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1-25 von 29 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.03.2014 09:34:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.03.2014 08:12:56 GMT+01:00
Witchchild meint:
Guten Morgen, liebe Forumsteilnehmer!

Wieder einmal habe ich eine Anfrage.

Derzeit habe ich Lust auf anspruchsvolle, inhaltlich und sprachlich komplexe Romane, die mich über einen längeren Zeitraum beschäftigen und die man sich "erabeiten" muss Das ist vielleicht etwas seltsam ausgedrückt, aber ich weiß nicht, wie ich es anders formulieren soll.

Themaisch dürfen es Romane, Klassker, Fantasy, Thriller, Horror sein - egal. Hauptsache, sprachlich außergewöhlich und inhaltlich mit einem gewissen Anspruch.

Auch gerne Kindle-Bücher, aber wenn möglich, alle Vorschläge auf Deutsch.

Um einige Beispiele zu nennen, was mir so vorschwebt: Auf meinem SuB befinden sich derzeit "2666" von Roberto Bolano, "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace, "Ulysses" von James Joyce und die ersten beiden Teile der Tudor-Trilogie von Hilary Mantel.

Mir fehlt momentan die Zeit, diese Bücher zu lesen, aber ich möchte sie schon ma sammeln:).

Ganz herzlichen Dank für eure Vorschläge!

Witchchild

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.03.2014 14:10:14 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.03.2014 15:49:24 GMT+01:00
Buchfrettchen meint:
Meine Vorschläge für etwas anspruchsvollere Bücher wären:
Das verborgene Wort: Roman von Ulla Hahn
Die Wand von Marlen Haushofer
Die Bücherdiebin. Roman von Markus Zusak
Liebe Grüße!

Veröffentlicht am 22.03.2014 15:44:02 GMT+01:00
lolarennt meint:
Don DeLillo:Unterwelt: Roman
Tom Wolfe:Fegefeuer der Eitelkeiten

John Steinbeck (alle Bücher)

Upton Sinclair:Öl!: Roman
William Faulkner: Licht im August
Richard Powers: Der Klang der Zeit: Roman
Donna Tartt:Die geheime Geschichte: Roman

Veröffentlicht am 22.03.2014 23:05:37 GMT+01:00
Breumel meint:
1Q84. Buch 1&2: Roman

Sprachlich eines meiner Lieblingbücher: Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Das Festmahl des John Saturnall: Roman

Veröffentlicht am 23.03.2014 08:20:34 GMT+01:00
Witchchild meint:
Guten Morgen und ganz herzlichen Dank für die vielen Vorschläge!

Fräulein Smilla liegt ganz auf meiner Linie, das Buch habe ich im Laufe der Jahre bestimmt schon fünfmal gelesen. "Das Festmahl" steht schon länger auf meiner Wunschliste, aber an Haruki Murakami sollte ich mich endlich mal herantrauen. Schon seit jahren schleiche ich um seine Bücher.

"Die geheime Geschichte" befindet sich schon auf meinem SuB, aber Richard Powers "Der Klang der Zeit" ist ein Buch, das ich mir schon lange kaufen wollte. Danke für die Erinnerung! John Steinbeck ist klasse, das stimmt. Der Roman vo William Faulkner hört sich gut an.

"Die Bücherdiebin" ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, aber die "Wand" sollte ich mir zulegen. Der Roman begegnet mir immer wieder,und ich bin sehr neugierig auf ihn. "Das verborgene Wort" reizt mich auch.

In den nächsten Monaten werde ich mir dann wohl "IQ84", "Der Klang der Zeit" und "Die Wand" zulegen.

Herzlichen Dank für die Vorschläge und einen schönen Sonntag!
Witchchild

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.03.2014 12:01:21 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.03.2014 11:23:52 GMT+01:00
Hallo Witchchild,
fast alles, was hier genannt wurde, fällt auch in mein Beuteschema und deshalb möchte ich noch ein paar Tipps beisteuern.

Ich lese zur Zeit Diese Dinge geschehen nicht einfach so: Roman von Taiye Selasi und möchte Dir diesen modernen, anspruchsvollen Familienroman ans Herz legen.

