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Bücher Zweisprachigkeit bei Zwillingen


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1-25 von 27 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.10.2009 13:30:12 GMT+02:00
K. Katrin meint:
Könnte mir irgendjemand ein gutes Buch über zweisprachige Kindererziehung oder auch Spiele/Methoden empfehlen? Vor allem was Zwillinge betrifft.

Ich bin Deutsche, mein Mann Finne, und wir leben in Finnland. Unsere Zwillinge sind im Sommer 2 Jahre alt geworden. Ich mache mir grosse Sorgen wegen der zweisprachigen Erziehung, vor allem bei meinem Sohn. Beide Kinder verstehen die deutsche Sprache perfekt (für ihr Alter) und meine Tochter spricht auch ganz ok, aber nur wenn ich sie auffordere oder ihr die deutschen Sätze in den Mund lege. Im Sommer waren wir zwei Wochen zu Besuch in Deutschland und da hat sie grosse Fortschritte gemacht, noch zwei Wochen mehr und sie hätte gar kein Finnisch mehr benutzt. Jetzt nach zwei Monaten lässt das alles schon wieder nach, und sie redet meist Finnisch mit mir, es sei denn es sind Wörter/Sätze, die sie nur auf Deutsch kennt. Mein Sohn hingegen weigert sich total Deutsch zu reden.

Ich kenne viele zweisprachige Familien im Freundeskreis, und bei denen klappt das alles reibungslos. Bei denen wissen die Kinder, mit welchem Elternteil sie welche Sprache sprechen sollen.

Kann es sein, dass es bei uns Schwierigkeiten gibt, weil wir Zwillinge haben? Bei einem Kind sind die Kinder zuhause ja voll auf die Eltern konzentriert. Eltern sind Spiel- und Kommunikationspartner Nummer 1. Bei uns ist das eben nicht so. Unsere Kinder reden auch Finnisch miteinander und somit habe ich schwer mich mit meinem Deutsch durchzusetzen. Bei Familien mit einem Kind scheint der Sprachgebrauch im Hause ausgewogen zu sein, also halbe halbe, bei uns dagegen ist es eher 1/4 Deutsch und 3/4 Finnisch.

Kann mir jemand ein gutes Buch zu diesem Thema, vor allem mit Zwillingen empfehlen? Es wäre mir echt wichtig.

Veröffentlicht am 02.10.2009 14:10:35 GMT+02:00
saltarina meint:
Liebe Katrin, ich glaube, Du kannst Dich ein wenig entspannen:
Deine Kinder sind gerade zwei Jahre alt geworden(da spricht noch nicht einmal jedes einsprachig aufwachsende Kind). Du sprichst viel mit ihnen und machst Dir Gedanken um sie und ihr Entwicklung, das ist erst einmal das Entscheidende.
Aus eigener Erfahrung und nach ein paar Lektüren (ich muss nochmal nachforschen, dann komme ich auch noch auf die Autoren)meine Gedanken:
Zweisprachig aufwachsende Kinder brauchen häufig etwas länger, bevor sie anfangen zu sprechen. Mädchen sind sprachlich meist schneller und wendiger als Jungen. Auch, dass die Umgebungssprache eher dominiert, ist normal. Die Situation: Mutter (Vater) spricht in der Nicht-Umgebungssprache und das Kind antwortet in dieser (also bei Euch auf Finnisch) ist auch ganz häufig. Das heißt dch, dass Dein Kind die Sprache kann- rezeptiv nämlich, es versteht. Das Sprechen kommt dann schon: in den Ferien, oder wenn die Kinder größer werden, oder wenn sie Freunde in der Sprache finden...
Gib ihnen Zeit und Dir etwas Ruhe, lies ihnen weiter vor, erzähle viel mit ihnen, bestehe nicht darauf, dass sie Deutsch sprechen (erst dann finden sie das anstrengend und vielleicht auch doof).. und frag' mal bei Deinen Freunden nach- da ging es auch bestimmt auch nicht auf "Klick"
Alles Gute!
Liebe Grüße von Christina (Mutter von zwei zweisprachigen 11und 15jährigen Kids, am Anfang auch sehr unenspannt) ;-)

Veröffentlicht am 05.10.2009 12:25:27 GMT+02:00
Wir haben hier in der Umgebung einige zweisprachig aufwachsende Kinder mit national gemixten Eltern: Und da ist war es bei den Zweijährigen, jedenfalls, wenn sie ältere Geschwister hatten, die Deutsch mit ihnen sprachen genauso, wie Sie es von sich beschreiben, z.B. Mutter redete Französisch, Kind antwortete auf Deutsch. Auch sprachen sie etwas später als die anderen Kinder. Und Zwillinge sprechen häufig auch später. Nur die Ruhe! Kleiner Tip: Eine französische Freundin hat besonders viel mit ihren Kindern gesungen, da mochten auch die deutschen Freunde immer gerne mitmachen.

