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Schöne Musik der Moderne?


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1-25 von 166 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.11.2008 13:51:23 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.11.2008 15:30:38 GMT+01:00
J. Prabutzki meint:
Ein Großteil der "ernsten" Musik, die im 20. Jahrhundert komponiert wurde, klingt auf die meisten Zuhörer dissonant und unstimmig, im besten Falle auch einfach nur ungewöhnt. Atonalität, Dodekaphonie, Serialismus etc. sind - sogar unter den eingeschworenen Klassikhörern - nur sehr wenig akzeptiert. Die meisten Menschen können damit nichts anfangen, trauen sich (so meine Vermutung) jedoch selten, ihre Ablehnung offen zuzugeben, reden sich stattdessen lieber mit freundlich klingenden Aussagen wie "ich habe halt noch keinen Zugang dazu" aus der Sache heraus. Moderne Klassik - eine Musik von Professoren für Professoren? (Nachträgliche Anmerkung: Das ist, wohlgemerkt, eine Frage, keine Behauptung!)

Ich allerdings habe das Gefühl (und ein Gefühl ist noch kein Urteil!), solche für das "normale" Ohr kaum hörbare, geschweige denn genießbare Musik ist in erster Linie dazu da, den "elitären" Charakter ihrer Komponisten, Interpreten und Zuhörer hervorzuheben: Man findet diese Musik zwar eigentlich auch besch...euert, kann sich aber rühmen, durch sie einem elitären Zirkel - der, wohlgemerkt, größtenteils von der Allgemeinheit finanziert wird - anzugehören.

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden zeitgenössische Komponisten, die NICHT etwa im Boulez-Stil komponierten, von den selbsternannten Avantgardisten belächelt, wenn nicht gar gemobbt. Inzwischen scheinen sich allerdings viele moderne Komponisten von diesem "Zwang zur Hässlichkeit" zu emanzipieren und durchaus wieder Tonales und Harmonisches in ihrer Musik zuzulassen - natürlich ohne gänzlich auf Elemente der atonalen oder seriellen Musik zu verzichten. (Beispiel: Der "gefallene" Avantgardist Henryk Górecki mit seiner dritten Sinfonie, die prompt sogar ein Charthit wurde.)

Was meint ihr: Wird man in Zukunft die Werke von Komponisten wie Schönberg und Boulez genauso genießen können wie heute die Werke von Bach oder Beethoven? Oder wird deren Musik eher nur Epoche bleiben? (Nachträgliche Anmerkung: Ich meine die Frage nicht im Sinne von Musik "verstehen". Ich bezweifle ehrlich, dass die meisten, die Bach oder Beethoven mögen, diese Musik auch tatsächlich "verstehen". Man muss ein Werk nicht "verstehen", um es zu mögen - und umgekehrt.)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2008 14:58:20 GMT+01:00
Lieber Herr Prabutzki,
Ich traue mich wohl zuzugeben, daß ich Ihre Vorurteile und Platitüden besch...euert finde. Musik kann und soll eine Umwelt beschreiben (oder eine Innenwelt), die alles andere ist als "schön" oder "normal." In der Tat, die Menschen sind eher durch den Komnsumzwang unserer Zeit zur (vorgegaukelten) "Schönheit" genötigt. Als ich als Kind während des Vietnamkrieges in den USA, die Folgen davon spürte, fiel es mir mitnichten schwer einen Zugang zu Penderecki, Henze und Stockhausen zu finden. Ihre Musik gefiel mir, und schien mir passender als den Rock-Mainstream und ihren Protestsongs. Großartig intellektuell muß man gar nicht sein um diese Musik ankommen zu lassen. Nur, man braucht ein wenig "Response-Ability" (Cage) und die Lust auf Reality. Klassik ist traditionell nicht zum Seelenbaumeln geeignet - hier wird nur die klassische Tradition des Philo-politischen weitergeführt und in das Industrie -(bzw. Computer) Zeitalter gebracht.
Aber, ich habe auch nichts gegen Gorecki - er darf schreiben was er will. Auf die Echtheit kommt es an - nicht auf die Schublade. Glass finde ich wiederum schrecklich.
Alles Gute,
C.J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2008 15:25:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2008 15:35:52 GMT+01:00
J. Prabutzki meint:
Erstmal herzlichen Dank für diese Antwort.

