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Bob Dylan


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51-75 von 81 Diskussionsbeiträgen
Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.06.2011 22:09:58 GMT+02:00
Dizrhythmia meint:
The song is written to Richard Farina (Joan Baez's brother-in-law) and was written in response to a comment Richard made to the effect that Bob had decided to stop discussing the serious subjects (race relations, war, labor justice etc.) that were the hardcore folk raison d'etre and go with more commercial, less serious subjects.

http://www.lyricinterpretations.com/Bob-Dylan/Positively-4th-Street

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.06.2011 07:34:09 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.06.2011 07:37:55 GMT+02:00
Grendel meint:
Danke Diz..
Farina sagt mir im Zusammenhang mit Folk schon was; glaube, in Verbindung mit Gordon Lightfoot.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2011 10:55:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.10.2011 10:59:38 GMT+02:00
Grendel meint:
Pop: Mark Knopfler und Bob Dylan demonstrieren vor 10 000 Zuschauern in der SAP Arena Gemeinsamkeiten und große Unterschiede
Perfektion kontra Inspiration

Von unserem Redaktionsmitglied Jörg-Peter Klotz

Dass Bob Dylan, Mark Knopfler vorschlug, gemeinsam auf Tour zu gehen, war theoretisch eine gute Idee. Und naheliegend. Schließlich haben sie 1979 zusammen "Slow Train Coming" eingespielt, das erträglichste Album aus Dylans christlicher Phase. Auf ihre alten Tage teilen die beiden Rock-Ikonen außerdem die Obsession, den Wurzeln ihrer Musik möglichst nahezukommen und feiern damit ungeahnte späte Erfolge. Auch dank einer ungeheuren Ernsthaftigkeit, die der Rockpoeten-Mythos und der acht Jahre jüngere Ex-Mainstreamrocker dabei an den Tag legen.
Makellose Gitarrenklänge

Hier fangen die praktischen Probleme dieser Konstellation an: Knopfler eröffnet den Abend in der ausverkauften Mannheimer SAP Arena mit 70 fast perfekten Minuten. Sein unverwechselbarer, klangmalerischer Fingerpicking-Sound hat mit den Jahren nichts an Brillanz eingebüßt und kommt in seinen von Folk, Blues, Country und Skiffle geprägten Solonummern noch besser zur Geltung als bei den Dire-Straits-Hits "Brothers in Arms" und "So Far Away" zum Schluss. Dass er kein großer Sänger ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Zumal die sechs multifunktionalen Musiker seiner Band nach Belieben Club-Atmosphäre oder Folk-Orchesterbreitseiten heraufbeschwören können - vor allem der neue Song "Privateering" und "Marbletown" heben dank zahlreicher Soli und Instrumentalduelle regelrecht ab, während "Cleaning My Gun" und "Song For Sonny Liston" knackige Folkblues-Intimität verbreiten.

So ein Knopfler-Auftritt ist wie der gut gereifte Wein eines Edelwinzers: jederzeit exzellent, aber auch berechenbar. Im guten Sinne. Was Bob Dylan nach der Pause kredenzt, wirkt dagegen wie der Inhalt einer unetikettierten Flasche aus dem Bauch eines Schiffswracks, das Jahrzehnte auf dem Meeresboden ruhte. Jeder Schluck schmeckt anders und kaum einer schmeichelt auf Anhieb dem Geschmack. Konkret: Außer dem ebenfalls legendären Keith Richards erlaubt sich kein Musiker in dieser Liga noch derartige handwerkliche Missgriffe wie Dylan an Piano, Mundharmonika und vor allem der E-Gitarre. Wenn er beim zweiten Song mit einem kühnen, aber grottenfalschen Solo seinem Stargitarristen Charlie Sexton und dem vier Stücke lang relativ still sekundierenden Knopfler in die Parade fährt, stellt sich massiv die Sinnfrage. Das - und das gewohnt aggressive Krächzen und Fauchen von "His Bobness" am Mikrofon - treibt spätestens nach dem wortlosen Abschied des Ex-Dire-Straits-Kopfes die ersten Zuschauer aus der Halle.

