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Schallplatten sind wieder in?? CDs enttäuschen qua Tonbereich


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1-25 von 259 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.12.2010 13:40:27 GMT+01:00
inekemaa meint:
In der Webseite von JPC werden jetzt auch wieder neue Klassikaufnahmen auf LPs angeboten. Manchmal sind es die alten Aufnahmen wieder neu gepresst.

Hat jemand schon Erfahrung mit den neuen Klassik-LPs gemacht?

Und wird Amazon auch diese wieder verkaufen?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.12.2010 19:32:40 GMT+01:00
Ich habe mehrere Remakes von DECCA, EMI, RCA Living Stereo, Philips bei Reson.ch gekauft und bin föllig begeistert. Allerdings ich weiss nicht, welche Firma die LP-s hergestellt hat (nicht angegeben). Die Platten sind Remakes in jeder Hinsicht: Pressung, Innenhülle und Aussenhülle. Ich spiele sie auf einer High end Anlage und geniesse jedes mal neu.
pschreiber52

Veröffentlicht am 13.12.2010 20:00:44 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.12.2010 20:13:44 GMT+01:00
Seit Beginn 1983 der CD geniesse ich uneingeschränkt dieses Medium und bin so glücklich, daß es seitdem bei der Wiedergabe weder Rauschen, Knacken, Knistern noch Verzerrungen gibt und die Handhabung so herrlich einfach ist. Und den angeblichen und so berüchtigten "digitalen Klang" der CD kann ich zumindest über meine Anlage beim besten Willen nicht feststellen. Wie schön ist es doch, auf einem einzigen (unaufwändigen) Tonträger eine 80minütige Bruckner-Sinfonie klanglich völlig unproblematisch über die ganze Länge rüberzubringen, vorausgesetzt natürlich, daß auch die jeweiligen Aufnahmetechniker ihr Bestes dazu beigesteuert haben........

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.12.2010 08:39:32 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.12.2010 09:17:42 GMT+01:00
Ich stimme Herrn Brocksieper zu.
Der Bedienungskomfort, die Speicherkapazität und der störungsfreie Klang sind bei CDs so phantastisch, dass sie einen möglichen Klangnachteil gegenüber den LPs mehr als ausgleichen. Und: Ich höre den klanglichen Unterschied nicht, wo ja die Klangqualität ohnehin mehr von der Aufnahmetechnik als von der Art des Speichermediums abhängt.
Vielleicht kann das ja jemand hören, der eine teure Spitzenanlage hat. Meine Anlage ist gut, reicht aber sicher nicht aus, um einen möglichen Klangvorteil der LP hörbar zu machen. Ich besaß mehr als 3000 Klassik-LPs und habe sie im Laufe von fast 30 Jahren alle an Liebhaber und Sammler veräußern können.
Nun habe ich keine einzige LP mehr (auch keinen Plattenspieler!), trauere den schwarzen Scheiben nicht nach und genieße den Komfort meiner umfangreichen CD-Sammlung.

Veröffentlicht am 14.12.2010 13:32:53 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.12.2010 14:02:01 GMT+01:00
Kritiker meint:
Ja, Schallplatten sind derzeit wieder in. Erst letztes Wochenende hat in meiner näheren Umgebung wieder ein Plattenladen aufgemacht. Schön!

Zur Frage: oft lohnen sich Neupressungen, manchmal aber nicht. Problem ist hierbei das viele Läden die Möglichkeit des Reinhörens nicht mehr anbieten. Bei amazon schließt sich das ja sowieso aus.

