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Neue Komponisten?


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Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.03.2013 21:24:48 GMT+01:00
Ein junger Komponist, der offenbar eine große tonale Karriere vor sich hat, ist Eric Whitacre. Bitte auf Youtube oder Facebook unbedingt seinen "Virtual Choir" ansehen/anhören!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2013 10:50:31 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 05.03.2013 15:56:07 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 05.03.2013 15:56:23 GMT+01:00
FRED meint:
kennt jemand Vielco Sando? Er hat die Quartseptime in berauschender Eloquenz wiederbelebt in seinen Tubaimprovisationen mit dem Molwanischen Staatsorchester, die unter Georgi Furtis in einer kleinen, leider vergriffenen Sonderauflage 1981 erschienen ist. Ein Geheimtipp. Ich bin durch einen bekannten Molwanien-Reiseführer drauf gekommen, höchste Empfehlungsstufe!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.03.2013 09:57:19 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.03.2013 10:53:37 GMT+01:00
FRED meint:
"Oh, Goethe und Schiller, Mozart und Beethoven, Puccini und Verdi - ich erschaudern vor Ehrfurcht! :-D
Jetzt mal halblang! Goethe und Schiller fand ich schon in der Schule qualvoll, Mozart verwechselte Qualität mit Quantität, Verdi und besonders Puccini produzierten Kitsch am laufenden Band. Einzig Beethoven kann ich etwas abgewinnen. Eigentlich war mit seiner Neunten alles gesagt, was es zu sagen gab. ;-) "

Lieber Herr P. , sie sprechen mir aus der Seele, danach kamen höchstens noch Vertiefungen (Brahms, Vivaldi, Mahler und anderes Schönes), Angebereien (Wagner) und bizzare Hirnunterhaltung (atonal). Beethoven hat auch meiner Ansicht nach alle Grundformen bereits ausgedrückt. Eine wirklich ungekünstelte neue Musik kam erst mit dem Jazz, wo sich aber vor allem die Rhythmik, das Schlagzeug als wirklich neuer Aspekt der Musikentwicklung nach Beethoven entwickelt hat. Bemerkenswert ist aber, daß Beethoven in op. 111 eine Frühform des Ragtime/Boogie ca. fast 100 Jahre bevor er in Amerika kollektiv erfunden wurde, vorwegentwickelt hat als Teil des Requiems für Josephine (Totentanz) , von daher stimmt die Beethoven-hat-alles-gesagt-Theorie, im Kern sogar bezüglich des Jazz. Goethe kann man nicht auf eine Stufe mit Beethoven stellen (s. seine irrtümliche Farblehre, die er als sein wichtigste Hinterlassenschaft verstand), Mozart wurde künstlerisch nicht unabhängig und nicht alt genug. Einzig Bach...man kann sagen, daß musikalisch gesehen Bach Gott (musikalische Regeln) ist und Beethoven Jesus (musikalischer Humanismus). Bitte um Steinigung....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.03.2013 23:52:50 GMT+01:00
Junge, Junge, Sie werfen aber ganz schön mit Vorurteilen um sich ... Da lohnt sich's, mal genauer hinzuschauen!
"Mozart verwechselte Qualität mit Quantität": völlig falsch. Mozart hatte einen Tiefgang, der sich vor allem in seiner Kammermusik offenbart, zB Haydn Quartette, "Kegelstatt Trio"
"Mozart wurde nicht alt genug": auch völlig falsch. Sein kurzes Leben hat tatsächlich für ein Spätwerk gereicht, zB die vier letzten Sinfonien und Klavierkonzerte oder die "späten" Streichquartette.
"Mozart wurde künstlerisch nicht unabhängig": Sagen Sie mir bitte einen Musiker, der nicht in gewissen Abhängigkeiten steht, seien sie finanzieller oder künstlerischer Natur! (Jetzt kommt bestimmt wieder der Beethoven...!)
Und das zwanzigste Jahrhundert mit seiner unglaublichen Vielfalt an Stilrichtungen und individuellen Ausprägungen klassischer Musik als "bizarre Hirnunterhaltung" zu bezeichnen - das ist schon etwas sehr kurz geschossen, meinen Sie nicht?
Selbst ein Schönberg oder ein Webern haben großartige MUSIK komponiert, der man sich sogar ausschließlich HÖREND annähern kann. Man muss nur mal über seine Vorurteile hinwegkommen ... siehe oben ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2013 07:52:12 GMT+01:00
Buch meint:
"Selbst ein Schönberg oder ein Webern haben großartige MUSIK komponiert, der man sich sogar ausschließlich HÖREND annähern kann."