Ich behaupte gar nicht, dass (klassische) Musik zum Seelenbaumeln da sei, ganz im Gegenteil. Für mich ist Musik, die keine Herausforderung darstellt, eher zum einschlafen und völlig uninteressant. Dass die Musik von Komponisten wie Schönberg, Penderecki (den ich durchaus schätze) oder Stockhausen durch die grauenhaften Ereignisse des 20. Jahrhunderts geprägt ist, hört man ihr an. Sicherlich kann man heute - nach Auschwitz, nach Hiroshima etc. - nicht mehr komponieren wie zu Bachs oder Mozarts Zeiten.

Ich frage mich nur: Warum diese Kompromisslosigkeit? Warum diese Ausschließlichkeit? Warum dieser radikale Bruch mit dem Publikum?

Mein Eindruck ist, dass zumindest in der Zeit um die Jahrhundertmitte E-Musik gezielt auf "Hässlichkeit" in Bezug auf bisherige Hörgewohnheiten getrimmt wurde. Es gibt eine Anekdote - die natürlich nicht wahr sein muss -, wonach ein zeitgenössischer Komponist - leider ist mir sein Name momentan entfallen - beleidigt und abweisend reagiert hat, nachdem ihm jemand aus dem Publikum ein Kompliment machen wollte und sein Werk als "schön" bezeichnet hat.

Ein anderes Problem ist meines Erachtens, dass die "neue" Musik doch eigentlich die bisherige Musik von ihren Fesseln befreien wollte, ihr tatsächlich aber in Wahrheit umso stärkere Fesseln angelegt hat. Die Zwölftontechnik jedenfalls empfinde ich als weitaus größere Einschränkung, als alle früheren kompositorischen Techniken zusammen. Das Komponieren wird dadurch fast schon zu einer rein mechanischen Angelegenheit.

Und, wie ich schon sagte, selbst jene jungen Komponisten, die eigentlich NICHT in den neuen Stilen - oder zumindest nicht so radikal - komponieren wollten, mussten sich fügen, wenn sie es zu was bringen wollten. Ist das Freiheit?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2008 15:41:08 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2008 17:17:53 GMT+01:00
Auf allen Seiten der Bühne gibt es Engköpfe. Die lassen wir einfach weg.
Alles Gute,
C.J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2008 17:42:54 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2008 17:44:20 GMT+01:00
C. Williges meint:
Es gibt durchaus ernste Musik, die im 20. Jahrhundert komponiert wurde und von einer großen Hörerschaft als angenehm empfunden wird.
Die erfolgreichste Strömung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist sicher die Minimal Music. Die Amerikaner Terry Riley, Steve Reich, Philip Glass und der Brite Michael Nyman sind auch musikalischen Laien ein Begriff.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2008 18:35:48 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2008 19:10:29 GMT+01:00
J. Prabutzki meint:
Nun ja, die "Minimal Music" ist aber a.) bisweilen doch recht gut hörbar, hat aber b.) nicht unbedingt uneingeschränkte Anerkennung beim traditionellen Klassik-Publikum gefunden.

Gleichzeitig wäre ich auch ein wenig vorsichtig damit, Komponisten wie z. B. Philip Glass oder John Adams noch uneingeschränkt als Minimalisten zu bezeichnen. Viele von ihnen haben sich inzwischen von ihren minimalistischen Wurzeln deutlich entfernt.

Aber es stimmt schon, auch in der modernen Musik gibt es viele Werke, die (zurecht) ihr Publikum gefunden haben. Ich selbst liebe bspw. "Harmonielehre", "Naive and Senimental Music" oder das Violinkonzert von John Adams, "Music for 18 Musicians" von Steve Reich oder "Itaipu" und "Akhnaten" von Philip Glass, aber ebenso auch Krzysztof Pendereckis Concerto Grosso No. 1. Auch Arnold Schönbergs Violinkonzert hingegen konnte ich mir noch nie bis zum Schluss anhören. Auch die Werke von Elliott Carter, der von einigen selbsternannten Experten als größter lebender Komponist bezeichnet wurde, lösen bei mir nur unverständliches Kopfschütteln aus - zumindest diejenigen, die ich bis jetzt kennen lernen durfte.

Deswegen fragte ich ja: Ist das musikalische Empfinden nur reine Gewohnheit, und werden wir ergo in einigen Jahrzehnten vielleicht auch solche unzugänglichen Werke genießen können, wie heute die Werke von Bach oder Beethoven?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2008 19:34:54 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.11.2008 01:04:48 GMT+01:00
"Schöne Musik der Moderne?"

Da fällt mir zuallererst der Name Boris Alexandrowitsch Tschaikowskij (1925-1996) ein. Er war Schüler von Schostakowitsch und Schebalin - und nicht mit Pjotr Tschaikowskij verwandt.

