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Dorati and Haydn,for ever????????????????????


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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.01.2008 01:19:27 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 16.06.2008 15:34:43 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.01.2008 18:31:59 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.01.2008 19:37:49 GMT+01:00
Hallo haydnfan,
Sie haben völlig recht, Dorati war ein glänzender Haydn-Dirigent, und die Philharmonia Hungarica ist unter seinen Händen zu einem großartigen Klangkörper herangereift. Ich besitze aus seinem Zyklus allerdings nur etwa 10 Symphonien (teils frühe, teils späte), weil ich die Anschaffung aller 104 bisher gescheut habe (aus finanz.Gründen). Aber das was ich kenne, ist ganz wunderschön.
Ich bin übrigens überhaupt ein Fan von Dorati, seine Interpretation von Dvoraks Neunter (mit dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam, Philips/1959, leider z.Zt. vergriffen, aber über amazon gebraucht zu haben) ist für mich noch heute, trotz Szell, Fricsay, Klemperer, Kubelik, Solti, Reiner das Maß aller Dinge. In meinen Rezensionen können Sie darüber eine Abhandlung finden. Die Aufnahme ist auch klanglich wunderbar. Auch hier muß ich ein Zitat (von Christoph Ecke) anbringen: "Ich finde, daß Dorati mit den Gefahren dieser Symphonie am besten fertig wird. Er nimmt keine Tempi, sie kommen ihm intuitiv; er vermeidet ferner alle emotionalen Übertreibungen, und doch, wie singt unter ihm selbst die Pauke! Im letzten Satz wird das Amsterdamer Orchester wie zur Naturgewalt, die Musik überkommt die Darsteller und in gleicher Weise überkommt sie auch den Hörer. Und wie füllt Dorati die beiden Mittelsätze mit Klangfarben an! Sein langjähriger Aufenthalt im Süden der Vereinigten Staaten wird ihn hier inspiriert haben: Wer den Zauber der Mississippi-Landschaft kennt, hört ihn aus jedem Takt heraus."
Große Teile dieser Kritik können auch auf seine Haydn-Versionen übertragen werden. Ein leider heute kaum mehr bekannter Künstler, der es nicht verdient hat, in Vergessenheit zu geraten.
Da Sie an anderer Stelle das Symphonie-Orchester des Bayer. Rundfunks hoch gelobt haben, möchte ich Ihnen als Haydn-Fan noch einige Haydn-Aufnahmen älteren Datums empfehlen:
1) Paukenmesse (mit Rafael Kubelik, DGG)
2) Cäcilienmesse (mit Eugen Jochum, DGG)
3) Symphonien Nr. 91 und 103 (Jochum, DGG)
Alle nicht mehr taufrisch, aber klanglich gut (stereo) und auch als CD erhältlich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.01.2008 23:22:23 GMT+01:00
Jochum, ja, aber doch nicht mit Haydn, mein Gottt.
Szell hat die spaeten Haydn Symphonien einmalig schoen dargestellt. Es tut mir Leid, aber was immer man gegen Marriner sagt - auch er war ein hervorragender Haydndirigent. Harnoncourt kann Mozart interpretieren - aber ueberhaupt kein Haydn; wohl weil das Drama fehlt. Eine Aufnahme mit Marriner und der Staatskapelle Dresden von den Messen ist durchaus empfelenswert. Ich muss zugeben, dass ich Dorati's Haydnvorstellung doch eher langweilig finde. Was er dazu beigetragen hat, dass Haydn seinen rechten Platz in der Geschichte finden sollte ist aber sein grosser Verdienst. Wir (fast) alle aus dem Osteuropaeischem Bereich (meine Familie kommt as Slowenien) kennen die Liebe zu diesem Komponisten als fast etwas Selbstverstaendliches. Bernstein hat Mist daruas gemacht sowie Karajan
und vielen Anderen. Sogar Mrawinsky faehrt besser. Nur noch Pinnock ist im Moment diskutabel fuer Haydn. Haydn ist eigentlich ein schwerer fall - fast zu gut um korrekt aufegefuehrt zu werden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.01.2008 20:29:45 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.01.2008 23:29:49 GMT+01:00
Hallo Christopher Jarrett,
warum Jochum nicht als Haydn-Dirigent? Man sollte differenzieren: Die späten Aufnahmen der Londoner Symphonien mit dem LPO (DG) sind etwas schwerfällig geraten. Aber die von mir genannten Symph.Nr. 91 u. 103 mit dem SOdBR (DG) aus dem Jahr 1958 sind vorzüglich. Leider kennt sie fast niemand mehr. Auch die von mir an haydnfan empfohlene Aufnahme der Cäcilienmesse mit demselben Orchester ist gut. Es gibt sie übrigens in der billigen Resonance-Serie.
Marriner als Haydn-Dirigent: Ich besitze die Symphonien Nr. 82-87 "Paris": wunderbar beseelte Aufnahmen, die ich zu den besten zähle, die ich je kennengelernt habe. Auch klanglich super!
Szell: Die Symphonien Nr. 93-98 sind in meinem Archiv. Ich verehre Szell sehr, seine Haydn-Interpretationen sind m.E. perfekt, aber für mich eine Spur zu perfekt. Etwas mehr Beseelung wäre gut. Da gefällt mir Beecham besser, trotz seiner Eigenwilligkeiten.
Bei Karajan haben wir beide ja unsere Differenzen, aber was die Symph. 82-87 betrifft, stimme ich Ihnen zu (sie können es in meiner Rezension nachlesen). Auch die späten Symphonien bei DG gefallen mir nicht sehr. Aber: bei DECCA hat er um 1960 die Symphonien Nr. 103 u. 104 aufgenommen, mit den Wiener Philharmonikern. Ich bin so kühn zu glauben, daß diese auch Ihnen gefallen könnten. Besonders die Nr. 104 ist ganz herrlich.
Bernstein: kann ich kein Urteil abgeben, weil ich sie nur aus dem Katalog kenne. Auch Mravinskys Haydn kenne ich nicht, schätze ihn aber als Dirigenten (bes. bei Tschaikowsky u. anderen slawischen Komponisten) sehr hoch ein.
Harnoncourt hätte nach meinem Empfinden auch besser seine Hände von Mozarts Symphonien gelassen, mir erscheinen seine Auslegungen kalt und seelenlos. Gut gefällt er mir als Begleiter von Friedrich Gulda in den Klvaierkonzerten Nr. 19 u. 26.
Bei Doratis Haydn (langweilig?) gehen unsere Meinungen auch nicht ganz konform. Die Stücke, die ich kenne, halte ich für mehr als gelungen. Pinnocks Aufnahmen liegen mir nicht vor.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.02.2008 15:09:39 GMT+01:00
Jan Bechtel meint:
Lieber haydnfan,

