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Cappella Coloniensis


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1-19 von 19 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.09.2012 20:12:38 GMT+02:00
Guten Abend liebe Forums-Teilnehmer,

eigentlich wollte ich gar nicht schreiben. Aber da ich mir gerade Telemanns Orchestersuite C-Dur, TWV 55:C6 (die schönste von allen) mit der Cappella Coloniensis unter Hans-Martin Linde auf CD aufgelegt habe und erneut (immer, wenn ich diese CD auflege) ins Schwärmen gerate, muss ich einfach den Musikfreunden meine Begeisterung mitteilen: Welch ein Ensemble war dieses 1954 beim WDR gegründete Kammerorchester für alte Musik. Eine Pionier auf historischen Instrumenten und historisch informierter Interpretation. Wenn dann noch ein Spezialist wie Linde dirigierte, war Musikfreude grantiert. Der Klang der Cappella ist einfach einzigartig, kompakt, kraftvoll und doch durchsichtig. Wie dünnblütig und schwachbrüstig klingen die meisten Barockensembles heuzutage dagegen im Vergleich.
Schade nur, dass es so wenig Aufnahmen der Cappella Coloniensis gibt.
Vor Jahren wollte ich mal eine Bach'sche Matthäus-Passion mit der CC unter Schneidt vom WDR aus den 60ern wieder aktivieren. Eine tolle WDR-Aufnahme mit Equiluz, Ameling, Höffgen, Hollweg, Stämpfli und einem überragenden Mazura als Jesus. Dazu die tollen Regensburger Domspatzen und der satte Sound der CC.
Schade. Jetzt versauert die Aufnahme in dem WDR-Archiv-Kellern, so wie viele CC-Aufnahmen.
So - eigentlich wollte ich nur meine Begeisterung für die CC mitteilen und anregen, sich an dieses großartige Ensemble zu erinnern. Wem geht es ähnlich oder völlig anders?

Veröffentlicht am 18.09.2012 20:24:37 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
@Gumpert
Wie dünnblütig und schwachbrüstig klingen die meisten Barockensembles heuzutage dagegen im Vergleich.
~
Ich mag die CC sehr, zumal ein Bekannter von mir bei ihr mitgespielt hat und noch immer mitspielt. Aber Pratrum integrum kann Telemann auch sehr gut. Kein Grund über die modernen Barockorchester zu schimpfen oder auch nur zu klagen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.09.2012 20:40:23 GMT+02:00
Da muss ich doch mal bei Jakob Balde nachfragen: Gibt es das CC denn noch? Meines Wissens ist das Ensemble doch schon lange aufgelöst worden - leider!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.09.2012 20:50:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.09.2012 20:58:51 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
@Martin Gumpert
http://www.cappella-coloniensis.de/
Das einschneidenste Ereignis der neueren Zeit war der Verlust der fast beamteten Existenz in den Reihen des WDR im Jahre 2004. Seither müssen die Musiker ihre Brötchen selber verdienen, was aber meines Wissens ganz gut gelingt. Zumal der WDR meines Wissens auch noch relativ viele Coproduktionen mit der CC macht. Leider vernichtet ist allerdings das viel bessere Collegium aureum.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.09.2012 21:34:49 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 22.09.2012 17:23:11 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 24.09.2012 18:00:08 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.09.2012 18:01:42 GMT+02:00
Die Schnittmenge zwischen Capella Coloniensis sowie dem Collegium aureum war mehr als 50%. Die Cappela war das Alte Musik Orchester des WdR Köln, die Musiker also Angestellte des Senders, für ihn veranstalteten sie Konzerte und machten Rundfunkaufnahmen, auch einige Schallplatten, wie z.B. Händels 6 Concerti grossi op.3, aufgenommen unter Leitung eines der führenden Köpfe der "Alte-Musik-Bewegung", August Wenzinger, für die Archiv Produktion. Das Collegium aureum war sozusagen die freiberufliche Abspaltung dieses Orchesters und spielte meist unter der Leitung des Konzertmeisters Franzjosef Meier. Man gab öffentliche Konzerte, oft in dem wunderbaren Zedernsaal das Fugger-Schlosses Kirchheim in Bayerisch-Schwaben, ich selbst war Anfang der 70er Jahre dort als Zuhörer dabei, und spielte viele Schallplatten für die Deutsche Harmonia mundi ein, die anfangs vom Label BASF vertrieben wurden. Ein Erfolg war die Einspielung der 6 Brandenburgischchen Konzerte. Im Vergleich zu vielen anderen HIP-Ensembles ist nicht zu überhören, dass das Musizieren der alten Instrumente noch ungeglättet ausfiel. Die meisten Spieler sind inzwischen verstorben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.09.2012 20:37:56 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
@Herrn Stremmel,
mich würde mal interessieren bei wem die Rechte der alten hmd Aufnahmen sind. Und wieso werden etwa die Jörg Demus Aufnahmen nicht mehr genutzt. Teils sind die ja noch nie auf CD erschienen. Sind die Rechte alle bei sony-classical oder gibt es da auch welche die von sony nicht übernommen wurden. Ich erinnere eine wunderbare Aufnahme des Streichquintetts C-dur von Schubert, die es vielleicht ein halbes Jahr als LP gegeben hat. Seither ist diese Aufnahme für mich verschollen.

