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Der beste "Ring" von Richard Wagner


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1-25 von 176 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.02.2008 12:08:43 GMT+01:00
Gesucht wird: Der beste "Ring" von Richard Wagner

Eine zeitlose Aufnahme mit herausragenden Solisten in guter Klangqualität und einer dem Werk gerecht werdenden Deutung.

Gibt es die?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.02.2008 19:00:46 GMT+01:00
vully meint:
Ich würde da mit einem etwas zögernden "ja" antworten:

Am ehesten dürfte der jetzt bei Testament veröffentlichte erste Stereo-Ring unter Joseph Keilberth von den Bayreuther Festspielen 1955 dem Ideal entsprechen:

Aufnahmetechnisch überragend (und besser als der später im Studio entstandene Solti-Ring) und mit zumindest adäquaten Sängern - dem besten, was das Nachkriegsbayreuth zu bieten hatte.

Leider ist die Aufnahme noch schweineteuer!

Ansonsten gibt es von fast allen Opern überzeugende Einzelaufnahmen, aus denen man sich dann seinen Lieblingsring zusammenstellen kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.02.2008 01:35:10 GMT+01:00
Ich halte ebenfalls die Keilberth-Aufnahmen für außerordentlich gelungen. Mit etwas Glück kann man die Gesamtaufnahme für unter 100 ¤ bekommen. Nach Keilberth finde ich (in alphabetischer Reihenfolge) noch Böhm, Karajan und Solti sehr empfehlenswert. Die faszinierenden Furtwängler-Aufnahmen sind leider klanglich antiquiert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.02.2008 11:38:26 GMT+01:00
Mandragora meint:
Hallo Christian,
für mich ist die beste Aufnahme des Rings die aus der MET unter James Levine. Die DVD Box enthält 7 DVD`s, kommt aus dem Hause der Deutschen Grammophon.

Wer eine moderne Aufführung mit viel Blutgeschmiere erwartet, ist hier allerdings fehl am Platz. Dies ist eine konservative Aufnahme mit sehr gelungenen Bühnenbildern, sehr schönen alten Kostümen und Weltstars wie: Jessye Norman, Hildegard Behrens, Christa Ludwig, Matti Salminen um nur einige zu nennen.

Klang und Bildqualität sind perfekt, Booklets sind dabei, das ganze kommt im Schuber, in einer sehr schönen Aufmachung. Leider ist diese Aufnahme nicht ganz billig, aber die 941 Minuten pure Dramatik sind jeden Cent wert.

Für alle diejenigen, die meine Meinung zu dieser Aufnahme gleich wieder zunichte machen möchten, sage ich nur eines, es handelt sich hierbei um meinen persönlichen Geschmack, und Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Schöne Grüße Uschi

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.02.2008 11:47:48 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 17.02.2008 09:08:58 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.02.2008 21:24:50 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 16.06.2008 17:03:46 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2008 17:09:15 GMT+01:00
Gunter Haemel meint:
Herr Busch, es ist sicherlich beim "Ring" immer die Besetzung, die einem in erster Linie gefallen muss, danach - meine Meinung ! - sollte man sich die Aufnahme anschaffen.
Das Keilberth langweilig sein soll, kann ich nicht nachvollziehen, für mich ist bisher die schönste Aufnahme eines Mittschnittes, die aus Bayreuth von 1952 (die neue von 1955) kenne ich noch nicht. Studio-Aufnahme Nr. 1 ist für mich die von Solti - aber, wie gesagt, jeder hat seine Lieblingssänger.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2008 19:18:26 GMT+01:00
vully meint:
Den Solti-Ring finde ich von der Besetzung her etwas uneinheitlich, auch wegen der langen Produktionszeit:

Grandios ist m. E. das zuerst entstandene Rheingold, kaum schlechter die Götterdämmerung. Beim Siegfried geht Wolfgang Windgassen ein bisschen die Kraft aus, und die als letztes entstanden Walküre leidet sehr unter dem altersmüden Wotan von Hans Hotter.