Dabei bejubeln altgediente Dylan-Fans schon eben diesen Auftakt enthusiastisch, denn sie wissen, dass ihr Idol selten so schnell in ein Konzert findet wie in der SAP Arena. Und während die taumelnde Neuinterpretation von "Don't Think Twice" nicht unbedingt berauscht, ist das sarkastische "Things Have Changed" schon ein erster echter Höhepunkt. Die Frage, ob es klug ist, dass dem nun ein geballter Zyklus aus neuen beziehungsweise kaum bekannten Stücken wie dem erst 1995 veröffentlichten "John Brown" folgt, steht nicht zur Debatte: Der 70-Jährige folgt kompromisslos seiner Inspiration. Wo Mark Knopfler seine Stimme möglichst so in den Sound einbaut, dass sie nicht unangenehm auffällt, spuckt einem Dylan den Status quo einfach ins Gesicht. Schönheit ist da kein Kriterium, Perfektion nur ein Teilziel seiner "Neverending Tour".

Das macht die lichten, ja magischen Momente umso kostbarer: Wenn Dylans Georgel mit seiner nervenstarken Band im Einklang groovt wie in "Summer Days" oder "Desolation Row" (eines der Hauptargumente für Dylan als Literaturnobelpreisträger) sich in dezentem Stakkato-Rhythmus verkleidet. Nach dem kerzengerade gerockten "Highway 61 Revisited" wagt sich der Hauptdarsteller ohne Instrument in die Bühnenmitte und in Sinatra-Crooner-Pose mit gigantischem Sternenhimmel im Rücken - und siehe da, bei der Ballade "Forgetful Heart" sitzt plötzlich (fast) jeder Ton. Es folgt großes Rock-Programm mit ausgedehnter Jam-Session in "Thunder On The Mountain", bevor das kontrastreiche Doppelkonzert mit - natürlich verfremdeten - Versionen von "All Along The Watchtower" und "Like A Rolling Stone" sowie euphorischem Schlussapplaus der Dylan-Fans endet. Auch wenn dieser Auftritt sicher keine Sternstunde war wie Dylans Mainzer Open-Air im Sommer: Wer früh gegangen ist, hat die Chance verpasst, auf den Geschmack zu kommen.

http://www.morgenweb.de/nachrichten/kultur/20111027_mmm0000002388143.html

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2011 11:54:26 GMT+02:00
Steffen Frahm meint:
Na, da bekommt man doch einen ganz guten Eindruck. Warst Du dabei, Mr. Grendel?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2011 12:19:31 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.10.2011 12:21:12 GMT+02:00
Grendel meint:
War nicht dabei..viel zu teuer und zu groß!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2011 13:15:23 GMT+02:00
noblas meint:
hab ich jetzt richtig gelesen,
das Konzert dauerte 70 min???

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2011 13:25:48 GMT+02:00
Sascha meint:
Nö. Nur das zugeknöpfte Konzert dauerte 70 Minuten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.01.2012 10:59:02 GMT+01:00
ganz recht, ich finde Dylan ist der größte und beste Musiker; und ja, das Album The freewheelin' ist eines der Besten; ich bin 16 und habe schon sehr viel Musik gehört und kann auch mit fug und recht behaupten,dass Dylan der Beste ist...schön jmd. zu sehen, im meinem Alter, der diese Musik auch so zu schätzen weiß----

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.01.2012 11:48:31 GMT+01:00
Nowhere Man meint:
... in Hannover sollen am Ende ca 50% der Leute schon aus der Halle gewesen sein (hat mir ein Freund erzählt) ...

http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Musik/Bob-Dylan-und-Mark-Knopfler-spielen-in-Hannover-vor-10.000-Fans

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.01.2012 14:19:02 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 01.05.2013 16:48:42 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 17.01.2012 18:43:14 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
Dylan kann es sich erlauben, nicht volksnah zu sein.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.01.2012 07:03:11 GMT+01:00
In der Tat, trotzdem doof, wie ich finde.

