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Thread über Erstaunliches, Verrücktes, Grausames, Lustiges, Nachdenkliches und worüber man einfach nur den Kopf schütteln kann

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Veröffentlicht am 22.02.2011 14:33:44 GMT+01:00
Sharon Stoned meint:
Sollten die Amerikaner doch so langsam zur Besinnung kommen???

Kairo in Wisconsin
Tomasz Konicz 22.02.2011

Die rasch anschwellende Protestwelle gegen ein umfassendes Sparprogramm in Wisconsin könnte auf andere US-Bundesstaaten übergreifen

Am vergangenen Samstag fand in Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Wisconsin, die größte Demonstration seit dem Ende des Vietnamkriegs statt. An die 80.000 Menschen versammelten sich vor dem Capitol in Madison, um gegen ein rabiates Sparprogramm zu protestieren, das der neu gewählte republikanische Gouverneur Scott Walker ohne jegliche Kompromissbereitschaft durchsetzen will.

Die Proteste gegen dieses Sparpaket dauern bereits seit mehreren Tagen an und sie gewinnen zusehends an Breite und Gewicht. Inzwischen finden auch Demonstrationen in anderen US-Bundesstaaten statt, in denen ähnliche Kürzungsprogramme aufgelegt werden sollen.

Dabei ziehen sowohl die Demonstranten in Madison, wie auch prominente Aktivisten und Medien immer öfter Parallelen zwischen den Protesten in Wisconsin und dem erfolgreichen Aufstand in Ägypten. Protestteilnehmer tragen Plakate mit sich, die Gouverneur Walker mit dem gestürzten ägyptischen Staatschef Mubarak gleichsetzen, oder die alle US-Bürger auffordern, aufrecht "wie die Ägypter zu gehen".

Paul Ryan, ein Kongressabgeordneter aus Wisconsin, erklärte gegenüber MSNBC, es komme ihm so vor, als ob nun "Kairo sich nach Madison bewegt" habe. Eine ähnliche Parallele zog auch der Bürgerrechtler Jesse Jackson, der den "ägyptischen Geist" der Proteste in Madison lobte. Interessanterweise finden auch innerhalb der ägyptischen Befreiungsbewegungen Solidaritätsbekundungen für die Demonstranten in Wisconsin statt. "Egypt supports Wisconsin. One World - One Pain", heiß es auf Plakaten ägyptischer Demonstranten, die den Worten auch Taten folgen ließen: Ein Pizzabringdienst auf dem Unicampus in Madison hat Pizzabestellungen für die Demonstranten unter anderem auch aus Ägypten erhalten. Mehr als 300 Pizzen haben die Pizzabäcker aus Madison inzwischen an die Protestteilnehmer verteilt.

Beeindruckend - und ähnlich unerwartet wie in Ägypten - ist bei dieser Protestwelle vor allem die Dynamik, mit der sie sich entwickelt. Beim ersten Protesttag, am Montag, dem 14. Februar, nahmen gerade mal 2.000 Demonstranten teil. Am Mittwoch drangen gut 13.000 Protestteilnehmer in das Capitol ein, um dort ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen. Donnerstags fanden sich schon 25.000 bis 30.000 Demonstranten im und vor dem Capitol zusammen.

Getragen werden die Proteste vor allem von den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, die im Rahmen des Kürzungspaketes ihrer Tarifrechte beraubt werden sollen. Doch inzwischen unterstützt eine breite Koalition von Gruppen, Persönlichkeiten und Organisationen die Proteste, die zu einem Brennpunkt werden könnten, der die daniederliegende US-amerikanischen Linke reanimieren könnte. Inzwischen sind sogar die Demokraten in Wisconsin auf Konfrontationskurs zu Gouverneur Walker gegangen, indem sie schlicht der Abstimmung über das Gesetzesvorhaben fernblieben. Die Republikaner, die eine Mehrheit von 19 zu 14 im Senat von Wisconsin halten, brauchen mindestens einen anwesenden Demokraten, um beschlussfähig zu sein.

