Kunden diskutieren > klassik Diskussionsforum

Mozarts unbekannte Opern


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-14 von 14 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.03.2008 04:40:17 GMT+01:00
Hallo!

Hier sollen einmal die unbekannteren Opern Mozarts Thema sein. Aufnahmen von Don Giovanni, der Zauberflöte, dem Serail, Cosi fan tutte, Figaro und u.U. auch noch Idomeneo haben die meisten bereits zu Hause, oft mehrmals. Mich würde interessieren, welche Opern es neben diesen besonders zu entdecken lohnt und welche Aufnahmen Sie empfehlen würden.

Als kleine Gedächtnisstütze hier eine kleine Liste, welche Opern Mozart überhaupt geschrieben hat. (Danke Wikipedia ;-)

- 1767 - Die Schuldigkeit des ersten Gebots (KV 35)
- 1767 - Apollo und Hyacinth (KV 38)
- 1768 - Bastien und Bastienne (KV 50)
- 1768 - La finta semplice (KV 51)
- 1770 - Mitridate, re di Ponto (KV 87)
- 1771 - Ascanio in Alba (KV 111)
- 1771 - Il sogno di Scipione (KV 126)
- 1772 - Lucio Silla (KV 135)
- 1775 - La finta giardiniera/Die Gärtnerin aus Liebe (KV 196)
- 1775 - Il re pastore (KV 208)
- 1780 - Zaide (KV 344), Fragment
- 1781 - Idomeneo (KV 366)
- 1782 - Die Entführung aus dem Serail (KV 384)
- 1783 - L'oca del Cairo (KV 422), Fragment
- 1783 - Lo sposo deluso ossia La rivalità di tre donne per un solo amante (KV 430), Fragment
- 1786 - Der Schauspieldirektor (KV 486)
- 1786 - Le nozze di Figaro (KV 492)
- 1787 - Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni (KV 527)
- 1790 - Così fan tutte ossia La scuola degli amanti (KV 588)
- 1791 - Die Zauberflöte (KV 620)
- 1791 - La clemenza di Tito (KV 621)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.03.2008 14:59:42 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 16.06.2008 15:44:00 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.03.2008 20:11:05 GMT+01:00
Anne Elliot meint:
Die Entführung aus dem Serail - William Christie (mit Christine Schäfer)
Don Giovanni - Östman
Die Zauberflöte - John Eliot Gardiner

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.03.2008 20:33:13 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.03.2008 20:34:19 GMT+01:00
Die letztgenannten sind nicht wirklich "unbekanntere Opern Mozarts", oder?

Ich kann hier zwei Einspielungen Harnoncourts empfehlen, der, wie ich finde, in den Frühwerken überzeugendere Ergebnisse erzielt hat als bei den großen Opern: "La Finta Giardiniera" mit Gruberova (also einer "großen" Stimme) - entzückend! Und auch "Lucio Silla" mit Bartoli hat schöne Stellen, auch wenn der Geduldsfaden des modernen Menschen für die opera seria manchmal etwas brüchig ist...

Ansonsten hörenswert: Mozart-Opern, die gar nicht von Mozart sind. Ich habe an anderer Stelle auf "Endimione" von Mozarts Vorbild und Freund Johann Christian Bach hingewiesen (mit Bruno Weil auf Harmonia Mundi), ich weise hier auf den "schwedischen Mozart" Joseph Martin Kraus hin, der mit dem Salzburger nicht nur fast gleiche Lebensdaten aufweist, sondern dessen "Soliman II" eine türkische Oper für den gustavianischen Königshof ist. Mehr als nur ein Abklatsch der "Entführung aus dem Serail", sondern lebendiges, spritziges Musiktheater! Mir liegt eine Einspielung mit der Royal Opera of Sweden auf Virgin vor. Schließlich Albert Lortzing - in seinen Ensembleszenen hat man oft den Eindruck, dass Mozart hier einen gelehrigen, aber witzigen und originellen Schüler hatte. "Zar und Zimmermann" bleibt für mich der gelungenste Nachfolger der Mozartschen Singspiele auf deutschen Opernbühnen.