Veröffentlicht am 05.10.2009 13:13:48 GMT+02:00
K. Katrin meint:
Vielen Dank für Eure Antworten und Eure Aufmunterung. Ich weiss, ich sollte mir vielleicht nicht so grosse Sorgen machen, aber das, was man richtig früh lernt, lernt man ja am besten. Das mit dem Lieder singen stimmt; ich singe auch ganz viel mit meinen Kindern auf Deutsch und diese Lieder schnappen sie sofort auf.
Ich habe auch gehört, dass die Sprachentwicklung bei Zwillingen etwas nachhängt, aber bei meiner Tochter ist das eben nicht so. Sie hat mit 1,5 Jahren schon ganze Sätze gesagt, und jetzt mit knapp über 2 Jahren spricht sie besser als manche drei-jährige in ihrem Kindergarten. (Ich habe selber so früh angefangen zu sprechen. Habe gehört, das hat was mit Veranlagung zu tun.) Meine Tochter redet auch die ganze Zeit ununterbrochen und ist richtig frustriert, wenn sie was erzählen will und ihr die Worte dazu fehlen. Nur während sich ihr Finnisch ständig verbessert, kommt es mir so vor, als lässt ihr Deutsch mehr und mehr nach. Ja, und es stimmt, wenn ich ihr auf Deutsch etwas sage, antwortet sie dann meist auf Finnisch.
Mein Sohn ist da leider ganz anders. Er versteht zwar alles, was ich sage, aber wenn er mal ein Wort auf Deutsch sagen soll, macht er sich oft darüber lustig und ahmt die deutschen Laute auf eine lustige Art und Weise nach. Naja, er ist noch nicht so weit mit der Sprachentwicklung, aber ich denke nicht, dass er als Zwilling da nachhängt. Andere 2-jährige in seinem Kindergarten sprechen auch nicht besser wie er.
Der Kontrast zwischen meinen beiden Kindern ist halt so gross, dass es mich schon etwas besorgt. Bei meiner Tochter hätte ich prinzipiell keine Sorgen, dass sie Deutsch nicht aufschnappen würde. Aber manchmal glaube ich, dass sie merkt, dass mein Sohn Deutsch nicht so gut kann, und sie deswegen dann halt auch nur Finnisch redet. Ist es möglich, dass sie Deutsch lernt und er es nicht? Oder noch schlimmer, dass er sie auf sein Niveau herunterzieht? Naja, ich denke, ich muss noch ein bisschen abwarten und weiterhin viel singen und Geschichten lesen. Es ist nur immer so frustrierend, dass, wenn ich tagelang das selbe Buch vorgelesen habe und stolz bin, dass sie sich endlich die vielen neuen deutsche Wörter eingeprägt haben, dann plötzlich mein Mann daherkommt, und nur mal kurz den Namen des Tieres o.ä., was man da gerade sieht, auf Finnisch erwähnt, und schon benutzen die zwei nur noch das finnische Wort, auch wenn sie es vorher noch nie gehört haben.
Christina, wenn Dir der Name dieses Buches noch einfällt, das wäre toll.

Veröffentlicht am 05.10.2009 14:18:00 GMT+02:00
tondo meint:
Liebe Katrin,

wie meine Vorredner auch: keine Panik! Es ist normal, das zweisprachig aufwachsende Kinder sich in bestimmten Abschnitten ihres Lebens "weigern", eine der beiden Sprachen zu sprechen. Das ist sehr individuell, und das merkst du jetzt ja relativ extrem, weil du Zwillinge vergleichst.

Auf keinen Fall solltest du aber "befürchten", dass dein Sohn deine Tochter "runterzieht". Das ist - meines Wissens - ein normaler Vorgang bei Zwillingen. Die eine Seite der Forschung meint, dass dies zu Spracherwerbsverzögerungen führt, die andere, dass sich die Zwillinge gegenseitig fördern. Wie auch immer, eine spätere Sprachentwicklung heißt nicht eine schlechtere!

Deshalb: Ausdauer! Aus meinem Bekanntenkreis habe ich zwei Fälle, in denen es in einem zum Erfolg geführt hat, was auch daran lag, dass der Vater des Deutschen gar nicht mächtig war und somit "gezwungen" ist/war, mit seinen Kindern Englisch zu sprechen (sie leben in D). Im anderen, nicht von Erfolg gekrönten Versuch gab die Mutter (Französin, ebenfalls in D lebend) irgendwann auf, weil's einfacher war, mit ihren Kindern Deutsch zu sprechen. Deshalb: nicht aufgeben, die Kinder vermischen auch gerne Sprachen: auf Deutsch angesprochen werden und auf Finnisch zu antworten ist zumindest im Kindergartenalter völlig normal und spricht NICHT für ein "Abstoßen" der zweiten Sprache.

Literaturvorschläge fallen mir jetzt keine ein, da gibt es unglaublich viel (Zweisprachenerwerb, Sprachererwerbsforschung etc.), aber vielleicht möchtest du dich mal mit der Elternberatung im Sonderforschungsbereich "Mehrsprachigkeit" der Uni Hamburg in Verbindung setzen: http://www.uni-hamburg.de/sfb538/elternberatung.html - dort gibt es auch eine Literaturliste, da wirst du mit Sicherheit fündig.

Bis dahin, dranbleiben - denn nichts ist so wertvoll wie zwei Muttersprachen!