Außerdem wurden hier die Romane von Ian McEwan noch nicht genannt, Abbitte und Am Strand gefielen mir besonders gut.
Ein weiterer schöner und literarisch eher anspruchsvoller Familienroman ist "Die Korrekturen" von Jonathan Franzen.
Eine Wiederentdeckung aus den 60er Jahren stellt der Campus-Roman Stoner: Roman dar, der in den USA zu Recht zur literarischen Sensation und zum Bestseller avancierte. Ich glaube, er entspricht am ehesten Deinen Vorstellungen! Bietet viel Stoff zum Nachdenken!

An deutschen Büchern fallen mir noch Viola Roggenkamps Adoleszenzroman Familienleben: Roman und Alessa Walsers Am Anfang war die Nacht Musik: Roman ein (sie schreibt einen sehr eigenwilligen Stil).

"Die geheime Geschichte" - JA, super! Ich bin schon gespannt auf den neuen, erst kürzlich erschienen Roman von Donna Tartt. Bei "Das geheime Wort" kann ich ebenfalls nur beipflichten.
Mit Hilary Mantel hatte ich allerdings Schwierigkeiten, da ich ihren Stil als sehr zäh empfunden habe. Und "Die Wand" liegt auch auf meinem SUB ...

LG,
Anette

Veröffentlicht am 24.03.2014 12:40:46 GMT+01:00
Tedesca meint:
Das fünfte Kind: Roman von Doris Lessing passt noch gut in diese Reihe.

Und ich habe soeben Der Hase mit den Bernsteinaugen: Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi von Edmund de Waal beendet, das ist sprachlich fein und inhaltlich eine echte Perle, finde ich.

Der seltsame Fall des Benjamin Button von F. Scott Fitzgerald fällt mir dazu noch ein, und Fiesta von Ernest Hemingway, ausserdem noch Das Bildnis des Dorian Gray (Edition Anaconda) von Oscar Wilde.

Liebe Grüße,
tedesca

Veröffentlicht am 24.03.2014 23:47:25 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.03.2014 23:52:48 GMT+01:00
Die Erfindung des Lebens. Roman (Ortheil)
Die Wahlverwandtschaften. Ein Roman (Goethe)
Der Klang der Zeit: Roman Powers)
Siddhartha. Eine indische Dichtung (Hesse)
Doktor Faustus: Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn erzählt von einem Freunde. Roman (TH. Mann)
Amerika: Roman (Kafka)
Homo faber: Ein Bericht (Frisch)

Veröffentlicht am 25.03.2014 06:48:02 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.03.2014 11:31:34 GMT+01:00
Sinaida meint:
"Lust auf anspruchsvolle, inhaltlich und sprachlich komplexe Romane, die mich über einen längeren Zeitraum beschäftigen und die man sich 'erarbeiten' muss" - dazu fiel mir spontan ein Roman ein, der all diese Kriterien meiner Meinung nach erfüllt: Besessen: Roman (insel taschenbuch). - Ich habe das Buch geradezu verschlungen, sowohl in deutscher Übersetzung wie später noch einmal im Original.

Verfilmt wurde das Buch ebenfalls, wobei natürlich einige Feinheiten unter den Tisch fallen mussten, auch die Handlung weicht etwas vom Buch ab. Trotzdem ist der Film ebenfalls sehenswert Besessen. Eine ausführliche Diskussion darüber - auch den Vergleich zum Buch - kann man hier finden:
http://forum.die-leselust.de/viewtopic.php?f=5&t=865

Veröffentlicht am 25.03.2014 08:14:36 GMT+01:00
Tedesca meint:
"Besessen" ist ein großartiges Buch, wie übrigens alle Romane von A.S. Byatt! Die würden allesamt Deinen Anforderungen entsprechen, Witchhild! (Den Film mochte ich nicht, der war im Vergleich zum Buch irgendwie so farblos und langweilig, ich fand auch die Wahl der Darsteller nicht so gelungen.)

Veröffentlicht am 25.03.2014 09:43:22 GMT+01:00
lolarennt meint:
Na toll... und schon ist wieder eins am Wunschzettel gelandet... Ich danke euch! Grrr!

