterkopf behalten.
Ich kann mich im Moment aber einfach nicht dazu durchringen irgendwas "Fantasy" zu lesen, ganz egal wie nah das Thema dabei auch bei meinem obigen Threadthema liegt (hab zB auch Mark Charan Newtons neues "Drakenfeld" seit dem Erscheinungstermin zur Hause liegen, und noch nicht einmal reingeschnuppert, obwohl das tatsächlich ein Detektivroman sein soll, und ich eigentlich sogar sowas wie ein Newton-Fan bin).

Aber das wird sich sicher wieder ändern. Außerdem waren bis jetzt noch alle deine Vorschläge ziemlich gut. Momentan lese ich nämlich "Altered Carbon". Sehr kreativer Weltbau, interessante Story, unsympathische Charaktere (wie in meinen Augen in jedem seiner Bücher - ja, mit der Meinung stehe ich allein, das weiß ich) aber ein wirklich ausgereifter Schreibstil. Bin bei Morgan immer wieder erstaunt wie handwerklich gut er schreibt, was ich mir erst gestern wieder gedacht habe zB beim Einstigt von Kap. 22: "The police are more impressive by night." - Dann beschreibt er ungemein atmosphärisch so einen nächtlichen Tatort, halb erleuchtete Gesichter und das Geräusch der Sirenen bei Nacht..., und dann trocken: "Nine o'clock on a workday morning it's a different matter."
Das ist eine perfekte Umsetzung von "Show, don’t tell". Genau so gehört das gemacht!

Wünsche dir außerdem ein frohes neues Jahr!
LG

Veröffentlicht am 30.12.2013 11:00:25 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.12.2013 11:01:09 GMT+01:00
Hi Amberyl,

bin mittlerweile mit 'The heresy within' und den beiden Folgebänden durch, eine Mischung aus Abercrombie, Trash ala Tarantino und Superschurkencomic. Durchaus unterhaltsam, hab eine Rezension am ersten Band geschrieben, falls es Dich mal interessiert.

Derzeit lese ich den ersten Band von Prince of thornes und bin bisher durchaus fasziniert. Lawrence hat eine sehr eigenständige Sprache und auch die Art den Plot aufzubauen, spricht mich sehr an.

Ich schreibe aber eigentlich wegen eines anderen Romans, den ich gerade gelesen habe:
Homunkulus (Ninragon) (ja, mal wieder von Odenthal, bin halt ein echter Fan...).
Es ist zwar Fantasy und Du suchst derzeit Science Fiction, aber trotzdem musste ich beim Lesen mehrfach an Dich und Deine Anfrage hier denken, weil Odenthal dort eine sehr gelungene Mischung aus Fantasy, film noir und eine Art Detective Novel (kein einzelner Detektiv, sondern ein 'Polizei'-Team, aber eben doch eine einsame Wölfin) hinbekommt, eine Mischung, die mir noch nicht begegnet ist. Es ist ein in sich abgeschlossener Einzelband, der ohne Vorwissen auskommt. Falls Du mal Fantasy in dieser Richtung lesen möchtest, wäre hier eine schöne Anlaufstelle. Wobei es kein 'Whosdunnit-Krimi' ist, sondern eher ein Thriller. Für den Leser aber letztendlich, wenn er will, eben doch eine Art Whosdunnit.

So, weiter mit Prince of thorns... :-)

LG
Maarten

Veröffentlicht am 12.10.2013 16:44:59 GMT+02:00
Hallo Amberyl,

ich stell fest, ich bin nicht so'n Viel- bzw. Schnellleser wie Du. Für den ersten Band Cydonia habe ich sicherlich 2 Wochen gebraucht (außer im Urlaub, da kann ich auch schon mal 3-4 Bücher in einer Woche lesen, aber ansonsten komme ich nicht dazu.) Und dann lese ich manchmal Bücher, wenn sie es hergeben, auch noch mehrfach.

Das Englisch lesen klappt gut und macht Spass. 'The heresy within' liest sich ähnlich einfach wie Abercrombie. Von den Indie-Büchern, die ich mir angeschaut habe, gibt es kaum eines, dass lesenswert ist. Cydonia ist schöne Unterhaltung, Ninragon oder Hyperdrive sind mehr als das und 'The heresy within' scheint mir irgendwo dazwischen zu liegen. Ich bin jetzt in der Mitte des 2. Bandes, kann also noch nichts Abschließendes sagen, mir ist noch gar nicht klar, wo es letztendlich hinführen soll. Kaum World-Building. Und Gut/Böse ist etwas, was hier überhaupt keine Rolle spielt (es gibt eigentlich nur 'Böse'. Was jetzt so klingt, als wollte der Autor einfach nur alles anders machen, aber das stimmt auch nicht, es ist einfach eine eigene Geschichte.). Auch Logik interessiert den Autor eher wenig. Ignorier das Cover, es hat nichts mit dem Buch zu tun. Lies mal die ersten Seiten an, Du wirst sehen, was ich meine. Weitab von den üblichen Fantasy-Sachen... Ich bin mir nicht sicher, ob es so gut rüberkommt, weil der Autor sich wenig Gedanken gemacht hat und es dadurch natürlich wirkt oder ob es gerade sein Talent ist, eine Geschichte so aufzusetzen, dass sowas rauskommt. Jedenfalls ist es sehr erfrischend zu lesen, finde ich.

'Bitter Seeds' klingt interessant. Es erinnert mich spontan an 'Geschichte machen' von Stephen Fry, aber wird sicherlich völlig anders sein. Ich werde auf jeden Fall reinlesen. Davor werde ich mir aber wahrscheinlich 'Prince of thorns' anschauen. Auf den bin ich einfach zu neugierig...

