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Rechtschreibung in der 4 Klasse verbessern?


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1-25 von 35 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.03.2009 21:26:27 GMT+01:00
A. Hansen meint:
Wie können Eltern ihrem 4-Klässler helfen, seine Rechtschreibung zu verbessern? Mein Sohn (10) kann sich sehr gut ausdrücken, er schreibt schöne Aufsätze und wenn er sich konzentriert, kann er bei Diktaten viele Fehler vermeiden. Wenn er aber drauf einfach los schreibt oder sich "nur" Notizen macht, wimmeln seine Texte vor Rechtschreibfehlern. Da kommt die Groß- und Kleinschreibung total durcheinander, i-Punkte und ü-Striche fehlen, Punkte gib es gar keine und Worte, die er beim Korrigieren schnell als falsch geschrieben erkennt, werden zunächst hemmungslos falsch geschrieben. Wer hat einen Tipp, wie wir unseren Sohn am besten beim Rechtschreiben unterstützen können?

Veröffentlicht am 04.03.2009 16:46:02 GMT+01:00
Das Problem mit der Rechtschreibung hatten wir früher auch in der Grundschule.
Unsere Lehrerin sagte sogar...ein Kind kann ein Wort 60x falsch schreiben, bevor
er es einmal richtig schreibt. Meine Meinung: totaler Schwachsinn. Wir sollten
auch die Kinder nicht verbessern.
Dazu folgendes. Wie war es denn "früher"(als wir zur Schule gingen) ? Ich sage
nur....üben, üben, üben.
Aber wie? Meistens haben die Kinder keine Lust auch noch nachmittags nach der
Schule Rechtschreibung zu üben. Ich habe kleine Papptafeln gemacht mit Wörtern,
die immer wieder falsch geschrieben wurden. Die immer wieder diktiert, immer so
20 Stück. Irgendwann schreiben die Kinder es dann richtig, und die Karte "verschwindet."
Es lohnt sich immer, sich mit den Kindern hinzusetzen und zu üben. Auch kleine
Diktate. Dazu gibts verschiedene Übungsbücher oder ganz einfach Texte aus dem
Lesebuch nehmen. Bin zur Zeit gar nicht informiert, ob es noch Lesebücher gibt.
Ob die Zettelwirtschaft die Bücher in der Schule schon abgelöst hat.
Lesen fördert übrigens auch das richtige Schreiben. Wenn es Dein Sohn also mag,
ruhig auch mal zur Übung was vorlesen lassen. Letztlich födert nachher auch das
"selber" lesen das richtige Schreiben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.03.2009 17:15:34 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 13.04.2009 12:53:01 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 04.03.2009 23:36:02 GMT+01:00
Also meine zwei Jungs sind völlig unterschiedlich. Der Große hat eher Schwierigkeiten bei der Geschichte selbst, hatte dafür aber von Anfang an ein sehr gutes Rechtsschreibgefühl. Der Kleine kann gut Geschichten schreiben, hat aber dafür viele Fehler. Nun ist mein kleinerer Sohn in der 3. Klasse und wie ich vermutete hat er eine "isolierte Rechtschreibschwäche" (gehört auch zur Legasthenie) - hab ich austesten lassen. Lesen kann er gut. Nun geht er seit einigen Wochen zu einer Legasthenie-Trainerin und es hilft ihm total. Die Trainerin meint solchen Kindern hilft man in dem man Ihnen die Rechtschreibregeln recht gut und genau erklärt. Das hilft ihnen besser als - üben, üben, üben. Mein Eindruck: So genau haben die Kids das in der Schule nie durchgemacht und wenn dann nur kurz. Ich weiß ja nicht ob das auf Ihren Sohn zutrifft. Ein andere Möglichkeit Wörter richtig zu üben ist ein Programm das ich im Internet gefunden habe (kost nix) "horch mal" da kann man die Wörter selbst eingeben die geübt werden sollen. Meinem Sohn hat das richtig Spaß. Aber da er nun die Trainerin hat, haben wir wieder damit aufgehört, weil es sonst zu viel wäre. Viel Glück!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.03.2009 16:25:47 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.03.2009 16:29:12 GMT+01:00
Mikro meint:
1. Was für Fehler sind es? Nur Klein/Groß? Oder von allem etwas? Wird nur gegen eine Regel verstoßen, dann ist es kein Problem, sind es 5 oder 6: dann schon eher.
2. Grundsätzlich kann man erst einmal davon ausgehen, dass die Regeln der Rechtschreibung nicht verstanden oder internalisiert wurden. Also wiederholen, welches Material oder mit dem Schulbuch oder selber erklären: je nach Lust des Kindes. Das dauert aber. Als Erwachsener sieht das dann alles immer so einfach aus. Und dies muss immer und immer wieder geübt werden und wiederholt werden und geübt und ... .Dann wird es sich automatisieren und die sogn. Flüchtigkeitsfehler fallen dann weg.
3. Wenig hilfreich ist das Selberlesen. Häufig kommen Eltern und fragen, warum das Kind nicht "richtig" schreiben kann, obwohl es immer viel liest. Warum? Weil sich kein Mensch beim Lesen das Wortbild genau ansieht, es werden Wortgruppen gelesen, die Wörter nach Ähnlichkeit der Bedeutung zugeordnet. Buchstabe für Buchstabe lesen nur Kinder, die Probleme beim Lesen haben (Leseschwäche).
4. Mit Karteikarten kann man lernen: z.B. die Wörter, die nicht regelmäßig geschrieben werden (z.B. Fremdwörter).
5.Selber Regeln aus dem Wortbild entnehmen wie z.B. bei Kleinkindern, die die Grammatik lernen, geht nicht. Wir sprechen täglich mit einem Wortschatz von mehreren tausend Wörtern. Wir sind in der Lage mehrer zehntausend Wörter zu verstehen. Das kann man nur über Regeln lernen.
6. Wie Helge Schneider sagt: lernen, lernen, lernen pupernen
7. Und wenn es dann nicht klappt: Es gibt so viele organische Gründe, auch wenn viele Eltern glauben, dass das nur Ausreden sind für Faulheit. Dann sollte man das abklären lassen