Gruß s

Veröffentlicht am 05.10.2009 22:51:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.10.2009 22:56:27 GMT+02:00
Moin,
zur Förderung der deutschen Sprache bietet ich ein Liederbuch an, in dem die deutschsprachigen Lieder für die ersten vier Lebensjahre enthalten sind. Darunter Klassiker aber auch neue Bewegungslieder und Fingerspiele.
Weiterhin haben meine Frau und ich einen Bilderbuchratgeber geschrieben, in dem es um die Bücher für Eltern mit Kindern bis vier Jahre geht.
Ich weiss, dass das jetzt Werbung in eigener Sache ist, aber vielleicht ist es ja in diesem besonderen Fall zur Förderung der deutschen Sprache legitim. Viele meiner Büchertipps finden Sie hier bei amazon bei den Kinderbüchern.
Wenn Sie mögen, dann kontaktieren Sie mich:
meynschwarze(at)t-online.de

lieben Gruß in den hohen Norden von Christian Meyn-Schwarze

Veröffentlicht am 12.10.2009 09:30:29 GMT+02:00
D. C. Roth meint:
Hallo,

ich bin Deutsche, mein Mann Koreaner und wir leben in Suedkorea. Mein Mann kann kein Deutsch, und da ich berufsttaetig bin und die Kinder in koreanischem Kindergarten bzw. Schule, bekommen die Kinder also nur am Abend und Morgen und nur von mir Deutsch zu hoeren. Um meine Kinder moeglichst gut zweisprachig zu erziehen, habe ich mich bei der Geburt meiner Tochter ziemlich viel auch mit theoretischer und empirischer Literatur zur Zweisprachigkeit auseinandergesetzt - und wurde dahingehen ernuechtert, dass man mit zweisprachiger Erziehung fast keine Erfolgschancen hat, wenn der Partner die zweite Sprache ueberhaupt nicht spricht. Das ist bei uns der Fall (mein Mann kann weder Deutsch noch Englisch). Da es in meinem Fall ausgeschlossen war, dass mein Mann noch Deutsch lernt, habe ich die einzig moegliche Konsequenz gezogen: ich habe meine Erwartungen an meine Kinder heruntergeschraubt. Sowieso ist eine perfekte Zweisprachigkeit gar nicht zu erreichen, da man ja nicht in zwei Sprachen zur Schule gehen kann und somit immer gewisse (Fach)gebiete und -bereiche einer Sprache vorbehalten bleiben oder wenigstens in der einen Sprache viel besser beherrscht werden.

Inzwischen ist meine Tochte acht Jahre und in der dritten Grundschulklasse, mein Sohn sechs und kommt im kommenden Maerz in die Schule. Beide Kinder verstehen Deutsch ohne Probleme (auch dank des allabendlichen Vorlesens deutscher Buecher, und natuerlich habe ich ganz bewusst DVDs und Videos nur auf Deutsch gekauft). Meine Tochter antwortet meist auf Koreanisch, mein Sohn kann eine Unterhaltung auf Deutsch aufrecht erhalten, wenn ich darauf bestehe. Meine Tochter liest Buecher auf Koreanisch und hat Schwierigkeiten, auf Deutsch auch nur Texte im Lesebuch des 1. Schuljahrs laut zu lesen, mein Sohn hat trotz zwei Jahren Lese- und Schreibunterricht im koreanischen Kindergarten das koreanische Alphabet noch nicht drauf, kann aber Deutsch lesen, obwohl er das nur so nebenbei vom Vorlesen mitbekommen hat. Die individuelle Begabung der Kinder kann also auch nicht ignoriert werden.

Beide Kinder spielen miteinander auf Koreanisch, Koreanisch ist fuer sie die Sprache, in der ich mit ihnen schimpfe, aber Deutsch die Sprache, in der ihnen die Mama vorliest, mit ihnen spielt, Lieder singt und sie troestet und lobt.
Wir fahren zweimal im Jahr nach Deutschland zu den Grosseltern, und der groesste Sprachsprung kommt immer in der dritten Woche. Jede weitere Woche Aufenthalt laesst ihre Deutschfaehigkeiten exponentiell ansteigen. Kommen wir nach Korea zurueck, spielen die Kinder noch knapp zwei Monate lang zusammen auf Deutsch und antworten mir in Deutsch, nach zwei Monaten spielen sie wieder auf Koreanisch, sprechen aber noch Deutsch mit mir und nach weiteren zwei Monaten antworten sie mir dann in Koreanisch. Mein Fazit: dann ist es wieder Zeit, nach Deutschland zu fahren.

Insgesamt bin ich mit dem Erfolg ganz zufrieden - irgendwann werden die Kinder soweit sein, dass sie von selbst noch mehr lernen wollen.
Ein Tipp: bei Deutschlandaufenthalten habe ich immer versucht, meine Kinder als Gastkinder in Kindergarten und Schule unterzubringen, das Zusammensein mit anderen Kindern motiviert ungemein.