LG
Maarten

Veröffentlicht am 12.10.2013 12:37:05 GMT+02:00
Amberyl meint:
Hallo Maarten!

Falls du der Kunde bist, der diesen Thread verfolgt ;-)
Hab' dein Posting eh gleich am nächsten Tag gesehen, aber in dem Moment grad keine Zeit gehabt zurückzuschreiben, und irgendwie vergisst man es dann... ich hoffe du kennst das auch...
Dein Kommentar zu meiner Rezension hat mich dann wieder daran erinnert.

Danke für deine weitere Empfehlung, wobei rein von den Coverbildern wär das so ziemlich das Letzte, was ich anklicken würde, aber ich werd's erst mal auf der Merkliste belassen, falls mich wieder mal die Lust auf Fantasy überkommen sollte.

Zu "Cydonia". Ja, hab's in einer Woche gelesen, und muss sagen, ich freu' mich schon auf den nächsten Band (nur hoffentlich wird der wieder actionreicher und wesentlich weniger schnulzig).

Zum Englischlesen: Ich hoffe, es macht dir Spaß!
Dazu hätte ich außerdem auch noch eine Empfehlung für dich, die ich vor kurzem gelesen habe (keine Ahnung wie ich über das gestolpert bin, aber so beim Stöbern wurde es mir irgenwann mal unter "Kunden, die ... gekauft haben, haber auch ... gekauft" angezeigt:
Bitter Seeds (Milkweed Triptych)
The Coldest War (Milkweed Triptych)
Necessary Evil: The Milkweed Triptych: Book Three

Extrem spannende Abenteuergeschichte, die hauptsächlich von den großartigen Charakteren lebt (sowohl den "Guten" als auch den "Bösen". Nicht zu vergessen den sog. "Eidolons" - die so ziemlich das Äquivalent zu Lovecrafts "Großen Alten" sind, und die Tregillis sehr faszinierend schreibt. Immer wenn die auftauchen wechselt die Sprache quasi mitten im Satz zu "unbeschreiblichen Formen", "Explodierenden Sternen" etc.).
Aber auch die Story an sich ist total fesselnd, wobei man erst im dritten Teil - einem Zeitreiseroman (ja, ich war da zuerst auch sehr skeptisch ;-) ) - so richtig merkt, wie ungeheuer gut durchdacht das Ganze ist (bis auf den ein oder anderen Logikfehler, aber solche finde ich in fast jedem Buch oder Film, da reagiere ich offenbar recht sensibel).
Hat sogar eine Empfehlung von G.R.R Martin am Cover, allerdings fnde ich, dass Tregillis wesentlich besser schreibt. ;-)

LG

Veröffentlicht am 23.09.2013 23:16:34 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.09.2013 23:17:24 GMT+02:00
Amberyl, falls Du Dich noch hier hin verirrst:
Ich habe die Englisch-Ermutigung aufgenommen und habe es mit einem Buch versucht, dass ich noch auf dem Kindle hatte (eine frühere Empfehlung):
The Heresy Within (Book 1 of The Ties that Bind)

Eine Art Indie-Abercrombie. Ich bin durch den ersten Band durch und habe mir jetzt die nächsten beiden geholt. Wirklich empfehlenswert und zu einem lächerlichen Preis. Falls Du nochmal Fantasy suchst... Sehr 'gritty', aber das wird Dich ja nicht stören...

Veröffentlicht am 22.08.2013 13:58:40 GMT+02:00
Ok, ich meinte bzgl. des Titels 'The darkness that comes before' jetzt tatsächlich nicht die technische Schiene. Neuropath habe ich auch noch nicht gelesen, kann den Zusammenhang da also auch nicht ziehen. Ich verstehe den Titel so, dass der Moment, in dem die Entscheidung getroffen wird, im Dunkeln liegt. Ist es eine freie Entscheidung oder nicht, es liegt im Dunkeln, man weiss es nicht.
Ich habe gerade mal ein bisschen im Netz gestöbert und das hier gefunden:

http://www.cesspit.net/drupal/node/2044 (btw: Gut geschriebene Rezensionen)
>The basic idea is contained in the title: The Darkness that Comes Before. It's this concept that originates the locked cycle. It creates a pattern that can then be recognized in different themes. The first described in the book is an anthropological idea. Men create their belief systems, their gods. Before/after signify a position of cause/effect ("what comes before determines what comes after"). If gods are man-made, it means that men "came before". Like a tool created for a purpose, the tool comes "after", is built/created by someone. But the complexity of the world is unattainable, so men created the gods in order to frame and explain what was beyond their grasp. They created the gods and put them "before". They confused what came after (the gods they created) for what came before. This is the first way to interpret that title, the "darkness" is the unknown, the unrevealed gods that created the world and everything else.

This same pattern then "returns" in a context that is more unsettling, because it is far less impersonal as it tears down the barrier of "fantasy" that keeps these stories away, and us safe on this side. It's about every one of us: if a man is the movement of his thoughts (so the fact of being "conscious"), but what he thinks and does is not cause, but consequence of a myriad of influences, a chaotic complexity beyond his grasp, how can he be certain that his thoughts are his own? Hence the "darkness" again, coming before. Because we have only the illusion of control of ourselves, while in truth we are being moved, like puppets caught in winds. Mockery of conscience. The "delusions" are not one of possible conditions, but the true space we live. We sleep.<

Die zweite Interpretation ist das, wie ich es verstanden hatte. Und dann im Deutschen: 'Schattenfall'. Und schon ist alles weg und verloren...
Tja, vielleicht sollte ich auch einfach Bakker nochmal im Original lesen. Ich habe ja nach 3 Büchern gezwungenermaßen aufgehört, kommt ja auf Deutsch eh nix mehr nach.