Veröffentlicht am 25.03.2014 10:23:15 GMT+01:00
Tedesca meint:
Kennst Du das noch nicht??? Oje :-( ... (hihi)

Veröffentlicht am 25.03.2014 10:41:40 GMT+01:00
Breumel meint:
Ich lese gerade Die vergessenen Götter. von Anette Schaumlöffel.
Das Erstlingswerk einer deutschen Autorin, über die Prime Leihbibliothek ausgeliehen - meine Erwartungen waren wirklich nicht hoch. Und wurden auf's angenehmste enttäuscht!
Der Stil ist großartig, eine tolle Sprache, humorvoll und intelligent. Ich habe es noch nicht durch, kann es derzeit aber wärmstens empfehlen. Wer einen Kindle oder ein Tablet mit der Kindle-App hat, sollte sich mal die Leseprobe herunterladen. Das TB gibt's gebraucht für 0,02¤, kein echtes Risiko.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.03.2014 11:28:35 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.03.2014 11:31:13 GMT+01:00
Hi Sinaida und Tedesca,

um nochmal auf "Besessen" zurückzukommen ... ist der Roman wirklich so gut? Habe vor ca. zwei Jahren "Das Buch der Kinder" von A. S. Byatt gelesen, dieser Roman hat meiner Meinung nach deutliche Längen (deshalb habe ich ihn hier auch nicht genannt) und ist wirklich nur was für ausdauernde, sehr gedudige Leser.

LG, Anette

Veröffentlicht am 25.03.2014 12:17:39 GMT+01:00
Tedesca meint:
Also mir hat "Das Buch der Kinder" auch sehr, sehr gut gefallen, aber "Besessen" ist anders, spezieller. Es mag schon etwas detailverliebt sein, aber ich konnte davon irgendwie nicht genug bekommen. Und es ist spannend!

Veröffentlicht am 25.03.2014 18:25:24 GMT+01:00
Witchchild meint:
Schönen guten Abend an alle Poster!

Ganz, ganz herzlichen Dank für die vielen, vielen tollen Anregungen! A.S. Byatt - sowohl das "Buch der Kinder" als auch "Besessen" habe ich auf dem SuB und damit auf dem Schirm.

"Die vergessenen Götter" habe ich damal bei Erscheinen als Druckwerk gekauft und mehrfach verschlungen.

"Stoner" reizt mich seit Längerem.

Goethe und Thomas Mann gehören zu meinen Lieblingen, auch, wenn ich gerade die Werke noch nicht gelesen habe. Danke für das Erinnnern!

Tedesca, deine ersten drei Vorschläge haben mich in den Buchhandlungen schon aft angesprungen, ich glaube, das ist ein Zeichen, dass die Vorschläge die Richtigen sind.

Anette Schfer, deine Ideen sprechen mich ebenfalls sehr, sehr an. Ich hatte die Titel immer mal wieder im Kopf, bin jedoch nie zum Kauf gekommen.

Ich sehe schon, es gibt eine lange Liste von Möglichkeiten:). Danke!

Bitte entschuldigt alle, dass ich mich erst heute und nur so kurz melde, aber ich bin bis Ende nächster Woche so stark eingespannt, dass ich es wohl selten ins Netz schaffen werde.

Jedenfalls freue ich mich riesig über die Vorsschläge und Inspiarationen.

Herzliche Grüße und einen schönen Abend!
Witchchild

Veröffentlicht am 25.03.2014 20:10:40 GMT+01:00
"Stoner" wurde auch vor einer Weile im Büchermarkt des DLF begeistert besprochen, von drei Literaturkritikern, die sich fast überschlugen :-).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.03.2014 07:01:17 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.03.2014 07:37:36 GMT+01:00
Sinaida meint:
Willi und Anette, "Besessen" ist meiner Meinung nach das beste Buch von A. S. Byatt. "Das Buch der Kinder" fand ich ebenfalls etwas zäh, ich habe es streckenweise nur "überlesen". Und mit Hilary Mantel hatte ich ebenfalls meine Schwierigkeiten, ihr Schreibstil lag mir nicht. Vielleicht lag es auch an mir, als ich Wölfe lesen wollte, hatte ich ein wenig viel um die Ohren - wahrscheinlich hätte ich mir etwas Leichteres vornehmen sollen.