Und: Spracherwerb ist die eine Huerde, die zweite kommt, wenn es um den Erwerb von Lesefaehigkeit in beiden Sprachen geht. Erziehung dauert, glaube ich, zwanzig Jahre. Als Mutter braucht man einen langen Atem, Geduld, Geduld, Geduld und Durchhaltevermoegen. Und Vertrauen.
Viel Glueck!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.10.2009 15:08:18 GMT+02:00
Maanmeisje meint:
Hallo, ich studiere Germanistik und habe mich mit Mehrsprachigkeit und Mehrsprachigkeitserziehung beschäftigt.

Zwei Bücher fand ich dazu sehr interessant:

Kielhöfer, Bernd / Jonekeit, Sylvie: Zweisprachige Kindererziehung. Stauffenburg Verlag, 11. Auflage 2002.

Tracy, Rosemarie: Wie Kinder Sprachen lernen. Und wie wir sie dabei unterstützen können. francke Verlag, 2. Auflage 2008.

Was viel gepredigt wird: Une personne, une language.
Es soll einfach feste Regeln geben, wer wann welche Sprache spricht.
Es ist zum Beispiel vollkommen in Ordnung, wenn du mit deinen Kindern ausschließlich deutsch sprichst, mit anderen aber finnisch. Nur musst du es durchhalten und deine Kinder auch auffordern, mit dir deutsch zu sprechen. Sie wissen, dass du die andere Sprache kannst, aber es ist einfach eine Regel.

Schau dir, wenn du die Möglichkeit hast, mal das erste Buch an. Es ist sehr interessant und gut verständlich geschrieben.

Liebe Grüße
Julia

Veröffentlicht am 16.10.2009 12:19:41 GMT+02:00
IngeZ meint:
Durch verschiedene Konstellationen sehe ich in meiner Familie schon drei Generationen, die mehr oder weniger zweisprachig aufgewachsen sind. Und mein Eindruck ist: es ist fast egal, ob die Kinder im frühen Alter die zweite Sprache gut sprechen.
Einige, die im Vorschulalter ihre zweite Sprache gerade mal verstehen konnten (und ab dem Schuleintritt endgültig zu der Landesprache wechselten), entdeckten als Erwachsene, dass sie diese immer noch können. Als sie nach 20-30 Jahren in der entsprechenden Sprachumgebung landeten, konnten sie plötzlich flüssig sprechen. Nun war es die Frage der Zeit und der Lernmotivation, die Aussprache und Grammatik zu perfektionieren. Auch das ging erstaunlich schnell.
Bei anderen wurde in den Familien konsequent in der Nichtlandessprache gesprochen, mit dem Ergebnis, dass sich die Kinder ab ca 10. Lebensjahr verweigerten und nur noch in der Landessprache antworteten. Es war wiederum erstaunlich, wie schnell die eigentliche "Muttersprache" dabei verwischte. Aber bei Bedarf war sie wieder da.
Es gab auch die Variante, dass Kinder, die ihre "Ursprungssprache" nur verstehen konnten, mit 13-14 plötzlich ein großes Interesse dafür entwickelten und selbst nach Wegen suchten, diese zu lernen. Das waren diejenigen, die bald perfekt sprachen und dies auch beruflich am besten nutzten. Meistens passierte es in den Familien, wo man sich relativ wenig Gedanken machte und wenig Druck aufbaute, die Sprache war eben etwas besonderes, was man nicht muss, aber darf.

Liebe Grüße

Ah, ja... Ich kenne niemanden in der Familie, der konsequent "eine Person - eine Sprache" umgesetzt hätte. Es waren eben andere Zeiten und man sprach so, wie es gerade kam (in der Öffentlichkeit mehr die Landessprache, zuhause überwiegend die andere oder auch nicht). Die Kinder sind alle gut damit klar gekommen. Es gab keine Auffälligkeiten und keine Sprachverzögerungen. Übrigens auch in russischen Adelsfamilien den 19. Jahrhunderts unterrichtete man Fremdsprachen so, dass die ganze Familie einen Tag nur russisch, den nächsten Tag nur französisch und dann englisch oder deutsch sprach. (also keine Trennung zwischen Sprachen nach Person) Die kleineren Kinder wurden darin miteinbezogen und schienen damit gut klar zu kommen. Es ist mir nur einfach so eingefallen.
inge

Veröffentlicht am 16.10.2009 19:27:25 GMT+02:00
K. Katrin meint:
Hallo!

Vielen Dank für die lieben Ratschlage und den Zuspruch. Ich werde mich mal nach den Büchern, die hier vorgeschlagen wurden, umsehen.
Ich werde natürlich konsequent mit meinen Kindern weiterhin Deutsch sprechen, auf Deutsch vorlesen und singen. Das ist gar keine Frage. Das mit dem Fernsehen auf Deutsch könnte ich allerdings noch verbessern.

Ich muss sagen, dass in den paar Wochen, die seit meinem ersten Eintrag vergangen sind, mein Sohn etliche Fortschritte gemacht hat. Er hat jetzt angefangen, auch auf Deutsch kürzere Sätze zu sagen. Bin also positiv, dass das schon wird mit der Spracherziehung.

