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2001-2025 von 4186 Diskussionsbeiträgen
Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.03.2012 09:49:23 GMT+01:00
Sascha meint:
Danke, Funbr(e)aker! Hört sich toll an; sehr raumgreifend. Noch mehr Dubeffekte. Könnte bei einer Neuverfilmung von 'Blade Runner' (der Film...) zum Soundtrack gehören. Bestell ich mir gleich.

Veröffentlicht am 13.03.2012 22:29:27 GMT+01:00
King0531 meint:
Pelican - Australasian (2007) 8/10

Veröffentlicht am 15.03.2012 22:00:34 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.03.2012 14:09:01 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
LEE RANALDO: Between the Times and the Tides [morgen]

Höre gerade auf der Seite des amerikanischen ROLLING STONE in dieses Album rein und bin sehr angetan davon. Im RS-Interview wurde Ranaldo treffenderweise als SONIC YOUThs George Harrison bezeichnet in dem Sinne, daß er zwar viel weniger SY-Song geschrieben/gesungen hat als Thurston Moore/John Lennon oder Kim Gordon/Paul McCartney (?! Hm, da haut's irgendwie nicht mehr hin...vielleicht umgekehrt....), andererseits seine Stücke aber hohes Ansehen genießen und zu den besten SY-Songs überhaupt zählen. Ich mochte seine Nummern auch immer besonders gern und schätzte ihn auch als Sänger sehr. Interessante Stimme. Die Zukunft v. Sonic Youth ist nach der Trennung v. Moore und Gordon ungewiß, und da kommt ein Album mit lauter Ranaldo-Songs und ohne die sonst üblichen Experimente gerade recht.

Veröffentlicht am 16.03.2012 17:02:38 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
PUBLIC IMAGE LTD.: One Drop [April]

We come from chaos. You cannot change us. PIL orientieren sich auf diesem ersten Studiomaterial seit 20 Jahren an ihren lange zurückliegenden Großtaten, sprich: An der "Metal Box" bzw. "Second Edition"; klar, ganz so unberechenbar und subversiv kann es nicht klingen, aber mit dem Popzeug der letzten regulären Studio-Alben hat es nur noch wenig zu tun: 2 Akkorde, eine relativ offen gespielte Gitarre, jede Menge Dub-Effekte, Rumgespiele am EQ - Es ist alles da, und Rottens etwas heiser gewordene Ätz-Attitüde hat in all der Zeit auch nicht gelitten. Sehr, sehr gut. Die Spannung steigt.

Veröffentlicht am 16.03.2012 20:49:49 GMT+01:00
King0531 meint:
Nach drei gekonnten Plopps eine bekanntliche Leihgabe...

Monster Magnet - Dopes To Infinity (1995)

Veröffentlicht am 16.03.2012 22:07:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.03.2012 22:07:35 GMT+01:00
King0531 meint:
Monster Magnet...och nööö...
Ist Musik aus vergangenen Zeiten...kann mich nicht mehr erwärmen..

Dinosaur jr. - Where You Been (1993) 7,541/9,92

Veröffentlicht am 16.03.2012 23:35:18 GMT+01:00
King0531 meint:
So nun denn...habe mich zum sechstenmal beploppt...
..einfach köstlich...

Ici Maintenants - Space And Time (2001) 8,2346/10,0025

Eine der besten psychedelischen Space-Rock Scheiben der W...!
Na ja...annähernd...oder dergleichen...

Veröffentlicht am 17.03.2012 00:57:35 GMT+01:00
King0531 meint:
Die Köstlichkeit setzt sich fort...