Veröffentlicht am 09.03.2009 01:32:36 GMT+01:00
J. Kruschel meint:
Duden Korrektor Plus für den PC kaufen, das Kind am PC seine "Notizen" schreiben lassen (Der Duden Korrektor bindet sich zb in das Word-Programm ein und verhindert so das schlechte Programm von Microsoft.), die Duden-Software zeigt gleich beim Schreiben die Fehler an und wenn man mit dem Kind vorher übt und es ihm zeigt, wie man das Programm bedient (ist wirklich nicht schwer), dann kann man so üben, ohne das Kind unter Druck zu setzen.
Vorteile:
- Eltern sind meist mit der neuen Rechtschreibung überfordert, so kann es beiden (Eltern, Kinder) helfen zu lernen
- Die Fehler werden gleich angezeigt und das Kind kann gleich überlegen, wie man es evtl anders schreiben kann
- Man muss keine zweite Schule zu Hause aufmachen und sich mit dem Kind extra hinsetzen und üben -> das könnte evtl zur Ablehnung des Kindes führen und es blockiert
Nachteile:
- das selber Schreiben wird vernachlässigt

Alternative: Rechschreib-Lernprogramm auf dem PC und ein paar (!) zusätzliche Übungen zu Hause per Hand

Gruß, Janina

P.S. Ich finde, dass Lesen schon etwas bringt. Die Wörter werden erfasst und im Kopf gespeichert. Selbst wenn mal etwas falsch geschrieben wird, so merkt das Kind: "irgendwie sieht das komisch aus" und überdenkt das Wort nochmal. Und wenn Eltern mit den Kindern lesen, dann macht das auch doppelt spaß!

Aber immer schön dran denken: 4. Klasse! Bitte nicht zu sehr unter Druck setzen! ;)

Veröffentlicht am 13.03.2009 18:19:21 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.03.2009 18:37:07 GMT+01:00
E. W. meint:
Lesen, lesen, lesen! Wenn man ein Wort x-mal richtig geschrieben gelesen hat, weiß man am Ende automatisch,
wie es auszusehen hat, wenn man es selbst schreibt.

Predictive Text auf dem Mobiltelephon oder die Rechtschreibprüfung des Computerprogramms können sicher auch hilfreich sein, eingefahrene Fehler auszumerzen.

A propos Punkt 4 in Mikros Beitrag:

Es stimmt nicht, dass man Texte in Wortgruppen erfasst, vielmehr erfasst man sie in ganzen Wörtern.
Bestes Beispiel ist dieser Klassiker:

"Afugrnud enier Stidue an der elingshcen Cmabrdige Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen, das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und Izete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sien, und man knan es torztedm onhe Porbelme Iseen. Das ghet dseahlb, wiel das mneschilche Geihrn nciht jdeen Bchustbaen liset sodnern das Wrot als Gnaezs."

