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Beethovens "Eroica"


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1-25 von 153 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.10.2011 22:59:47 GMT+02:00
Napoleon gewidmet, dann wieder Widmung wieder zurückgezogen (2. Satz Trauermarsch), im Zauberberg als "Erotica" verballhornt, längst als Meilenstein symphonischer Kunst erkannt, Beethovens erste "richtige", "ernsthafte" Symphonie, ja überhaupt die erste ernsthafte Symphonie, die diesen Namen verdient, wie fast bei allen Werken Beethovens ein ausgeklüngeltes, dem Ideal abgestrotztes, hart errungenes Werk! Hundert Mal gehört - und auch mal richtig?

Kurz, welches ist Ihre Referenzaufnahme? Wem gelingt die Synthese von appollinischer Schönheit und revolutionärer Unerbittlichkeit, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt...

Karajan, Klemperer, Haitink, Abbado, Bernstein, Gardiner, Harnoncourt, Walter, Muti und Wand sind bekannt,
doch DIE endgültige Aufnahme habe ich noch nicht gefunden. Wer kann mir weiterhelfen?
MfG
Chr. Busch

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2011 11:52:44 GMT+02:00
Schon mal Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen gehört?
Das lohnt sich sehr!
Weiter viel Erfolg bei der Eroica-Suche.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2011 12:53:17 GMT+02:00
Mr. White meint:
Furtwängler!

Veröffentlicht am 24.10.2011 17:36:21 GMT+02:00
Wenn's richtig spannend und aufregend sein soll: Rene Leibowitz/RPO !

Ein Gegelpol dazu: Die großräumige, klanglich sehr gediegene Darstellung mit Colin Davis/SD.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2011 19:25:40 GMT+02:00
Wenn Sie's richtig breit und volltönend lieben, so greifen Sie doch mal zu Giulini und dem LA Phil. auf DGG.
Wenn auch wohl nicht gerade sehr "beethovisch", trotzdem höchst beeindruckend.

Veröffentlicht am 25.10.2011 16:36:07 GMT+02:00
BGB meint:
Auch ich würde Leibowitz empfehlen! Ebenso Fricsay!

Veröffentlicht am 26.10.2011 19:05:32 GMT+02:00
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Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2011 19:35:27 GMT+02:00
Na, lieber Andreas Neumeister,
das ist aber ein kühne Feststellung.
Was würden Sie sagen, wenn ich als Bach-Freund sagen würde: Nach der h-moll-Messe kam nur noch...usw.. Na?
Sie müssen doch wohl zugeben, dass Ihre und auch meine mögliche Feststellung Unsinn sind!!
Jede Zeit hat viel und große Musik hervorgebracht und gezeigt, dass die Musikgeschichte weitergeht. Gott sei Dank!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2011 20:27:58 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.10.2011 20:28:30 GMT+02:00
Brasier meint:
@Andreas Neumeister

Auweia,
da sind sie aber Arm dran,
schauen sie sich mal bei Amazon rum
es gibt , glauben sie mir,
doch noch viel mehr

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2011 22:12:43 GMT+02:00
)))
Ich dachte, diese meine Meinung war so deutlich überzogen, daß man merkt, ich meine es nicht so ganz ernst...
Also, jetzt ernsthaft: die Eroica gehört zur allerallerbesten je geschriebener Musik (natürlich mit der h-moll-Messe in einer Reihe !), und auch ganz ernsthaft: etwa besseres, sprich intensiveres, durchdachteres, künstlerischeres, impre- wie expressiveres wird nie mehr geschrieben werden (können).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2011 22:16:28 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.10.2011 23:08:53 GMT+02:00
Hallo Herr Busch,