Veröffentlicht am 18.01.2012 08:02:46 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.01.2012 08:44:45 GMT+01:00
Otto I. meint:
Der Bob D. ist somit ein nicht volksnaher Folksänger.

Er "folgt"auch nur dem Showbusiness...mein Weltbild ist erschüttert!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.05.2012 17:51:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.05.2012 17:58:13 GMT+02:00
Grendel meint:
Nach gut 30 gehörten Alben die letzten Tage - meine aktuellen Favoriten:

1. Planet Waves
2. Desire
3. Nashville Skyline
4. Another side of Bob Dylan
5. Highway 61
6. Bringing it all back home
7. Blood on the tracks
8. The freewheelin' Dylan
9. Time out of mind
10.The Times They Are A-Changin'

"Bob Dylan arbeitet an neuem Album
Titel und Veröffentlichungstermin seines 35. Albums offen

Bob Dylan arbeitet derzeit an seinem 35. Studioalbum im Studio von Jackson Browne in Los Angeles. Das hat David Hidalgo, Mitglied bei Los Lobos und an den Aufnahmen beteiligt, in einem Interview verraten. "

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.05.2012 00:33:56 GMT+02:00
Nowhere Man meint:
https://www.facebook.com/bobdylan

President Obama presented Bob Dylan with the Medal of Freedom at the White House today, saying "There is not a bigger giant in the history of American music." It is the United States' highest civilian honor and is awarded for meritorious contributions to the national interest of the United States, to world peace, or to other significant endeavors. Congratulations, Bob!

Photo by Charles Dharapak/AP

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.07.2012 08:50:56 GMT+02:00
Grendel meint:
http://www.youtube.com/watch?v=WUwQaf7llGo

Ein offensichtlich bestens gelaunter Bob auf dem gestrigen Konzert in Bonn.

Veröffentlicht am 08.07.2012 13:11:11 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.12.2013 08:14:18 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
Das Bob Dylan-Konzert am vergangenen Montag in den ehrwürdigen und von Wurst- und Getränkebuden moderat verschandelten Mauern der Zitadelle Spandau war insgesamt mein Drittes. Bin ich deswegen jetzt schon Dylanologe? Nein. 1998, auf der Hamburger Trabrennbahn war ich zum ersten Mal anwesend, während Bob Dylan und seine Band ein Konzert gaben. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen, denn ich interessierte mich damals schlichtweg NULL für Bob Dylan. Ich war wegen NEIL YOUNG & CRAZY HORSE dorthin gekommen. Dylan spielte vorher (nach der unsäglich daddeligen DAVE MATTHEWS BAND), hatte einen rosa Anzug an, und ich dachte: "Aha" oder so etwas Ähnliches. Neil Young hat in meinem Bewußtsein über Jahre soviel Raum eingenommen - da war einfach kein Platz für noch einen Singer/Songwriter mit unkonventionellem Gesangsstil und einem Hang zu Gestellen mit Mundharmonikas drin vor der Gummel.
Fast forward: 2002 ging ich auf dem Weg von A nach B über den Festivalpladsen in Roskilde, während ca. 300 Meter weiter links Bob Dylan und seine Band gerade auf der Orange Stage ein Konzert gaben. Ich hörte raspelraspel und ging weiter. Neil Young und Crazy Horse spielten dort übrigens auch in dem Jahr.
Aber vergangenen Montag war ich da, weil ich da sein WOLLTE. Ich beschäftige mich seit etwa 4 Jahren intensiv mit Dylan. DylanDylanDylan. Wenn man mit Ende 30 Dylan-Fan wird, ist man da nicht hoffnungslos zu spät dran? Ich meine: Diese unglaublich vielen ALBEN (von den unglaublich vielen SONGS will ich gar nicht erst anfangen); diese nun schon seit 50 Jahren andauernde Karriere; der MYTHOS Dylan, die HEILIGWERDUNG von Robert Allen Zimmerman; die von Myriaden Ernstnehmern auf der ganzen Erde (und wahrscheinlich auch auf anderen Planeten in anderen Galaxien) seit Jahrzehnten betriebene EXEGESE, die ganzen Universitäten, die sich nur gegründet haben, um Studiengänge in angewandter DYLANOLOGIE anzubieten...Wie soll ich dagegen anstinken?