In seinem Werkverzeichnis dominieren Orchester- und Kammermusik. Tschaikowskijs Stil ist ganz eigenständig, wobei im Frühwerk Schostakowitsch-Einflüsse noch recht deutlich erkennbar sind, sich mit der Zeit aber auflösen. Für Tschaikowskij kennzeichnend ist eine sehr freie Behandlung der Metrik, sowie die Tendenz, Großformen aus kleinen, formelhaften Motiven aufzubauen, die variiert und neu umgruppiert werden. Dazu kommt eine ausgesprochen farbige Instrumentation. Das Ganze wirkt dann oft, wie ein großes, buntes Kaleidoskop, das ständig in Bewegung ist und das Material in immer wieder neuem Licht vorführt. Boris Tschaikowskij ist durchaus zu monumentalen Steigerungen und großen Ausbrüchen fähig, aber auch dabei scheint mir seine Musik doch von innerer Ruhe und Ausgeglichenheit geprägt zu sein - und hier steht er in deutlichem Gegensatz zu Schostakowitsch. Mit der Zwölftontechnik hat sich Tschaikowskij auch vertraut gemacht und es gibt gelegentlich zwölftonige Thematik bei ihm, aber von einem Dodekaphoniker kann man hier sicher nicht sprechen.

Für den Einstieg in Boris Tschaikowskijs kompositorisches Schaffen, von dem mittlerweile eine stattliche Anzahl Aufnahmen erschienen sind, halte ich die vier Symphonien des Komponisten für sehr geeignet. Jede hat ihr eigenes Profil und keine ist im formalen Aufbau mit den anderen vergleichbar:
-Nr. 1 ist eine erstaunlich reife Schularbeit, in der man schon die wesentlichen Stilzüge Tschaikowskijs erkennen kann, und noch in den traditionellen vier Sätzen gehalten.
-Nr. 2, dreisätzig über 50 Minuten lang, kann man in der Nachfolge der "Weltumspannungssymphonik" Mahlers und Schostakowitschs Vierter Symphonie sehen. Sie ist eines der aufgewühltesten Werke Tschaikowskijs.
-Nr. 3, die "Sewastopol-Symphonie", ein einsätziges, gut halbstündiges Symphonie-Epos, inspiriert von der Geschichte der Stadt Sewastopol, ohne im engeren Sinn Programmmusik zu sein.
-Nr. 4 enthält einen sehr hervortretenden Part für Solo-Harfe und ist in fünf knappen Abschnitten gehalten, die ineinander übergehen. Der Komponist greift in diesem vorwiegend ausgeglichenen Spätwerk auch auf Stücke seiner Jugendzeit zurück.

Wer also einen Komponisten sucht, der abseits von avantgardistischen Strömungen, ohne dabei alte, ausgetretene Pfade zu nutzen, seinen eigenen Weg gegangen ist und dessen Musik man sowohl "intellektuell" als auch "genießerisch" hören kann, denjenigen kann ich nur nachdrücklich auf Boris Tschaikowskij verweisen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2008 20:29:50 GMT+01:00
J. Prabutzki meint:
@Florian Schuck
Vielen Dank! Ich werde den genannten Künstler im Hinterkopf behalten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2008 21:44:52 GMT+01:00
Ich hätte da noch einen: Den Finnen Joonas Kokkonen (1921-1996), der heute 87 Jahre alt geworden wäre. Kokkonen darf durchaus als herausragender Komponist seines Landes nach dem Tode von Sibelius gelten. Mit diesem gemein hat er eine auf Sparsamkeit zielende Materialökonomie. Seine Musik wird durch keine überflüssige Schwere belastet, plakativ herausstechende Effekte und pathetische Gesten findet man auch so gut wie nie. Alles ist konzentriert, knapp formuliert (selten erreichen seine Werke die 25-Minuten-Grenze), wohlgeordnet, dabei kühl und frisch im Ausdruck.

Kokkonens Formkonzepte sind oft von mathematischen Überlegungen bestimmt, z.B. durch Proportionen des Goldenen Schnitts. Aber keine Angst: Von Serialismus in der Art von Boulez ist Kokkonen weit entfernt. Typisch für ihn sind monothematische Sätze, die ihr Material kontinuierlich und organisch in gestaffelten Abfolgen weiterentwickeln. Er nannte dieses Konzept "Wellenform" und berief sich dabei auf den dritten Satz der vierten Symphonie von Sibelius als Vorbild.