Veröffentlicht am 25.09.2012 11:30:32 GMT+02:00
@ Herrn Balde
Die Rechte lagen ursprünglich bei der Deutschen Harmonia Mundi, ob sie verkauft wurden, kann ich nicht sagen. Nach dem Label BASF, das seine Plattenproduktion einstellte, wurden Herstellung und Vertrieb an die Bertelsmann AG vergeben, die die LPs auf dem Label Eurodisc herausgab. Bertelsmann-Music Group übernahm in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts Amerikas RCA, die wiederum mit Sony fusionierte, die CBS übernommen hatte. Ob nun Sony die DHM-Rechte übernommen hat glaube ich nicht, diese Firma war in deren Augen doch nur ein kleiner Fisch, der nichts oder nur wenig einbringt. Jörg Demus, um nun auf Ihre andere Frage zu kommen, war sicher ein solider Pianist, jedoch nicht mehr, kein Kassenmagnet. Die DGG beschäftigte ihn in den 6oer Jahren nicht nur als Liedbegleiter von FD sondern auch als Solist und Duopartner von Paul Badura-Skoda, aber nur für kurze Zeit, dann kamen die Weltstars. Das Streichquintett von Schubert mit Mitgl. des Collegium aureums würde mich auch sehr interessieren, da ich eine Webseite mit dem Quintett plane.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.09.2012 20:38:40 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
@Herr Stremmel
Wenn ich mich recht erinnere waren Wands Aufnahmen mit dem RSO Köln ursprünglich bei hmd/EMI erschienen. Nun sind bei der RCA, wenn ich mich nicht irre.

Veröffentlicht am 26.09.2012 09:33:42 GMT+02:00
@ Herr Balde
Das stimmt, auch die Beethoven-Sinfonien und die Brahms-Sinfonien wurden für DHM aufgenommen. Alle wurden von EMI-Electrola hergestellt und vertrieben. Erst bei den Beethoven Sinfonien Nr.1, 2, 4, 6, 7 wechselten Herstellung und Vertrieb zu RCA. Übrigens, auch heute ist DHM noch eifrig tätig, vor allem in der Barockmusik.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.09.2012 21:21:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.09.2012 21:22:47 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
@Herr Stremmel
Aber jetzt ist die hmd ein Label der Sony Music Entertainement, wenn ich das richtig verstanden habe. Und ob diese Firma wirklich im Besitz aller Rechte der einstigen Firma des Herrn Ruby ist, das ist nicht sicher. Möglicherweise sind Rechte bei den verschiedenen Eigentümerwechseln nicht mitverkauft worden. Wenn man sich also an jemanden wenden will, Zwecks Wiederveröffentlichung alter Aufnahmen, so weiß man gar nicht an wen. Und offenbar hat auch die Firma von Herrn Ruby auch schon Rechte des alten Schallplattenlabels BASF übernommen, alles also hinreichend verworren.
Übrigens, ich teile bei weitem nicht alle Meinungen, die Sie bei http://www.klassik-prisma.de so vertreten. Für Ihre dortige verdienstvolle Arbeit danke ich Ihnen jedoch genauso aus- wie nachdrücklich. Ich würde mir wünschen, dass in der letzten, der Begründungsspalte noch öfter was steht. Denn nur so lässt sich dann wirklich eine Empfehlung ableiten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.10.2012 20:37:17 GMT+02:00
Klassikfreak meint:
Warum an ein Orchester erinnern, wenn es doch noch existiert ? Wie schon länger bekannt werden nur sämtliche
Subventionen gekürzt bzw. gestrichen, die von Ländern und Bund gezahlt wurden. Dem fiel z.B. die
Philharmonia Hungarica zum Opfer, der wir zahlreiche Aufnahmen von Raritäten in hervorragenden
Einspielungen zu verdanken haben, so z.B. Smetanas "Triumphsinfonie". Es gibt immer noch keine
gleichwertige Aufnahme.