Euer Vorschlag "Stoner" hat mich neugierig gemacht, ich habe ihn mal bei meiner Bücherei vorbestellt, denn er scheint permanent ausgeliehen zu sein.

Und da hier bis jetzt ausschließlich deutsche und englisch/amerikanische Schriftsteller genannt wurden, werde ich zum Ausgleich ein paar aus dem Osten vorschlagen - Russen haben früher ja auch Lesenswertes geschrieben.

Wie wäre es mit zwei Romanen aus dem letzten Jahrhundert? Da wäre zunächst einmal Doktor Schiwago: Roman. Dazu braucht man nichts zu sagen, er ist ja bekannt genug. (Noch ein Protagonist, in dessen Leben die Poesie eine entscheidende Rolle spielt - wie in "Besessen" und wohl auch in "Stoner"!).

Wenn es etwas ruppiger zugehen darf, dann empfehle ich das Don-Kosaken-Epos Der Stille Don. Etwas großzügig könnte man es als russische Antwort auf "Vom Winde verweht" ansehen, ist meiner Meinung nach aber literarisch um einiges besser.

Wenn es auch Novellen/Erzählungen sein dürfen, dann kommt man um Bunin und Tschechow nicht herum. Bunin ist ein Meister der Sprache, der durch seine feinen Beobachtungen besticht - mein Vorschlag Am Ursprung der Tage: Frühe Erzählungen 1890-1909. Ich rieche noch förmlich den Duft der Antonsäpfel!

Und Tschechow wiederum zeichnet sich durch seine psychologischen Beobachtungen aus. Seine erste große Erzählung, eine meiner Lieblingserzählungen von Tschechow, ist allerdings der Natur im Süden Russlands gewidmet Erzählungen II. Die Steppe. Erzählungen aus den mittleren Jahren 1887-1892.

Thomas Mann hat übrigens Tschechow sehr geschätzt und einen Essay "Versuch über Tschechow" geschrieben - hier ist ein Artikel zu Manns Missverständnissen über Tschechow zu finden:
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/dem-dichter--arzt-und-vielseitigen-geniesser-anton-tschechow-zum-150--geburtstag-ihm-schmeckte-auch-brot-mit-kakerlakenbelag,10810590,10695316.html

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.03.2014 08:00:54 GMT+01:00
Liselotte meint:
Da du die russischen Schriftsteller erwähnst, möchte ich an dieser Stelle einen Klassiker vorschlagen, der oft vergessen wird: Der Meister und Margarita: Roman.

Die Rezension aus Buch der 1000 Bücher steht bei der Produktbeschreibung. Eine vorbehaltlose Leseempfehlung von mir.

LG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.03.2014 08:55:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.03.2014 09:57:40 GMT+01:00
Sinaida meint:
Liselotte, an den Roman habe ich auch gedacht - bin dann aber bei den beiden vorgeschlagenen Büchern geblieben. Bei Bulgakows "Meister und Margarita" hatte ich ein wenig Bedenken, da es bei ihm meiner Meinung nach von Vorteil wäre, etwas über die Moskauer Verhältnisse der 30er Jahre und den "real existierenden Sozialismus" Bescheid zu wissen, um diesen satirischen Roman so richtig genießen zu können. Doch vielleicht ist das nur ein Vorurteil von mir - ich stimme Dir zu, es ist ein großartiges Buch.

Aber mindestens ebenso gut ist Bulgakows Die weiße Garde: Roman. Die Geschichte der Geschwister Turbin in Kiew während des Bürgerkriegs 1918/1919 liest sich leichter und ich finde sie fast noch besser, als die skurrilen Vorfälle, die das Auftauchen des Teufels in Moskau auslöst. Abgesehen davon ist dieser Roman auch für den einen oder anderen Leser heute interessant, nachdem die Ukraine und ihre Geschichte in letzter Zeit mehr ins Blickfeld gerückt sind.