es ist kein Wunder wenn Sie sich so nennen, wenn Sie Dorati und seine GA der Symphonien gehört haben. Diese Aufnahme und auch die ausgekoppelten, meist in der Reihe Double Decca erhältlichen, Interpretationen der Haydn - Symphonien sind excellent gespielt. Was vor allem auffällt ist, dass Dorati sich nicht selbst inszeniert und als "Pionier" darstellt, sondern ganz frisch und frei -und mit einer unverschämten Natürlichkeit- diese Werke interpretiert. Diese Aufnahme ist ohne Zweifel ein muss für jeden Klassikliebhaber, der sich für haydn interessiert. Es mag ja gute Einzelveröffentlichungen geben (z. B. Furtwängler mit der 88. von Haydn gekoppelt mit der C-Dur-Symphonie D944 von Schubert; DGG The Originals), aber diese GA ist das non plus ultra der Haydn - Symphonien. Eine großartige Aufnahme, die bis heute konkurrenzlos ist, wie ich finde!

In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens schade, dass das Label Decca seinen Haydn - Katalog so ausgedünnt hat und in diesem Zuge großartige Aufnahmen der Messen, Oratorien (ebenfalls Dorati), Klaviersonaten und Streichquartette Haydns ausgelistet hat. Sehr bedauerlich kann man da nur sagen. Ein Jammer!

Kennen Sie übrigens die Gesamtaufnahme der Klaviersonaten von Haydn mit John Mc Cabe? Eine großartige Aufnahme, die in der "london"-Reihe der Decca zu finden ist/war. Ein absoluter Geheimtipp wie ich finde!

Fazit: Dorati ist meiner Ansicht nach, was die Gesamtaufnahme und sein Dirigat anbelangt, unerreicht. Es gibt, so glaube ich, keinen Dirigenten, der Haydn so transparent und lebendig musiziert wie Dorati. Allerdings gibt es durchaus beachtenswerte Teil- und Einzelaufnahmen der Symphonien Franz Joseph Haydns!

Liebe Grüße Ihr Jan Bechtel (bechteljan@aol.com)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.02.2008 18:56:10 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 16.06.2008 15:34:54 GMT+02:00]
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Erster Beitrag:  27.01.2008
Jüngster Beitrag:  01.02.2008

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