Ich lasse es lieber gleich.

Nein. Ich kann nicht.

Vielleicht kann ich ja, dank meiner emotionalen Intelligenz, mit meinem von mir selbst ziemlich eloquent gefundenen Schreibstil und vor allem aus meinem Dylan-mäßig noch halbwegs unverbrämten (a.k.a. ahnungslosen) Blickwinkel auf den globalen Dylan-Diskurs-Haufen ein paar kleine Amateur-Korinthen raufmachen, die dann die Hänge runterkullern, ohne Schaden anzurichten. Und selbst wenn nicht: Ich war bei Dylan und muß darüber ein paar Worte verlieren. Und um jeden Hauch verbiesterten Expertentums gleich in den Wind zu blowen, fange ich an mit den Sachen, die ich nicht wußte.
1. Ich wußte nicht, daß an diesem Abend die sonst immer vom Band eingespielte Ansage, die mit “Ladies and Gentlemen - Columbia recording artist Bob Dylan“ endet, fehlte. Aber wie kann ich das Fehlen von etwas bemerken, von dem ich gar nicht weiß, daß es normalerweise DA ist?
2. Ich wußte nicht, daß das die Bühnenmitte beherrschende Grand Piano, an dem bis kurz vor Konzertbeginn von 1-2 Stagehands noch pling-pling herumgestimmt wurde, an diesem Abend zum ersten Mal auf der Bühne stand.
3. Ich wußte nicht, daß Dylan „She Belongs To Me“, das zu meinen liebsten Dylan-Songs gehört, an diesem Abend zum ersten Mal seit 4 Jahren wieder spielte. Und während er es spielte, wollte und wollte mir nicht mal der Titel einfallen.
Ansonsten kann ich sagen, daß ich die Songs immer ziemlich schnell erkannt habe, abgesehen vom aktuelleren Material, das noch nicht so sitzt bei mir. Daß z.B. das an 5. Stelle gespielte Stück „Cry A While“ hieß und sich auf der „Love And Theft“ befindet, weiß ich nur dank Internet.
Nach allem, was ich in den letzten Jahren so über die „Never Ending Tour“ gehört oder gelesen habe, hätte ich mir das Ganze insgesamt wesentlich verklausulierter vorgestellt. Ungefälliger. Publikumsverachtender. Ich fand es sehr zugänglich, auch wenn der Begriff “zugänglich”, auf ein Dylan-Konzert bezogen, sicherlich krummgebogen werden muß. Meine BEREITSCHAFT, meine AMBITION, es toll zu finden, war natürlich auch hoch, aber ich bin ja nicht doof. Und unehrlich zu mir selber bin ich auch nicht, so daß ich mich also früher oder später in die Tatsache gefügt hätte, daß ich es gräßlich fand.
Zum Beispiel weil Bob Dylan seine Lieder nicht singt sondern rülpst. Obwohl das so generell auch nicht stimmt. Vielleicht war es bei „Ballad Of a Thin Man“, meinem persönlichen Song-Highlight, als Dylan am Ende eines Refrains plötzlich etwas tat, dem die Bezeichnung „Singen“ recht nah kommt. Da war ein TON, eine Art MELODIE, eine MODULATION und für einen Sekundenbruchteil klang er fast wie DAMALS. Ich mußte sofort meine Freundin fragen, ob er wohl heutzutage so singt, weil das Alter und die vielen Zigaretten ihren Tribut fordern – oder weil er es so möchte? Auf der Rückfahrt am nächsten Tag hörten wir die kürzlich erschienene, unchronologisch zusammengestellte „Pure Dylan“-Compilation, und wenn da auf einen Song aus den Sixties unmittelbar etwas aus dem 21. Jahrhundert folgt, hat man zunächst Mühe, aus dem Gesang ein- und denselben Mann herauszuhören. Von daher wäre es ja rein theoretisch möglich, daß Dylan gerade in seiner Rülpsphase ist…und als ich eben das meiner Freundin mitteilte, drehte sich das Paar vor mir (wahrscheinlich ganz gut situierte Prenzelberg-Mittelstandsproblemcamp-Bewohner) so ganz spöttisch empört um, als wolle es sagen: „Wie kann man bloß so einen Blödsinn erzählen, ts, ts.“ – schon klar, jeder macht sich seinen eigenen Dylan, und wer über eine lange Zeit hinweg am Thema dran ist, der hat halt sein mehr oder weniger festes Bild, aber diese Sorte leicht zu beleidigende Besserwisser-Fans trifft man normalerweise eher auf Jazz-Veranstaltungen. Später spielte Dylan „Highway 61 Revisited“, und der Typ agierte bei den Refrains quasi-soufflierend seine bessere Hälfte an, wie Jungs es tun, wenn sie den Mädels demonstrieren wollen, wie gut sie Bescheid wissen und wie sie gerade abgehen und daß die Mädels mal lieber schnell kapieren soll, daß GENAU DA der Hammer hängt…und stammelte dabei letztlich auch nur: „La-lalaaa-lalalalalala-ha-ha-Heiway Sixtie-WAN!“ – „Du blöder Akademikersack“, hab ich da gedacht, „bist auch nicht besser als ich.“