Generell müssen LP's nicht zwingend durch CD's ersetzt werden. Klanglich ist die LP, vor allem bei älteren Aufnahmen "besser", da die Aufnahmen (z.B. Positionierung des Mikrofons) auf das Medium abgestimmt war. Oft kommt es hier vor, das die Aufnahme durch die Digitalisierung (und das Weglassen von Informationen) zwar nicht mehr rauscht oder knackst aber dadurch Volumen einbüsst und oft "steril" daherkommt.
Das muss natürlich jeder selbst entscheiden was für sein Gehör angenehmer ist. Jedenfalls waren meine Gasthörer oft überrascht, ja fast verwirrt, was eine LP schönes zustandebringt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.12.2010 10:48:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.12.2010 10:50:36 GMT+01:00
Das alles hängt nicht von der CD als Medium ab, sondern von der Aufnahme. Nur INSOFERN kann man vernünftigerweise davon sprechen, dass LPs "besser" sind. Genaugenommen sind hier die Aufnahmen selbst besser. Die Digitalisierung ist wiederum ein "anderes Kapitel" - da kann man natürlich auch sehr vieles falsch machen. Eine billige Digitalisierung erkennt man gleich, wenn - wie richtig angemerkt - das Rauschen auf Kosten des gesamten komplexen Höhenbereichs wegretuschiert wird - so ein Vorgehen ist freilich (meistens) noch schlechter als das Rauschen zu belassen. Alles in allem wird man (vielleicht leider) sagen müssen, dass die CD klanglich um mehrere Klassen besser ist als die LP, und zwar in (fast) jeder Hinsicht, und zwar dann, wenn alle Aufnahmeschritte dazwischen ebenfalls stimmen. Dass eine LP "Schönes zustandebringt", halte ich für vollkommen richtig. Ich möchte allerdings hinzufügen, dass die - leider oft als "kalt" oder "steril" herabgewürdigte - CD noch besser ist. Manchmal schließlich ist der Klang bloße Geschmacksfrage, genauso wie meine Eltern das Fernsehbild aus freien Stücken oft für meine Begriffe "viel zu hell" einstellen, genauso kann man einen gewissen Rauschpegel mögen. Wer jedoch einmal die Brillanz der CD-Aufnahme genossen hat und feststellt, dass plötzlich jedes STÖRENDE Rauschen weg ist und auch keine Sprünge mehr vorhanden sind - der freut sich, dass die Technik etwas so Wunderbares wie die CD hervorgebracht hat.

Veröffentlicht am 19.12.2010 23:30:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.06.2011 12:41:16 GMT+02:00
Kritiker meint:
Nun, der Starter dieser Diskussion scheint ein Vinylfreund zu sein und dessen braucht er sich ja nicht zu schämen!

Bei den vielen, vielen schlechten CD Versionen vor allem in den 80ern muß man sich zwangsläufig fragen, wie es die CD damals tatsächlich geschafft hat die LP vom Thron zu stoßen. Einfach schaurig was da so manchmal auf den Silberlingen gelandet ist. Da freut man sich doch des öfteren die Original-LP noch im Schrank zu haben.

Ich habe viele Alben doppelt, kann also vergleichen, zuhause greife ich einfach zur LP. Wenn die Jungs am Mischpult ihre Arbeit nicht richtig machen, warum soll ich mir dann die "sterile" CD antun?

Ich habe kein Problem damit CD+LP parallel zu haben. Das muss sich nicht ausschließen. Und das die LP ihre Qualitäten hat ist unbestritten, sonst wäre sie ja schon längst tot. Oder gibt es heutzutage noch Neuerscheinungen auf VHS? Sicher nicht, da das neue Medium (DVD + BluRay) einfach klar überlegen ist. Nur wenn das neue Medium klar überlegen ist wird es das alte vollständig ablösen. Das ist zwar geschehen, aber trotzdem gibt es Neuveröffentlichungen auf LP.

Komisch das die LP noch lebt, oder? Wird schon seinen Grund haben.