This Will Destroy You - Young Mountains

Veröffentlicht am 17.03.2012 14:09:42 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.03.2012 14:47:46 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
LEE RANALDO: Between The Times And The Tides [gestern]

Eine sanft modulierende Keyboard-Fläche, dann eine aus vier Tönen bestehende, einmal die Tonleiter hoch, wieder hinunter und nochmal halb hinauf springende lakonische Kinderliedmelodie, dann ein extrem gut abgehangenes Halbriff, die Band steigt ein, und Lee Ranaldo singt: "Coming in from Colorado/Taking a late night jet out of the snow" - und da ist er, dieser verführerisch dramatische, coole Sog, der einem die Nackenhaare aufstellt, den Blick leert und die sofortige Bereitschaft erzeugt, sich in die Welle fallen zu lassen, denn man weiß: Sie trägt. SONIC YOUTH haben wahrscheinlich Hunderte solcher Momente im großen, reichen Katalog ihrer Musik. Lee Ranaldo ist Gitarrist und Sänger bei Sonic Youth, und über dieses neue Solo-Album von Lee Ranaldo zu schreiben geht nicht, ohne daß man immer wieder auf Sonic Youth kommt (weswegen sie für den Rest dieser Rezension nur noch mit ihren Intialen "SY" bezeichnet werden sollen). Bei SY ist Lee Ranaldo das tief braunäugige und subtil silberblickende Pendant zu THURSTON MOOREs extrovertierter New-York-Nerdness. Für die von ihm gesungenen Songs, und das waren pro SY-Album selten mehr als einer oder zwei, hatte ich immer eine besondere Schwäche, nicht zuletzt wegen seiner Stimme; kein spektakulärer Sänger, das nicht. Aber Ranaldos sonorer Bariton hatte immer eine charismatische Präsenz und etwas In-sich-Ruhendes, auch im kakophonischsten Feedback-Gewitter - davon wiederum gibt es auf "Between The Times And The Tides" so gut wie gar nichts zu hören. Bei SY brachten Ranaldo und Moore surreale Soundskulpturen zum Flirren (Ich weiß, solche Metaphern sind hilfloser Quatsch, aber im Fall v. SY kann man das mal sagen.), "Between The Times And The Tides" klingt dagegen wie moderner Rock-Indie amerikanischer Prägung. Der Vergleich mit WILCO wurde schon an anderer Stelle gebracht, und passenderweise spielt hier neben Alan Licht Wilcos NELS CLINE eine ziemlich prominente Gitarre. STEVE SHELLEY sitzt am Schlagzeug, und das hat geradezu etwas Rührendes, denn er hat auch schon auf den Rock-orientierteren Solo-Alben von Thurston Moore getrommelt. "Wen soll man denn sonst nehmen?" werden sie sich gedacht haben, schließlich macht man seit fast 20 Jahren zusammen Musik. Aber auch der frühere SY-Drummer BOB BERT kommt zum Einsatz; daneben JIM O'ROURKE als üblicher Verdächtiger und ehemliges 5. Rad am Sonic-Youth-Wagen sowie JOHN MEDESKI, dessen Hammond-Orgel sich fast überall unter die Gitarren legt und den detailreichen Soundteppich erst so richtig dickflüssig macht. Musik zum Darin-Schwelgen. Den sympathisch understated'en liner notes kann man entnehmen, daß alle 10 Songs auf der Akustischen geschrieben wurden und die Elekrifizierung erst später stattfand. "Stranded" und "Hammer Blows" basieren auch in ihren endgültigen, hier zu hörenden Versionen auf kontrolliert gespielten Westerngitarren, und vor allem "Hammer Blows" geht ans Herz: Ein Song übers Abschiednehmen, übers Loslassen, vielleicht auch über das Scheitern einer Beziehung, deren einer Teil immer wieder "...on the road..." ist. "Shine up your nails/Feel the wind in your sails" singt Lee Ranaldo abschließend, der Schlußakkord ertönt, und Ranaldo klopft arhythmisch auf den Gitarrenkorpus, so daß das Instrument dröhnend resoniert und man den Atem anhält; nicht der einzige NEIL YOUNG-Moment auf dieser Platte: Auch der Refrain von "Xtina As I Know Her" erinnert in seiner 2-Akkord-Einfachheit an den Alten. Die Strophen dagegen bleiben auf einem Ton und gewinnen ihren harmonischen Reichtum allein durch die Texturen, die aus dem Zusammenspiel der Gitarren entstehen. Hypnotisch und abgründig. Auf dem Textblatt dazu die typische SY-Schreibe: "Xtina", und "your" wird mit "yr" abgekürzt. Man kennt das alles, und die farbenfrohen Fotos erinnern beinah an das Innencover von "Goo", SYs 1990er Mainstream-Durchbruchsplatte. Aber darauf wies ich ja schon hin, und ich persönlich finde es klasse, daß Ranaldo endlich mal eine straighte Rockplatte gemacht hat. "Off The Wall", was für ein fluffiger Indie-Hit! "Lost" klingt fast wie eine poppige BOB MOULD-Nummer! Und am Ende kommt ein Song namens "Tomorrow Never Comes": Stark synkopierter Rhythmus und eine lässig angeschlagene E-Gitarre, ein Akkord, dazu drony Feedback-Sounds und Rückwärtsspuren, die fast wie, genau, Tape-Loops klingen - eine BEATLES-Reminiszenz, genauer gesagt ein Tribut an "Tomorrow Never Knows". Später kriegt der Song doch noch einen richtigen Refrain, aber der Einfluß ist klar zu erkennen. "Shouts" hingegen ist vielleicht der SY-hafteste Song auf "Between The Times And The Tides". Der Text wurde inspiriert durch ein Foto, auf dem im Mittelgrund ein Paar zu sehen ist, das engumschlungen auf dem Asphalt liegt. Er küßt sie. Im Vordergrund steht ein Polizist in Kampfmontur, im Hintergrund sieht man die Rücken einer Kollegen. Den Blicken des Betrachters entzogen: Der Riot in Vancouver, den die Ordnungskräfte im Zaum halten sollen und der sich 2011 nach einem Eishockeyspiel entzündete. Nein, kein Song über Eishockeyriots. Vielmehr hat Ranaldo beim Schreiben der Lyrics an die "Occupy Wallstreet"-Bewegung gedacht, in der er sich auch selbst engagiert. Und so entstand ein Song über die globale Protestwelle aus der partikularen Sicht dieses Paares. Daß es sich dabei in der Realität am Ende eben NICHT um ein Liebespaar handelte, sondern darum, daß sie verletzt und außer Kontrolle war und er versuchte, sie runterzubringen, indem er sie umarmte und küßte - nun, daß fällt wohl in die Kategorie "Mißverständnisse, die zu großer Kunst führten".
Lee Ranaldo hat mit "Between The Times And The Tides" ein meisterhaftes modernes Rock-Album vorgelegt, das auch ohne den mächtigen SY-Bezug Gültigkeit hat. Im Hinblick auf die ungewisse Zukunft seiner Heimat-Band macht es Hoffnung, und es ist besser als vergleichbare Alleingänge von Thurston Moore. Es wäre schön, wenn dies keine einmalige Sache bleibt.

