Kleine Gedichte...

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101-125 von 1555 Diskussionsbeiträgen
Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.12.2008 11:57:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.12.2008 11:57:58 GMT+01:00
Ein großer Teich war zugefroren
:::::::::::::::::::::::::::::::::::

Ein großer Teich war zugefroren,
die Fröschlein in der Tiefe verloren,
durften nicht ferner quaken noch springen,
versprachen sich aber im halben Traum,
fänden sie nur da oben Raum,
wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
nun ruderten sie und landeten stolz,
und saßen am Ufer weit und breit
und quakten wie vor alter Zeit.

(J.W.v. Goethe)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.12.2008 12:02:48 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.12.2008 12:10:52 GMT+01:00
Tante Li meint:
Herzlichen Glückwunsch zum 100. Diskussionsbeitrag!
Schön, dass es dieser Thread doch so weit gebracht hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.12.2008 12:05:12 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.12.2008 21:49:57 GMT+01:00
Tante Li meint:
Friedrich Güll (1837):

Will sehen,was ich weiß
Vom Büblein auf dem Eis

Gefroren hat es heuer
Noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher,
Und spricht so zu sich leis':
"Ich will es einmal wagen,
Das Eis, es muß doch tragen."
Wer weiß?

Das Büblein stampft und hacket
Mit seinen Stiefelein.
Das Eis auf einmal knacket,
Und krach, schon bricht's hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt
Als wie ein Krebs und zappelt
Mit Arm und Bein.

O helft, ich muß versinken
In lauter Eis und Schnee,
O helft, ich muß ertrinken
Im tiefen, tiefen See.
Wär nicht ein Mann gekommen,
Der sich ein Herz genommen,
O weh!

Der packt es bei dem Schopfe
Und zieht es dann heraus,
Vom Fuße bis zum Kopfe
Wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
Der Vater hat geklopfet
Es aus
Zu Haus.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.12.2008 12:09:28 GMT+01:00
..danke :)))

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2008 05:31:35 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 22.06.2012 11:59:25 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2008 18:27:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.12.2008 18:44:54 GMT+01:00
Reni meint:
Soll man die Wohlgeratenen beneiden,
die kühl und praktisch nie an Weltschmerz leiden,
weil ihre Herzen längst gestorben sind?
Ach, der Gedanke schon läßt mich verzagen...
Mein Schicksal bleibt es, Träumen nachzujagen,
ein hoffnungslos verlornes großes Kind.

Mascha Kaléko

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.12.2008 15:37:43 GMT+01:00
Tedesca meint:
Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte

Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern herniederlacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken,
in märchenstiller Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich nieder,
anbetend, staunend muß ich stehn,
es sinkt auf meine Augenlider,
ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.

(Theodor Storm)

In einer Woche kommt das Christkind! :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.12.2008 18:23:51 GMT+01:00
Tapeworm meint:
So ist zumeist, was hier betrieben,
leider doch nur abgeschrieben.

Von mir

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2008 14:13:27 GMT+01:00
Das Wassertröpflein
::::::::::::::::::::::::::

Tröpflein muss zur Erde fallen,
muss das zarte Blümchen netzen,
muss mit Quellen weiter wallen,
muss das Fischlein auch ergötzen,
muss im Bach die Mühle schlagen,
muss im Strom die Schiffe tragen.
Und wo wären denn die Meere,
wenn nicht erst das Tröpflein wäre.
(J.W. v. Goethe)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.12.2008 04:39:25 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 22.06.2012 11:59:26 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.12.2008 12:13:36 GMT+01:00
Tante Li meint:
*grins*

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.12.2008 14:36:40 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.12.2008 14:37:41 GMT+01:00
Tapeworm meint:
@Simon Paulus oder wie auch immer

Wenn Sie in der Zeile "Das einzige Problem war nur," zwei Wörter vertauschen:
"Das einzige Problem NUR WAR" gefällt es mir wesentlich besser...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.12.2008 18:16:49 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 22.06.2012 11:59:26 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2008 08:52:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.12.2008 08:54:10 GMT+01:00
Care meint:
Kamingeknister