Veröffentlicht am 28.12.2010 22:00:10 GMT+01:00
Jakob Balde meint:
Mir ist in Erinnerung geblieben, wie sich einmal ein berühmter Tonmeister - es war wohl im Fono Forum, schätzungsweise Anfang der 90er Jahre - zur besonderen Ästhetik der Schallplatte äußerte: Ja sagte der berühmte Mann, wir mußten damals schon mit sehr grellen Farben malen, damit durch den Firnis der Schallplatte hindurch noch ein bißchen Farbigkeit übrigblieb. Ich mag gar nicht beurteilen, ob das tatsächlich so ist, kürzlich hörte ich jedoch wieder einmal Berlioz Symphonie fantastique in der berühmten Living-Stereo-Einspielung des Charles Münch mit dem Boston Symphony Orchestra, freilich aufgehübscht und digitaly remastered und da verstand ich was der berühmte Mann gemeint hatte. Charles Münch war ein großer Dirigent, Berlioz lag ihm wie kein zweiter Komponist, aber wenn man das Stück dann so in Kraft und Saft hört, dann meint man wirklich den Hörnern von oben in ihren sich verengenden Schlund zu blicken oder vielmehr zu horchen. Horch was kommt von unten rauf sozusagen. Da ist mir der Norrington mit seinen London Classical Players schon lieber, dem ich bequem aus dem Zuhörerraum zuhören darf. Nun soviel zur Ästhetik der guten alten Schallplatte, es war wohl früher nicht alles besser und ist heute nicht alles gut.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.12.2010 16:04:25 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.12.2010 16:04:54 GMT+01:00
Kritiker meint:
Dieses "Zusammenschrumpfen" der Hörner oder Bläser kenne ich, mit einem etwas besseren Plattenspieler (oder Tonabnehmer) kann man Abhilfe schaffen. Das liegt nicht unbedingt an der Aufnahme oder dem Medium.

Veröffentlicht am 31.12.2010 08:18:00 GMT+01:00
Roy Bean meint:
Ob CD, Schallplatte oder Cassettenrecorder: Musik klingt immer tot und steril, wenn man sie konserviert hört. Musik ist nun mal ein Live-Erlebnis, das Festhalten ist letzlich immer nur ein Schatten. Wie ein Film oder ein Bild, nur ein Ausschnitt, schön dass es das gibt, aber....Immerhin ist die CD näher am Original, denn Kratzer habe ich live noch nie gehört.

Veröffentlicht am 01.01.2011 01:50:27 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 01:54:18 GMT+01:00
Kritiker meint:
Das ist physikalisch schon mal komplett falsch. Schallwellen sind nun mal analog, bei allem was digitalisiert wurde, da hatte eine Elektronik (AD Wandler) die Hände im Spiel.
Hier muß man ganz klar trennen: ein guter Klang hat überhaupt nichts mit Störgeräuschen zu tun. Nur weil eine digitales Medium wie die CD weniger rauscht hat das noch lange nichts damit zu tun das der Klang toll ist. Extrembeispiel: Eine 128 kbit MP3 kann zwar nicht Rauschen weil Digital ist aber klangtechnisch absolut wertlos. Das ist genau der Käse den einen die CD-Macher seit Jahrzehnten erzählen, nur weil eine Wiedergabe nicht rauscht oder knistert heisst das noch lange nicht das sie "gut" ist. Die Wiedergabe ist einfach nur rauschfrei, weiter nichts.

Veröffentlicht am 01.01.2011 09:57:37 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 10:11:15 GMT+01:00
Da ich selber produziere und die CD von Beginn an miterlebt habe, möchte ich zu diesem Thema einmal aus Sicht eines Tonmeisters Stellung nehmen:

eine analoge Aufnahme stellt wesentlich höhere Anforderungen an den Tonmeister, da die Dynamik der Aufnahmegeräte bei Aufnahmen, die über Einzelinstrumente hinausgehen geringer ist, als die von den Musikern erzegte ist. Hier muss bei der Aussteuerung sehr planvoll umgegangen werden, denn ein nervöser Zucker am Mischpult hat unwiederbringliche Folgen. Darüber hinaus bedeutet jede Klangmanipulation eine Klangverschlechterung im technischen Sinne, da eine neue Kopie erforderlich ist.

Grundsätzlich ist die Schallplatte im Bassbereich mono und auch ansonsten hat sie eine wesentlich geringere Kanaltrennung als digitale Medien. Darüber hinaus sollte auf beiden Kanälen keine allzuhohe Differenz lautstärke- und frequenzmässig herreschen, sonst gibt es bei der Wiedergabe Probleme. Es ist also eine gewisse Vorplanung im Tonstudio erforderlich.