Ob Kokkonens ganzes Werk Freunden "schön" klingender Musik empfohlen werden kann, wage ich doch etwas zu bezweifeln. Sein Frühwerk geht nicht viel über Hindemith hinaus, dann folgte eine intensive Auseinandersetzung mit Zwölftonmusik. Ohrenverletzende Musik ist das keineswegs und mir sagt sie sehr zu, gerade auch wegen gewisser Rauhheiten (die es bei Kokkonen im Prinzip immer gibt, nur in unterschiedlicher Stärke).
Aber wirklich "schön" ist dann wohl doch erst der späte Kokkonen: Werke wie die Symphonie Nr. 4, das Cellokonzert, das Requiem, die Oper "Die letzten Versuchungen". Hier findet der Komponist zu einem durch häufige Verwendung von Quintenparallelen leicht archaisierend wirkenden tonalen Stil. Die motivische Dichte der früheren Werke wird nicht aufgegeben, aber insgesamt sind sie von milderem, gelösterem, aufgelichtetem Charakter und dürften durchaus als wohlklingend empfunden werden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2008 12:35:08 GMT+01:00
IP meint:
Kriege, Hunger, Leiden gab es auch zu Bachs Zeiten und zu Beethovens Zeiten. Es ist nicht dass man als Komponist denkt, schau mal was für einen hässlichen Krieg die da gemacht haben, da muss ich schnell eine hässliche Musik dazu schreiben. Eher wird die ganze Welt hässlicher, die Kriege sowohl die Musik, und man ist berechtigt, sich von dieser Hässlichkeit ein Bisschen abschirmen zu wollen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2008 17:24:17 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.11.2008 17:36:08 GMT+01:00
Und Bach und Beethoven erzählen davon. Große Künstler werden (ohne auch nur extra zu versuchen) Spiegel deren Umwelt. Wenn Sie nicht den sächsischen Despotismus bei Bach oder die Napoleonischen Kriegen bei Beethoven hören, tun Sie mir richtig Leid. Viele Menschen fanden gerade Beethoven's Musik häßlich und grob (4-Klängen im Baß eines Hammerklaviers kommen z. B. in den Sonaten häufig vor), und ausserdem wer sagt, daß die Welt seit dem 30-Jährigen Krieg oder den Vernichtungszügen Napoleons in Europa so viel häßlicher geworden wäre?
Aber, hier wird mit der selben Arroganz, die der "Elite" vorgeworfen wird, festgenagelt was "schön" oder "wohlklingend" ist. Sind Sie Alle aus der Waldorfschule?! Was ich schön finde bestimme ich selbst nach eigenen Kriterien. Boulez' Musik finde ich fast immer, elegant, glatt und weich. Irgendwie schön. Das Langweilige bei Glass, finde ich häßlich.
Alles Gute,
C.J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2008 18:03:40 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.11.2008 18:05:50 GMT+01:00
J. Prabutzki meint:
@Christopher Jarrett
Ich habe niemandem vorgeschrieben, was er oder sie gefälligst für "schön" oder "wohlklingend" zu halten hat. Ich habe lediglich festgestellt, dass die avantgardistische Kunstmusik des 20. Jahrhunderts nur sehr wenig Freunde gefunden hat, auch unter den Klassik-Fans. Und daraus habe ich eben meine Schlüsse gezogen - die du selbstverständlich nicht teilen musst.

Meine Frage lautete: Wird man in Zukunft die Werke von Komponisten wie Schönberg und Boulez genauso genießen können wie heute die Werke von Bach oder Beethoven? Oder wird deren Musik eher nur Epoche bzw. ein Nischenprodukt für wenige Eingeweihte bleiben?