Somit hilft es eben wunderbar, wenn man viel liest. Ich habe die Rechtschreibregeln nie lernen müssen, weil ich die Worte auswendig sehen konnte... vom vielen Lesen. :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.03.2009 23:00:29 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 14.03.2009 17:55:02 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.03.2009 17:37:55 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.03.2009 18:09:14 GMT+01:00
Tina Brauer meint:
Also, ich kenne diese Problematik auch von meinem Sohn. Und im Gymnasium steigerte sich das auch noch, als die wirklich heftige Orthographie mit vielen Ausnahmen etc. dazukam. Was dann zwei Jahre später im Gymnasium herauskam, war folgendes: Intelligenz überdurchschnittlich, Mathematik Klassenbester, Rechtschreibprobleme aufgrund einer Rechtschreibstörung (Legasthenie). Diese konnte in der VS noch so weit kompensiert werden, dass sie selbst die Lehrerin nie ins Auge gefasst hat. Er hat nun mit einer Therapie begonnen, die aber erfahrungsgemäß umso wirksamer ist, je früher sie begonnen wird. Ich denke mir: Besser die Testung erweist sich als falscher Alarm, als ein Anzeichen übersehen!
Zum Vergleich: Meine Tochter hat in der 4. Klasse VS orthographisch schon recht korrekt geschrieben).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.03.2009 09:13:06 GMT+01:00
Elischen meint:
Hallo!

Ich hätte da noch eine kurze Frage: Was ist VS?

Ansonsten: Ich kenne das Problem. Meine Tochter (3. Klasse) schreibt tolle Aufsätze, aber die Rechtschreibung ist katastrophal. Selbst bei geübten Diktaten kommen immer noch mehrere Fehler heraus (Dehnungslaute fehlen z. B. oft), und ganz viel Flüchtigkeitsfehler wie vergessene i-Punkte. Ich habe mir ein Übungsheft für Diktate gekauft (Hauschka Verlag) und wir üben jeden Tag, aber nur zwei oder drei kleine Sätze mit Wörtern, bei denen ich Schwierigkeiten bei ihr sehe. Bis jetzt hat es noch nicht viel gebracht, jedenfalls nicht in der Gesamtheit gesehen. Einzelne Wörter, die bisher falsch waren, "sitzen" dagegen schon.

Im Übrigen kann es am Lesen nicht liegen: Sie liest pro Woche ca. drei bis vier Bücher, die Tageszeitung und auch sonst alles, was ihr unterkommt.

Ich weiß mir keinen Rat mehr und hoffe noch auf die Zeit ...

Veröffentlicht am 27.03.2009 19:21:16 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.03.2009 19:27:58 GMT+01:00
IngeZ meint:
Ich bin mit meiner Tochter sehr gut mit "Abschreiben nach Regeln" von Lesebuchtexten gefahren (das ist allerdings über 20 Jahre her): Ein Satz wird durchgelesen, dann nochmals mit einem Stift durchgegangen. Das Kind markiert dabei die Stellen, die es eventuell falsch schreiben würde oder wo es nicht versteht, warum es so geschrieben wird (Dehnlaute und ähnliches). Dann wird der Satz aus dem Gedächtnis aufgeschrieben (Man sucht natürlich Texte mit kurzen Sätzen für diese Übungen aus). Wenn das Kind an einer Stelle definitiv nicht weiß, wie ein Wort geschrieben wird, darf es kurz in die Vorlage schielen, es soll aber eine Ausnahme bleiben. Anschließend wird der Satz mit der Vorlage verglichen. Meine Tochter hat beim Abschreiben ziemlich schnell fast sportlichen Ehrgeiz entwickelt, der bei Diktaten nie da war.
Der Vorteil der Methode liegt wohl darin, dass sich die Kinder daran gewöhnen, die Rechtschreibfallen auch beim Lesen zu beachten und dadurch das intuitive Lernen in den Gang gesetzt wird.
Ob es nun stimmt oder nicht, uns hat es sehr geholfen. Ich glaube, meine Tochter war auch so in der 4. oder 5. Klasse als wir das Abschreiben übten. Wir haben das über ein halbes Jahr oder vielleicht auch etwas länger regelmäßig gemacht und dann war das Thema irgendwie vom Tisch.
Grüße
Inge