Veröffentlicht am 07.10.2012 11:11:33 GMT+02:00
Brasier meint:
Das sollte man mal beim Sport versuchen.... was für ein Aufschrei, käme dann....!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.10.2012 18:53:39 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 08.10.2012 12:11:20 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 07.10.2012 20:14:23 GMT+02:00
Brasier meint:
Lieber Herr Gumpert guten Abend,
Die Meisten Sender bieten DVD/CD Kopien an. Meistens finden sich die Kontakte
auf den Rundfunk Homepagen der Sender, sogar Tarife werden dort genannt,aber die Preise sind oft so, das mann davon abstand nimmt. Wobei nicht alles aus den Archiven geliefert wird (Rechte?)
Vielleicht findet sich was sie suchen im Sammlerbereich?

Grüße
H.B.

Veröffentlicht am 30.06.2013 11:27:33 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.06.2013 14:40:26 GMT+02:00
Fidelio meint:
Es gibt bei Capriccio eine "Cappella Edition" der Cappella Coloniensis mit sehr guten DDD-Aufnahmen (ca. 1985-88), darunter teils "preiswerte" Rarietäten:
Deutsche Frühk. Heinichen.Fasch.Hasse.Graun.FriedrichII (sehr schön gesungen und gespielt)
Wegbereiter der Klassik.Stamitz.Vanhal.Mahaut
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass es vom Collegium Aureum meines Wissens immer noch die einzige CD mit historischen Instrumenten vom Tripelkonzert Beethovens gibt, in hochkarätiger Besetzung mit Paul Badura-Skoda.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.07.2013 13:07:46 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.07.2013 13:08:14 GMT+02:00
So eben ist das Tripelkonzert via Amazon Marketplace bei mir angekommen. Nach erstem anspielen: Eine sehr schöne Aufnahme, der man technisch ihr Alter (1974) nicht anhört. Warum hat noch keiner von der Originalklang-Fraktion (Gardiner, Norrington, Hogwood oder andere) sich des Tripelkonzertes angenommen ? Die Wege der Musikindustrie bleiben unergründlich. Vielen Dank für den Tipp !

Veröffentlicht am 22.07.2013 19:54:05 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.07.2013 19:54:46 GMT+02:00
Fidelio meint:
Das Weihnachtsoratorium mit dem Tölzer Knabenchor und dem Collegium Aureum (1973) gibt's zum Spottpreis ab 1,89 (neu). Eine der legendären, (trotz mancher Kundenrezension) immer noch sehr empfehlenwerten GA mit hervorragendem Evangelist (Barry McDaniel), Knabensopran (Hans Buchhierl), gutem Einführungstext (ohne Gesangstext), in dieser neueren -> dhm/Sony-Wiederauflage.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2013 09:43:45 GMT+02:00
Richtig, ein prima Evangelist. Doch das ist nicht McDaniel als Bariton, sondern der Tenor Theo Altmeyer. Schönen Gruß!
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Erster Beitrag:  18.09.2012
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