Bei Webern muss man da schon etwas genauer suchen, am ehesten noch die Passacaglia op. 1 oder "Entflieht auf leichten Kähnen". In Schoenbergs spätromantischer Phase gibt es tatsächlich einige Werke, die nur wenig über Mahlers Tonsprache hinausgehen und die man wirklich "genießen" kann (Gurrelieder, Verklärte Nacht, Pelleas und Mélisande).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2013 08:54:59 GMT+01:00
Ihr so genannter "Gott" (dafür dreht sich Bach bestimmt gerade im Grab herum, er wollte Gott dienen, kein Gott sein) stand übrigens im größeren Abhängigkeiten als der von Ihnen verpönte Mozart: 80 % seines Schaffens stehen im höfischen und/oder kirchlichen Kontext. Wirklich frei war Bach nur in seinen solistischen Werken.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2013 09:27:15 GMT+01:00
Schön, dass Sie sich in Ansätzen mit 12-Ton-Komponisten auskennen. Da geht aber noch mehr ... :-)
An "schönen" Webern-Stücken kann ich Ihnen das Frühwerk "Im Sommerwind" ans Herz legen. "Leichte" Zwölftonmusik sind seine Instrumentalwerke op. 22 und 24. Schnell erschließen kann man scih zB auch Schönbergs "Ode to Napoleon", der Schlüssel ist hier der Textbezug. Außerdem gibt es bei Schönberg auch später tonale Werke, zB opus 43 oder 49 oder auch das "Kol Nidre", die ebenfalls in der Spätromantik angesiedelt sind, oder wie opus 43 so ähnlich wie Gershwin klingen.
Was halten Sie von Bergs Violinkonzert?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2013 10:51:21 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 07.03.2013 15:19:53 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2013 13:49:06 GMT+01:00
Buch meint:
Schoenbergs op. 43 und Gershwin: gewagter Vergleich, aber die beiden haben sich ja zumindest persönlich gekannt. In der sinfonischen Bläsermusik wird Schoenbergs op. 43 sehr zwiespältig gesehen. Viele nehmen es als Feigenblatt um zu zeigen, dass auch Schoenberg für Blasorchester geschrieben hat. Ich halte das Werk für eher schwach. Paul Hindemiths "Sinfonie in B" - für die gleiche Besetzung geschrieben - ist da um einiges authentischer.

Zu Bergs Violinkonzert: Ein wunderbares Stück, zumal es auch zeigt, dass sich tonale Muster und Reihentechnik einander nicht ausschließen müssen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2013 20:55:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.03.2013 22:17:49 GMT+01:00
Jakob Balde meint:
Lieber Christian Köster,
ich bezweifele, dass Bach das als "Abhängigkeit" hätte gelten lassen. Und wirklich unabhängig war vielleicht eine Handvoll Komponisten, Francis Poulenc und Giacinto Scelsi etwa, jene also, die aus familiären Gründen genug Geld hatten um es sich leisten zu können nicht erfolgreich zu sein. Ein Puccini litt sehr darunter, dass die nächste Oper jeweils ein Erfolg sein musste!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.03.2013 10:25:04 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.03.2013 10:48:15 GMT+01:00
FRED meint:
Herr Köster, Sie haben meine Sätze verdreht wiedergegeben, bevor Sie sie kritisiert haben, schöne Technik, aber ich habe nicht geschrieben, daß das gesammte 20 Jhd. musikalisch bizarre Hirnunterhaltung war, sondern differenziert zwischen schönen Vertiefungen, für das 20 Jhd Mahler als Beispiel genannt, ich wollte ja nicht 15 Komponisten (z.B. den geschätzten Strawinski) aufzählen, aber daß Grundformen nach Beethoven schon alle da waren, die vertieft (z.B. Brahms/Mahler) oder übertrieben (z.B. Bruckner/Wagner) wurden und mit später atonaler Musik eher elitäre oder bizarre Zustände des menschlichen Geistes abgebildet wurden, das war meine etwas holzschnitzartige Behauptung, die sicher etwas gewagt ist, aber bitte nicht verdrehen, es ging nicht darum, ob die Musik des 20 Jhd. unnötig oder schlecht war, oder keine Berechtigung hätte, sondern um die Grundformen, Thema war die Ausgangsthese von Herr. P. "mit der 9. von Beethoven war alles bereits gesagt" (allerdings nur wenn man Klaviersonaten und Streichquartette von Beethoven dazurechnet). Keinesfalls meinte ich, daß