Wenn du darin Arroganz findest, darfst du sie ruhig behalten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2008 19:45:09 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.11.2008 20:06:02 GMT+01:00
Man kann diese Komponisten JETZT genauso genießen wie andere. Daß diese (vermutlich) weniger tun liegt an dem Sieg des kaufbaren Glücksgefühls in der Musikindustrie. Und an der Bildung, die dieses leider nicht in der Lage ist auszugleichen. Ich kenne viele junge Leute denen Beethoven oder Dvorak schon zu dissonant sind, weil sie nur noch Pop-Schlager kennen. Die Gesellschaft ist einfach wesentlich zersplitteter als es in Anno dazumal war.
Alle Gute,
C.J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2008 03:47:58 GMT+01:00
Gut, das wir nie erfahren werden, wie die Rezeption der Avantgardisten in weiterer Zukunft ausfallen wird, weil wir dann schon längst "abgetreten" sind. Die Antwort auf diese Fragestellung kann deshalb nur spekulativ sein. Ich habe keine Angst dafür, hier und heute das zu geniessen, was vielleicht in 100 oder mehr Jahre verpönt oder vergessen ist. Bach wurde erst durch Mendelssohn "berühmt", und die Kunstmusik der Hochkultur war damals auch nur für wenigen eingeweihten zugänglich. Gottseidank hat eine Demokratisierung dieser Hochkultur stattgefunden durch technischer Fortschritt. Nur benützen viel zu wenigen diese Möglichkeiten. Für die richtige Rezeption muss das Bildungsniveau angepasst werden, und in Schulen nicht immer nur beispielsweise "die Moldau" von Smetana oder "Till Eulenspiegels Lustige Streiche" für Klassikbildung herhalten. Was ist so lustig an Till? Aber das ist ein anderes Thema. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, solange es Menschen gibt wie Simon Rattle, der mit sein Projekt "Sacre du Printemps" diese Kultur greifbar und verständlich macht. Diese Welt fehlen Leute wie Leonard Bernstein der mit seine "Young Peoples Concerts" musikalisch teils sehr schwierige Themen behandelte. Noch immer sind seine Bücher lesenswert, und die DVDs sehenswert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2008 11:15:47 GMT+01:00
Herr Van Der Kruk,
Genau.
C.J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2008 11:25:33 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.11.2008 13:34:01 GMT+01:00
J. Prabutzki meint:
@Cornelis Van Der Kruk
Ich stimme zu. Auch ich bin der Meinung, dass der Bildungskanon in den Schulen zu stark auf die Vergangenheit ausgerichtet ist. Wer weiß denn schon, dass es auch heute noch großartige Komponisten gibt, und dass "klassische" Musik nicht nur aus toten Männern vergangener Jahrhunderte besteht? Es ist in der Tat schade, dass Musik heute fast ausschließlich zur "Berieselung" verwendet wird. Es macht mich mitunter wütend, wie mickrig und dilettantisch sortiert die Klassik-Abteilungen in den Musikgeschäften oft sind - falls diese überhaupt eine Klassik-Abteilung haben. Ohne den Online-Handel wäre ich jedenfalls total aufgeschmissen...

Ich habe dennoch meine Zweifel, ob solche extrem sperrigen Werke - wie bspw. das o. g. Violinkonzert von Arnold Schönberg - in Zukunft tatsächlich ein breiteres Wohlwollen erfahren werden. Gegen die atonalen Eskapaden des späteren 20. Jahrhunderts verblassen selbst die Dissonanzen in Strawinskys "Le Sacre".