Veröffentlicht am 27.03.2009 19:26:11 GMT+01:00
IngeZ meint:
Und noch etwas: Ich würde die Rechtschreibung nicht an der Computertastatur üben, während in der Schule das Handschriftliche gefordert wird. Ich habe in meiner Umgebung inzwischen zwei Personen, die am Computer absolut schnell, sicher und richtig schreiben (unabhängig von Korrekturprogrammen), werden aber unsicher, wenn sie handschriftlich eine Grußkarte ausfüllen sollen. In dieser Form brings es am Ende wahrscheinlich auch nichts.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.03.2009 08:10:45 GMT+01:00
Hallo Henrike,
also VS ist die österr. Abkürzung für Volksschule (ich glaube in Deutschland ist es die Grundschule, oder?). Da ich selbst mit lernschwachen Kindern arbeite, weiß ich, wie mühseelig diese Wiederholungen sein können. Ich bin ausgebildeter ganzheitlicher Lerncoach und habe letzten Juni meine Diplomprüfung abgelegt. Nun arbeite ich mit legasthenen Kindern und verwende dabei das Marburger Rechtschreibtraining. Das ist ein Programm (ausgerichtet für ca. 1,5 Jahre) in dem die Kinder mit viel Spass, tw. auch Bastelarbeiten die Rechtschreibregeln erlernen. Zugegeben ein sehr aufwändiges Instrument, aber ich habe damit schon erste Erfolge erzielen können.
Ich wünsche Dir viel Erfolg und lg
Lisa

Veröffentlicht am 28.03.2009 11:24:44 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 30.06.2011 01:57:51 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 28.03.2009 13:56:14 GMT+01:00
Elischen meint:
Dass die Rechtschreibung nichts mit dem Lesen zu tun hat, habe ich nun auch in eigener Erfahrung festgestellt (ich war da früher anderer Meinung). Und auch nichts mit Intelligenz (meine Tochter ist alles andere als lernschwach). Sie hat auch kein Problem mit dem Wort "Hund" und auch nicht mit dem Wort "Eierkuchen", wohl aber zum Beispiel mit dem Wort "wiederholen". Das wird dann so geschrieben: widerhohlen (manchmal auch widerholen). Wovon soll sie sich das ableiten? Ich habe für dieses einzelne Wort ihr eine Eselsbrücke gebaut, die nicht funktionierte, erst durch wiederholtes (;-)) Schreiben "sitzt" das Wort nun. Andere Wörter dagegen immer noch nicht. Und welche Regel gibt es denn für dieses Wort? Man hört einen Dehnungslaut bei "holen", es gibt aber tatsächlich keinen!

Im Übrigen haben wir das gleiche Problem wie im Eingangsbeitrag: I-Punkte werden vergessen, Satzzeichen beim Abschreiben usw.

Ich habe manchmal das Gefühl, der Kopf meiner Tochter ist so voll von dem, was sie schreiben möchte, dass sie einfach irgendetwas hinschreibt, um es nicht zu vergessen ohne Rücksicht darauf, ob es richtig ist oder nicht.

Ich bin - zumindest bis jetzt aus dieser Erfahrung heraus - der Ansicht, dass hier wirklich nur immer wieder Üben hilft.

Veröffentlicht am 28.03.2009 14:48:55 GMT+01:00
Lucky meint:
Zum Wort "wiederholen":
Der Wortteil holen ohne h; denn es hat ja nichts mit hohl (von Höhle / Hohlkörper ect.) zu tun.
Wieder mit ie wenn etwas wiederkehrt (Bsp. immer wieder; Wiedersehen) - wider ohne ie wenn man dafür gegen ensetzten kann (Bsp. wider dem Uhrzeigersinn; widersetzen; widersprechen).

Grüße A.

Veröffentlicht am 06.04.2009 13:18:59 GMT+02:00
Hallo,

zunächst einmal ist es wichtig zu prüfen, ob Dein Sohn unter LRS leidet oder unter Konzentrationsmangel oder einfach (noch) nicht einsieht, warum man auch im Aufsatz möglichst korrekt schreiben sollte. Für LRS-Schüler bringt ständiges Wiederholen leider nichts, dann solltest Du ihn zu speziellen Förderungen bringen, sei es in der Schule, sei es privat. Vielleicht hilft auch ein Gespräch mit dem Lehrer (denn vielleicht ist das alles im ganz normalen Rahmen). Der kann Dir sicherlich auch gute Tipps für Übungen geben, denn nur mit Zwang und Übenmüssen wird es ja manchmal noch viel schlimmer.