Hörst Du es prasseln das Kamingeknister
Und die Worte die ich in Dein Ohr flüster
Sie sollen tief Deine Seele durchdringen
Ich will Dir ein Lied von der Liebe singen

Siehst Du das Feuer lodern im Kamin
Die Sehnsucht zieht mich zu Dir hin
Du sollst jetzt an nichts mehr denken
Ich will Dir all meine Liebe schenken

Fühlst Du die Kaminwärme dich umgeben
Sie erweckt meine Gefühle zu neuem Leben
Du sollst Dich einfach in mir fallen lassen
Ich will, dass Du meine Liebe kannst erfassen

Nimmst du dieses rotgoldene Leuchten wahr
Welches sich durch deine Liebe in mir gebar
Du sollst mit mir weinen und auch lachen
Ich will, dass wir die Liebe fühlbar" machen

Hörst Du es prasseln das Kamingeknister
Und die Worte die ich in Dein Ohr flüster
Sie sollen dir all meine Gefühle bekunden
Dass ich Dich liebe, habe ich nicht erfunden

©Care2008

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2008 08:57:30 GMT+01:00
Care meint:
Die schönste Zeit im Jahr

Es ist die schönste Zeit im ganzen Jahr
Weihnachten das Fest der Liebe ist nah
Wir versammeln uns alle um den Baum
Wundervolle Melodien erfüllen den Raum

Es duftet nach Gebäck und Weihnachtstee
Draußen fällt in großen Flocken der Schnee
Die Nacht zeigt sich frostig und sternenklar
Das Eis funkelt wie Diamanten so kostbar

Glockengeläut schallt herüber aus der Ferne
Im Garten da leuchtet eine Weihnachtslaterne
All das wärmt unsere Herzen in dieser Nacht
Das Weihnachtsfest ist für die Liebe gemacht

Und wenn wir dann alle beisammen sind
Und wir gedenken dem kleinen Jesuskind
Dann kehren wir in uns und sind ganz still
Denn wir lauschen was es uns sagen will

IHR MENSCHEN SOLLT:
EUCH UNTEREINANDER VERTRAGEN
EUER LEBEN GENIEßEN
AUFHÖREN EUCH ZU PLAGEN
EUCH GEGENSEITIG ZUHÖREN
DIE WAFFEN ENDLICH SCHWEIGEN LASSEN
AUF DIE NATUR ACHT GEBEN

TOLERANT GEGENÜBER ANDEREN MENSCHEN SEIN
EGAL WELCHE HAUTFARBE SIE TRAGEN
EGAL WELCHER RASSE SIE ANGEHÖREN
EGAL WELCHER RELIGION ODER SEXUELLEN GESINNUNG

IHR SEID EINANDER ALLES WAS IHR HABT
DARUM KÜMMERT EUCH UMEINANDER
DENN SONST WIRD SCHON BALD
DAS WEIHNACHTSFEST VERGANGENHEIT SEIN

©Care2008

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2008 11:01:06 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 22.06.2012 11:59:26 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2008 11:42:45 GMT+01:00
Vor Weihnachten
::::::::::::::::::::::

Zünden wir ein Lichtlein an,
sagen wir dem Weihnachtsmann:
"Lieber Alter, es wird Zeit!
In vier Wochen ist's soweit!"

Zünden wir zwei Lichtlein an,
mahnen wir den Weihnachtsmann:
"Pack schon die Geschenke ein!
Bald muss alles fertig sein!"

Zünden wir drei Lichtlein an,
sputet sich der Weihnachtsmann,
füllt den Sack bis an den Rand,
Schimmel wird bald eingespannt.

Zünden wir vier Lichtlein an,
schmunzelt froh der Weihnachtsmann,
hat ja alles schon bereit
für die schöne Weihnachtszeit.