(Damit kein Missverständnis entsteht: Ich habe nichts gegen Schönberg, ganz im Gegenteil. Für mich ist Schönberg einer der größten und revolutionärsten Künstler aller Zeiten, dessen Werke auch auf mich eine besondere Faszination ausüben.)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2008 14:57:26 GMT+01:00
Herr Van Der Kruk,
wenn es zutrifft, dass in Ihren Schulen noch Smetana und Strauss gehört werden, haben Sie es ja noch vergleichsweise gut. Hierzulande fällt überwiegend der Musikunterricht aus! Arme Kulturnation! Venezuela zeigt uns, wie es gehen könnte!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2008 19:32:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.11.2008 22:56:51 GMT+01:00
Eusebius meint:
@J.Prabutzki
Sie finden Gefallen an der klassischen Musik, vermutlich bis zur Spätromantik, dann machen Sie einen großen Sprung übers Jahrhundert und finden sich wieder angefangen bei den amerikanischen Minimalisten. Die überwiegende Kunstmusik dazwischen ist nicht Ihr Ding. Aber prinzipiell mögen Sie die Musik, verteufeln aber das kompositorische Neuland der Neuen Musik.
Da finde ich aber, dass Sie die besten Voraussetzungen für den Einstieg in die Neue Musik haben. Sie sollten sich dabei erst darüber bewusst werden, dass es sich bei der Musik generell um eine Tonsprache handelt, deren Grammatik und Idiome Sie zunächst lernen müssen. Es gilt nach wie vor der Leitsatz: "Was man nicht weiß, hört man nicht".
Wenn man die Künste insgesamt als Spiegel der geschichtlichen Entwicklung betrachtet, so haben sich die Literatur, die Bildende Kunst wie auch die Tonkunst seit dem Einsetzen des Impressionismus rapide, fast innerhalb jeder neuen Dekade stetig verändert. Monets Landschaften, Debussys Préludes für Klavier oder Baudelaires Gedichte in Prosa - dagegen widerum Meissners Städtebilder, Schönbergs Pierrot Lunaire und Heyms Dämon der Stadt: was für Gegensätze!
Und dennoch baut das eine Stück auf das andere auf, ein Meisterwerk wie das andere sind nur ein Glied innerhalb einer Kette, die vom Barock (um beispielsweise mit Bach anzufangen) bis in unsere heutige Zeit reicht. Daher wäre es wider das "künstlerische Gesetz" zu sagen, frühere Werke verstehe ich, darauffolgende nicht, dann aber wieder die neueren. Richard Strauss hat dieses Gesetz in die Worte gefasst, ein Werkkatalog müsse den Fortschritt innerhalb der Tonkunst aufzeigen, eine Komposition müsse auf die andere aufbauen, das Darauffolgende dürfe niemals eine Wiederholung des Zuvorgegangenen sein. Und so geht Strauss zunächst den vorgezeichneten Weg mit Till Eulenspiegel, Don Juan, Ein Heldenleben, Don Quixote bis zur Elektra. Hier stösst er an ihm als Tonkünstler gegebene Grenzen, die er für sich regressiv mit dem Rosenkavalier löst. Doch die Tonkunst geht ständig weiter, es übernimmt Schönberg zunächst mit der Verklärten Nacht, Pelleas und Melisande und den 5 Orchesterstücken.
Diese Beispiele sollen nur andeutungsweise demonstrieren, welche Menge an Material durchzuhören ist, bis ein Verstehen von Neuer Musik denkbar ist. In der Zeit von etwa 1900 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs müssten mindestens zwanzig Komponisten genannt werden und ebenfalls drei derer Werke, also sechzig Kompositionen, die man kennengelernt haben müsste, um den radikalen Fortgang der Musiksprache zu verstehen. Hinzu kommt jeweils die Theorie der neuen Kompositionsmethoden oder anders gesagt, man wird die Schönheit der Stilrichtung des Kubismus in der Malerei kaum ohne Kenntnis seiner Regeln würdigen können. Ebenso ergeht es den Hörern der expressionistischen Musik und den Idealen, die sie ausdrücken soll. Das dritte Stück der 5 Orchesterstücke von Schönberg beispielsweise beschäftigt sich nur mit einem Akkord. Aber wie kann man diesen Klang doch vielfältig ausdrücken! Vor dem geistigen Auge wird ein See nach Schiele'scher Vorlage sichtbar, hier erst verschwommen, mit wunderbaren Farben, zarte Bewegung kleiner Wellen - die Phantasie des Hörers wird angeregt, ein wahres Erlebnis im Konzertsaal.