Inzwischen ordnete Walker sogar Polizeikräfte an, die flüchtigen Senatoren aufzuspüren. Einer der Demokraten, die sich an einem unbekannten Ort aufhalten, erklärte, sie seien bereit, notfalls auch "wochenlang" unterzutauchen, bis Walker kompromissbereit sei. Zudem hat auch Präsident Obama in den Auseinandersetzungen Position bezogen und das Gesetzvorhaben Walkers als einen "Angriff auf die Gewerkschaften" bezeichnet.

Veröffentlicht am 22.02.2011 14:59:33 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.02.2011 15:00:38 GMT+01:00
Daniel K. meint:
Mmmh, na den Gedanken hatte ich die Tage auch schon:

Wie das wohl weitergeht, nach Tunesien, Ägypten und nun z.B. wohl auch schon China.
Hier bei uns in der westlichen Welt.

Lt. dem einen Soziologen in einer der ZDF- oder Arte-Reportagen, die vor paar Monaten beim Themenabend "Die neue Wut der Jugend" lief (mit den französischen Dokumentarfilmen/Reportagen "Die Rebellen aus der Vorstadt" und "Für eine andere Welt", sowie dem Fernseh-Spielfilm "Wut in den Städten"), gab es ja statistisch weltweit auch noch nie so viele Proteste und 'Protestaktionen' wie im letzten Jahrzehnt.
Also '68 kein Vergleich dagegen. Und Tendenz steigend.

War mir so auch neu, wenngleich auch nicht allzu überraschend.

Veröffentlicht am 22.02.2011 15:39:16 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.02.2011 15:58:50 GMT+01:00
Daniel K. meint:
Ach ja, heute Abend, noch 'n kleiner Fernseh-Tipp für eingeschworene Schwarz-Gelb-WählerInnen:

ARTE, 20.15 Uhr:
"Mittelschicht - Angst vor dem Abstieg"
Dokumentation, Deutschland 2010 - Thema: Die Mitte in Not

Da geht's bestimmt darum, dass und wie die weiter aufgehende Arm-Reich-Schere natürlich in erster Linie die Mitte auseinanderrupfen und "Veränderungen" bescheren wird.
Also schonmal einen Einblick in die nahende Zukunft bekommen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.02.2011 19:03:07 GMT+01:00
Grendel meint:
Das letzte Foto von Paul und John zusammen!

http://www.feelnumb.com/?p=858

Veröffentlicht am 24.02.2011 06:19:23 GMT+01:00
Daniel Zynda meint:
Mal zum Guttenberg:

Ich wusste nicht mal, das der ein Doktor ist, mir ist das auch ziemlich egal. Musst ja kein Doktor sein um Politiker zu sein. Außerdem heißt ein Doktortitel ja nicht viel, Leute wie Kohl z.b. hatten den ja auch. Von mir bekommt Guttenberg ein wenig persönliche Symphatie nur deshalb, weil er die Wehrpflicht abgeschafft hat. Aus was für Gründen auch immer, aber zumindest sind wir diese peinliche Altlast los. Hat sich ja sonst zig Jahre keiner 'rangewagt. Sag das also nicht weil ich seine Partei oder irgendeine andere so toll finde, ich wähl nichts.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 07:07:51 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2011 08:14:33 GMT+01:00
Daniel K. meint:
Dass für die Abschaffung der Bundeswehr "pazifististische" Gründe ausschlaggebend sind, ist aber eher anzuzweifeln (wir erinnern uns auch an die guten Kontakte der "Konservativen" zur Waffenlobby):

Hat nämlich eine "Volksarmee" den großen Nachteil, dass sie - wie aktuell in Ägypten oder Libyen - eventuell wohlmöglich verweigert, auf die eigenen Landsleute zu schießen, haben das von sonstwo- und irgendwoher beorderte, berufene UNO-Truppen (die man bei einer "schlanken" Armee dann anfordern muss/kann) oder eine Söldner-Armee (die dann ja mehr einer "privaten" Schutztruppe des Staates entspricht) vielleicht nicht.