>Der eigentliche Clou daran ist aber, dass Bakker (bewusst oder unbewusst) schon die bewusste Selbstmanipulation der Leser (willing suspension of disbelief, denn wir bilden uns ja in dem Moment ein, "Fantasy" zu lesen) benutzt, um so das eigentlich ganz Offensichtliche zu verstecken.<
Spontan fällt mir hierzu Abercrombie ein, der den gleichen Effekt bei der First Law-Trilogie so schön eingesetzt hat. In den Rezensionen wird gerne betont, wie vielschichtig die Figuren sind und wie sehr sie sich im Laufe der Trilogie entwickeln. Dabei sind sie tatsächlich recht simpel gestrickt, zum Teil geradezu Karikaturen. Eigentlich verbindet Abercrombie sie am Anfang noch nicht mal mit den üblichen Fantasy-Vorurteilen des Lesers, aber der Leser hat sie. In der Mitte wird der Leser dann ein bisschen gefüttert, die typische Quest beginnt, Jezal wird sich vom Knaben zum Helden entwickeln usw., aber im Verlauf wird der Leser dann gezwungen immer mehr seiner Vorurteile zu korrigieren, bis der Leser die Charaktere am Ende als das sieht, was sie von Anfang an waren. Ein Entwicklungsroman, bei dem sich nur der Leser bzw. seine Sicht auf die Dinge entwickelt. Klasse!

Zu Deinen Vorschlägen:
Chronicles of the Black Company: Die ersten 3 habe ich durch (auf Deutsch allerdings).
The Chronicles of Thomas Covenant: Wollte ich immer mal probieren (auf Deutsch ;-) ), gibts aber bisher nicht für Kindle. Wäre eine Option, aber ist sofort eine ziemliche Challenge.
Prince of Thorns: Da bin ich auch schon des Öfteren drumrum, weil es interessant aussieht. Das spricht mich jetzt spontan am Meisten an. Hmm, den sollte ich wohl wirklich mal versuchen.
Rusch und Haldeman reizen mich auch beide. Haldeman habe ich tatsächlich noch nicht gelesen. Ich lese völlig querbeet, entsprechend bin ich bei den Fantasy- und SciFi-Sachen längst nicht so durch die Titel/Klassiker durch. Ich habe nur gerade eine Phase, in der ich beides gerne lese.
Parker. Noch nie was von gelesen, irgendwie jetzt gar keine Meinung zu. Schau ich mir auch mal an. Blue and Gold gibts leider nicht als Ebook.
Jedenfalls Danke für die Vorschläge!

Veröffentlicht am 22.08.2013 00:26:39 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.08.2013 00:36:09 GMT+02:00
Amberyl meint:
>...wurde mir durch einen Beitrag hier im Forum bewusst. Und geschrieben hat ihn besagter Odenthal.<

Ja, diesen Eintrag habe ich damals auch gelesen, u. a. genau daraus habe ich auch meine Schlussfolgerung mit der "Blind Idiot Translation" gezogen, denn bitte, DAS kann's ja wohl nicht sein. Das Raubt der Sprache ja die ganze Ästhetik und Poesie und verfälscht zudem total die Aussage. (Ungefähr genau so schlimm fand ich auch die Pinto-Übersetzung, und nein, ich möchte auch nicht in der Haut der Übersetzer stecken, das ist sicher kein leichter Job, weil sie ja nunmal nicht den Gedankengang der Autoren kennen können.)

Aber das, was ich damit aus dem Titel ableiten kann, ist mE lediglich die philosophische Komponente von (selbst-)"Manipulation". Das hat man, je mehr man sich der Existenz einer solchen Beeinflussung bewusst ist, doch noch in gewissem Maße selbst in der Hand, was sich ja zB auch in Cnaiur zeigt ("I wander trackless ground").
Was ich oben aber gemeint hatte war die direkte neurologische Beeinflussung durch ein technisches Hilfsmittel. Diese Kabel/Haken/(Elektroden?)/was auch immer-Vorrichtung, an der die Skin-Spies "aufgehängt" wurden hab ich nie bewusst mit einem (wohl sehr fortschrittlichen) EEG in Verbindung gebracht, obwohl mir die ganze Zeit bewusst war, dass es sich dabei ganz sicher um irgend was im weitesten Sinne "technisches" handeln musste (steckt ja schon in "Tekne"), und trotzdem musste ich das für mich selbst offenbar erst von "Fantasy" auf "Real" übersetzen. Der eigentliche Clou daran ist aber, dass Bakker (bewusst oder unbewusst) schon die bewusste Selbstmanipulation der Leser (willing suspension of disbelief, denn wir bilden uns ja in dem Moment ein, "Fantasy" zu lesen) benutzt, um so das eigentlich ganz Offensichtliche zu verstecken. Wie bei den diversen TV-Wahrnehmungstests, wo die Leute dann zB das Ketchup im Schoko-Regal nicht sehen, obwohl's nur 10 cm entfernt steht, weil sie einfach nicht erwarten, es dort zu sehen. ;-)
Dieser Effekt kommt auch gut in der Hyperdrive-Leseprobe rüber (wie gesagt, ich belasse es mal auf meiner Merkliste :-) ).