Vor allem aber ist mir das Orchester fast durchgehend zu laut - wenn live-Aufnahmen transparenter klingen (Böhm, Keilberth, Kempe, Boulez) als eine Studio-Produktion, sollte man das Konzept nochmal überdenken.

Das ist komischerweise ausgerechnet der Vorteil der Karajan-Aufnahme - für den Dirigenten ganz untypisch: Hier hat die DGG das Verhältnis so ausgesteuert, das ein Sänger wie Dietrich Fischer-Dieskau kein Problem hat, durchhörbar zu sein.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.02.2008 20:38:31 GMT+01:00
Matthias Koch meint:
Ich besitze verschiedene Ring-Aufnahmen,mein erster war der Böhm-Ring:
Teils wunderbare Sänger (Rysanek-King-Nilsson), allerdings ist bei der Nilsson leider wenig Text zu verstehen. Trotzdem finde ich, wird das Orchester sehr gut abgebildet und der Eindruck einer Aufführung bleibt dankenswerter Weise erhalten.
Im Solti-Ring ist mir einfach viel zuviel geschnitten. Dadurch habe ich den Eindruck, dass nur selten wirklich ein Aufführungscharakter erreicht wird, alles klingt wunderbar steril und ohne dramatischen Zug.
Mein Favorit ist Keilberth. Ich empfinde ihn keinesfalls als Schlaftablette, aber jeder denkt da anders. Keilberth schafft für mich, wirklich bis zum Ende eine Sogwirkung zu erzeugen, der i c h mich nicht entziehen kann. Die Sänger sind on top, man versteht Text. Für mich haben ältere Aufnahmen den Vorzug, d a s s sie eben die Sänger akustisch etwas besser darstellen und man hört immer noch das wunderbare Orchester.
Bei Solti bzw. Karajan, sind die Sänger wie ein Instrument ins Orchester gestellt und gehen dabei eben manchmal auch unter. Und Gundula Janowitz (eine Stimme,die ich sehr sehr mag) als Sieglinde zu besetzen war einfach absurd, Entschuldigung. Früher gab es diesen Hype einfach nicht und die Sänger waren rollengerechter besetzt.
Und gerade Stücke wie der Ring leben vom Ensemble, das wird meines Erachtens nach am Besten bei Böhm und Keilberth erreicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.02.2008 15:18:04 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 19.02.2008 13:03:29 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.02.2008 15:24:14 GMT+01:00
vully meint:
Der Levine-Ring ist bei mir wegen der Sänger nicht erste Wahl:

Weder James Morris als Wotan noch die etwas überreife Hildegard Behrens, die Tenöre Gary Lakes und Rainer Goldberg, selbst die nicht mehr ganz taufrische Jessye Norman vermögen zu überzeugen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.02.2008 16:07:14 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 19.02.2008 13:03:45 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.02.2008 17:37:30 GMT+01:00
Der Keilberth-Ring ist auch auf dem Label Andromeda erschienen. Ich habe eigentlich wegen des Mozartthreads dort mal ein wenig gestöbert, und bin dabei auf diese Ausgabe gestoßen. Sie kostet bei jpc nur 39¤ und über Amazon Marketplace auch nur etwas über 40¤, also kein Vergleich zu der Testament-Edition, die weit über 100¤ kostet. Eins hat mich allerdings ein wenig stutzig gemacht: Die Testament-Ausgabe umfasst 14 CDs, die Andromedaversion nur 12. Deshalb meine Frage: Weiß jemand, wie der Unterschied zustande kommt? (Gibt es z.B. eine Bonus-CD in der Testament-Edition? Eine CD Unterschied kann ja mal sein, wenn die Titel in einer Version ungünstiger verteilt sind, aber zwei???) Wäre auch für mich interessant, denn den Keilberth-Ring kenne ich (noch) nicht, würde bei dem Preis aber zuschlagen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.02.2008 18:10:45 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2008 13:20:11 GMT+01:00
vully meint:
Die Antwort ist einfach, dass bei Andromeda nicht der Ring von 1955, sondern von 1953 veröffentlicht worden ist, der sich vor allem dadurch unterscheidet, dass die Brünnhilden hier nicht von Astrid Varnay, sondern von Martha Mödl gesungen werden. Auch sonst gibt es bei den Besetzungen einige Unterschiede (Sieglinde, Rheingold-Wotan, Loge).

