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Latein lernen?!


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1-25 von 128 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.08.2009 16:21:45 GMT+02:00
Tina Mohr meint:
Leider wird überall in unseren Schulen im Ort Englisch als erste Fremdsprache gelehrt.
Ich fand den Einstieg den ich hatte, allerdings sehr sinnvoll (5. Klasse Latein, 7. Klasse Englisch, 9. Klasse Französisch), da mir durch das Latein das Englsich und das Französisch um Einiges leichter fiel.
Noch ist mein Sohn n Tick zu jung, dennoch möchte ich ihm die Möglichkeit bieten, Latein frühzeitig zu lernen.

Da ich keine Ahnung habe, was es derzeit alles an Lateinbüchern, Leserätseln etc für die erste Lernstufe auf dem Markt gibt, wende ich mich an euch - in der Hoffnung, dass mir diejenigen unter euch, die auch gerade mit der ersten Lernstufe behaftet sind, weiterhelfen können.

Vorsichtiges Heranführen ist das Ziel :)

Vielen Danl im Voraus!

Veröffentlicht am 29.08.2009 15:15:15 GMT+02:00
Hallo!

Also ich habe zwar selber kein Latein an der Schule gelernt - kenne aber viele die das noch tun. Das Lehrbuch das bei uns an der Schule benutzt wird heißt "Felix".
http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=felix+latein&x=0&y=0
Dazu gibt es ziemlich viel, ein Lehrbuch, Begleitbuch, Vokabelhelft, Klassenarbeiten, Grammatikheft,... also denke ich man kann damit auch ziemlich gut alleine lernen sofern
jemand (vielleicht Sie?) die Möglichkeit haben bzw das Wissen ihrem Sohn Fehler aufzuzeigen etc.

Grüßle
Christiane

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.08.2009 14:01:20 GMT+02:00
Hallo, ich habe 7 Jahre Lateinunterricht gehabt mit bis zu 6 Wochenstunden (ja, das hat es auch gegeben, da am Samstag noch Unterrichtstag war). Ich habe sogar Latein als schriftliches und mündliches Prüfungsfach beim Abitur gewählt. Vor diesem Hintergrund habe ich dann allerdings verhindert, daß mein Sohn auch Latein lernen mußte. Er hat dann Englisch und Französisch gewählt. Er dankt es mir heute. Da er in der 5. Klasse eben mit Englisch angefangen hatte, konnte er schon relativ früh englische Originalliteratur lesen. Mitchener, Tolkin, T.C. Boyle etc. Das hat einen Automatismus befördert: mit den Erfolgserlebnissen bei diesem Lesen ist das Interesse weiter gestiegen und heute liest er englische Bücher nur mehr in der Orginalversion (inklusive z.B. Charles Darwins "On the Origin of Species ...". Französisch hat er weniger intensiv gemacht und als Folge dieser Beschäftigung mit Sprachen ist es ihm leicht gefallen, z.B. die Metamorphosen von Ovid zu lesen und verstehen (er ist promovierter Chemiker), ohne je Latein gelernt zu haben! Was ich also sagen will: es ist ein nicht ausrottbares Gerücht, daß das Erlenen von Latein das Erlernen weiterer Sprachen befördert. Wahr ist hingegen, daß man nach Erlernen einer Sprache jede weitere Sprache eben leichter erlernt. Es muß also nicht Latein sein. Wenn Sie also ihrem Sohn etwas Gutes tun wollen: halten Sie ihn von der Lateinischen Sprache fern und fördern Sie das Erlernen aktuelle lebender Sprachen. Sie sollten da auch nicht zu vorsichtig vorgehen. Jugendliche in diesem Alter kann man praktisch nicht überfordern. Aber man kann sie langweilen. Das gelingt mit Latein mit Abstand am besten.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Friedrich Wörndle