>Und ich fürchte gleichzeitig, dass ich sowas auf Englisch vor lauter Nachschlagen übersehe.<
Nein! Nicht nachschlagen!! - Wenn du erst einmal anfängst nachzuschlagen, kommst du überhaupt nicht mehr zum Lesen!
Einfach weiterlesen, auch wenn du nicht jedes Wort verstehst (nachdem du selbst schreibst, dass du Abercrombie auf englisch lesen kannst, gehe ich auch nicht davon aus, dass du weniger als 85 % von jedem beliebigen anderen Buch verstehen wirst) und auch wenn das am Anfang ein wenig nervt. Man kommt wirklich rein! (Am besten mit einem Papierbuch außer Haus lesen, dann kommt man gar nicht erst in Versuchung, was nachzuschlagen).
Ziel ist es ja nicht, den Text auf Deutsch zu übersetzen, sondern bloß, ihm zu folgen. Dazu musst beim Lesen auf Englisch denken (man hört ja auch nicht apple und denkt sich: ah, apple = Apfel und erst dann kommt ein Bild, sondern hört apple und hat einen Apfel vor dem geistigen Auge [vielleicht auch einen angebissenen ;D... blödes Beispiel heutzutage, aber mit diesem Beispiel wurde es mir einmal erklärt]).
Das ist schwierig zu erklären, aber ich kann auch nicht wirklich übersetzen, was ich lese, wenn ich ganz plötzlich dazu aufgefordert werde (und gelegentlich macht sich jemand den Spaß), da ringe ich dann auch um Worte oder eine halbwegs passende Formulierung auf Deutsch, auch wenn ich problemlos *verstehe*, was da auf Englisch steht. (Genau das dürfte ja auch das Problem mit den offiziellen Übersetzungen sein).

Vorschläge, hmm, was "leichtes"... Harry Potter, aber nein, im Ernst jetzt:

Fantasy:
Sharps beispielsweise, Parkers Neuestes und das bisher Locker-flockigste von allen, bei weitem weniger düster als alle anderen Parker-Bücher, oder auch Blue and Gold das hat den Vorteil nicht nur sehr kurzweilig, sondern auch sehr *kurz* zu sein.
Chronicles of the Black Company, wirst du aber wahrscheinlich schon gelesen haben, oder auch The Chronicles of Thomas Covenant, the Unbeliever: "Lord Foul's Bane", "The Illearth War" and "The Power That Preserves" Donaldson schreibt mE zwar anspruchsvoll, aber auch sehr ästhetisch, sehr klar, müsste man auch gut verstehen, vielleicht auch Prince of Thorns (The Broken Empire) über das ich bis zum kürzlich erschienenen dritten Band selbst recht im Zwiespalt war, der Dritte ist zugegeben der Beste (der Zweite war der Schlechteste), aber das Worldbuildig ist großartig, mich hat's jedenfalls sehr fasziniert und immer zum Weiterlesen animiert.

Oder Sci-Fi:
Ja, Retrieval Artist-Serie: The Disappeared: A Retrieval Artist novel Rusch ist mE eine extrem gute Geschichtenerzählerin, das hat alles Hand und Fuß, ist intelligent und spannend mit tollen Charakteren...
Haldeman The Forever War wirst du wohl auch schon gelesen haben.

Vielleicht ist ja was für dich dabei. Oder du liest einfach das Nächstbeste, was du wirklich lesen *möchtest* auf Englisch, ohne dir überhaupt Gedanken über einen potentiellen "Schwierigkeitsgrad" zu machen. :-)

LG

Veröffentlicht am 21.08.2013 21:42:03 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.08.2013 22:04:30 GMT+02:00
Hah! Wie gesagt, es brennt mir auf den Tasten, Dir eine entsprechende Textstelle aus Hyperdrive zu schicken und ich habe mal recherchiert, was es so an Leseproben gibt und siehe da, es gibt sie:

http://www.goodreads.com/story/show/320593-hyperdrive

Wie gesagt, 2 Protagonisten, die genau für diese unterschiedlichen Lesertypen stehen, also den vordergründigen und den hintergründigen Leser (btw Odenthal bewertet sie nicht, aber sie haben naturgemäß ihre Verständnisprobleme miteinander). Die beiden Lesertypen kommen in diesem Kapitel sehr schön raus, hier vor allem der hintergründige, der Rest des Kapitels fehlt leider in der Leseprobe.
Lustig finde ich, dass hier die gleiche Formulierung kommt, wie wir sie hier im Thread verwendet haben ('Nicht den Finger auf etwas legen können.'). Und der Hack als der Aha-Effekt beim Lesen, der Blick hinter den Kulissen, der Moment, in dem plötzlich alles klar wird. Und trotzdem funktioniert der Hack für den vordergründigen Leser (jetzt meine ich den Leser des Buches, nicht die Protagonistin) eben auch als reiner Hack. Das ist häufiger in dem Buch, dass der hintergründige Leser gegenüber den Protagonisten einen Vorsprung hat, aber eben nur auf der Metaebene. Klingt verrückt, aber geht.

Ich finde die Stelle (wie einige andere auch) einfach nur großartig. Ganz große Kunst. Gänsehaut. Und Hyperdrive ist durchwoben mit solchen Stellen.

Und ich fürchte gleichzeitig, dass ich sowas auf Englisch vor lauter Nachschlagen übersehe. Oder zumindest nicht so deutlich erlebe. Aber in der Übersetzung eben auch nicht. Also nächstes Buch nochmal Englisch... :-)

Und falls Torsten hier noch mal mitliest: Das ist es, was Literatur für mich ausmacht. Und das geht in jedem Genre. Wobei ich den Ärger über die Unsichtbarkeit des Science Fiction Forums hier bei Amazon und über die Geringschätzung des Genres Science Fiction absolut nachvollziehen kann.