Die Digitaltechnik hat für die Aufnahme den riesigen Vorteil, dass man zwei völlig getrennte Kanäle hat, auf die man aufnehmen kann was man will. Es gibt keine Einschränkungen wie bei der Schallplatte. Da mit 24 Bit aufgenommen wird, braucht während der Aufnahme der Pegel nicht nachgeregelt werden, da die Dynamik grösser ist als unser Gehör zulässt. Das sind im Grunde sehr gute Voraussetzungen für eine technisch hervorragende Aufnahme.

Bei der Abmischung und dem Mastering, also der Erstellung des sogenannten Masters arbeitet man am Computer und alles ist ohne technischen Qualitätsverlust möglich. Allerdings lassen sich gewisse Gesetzmässigkeiten bei den Hörgewohnheiten nicht ausser Kraft setzen, obwohl dies heute leider immer wieder ganz bewusst getan wird.

Die Aufnahme soll so laut wie irgend möglich klingen, dazu muss die Dynamik eingeschränkt werden. Das ist natürlich bei Digitalaufnahmen auf Knopfdruck ohne Probleme möglich, leider. Hier wird sehr viel mögliche Klangqualität verschenkt.

Beim letzten Schritt, der Erstellung des eigentlichen Toträgers wird der Unterscheid nun am deutlichsten: bei der Schallplatte muss die Schneidemaschine mit sehr viel Erfahrung eingestellt werden und die Spielzeit pro Plattenseite sollte nicht allzu lang sein. Aus einer aus der Schnittfolie erzeugten Pressform lassen sich nur eine gewisse Menge von Schallplatten pressen, wobei jede dieser Schallplatten unterschiedlich klingen kann, je nach dem welche Granulatqualität verwendet wurde und wie viel Aufwand zeitlicher Natur man in den eigentlichen Pressvorgang investiert wurde.

Bei der CD ist die Reduktion auf 16 Bit entscheidend. Grundsätzlich klingt das Master etwas heller als das 24 Bit-Original. Wurde bei der Erzeugung dieses Masters nicht pinibel gearbeitet, fehlt es diesen an äumlicher Tiefe. Auch sollte niemals genau bis 0 dB ausgesteuert ewrden, da die Wandler bei der Wiedergabe damit Probleme haben.

Der eigentliche Pressvorgang bei der CD ist dagegen völlig unkritisch, da jede CD exakt wie die andere klingt und weitgehend dem Master entspricht. Die Differenzen ergeben sich durch Datenfehler der CD bei der Abtastung, die hörbar sind, aber den Klang nicht signifkant ändern.

Wer nun behauptet, dass Aufnahmen vor der CD-Zeit auf LP besser klingen, dem muss ich recht geben, da analog prinzipbedingt bei den Höhen ein Abfall da ist, der bei dem Mastering bei vielen Schallplattenproduktionen ausgeglichen worden ist. Auf Schallplatte gepresst stellt sich das Klangbild ein, das der Tonmeister haben wollte.

Bei CD-Neuerscheinungen wird leider noch immer einfach dieses Master genommen, digitalisiert und auf CD gepresst. Da, wie gesagt, die CD immer ein wenig heller klingt, kann das zu spitzen Höhen führen. Leider macht sich die Schallplattenindustrie nicht die Mühe, die alten Aufnahmen neu zu mastern, das ist sehr schade.

Wenn allerdings sowohl analog wie auch digital mit Liebe und Hingabe und vor allem ohne Zeitdruck aufgenommen, abgemischt, gemastert und produziert wurde, kommen Aufnahmen heraus, die den Hörer inhaltlich begeistern und technisch auch sehr gute Stereoanlagen ausreizen.

Glücklicherweise sind solche Sternstunden im Klassik- und Jazzbereich nicht selten.

Allerdings höre ich Aufnahmen von vor 1982 lieber auf LP und neue Aufnahmen von CD, dann hat man das klangliche Optimum, nämlich genau das, was der Tonmeister haben wollte.

Veröffentlicht am 01.01.2011 11:51:26 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 12:14:42 GMT+01:00
Kritiker meint:
Für mich heißt das nun (um auf den eigentlichen Diskussionspunkt zurückzukommen) das Neupressungen klanglich wertvoll sein können und auch die CD in den Schatten stellt.
Es geht schließlich darum den Inhalt, also die MUSIK zu tranportieren. Das kann eine LP als Neupressung durchaus. Und da Klassik-Aufnahmen oftmals älteren Datums sind spricht nichts dafür sich mit "neuem" "altem" Material einzudecken.