Veröffentlicht am 17.03.2012 18:20:58 GMT+01:00
Etheriel meint:
Janus - Auf Winterreise
Live Doppel-CD nur über den Bandshop zu haben und auf 1000 Stück limitiert.
Grandios
Antwort auf den Eintrag von Etheriel:
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Veröffentlicht am 18.03.2012 16:22:13 GMT+01:00
Schmitty meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.03.2012 17:40:18 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.03.2012 22:02:32 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
Schon mitgekriegt, da stehst Du gerade ziemlich drauf, hm? Läuft gerade bei mir. Schöner Track. Sehr uplifting und hypnotisch, weil man das Gesangshook im A-Teil nicht mehr loswird, wenn man's einmal gehört hat. Musik und Produktion sind auch cool, spontan fühle ich mich an eine Kreuzung aus Minimal und manchen UNDERWORLD-Tracks erinnert. Je öfter ich es höre, desto besser gefällt es mir, glaube aber nicht, daß es mich am Ende so kickt wie Dich...mal in das Album reinhören.

NEW ORDER: Low-Life [1985]

OK, nach oberflächlicher Prüfung weiß ich, daß ich das Album schonmal nicht brauche. Aber "A Capella" sticht heraus, habe ich den Eindruck.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.03.2012 20:18:24 GMT+01:00
Schmitty meint:
Steven,

danke für die schnelle Antwort. Das Album finde ich gut. Herausragend ist für mich ebenfalls "Acapella"

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.03.2012 17:56:20 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
No prob. Wenn Du grad nichts Besseres zu tun hast, hör doch mal in Lost Where I Belong v. ANDREYA TRIANA [2010] rein. Höre ich momentan sehr häufig. Vielleicht ist es Dir zu gediegen.