Veröffentlicht am 21.08.2013 14:10:54 GMT+02:00
Hallo Amberyl,

ich möchte mich mal nicht mit fremden Federn schmücken. Die Bedeutung des Originaltitels, wurde mir durch einen Beitrag hier im Forum bewusst. Und geschrieben hat ihn besagter Odenthal. Er schrieb:
>Nicht nur ist der Duktus des Autors bemerkenswert, und nur im Original erfahrbar, außerdem ist in der deutschen Ausgabe das innere Thema der Bücher leider wegübersetzt worden. Der erste Band heißt: The Darkness that Comes Before, und dieser Titel enthält auch ein (vom Autor erfundenes) philosophisches Konzept "What comes before", das er benutzt, um sein Thema auszuführen: Der Mensch zwischen Freiheit und Determinismus und wie weit er überhaupt entscheidungsfähig ist und wo die Grenzen seiner Manipüulierbarkeit liegen (nur ganz kurz und platt umrissen). Es hilft da natürlich nicht, wenn diese Begriffe im Deutschen gar nicht auftauchen, sondern jedesmal anders übersetzt werden, mal als "das Alte", mal als "das Überkommene" etc. etc., was alles gar nicht mit dem gemeinten philosophischen Konzept zu tun hat. Und somit löst sich das Thema von Bakker in Luft auf.
Schlüsselabsätze werden sinnentstellend übersetzt (sie werden dadurch unverständlich, manchmal werden Absätze auch ganz weggelassen), zum Beispiel gibt es da einen markanten Kampf eines Protagonisten gegen eine Horde Sranc-Bestien in einer Schneelandschaft. Wunderbare Szene. Wo aber im Original er erste Satz "So clear, this place." die kühle und zen-hafte Geisteshaltung des Protagonisten, während er in den Kampf gegen eine Übermacht geht ausdrückt, heißt es im Deutschen "Keine Deckung in Sicht." Kein Zusammenhang, und es stellt die Aussage auf den Kopf. Wo im Original der Protagonist in seiner Sicht der Dinge einfach und mühelos zwischen den gegen ihn Kämpfenden umhergeht, als stünden sie still und immer eine Sekunde früher am Punkt des Handlungshorizonts ist "(he) … stepped among them and snuffed out their beating hearts", ist dieser Sachverhalt im Deutschen schlicht nicht verstanden worden und daraus wird "(er) … ging schließlich die am Boden Liegenden ab und gab denen, die noch lebten, den Todesstoß." Und so weiter und so fort.
Trotzdem ist der Roman auch im deutschen noch gut genug um zu begeistern. Trotzdem besser später mal nachlesen, wie es der Meister selber geschrieben hat.<

Ja, ich war auch von der deutschen Version begeistert. Aber was die Hintergründe angeht, hatte ich permanent das Gefühl, da gibt es einiges, konnte aber nicht so Recht den Finger drauflegen. Und obiger Beitrag hat mir einiges klar gemacht.

Danke für das Mut machen, was Englisch angeht. Ich sollte das wirklich angehen. Das Schöne an meinem EBook-Reader ist ja, dass ich zu englischen Begriffen schnell mal eben eine Umschreibung abrufen kann. Die ist dann zwar auch auf Englisch, aber meistens reichts aus. Bei Abercrombie war es jedenfalls sehr nützlich. Hmm Existenz oder den zweiten Kovacs, mal sehen. Oder hast Du eine nicht zu schwere englische Empfehlung?

Freut mich, dass Dir Sturmtrupp Blau gefällt. Es gibt leider unter den Indies meiner Erfahrung nach sehr wenig lesenswertes, selbst in der 'unterhaltenden' Kategorie, zu denen sowieso fast alle Indies gehören. Sturmtrupp Blau fiel für mich positiv raus, trotz der ganzen Problemchen, die ich auch sehe. Ein Rohdiamant, dem der Feinschliff fehlt. Es hat aber eine gewisse Inspiration und eben etwas, was ich mit Charme bezeichne, ohne zu wissen, was es genau ist. Aber ich denke, Du weißt, was ich meine. Bevor Du die weiteren Bände kaufst, rate ich Dir trotzdem den ersten zuende zu lesen. Er ist halt Indie und nicht durchgehend von gleicher Qualität.

>Aber auch das macht die Faszination von sochen Büchern für mich aus, dieses Aha-Erlebnis, wenn einem plötzlich bestimmte Zusammenhänge bewusst werden - ist mE ein ganz wichtiger Bestandteil von dem, was du oben als >Dialog zwischen einem Leser und seinem Buch< bezeichnest.<
Hier brennt es mir auf den Tasten Dir eine entsprechende Textstelle aus Hyperdrive zu schicken, die genau dieses Erlebnis spiegelt als Durchführung eines Hackerangriffs. Hmm, leider ist sie nicht in der Leseprobe enthalten.
Jedenfalls: Ja!!! Genau dieses Aha-Erlebnis ist derart großartig, dass man es nicht missen möchte. Du solltest vielleicht doch mal Hyperdrive lesen, da gibt es einiges in der Art. (Letztendlich interpretiere ich den Titel so, dass er genau für dieses Erlebnis steht. Das Aha-Erlebnis symbolisiert als Hyperdrive-Sprung in eine andere Welt.). Im Ninragon findet man es meiner Meinung nach auch wieder, z.B. als die 3 Sprachen in denen die Ninrae sprechen: die Sprache der Physis, die Mittlerschichten, die Wisperschichten.