@ Stephan Schmidt: Wie erklären sie sich den "sterilen" Klang der CD? Und das fehlende Volumen, liegt es an der Reduktion der Information oder gibt es da noch was anderes? Wenn die analoge Aufnahme besser durchgeplant werden muß (das kostet Zeit und Geld) dann wissen wir ja jetzt warum die Industrie CD bevorzugt. Es geht wie immer nur ums Geld und Kostenreduktion.
Wie ist das eigentlich mit Neuerscheinungen, wird hier die LP eingeplant und darauf Rücksicht genommen oder einfach nur das Master als LP gepresst? Halten sie dann Neuveröffentlichung als klangtechnisch wertvoll oder eher was für Sammler? Und wenn es hier manchmal nicht mit rechten Dingen zugeht kann ich das irgendwie erkennen (außer durch Probehören)?
Wie ist das nun mit der CD. Wird die CD zuhause abgespielt, so werden 1er und 0en in einen Datenstrom gewandelt und letztendlich macht der DA Wandler sozusagen die Musik. Warum wird dann übersteuert, also über 0dB aufgenommen wenn es der heimische Wandler nicht verträgt, die Aufnahme also lauter wird. Was soll der Unfug?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.01.2011 12:22:24 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 01.01.2011 14:30:17 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 01.01.2011 14:09:49 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 14:19:58 GMT+01:00
Das Datenformat der CD musste sich mit der Rechenleistung von 1980 realisiersen lassen. Damals waren 44,1 kHz Samplingfrequenz bei 16 Bit Wortbreite das Maximum, was möglich war. Da die Hälfte der Samplingfrequenz die höchstmöglich zu speichernde Frequenz ist, gehen maximal 20 kHz. Alles darüber muss herausgefiltert werden. Filter haben aber immer Einfluss auf die Phasenlage, das heisst das Zeitgefüge im Signal. Bestimmte Frequenzen kommen nicht mehr zu dem Zeitpunkt, an dem sie kommen sollten. Das wird vom Hörer bemerkt !

Wenn nun der CD-Spieler bei der Wiedergabe nicht sehr gute Wandler hat, sind diese Fehler sehr ausgeprägt. Zusätzlich muss die Auslesegeschwindigkeit stimmen und die Daten müssen wirklich wieder mit 44,1 kHz zurückgewandelt werden. Jeder Fehler ist hörbar, eben nicht in Nebengeräuschen wie bei der Analogtechnik, sondern in Klagveränderungen gerade im Hochtonbereich.

Ein Tipp: sehr gut kann man die Qualität bei Schlaginstrumenten beurteilen, hier muss jeder Schlag sauber und differnziert kommen. Bei schlechen Wandlern scheint das Fell des Schlaginstrumentes nicht richtig gespannt zu sein.

Auf der Aufnahmeseite arbeitet man mittlerweile mit höhreren Samplingfrequenzen, so dass dort das Filterproblem vernachlässigbar ist, die Rechenleistung moderner Wandler und Mischpulte stellt das nicht mehr vor Probleme.

Das fehlende Volumen liegt oft daran, dass bei der Erzeugung des Masters also die Wandlung des Aufnahmeformats mit 24 Bit auf die 16 Bit CD-Format einfach die überzähligen 8 Bit abgeschnitten worden sind. Hin und wieder wird bei der Abmischung nicht das richtige Datenformat gewählt. Dadurch geht dann Information verloren.

Das Problem der Digitaltechnik ist, dass die 0 db die wirkliche Obergrenze sind, denn das ist der höchste darstellbare Wert erreicht. Sind mehrere Samples bei 0 Ddb, so hat Signal eine 'Delle', die im Original nicht vorhanden war, mit verheerenden Folgen für den Klang ! Daher steuert ein erfahrener Tonmeister das endgültige Master nur bis maximal -0,3 db aus !