Veröffentlicht am 31.08.2009 08:52:03 GMT+02:00
Tina Mohr meint:
Vielen Dank Ihnen beiden für Ihre Meinungen. Ich werde mir die Felix-Reihe etwas genauer anschauen. Herr Woerndle - bei uns an allen drei Gymnasien gibt es leider nur die Möglichkeit Latein ODER Französisch zu wählen, beides ist nicht mehr möglich. Von daher wird meinem Sohn definitiv ein Martyrium erspart bleiben, da ich ihm klar Französisch empfehlen würde.
Da derzeit aber Asterix und Obelix groß im Rennen sind, hoffe ich auf diese Schiene etwas Latein vermitteln zu können - und seien es nur Brocken, die der späteren Ableitung ins französich oder spanisch dienen.
Falls noch jemand Buchempfehlungen hat, gerne her damit - und danke dafür :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.08.2009 21:29:16 GMT+02:00
C.H. meint:
Hallo, ich hatte selbst die Sprachenfolge LEF und meine Kinder haben mit EL angefangen. Beide nach dem Buch Latein mit Felix1. Die Lernmethode und die Aussprache haben sich im Vergleich zu meinem Lateinunterricht sehr verändert, so dass ich mich erst einmal mit Lateinlehrerern zusammengesetzt habe um die Unterschiede erklärt zu bekommen. - erstaunlich für eine "tote" Sprache ?! Damit mein Sohn einen guten Einstieg in die Sprache bekommt, habe ich ihm anfangs nur Material über Rom, die Götter der Griechen (Percy Jackson) und Römer besorgt, dass ihm auch sehr viel Spass machte.
Mit Englisch als erste Fremdsprache zu beginnen, halte ich in der heutigen Zeit für keinen Fehler, da die Sprache in unseren Sprachraum schon tief hineingewachsen ist und auch schon in der Grundschule unterrichtet wird. Für die anderen Sprachen ist Latein sicherlich eine tolle Hilfe und auch für viele Studiengänge ist es von Vorteil, wenn man Latein schon in der Schule hatte.
Ich selbst habe mich nach der sprachlichen Schulausbildung im Studium den Naturwissenschaften zugewandt und Latein hat mir
auch in diesen Fächern den Umgang mit vielen Fremdwörtern sehr erleichtert, so dass ich meine Kindern auch in diesen Gebieten die Bedeutung der lateinischen Sprache vermitteln kann.

Veröffentlicht am 08.09.2009 00:44:46 GMT+02:00
Das Tolle an Latein (und Altgriechisch) ist nicht zuletzt der Inhalt der Texte, und das wäre ein Lockmittel.
Die Welt war früher eine andere, also aha, da kann sich etwas ändern. Gleichzeitig gibt es philosophische Grundprobleme, die damals bereits besprochen wurden. Das mag so manche mit Demut und unkonventionellem Denken, ja mit innerer Freiheit beschenken.

Liebe Frau Mohr, begeistern Sie Ihr Kind mit den Inhalten, das Lernen kommt schon von alleine. Die Sagen, Fabeln, Metamorphosen, vielleicht sogar philosophische Werke (durchsprechen), ja natürlich auch die Sprüche des alten Piraten bei Asterix ... z.B. Klett hat einen einfach-lateinischen "Comic", Reclam hat zweisprachige Textausgaben: aktuell etwa zur Varusschlacht. Finnland und der Vatikan haben Radiosendungen. Witzig ist das PONS-Lexikon zu Neulatein: wie heißt etwa "Autobahn" auf Latein?

Vom lateinischen Asterix als Einsteiger würde ich abraten, das ist ungewöhnliches, fast unklassisches Latein, das erst später kommen sollte. Ebenso wie das Kirchenlatein oder Inschriften ;-) Als Motivationsziele jedoch ist auch das geeignet.
Vale!