Veröffentlicht am 21.08.2013 12:04:29 GMT+02:00
Amberyl meint:
Hallo Maarten,

du schreibst: >Während der Originaltitel dieses Thema wunderbar enthält<
Echt? Über diese Brücke bin ich jedenfalls nicht gegangen, geb' ich zu, und ich hab's auf englisch gelesen. Ich hatte zwar die ganze Zeit dieses vage Gefühl, man müsste es auf irgendwas Bestimmtes referenzieren (vor allem die Szenen mit den Skin-Spies, mit den "Haken", mit denen sie manipuliert werden konnten - das kommt ein paar mal vor...), aber ich konnte nie genau den Finger darauf legen. Klar war, dass das, was die Inchoroi benutzen, durchaus wohl keine "Magie" ist, aber den tatsächlichen wissenschaftlichen Zusammenhang konnte ich nicht so genau deuten.
Aber auch das macht die Faszination von sochen Büchern für mich aus, dieses Aha-Erlebnis, wenn einem plötzlich bestimmte Zusammenhänge bewusst werden - ist mE ein ganz wichtiger Bestandteil von dem, was du oben als >Dialog zwischen einem Leser und seinem Buch< bezeichnest. Liegt bei mir aber wohl auch daran, dass mich in Büchern mehr die großen Zusammenhänge faszinieren, als jedes einzelne Detail für sich allein, was sich dann darin zeigt, dass es mir zB nicht auffallen würde, wenn Charaktere plötzlich mit dem Pferd über Nacht 500 km zurücklegen müssten, um rechtzeitig dort anzukommen, wo sie in der nächsten Szene auftauchen ;-) (gerade bei Erikson scheint eine unstimmige Timeline ja ein großes Thema zu sein, aber wie gesagt, ist mir persönlich nie aufgefallen, und wird es auch nie tun...).
[Hach, würde Bakker doch endlich fertig werden mit dem nächsten Band, ich bin schon so gespannt, wie's weitergeht (ich hab' den vorbestellt im Feb. 2010 [!], damals noch unter dem Titel "The Horns of Golgotterath" ;-) - Zwei Jahre lang hab' ich ja schon öfter auf Bücher gewartet, aber das werden dann schon über vier! )]

>Bakkers Englisch ist für mich zu anspruchsvoll, mein Leseniveau endet mit Abercrombie.<
Glaub' ich gar nicht. Wenn du Abercrombie auf englisch lesen kannst, geht's auch bei Bakker.

Ich lese seit einigen Jahren praktisch nur noch Englisch, und angefangen habe ich damit mit Gene Wolfes "Book of the New Sun", soll ja auch recht anspruchsvoll sein, dafür hab ich auch zwei Monate gebraucht, aber es ging, viel besser als erwartet (und dabei ja kein Wörterbuch zur Hand nehmen - einfach lesen).
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass man es einfach *machen* soll! Klar versteht man am Anfang vielleicht nicht 100%, das ist aber auch wirklich nicht nötig: Bei wie vielen deutschsprachigen Büchern kannst du dich noch an 100 %, an jede Formulierung, erinnern? Immer dann, wenn einem ein besonderes, häufig verwendetes Wort, das man wirklich nicht aus dem Kontext erschließen kann (oder von anderen Fremdsprache herleiten kann - viel auch von Latein, gerade bei den "anspruchsvollen" Büchern) unterkommt, kann man es immer noch nachschlagen, so lernt man auch vergeleichsweise exotische Wörter mit der Zeit (putrefaction und coruscating habe ich beispielsweise von Ricardo Pinto, verdigris von Erikson, und jede Menge techischer Begriffe rule, mill, lathe etc. oder auch venison und vulture von K.J. Parker).
Gerade Leute, die viel lesen haben üblicherweise auch grundsätzlich einen breiten Wortschatz, das ist auch beim Englischlesen ein Vorteil, da man wirklich viel herleiten und im Kontext einordnen kann. Und auf dem Kindle ist es noch leichter mit dem vorinstallierten Wörterbuch.
Englisch zu lesen hat mE auch wenig mit "Englisch zu können" zu tun. Mein passiver Wortschatz in Englisch ist auch bei Weitem größer als mein Aktiver, und es sind definitiv zwei paar Schuhe, eine Sprache zu verstehen und eine Sprache zu sprechen (deshalb schreibe ich meine Rezensionen auch auf Deutsch). Zum Selbstformulieren fehlt mir auch die Übung.

>Übersetzungen lassen häufig nur noch erahnen, was da im Hintergrund tatsächlich passiert.<
Ja, leider. Wobei es einem wohl gar nicht so richtig auffällt, wenn man nur die deutsche Version kennt.
Ich war ja besonders schockiert von der Übersetzung von Pintos "Stone Dance of the Chameleon", bei dem ich mir, nachdem ich die ersten zwei Bände auf Englisch gelesen hatte, eingebildet habe, sie auch auf Deutsch versuchen zu müssen. Also, wirklich, nicht wiederzuerkennen, hab's sofort wieder weggelegt, furchtbar...
Oder in Paul Kearneys "Königreiche Gottes" (da hab ich auch nur die deutsche Version), eine Szene mit der (offensichtlich auf englisch) "queen dowager" (also eigentlich "Königinwitwe", was sie auch tatächlich ist), in der das "dowager" verwendet wird, als wäre es ihr Name (a la: Dowager stand auf und tat dies und jenes...)
Auch bei Bakker soll die Übersetzung ja angeblich ein wenig Richtung "Blind Idiot-Translation" tendieren, habe ich gehört (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/BlindIdiotTranslation). Vielleicht ist er auch deshalb hierzulande weit weniger gehyped als im englischsprachigen Gebiet.