Eine handwerklich sauber gemachte Digitalaufnahme sehr gut abgemischt und auf CD gemastert, gut ausgesuchte Mikrofone bei der Aufnahme und sorgfältige Arbeitsweise führt zu einer sehr gut klingenden CD ohne Fehl und Tadel. Gerechterweise muss man auch sagen, dass ein schlechter Schallplattenumschnitt oder einfach eine schlechte Pressung zu einer nicht sondlich gut klingenden LP führen kann. Da kann dann der Tonmeister nicht einmal was dafür, das ist nur sehr schwer kontrollierbar.

Jeder Vorteil muss auch immer mit einem Nachteil erkauft werden: die Analogtechnik hat einge geringere Dynamik und einen schmaleren Fequenzbereich, die Digitaltechnik verzeiht keine Fehler bei der Produktion, dafür bekommt man bei der analogtechnik ein absolut zeitrichtiges Abbild des Signals, während die Digitaltechnik exakt das Master auf der CD abbilden kann.

Was schlussendlich mehr überzeugt, liegt an der Präzision der Produktion und dem Geschmack des Hörers. Macht man aus einer guten Digitalaufnahme eine LP und eine CD, so klingen beide anders, aber es ist letztlich ein totes Rennen. Keiner kann sich als Sieger fühlen.

Es ist in meinen Augen nicht legitim, die LP als gut und die CD als schlecht zu bezeichnen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.01.2011 14:12:23 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 14:25:18 GMT+01:00
Kritiker meint:
Danke für die Ausführungen und die technische Begründung für das fehlende Klangvolumen gegenüber der LP (wenn es denn so gemeint war).
Heißt das nun das die LP prinzipiell "zeitlich richtig" daherkommt, also rhytmischer? Könnte der Grund dafür sein das man hier entspannter hört.
Manchmal habe ich das Gefühl das die CD leiert, zumindest habe ich den Eindruck das die Aufnahme lustloser bzw. nicht so "rund" und in sich geschlossen klingt. Sorry, ist schwer zu beschreiben.
Ich sehe es genauso, wie schon in einem früheren Beitrag erwähnt, ich habe kein
Problem beide Formate zu besitzen und zu hören, beide Formate haben ihre Stärken und Schwächen.

Veröffentlicht am 01.01.2011 14:31:25 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 14:47:12 GMT+01:00
Eine gute Aufnahme verteilt die Instrumente nicht nur zwischen der linken und rechten Lautsprecherbox, sondern auch in der Tiefe. So sollten die Holzbläser deutlich hinter den Streichinsturmenten wahrgenommen werden und die Schlaginsturmente und Blechbläser noch weiter hinten.

Bei dem besagten Zeitproblem geht es um Millisekunden, denn um den Eindruck zu schaffen, dass ein Instrument scheinbar 1 Meter hinter den Lautsprechern zu hören sind, muss es 3 Millisekunden später kommen.

Wenn der Wandler des CD-Spielers beim Herausfiltern Zeitfehler macht, scheinen alle Musiker plötzlich am Bühnenrand zu stehen oder wenn die Zeitfehler frequenzabhängig sind, auf der Bühne von vorne nach hinten herumzuwandern. Der Klangeindruck ist dann nicht stabil.

Die von Ihnen beschriebene 'Lustlosigkeit' der Digitalaufnahme liegt meist darin begründet, dass die Dynamik stark beschränkt wird, damit das Signal lauter gemacht werden kann. Das ist natürlich ein vordergründiger Betrug, denn wenn die Lautstärke korrigiert, fehlt die Dynamik und das Signal klingt schlapp. Schauen Sie mal auf der CD oder Hülle nach, die CD müsste nach 1995 produziert worden sein. Seit 2000 greift diese Marotte immer ausgeprägter um sich.

Die Fehler der Digitaltechnik sind wesentlich subtiler als die der Analogtechnik.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.01.2011 14:47:11 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 14:54:31 GMT+01:00
Kritiker meint:
Das heisst dann aber auch das der DA Wandler das "Herz" des heimischen CD-Spielers ist. Wer hier spart der wird mit dem flachen (und vielleicht auch als steril empfundenen) Klang bestraft. Denn wenn alle Musiker am Bühnenrand stehen so gibt es keine räumliche Auflösung mehr => flach.
So konnten wir doch eine Stärke der LP rausarbeiten, die räumliche Auflösung, bzw. zeitlich exaktere Abbildung ohne Fehler?