ich glaube nicht, dass es DIE endgültige Aufnahme gibt, aber ich empfehle Ihnen und allen Interessierten mal unter "www.klassik-prisma.de" nach der Eroica zu schauen. Da hat unser Mitschreiber Bernd Stremmel in akribischer Kleinarbeit eine Liste von Aufnahmen dieser großartigen Symphonie zusammengestellt, die ich nur wärmstens empfehlen kann, auch wenn ich Herrn Stremmel nicht in allen Fällen zustimmen kann.
So glaube ich von den beiden Decca-Aufnahmen Erich Kleibers der Amsterdamer Version von 1950 den Vorzug geben zu müssen, obwohl in der späteren Wiener Aufnahme die Exposition des Kopfsatzes wiederholt wird. Die Aufnahme mit dem Concertgebouw-Orchester hat aber den Vorzug größerer Geschlossenheit, und ist für mich ein besonderes schönes Zeugnis von Erich Kleibers einmaliger Dirigierkunst.
Klemperers Studio-Aufnahmen von 1955 (EMI, mono) und 1959 (EMI, stereo) würde ich beide mit 5 bewerten, ebenso Ferenc Fricsays berühmte Einspielung von 1958 (DGG, Stereo) mit den Berliner Philharmonikern, die bei ihrem Erscheinen enthusiastisch gefeiert wurde, und noch heute wegen ihrer akribischen Detailarbeit zu begeistern vermag. Kubeliks Berliner Aufnahme von 1971 (DGG) würde ich mit 4-5 bewerten. Damit möchte ich Herrn Stremmel keinesfalls korrigieren, sondern nur meinem persönlichen Empfinden Ausdruck geben.
Noch eine Anmerkung: Die Furtwängler-Aufnahme von 1952 (EMI) mit den Wiener Philharmonikern ist eine Studio-Produktion, und keine Live-Aufzeichnung, wie Herr Stremmel irrtümlich schreibt. Sie wurde am 26./27.11.1952 in Großen Saal des Wiener Musikvereins produziert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2011 00:16:26 GMT+02:00
Brasier meint:
@ Andreas Neumeister,

Aber, nicht so schnell,
Fast jeder Komponist, der sich im Olymp befindet
hat SEINE "Eroica" im Repertoire.

Veröffentlicht am 27.10.2011 11:00:51 GMT+02:00
Danke Herr Friedgen,
das war ein Versehen, ich habe es soeben korregiert.

Veröffentlicht am 27.10.2011 17:51:43 GMT+02:00
Nach einer Nacht, die ich mit Überlegen über die Qualität der Eroica zugebracht habe, an alle Freunde und Kollegen hier die Frage: ja, was kam denn nach der Erioca noch für Musik, die höher zu bewerten ist als diese (außer der 5. und 9. Sinfonie von LvB) ?
Jetzt bin ich aber neugierig.

Veröffentlicht am 27.10.2011 18:48:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.10.2011 19:41:02 GMT+02:00
Bei dem Nachdenken darüber, eine Symphonie zu nennen, die höher zu bewerten ist als der Geniestreich "Eroica", komme ich -zugegebenermassen- sehr lange ins Grübeln. Denn wie oft schon habe ich meinen interessierten Zeitgenossen gesagt, daß Beethovens Eroica, was kompositorische Meisterschaft betrifft, in der gesamten abendländischen Musik wohl nicht bzw. abgemildert: kaum zu toppen ist. Fürwahr, Andreas Neumeister hat absolut Recht mit seiner Aussage, auch unter dem Aspekt, daß es da ja noch Schuberts 9. Tschaikowskis 6. Bruckners 8. Brahms 1. oder Mahlers 3. gibt, um nur beispielhaft einige hochbedeutende Werke in diesem Zusammenhang zu nennen. An den Säulen der Eroica lässt sich schwerlich rütteln.....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2011 19:05:10 GMT+02:00
Ich versuche schon einige Jahre verzweifelt, ein Werk zu finden, daß an die Eroica heranreicht (außer 5. und 9. Sinf.)... Bei "Tosca" machen meine Gedanken immer einen kurzen Hopser, aber nur einen kurzen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2011 19:06:11 GMT+02:00
Seine Eroica sicherlich, aber nicht "die" Eroica...

Veröffentlicht am 27.10.2011 19:35:03 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.10.2011 18:08:34 GMT+02:00
Mit der Tosca begeben Sie sich aber auf eine ganz andere Musikgattung, Herr Neumeister. Wenn Sie auch die Oper mit ins Kalkül ziehen, so darf ich mich mit Ihnen unter diesen "erweiterten Rettungsschirm" (wohl das Wort des Jahres 2011) stellen und ganz unbedingt "Tristan und Isolde" anführen: Sollte eines Tages ein weiteres Weltwunder auch mal aus dem musikbezogenen Bereich prädesziniert werden, dürfte Wagners Jahrtausendwerk wohl nichts Vergleichbares im Wege stehen, ihm diesen Rang abzulaufen.