Prima Systemschutz, fall's auch bei uns in den westlichen Ländern die Leute irgendwann mal nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben, und daran dass der Neo-Liberalismus ihren Wohlstand sichert und mehrt - und vielleicht auch mal hier die Menschen in großem Stil wütend auf die Strasse gehen könnten (was sich als Entwicklung ja bereits abzeichnet, siehe Paris 2005).
Die Protestierenden dann einfach als Extremisten, Terroristen, Rebellen oder Staatsfeinde erklären, Notstand ausrufen, UN-Hilfe anfordern, Protest zum Verstummen bringen lassen.

Und praktischerweise spart man natürlich längerfristig erstmal auch noch Geld (das dann woanders hin versacken, oder den Staat noch ein wenig länger finanziell stabil halten kann).

Veröffentlicht am 24.02.2011 08:18:50 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2011 09:21:17 GMT+01:00
Sharon Stoned meint:
Hab mir mal den Spass gemacht und einige Rezis zu dem Buch Verfassung und Verfassungsvertrag.: Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU. unseres Gel-Prinzen gelesen. Da sind wahre Meisterwerke von Zynismus und Sarkasmus bei. Ich ziehe den Hut vor Der Leistung einiger Rezensenten.

Wirklich hervorragend.

Veröffentlicht am 24.02.2011 09:04:15 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2011 09:24:07 GMT+01:00
Daniel K. meint:
http://www.bildblog.de/tag/bild-und-die-guttenbergs/

Man erinnere sich dabei auch mal wieder an das empirische Können und sozialwissenschaftliche Sachverständnis von Thilo Sarrazin.

Da befindet sich ex-Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg bei seiner Bild-Propaganda-Truppe quasi in bester Gesellschaft, bei Empirik-Dilletanten oder manipulierenden Umfrage-Verfälschern, die sich auch nicht an die goldenen Werte, Leitlinien, und handwerklichen Regeln (sozial)wissenschaftlicher Wissenschaften und Forschung halten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 09:30:58 GMT+01:00
Grendel meint:
"wissenschaftlicher Wissenschaften" - stammt dies auch aus dem Bildblog?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 09:34:27 GMT+01:00
Daniel K. meint:
Nee, sonst wär's ja in Anführungszeichen gestellt :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 10:03:33 GMT+01:00
Petz meint:
ERSTAUNLICH ...

Dropkick Murphys
Bielefeld Germany April 16th now sold out. Sorry folks!

die band scheint ja im kommen zu sein: aufnahmen mit bruce springsteen, tour ausverkauft ... was kommt noch

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 10:41:18 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2011 10:41:39 GMT+01:00
Daniel K. meint:
Naja: Ausdauer und langer Atem (böses Zungen sagen auch noch 'Penetranz') ist auf jeden Fall eine gute Strategie für irgendwann Erfolg, Berühmtheit und Top 20.

Hat ja schon bei vielen geklappt (Oomph!, Onkelz, Apoptygma Berzerk, De/Vision, And One, Project Pitchfork, ...)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 10:50:03 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2011 10:50:20 GMT+01:00
Grendel meint:
@ Warren:

Werde sie auf dem Taubertal-Festival im August sehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 11:31:27 GMT+01:00
Petz meint:
nach bielefeld wäre ich sogar hingefahren ... :-((

Veröffentlicht am 24.02.2011 13:24:30 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 28.05.2013 15:16:32 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 24.02.2011 13:31:12 GMT+01:00
Sharon Stoned meint:
AM Freitag bei der Beerdigung, der 3 getöteten BW-Soldaten, könnte es lustig werden in der Kirche zu Regen. Man stelle sich vor, dass einer der Eltern der toten Soldaten vielleicht etwas "überreagiert" wenn ein nachgewiesender Betrüger und Lügner die Grabesrede halten will.

Bei mir würde er es nicht mal bis zum Podium schaffen!!!

Veröffentlicht am 24.02.2011 13:37:47 GMT+01:00
Sharon Stoned meint:
So langsam muss man sich fragen: Haben wir uns mit der Wende auch die Stasi-Ideologie/Mentalität ins Land geholt?
Das was hier abgeht, kann ja doch nicht wahr sein von der Bildzeitungsgehirnwäsche bis zu dem hier, eine einzige Schmierenkomödie.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 23:30:59 GMT+01:00
Petz meint:
http://www.rollingstone.com/music/photos/rolling-stone-readers-pick-the-top-10-beatles-albums-20110223/1-revolver-0597355

mal nur so ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2011 23:39:12 GMT+01:00
Petz meint:
mitbringel zum nächsten veganertreffen ... http://www.wurstteppich.de/

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.02.2011 02:25:35 GMT+01:00
Daniel K. meint:
Und???