Danke nochmal an alle,
katrin

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.10.2009 13:53:08 GMT+02:00
SevenOfMine meint:
Hallo Katrin,
ich finde da sind viele gute Antworten gekommen. Meine Kinder sprechen drei Sprachen und sind, obwohl beides Maedchen auch unterschiedlich schnell in der Entwicklung. Auch habe sie verschiedenen Sprachvorlieben. Eine spricht lieber deutsch, die andere lieber Spanisch. Probier es doch mal mit lustigen sprachspielen, also parallel mit dem Singen (Guter Vorschlag, Friedrich Kurz) die deutsche Sprache Spass machen lassen. 2 jahre ist noch klein, aber ich finde den Spass enorm wichtig.
Hier noch ein Link, leider in Englisch: http://expertmanagement.wordpress.com/2009/02/19/four-golden-rules-to-raise-bilingual-children/
Fand ich gut. Viel Glueck!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.10.2009 14:00:22 GMT+02:00
SevenOfMine meint:
Danke fuer den tollen Beitrag.
Das mit den Erwartungen runterschrauben stimmt schon. Nur wenn man es nicht erwartet, gibt es fuer die Kinder auch Raum um es selbst zu wollen. Meine Tochter hat auch nur Spanisch gelesen und versucht seit neuestem nun, deutsch zu lesen. Ich unterstuetze sie, mache es ihr leicht, aber mache keinen Druck. Das Ergebnis ist nicht perfekt, aber ich kann damit leben.
Viel viel Glueck!! XX

Veröffentlicht am 25.10.2009 03:28:57 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.10.2009 03:38:19 GMT+01:00
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Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2009 13:57:40 GMT+01:00
Parlando meint:
Liebe Katrin
Dass die Umgebungssprache stärker ist, ist ganz normal und auch, dass die Kinder unterschiedliche Sprachvorlieben entwickeln. Ganz wichtig ist, dass es den Kindern freigestellt ist, in welcher Sprache sie antworten. Ein hilfreiches Buch, das fundiert Antworten zu deinen Fragen gibt, ist : C. Nodari, R. De Rosa (2003)
Mehrsprachige Kinder. Ein Ratgeber für Eltern und andere Bezugspersonen. Haupt Verlag, Bern.

Veröffentlicht am 06.11.2009 12:39:33 GMT+01:00
liebe Katrin,

nur die Ruhe, meine Kinder hatten klein auch eine Praeferenz fuer die Umgebungssprache (in unserem Fall Italienisch), das ist normal, Kinder wollen ja nicht anders sein als die anderen Kinder um sie herum. Da auch ich nervoes war u. Angst hatte er koennte nicht richtig deutsch lernen, haben wir den Grossen im Alter von 5 Jahren "entblockt", als wir ihn fuer einen Monat in den Sommerferien in einen dt. Kindergarten geschickt haben, da war Deutsch ploetzlich nuetzlich! Jetzt besucht er hier die deutsche Schule (4. Kl.) u. Deutsch ist eindeutig seine Hauptsprache, auch wenn er Italienisch genauso gut spricht, schreibt, liest, etc.

Die Kleine ist jetzt 2 3/4 u. spricht generell mehr u. besser als ihr Bruder im selben Alter (er hat in diesem Alter gerade mal die ersten ganzen Kurzsaetze von sich gegeben), allerdings meist auf Italienisch. Aber sie versteht alles, was man ihr auf Deutsch sagt, das ist jetzt die Hauptsache. U. wenn ich wirklich mal "auf dem Schlauch stehe" u. ihren Wuenschen nicht folge, dann sagt sie mir zumindest die Schluesselworte auch auf Deutsch...

Viel Spass mit Deinen Zwillingen, die werden das schon meistern.
Turid

P.S. mein Mann spricht so gut wie kein Deutsch.

Veröffentlicht am 07.11.2009 07:41:55 GMT+01:00
A. Bahn meint:
Hallo,
ich arbeite seit mehreren Jahren mit Kindern, die zweisprachig oder sogar dreisprachig aufwachsen und ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Kinder entwickeln verschiedene Sprachen völlig unterschiedlich und haben zwischendrin immer mal wieder bestimmte Sprachpräferenzen, das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.
Es kann auch sein, dass die Kinder später untereinander ihre ganz eigene Sprache sprechen, die durchaus auch ein MIx sein kein.
Außerdem entwickeln sich die beiden Sprache nie völlig parallel, d.h. eine Sprache wird immer etwas Vorsprung haben vor der anderen.
Wichtig ist, was andere ja auch schon geschrieben haben, vielfaeltige Anreize in Deutsch zu bieten.
Vielleicht gibt es ja in deiner Nähe noch andere Familien mit Deutsch als Zweitsprache und ihr könntet sowas wie einen Spielkreis ins Leben rufen ?
Viele Grüße
Annette

Veröffentlicht am 13.11.2009 19:57:36 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.11.2009 19:58:11 GMT+01:00
Cineast meint:
Wir leben als Deutsche in den USA.

Die Kinder haben in ihren ersten zwei Lebensjahren nur deutsch gesprochen. Das hat sich schlagartig mit der "Einschulung" in den Day Care geändert. Die Kinder waren da ungefähr so alt, wie deine jetzt sind. Sie sprechen seitdem fast nur noch englisch, antworten auch englisch, wenn ich mit ihnen deutsch spreche. Das hat damit zu tun, dass sie mit Englisch überall durchkommen, nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause.