Bei Konzentrationsproblemen können Entspannungsübungen ganz gut sein oder vielleicht auch einfach weniger Üben, weil er schon zu aufgeregt ist. Wie gesagt, ein Gespräch mit dem Deutschlehrer hilft oft schon weiter. Ggfs. kann die Schule auch Tests durch den Beratungslehrer durchführen (lassen).

Zum Thema Lesen. Ich habe mich intensiver mit der Problematik beschäftigt. Bei vielen Kindern hilft das Lesen, aber Kinder, die über ein eingeschränktes oder kein Wortbildgedächtnis verfügen, hilft weder Lesen noch Üben. Da kann aber ein Profi vielleicht weiterhelfen (es gibt spezielle Rechtschreibkurse, z.B. LOS (ich habe nichts mit denen zu tun, weiß nur, dass es vielen Kindern hilft), die wirklich weiterhelfen). Hör Dich mal in Deiner Gemeinde um. Rechtschreibprobleme sind sehr verbreitet.

Viele Grüße

Veröffentlicht am 07.04.2009 09:15:54 GMT+02:00
Bloechi meint:
Hallo! Als ich damals in der 4. Klasse war, hatte ich auch diese Probleme. Aufsätze keine Probleme aber eher diese "Flüchtigkeitsfehler" in der Rechtschreibung. Meine Eltern waren damals auch schon verzweifelt und dachten schon an Legasthenie. Das ist über 20 Jahre her, aber was mir geholfen hat waren Übungshefte wie "Abschreiben erwünscht" und noch ein weiteres, dessen Name mir allerdings nicht einfällt. Das waren Übungshefte mit Rechtschreibügungen. Am besten mal bei einer Buchhandlung ihres Vertrauens nachfragen, oder bei dem Klassenlehrer. Die kennen diese Hefte bestimmt. Das gute an diesen Heften ist nämlich, dass es nicht nur Texte zum Abschreiben enthält sondern Übungen mit "Bildern" und Lückentexten. Das macht mehr Spaß zum lernen, als nur Texte zu diktieren. Ich hatte innerhalb kürzester Zeit meine Rechtschreibung erheblich verbessert!
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Lesen hilft bei Rechtschreibschwäche kaum. Nur selber schreiben hilft! Wenn man schreibt und den Fehler selber macht, den Text oder Übung auch noch mal schreiben muß, um Fehler zu vermeiden, daraus wird man klug! Dann konzentriert man sich automatisch mehr auf die Aufgabe.
Wovon ich nichts halte, ist Texte am PC zu schreiben. Automatische Rechtschreibkorrektur beinhaltet keine "Bestrafung" (so hart wie es klingt, ist es nicht gemeint) wenn was falsch geschrieben wird und es fehlt der "optische" Vergleich. Wenn man mit seiner eigenen Handschrift ein Wort "richtig" schreibt, weiß man auch wie es aussieht. Klingt blöd, ist aber so! Wenn ich später ein Wort "falsch" geschrieben habe, habe ich gesehen "das es falsch aussieht".
Wie gesagt, dass ist alles rein subjektiv - ich bin kein Pädagoge. Ich war mal Kind und mir hatten diese Hefte geholfen.
Ach ja: Wenn jetzt jemand in meinem Text einen Rechtschreibfehler findet, liegt das an der Tastatur mit der ich schreibe ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2009 15:44:48 GMT+02:00
Mein Sohn ist auch in der 4. Klasse, überdurchschnittlich intelligent, war schon mit 3 Jahren rhetorisch manchen Erwachsenen überlegen - und hat attestierte LRS. Ergo- und Lerntherapie begleiten uns seit Jahren. Am besten half uns die Lerntherapeutin, die mit dem GUT-Rechtschreibprogramm arbeitet. Und dann haben wir das "Neue Rechtschreibspiel" von Arndt Stein für uns entdeckt. An 4-5 Tagen die Woche anhand von Diktaten und mit Karteikarten für einen überschaubaren Zeitraum von insgesamt ca. 20 Minuten zu üben, ist für ihn gut machbar, und wir haben nicht mehr soviele Diskussionen, ehe wir überhaupt anfangen. Für mich eine wahre Erleichterung. Inzwischen kann er sogar "Baden-Württemberg" fehlerfrei schreiben! Das ist sicher kein Wundermittel, bringt das Kind aber Schritt für Schritt weiter. Die Lerntherapeutin meinte letzte Woche, dass es zweifelhaft sei, ob er in der Realschule für die dort sehr gute LRS-Förderung zugelassen würde, weil er inzwischen "zu gut" dafür sei.
Ich hoffe, dieser Hinweis ist hilfreich. Würde mich über eine Rückmeldung im Erfolgsfall freuen.