Apropos „Jazz“: Dylans Band hat, was das unmittelbare Reagieren auf die Flausen des Chefs angeht, genau solche Qualitäten. Atemberaubend, manchmal. Charlie Sexton läßt Dylan meist keine Sekunde aus den Augen und sieht dabei direkt ein wenig angespannt aus, als würde er denken: „Aah, OK, Bob möchte jetzt Klavier spielen, na gut, mal sehen…“, während sich Dylan an den Flügel setzt, sich nochmal schnell am Ohr kratzt und dann irgendwo auf der Tastatur KLONG macht. Mit der Zeit schält sich etwas heraus, das die Harmonien des gerade laufenden Songs mal lakonisch kommentiert, mal clownesk in Frage stellt. Bei „Desolation Row“ wiederholt Dylan eine gefühlte Ewigkeit lang eine etwas debile 2-Ton-Phrase, als hätte sich ein Kuckuck in seinem Klavier versteckt. Ein quakendes Kind, wer sich darüber mokiert. Es sind seine Songs, er kann damit machen, was er will (Er kann sich auch einen Hut aufsetzen und dafür die anfangs getragene Sonnenbrille abnehmen). Noch nie war ich auf einem Konzert und stand vor dem Einlaß in der Schlange neben 2 angeheiterten Engländern, die zur Erbauung der Massen Songs des gleich auftretenden Künstlers spielen. Das sagt ja wohl alles. Und Dylan macht mit seinem gesamten VERHALTEN immer und immer wieder klar, daß ER den ganzen Kram geschrieben und unters Volk gebracht hat.
Währenddessen muß ich öfter als ein Mal an das HELGE SCHNEIDER-Konzert letztes Jahr in Kiel denken und über mögliche Parallelen spekulieren. Wenn ich DAS meinen Freunden vom Prenzelberg angeboten hätte, wären die bestimmt ausfallend geworden; aber Dylan macht offenbar wirklich, worauf er gerade Bock hat: Ob er Klavier, Gitarre, Orgel oder nur Mundharmonika spielen möchte. Während eines Songs (vergessen welcher) spielt er zuerst Klavier, dann Orgel, und es wirkt, als würde er sich mittendrin umentscheiden. Womöglich wird er morgen Abend NUR Klavier spielen. Oder NUR Orgel. Es ist egal. Seine Band wird ihn tragen und aus allem, was er anbietet, großartige Musik machen. Bob Dylan als ganz in seiner eigenen Welt lebendes, auf der Bühne das rechte Instrument zur rechten Zeit suchendes Kapellmeister-Kind, und wer möchte ihm das vorwerfen? Ich bestimmt nicht, aber ich hatte ja eh noch nie die Erwartung, daß meine Idole mich wunschgemäß bedienen.
Trotzdem freue ich mich wie alle Anderen, daß Dylan heute Abend gut aufgelegt zu sein scheint. Bin mir zwar immer noch nicht 100%ig sicher, ob dieses ruckartige Hochziehen der Mundwinkel bei gleichzeitiger Entblößung des Gebisses wirklich Lächeln war oder irgendwas anderes, aber so manch minimalistisches Gesten-Rudiment (vor allem die ausgebreiteten Arme während des Schlußapplauses) sieht eindeutig nach Motiviertheit aus, nach Engagement und der Bereitschaft, sich aufs Publikum einzulassen. Man kann gar nicht anders, man sieht Dylan und fängt sofort an, herumzurätseln, was wohl gerade in ihm vorgeht. Seit einem halben Jahrhundert tun die Menschen das. Kein Wunder, daß die Legenden ihn umranken wie Efeu die Türme der Zitadelle Spandau. Und wenn es bei „Like A Rolling Stone“ aufs „How does it feel?“ zugeht, dann möchte man eigentlich losbrüllen, aber die Band hält kurz inne, Dylan rasselt “How does it feel?“, und DANN geht’s los. Der eigene Gesang bleibt einem im Hals stecken, aber schön ist es trotzdem.
War also super, und wenn er wieder kommt, werde ich da sein. Hier die Setliste:

1. Leopard-Skin Pill-Box Hat [Blonde On Blonde, 1966]
2. It Ain't Me, Babe [Another Side Of Bob Dylan, 1964]
3. Things Have Changed [“WonderBoys” Soundtrack, 2001]
4. Tangled Up In Blue [Blood On The Tracks, 1974]
5. Cry A While [“Love And Theft”, 2001]
6. She Belongs To Me [Bringin’ It All Back Home, 1965]
7. Love Sick [Time Out Of Mind, 1997]
8. The Levee's Gonna Break [Modern Times, 2006]
9. High Water (For Charley Patton) [“Love And Theft”, 2001]
10. Desolation Row [Highway 61 Revisited, 1965]
11. Highway 61 Revisited [ebd.]
12. Simple Twist Of Fate [Blood On The Tracks, 1974]
13. Thunder On The Mountain [Modern Times, 2006]
14. Ballad Of A Thin Man [Highway 61 Revisited, 1965]
15. Like A Rolling Stone [Highway 61 Revisited, 1965]
16. All Along The Watchtower [John Wesley Harding, 1967]
17. Blowin' in the Wind [The Freewheelin’ Bob Dylan, 1963]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.07.2012 15:03:15 GMT+02:00
Grendel meint:
http://www.bobdylanisis.com/contents/en-uk/d19.html

Cover und Trackliste des neuen Dylan Albums -im Sept. auf dem Markt.

Veröffentlicht am 22.08.2013 16:54:40 GMT+02:00
Grendel meint:
Bob Dylan - Bootleg Series Vol 10: Another Self Portrait (1969-1971)

A vinyl version will include the 35 tracks from the two-CD set on three LPs plus a 12″ x 12″ booklet. Full track listing is below.