Doch wenn wir schon im russischen Bürgerkrieg sind, da gibt es sprachlich noch ein absolutes Meisterwerk (finde ich jedenfalls), es ist aber nichts für Zartbesaitete - wiederum Erzählungen Die Reiterarmee

P.S. Ach ja, zu dem Stichwort Satire ist mir noch ein Roman eingefallen, in Russland ein ebensolcher Klassiker wie Bulgakows "Meister und Margarita", der ungekürzt wie dieser auch erst in den 90er Jahren erscheinen konnte Zwölf Stühle: Roman, da sich hinter einer Slap-Stick-Handlung eine witzig-bissige Beschreibung der Lebensbedingungen in den ersten Jahren der Sowjetunion verbirgt. Der Roman ist x-mal verfilmt worden (eine Variation davon auch mal in Deutschland als "Dreizehn Stühle" mit Heinz Rühmann!). - Die beste, poetischste Fassung von Ulrike Ottinger gibt es leider nicht auf DVD bei Amazon. Ich habe sie seinerzeit im Fernsehen gesehen und war begeistert:
http://www.ulrikeottinger.com/index.php/zwoelf-stuehle.html

Veröffentlicht am 26.03.2014 11:11:51 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.03.2014 11:22:40 GMT+01:00
MMMichael meint:
Anspruchsvolle und komplexe Romane, die über einen längeren Zeitraum beschäftigen? Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal.
Ich habe mal meine Leseliste der letzten 5 Jahre gescannt und kann Bücher aus drei Kategorien empfehlen:

1. Sprachlich besonders:
"Murmeljagd: Roman" von Ulrich Becher.
Ein zu Unrecht vergessener Autor und ein Buch, das vor Sprachwitz nur so strotzt. Es ist ein Agententhriller und auch wieder nicht, ein Roman über die Nazizeit, der aber nicht den moralischen Finger hebt und irgendwie ein großes Kunstwerk.
"Schau heimwärts, Engel!" von Thomas Wolfe.
Fabelhafte Wortgirlanden. Buchgewordene Sprach- und Lebenslust. Der Roman ist schon 1929 erschienen und vor ein paar Jahren neu aufgelegt worden. Es geht um die Kindheits- und Jugendjahre des Autors bzw. seines Alter Egos Eugene Gant. - Aber die Handlung ist fast schon egal.
2. Inhaltlich besonders:
"Darwin: Das Abenteuer des Lebens" von Jürgen Neffe.
Der Autor folgt der Route der Beagle und reflektiert sehr klug nicht nur Darwins Theorie, sondern auch seine eigenen Reiseerlebnisse. - Jürgen Neffe ist Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalist und versteht es, schwierige Dinge in einfacher Sprache zu vermitteln. Darwins Tagebucheinträge und Neffes Reisebeschreibungen gehen ineinander über. Man erfährt Wichtiges über die Person Darwin, seine Gefährten und Widersacher, ebenso wie über seine Lehre - wie sich seine Theorie der Entstehung der Arten während seiner Weltreise entwickelt hat, wie sie im historischen Kontext und heutzutage zu bewerten ist.
Das Buch ist kein Roman, sondern Biographie und Reisebericht mit literarischem Anspruch.
3. Anspruchsvoll, komplex, über einen langen Zeitraum beschäftigend. Ein Buch, das man sich erarbeiten muss.
"Der Zauberberg. Roman." von Thomas Mann erfüllt Deine "Ausschreibung" hundertprozentig.
Ich glaube, "Der Zauberberg" ist Thomas Manns eigentliches Vermächtnis. Hier breitet er sein ganzes Können und sein ganzes Wissen aus. Man kann nicht sagen, dass er seine Helden besonders mag - sie sind nur die Vehikel, mit denen er seine Weltsicht unter die Leute bringt. Ich mag Thomas Mann, weil seine Art zu schreiben zwar weitschweifig aber genau und besonders und einfach schön ist. Und den Zauberberg habe ich geliebt.

Veröffentlicht am 26.03.2014 11:13:43 GMT+01:00
Tedesca meint:
Sinaida, ich bin ja geschichtlich eine totale Null, und mit den Russen hab ich's ja auch nicht so, aber sogar mir ist der feine Zynismus von "Der Meister und Margarita" nicht entgangen. Vielleicht hab ich jetzt nicht jede Pointe als solche erkannt, aber ich fand das Buch schon sehr unterhaltsam, wobei es schon wirklich recht schräg ist. Ein paarmal hab ich mich nur mehr gewundert, aber im positiven Sinne.