Veröffentlicht am 14.09.2009 19:05:52 GMT+02:00
Navis meint:
Asterix ist als Einstieg viiiel zu schwer: ich habe ein Buch Latein-Englisch entdeckt, das für kleine Racker gut verwendbar ist: "Minimus"...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.09.2009 19:47:05 GMT+02:00
F. Kehrenberg meint:
Endlich jemand, der diese Wahrheit mal ausspricht!
Latein ist auf keinen Fall die Mutter aller Sprachen, mit deren Hilfe man leicht die Grammatik der anderen versteht. Wer sich die lateinische und die englische bzw. französische Grammatik genau anschaut muss doch erkennen, dass die lateinische ein Grammatik ist, die zum Beispiel ausschließlich auf dem Kasus in Form von Suffixen (Endungen) basiert, während Englisch und Französisch, Spanisch und wer weiß welche romanischen Sprachen noch, sich längst zu einer Sprache, die auf Präpositionen (also Präfix) beruht. Von Kasi ist in all diesen Sprachen doch längst nichts mehr zu finden. Wer Französisch oder Englisch gelernt hat, hat implizit so viele Wörter lateinischen Ursprungs mit gelernt, dass er locker alle anderen romanischen Sprachen versteht. Latein ist völlig überbewertet, eine tote Sprache, die allenfalls Altertumsforscher, Theologen oder ähnliches brauchen. Selbst Mediziner haben mir bestätigt, dass Latein unwichtig ist, vielmehr ist für diesen Berufsstand eher das Griechische wichtig. Und wer mal in Griechenland war und sich etwas mit der Sprache auseinandergesetzt hat, merkt das sehr schnell.
Besser ist es auf jeden Fall eine lebendige Sprache zu lernen, die zur Kommunikation in einem vereinten Europa und bei internationalen Kontakten von Nöten ist. Jedes Sprachlernen ist Trainig für das Lernen einer Fremdsprache, ganz gleich welche genommen wird. Meine Zeit im Lateinunterricht war verlorene Zeit. Hätte ich doch besser eine lebendige romanische Sprache gelernt!
Übrigens: Französisch gilt als die viel schwierigere Sprache unter Pädagogen! Hier lernen die Schüler eine komplexe Grammatik, eine katastrophal schwierige Rechtschreibung und eine nicht immer leicht zu bewältigende Aussprache. Wer diese Sprache beherrscht, ist wirklich sprachbegabt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.09.2009 12:52:40 GMT+02:00
@Frau Kehrenberg,
wenn schon diese fremdwortschwangeren Zeilen hier, dann bitte auch z.B. Kasus mit langem u als Mehrzahl von casus. "Fälle" tut es auch.
Präposition ist ungleich Präfixe, beides _gibt es reichlich im Lateinischen. Gemeint waren vielleicht doch die ... Artikel? Im Spätlatein fänden Sie die übrigens als Schwundstufe zumeist von ille/illa/illud. Das wird in der Schule leider i.d.R. nicht vermittelt.
Meinten Sie das ernst, mit "Mit Englisch romanische Sprachen verstehen"? Auch wenn das Hochenglische einiges an französischen Wurzeln übernahm, liefe jede/r rasch gegen die Wand, wenn man einfach Englisch romanisiert.
Neu- und Altgriechisch sind in zwei Jahrtausenden sehr stark auseinandergedriftet, man dürfte sich eher in Lateinamerika mit Latein durchschlagen können als in Hellas mit Altgriechisch.

Anregung: gucken Sie positiv nach vorne und lernen Sie die lebendige romanische Sprache doch jetzt einfach (falls noch nicht geschehen). Spanisch oder Italienisch haben eine vergleichsweise einfache Aussprache/Rechtschreibung. :-)