The Bootleg Series, Vol. 10 – Another Self Portrait (1969-1971)
1 Went To See The Gypsy (demo)
2 In Search Of Little Sadie (without overdubs, Self Portrait)
3 Pretty Saro (unreleased, Self Portrait)
4 Alberta #3 (alternate version, Self Portrait)
5 Spanish Is The Loving Tongue (unreleased, Self Portrait)
6 Annie’s Going To Sing Her Song (unreleased, Self Portrait)
7 Time Passes Slowly #1 (alternate version, New Morning)
8 Only A Hobo (unreleased, Greatest Hits II)
9 Minstrel Boy (unreleased, The Basement Tapes)
10 I Threw It All Away (alternate version, Nashville Skyline)
11 Railroad Bill (unreleased, Self Portrait)
12 Thirsty Boots (unreleased, Self Portrait)
13 This Evening So Soon (unreleased, Self Portrait)
14 These Hands (unreleased, Self Portrait)
15 Little Sadie (without overdubs, Self Portrait)
16 House Carpenter (unreleased, Self Portrait)
17 All The Tired Horses (without overdubs, Self Portrait)

CD 2

The Bootleg Series, Vol. 10 – Another Self Portrait (1969-1971)
1 If Not For You (alternate version, New Morning)
2 Wallflower (alternate version, 1971)
3 Wigwam (original version without overdubs, Self Portrait)
4 Days Of ’49 (original version without overdubs, Self Portrait)
5 Working On A Guru (unreleased, New Morning)
6 Country Pie (alternate version, Nashville Skyline)
7 I’ll Be Your Baby Tonight (Live With The Band, Isle Of Wight 1969)
8 Highway 61 Revisited (Live With The Band, Isle Of Wight 1969)
9 Copper Kettle (without overdubs, Self Portrait)
10 Bring Me A Little Water (unreleased, New Morning)
11 Sign On The Window (with orchestral overdubs, New Morning)
12 Tattle O’Day (unreleased, Self Portrait)
13 If Dogs Run Free (alternate version, New Morning)
14 New Morning (with horn section overdubs, New Morning)
15 Went To See The Gypsy (alternate version, New Morning)
16 Belle Isle (without overdubs, Self Portrait)
17 Time Passes Slowly #2 (alternate version, New Morning)
18 When I Paint My Masterpiece (demo)

CD 3 [deluxe box only]

Bob Dylan & The Band / Isle of Wight – August 31, 1969
1 She Belongs To Me
2 I Threw It All Away
3 Maggie’s Farm
4 Wild Mountain Thyme
5 It Ain’t Me, Babe
6 To Ramona/ Mr. Tambourine Man
7 I Dreamed I Saw St. Augustine
8 Lay Lady Lay
9 Highway 61 Revisited
10 One Too Many Mornings
11 I Pity The Poor Immigrant
12 Like A Rolling Stone
13 I’ll Be Your Baby Tonight
14 Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)
15 Minstrel Boy
16 Rainy Day Women #12 & 35

CD 4 – Newly remastered Self Portrait album, in its entirety with original sequencing,

Veröffentlicht am 22.08.2013 17:00:33 GMT+02:00
Mr.Bird meint:
Den mag ich nich besonders,kann nicht singen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.08.2013 18:05:15 GMT+02:00
mm-k meint:
Schlichte Musik mit Mottenkugelgeschmack für schlichte Gemüter mit Mottenkugelgeschmack. Beides sollte man im leben tunlichst vermeiden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.08.2013 18:10:48 GMT+02:00
Grendel meint:
Die Weißwasser Tante wieder im Lande...aaaargh!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.08.2013 18:19:15 GMT+02:00
mm-k meint:
Wer?

Veröffentlicht am 03.12.2013 07:35:36 GMT+01:00
Grendel meint:
Streit über ein Interview in der Musikzeitschrift "Rolling Stone": Der Rat der Kroaten in Frankreich erstattet Anzeige gegen Bob Dylan, sie werfen dem Musiker "Beleidigung" und "Aufruf zum Hass" vor. Die Pariser Justiz hat ein Verfahren eingeleitet.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bob-dylan-frankreichs-justiz-ermittelt-wegen-rolling-stone-interview-a-936873.html

Veröffentlicht am 03.12.2013 10:23:33 GMT+01:00
.....and Bob's your uncle
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