Witchchild, mir fallen auch gerade die Lateinamerikaner ein! García Marquez allen voran, natürlich, da kann man wirklich alles lesen. Und meine Lieblingsautoron Gioconda Belli, deren "Bewohnte Frau" ich immer wieder lesen kann. Ich mag den Magischen Realismus sehr und auch die manchmal etwas blumigere Sprache. Besonders schön finde ich allerdings ihre Gedichte, DIE sind wirklich aussergewöhnlich. Von einer lebendigen Frau für ebensolche geschrieben. Ich bin kein großer Fan von Lyrik, aber diese Gedichte lese ich immer wieder, meistens parallel auf Spanisch und Deutsch, weil sie im Original einfach SO schön klingen (auch wenn die die Hälfte nicht versteh :-) )

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.03.2014 15:31:25 GMT+01:00
Liselotte meint:
Hallo Sinaida,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Der Roman ist mir quasi heute Morgen zwischen Tür und Angel eingefallen, als ich deine Empfehlungen las. Obwohl ich deine Bedenken verstehen kann, du hast sicherlich Recht mit deinen Einwänden, war und ist es ein absolutes Kultbuch. Grotesk und verrückt. Ich wollte eigentlich auch eine andere Aussgabe vorschlagen, habe aber in der Hektik den falschen Link gepostet. Hier der richtige:Meister und Margarita: Roman - Neu übersetzt von Alexander Nitzberg

Deine Empfehlung Zwölf Stühle finde ich sehr interessant. Leider komme ich kaum noch zum Lesen.

LG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.03.2014 16:47:45 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.03.2014 17:05:52 GMT+01:00
Hallo Sinaida, Tedesca und Mitleser,

Danke für Eure Antworten bezüglich "Besessen"! Dieses Forum ist die reinste Inspirationsquelle!
Inzwischen habe ich mir wieder mal "Fräulein Smilla" vorgeknöpft und "Die weiße Garde" ausgeliehen. Hoffentlich "schaffe" ich dieses Buch. "Der Meister und Margarita" kenne ich schon, damit war ich seinerzeit eine ganze Weile zugange und merkte auch, dass meine politische Bildung zu wünschen übrig lässt ... Übrigens finde ich, dass "Der Meister..." inhaltlich ganz hervorragend in die jetzige Passionszeit passt.
"Besessen" ist vorgemerkt, gibt's zum Glück in der Fernleihe.

Übrigens freue ich mich, dass Tschechow nicht vergessen wurde. Seine Geschichten sind so schön und teilweise so ergreifend, dass mir bei manchen die Tränen kamen. "Die Steppe" gefiel mir auch besonders gut.

LG

Veröffentlicht am 29.03.2014 20:02:28 GMT+01:00
Sinaida meint:
Hallo Willi und Anette Schfer,

wahrscheinlich bin ich mit meinem Tipp ein wenig spät dran, aber ich habe erst gerade entdeckt, dass im Ersten heute Nacht um 0.40 Uhr "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" gesendet wird. Ich fand den Film seinerzeit nicht schlecht, man hat sich meiner Erinnerung nach ziemlich eng an das Buch gehalten.

Ich habe eigentlich keine Bedenken, dass Ihr (Willi oder/und Anette?) die "Weiße Garde" schafft - sie ist bei weitem nicht so phantastisch wie der "Meister". Ich hoffe, ihr habt die Übersetzung von Thomas Reschke erwischt, sie soll besser sein als die frühere von Larissa Robiné. Ich bin übrigens in der "Zeit" auf eine Besprechung des Romans gestoßen, die zwar schon zehn Jahre alt ist, aber ihre Gültigkeit nicht verloren hat:
http://www.zeit.de/2004/51/Lesefrucht

Und ja, ich finde auch, dass der "Meister" mit seiner Erzählung von Pilatus und Jeschua sehr gut in die österliche Zeit passt.

LG
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