Das ist ein bei Migrantenfamilien universell verbreitetes Problem. Ich glaube nicht, dass es ein Zwillingsproblem ist, von dem du schreibst. Die einzigen Migrantenmütter in meinem Bekanntenkreis, deren Kinder wirklich zweisprachig aufwachsen, haben das geschafft, indem sie sich konsequent geweigert haben, Gesprächsbeiträge zu beachten, die ihre Kinder in der Landessprache machen.

Veröffentlicht am 17.11.2009 18:53:22 GMT+01:00
HeadoverFeet meint:
Liebe Katrin,

ich habe einen Buchtipp für dich:

Zweisprachig aufwachsen - Herausforderung und Chance für Kinder, Eltern und Erzieher
von Barbara Abdelia-Bauer, Beck' sche Reihe, Beck-Verlag

Ich hab bisher nur hier und da reingelesen und es scheint mir ein sehr gutes und verständlich geschriebenes Buch zu diesem Thema zu sein.

Viele Grüße

Anna

Veröffentlicht am 27.11.2009 12:44:15 GMT+01:00
Unsere Zwillinge, 8 Jahre alte Buben, sprechen und schreiben mittlerweile auch sehr gut auf Schwedisch, obwohl Deutsch ganz klar ihre bevorzugte (und Umgebungs-) Sprache ist. Das mit dem Schreiben und Lesen ist aber erst gekommen, seit sie in der Schule den muttersprachlichen Unterricht in Schwedisch besuchen. Obwohl nur eine Doppelstunde pro Woche, trägt dieser Unterricht sehr viel dazu bei, dass sie verstehen, dass es noch andere Kinder in ihrer Situation gibt. Der Gruppenzwang ist eben nicht immer negativ.
Was grundsätzlich hilft: alle möglichen für Kinder interessanten Medien (Bücher, CDs, Filme, Comics, Computerspiele,...) in der "schwächer ausgeprägten" Sprache besorgen und den Kindern anbieten (nicht aufzwingen). Das ist besser investiertes Geld, als ein Buch über Zweisprachigkeit zu kaufen.
Gruss Nina

Veröffentlicht am 09.12.2009 18:55:35 GMT+01:00
Hasenohr73 meint:
Hallo Katrin,
mir fällt dazu eine Geschichte aus dem Bekanntenkreis ein: Die angestrebte Zweisprachigkeit der Tochter (Vater Deutscher in den USA, Mutter Amerikanerin) beschränkte sich auch im Wesentlichen auf das Sprachverständnis. Eine Barriere im aktiven Sprachgebrauch wurde der Familie erst bewusst, als die Dreijährige Lachanfälle bekam, als ihre Tante aus Deutschland zu Besuch kam ..und Deutsch sprach. Die Kleine war wohl davon ausgegangen, dass nur Männer Deutsch sprechen. Da sie sich selbst natürlich mit der Mutter identifizierte, war es also nur einleuchtend, dass sie Englisch und nicht Deutsch sprach.
Wieweit das Nachahmen des männlichen Vorbildes bei Deinem Sohn mitreinspielt, kannst Du selbst sicher am besten abschätzen, aber ich könnte mir vorstellen, dass gerade die Zwillingspärchen-Konstellation die Geschlechterrollen etwas verstärkt - es ist ja ganz normal, dass man als Junge so werden will wie Papa -und wenn der Finnisch spricht, spreche ich eben auch Finnisch. Die Vernetzung mit anderen deutschsprachigen Familien und eventuell vertauschten Rollen macht da sicher Sinn. Ebenso wie der Ansatz, bei den deutschen Kinderbücher und -filmen auf geeignete männliche Vorbilder zu achten. Wirklich viel Sprachwitz haben die Captain Sharky Hörspiele, die für 3-5jährige Jungen der Renner sind.
Den postulierten Ansatz "Eine Person- eine Sprache" finde ich nicht einleuchtend, da es dem Kind gerade das Erleben eines Vorbilds mit der angestrebten Zweisprachigkeit vorenthält. Wichtiger scheint mir, einzelne Situationen konsequent einsprachig zu gestalten.
Viele Grüße
Ulrike

Veröffentlicht am 28.12.2009 16:29:12 GMT+01:00
T. Ciupek meint:
Hallo, super interessant dies alles. Ich bin Deutsche, lebe in Spanien, mein Mann ist Spanier und spricht wenig deutsch. Meine Jungs 8 u. 10 Jahre sind hier geboren. Ich bin die einzige, die mit ihnen deutsch spricht. Sie verstehen alles, antworten aber spanisch. Ich habe die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, daß die beiden einmal deutsch beherrschen. Saludos, Tanja