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Nochmals "Sturmtrupp Blau". Hab gestern damit angefangen, und bin jetzt bei ca. 15 %. Das ist echt nett und durchaus unterhaltsam, aber bei manchen Schnitzern rollen sich mir schon die Zehennägel ein, nachdem ich eigentlich eher brave Verlagsbuchleserin bin und üblicherweise keine Indies lese. :D
Die Story ist spannend, das Setting schön und sein Protagonist recht liebenswürdig. Streckenweise kommt man auch so richtig schön rein - gerade in den Dialogen ist er toll - bis auf solche Kleinigkeiten wie etwa die häufige Verwendung des Wörtchens "eh", ich mein', das finde ich einfach schrecklich als Formulierung in einem Buch, wenn er zB jemanden sagen lässt: "Eh, eh. Aber so funktioniert das nicht...", das wirft mich sowas von raus aus der Geschichte. Viel besser wäre hier etwa (salopp) ein: "Klar. Aber so ...", oder wahlweise auch ein ablehnendes "Verstehe", "Sicher" oder was derartiges. Das würde sich mE viel runder lesen und nicht so am restlichen Text scheuern. Die das/dass Fehler sind auch nicht so mein Ding, über alles andere kann ich hinwegsehen.
Trotzdem, ich werde garantiert weiterlesen, denn im Großen und Ganzen finde ich es unterhaltsam., und trage mich sogar schon mit dem Gedanken, gleich die Folgebände zu kaufen. :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.08.2013 09:48:13 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.08.2013 09:51:48 GMT+02:00
Amberyl schrieb:
>(Und zu Bakker erlaube ich mir noch die Anmerkung, dass mir beim Lesen seines "Neuropath" [Tja, in welches Genre fällt das eigentlich? – Unter den wunderbar schwammigen Begriff "Speculative Fiction" jedenfalls. :-)] erst der gravierende Zusammenhang mit Neuroscience auch in seiner Fantasy-Serie bewusst geworden ist. – Das verkompliziert die Einordnung dann nochmals.)<

Hierbei wird mir wieder schmerzlich bewusst, wie einschränkend es ist, nicht gut Englisch zu können: Während der Originaltitel dieses Thema wunderbar enthält: "The darkness that comes before", geht es im Deutschen nicht nur komplett verloren, sondern führt auch noch aufs Glatteis: "Schattenfall".
Bakkers Englisch ist für mich zu anspruchsvoll, mein Leseniveau endet mit Abercrombie. Maximal.
Übersetzungen lassen häufig nur noch erahnen, was da im Hintergrund tatsächlich passiert. Wahrscheinlich hänge ich auch deswegen an Bücher wie Hyperdrive, es gibt nicht viel von deutschen Schriftstellern im Bereich Fantasy oder Science-Fiction in dieser Liga.
Ist man versierter Englisch-Leser, dürfte die Auswahl sehr viel größer sein...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.08.2013 12:35:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.08.2013 12:50:36 GMT+02:00
Amberyl schrieb:
>Bücher, die einfach nur unterhalten und eine Geschichte erzählen wollen (was ja vollkommen legitim ist), und solche, die den Ehrgeiz haben, Einfluss auf die Weltsicht des Lesers zu nehmen.

Ja, so sehe ich das auch. Sturmtrupp Blau gehört z.B. zu den Büchern, die einfach nur unterhalten wollen und macht das auf seine Art ordentlich, finde ich.

Das Unsterblichkeitsprogramm gehört klar zu der zweiten Sorte. Ich würde sie eher umschreiben als, 'Bücher, die dem Leser die Möglichkeit der Reflektion bieten'. Und ohne Zweifel können in allen Genres Bücher diese Reflektionsschichten anlegen. Und natürlich ist es in allen Genres die reale Welt, die reflektiert wird. (BTW genau diese Art des Dialogs zwischen einem Leser und seinem Buch, ist eines von mehreren Themen bei Hyperdrive. Als hintergründige Reflektionsschicht, klar. U.a. spiegeln 2 Protagonisten diese unterschiedlichen Lesertypen.)

Was Altered Carbon angeht: Ja, es muss bei mir eindeutig noch sacken. Es ist von gestern auf heute bei mir schon so sehr in der Gunst gestiegen, dass ich erwäge, jetzt doch 'Existenz' (bin noch nicht weit) abzubrechen und erst mal einen weiteren Kovacs zu lesen. Gleichzeitig ärgere ich mich 'Altered Carbon' (wie viel passender der englische Titel doch ist) nicht auf Englisch gelesen zu haben. Vielleicht lese ich es irgendwann nochmal im Original und probiere jetzt am zweiten aus, ob meine Englischkenntnisse ausreichen. Mal sehen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.08.2013 11:07:45 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.08.2013 11:19:30 GMT+02:00
Amberyl meint:
"Puh", habe ich da auch gedacht, ist schon recht abwertend gegenüber der Fantasy (obwohl ich es jetzt mehr auf allgemeines Grummeln über den angenommenen "Fantasy-Boom" und das folgende Aussterben diese Threads geschoben habe).

Habe mir jetzt Odenthals Blog-Einträge durchgelesen und finde mich dabei ständig im Geiste mitnickend.
JA, genau so sehe ich das auch! Überhaupt scheint mein Leseverhalten dem seinen ziemlich ähnlich, ich lese auch quer durch die Bank und nehme wenig Rücksicht auf Genregrenzen, vor allem dem Beispiel mit Frank Herberts "Dune" kann ich mich so richtig anschließen. Das ist mE vom Aufbau her eigentlich klassische High-Fantasy, und die Sci-Fi-Elemente sind auch nicht wirklich dominant. Stelle ich dagegen zB einen Bakker, einen Mark Charan Newton oder Gene Wolfe werde ich einen ähnlich hohen Sci-Fi-Anteil finden, und trotztdem ist das ganze klar "Fantasy" gelabelt. (Und zu Bakker erlaube ich mir noch die Anmerkung, dass mir beim Lesen seines "Neuropath" [Tja, in welches Genre fällt das eigentlich? – Unter den wunderbar schwammigen Begriff "Speculative Fiction" jedenfalls. :-)] erst der gravierende Zusammenhang mit Neuroscience auch in seiner Fantasy-Serie bewusst geworden ist. – Das verkompliziert die Einordnung dann nochmals.)
Sicher kann man etwa eine Stephenie Mayer nicht mit einem Arthur C. Clarke oder Isaac Asimov vergleichen (und mir scheint schon, dass Torsten hier eher solche Größen im Auge hatte, wenn er schreibt: >ihnen also Dinge und Erfindungen vorausgesagt wurden, die dann in fernerer Zukunft, nachdem die Wissenschaft vorangeschritten war, bewahrheitet haben oder in ähnlicher Art erfunden wurden.<), man kann eine Stephenie Mayer aber auch nicht mit einem Steven Erikson vergleich, oder einem der oben genannten Autoren.
Auch die Inspiration durch Star Trek, die wohl in die Erfindung zB des aufklappbaren Handys sowie des Tablet-PCs miteingeflossen ist, will ich nicht abstreiten, deshalb aber pauschal diese Einteilung in: Sci-Fi = gut und wichtig für die Zukunft / Fantasy = kindisch und sowieso >nichts anderes als moderne Märchen< (wobei schon dieses implizite Diminutiv gegenüber Märchen nicht wirklich gerechtfertigt ist, denn auch von denen gibt’s solche und solche – tut mir leid, wenn ich hier was unterstelle, was nicht so gemeint war, ich "höre" hier einfach so eine Verniedlichung raus, aber es ist gut möglich, dass Torsten das ganz neutral gemeint hat, dann hat er natürlich eher recht) vorzunehmen, finde ich schon sehr gewagt.