Veröffentlicht am 20.09.2009 12:56:03 GMT+02:00
Einen hab' ich noch, einen hab' ich noch ...
Cantate latine: Lieder und Songs auf Lateinisch ist einmal etwas ganz anderes, nämlich bekannte Lieder auf Latein umgetextet. Sprachlich etwas zu hoch für Anfänger, zeigt es dennoch, dass Latein auch eine lebendige Sprache sein könnte. Somit ist es ein spielerischer Einstieg mit Gesang.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.09.2009 11:50:51 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 28.09.2009 11:52:08 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 29.09.2009 12:30:30 GMT+02:00
Mir hat Latein sehr geholfen, Texte in romanischen Sprachen zu verstehen, obwohl ich sie nur kurz (Französisch, Italienisch) oder gar nicht (Spanisch, Portugiesisch) gelernt habe. Da Latein die "Mutter" dieser Sprachen ist, ist es gewiss sinnvoller, von Latein zu den modernen Sprachen zu gehen als umgekehrt. Ob Lateinunterricht langweiliger erscheint als der einer modernen Sprache hängt erstens vom Lehrer ab und zweitens vom Schüler: Wer sich für die alten Römer und für Sprach- und Kulturgeschichte (Latein war die europäische Lingua franca bis zur frühen Neuzeit) absolut nicht interessiert, der sollte in der Tat eher Französisch lernen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.09.2009 11:47:07 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.09.2009 11:48:11 GMT+02:00
Mein Sohn hatte auf der Schule die Sprachenfolge LGE und war nach einführenden Kursen der anderen Fremdsprachen in der Lage, auf Englisch und Italienisch zu studieren - inkl. schriftlicher Arbeiten - und auf Französisch und Spanisch gut zurechtzukommen. Mittlerweile lernt er hobbymäßig russisch und freut sich über manche strukturelle Ähnlichkeit mit Latein. Man sollte unbedingt wissen, dass Lateinunterricht ohnehin in erster Linie vertiefte Beschäftigung mit deutscher Grammatik ist.
Wer die anstrebt, ist mit Latein gut bedient, wer nur Vokabeln lernen möchte, lernt lieber gleich die modernen Sprachen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.09.2009 14:24:42 GMT+02:00
A. Schmid meint:
Hey Tina,
ich bin Schüler an einem allgemeinbildenden Gymnasium, und habe wie die meisten Anderen auch mit Englisch angefangen, was sicher die richtige Entscheidung war. Später kamen dann Französisch, Latein und Spanisch dazu. Ich würde unbedingt empfehlen Latein zu lernen, wenn man sowieso das Ziel hat später noch weitere Sprachen zu lernen. Allerdings ist das, was man WIRKLICH im Lateinunterricht lernt nicht die Fähigkeit schneller die Vokabeln anderer Sprachen zu erlernen sondern die Grammatik schneller und besser zu erschließen, zu verstehen. (Obwohl man bei Romanischen Sprachen natürlich auch bei den Vokabeln einen Vorteil hat) Insofern ist Latein eher als linguistischer Grundkurs zu bezeichnen. Um dieses tiefere Verständnis in den Strukturen der Sprache zu bekommen ist allerdings, glaube ich, eine intensivere Beschäftigung nötig. Ein bisschen Latein hilft da meines Erachtens wenig.
Es heißt also ganz oder gar nicht :)
Gruß,
Alban

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.10.2009 09:42:56 GMT+02:00
Dr meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.10.2009 14:55:54 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 20.02.2014 12:39:12 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 08.10.2009 19:20:46 GMT+02:00
Hallo, "Dr", Hallo, Herr Barro,

vielleicht lässt sich darauf einigen, dass beides ganz sinnvoll sein kann: Latein wie diverse Naturwissenschaften. Beides eignet sich _nicht_ als soziales Abgrenzungsmerkmal, beides öffnet die Perspektive. Jedenfalls sollte man weder das eine noch das andere bei Kindern "verhindern". Diesen Ausdruck empfand ich gerade als schockierend.
Vielleicht wäre es für einen selbst vielleicht nicht, aber für die Kinder sinnvoll gewesen?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.10.2009 08:37:27 GMT+02:00
T. Volk meint:
@ Serenus Zeitlom: Lassen wir jetzt noch das "ganz" aus dem sinnvoll Satz weg, dann kommt die Sache auf den Punkt:
Beides, Geistes- und Naturwissenschaften unseren Kindern nahe zu bringen muss das Ziel sein. "Verhindern" ist vielleicht ein unglücklich gewählter Ausdruck, möglicherweise ging es hier um den immer wieder schwierigen Auswahlprozess zwischen Latein und Französisch und die Wahl fiel auf Französisch.
Ich habe den Weg zum kleinen Latinum achocrachoque mit einer schlechten 4 abgeschlossen, es war damals die Hölle für mich.
Heute ärgere ich mich, nicht besser am Lateinunterricht teilgenommen zu haben. Immer wieder helfen mir meine wenn auch geringen Kenntnisse beim Verständnis von Sachverhalten in den unterschiedlichsten Zusammenhängen, ob Astronomie oder Literatur.
Als Chemiker habe ich tatsächlich von Latein nur wenig profitiert, aber man lernt im Leben ja noch anderes als nur den eigenen Beruf kennen ;)