Damit ist aber nur ein Ausschnitt von deutschsprachiger Tonkunst angedeutet, gleichzeitig kommen wiederum ganz andere Ergebnisse aus Rußland, Tschechien, Frankreich, England usw. usw. Will sagen, es fügt sich erst sehr langsam ein Gesamtbild zusammen, welches die Neue Musik darstellt und so gesehen wäre es müßig, einfach zu sagen: Bach, Beethoven, Brahms und Bruckner mag ich, Schönberg & Co. überhaupt nicht, dann aber wiederum einige Komponisten unserer Zeit aus den USA. Man sollte den Kanon der Tonkunst nicht leichtfertig unterbrechen, man sollte sich stattdessen ein bißchen Mühe geben, ihm zu folgen, seine Entwicklung als Ganzes zu verstehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2008 11:39:56 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.11.2008 12:47:40 GMT+01:00
Ich finde Eusebius hat weitgehend Recht, wobei ich ergänzen möchte, daß ein Zugang zu der modernen E-Musik auch ganz direkt - sozusagen über Herz und Leber - möglich ist. Sonst wäre "Le Sacre" nicht (leider in abgewichener Form) schon vor Jahrzenten als Disneyfilm Musik oder Bartok als leitenden Faden für Kubrick's Shining, noch Ligeti In 2001 und "Eyes Wide Shut" wirkungsvoll ans Massenpublikum zu bringen gewesen sein. Eigentlich müßte theoretisch "Musique Concrete" die einfachste aller Musikrichtungen zu verstehen sein und Das Lukapassion von Penderecki für Christen leichter als Geschichte einer Exekution zu begreifen sein als Bach. Außer Zappa, gibt es auch einige "Rock-Bands" die Loops mit durchaus wertvollen Materialien aus der E-Musikkiste anwenden und so ein großes Publikum an bestimmten Sounds und Rhythmen gewöhnen. Auch gibt es wenige Jazz-Gruppen oder Solisten die die Auseinandersetzung mit der "Avant-Garde" nicht scheuen. Heutzutage wollen aber viele Menschen (vielleicht mangels Liebe im Alltag) von ihren Schulklassen oder Publiken geliebt werden und scheuen Konfrontation, die bildet. Die Konsumgesellschaft prägt nicht nur die Schüler sondern auch die Lehrer, die gerne "genossen" werden anstatt lehren. Spaß und Freude sind ein wenig unterschiedlich - das Schnelllebige wird bevorzugt und die Freude an Tiefe oder "Wahrheitssuche" wird außen vor gelassen - zum Nachteil musikalischer Entwicklung und Lebensfreude. Ich glaube wir sind nicht weniger gefangen in den Strukturen unserer Zeit als Machaut oder Schostokowitsch, nur wir sind oft zu eitel und ängstlich um neue Wege zu gehen. Henze hat eine schöne Mitte gefunden manchmal - so wie in Decamarron oder in mancher Oper. Paul Dessau hat schöne Kinderlieder gechrieben, und der Eindruck eines "Überlebenden aus Warschau" ist weitgehend emotional. In einem Musikgeschichte Kurs, das ich Mal gegeben habe, waren die meisten Jugendlichen eigentlich von der Romantik ziemlich gelangweilt - Ligeti's "Atmospheres" hat sie wieder ganz wach gemacht. Die ganze Hip-Hop Klasse hat es wahrlich genossen.
Alles Gute,
C.J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2008 14:03:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.11.2008 14:17:44 GMT+01:00
J. Prabutzki meint:
@Eusebius
Stop! Ich verteufle keine Musik, auch nicht die Kunstmusik zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Ich stelle nur nüchtern fest, dass a.) sie den meisten Hörern nicht gefällt, und b.) auch für mich vieles darin extrem befremdlich wirkt. Das bedeutet nicht, dass ich dieser Musik prinzipiell abgeneigt wäre, ganz im Gegenteil. Schönbergs "Ein Überlebender aus Warschau" oder seine "Ode an Bonaparte Napoleon" finde ich großartig. Schostakowitsch fasziniert mich seit jeher, ebenso Pendereckis (spätere) Werke. Demnächst werde ich mir Bergs "Wozzeck" zu Gemüte führen.