(Ursula Dörge)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2008 22:13:44 GMT+01:00
Tante Li meint:
Ich sah einen hohen, schwarzen Wald

Ich sah einen hohen, schwarzen Wald,
Die Nacht darüber. - Kein Sternlein strahlt.
Durch wildgerissene Wolken nur
Dämmert des Mondes rote Spur. -

Unheimlich ist's, so verlassen sein,
Kein' Heimat haben, kein Mütterlein,
Weitum im All keine Lieb', kein Brot -
Aus dunklem Gebüsch ragt der Tod.

Emerenz Meier (1874-1928)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2008 22:19:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.12.2008 22:26:57 GMT+01:00
Tante Li meint:
Mein Wald, mein Leben

Ich sah den Wald im Sonnenglanz,
Vom Abendrot beleuchtet,
Belebt von düstrer Nebel Tanz,
Vom Morgentau befeuchtet:
Stets blieb er ernst, stets blieb er schön,
Und stets mußt' ich ihn lieben.
Die Freud' an ihm bleibt mir besteh'n,
Die andern all zerstieben.

Ich sah den Wald im Sturmgebraus,
Vom Winter tief umnachtet,
Die Tannen sein in wirrem Graus,
Vom Nord dahingeschlachtet;
Und lieben mußt' ich ihn noch mehr,
Ihn meiden könnt' ich nimmer.
Schön ist er, düsterschön und hehr,
Und Heimat bleibt er immer.

Ich sah mit hellen Augen ihn,
Und auch mit tränenvollen;
Bald hob er meinen frohen Sinn,
Bald sänftigt' er mein Grollen.
In Sommersglut, in Winterfrost, -
Konnt' er mir mehr nicht geben, -
So gab er meinem Herzen Trost;
Und drum: Mein Wald, mein Leben!

Emerenz Meier
(1874-1928)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2008 23:20:11 GMT+01:00
Nausicaä meint:
Wintersee

Ihr Fische, wo seid ihr
mit schimmernden Flossen?
Wer hat den Nebel,
das Eis beschossen?

Ein Regen aus Pfeilen,
ins Eis gesplittert,
so steht das Schilf
und klirrt und zittert.

(Peter Huchel)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.12.2008 16:54:44 GMT+01:00
R. Gnoss meint:
@Care
.....Und wir gedenken dem kleinen Jesuskind
Ja, ja, der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, grins

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.12.2008 13:58:36 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.12.2008 13:59:51 GMT+01:00
Tedesca meint:
Es wird scho glei dumpa,
es wird scho glei Nåcht,
drum kim i zu dir her,
mei Heiland auf d' Wåcht.
Will singen a Liadl dem Liebling, dem kloan,
du mågst jå net schlåfn, i hör di nur woan.
Hei, hei, hei, hei! Schlåf süaß, herzliabs Kind.

Vergiss hiaz, o Kinderl,
dein Kummer, dei Load,
dåß d' dåda muaßt leidn
im Ståll auf da Hoad.
Es ziern jå die Engerl dei Liegerstått aus.
Möcht schöna nit sein drin an König sei Haus.
Hei, hei, hei, hei! Schlåf süaß, herzliabs Kind.

Jå Kinderl, du bist hålt
im Kripperl so schen,
mi ziemt, i kånn nimmer
då weg von dir gehn.
I wünsch dir von Herzen die süaßeste Ruah,
die Engerl vom Himmel, die deckn di zua.
Hei, hei, hei, hei! Schlåf süaß, herzliabs Kind.

Måch zua deine Äugal
in Ruah und in Fried
und gib mir zum Åbschied
dein Segn no gråd mit!
Åft werd jå mei Schlaferl a sorgenlos sein,
åft kånn i mi ruahli aufs Niederlegn gfrein.
Hei, hei, hei, hei! Schlåf süaß, herzliabs Kind.