Also ich mag "Revolver" und "Rubber Soul" auch am liebsten.

Veröffentlicht am 25.02.2011 02:25:50 GMT+01:00
Daniel K. meint:
Krass:

Strafverfolger gehen Millionenbetrug mit Aids-Medizin nach:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,709987,00.html

Veröffentlicht am 25.02.2011 08:08:47 GMT+01:00
Sharon Stoned meint:
Das Strafverfahren gegen Guttenberg läuft. Spätestens bei Zustellung der Anklageschrift wird er zurücktreten müssen. Es wird ihm also nichts nützen, dass die Universität Bayreuth auf den Nachweis des vorsätzlichen Betrugs verzichtet, da der ermittelnde Staatsanwalt aufgrund der vorliegenden Beweise Anklage erheben muss, wenn er sich nicht selbst strafbar machen will.

Guttenberg verlängert mit seiner Weigerung zurückzutreten nur das eigene Leiden und schadet der CDU/CSU bei den bevorstehenden Wahlen. Das ist ein Grund zur Freude, denn der unverschämte Lügner und Rechtsbrecher Guttenberg hat Leiden verdient, und die korrupte CDU/CSU ist wegen mangelnder Verfassungstreue als Regierungspartei unzumutbar. Man kann also schon mal Popcorn besorgen und in aller Ruhe zuschauen, wie sich die Verfassungsfeinde selbst demontieren. :-)

Ach so ja, der Link zur Anklage:

http://www.sueddeutsche.de/politik/plagiatsvorwuerfe-merkel-zitiert-guttenberg-ins-kanzleramt-1.1061759

Veröffentlicht am 25.02.2011 08:33:13 GMT+01:00
Sharon Stoned meint:
Wer hoch stapelt, kommt ganz nach oben?
Silvio Duwe 25.02.2011

An Guttenbergs Vita ist kaum etwas echt
Seinen Doktor ist Freiherr zu Guttenberg nun zügig und ohne großen Aufhebens los (Guttenberg und die Herrschaft des Unbewussten). Die Universität kam dem Wunsch des Verteidigungsministers nach Aberkennung des Doktorgrades, gedruckt auf dem Papier mit Bundesadler im Briefkopf, nur zu gern nach und verzichtete ob der Kooperationsbereitschaft des Prädikatsjuristen sogar auf eine Prüfung der Betrugsabsicht. Er werde "selbstverständlich aktiv mithelfen", ob ein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliege. Die Mithilfe hat nun dazu geführt, dass die Entscheidung der Universität Bayreuth, ganz dem Wunsch von Minister und der Bundesregierung entspricht. So sollen die Rücktrittsforderungen vom Tisch gewischt werden. Doch selbst wenn zu Guttenberg bei seiner Dissertation ehrlich gearbeitet hätte, gibt es in seinem Lebenslauf genügend Ungereimtheiten, die für einen Rücktritt reichen sollten.


Als Karl-Theodor vor zwei Jahren zum Wirtschaftsminister ernannt, kam zunächst Kritik auf. Der Freiherr sei möglicherweise ein fähiger Außenpolitiker, Wirtschaftskompetenz aber fehle ihm, so der Tenor nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus der Koalition, beispielsweise von Otto Bernhardt (CDU), der mittlerweile aus dem Bundestag ausgeschieden ist und in Berlin als Politik- und Unternehmensberater arbeitet. Die Ernennung von zu Guttenberg zeige, dass es um die wirtschaftspolitische Kompetenz der Union schlecht bestellt sei, so das vernichtende Urteil Bernhardts damals.