Die CD ist übrigens etwas älter, ist eine betagte ACDC (sorry keine Klassik, ich schäme mich ja schon). Ist mir auf anderen CD's aber auch schon aufgefallen.

Veröffentlicht am 01.01.2011 14:51:15 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 15:07:52 GMT+01:00
Das ist richtig !

Einen Tipp: neue CD-Spieler ab der mittleren Preisklasse besitzen heute schon Wandler, die intern mit Samplingfrequenzen von 96 kHz oder sogar 176 kHz arbeiten, die haben da keine Probleme mehr.

Aber, wie gesagt, auf der Aufnahmeseite muss bei Digitalaufnahmen ganz suaber und pinibel gearbeitet werden, sonst nützt aller Aufwand auf der Wiedergabeseite nichts !

Im Pop-Bereich liegt schlechte Klagqualität bei CDs schlicht an Schlamperei bei der Abmsicheung.

Bei der Aufnahme im Pop-Bereich wird jeder Musiker für sich auf einer Spur einer digitalen Mehrspurmaschine aufgenommen wird. Die Musiker sehen sich bei den Aufnahmeterminen oft nicht.

Aus den einzelnen Spuren wird dann das Stück abgemischt. Jedes Instrument bekommt seinen Platz auf der Bühne zwischen den Lautsprechern.

Bei einer LP-Produktion muss der Tonmeister nun, wie gesagt, die Lautstärke zwischen den beiden Kanälen im Auge behalten und früher war es auch noch wichtig, dass die Aufnahme in Mono abspielbar ist.

Bei der CD kann der Tonmeister eigentlich tun was er will, es git technisch keine Begrenzugen. Allerdings können sich beistimmte Freuquenzen durch eine schlechte Abmischung abschatten. Das muss aber der Tonmeister merken, denn die Mono-Taste gibt es im Studiobereich noch immer und sie ist für erfahrene Tonmeister der entscheidende Test für eine gute Abmischung !

Ganz wichtig ist es, einen glaubwürdigen Raumeindruck in die Aufnahme zu integrieren, erst dann klingt sie rund und harmonisch.

Den Rest erhalten dann die Pop-Aufnahmen durch gnadenose Dynamikkompression.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.01.2011 14:59:56 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 17.01.2011 00:43:12 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 01.01.2011 15:12:04 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2011 15:19:02 GMT+01:00
Zu diesen Märkten habe ich meine eigene Meinung, denn wer billig kauft, kauft immer zwei Mal......

Das ein DVD-Spieler schlechter ist als ein CD-Spieler muss nicht sein, aber DVD-Spieler mit guten Wandlern kosten schnell über 400 Euro und wer schliesst diesen dann wirklich an die Stereoanlage an ?

Für einen guten CD-Spieler sollte man mindestens 200 Euro anlegen und für einen Plattenspieler so 500 Euro. Da bekommt man dann Geräte, mit denen man über Jahre glücklich sein wird.

Hatte gerade vorgestern wieder eine CD-Präsentation bei einem meiner Kunden, einer Band, die total platt waren, wie gut man Pop-Musik produzieren kann, dabei war es erst eine Erstabmischung.

Veröffentlicht am 01.01.2011 15:30:23 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 17.01.2011 00:44:37 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.01.2011 19:23:30 GMT+01:00
moviefreak meint:
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Meine alte LP-Sammlung habe ich mit einem guten Laufwerk mit Ortofon-Tonabnehmer unter Zuhilfenahme von Steinbergs WAVELAB digitalisiert und dabei auch noch die störenden Nebengeräusche (Rauschen und Rumpeln) eliminiert. Bei Bedarf den Klang auch noch etwas aufgefrischt. Manche der Aufnahmen können gehörmäßig nicht oder kaum von neueren digital produzierten unterschieden werden. Soweit es mich betrifft kann ich auf den LP-Sound genau so gut wie auf den Röhrensound verzichten.