Veröffentlicht am 27.10.2011 19:48:53 GMT+02:00
Dann muß ich mich mit diesem Werk wohl mal beschäftigen. Obwohl: Wagner....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2011 20:23:23 GMT+02:00
Frisko meint:
Ich kann Wagner schlecht ertragen. Da kommt immer der Drang in mir hoch, in Polen einzumarschieren....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2011 20:39:05 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.10.2011 20:54:55 GMT+02:00
Brasier meint:
Meine Herren - Einseitigkeit führt nicht zum Ziel

Also ich Sprach schon Mal von der EROICA eines Jeden Komponisten
denn - NUR - 1 Werk (in worten Ein) scheint mir etwas Plakativ

Das ist - Wie nur ein Bild eines Gigantischen Malers zu mögen...
Nur die Mona Lisa reicht auch nicht

Ich zum Beispiel mag die Neunte nur Teilweise, aber dies ist Geschmacksache,
wahrscheinlich weil sie so "Verschrien ist"

Beethoven hin und her, da wüsste ich einiges noch in seiner Kammer und Klaviermusik
das man Getrost auf die Insel mitnehmen Kann.

Glauben sie Bitte nicht - ich hätte mich hier in das "Gänsehaut" Forum verirrt

Kompositorisch Einmalig finde ich zum Beispiel:

Das (- Fast-) jede der wenigen Puccini Opern, genial Kurz und effektiv
Komponiert - wenn nicht von grosser Humanität gezeichnet sind.

Cileas Adriana Lecouvreur
Verdis Requiem, Don Carlo
Strauss, nicht nur, seine Elektra
Eine der Grundlagen der Romantik - Rossinis Tell
Mozart Titus, Idomeneo + Grosse Messe Cmoll
Wagner - ausser den Feen - Alles

Jetzt kommt der Aufschrei...Werke der Neuzeit

Alban Bergs Wozzek
Sravinsky - Synfonie in C, Psalmensynfonie

H.B.

Veröffentlicht am 27.10.2011 21:04:27 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.10.2011 08:54:33 GMT+02:00
Wir sind und wollen bleiben bei der Eroica. Tristan und Isolde sollte lediglich im Hinblick auf "Oper" ein nicht übertriebender Seitenblick sein. Wagners Hochdramatik lässt sich durchaus mit der Eroica verbinden, so dies unsere eigene Phantasie zulässt.

Wir erleben Alle Lebensbedingungen, mit denen wir uns unentwegt und jeder auf seine Weise auseinandersetzen, gewissermassen als ein Abziehbild der Eroica, getrieben von Euphorie, Schmerz, Lustbarkeit, Emphase, Einsamkeit, Trauer und Erhebung - und letztendlich göttlicher Zuversicht. Pardon, wenn ich mich jetzt ein wenig zu weit aus dem Fenster lehne, aber kommt dies alles nicht in Beethovens Eroica zum Ausdruck ?

Veröffentlicht am 27.10.2011 21:55:34 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.10.2011 21:56:42 GMT+02:00
IP meint:
Die beste Aufnahme der Eroica, die ich kenne, kommt von Jordi Savall. Es ist sehr Schade, dass wir nicht mehrere Symphonien in der gleichen Qualität bekommen können.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2011 22:01:08 GMT+02:00
O.k., das ist eine begründete Meinung, ist völlig zu akzeptieren.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.10.2011 00:14:30 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.10.2011 00:55:02 GMT+02:00
Stavros meint:
Das ist von Woody Allen. Entweder aus "Annie Hall", oder "Manhattan". Diane Keaton oder also Mariel Hemingway wollen Allen zu einem Besuch von "Der fliegende Holländer" in die Met mitnehmen. Guter Gag , doch nur vorgeschoben, weil Allen eigentlich zurück an sein leeres Pult (Annie Hall) oder zu Meryl Streep (Manhattan) will.
Das Bedürfnis, unseren östlichen Nachbarn zu überfallen, könnte dann doch möglicherweise eher beim Hören von Liszts "Les préludes" aufkommen... Quatsch, aber
sei's drum: Künstler, die sich nicht mehr wehren konnten, wurden schon immer gerne von autoritären Regimen instrumentiert, wenn sie keine Zeitgenossen einspannen konnten.
Damit will ich Wagners stupiden Antisemitismus nicht kleinreden, keineswegs. Man muß allerdings bedenken , dass er etwa Meyerbeer oder Offenbach ihrer Erfolge wegen beneidete und schäbigerweise diese auf eine von ihm erfundene jüdische Protektion zurückführte. Ein Genie kann eben keine andere Genies neben sich ertragen.
Liebe(r) Frisbee, hören Sie sich doch Wagners, "Der Fliegende Holländer" einmal an, mein erste Begegnung mit dem Komponisten. Es gibt viele Aufnahmen, meine liebste ist die von Karl Böhm von 1971.
Viele Grüße
Markus
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