1. Sind beide Genres in sich nicht homogen. Es ist schon mal ein gewaltiger Unterschied zwischen allein nur diesen: http://www.goodreads.com/list/show/19016.Science_Fiction_Detective_Novels, und schon das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Sub-Genre (außerdem stelle ich damit wieder den Bezug zum Thread-Titel her: diese Liste meinte ich, damit bin ich großteils durch, bis auf jene, die mich nicht ansprechen.), wie gesagt, einen Asimov oder Bester kann ich hier auch nicht wirklich mit einem Bard Constantine oder Warren Hammond vergleich, und doch fällt alles unter "Science Fiction". (Oder noch krasser: "The Man Who Was Thursday: A Nightmare" von 1908, würde ich persönlich weder in Fantasy noch in Sci-Fi einordnen, wohin aber sonst?)
2. Gibt's gute und schlechte Bücher in beiden Genres (wobei, "gut" und "schlecht" an sich ist schon wieder ein subjektives Werturteil...), sagen wir besser: Bücher, die einfach nur unterhalten und eine Geschichte erzählen wollen (was ja vollkommen legitim ist), und solche, die den Ehrgeiz haben, Einfluss auf die Weltsicht des Lesers zu nehmen.

Aber diesen Disput, welches das "bessere“" Genre ist, gibt's ja schon ziemlich lange und man findet zahlreiche Diskussionen darüber in unzähligen Blogs und Internetforen, wobei ich denke, dass man dieses Thema auch nicht wirklich allzu ernst nehmen soll. Wenn man hier zu fundamentalistisch denkt, beraubt man sich selbst so vieler Möglichkeiten, außerdem kann man im Laufe der Zeit ja auch seine Perspektive wechseln, so wie es mir gerade geht, nach vielen Jahren, die ich gerne Fantasy gelesen habe brauche ich einfach mal was ganz Neues, Unverbrauchtes, bei dem ich mir nicht ständig denke: Ja, hmm, kenn' ich schon, ist auch immer wieder das selbe... Da halte ich es momentan wie Odenthal in seinem "Fantasy"-Beitrag schreibt: >Ja, [all ihr Dark Lords] erhebt ihr euch mal, aber ohne mich!<

------------------------

Nochmals zum Thread-Thema:

Dann werd' ich um Altered Carbon wohl doch nicht herumkommen ;-)
Und vielleicht wird mir das ja auch besonders gut gefallen [ist mir etwa auch mit Kristine Kathryn Ruschs "Retrieval Artist"-Serie so ergangen. Die habe ich auch nur sehr zögernd angefangen (AutorIN und so, wobei zumindest ein männlicher "Protagonist" aufscheint, der mE aber bloß der Alibi-Aufhänger ist, um Leute wie mich doch zu ködern, denn die wahre Protagonistin ist in meinen Augen jemand anderes. :-) ) und war dann restlos begeistert davon.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.08.2013 21:17:24 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.08.2013 21:41:46 GMT+02:00
Hallo Torsten,

Du schriebst:
>"Fantasy"-Geschichten sind eigentlich nichts anderes als moderne Märchen. Viele von ihnen sind zwar historisch angelegt, so dass manch Leser hinterher >glaubt, dass diese oder jene Fantasy-Geschichte auf historischen Grundlagen beruhe, aber dem ist natürlich in keinster Weise so.
>"Science-Fiction" ist da von einem ganz anderen Schlage!

Puh, habe ich da gedacht. Ist das nicht die gleiche Argumentation mit der so ziemlich alles, was das Feuilleton nicht mag, diskreditiert wird? Und obwohl es Off-Topic ist, dennoch kurz eine Antwort. Damit es wenigstens etwas mit dem Thread hier zu tun hat, antworte ich nicht selbst, sondern verweise einfach auf mehrere Blogposts von Odenthal, den ich ohnehin Amberyl empfohlen habe und der das differenzierter sieht. Und in dem Weltraum-Post ist vielleicht auch die ein oder andere interessante SF-Empfehlung drin:

http://horus-w-odenthal.blogspot.de/2012/10/warum-fantasy-oder-ich-denke-laut.html
http://horus-w-odenthal.blogspot.de/2013/01/mein-weltraum-zeitalter.html
http://horus-w-odenthal.blogspot.de/2013/01/mein-hyborisches-zeitalter.html
http://horus-w-odenthal.blogspot.de/2013/01/ein-cooles-leben.html

LG
Maarten

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.08.2013 20:34:46 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 19.08.2013 20:36:49 GMT+02:00]
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