Veröffentlicht am 04.01.2011 22:57:55 GMT+01:00
inekemaa meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.01.2011 12:11:08 GMT+01:00
moviefreak meint:
Es ist schon verwunderlich, daß es in unserem aufgeklärten Zeitalter Leute gibt, die glauben, die Dicke der Kabel in der Anlage würden den Klang beeinflussen. Man kann das noch steigern mit der Behauptung, auch wenn sich eine Fliege auf das Kabel setzen würde, hätte das hörbaren Einfluß auf den Klang. Tatsächlich kann man von einem Einfluß der Kabel nur dann ausgehen, wenn es um die Verbindung der Endstufen mit dem Lausprecher geht. Das aber auch nur dann, wenn der Abstand zwischen Box und Endstufe etliche Meter beträgt. Dann kann das Auswirkungen auf die Dämpfung der Eigenschwingungen der Membran haben. Meistens befinden sich in der Frequenzweiche der Lautsprecher im Signalweg Widerstände zur Pegelanpassung, die um Zehnerpotenzen größer als der Widerstand der Lautsprecherleitung selbst sind. Unter diesem Gesichtspunkt sehe ich die Kabeldiskussion als Absurdum an. Meine Lautsprecher werden über Litzen von 0,75 mm² von Doppel-Endstufen angesteuert.

Meine Devise, die mit der Meinung der meisten wirklichen Fachleute identisch ist, lautet kurz und einfach: "Der Lautsprecher macht die Musik!" Selbstverständlich gibt es klangliche Unterschiede sowohl zwischen einem Transistorverstärker und einem Röhrengerät. Dem Röhrenverstärker wird z.B. ein warmer Klang nachgesagt, aber es ist erwiesen, daß klanglich nicht das gleiche Signal an den Lautsprecherklemmen herauskommt, was man eingespeist hat. Das Transistorgerät verstärkt natürlicher, was allerdings von manchen Hörern als "kalt" bezeichnet wird. Deshalb haben manche Klangbearbeitungsprogramme auch ein Feature, mit dem man das Audiosignal so bearbeiten kann, als käme es aus einem Röhrenverstärker.

Ähnlich verhält es sich bei der Frage, ob die LP oder die CD das bessere Medium für zu Hause ist. Wobei ich aus eigener Erfahrung feststellen mußte, daß vor allem in der U-Musik manche Aufnahmen von LPs aus den siebziger/achziger Jahren besser klingen als die gleichen Aufnahmen, die später auf CDs gebrannt worden sind. Zwei Gründe konnte ich des öfteren als Ursache fest machen: Einmal lag es an der ungeschickten Handhabung der Restaurierungsinstrumente durch schlecht oder garnicht ausgebildete Menschen, die sich am Mischpult betätigten. So wurden oft Aufnahmen derart mit Denoisern bearbeitet, daß zwar kein Bandrauschen mehr übrig blieb, dafür wurden aber gleichzeitig die niederpegeligen Raumgeräusche mit beseitigt. Das Ergebnis: Die echolosen Aufnahmen klangen tot, als wären sie in einem mit Watte ausgepolstertem Raum entstanden. Eine 2. Ursache ist auf eine vor wenigen Jahren aufgekommene Unsitte in der Popmusik aufgekommen. Es sollte alles laut klingen und so wurde mit Klangkompressoren die Musik auf Vollaussteuerung nivelliert, so daß alle Mikrofonkanäle gleiche Lautstärke hatten. Inzwischen hat man in den Tonstudios wohl gemerkt, welchen Blödsinn man da angerichtet hat und fährt diese Masche zurück. Die hier geschilderten Merkmale haben aber nichts damit zu tun, auf welchem Tonträger dem Käufer das Produkt angeboten wird.

Mein Fazit: Bei der CD bin ich dankbar für jedes Pianissimo, das ich ohne Knistern, Rauschen und Rumpeln hören kann und für jedes Fortissimo, das ich ohne die unvermeidlichen Abtastverzerrungen bei der LP-Wiedergabe genießen kann. Nicht zu vergessen das wesentlich einfachere Handling beim Auflegen einer CD gegenüber der LP.
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