Veröffentlicht am 07.04.2009 15:55:00 GMT+02:00
Noch zum Thema Marburger Rechtschreibtraining: Das kann ich nur eingeschränkt empfehlen, wenn ein Kind sich - wie mein Sohn - schwer tut, den Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen zu hören. Damit haben wir viel Zeit sinnlos vertan. Ich werde es jetzt, wo er bereits Fortschritte gemacht hat, vielleich sporadisch wieder einsetzen.
Ansonsten nehme ich immer Texte aus dem HUS-Ordner oder den Arbeitsblättern aus der Schule sowie dem Lesebuch, weil da das gerade behandelte Vokabular drin ist, das erfahrungsgemäß in dieser Klassenstufe in der Klassenarbeit verstärkt auftaucht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2009 19:31:24 GMT+02:00
Baggysue meint:
Ich kann das Buch von Franziska Püller sehr empfehlen: "Hurra, jetzt bin ich Rechtschreibkönig" Ich lese es gerade (bin Volksschullehrerin) und bin hellauf begeistert! Werde in meinem Unterricht sehr viel davon einfließen lassen und auch für Eltern, die ihren Kindern helfen wollen, ist es sicher eine gute Hilfestellung!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2009 19:33:17 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 07.04.2009 19:34:20 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.06.2009 14:22:32 GMT+02:00
Hallo !
Also ich bin jetzt auch erst 3 Jahre aus der Schule raus und hatte genau wie Ihr Sohn auch das Problem.
Bei mir hat es geholfen, auch wenn ich es nicht gern gemacht habe =), Aufsätze und Diktate auf Zeit zu schreiben da es da so ähnlich abläuft wie bei Notizen.
Am Anfang habe ich viele Fehler gemacht, aber nach und nach wurde es bei mir besser, das ich mich sogar auf eine 2 auf meinem Zeugniss freuen konnte und diese Zensur auch gehalten habe.
Ihr Sohn wird es nicht mögen aber es Ihnen später danken.
2-Tipp viel Lesen da man sich dort Wörter und Sätze visuell vorstellen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Pascal Kirchhoff

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.06.2009 21:48:49 GMT+02:00
Das ist ein echt toller Eintrag, bin begeistert. Könnte glatt von mir sein

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.07.2009 15:29:00 GMT+02:00
Leonida meint:
Was ich bei allen Antworten vermisse, ist der direkte Bezug auf das Problem: Der Sohn von A. Hansen kann ja offenbar richtig schreiben, wenn er sich konzentriert, z.B. bei Diktaten. Es geht also gar nicht darum, Regeln und Wörter zu üben; der Junge muss "nur" ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass Rechtschreibung auch bei Aufsätzen wichtig ist. Wahrscheinlich hilft da nur, den fertigen Text korrigieren und sauber abschreiben zu lassen.
(Liebe Erwachsene, fasst euch mal an die eigene Nase: Achtet ihr bei Notizen auf Form, Rechtschreibung, ü-Striche u.Ä.?)
Darum würde ich mir in diesem Fall über Rechtschreibung als isoliertes Phänomen gar keine Gedanken machen. Das Bewusstsein dafür, dass Texte, die für andere (vor allem Lehrkräfte) bestimmt sind, fehlerfrei sein sollten, das kommt schon von selbst, in der weiterführenden Schule oder auch im Internet (falsch Geschriebenes wird bei ebay nicht gefunden und nicht verkauft). Bei meiner Tochter, die gerade die 5. Klasse Gymnasium hinter sich hat, war es so und bei vielen anderen Kindern aus dem Bekanntenkreis ebenfalls.
Die Frage "tippen oder mit der Hand schreiben" ist nur individuell zu beantworten: Mir selbst hat es sehr geholfen, dass ich als Jugendliche einen Tippkurs besucht habe, weil ich deutlich schneller tippe als mit der Hand schreibe. Bei dem Sohn von A. Hansen ist es sicherlich auch so, dass er seine Gedanken zügig niederschreiben möchte und sich nicht mit i-Punkten aufhalten will.
Fazit: Wenn der Junge Spaß daran hat, mit "Abschreiben erwünscht" oder ähnlichen Heften zu üben (meine Tochter macht das zwischendurch mal ganz gern), dann bitte. Ansonsten: kein Stress!
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