Der Minister allerdings gab sich die größte Mühe, keinen Zweifel an seiner Kompetenz aufkommen zu lassen und präsentierte sich gerne als ein Mann mit Erfahrungen in der freien Wirtschaft. "Geschäftsführer" gibt zu Guttenberg noch heute in seiner Biografie als Tätigkeit vor seiner politischen Blitzkarriere an. Auf diese Erfahrung legte der junge Minister in seinen ersten Reden großen Wert, die Zeitungen berichteten, er sei "geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens Guttenberg GmbH, einem Fachgroßhandel für Trockenbau, Isoliertechnik und Dämmstoffe". Doch das war schlicht falsch, mit zu Guttenberg hatte die Firma nie zu tun. Das Ministerium selbst wies Journalisten, die nach den Erfahrungen des Ministers in der Unternehmensführung fragten, auf den Fachgroßhandel hin. Am Ende entpuppte sich die großspurig angekündigte Erfahrung des Ministers als ein Bluff. Er leitete lediglich eine kleine Firma, die das Vermögen der Familie verwaltete. Aktiv hat der Minister allerdings nicht die falsche Berichterstattung aufgeklärt - zu gern wollte er sich offenbar in dem Glanz sonnen, in dem die schlecht recherchierten Berichte ihn strahlen ließen.



Schon damals hätte das Auftreten zu Guttenbergs zu deutlich kritischeren Nachfragen führen müssen - passiert ist dies jedoch nur in Einzelfällen. Doch nicht nur in Bezug auf seine Erfahrungen im Familienbetrieb neigte zu Guttenberg gern zu Übertreibungen. Er habe mit teilgenommen "an einem Gang, den die Familie mit begleitet hat" - und zwar federführend, erklärte Guttenberg im Februar 2009. Gemeint ist der Börsengang des Rhön-Klinikums im Jahr 1988 - da war der Minister gerade einmal 17 Jahre alt. Eine erhebliche Doppelbelastung neben dem Abitur, die einige Beobachter schon damals auf die Idee brachte, zu Guttenberg sei möglicherweise ein "Aufschneider".

Doch auch bei seinen weiteren Stationen im Lebenslauf neigt der Verteidigungsminister zur Verschönerung der Realität. Freier Journalist bei der "Welt" sei er gewesen, lässt zu Guttenberg die Besucher seiner Internetseite wissen. Und zwar "bis 2002" - in diesem Jahr zog er in den Bundestag ein. Ging seiner Abgeordnetentätigkeit also eine erfolgreiche journalistische Karriere voraus? Wohl kaum. Guttenberg war lediglich als Praktikant in der Redaktion unterwegs. Mit freier Mitarbeit hat das wenig bis gar nichts zu tun, zumal auch die Ausbeute an journalistischen Erzeugnissen aus dieser Zeit äußerst gering ist. Acht kleinere Beiträge produzierte zu Guttenberg in einem Zeitraum von sechs Monaten, die Hälfte davon zusammen mit erfahrenen Kollegen. Als Autor, so sein damaliger Vorgesetzter, sei zu Guttenberg einfach zu unauffällig gewesen. Auch die angeblichen "berufliche[n] Stationen in Frankfurt und New York", die der Verteidigungsminister in seinem Lebenslauf anpreist, sind lediglich Praktika - im Rahmen seines Studiums, das letztendlich in einer peinlichen Dissertation endete.

Auch in der stattlichen Aufstellung der sonstigen Tätigkeiten des Freiherrn, zu Guttenberg nennt hier unter anderem eine Mitgliedschaft in der Jungen Union und seine Mitgliedschaft im Landesvorstand der CSU, findet sich eine wohlklingende Luftnummer. Guttenberg, der im wissenschaftlichen Arbeiten erwiesenermaßen nicht sattelfest ist, sei Vorsitzender des "Neuen Akademischen Forums e. V. ". Das klingt gut - doch ist über die genaue Tätigkeit dieses Vereins zunächst einmal nichts bekannt. Lediglich der Sitz des Vereins mit dem seriös klingenden Namen lässt sich finden: in der Münchener Prinzenstraße. Damit liegt die Residenz des Neuen Akademischen Forums im gleichen Gebäude wie die Freiherrlich von und zu Guttenberg'sche Hauptverwaltung. Ist der Verein letztlich nur eine weitere schöne Angabe im freiherrlichen Lebenslauf, ohne tiefere Bedeutung?