Veröffentlicht am 11.10.2009 01:11:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.10.2009 13:25:47 GMT+02:00
E. W. meint:
Ich habe mit Franzoesich angefangen, bekam dann Latein und schliesslich Englisch. Ich halte das fuer mindestens so sinnvoll, wie mit Latein anzufangen, denn Franzoesisch hat ebenfalls eine komplizierte und relativ logisch aufgebaute Grammatik, an der man "Grammatik an sich" lernen kann und in der achten Klasse sind wir in den Schuleraustausch nach Frankreich gefahren und konnten schon ganz passables Franzoesisch - im Gegensatz zu den Neuntklaesslern, die auch dabei waren, die es gerade erst ein Jahr lang hatten.

Veröffentlicht am 11.10.2009 14:15:08 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.10.2009 16:07:57 GMT+02:00
Liebe Vorrednerinnen und Vorredner,
ich bin selbst Lateinlehrer und möchte meine Berufserfahrung ein wenig nutzen, um die Beiträge zu bündeln:
1. Sicherlich kommt man gut durchs Leben ohne Latein (oder auch Chemie etc.). Aber mir gefällt dann doch der Ansatz besser, das man möglichst unbefangen und vorurteilslos an alle Fachrichtungen herangehen sollte. Man sollte m. E. auch nicht immer fragen, wofür man das, was man an der Schule lernt, später braucht, da unsere Berufswelt von uns Spezialisierung verlangt und somit viele schulische Inhalte später nicht mehr benötigt werden. Ein Chemiker muss sicherlich keine Kafka-Parabeln kennen, ein BWL-ler keine lateinischen Formen und umgekehrt.
2. Latein hilft beim Vokabular im Englischen und in den romanischen Sprachen schon mehr oder weniger intensiv (hängt natürlich davon ab, wie gut man Lateinokabeln lernt). Umgekehrt helfen aber auch Englisch- und Französischkenntnisse, wenn man danach mit dem Latenischen beginnt.
3. Am nächsten dran, was Vokabular und Grammatik angeht, ist immer noch das Italienische, da dort Verben immer noch ganz ähnlich wie im Lateinischen konjugiert werden.
4. Schwierig am Lateinlehrnen ist, dass man die Sprache nicht spricht, was die Behaltensrate der Vokabeln im Vergleich zu anderen Sprachen ein wenig verringert.
5. Lateinlernen bedeutet die Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur, ist also interkulturelles Lernen, d. h. es öffnet den Blick für fremde und ungewohnte Perspektiven.
6. Latein ist die europäische Basissprache, und viele Werke der europäischen Literatur auch noch in der Moderne, ja viele Spielfilme greifen auf antike Sujets zurück.
7. Nun die praktischen Tipps: Das vorgeschlagene MINIMUS finde ich für Kinder im Vor- und Grundschulalter als einen ersten Blick prima, die vorgeschlagenen Lehrbücher sind ohne Anleitung durch einen Lateinlehrer bzw. -lehrerin m. E. nicht vermittelbar. Felix hat außerdem den einen oder anderen Fehler und ist mittlerweile ein bisschen überholt. Schön finde ich übrigens das kleine Bändchen "Piper Salve", in dem man "modernes Latein" lernt, das Alltagsszenen wie das Einchecken in einem Hotel bietet (kann man natürlich nirgendwo brauchen, ist aber ein schöner Ansatz) und das mit Bildmaterial zur Unterstützung der Vokabeln arbeitet.

Veröffentlicht am 20.10.2009 16:00:21 GMT+02:00
ich kann dir nur das "Medias in Res" empfehlen, es ist um Latein zu lernen meiner Meinung nach die beste Grundlage und ein guter aber sanfter Einstieg!

Veröffentlicht am 20.10.2009 16:01:03 GMT+02:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 21.10.2009 10:51:47 GMT+02:00
RexCinis meint:
Salve,

zuerst möchte ich mich dem Kollegen Jörg Schmitter anschließen. Wichtiger als die einzelnen Lerninhalte ist das "Lernen lernen", Ziel der Schulbildung ist die Fähigkeit, sich unbekannte Inhalte egal welcher Art zu erschließen. Dazu ist ein großer Wissensfundus nötig. Latein ist mehr als das Erlernen von Vokalbeln und Grammatik, es schließt grieschische Mythen genauso ein wie römische Geschichte und Grundlegendes zur Textarbeit. Schüler, die nicht Latein lernen verzichten auf diesen "Fundus".