Der Hauptunterschied ist natürlich die Aufnahmetechnik - Mono statt Stereo. Die ältere Aufnahme klingt nicht schlecht (wie eigentlich alle Bayreuther Live-Mitschnitte), aber doch nicht annähernd vergleichbar.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.02.2008 18:16:44 GMT+01:00
Ach, schade... Hab ich nicht bemerkt, vielen Dank!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.02.2008 17:29:13 GMT+01:00
IP meint:
Als Komplettaufnahme wäre Keilberth meine 1. Wahl. Man sollte auch Moralt und Furtwängler haben, die sind heute zum Glück günstig zu bekommen. Solti hat ein gutes Rheingold und eine klangwuchtige Götterdämmerung, die man auch haben sollte, daneben die Leinsdorf Walküre, die Walküre-Auszüge mit Bruno Walter und Seidler-Winkler, und (mindestens) der komplette Siegfried mit Melchior (Naxos). So als Anfang :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.02.2008 12:25:52 GMT+01:00
Falsacappa meint:
Bei mir steht Janowskis Dresdener Aufnahme (Eurodisc) im CD-Regal. Ein paar Teile der Stuttgarter Einspielung von Zagrosek und der Met-Klischee-Inszenierung mit Levines Dirigat stehen unter meinen DVDs. Ich kenne aus dem Radio noch ein paar andere Aufnahmen und tendiere zu Solti oder Sawallisch.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.03.2008 12:40:52 GMT+01:00
Operus meint:
Ich habe gerade den jetzt hochgelobten Keilberth-Ring angehört und bin trotz ausgezeichneter Sängerleistungen vom Klang enttäuscht. Zweifellos gehört der klanglich überarbeitete Solti-Ring vor allem durch die Sängerbesetzung zu den herausragenden Interpretationen des Riesenwerks. Bei der Götterdämmerung gibt es eine Live-Aufnahme
aus der Bayerischen Staatsoper veröffentlicht von Orfeo, die meines Erachtes, die beste ist. Knappertsbusch dirigiert mit seinem legendären großen Atem. Es gelingt ihm trotz der maßvollen Tempi eine direkt elektrisierende Spannung aufzubauen und durchzuhalten. Im Sängerensemble sind die größten Wagner-Sänger ihrer Zeit versammalt. Bernd Aldenhoff ist ein heldisch strahlender Siegfried, Birgit Nilsson die überragende Brünnhilde ihrer Zeit und Gottlob Frick bestätigt eindrucksvoll seine Ruf, der gewaltigste, stimmschönste Hagen zu sein. Also beim ganzen Ring wäre die Solti-Interpetation mein Favorit. Die Knappertsbusch Götterdämmerung - dieses Juwel - sollte jeder Wagnerfreund besitzen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.03.2008 13:44:36 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.03.2008 13:48:08 GMT+01:00
Lieber Herr Busch - ja, die gibt es, vorausgesetzt natürlich, unser Geschmack ähnelt sich :) Das - wie ich meine - geradezu Katastrophale ist jedoch, dass die von mir favorisierte Aufnahme nicht mehr erhältlich ist. Ich weiß nicht, was sich EMI dabei gedacht hat. Nichs, vermute ich. Nun des Rätsels Lösung: Es ist die Studioeinspielung Bernhard Haitinks, die zwischen 1988 und 1991 im Münchner Herkulessaal entstand. Haitinks Wagner ist und bleibt sicherlich ein Geheimtipp, warum ist mir allerdings schleierhaft. Die Aufnahme, die neben dem exzellent musizierenden Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks eine Reihe exquisiter Solisten vereint, ist klanglich und interpretativ kaum zu toppen, wobei ich Ihnen natürlich hiermit ein Urteil basierend auf meiner individuellen Vorstellungen unterjubele. Bitte seien Sie sich dessen bewusst. Aber wenn Sie an diese Aufnahme kommen können, beschaffen Sie sie sich. Ich habe es bisher nicht bereut. Zu den Sängerleistung kann man sagen, dass James Morris einen respektablen, etwas kernigeren und nicht ganz so dicken Wotan gibt als bei Levine, Reiner Goldbergs Siegmund ist gut, desgleichen Cheryl Studer als Sieglinde. Eva Marton als Brünnhilde ist hier in ihrer Bestphase zu hören und stimmlich ein wahrhaft wuchtiges Erlebnis. Ich könnte hier weiter wohlwollende Worte winseln (bin ich doch übers Wagnerisiern glatt in den Stabreim verfallen...), aber Spaß beiseite. Wenn ein Ring, dann ist das der beste, der im späten 20. Jahrhundert eingespielt wurde. Aber: Hören Sie selbst!
Was ich noch vergaß: Wenn Sie eine mitreißende "Walküre suchen: Erich Leinsdorfs Einspielung ist gar nicht so übel...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.03.2008 00:25:33 GMT+01:00
vully meint:
Lieber Herr Rittmeier,