Auf Anfrage teilt das Büro des Verteidigungsministers mit, dass das Neue Akademische Forum den Zweck hatte, sich unabhängig, überparteilich und interdisziplinär mit gesellschaftspolitischen Themen zu beschäftigen. Doch der Verein hat seine Arbeit mit der Wahl zu Guttenbergs in den Bundestag eingestellt. Seitdem, so das Ministerbüro, "ruhen die Tätigkeiten des Vereins". Auf die Frage nach der Größe des Vereins und der Zusammenarbeit mit möglicherweise bedeutenden Wissenschaftlern kommt allerdings eine eher ausweichende Antwort. Da die Tätigkeit des Vereins ruhe, sei auch "die Mitgliederzahl sehr begrenzt" - nach ernsthaften Aktivitäten sieht das nicht aus. Ob das Akademische Forum irgendwann einmal wieder zum Leben erweckt wird, ist zudem unklar. Selbst die Abwicklung des Vereins steht im Raum. Bis zur Entscheidung allerdings lagern die Unterlagen des unabhängigen Vereins in den Räumlichkeiten der Guttenbergschen Hauptverwaltung. Guttenberg ist der Vorsitzende einiger Aktenordner.

Übertreibungen bei seinen Erfahrungen in der freien Wirtschaft, ein kreativer Umgang mit seinem beruflichen Werdegang und ein fragwürdiger Verein, der aufgrund seines wohlklingenden Namens ein gutes Bild abgibt - zu Guttenbergs Vita ist, nett ausgedrückt, ebenso gut inszeniert wie seine berühmten Auftritte in Kriegsgebieten oder seine Pressefotos. Weniger wohlmeinende Beobachter könnten jedoch auch zu dem Schluss kommen, es hier mit Hochstapelei zu tun zu haben - mit einer Lichtgestalt, die vor allem ein Blender ist. In der freien Wirtschaft wäre bei einem derart kreativen Umgang mit dem eigenen Werdegang ein Rausschmiss unabwendbar, ein juristisches Nachspiel sehr wahrscheinlich.

Im Kabinett der Angela Merkel aber sind derartige Details nebensächlich. Kritik am Minister mit dem schönen Lebenslauf wird als Unverschämtheit abgetan. Allerdings könnte die Angelegenheit für zu Guttenberg doch noch ein Nachspiel haben. Ein ehemaliger Bundeswehroffizier kündigte bereits an, gegen ihn Strafanzeige wegen Titelmissbrauchs zu stellen. Denn der Minister schrieb das Vorwort zu seiner Dissertation erst 2008. Er nannte sich jedoch schon 2007 auf seiner Internetseite Doktor.

Veröffentlicht am 25.02.2011 10:38:06 GMT+01:00
Sharon Stoned meint:
Manchmal muss man einfach lesen und schauen was der "Feind" so schreibt und stößt dabei auf Sachen die einen..... kopfschütteln reicht da nicht mehr.

Ich frage mich ernsthat, wie kann man sowas erbämliches, wie diese Glosse von BILD-Wagner stoppen.

http://www.bild.de/BILD/news/standards/post-von-wagner/2011/02/25/post-von-wagner.html

Hier werden deutsche Soldaten von Wagner instrumentalisiert. Tote Soldaten werden benutzt um KTZG zu schützen. Guttenberg ist ein Betrüger. Auch die Universität Bayreuth bezichtigt Guttenberg mittlerweile des Betrugs.

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:copygate-affaere-bayreuther-professor-bezichtigt-guttenberg-des-betrugs/60017110.html

Wagner und BILD schützen einen Betrüger, sowas ist erbämlich!

Ich erinnere da mal an eine andere Wagners Glosse aus 2009:

http://www.bild.de/BILD/news/standards/post-von-wagner/2009/08/28/post-von-wagner.html

Was für ein erbärmlicher Opportunist!

Veröffentlicht am 25.02.2011 11:50:23 GMT+01:00
Mr.Bird meint:
[http://www.gmx.net/themen/nachrichten/aufruhr-arabien/4679uci]
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