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.01.2010 07:00:06 GMT+01:00
G. S. meint:
Hallo, ich habe drei Kinder, einen achtjährigen und Zwillinge (auch Junge und Mädchen) im Alter von drei Jahren, und sie sind dreisprachig (Deutsch mit mir, Hebräisch mit dem Vater, Französisch in der Umwelt - Kindergarten/Schule), oh, sorry, und mein Grosser geht jetzt auch noch in eine zweisprachige Schule, also auf Englisch und Französisch. Und das klappt toll. Aber: man muss wirklich ein wenig mehr Geduld haben (mit zwei Jahren also bitte wirklich keine Sorgen!); das Postulat eine BEZUGSperson und eine Sprache ist allerdings SEHR wichtig (es stimmt, dass der Gedanke "Deutsch = Mama = Frau" sicher am Anfang mal kommt, da Kinder innere Regeln formulieren wollen). Nicht eine Sprache nur eine Person sprechen lassen, das stimmt schon, aber die BEZUGSpersonen sollten NICHT mischen!!! (Ich bin übrigens auch Linguistin). Bei uns haben auch DVDs und Bücher in den entsprechenden Elternsprechen sehr geholfen, wobei die Sprache der Umwelt (also die dritte, Französisch) ganz bewusst und mit Kraft aussen vorgehalten wird, denn die wird ohnehin die stärkste werden. Was die Zwillinge angeht sprechen sie untereinander bei uns gerade hauptsächlich hebräisch (aber auch das spreche ich mit meinem Mann, also könnte es Nachmachen sein), aber mit dem Grossen sprechen sie auch Deutsch, und die Zwillinge untereinander manchmal Französisch, aus dem Kindergarten (und das macht mir mehr Sorgen). Der Junge ist übrigens immer etwa vier Wochen hinter dem Mädchen her in Sachen Sprachentwicklung. Aber (ich habe auch einen Zwillingsbruder): das legt sich und man spürt es immer weniger mit "steigendem" Alter! :-)!
Also: Viel INPUT, also Sprachmaterial, in allen Sprachen, (kein Fernsehen), DVDs und Bücher, es gibt so viel Gutes (Die kleine Maus, Lauras Stern, etc etc)! Nur Mut, und die Sprachen fördern! (und nicht auf die andere Sprache antworten lassen! "Ich versteh kein Hebräisch/Französisch"!)

Veröffentlicht am 06.01.2010 21:01:59 GMT+01:00
Sylvia Pieper meint:
Hallo,
meine Tochter, 6 Jahre, spricht perfekt deutsch und spanisch. Wir leben in Costa Rica, der Papa spricht kaum deutsch, spricht nur Spanisch mit ihr und ich, Deutsche, nur deutsch, das klappt ganz gut. Sie kann auch unterscheiden, wenn jemand Deutsch mit ihr spricht, antwortet sie in deutsch, genauso umgekehrt. Jetzt kommt sie in die spanische Schule, und ich bin ein wenig gesapnnt, wier sie denn das deutsche lesen und schreiben lernen wird, denn deutsch wird dort nicht gelehrt. sie kann es nur durch hören. Wer kann mir Tipps geben, oder klappt das ganz von alleine, das "deutsche" lesen?

Veröffentlicht am 07.01.2010 22:15:40 GMT+01:00
B. Johanna meint:
Hallo,

ich habe 8-jährige, zweieiige Zwillinge, Buben, und eine fast zehnjährige Tochter. Wir leben in Deutschland mit einem polnischen Vater, der gut Deutsch spricht und besuchen Polen und die polnische Familie mindestens ein- bis mehrmals jährlich. Es war immer klar, dass in unserer Familie Mama ganz überwiegend deutsch mit den Kindern spricht, singt und vorliest und Papa (nur) polnisch. Die Kinder wussten von Anfang an, dass man mit Papa polnisch redet und mit Mama deutsch. Bis zur Einschulung hatten wir auch immer polnische Au pairs, die bis zum Eintritt in der Kindergarten mit 3 Jahren die polnische Sprache ganz bewusst verstärkten, denn ab dem Kindergarten beginnt dann die Landessprache immer mehr zu dominieren und ab der Einschulung ist es sinnvoll die Sprache des Landes, in dem man nicht lebt, zusätzlich zu fördern, weil gerade das Lesen in dieser Sprache und die Sprachentwicklung der Schulkinder hinter der - nun auch in der Schule unterrichteten - Landessprache zurückbleibt (auf Kinder(garten)sprachniveau).
Bei unseren Kindern hat das bis jetzt sehr gut funktioniert, sie sprechen mit der polnischen Familie ganz selbstverständlich polnisch, meine Tochter hat auch schon Harry Potter auf polnisch gelesen, es fiel ihr jedoch deutlich schwerer als es auf deutsch zu lesen. Die Buben sind bis jetzt noch keine begeisterten Leser, da bin ich froh, wenn sie auf deutsch überhaupt lesen. Die - bei uns eher kleinen - Unterschiede in der Sprachbeherrschung, übrigens deutsch wie polnisch, scheinen mir mehr mit der individuellen Sprachbegabung der Kinder zu tun zu haben als mit dem Zwillingsdasein. Alle drei Kinder begannen relativ früh - vor dem 2. Lebensjahr - in beiden Sprechen gleichzeitig zu sprechen, die Tochter vielleicht 1-2 Monate vor den Buben und diese wiederum mit etwa einem Monat Zeitunterschied. Der eine Zwilling scheint mir bis heute dem Polnischen näher zu sein als der andere. Wir Eltern sind überzeugt, dass es ein Geschenk für die Kinder ist, eine zweite Sprache und Kultur auf so einfache Weise mit in die Wiege gelegt zu bekommen. Daher wollten wir auch beide diese Chance von Anfang an nutzen.