LEE RANALDO: Between The Times And The Tides [2012]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.03.2012 09:56:10 GMT+01:00
Schmitty meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 23.03.2012 12:03:30 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
Multiple accout owners and/or user conspiracies force me to press the mouse button more often than usual. What a drag.

SOUND DIMENSION: Mojo Rocksteady Beat [2008]

Spring arrives on the terrace, and Steven Frame gets out the Reggae records. Es ist ein Klischee - aber eins, das jedes Jahr aufs neue prächtig funktioniert. Draußen sitzen, einen Kaffee trinken; zwischendurch kommen ein paar Kinder unter der Anleitung eines kundigen Erwachsenen vorbeimarodiert und sammeln Müll. Ich versuche die Katze des Nachbarn auf meine Seite zu ziehen und frage mich, was ich gestern an der SKY-Kasse zu dem Typen mit dem "Thor Steinar"-Kapuzi und seiner dusseligen K*ckfrisur-Freundin eigentlich mal hätte sagen sollen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.03.2012 12:06:23 GMT+01:00
Petz meint:
stimmt ... immer weider im frühjahr greife ich zu UB40 aber nur die ersten 3 alben bzw, die live mit dem frankenstein drauf und marley oder tosh ... geht im winter gar nicht sowas

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.03.2012 12:21:28 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
Nee, is echt Saisonmusik. Hat u.a. den Vorteil, daß man sich nicht ständig neue Reggae-Platten kaufen muß.

ROOTS MANUVA: Slime & Reason [2008]

Recht eigenwilliges vorletztes Album des britischen Sprechgesang-Unikats. Die Tracks klingen aufs erste Hören nach billiger Elektronik, vor allem, wenn's in Richtung Digital Reggae geht. Wenn mich nicht alles täuscht, klingen die Tracks womöglich auch aufs ZWEITE Hören nach billiger Elektronik. Aber im HipHop-Kontext dieses Albums sorgen sie für Einzigartigkeit und hohen Unterhaltungswert. Rodney Smith ist ohnehin einer, dem Humor nicht fremd ist. Was bestimmt nicht für alle HipHopper gilt, ach, was red ich, für alle MENSCHEN!!

(Petz, ich glaub', for You is that nothing.)

Veröffentlicht am 23.03.2012 12:48:59 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.03.2012 12:50:30 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
SONIC YOUTH: Evol [1986]

Ein SY-Album aus der Zeit, als sie die coolsten Säue auf dem gesamten Planeten Indie waren; erstes Album in der bis heute stabilen Besetzung Moore-Ranaldo-Gordon-Shelley und ein Klassikerpaket: "Tom Violence" ist für mich einer der schönsten SY-Tracks überhaupt. Schon nach der ersten Strophe begibt sich die Band in einen dieser atmosphärischen Instrumentalparts, von denen sie so viele gemacht haben: Die offen gestimmten Gitarren von Lee Ranaldo und Thurston Moore/Thorsten Moor umkreisen, beleuchten, befragen und beantworten einander, es verdichtet sich, eskaliert, und dann ist die Strophe wieder da, gestählt und noch abgründiger als beim ersten Mal. "Shadow Of A Doubt", wie geil ist "Shadow Of A Doubt", allein dieses rhythmische Flageolet-Geklingel, das sich durch den gesamten A-Teil zieht! Sonic Youth sind vom Ansatz her immer einer ROCKband gewesen, nur daß sie nie Gefahr liefen, so zu klingen wie andere Rockbands: Weil sie den klassischen Rocksong-Aufbau dekonstruierten (früher freilich mehr als heute) und weil ihre Riffs wegen der open tunings und den meist eher cleanen, dengeligen Sounds von vornherein und IMMER anders klangen. Ich sah sie u.a. 1990 auf der "Goo"-Tour, und Moore/Ranaldo hatten neben sich Kisten stehen, Kisten, aus denen Gitarrenhälse rauskuckten. Am Ende eines jeden Songs Gitarre abschnallen, gerne auch achtlos wegwerfen und sie nächsten aus der Kiste nehmen. Neuer Song, neues tuning. Fand ich total faszinierend. Weitere Highlights auf "EVOL": Das auf einem melancholisch-bedrohlichen Psycho-Pianolauf basierende "Secret Girls" und das überlange, auf einer absteigenden, ultra-einfachen Baßfigur endlos austrudelnde "Madonna, Sean and me", von dem Neil Young sagte, es wäre einer der besten Gitarrensongs aller Zeiten.