Fröhliche Weihnachten wünscht Euch allen
tedesca

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.12.2008 10:49:59 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.12.2008 10:54:59 GMT+01:00
Tante Li meint:
Christkind kommt

Ihr Wolken, hemmt den raschen Lauf,
Ihr Sterne, flimmert sacht!
Leis geht das Tor des Himmels auf
In dieser heil'gen Nacht.
O Meer, erbrause hoch und laut,
Ihr Berge, neigt das Haupt
Vor dem, nach dem ihr alle schaut,
An den ihr alle glaubt.

Des Waldes Wipfel, neiget euch!
Verstreuet rings den Ruf,
Ihr Lüfte, Felsen, beuget euch!
Es naht, der euch erschuf.
Nur eins, nur eins liegt starr und tot,
Verachtet, Herr, Dein Licht -
Das Menschenherz in seiner Not
Und Nacht erkennt Dich nicht!

Verlassen steht Dein Bethlehem,
Verwaist der Liebe Thron,
Es führt zu breit und zu bequem
Der Weg nach Babylon.
Hier lockt mit ihren Schätzen all
Frau Welt, so weich, so lind:
Wer denkt noch an den armen Stall,
Ans allerärmste Kind?

Den Engelsang, den überbraust
Der Wollust Symphonie:
Der Sänger Saiten schrill durchsaust
Des Goldklangs Melodie.
Die Ehre feil, der Glaube feil
Um schnöden Judaslohn;
Die Welt, die sucht ein andres Heil
Als Dich, der Jungfrau Sohn!

Drum fliehst Du aus der Städte Schwall
Zur armen Hirtenschar,
Dort grüßt Dich noch ein leiser Schall
Vom Glück, das einstens war:
Vom Glück, das einstens schimmernd lag
Auf einer gläub'gen Welt,
Vom Glück, das finstre Mächte Schlag
Uns neidisch hat zerschellt.

Umsonst! - Die Welt, so klug und alt,
Stürmt fort im Luftgebraus,
Ihr Tannenbaum glänzt leer und kalt,
Dich, Christkind, trieb sie aus!
So komm, Du Kindlein wunderbar
Zu uns ins Hirtenzelt,
Ach - klein und arm ist unsre Schar -
Auch uns verstieß die Welt!

O komm vom hohen Himmel her
Zu uns in heil'ger Nacht;
Hellfunkelnd steht der Sterne Heer,
Lautlos der Berge Macht.
Des Meeres Orgel braust und klingt,
Stumm liegt die Erde da,
Doch eine Engelstimme singt
Ein helles Gloria!

Franz Eichert 1857 - 1926

Frohe und gesegnete Weihnachten Euch allen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.12.2008 14:44:59 GMT+01:00
Das Lied vom Schneemann Tintenbühl

Der Schornsteinfeger Tintenbühl
Fegt seine Esse mit Gefühl.

Indeß er wirkt auf luft'ger Höh',
Steht unten still ein Mann aus Schnee.

Dies haben listig gleich erkannt
Der Friedrich und der Ferdinand.

Und da sie strebsam von Natur,
Verschwinden sie im Treppenflur.

Und immer höher „tippe-tappe!"
Schon öffnet sich die Bodenklappe-

Und eine Nadel scharf und spitz
Fühlt Tintenbühl im Hintersitz!

Der Tintenbühl schreit „ach! und „weh!"
Und purzelt rückwärts in den Schnee.

Und da das Dach hier ziemlich steile
Geht's abwärts mit Lawinen-Eile!

Mühlselig aus dem Schneegewühl
Taucht endlich aufwärts Tintenbühl.

Der Schneemann aber staunt: „Ei, ei!
Wieso sind wir auf einmal zwei?"

Vor Freude sind aus Rand und Band
Der Friedrich und der Ferdinand.

Doch wie ja stets, so geht's auch jetzt:
Das dicke Ende kommt zuletzt!

Verse von Adolf Holst

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.12.2008 17:41:18 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 26.12.2008 17:15:42 GMT+01:00]
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Jüngster Beitrag:  06.05.2013

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