Nur, wie gesagt, ich glaube kaum, dass solche Musik wirklich ein so breites Publikum finden wird, wie es bspw. Bach, Mozart oder Beethoven tun.

Dass "klassische" Musik darüber hinaus gern benutzt (oder missbraucht) wird, um seine eigene Zugehörigkeit zu einem elitären Zirkel unter Beweis zu stellen, brauche ich nicht extra zu begründen, oder? Warum sonst sieht man vorzugsweise hohe Politiker und Manager in Konzertsälen und Opernhäusern? Weil ihnen diese Musik tatsächlich gefällt? Nein, weil sie besonders gebildet und kultiviert erscheinen wollen. Die meisten dieser Leute sind totale Kunst- und Kulturbanausen.

(Übrigens, Eusebius ist zufälligerweise mein zweiter Vorname! :-D)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2008 15:33:08 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.11.2008 10:13:39 GMT+01:00
Wenn wir von "klassischen" Musik sprechen, dann sprechen wir von der aristokratisch-bürgerlichen Tradition. Politiker und Manager gehören dazu und bewegen sich dadrin, also abgesehen von dem nötigen Taschengeld, das sie besitzen, gehört es dazu mal ins Konzert zu gehen. Da finde ich eigentlich nichts dran verkehrt. In den USA und in den meisten anderen Gegenden der Welt ist diese Tradition nicht so stark ausgeprägt. Aber noch interessanter ist es festzustellen, daß die große Mehrheit der jungen Elite an den entsprechenden Universitäten nicht mehr Klassik (auch nicht Bach oder Beethoven) sondern Heavy Metal hört. Dies wurde neulich untersucht. Und ausserdem noch, gibt es in einer sich immer mehr differenzierenden Markt, keine Mehrheit für irgendeine Richtung, weil die Zuhörer überall gesplittet sind. Ausserdem noch, wer sind wir um so selbstsicher und endgültig zu entscheiden ob diese Manager nicht an Stockhausen & Co. doch gefallen finden. Jedes Individuum ist einmalig.
Alles Gute,
C.J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2008 17:04:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.11.2008 15:43:41 GMT+01:00
Eusebius meint:
@J.Eusebius Prabutzki
Ihre These, Moderne Klassik - eine Musik von Professoren für Professoren, habe ich weiter oben bereits entkräftet; es bedarf nur etwas Fleisses, wie übrigens bei jeder Kunst - sowohl vom Produzenten wie auch vom Konsumenten - , man muß sich schon ein bißchen informieren und in die Musik einhören, die Erkenntnis wird niemals von alleine kommen.
Auch nimmt es mich überhaupt nicht Wunder, dass vieles der Neuen Musik auf Sie befremdlich wirkt: Sie wählen von Schönberg gerade sehr problematische Kompositionen ("Ein Überlebender..", "Ode an...", A.Berg:"Wozzeck" usw.) aus, ohne sich jedoch mit der Entwicklung der Musik Schönbergs (Verklärte Nacht, Buch der hängenden Gärten, 2.Streichquartett, Suite für Klavier, 1.Kammersinfonie u.ä.) oder Bergs (7 frühe Lieder, Streichquartett, Lyrische Suite für Streicher, Kammerkonzert, Drei Orchesterstücke usw.) auseinander zu setzen. Man kann die von Ihnen gewählten Werke der Wiener Komponisten garnicht aus dem Kontext herausgelöst verstehen. -
Doch hätte auch ich eine musikalische Anregung für Sie, bezogen auf die bereits selbst gewählten Werke:
Viktor Ullmann, Der Kaiser von Atlantis (möglichst in der Interpretation von L.Zagrosek/Gewandhausorchester Leipzig) In dieser Kammeroper, die 1943 im KZ Theresienstadt entstand, beklagen Harlekin und der Tod, dass sie in diese Zeit nicht mehr gefragt sind. Als der Kaiser jedoch den Krieg aller gegen alle erklärt, zerbricht der Tod sein Schwert und niemand kann mehr sterben.
Ullmann vertrat in seiner Lehrzeit als Kompositionsschüler die Schönberg'sche Zwölftontheorie, gelangte jedoch über die freitonal/atonale Schreibweise seiner Berliner Kollegen und die Eindrücke von Revue- und Jazzmusik der Großstadt zu einem sehr eigenwilligen Personalstil, welcher bereits nach einigen Takten Anspiels einer Komposition sogleich erkennbar ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2008 19:17:50 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.11.2008 19:26:48 GMT+01:00
J. Prabutzki meint:
@Eusebius
Muss man Musik denn unbedingt VERSTEHEN, um ihr auch etwas abgewinnen zu können? Können Musikwerke nicht auch alleine für sich stehen, ohne all das nichtmusikalische Drumherum? Sind nicht vielleicht gerade jene, die sich eben NICHT mit dem jeweiligen Drumherum beschäftigt haben und somit noch nicht entsprechend UNVORBELASTET sind, die also nur die Musik und nichts als die Musik zu Gehör bekommen, möglicherweise doch die eigentlichen, die wahren "Experten"?

Ich für meinen Teil beschränke mich ZUNÄCHST mit dem reinen, möglichst unvoreingenommenen Hören der Musik - obwohl es sicherlich eine totale Unvoreingenommenheit nicht möglich ist. Erst hinterher stellt sich bei mir die Frage, ob ich mich mit dem jeweiligen Komponisten und seinem Werk auch tatsächlich weiter beschäftigen möchte.

Auf diese Weise bin ich schon so manchem eher unterschätzten Komponisten auf die Schliche gekommen (z. B. Samuel Barber, hier war es speziell das Klavierkonzert), während dafür so mancher hochgelobte Komponist bei mir bis jetzt eher nur Schulterzucken ausgelöst hat (z. B. Elliott Carter).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2008 19:40:19 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.11.2008 19:48:13 GMT+01:00
Auch Elliott Carter ist ohne drumherum leicht im Umgang, wenn man will. Sie teilen vielleicht seine ästhetischen Vorstellungen nicht. Gut. Sonst - siehe bitte oben.
C.J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2008 21:12:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.11.2008 15:41:20 GMT+01:00
Eusebius meint:
@J.Prabutzki
Natürlich steht es jedem frei, sich der Musik zu nähern, wie er es für richtig befindet. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied! Doch von Ihrem Standpunkt aus sollten Sie die Moderne Musik nicht als eine "nur für Eingeweihte" gedachte Kunstform kritisieren, denn sich der Mühe zu unterziehen, sie zu ergründen, möchten Sie nicht. Bedenken Sie bitte die Kraft und die Entschlossenheit, mit welcher die Komponisten um ihre eigene Tonsprache kämpfen mussten, es steckt Herzblut in jedem Werk. Im Unterschied zu Ihnen geht es mir vollkommen gegenteilig: ich möchte wissen, unter welchen Umständen ein Komponist sein Werk geschrieben hat, was er dazu Genaueres berichtet hat und wie seine Musik damals von seiner Umwelt aufgenommen wurde.
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