Veröffentlicht am 30.03.2011 17:48:46 GMT+02:00
E. Memic meint:
Das stimmt die letzten paar sind nicht unbekannt

Veröffentlicht am 30.03.2011 21:29:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.03.2011 08:55:41 GMT+02:00
ziegenpeter meint:
"Basten und Bastienne" find ich spritzig, humorvoll und spannend. Habe sie mit 9 zum ersten Mal gehört und war ganz begeistert (kurz zuvor hab ich mich bei "Hänsel und Gretel", meiner ersten Oper, tödlich gelangweilt.)
Und ansonsten natürlich "La clemenza di Tito"!!!!! Eine der besten Opern überhaupt. Die Musik ist vielleicht nicht so vielfältig und sprühend wie in Figaro oder Don Giovanni, trotzdem: eine tolle mitreißende Musik (einige der dramatischsten Accompagnato-Rezitative Mozarts!) Und auch die Handlung finde ich (trotz des verpönten "opera seria" Genres) interessant und bewegend.
Jacobs' Aufnahme ist sehr empfehlenswert - wenn man seinen filigran-spritzigen Stil mag. Die SängerInnen sind durchwegs großartig. Bei Harnoncourt ist das Orchester unschlagbar (eine wahrhaft dämonische Ouvertüre!) Leider können die SängerInnen bei weitem nicht mithalten.
einen schönen Gruß!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.04.2011 23:33:05 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.04.2011 00:58:46 GMT+02:00
haydnfan meint:
Warum sollte der Idomeneo von 1781 überschätzt sein,der ehemalige pfälzische Kurfürst Karl IV. Theodor erbte Bayern,was er nicht mochte,aber Mozart sein Mannheim kannte er,darum gab er ihm den Auftrag für Idomeneo,Karl Theodor ,Begründer des Englischen Gartens in München mochte München einfach nicht,---er war trotzdem ein großer Kurfürst!!!!!!!!!!Es lebe der große Kurfürst Karl Theodor von Pfalz-Baiern,der große Karl Theodor!!!!!!!

Veröffentlicht am 05.04.2011 00:49:09 GMT+02:00
vully meint:
Was hat bitte die Genialität von Idomeneo mit dem Bayerischen Kurfürsten zu tun - der ja Mozart gerade nicht die erhoffte Festanstellung verschaffte.

Zur Oper: Idomeneo kann man m. E. nicht überschätzen. Mozart hat das Modell einer Opera Seria genommen und praktisch von innen gesprengt - mit unglaublicher Phantasie und jugendlichem Schwung schafft er moderne Charakterportraits und eine Musik von unerhörter Dramatik und Lebendigkeit.

Im Titus hat er das Gegenteil gemacht, da war die - an sich magere - Handlung praktisch nur noch Vorwand für einen großartigen Seelenstriptease seiner Figuren. Zwei Opern, die zu den "großen" gehören (neben Entführung, den drei da Ponte-Opern und der Zauberflöte).