suchen Sie noch mal: Die EMI hat den gesamten Haitink-Ring gerade wieder in ihrer Midprice-Serie neu herausgebracht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2008 11:44:48 GMT+01:00
Operus meint:
Liebe Opernfreunde,
in der nächsten Ausgabe des Fono Forum vergleicht Björn Woll die wichtigsten Ring-Aufnahmen. Sicherlich ein Beitrag zu der hier laufenden Diskussion.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2008 00:40:58 GMT+01:00
Hallo!

Mich würde mal interessieren, welchen Ring Sie sich ZUSAMMENSTELLEN würden. Sprich, keine Gesamtaufnahme, sondern halt vier einzelne...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2008 09:29:49 GMT+01:00
Lieber Vully,
vielen Dank für den Tipp. Ich habe zwar die alte Box, kann die Aufnahme jetzt aber wieder guten Gewissens weiter empfehlen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2008 15:22:48 GMT+01:00
Gunter Haemel meint:
Hallo =^^=
das habe ich vor vielen Jahren gemacht, ich habe - auch aus Geldmangel - mir nach und nach vier verschiedene LP-Kasetten gekauft :
Rheingold mit Solti und den Wiener Philharmonikern (Wotan: George London und Fricka: Kirsten Flagstad !!)
Walküre mit Furtwängler und den Wienern (1954): Mödl - Brünnhilde, Rysanek - Sieglinde, Suthaus - Siegmund, Frantz - Wotan, Frick - Hunding und eine Walkürengeselschaft der allerersten "Sahne"
Siegfried mit Janowski und der Staatskapelle Dresden (mit den damals "neuen" Wagnersängern Kollo, Schreier, Adam, Salmnen,Nimsgern, Altmeyer, WEnkel)
Götterdämmerung mit Böhm von den Bayreuther Festspielen - (mit sensationeller Besetzung - aus heutiger Sicht - Windgassen, Neidlinger, Greindl, Stewart, Nilsson als Brünnhilde und dazu drei weitere "Brünnhilden" - Mödl - Waltraute, Dvorakova - Gutrune , Dernesch - Wellgunde , dann noch die Höffgen , Silja und Burmeister als Nornen und Sieglinde Wagner D. Siebert als weitere Rheintöchter - heute nirgendwo mehr möglich so zu besetzen !!
Ich freue mich immer noch, diese Aufnahmen ab und zu anzuhören, auch wenn es mit den LP `s etwas umständlich ist !

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.03.2008 00:24:40 GMT+01:00
vully meint:
Das ist ja nicht unbedingt die schlechteste Zusammenstellung. Wie also sähe meine aus?

Rheingold: Karajan oder Solti
Walküre: Furtwängler, Keilberth, Leinsdorf
Siegfried: Keilberth, Böhm
Götterdämmerung: Keilberth, Solti, Böhm
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