Gerade das Englische hat bis zu 50% aus dem Lateinischen abgeleitete Vokabeln, die Kombnation Latein- Englisch ist also sehr fruchtbar, egal in welcher Reihenfolge.

Latein als Relikt der "humanistischen Bildung" wird von vielen als veraltet angesehen. Stimmt man dem zu kann man aber auch gleich den Geschichtsunterricht, die Philosophie und Literatur, die vor 1945 geschrieben wurde, vom Lehrplan nehmen. Man versteht die Gegenwart nur, wenn man Kenntnis der Vergangenheit hat. Der griechisch- römische Kulturkreis ist philosophisch und literarisch eine mindestens ebenso wichtige Wurzel der abendländischen Kultur wie das Christentum.

Das Buch "Felix" ist nicht empfehlenswert. Unter anderem führt es den Dativ (3. Fall) sehr spät ein, sodass die Schüler zuerst so deklinieren lernen: Nom, Gen, Akk. Abl (Ablativ) - die spätere Umstellung ist für viele Kinder sehr schwer. Das nur als ein Beispiel.

An existierenden Büchern empfehle ich "Prima." Anhand langjähriger Erfahrungen in der Nachhilfe und meiner aktuellen Tätigkeit (drei Lateinkurse mit großen Defiziten) entwickle ich gerade selbst eine Latein - Lernmethode, zudem habe ich ein Online Nachhilfekonzept für Latein entwickelt. Bei Interesse bitte unter magister.latinum@alice.de anfragen.

Grüße
Magister Latinum

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2009 22:20:35 GMT+01:00
Das Problem dabei liegt leider in erster Linie am oft schlechten Lateinunterricht, mitnichten aber am Fach selbst. Und wie jeder weiß, gibt es ebenso schlechten Englisch-, Französisch- oder Chemieuntericht, man kann da einfach nicht pauschalisieren.
Fakt ist, dass Latein nicht nur das Grundgerüst der europäischen Sprachfamilien ist, sondern auch die Sprache, auf der unsere westliche Kultur aufbaut. Und je mehr es verloren geht, desto mehr wird unsere Kultur von Mario Barth, RTL-Supertalent und Germany's Next Topmodel bestimmt.

Veröffentlicht am 27.10.2009 00:04:11 GMT+01:00
Ach ja, selbst in "Forschung und Lehre", der Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbands, wurde diese Diskussion vor Kurzem geführt, mit pro und contra. Ich denke, die gesamte Diskussion geht von der falschen Prämisse der "Nützlichkeit" aus. Lernen heißt Lernen um des Lernens willen. Die Neuropsychologie hat uns gelehrt, dass das Verschalten von Synapsen _hier_ ganz überraschende Ergebnisse _dort_ generiert, wobei hier und dort nahezu beliebig austauschbar sind. Weder Latein noch Chemie noch Einradfahren noch Klavierspielen lassen sich folglich auf sich selbst reduzieren; Alles "nützt" Allem, solange es die grauen Zellen ausreichend fordert.
Ach so, ja. Die eigentlich tote Sprache ist übrigens Französisch, das seine vermeintliche Geltung aus den Zeiten kolonialer Diktatur ableitet. (Man könnte für Englisch dasselbe behaupten, nur hat hier die normative Kraft des Faktischen jegliche Möglichkeit zu ideologischen Einwänden inzwischen getilgt.) In den aktuellen Studierendenjahrgängen ist die Quote Spanisch/Französisch unter den angehenden Spanisch/Französisch-LehrerInnen an Gymnasien in etwa 5 zu 1. Das wird, soweit noch nicht geschehen, in wenigen Jahren an den Schulen ankommen. Spätestens dann übrigens wird man sich bei der Weltsprache Spanisch fragen, welch sprachgeschichtlichen Ursprungs sie sei, und dabei das Lateinische als Ur- und Vorbild nicht ganz in die Tonne treten.
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