"Sister", das Folgealbum [1987] war sogar noch einen Ticken besser, und mit "Daydream Nation" kulminierte...[...], bla, bla, na, lassen wir das, weiß ja eh jeder, was ich da...

Veröffentlicht am 23.03.2012 14:31:01 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.03.2012 14:38:52 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
SONIC YOUTH: A Thousand Leaves [1998]

...oder "Mille Feuille", wie es durchgestrichen auf dem CD-Label zu lesen ist. "Contre Le Sexisme" heißt der erste Song, "French Tickler" ein weiterer. Ein "French Tickler" ist ein Sexspielzeug, aber das wußtet Ihr ja alle schon. Ein paar französische Bezüge also, die einem sofort ins Auge springen, ansonsten ist alles typisch Sonic Youth. Sie waren ja nie die Vertreter des klassischen Songformats, eher seine Dekonstruierer, aber auf "A 1000 Leaves" entfernen sie sich stellenweise besonders weit von diesem Korsett. Sie waren seinerzeit schon weit gekommen auf dem Wege ihres Wegdriftes von mainstreamiger Konsumentenfreundlichkeit (die ja selbst zu "Goo"-Zeiten immer Gefahr lief, von häßlichen Klinkensteckergeräuschen gestört zu werden), und das nächste Album "NYC Ghosts & Flowers" sollte den vorläufigen Höhepunkt dieser Reise darstellen. Das mal wieder ziemlich VELVET UNDERGROUND-beeinflußte "Sunday" ist in diesem Kontext der einzige Song und wurde folglich als Single ausgekoppelt. Ansonsten dominiert das sperrig bzw. verführererisch Mäandernde. "Karen Koltrane" (einer von 2 Lee-Ranaldo-Songs, beide Highlights der Platte) und "Hits Of Sunshine" bewegen sich in der Nähe der 10-Min.-Grenze. Die Kim-Gordon-Tracks sind tendenziell etwas nerviger als normal. "The Ineffable Me" erreicht in dieser Hinsicht Showcase-Charakter, mit spoken-word-passagen, entnervtem Gelächter und einer sich aufblähenden Krachblase, in der der Track am Ende zügig verschwindet. Danach "Snare, Girl", von Thurston Moore gehaucht, ein Akkord und ein Arrangement, das mit "No-wave-chill-out-rock" natürlich ziemlich flapsig umschrieben ist, aber mir fehlen oft die Worte, um angemessen zu beschreiben, wie SY-Songs sind. Toll, daß solch ein Album bei Geffen erscheinen konnte und sogar Platz 38 im UK erreicht hat. Keins der prominentesten SY-Werke aber ein wunderbares Album.

Veröffentlicht am 23.03.2012 14:32:14 GMT+01:00
Schmitty meint:
Zodiac Mindwarp and the love reaction - Tattoed Beat Messiah

die Texte sind wundervoll, wenn er die Sex- und Gewalt-Protzereien der HM-Szene parodiert:

"I ain't got time for chocolates and flowers /
I need a woman now, not in 24 hours /
A drunken skirt with a bad reputation /
A see-you-later-baby with no complication"

Hochst empfehlenswert, weil es sich selber nie ernst nimmt:

"If love is an art, Baby, I'm surreal!"