Veröffentlicht am 10.01.2010 23:50:08 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.01.2010 23:58:19 GMT+01:00
stargirl meint:
Hallo erst einmal!

Ich kann mich den meisten Beiträgen nur anschließen.

Wir haben die Situation, daß beide Eltern Deutsche sind, wir aber in Schweden leben und das Kind auf eine internationale Schule geht, dort also alles auf Englisch läuft. Der Umzug nach Schweden erfolgte kurz vor dem dritten Geburtstag meiner Tochter, da hatte sie grade einige Monate vorher mit dem (vollständigen) Sprechen angefangen. Sie kam recht zügig in einen Kindergarten, wurde also umgehend mit der schwedischen Sprache konfrontiert. Diese erlernte sie verblüffend schnell, allerdings reduzierte sich das Sprechen für einige Wochen drastisch. Ich nehme an, daß sie in dieser Phase alle neuen Laute und Worte in sich aufgesaugt hat. Eines Tages purzelten die Sätze nur so aus ihr heraus. Ihre Spielsprache war dann jahrelang Schwedisch, da sie nur von dieser Sprache umgeben war (Kindergarten, Spielkameraden, Sportverein). Zu Hause wurde immer Deutsch geredet, wir haben Hörspielcassetten auf Deutsch gekauft, ebenso wurden deutschsprachige Bücher vorgelesen.

Mit sieben Jahren haben wir sie an der internationalen Schule eingeschult und sie direkt in die zweite Klasse gegeben. Sie hatte natürlich Förderunterricht, wie alle Kinder die keine englischen Muttersprachler sind. Vor dem Hintergrund, daß ich ihr Lesen und Schreiben in den Sommerferien vor der Einschulung beigebracht hatte, war es erstaunlich, wie schnell sie alles aufholte. Mittlerweile ist Englisch ihre erste Sprache, da der Unterricht und ihr soziales Miteinander (Spielen auf dem Schulhof etc.) in dieser Sprache geschehen. Schwedisch ist die Zweitsprache, da diese erstens schon sehr früh erworben wurde, zweitens in der Schule Schwedisch als Fremdsprache unterrichtet wird und drittens ihre Freizeitgestaltung in schwedischen Sportvereinen stattfindet.

Im Deutschen müssen wir mittlerweile nachhelfen. Bücher werden von ihr zwar in allen drei Sprachen gelesen, aber das Deklinieren und Konjugieren fällt ihr schwer. Auch die Klassiker "mir" und "mich" sind ein Problem. Wir haben einige "Ich lerne Deutsch"-Bücher für die dritte Klasse besorgt und üben privat mit ihr. Da wir ihr immer vermittelt haben, daß die Mehrsprachigkeit eine Bereicherung ist und sie ihre deutschen Großeltern auch sehr schätzt, hat sie eine positive Einstellung zu der deutschen Sprache. Allerdings bedarf es einiger Bemühungen unsererseits ihr Deutsch aufrechtzuerhalten.

Meine Tips also:
- Immer mit den Kindern Deutsch sprechen, auch wenn sie nicht in Deutsch antworten.
- Deutsche Bücher vorlesen, Hörspiele und Kinderlieder auf Deutsch vorspielen. Zum Fernsehen habe ich einige Studien gelesen, es hilft bei der Sprachentwicklung nicht oder nur unwesentlich. Falls das Kind nicht gerne liest, helfen zur Not auch Asterix und Obelix aus der Klemme.
- Weiterhin Urlaub in Deutschland machen, einerseits dient es der Sprachentwicklung und andererseits vertiefen sich die Bande zum Herkunftsland der Mutter.
- Den Kindern verdeutlichen, daß es eine Bereicherung und ein Privileg ist, zweisprachig aufzuwachsen.
- Spiele zur deutschen Sprache kaufen (Lesehexe von Ravensburger oder ähnliches).
- Wer es sich leisten kann, sollte Privatunterricht ermöglichen.
- In vielen Ländern gibt es deutschsprachige Schulen oder zumindest Kurse in Deutsch. Auch das ist eine Alternative.

Generell würde ich es aber etwas Entspannter angehen lassen, Ihre Kinder sind noch so klein, da kann und wird sich noch vieles ändern...

Ach ja, Kindern (besonders in der Phase 4/5-8 Jahre) ist es meistens sehr wichtig, dazuzugehören und "gleich" zu sein. Manchmal wird deswegen die Muttersprache abgelehnt. Hier gilt es dem Kind zu vermitteln, daß Andersein i.O. ist und die Vorteile der Mehrsprachigkeit zu unterstreichen. Wir hatten immer das Glück, ein oder zwei deutsche oder auch englische Kinder im Umfeld zu haben. Unsere Kleine war dann immer ganz Stolz, daß sie mit diesen Kindern kommunizieren konnte, während die anderen Kinder große Äuglein machten, um es bildlich auszuformulieren ;-)

In diesem Sinne,
Kim
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Jüngster Beitrag:  11.01.2010

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