Von den "unbekannten" liebe ich die Zaide als Torso und Vorstufe zur Entführung besonders. Die "Finta Giardinera" braucht eine gute Inszenierung, um sie zum Leben zu erwecken, aber dann lohnt sie sich sehr - rein akustisch z. B. in der Harnoncourt-Einspielung. Und sonst ist die Albernheit und Unbeschwertheit von Bastien und Bastienne ganz entzückend, wenn auch lange nicht von der Genialität der späteren Werke.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.04.2011 00:56:15 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.04.2011 00:56:53 GMT+02:00
haydnfan meint:
Hi,Herr oder Frau Vully,manchmal braucht es Mäzene,die erkennen,was in einem steckt oder kennen Sie dies Gefühl garnicht,Sie Armer!!!!!Ich behaupte,ohne royalistisch zu erscheinen,warum auch,ich bin es ja--,ohne den Kurfürsten,den Antreiber der sog.Mannheimer Schule,gäbe es den Idomeneo garnicht,---Karl Theodor war kein debiler Landesherr,sondern ein Kunstförderer,der die Musik vorantrieb!Im übrigen müssen Sie immer die Entstehung der Werke im historischen Kontext betrachten,sonst tun Sie,z.B.der Bastien etc .unrecht,ach ja,herrlich die Aufnahme mit der Streich,wie aus dem Rokoko!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.04.2011 13:44:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.04.2011 13:45:41 GMT+02:00
Man muss Gott dankbar sein, dass die Abhängigkeit des Kunstlebens von dem royalistischen Wohlwollen abgelöst wurde durch die Förderung der Kunst im Rahmen der westlichen Demokratien, in der auch das Mäzenentum möglich ist, wie man überhaupt dankbar sein muss für die Befreiung von Gnade und Verstand der Adelsherrschaft in ihren unterschiedlichen Prägungen (Dekadenz eingeschlossen). Positive Erscheinungen waren auch nicht unbedingt uneigennützig, selbst Haydn war ein Getriebener und musste fleißig komponieren. Deshalb bedarf es keiner Lobeshymnen. Der Kontext zur Adelsherrschaft bringt im Großen und Ganzen keine Erhellung, soweit keine Forschungszwecke privater oder beruflicher Natur etwas anderes erfordern. Unabhängig davon ist die Kunst in alle Schichten der Bevölkerung eingedrungen. Gott schütze Deutschland vor anderen Entwicklungen. Rita Streich ist natürlich ein Goldschatz.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.04.2011 17:48:31 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.04.2011 17:54:51 GMT+02:00
haydnfan meint:
Guten Abend Herr Kaiser,warum sollten wir dankbar sein,dass die "Abhängigkeit des Kunstlebens vom royalistischen Wohlwollen abgelöst wurde",was heißt Wohlwollen?,hier fundierte Kenntnisnahme,---die Herrscher des 18.Jahrhunderts waren keine debilen Trottel,welch Kunstwerke verdanken wir ihrem Verständnis,denn nur weil sie es wollten,wurde z.B. Händels Wassermusik gespielt ,welch ein Trottel war bloß Georg I. von Hannover und England,das er dies zulies,--Bachs Brandenburgische Konzerte wurden von dem Wohlwollen des Fürsten von Anhalt -Köthen befördert,ach ja,wenn Frau Merkel auch ein Wohlwollen hätte bei ihrem Kunstverständnis aus Templin,welch eine Sinfonie würde Sie ,Kurfürstin der Herzen anregen?;Komponist Hubert Schmalspur,aus der Linie der Schmalspurigen,er sieht aus,wie der Tod auf Latschen unserer Kurfürstin angemessen,Sinfonie des Lobes,1.Satz :Angela,wir lieben Dich,nur Streicherteppich mit viel Harfe,dann Klagegesang aus Mecklenburg.-"Angela,Wir vermissen Dich!",2.Satz,Lied der Helga Hannemann,verfremdet:"Wo ist unser Geld nur geblieben?",dazu die griechische,irische und portugiesische Nationalhyme,eingeplant auch spanische,estländische und englische.3.Satz:nur Tremolo:" Brüderle komm tanz mit mir,deinen Rücktritt wünsch ich mir!!!!!!,----letzter Satz,Klagegesang der Merkel alias Isolde:"Oh sing herab,ich will nicht ins (Vergessens)-grab,der Gabriel ist mein Todesstoß,oh wüßte ich meine MFS-Akte bloß!!!!!!!"----Finale,es "spielte" das Mecklenburgische Laienorchester der Melker,der ehemaligen LPG Wilhelm Pieck!!!!Aufnahme beim Bundeskanzleramt erhältlich und bei allen OSTPRO-Shops.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.04.2011 17:56:06 GMT+02:00
Und, lieber haydnfan, da lachen wir dann alle mal ganz kräftig?!
Aber ernst und ehrlich: Das ist das Sinnvollste, was ich von Ihnen in diesem Forum je gelesen habe und ist ja glatt reif für "Neues aus der Anstalt", meine bevorzugte Kabarett-Sendung. Weiter so, lieber haydnfan, so kann ich ja glatt noch ein Freund Ihrer Beiträge werden!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.04.2011 22:39:20 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 15.04.2011 17:46:32 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.12.2012 00:06:26 GMT+01:00
Caesar meint:
Mitridate, Lucio Silla, La finta giardiniera. ebenso die kürzeren aber auch nicht schwächeren Werke Il re pastore und Il sogno di Scipione. Je nach Geschmack schärfer mit Harnoncourt oder weicher, klassischer mit Hager (beste Stimmen sind in beiden Fällen garantiert). Wenn jemand aber mit den frühen Mozart Sinfonien, etwa von Kv 73 bis Kv 134, nichts anfangen kann, werden diese Opern auch nicht das richtige sein. Und wer die frühen Sinfonien nicht kennt, sollte sich zuerst diese besorgen.
‹ Zurück 1 Weiter ›
[Kommentar hinzufügen]
Schreiben Sie einen Beitrag zu dieser Diskussion
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Eingabe des Log-ins
 


Kürzliche Einträge in klassik Diskussionsforum (550 Diskussionen)

 

Zur Diskussion

Teilnehmer:  10
Beiträge insgesamt:  14
Erster Beitrag:  20.03.2008
Jüngster Beitrag:  17.12.2012

Neu! Bei neuen Einträgen eine E-Mail erhalten.
Von 1 Kunden verfolgt

Kundendiskussionen durchsuchen