Veröffentlicht am 24.03.2012 17:18:27 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.03.2012 18:04:54 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
PAUL WELLER: Sonik Kicks [gestern]

Mit "Wake Up The Nation" [2010] schaffte Paul Weller mindestens zweierlei auf einen Streich: Erstens machte er ein extrem kurzweiliges Album, dessen Songs bei all ihrer Fragmentiertheit und Verknappung trotzdem immer noch gute Songs waren. Zweitens machte er deutlich, daß trotz/wegen fortgeschrittenen Alters bloß keiner erwarten soll, er würde zukünftig mit jedem weiteren Roots-bewußten und extrem vintage rumpelnden Soon-to-be-a-britrock-classic-Album sein Denkmal mit hübschen kleinen Details verfeinern. Gut, davon war ohnehin nie auszugehen, aber "Wake Up The Nation" schepperte in seiner von Bowies Berlin-Alben inspirierten Zackigkeit und Urbanität so dermaßen frisch los, daß man doch ein wenig überrascht war. Und im nächsten Moment begeistert den Hut in die Luft warf. Nichts gegen Platten wie "Heavy Soul", aber damit fällt man auf lange Sicht in die Gediegenheitsfalle. Sowas würde Paul Weller nicht passieren, das war mal wieder klar, und mit "Sonik Kicks" wird es gleich noch ein bißchen klarer. Ein wenig ZU klar für meinen Geschmack, weswegen diese Rezension u.a. Ausdruck einer gewissen Gespaltenheit meinerseits sein wird: Einerseits bewundere und respektiere ich Musiker, die ihr Publikum irritieren und nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen. In dieser Hinsicht sehe ich Paul Weller durchaus auf gleicher Höhe mit Weltmeistern wie NEIL YOUNG, BOB DYLAN oder dem schon erwähnten DAVID BOWIE. Er möchte sich selbst herausfordern, sich nicht begrenzen (lassen) und experimentieren. Recht so, wohlan! Leider geht mir persönlich "Sonik Kicks" etwas zu weit. Eine ganz schön zerstrubbelte Angelegenheit ist das. Hier hat jeder Track Unikatcharakter.

Bei aller Kritik, die noch kommt: Der Opener "Green" ist großartig. Von Anfang an bleibt kein Stein auf dem anderen, aber das Fundament, ein CAN-artig manisch meternder Beat, ist stark. Die ganze Nummer klingt eigentlich eher wie ein radikaler Remix: Harte Schnitte, Bruchstücke von Hooklines, Gitarren- und Analogsynthi-Flicks, die durchs Panorama witschen. Zwischendurch verschwindet die rhythm section, später beinah der ganze Track, aber es kommt alles wieder. Hat jemand "Dub" gesagt oder gedacht? Right on, 6 Nummern später macht Weller es vollends wahr: "Study In Blue" ist ein Dub-Song, komplett mit drangehängtem Version-Part. Nicht schlecht, hält aber leider sein Versprechen nicht ganz: Im Arrangement ist ein bißchen zuviel los, so daß zumindest die gesungene Hälfte teilweise implodiert. Ich persönlich hab's außerdem nicht so mit alternden Rock'n'Rollern, die Duette mit ihren wesentlich jüngeren Freundinnen singen, schon gar nicht so leicht an-erotisierte Duette wie dieses hier; SERGE GAINSBOURGs Rumgemache mit JANE BIRKIN vielleicht mal ausgenommen. Der Instrumentalteil von "Study In Blue", um zum Thema zurückzukommen, ist also besser, erinnert mich sogar an einschlägige ON-U SOUND-Acts, aber was bringt es mir, wenn ich sowas auf einem Weller-Album höre? Ich sage vielleicht: "Da brat' mir doch einer 'nen Storch, hat doch der Weller ein Dub-Lied gemacht!" - und danach lege ich eine CREATION REBEL-CD in den Player.
"That Dangerous Age", die Single, erinnert noch am meisten an die metallische Verdichtung von "Wake Up The Nation": Ein unwiderstehlicher Bastard aus Rock, Funk und Soul mit einem umwerfenden Vocal-Arrangement. Und wahrscheinlich ein selbstbezogener Song, ähnlich wie "The Changing Man" oder "The Weaver". Man nehme sich also in Acht vor Paul Weller, der noch nie so unberechenbar war wie auf "Sonik Kicks!" Zumindest dieser Song zählt zu den besten seiner Karriere!
Das ändert aber nichts daran, daß ein stellenweise in Hall und Rückwärtsdelays ersaufendes Etwas wie "Dragonfly" irgendwie nichts Dolles ist. Man fragt sich, wo das Problem liegt: Wurde das Songwriting zugunsten überbordender Freude am Effektgerät vernachlässigt? Oder ist der Song ganz OK, versuppt aber in einer arg gimmicklastigen Produktion? Schwer zu sagen, ein bißchen von Beidem wahrscheinlich. "By The Waters" ist dagegen ein Lied zur akustischen Gitarre. Aber man hat sowas von Weller schon in wesentlich zwingenderer Qualität gehört. Die überkandidelten Streicher geben sich alle Mühe, eine gewisse Beliebigkeit aufzuhübschen und erzeugen fast Peinlichkeitsgefühle. Paul Weller als verzückt von Blume zu Blume hoppelnder Hase, nein, das will man irgendwie nicht. Lieber noch so eine ultra-auf-den-Punkt gedroschene Mod-Polka wie "Kling I Klang": "And I don't care 'bout the coming wave/I'll take my chances in the grave/There's only one moment that is now/I can't undo what I don't know how". Es scheint ihm blendend zu gehen, und ich glaube, er hat ohne Ende Spaß und guten Sex - alles gegönnt und noch beglückwünscht dazu, aber "Sonik Kicks" ist stellenweise einfach Selbstzweckhaftes-Gepiepse-over-substance; vor allem bei Füll-Instrumentals wie "Sleep Of The Serene" oder dem 20sekündigen "Twilight". "Paperchase" hingegen ist, kurz vor Schluß, doch nochmal ein SONG; erinnert an BLURs "Beetlebum", aber that certain Schlaffheit paßt einfach nicht so richtig zu Paul Weller, also auch nichts Richtiges. Und "Be Happy Children" ist eigentlich eine ganz schöne, gospel-beeinflußte Soul-Ballade, die man aber nach all dem Tam-Tam und infolge einer psychedelisch überladenen Produktion auch nicht mehr so ganz Ernst nehmen kann. Schade.

Auf der wie immer in Buchform zurechtgemachten und optisch wirklich hochattraktiven "Deluxe Edition" gibt es obendrüber noch "Starlite", die Single vom letzten Jahr, und das an STYLE COUNCIL erinnernde "Devotion". Die DVD bringt äußerst sehenswerte Videoclips zu 7 Songs von "Sonik Kicks": Insofern keine handelsüblichen Promo-Tools, als man den Künstler selbst so gut wie gar nicht zu sehen bekommt. Statt dessen wird z.B. "Paperchase" von einer japanischen Girl-Band gespielt, und bei "Green" gibt es einen kreischbunten Grafik-Overkill, daß die Netzhaut sich nervös kräuselt. Schlußendlich noch ausführliche track-by-track-Statements und ein Interview: Paul Weller, wie immer tadellos gekleidet, vor einem Drumset mit Union-Jack-Dekor und alten Gitarren (u.a. einem Höfner-Baß, wie ihn Paul McCartney bekannt gemacht hat). Zum Erwerb dieser Special Edition rate ich dringend, man bekommt wirklich was geboten für sein Geld.

Was kann man sagen? Paul Weller bleibt ein geiler Typ. Paul Weller erlebt gerade seinen weißichwievielten Frühling, und es werden noch etliche Frühlinge kommen, daran gibt es kein Zweifeln. "Sonik Kicks" nervt an manchen Stellen richtiggehend, aber ist es deswegen eine schlechte Platte? Natürlich nicht. Für mich nur zur Zeit nicht das, was ich mir von ihm wünsche.

Veröffentlicht am 24.03.2012 20:47:48 GMT+01:00
King0531 meint:
Guten Abend,

bei mir geht es ein wenig kürzer...

Built To Spill...live auf ZDF-Kultur..

nur etwas für verhinderte Indie-Fans ohne freie Fenster...

Veröffentlicht am 24.03.2012 20:59:43 GMT+01:00
King0531 meint:
Weiter geht es mit den...

Alabama Shakes...

kennt keine Sau...aber nicht schlecht...nur was für tellerrandige Indie-Fans..

Veröffentlicht am 24.03.2012 21:08:47 GMT+01:00
King0531 meint:
Es geht schon wieder weiter mit

Trail Of Dead...

gefällt mir nicht so richtig...zu schrill...
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