alle Komponisten danach schlechter oder entbehrlich gewesen sind, ich finde es spannend sie zu hören. Auch Ihre Argumentation (Zitat:)""Mozart wurde künstlerisch nicht unabhängig": Sagen Sie mir bitte einen Musiker, der nicht in gewissen Abhängigkeiten steht, seien sie finanzieller oder künstlerischer Natur! (Jetzt kommt bestimmt wieder der Beethoven...!)" ist seltsam, Sie geben am Schluß das Stichwort Beethoven und wissen also, daß Beethoven eben genau nicht dem Kunden gerecht komponiert hat, was ja genau meine Aussage bestätigt, daß Mozart im Gegensatz zu Beethoven eher kundenorientiert, geniale, höfische Unterhaltungsmusik am Fließband produziert hat, statt universelle musikalische Grundformen des menschlichen Geistes (Beethoven) ? Auch behaupten Sie ich hätte Bach mit Gott gleichgesetzt, seltsam; ich meinte doch deutlich, daß es eine Metapher sein soll, i.S. v. im musikalischen Universum ist Bach Gott etc. , kann doch jeder klar verstehen. Ihre Kritik ist also total polemisch. Diskussionswürdig ist doch an meinen holzschnittartigen Thesen eher, ob nach Beethoven neue (nichtbizarre, nichthirnakrobatische) Grundformen entwickelt wurden, da hätte ich gerne interessante Widerlegungen von Ihnen bekommen. Ich möchte ja Denkanregungen und Neues erfahren in diesem Forum.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.03.2013 19:34:59 GMT+01:00
Jakob Balde meint:
Lieber Ortwin,
Mozart als kundenorientierten Unterhaltungsmusiker, das kann ich nicht wirklich gelten lassen. Das ist bizarr verzeichnet und wirft ein fahles Licht auf Sie.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2013 00:38:06 GMT+01:00
Hallo Herr Ortwin,
jetzt also noch mal ernst und in aller Kürze (und nichtpolemisch ... :-) )
Jeder Künstler hat nicht nur seine eigene Geschichte, sondern er bewegt sich in einem musikalischen "Woher" und "Wohin". In diesem Sinne war auch ein Beethoven in Abhängigkeiten, weil er ja keine neue Formwelt erfunden, sondern die Formen, die sich in den 100 Jahren vor ihm ausgeformt haben, verwendet hat (Sonatensatz, Scherzo, Rondo etc.). Er hat sich damit intensiv, ja kämpferisch auseinander gesetzt und sie natürlich in gewisser Weise vollendet, deshalb wird er ja zurecht als Endpunkt der Klassik angesehen.
Mozart hat zumindest in den letzten Jahren seines Lebens den Versuch unternommen, unabhängiger Künstler zu sein. Sicher einer der Gründe, warum er in Armut abgerutscht ist. Es gab gewiss den "öffentlichen" Mozart, der "leichter" komponiert hat. Wie gesagt: Seine Kammermusik offenbart extremen Tiefgang, die weit ins 19. Jahrhundert vorausweist. Paradebeispiel sind die "Haydn-Quartette". Es gab ja auch den öffentlichen Bach (ich sage immer, den mit der waschechten Barock-Perücke :-) ), etwa in den Brandenburgischen Konzerten oder den Orchester-Suiten.
Natürlich wurde Beethoven als der "Titan" bezeichnet. Sein Werk, gerade seine Symphonien, standen wie ein Klotz im 19. Jahrhundert. Dass es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts keinen anderen Komponisten gab, der ihn darin überflügelte, gebe ich Ihnen Recht. Es gab Seitenwege und Versuche, Beethovens symphonisches Konzept aufzubrechen, etwa durch Mendelssohn oder Schubert. Doch schon Brahms sehe ich schwer nur als Vertiefung, eher als einen neuen Weg in der Mischung aus lyrischen Themen und symphonischer Arbeit. Außerdem wurde von ihm zB das symphonische Konzept verdichtet, etwa durch thematische Verknüpfung und Durcharbeitung aller Sätze, siehe 4. Symphonie. Oder Bruckner überragt (für mich jedenfalls) Beethoven bei Weitem, und das nicht nur durch die Größe des Orchesterapparates. Das "Aufbohren" des Symphonie-Kopfsatzes und dessen Ausstattung mit drei Themen ist seine ureigenste Idee.
Das 20. Jahrhundert natürlich musste erst einmal die endgültige Vernichtung der klassischen Formen erleben. Darum ist zB eine heute komponierte Symphonie i.d.R. keine Symphonie mehr im klassischen Sinne. Neue, vor allem allgemeine gültige Formen, wie in Barock, Klassik und Romantik, sind danach meines Wissens nach tatsächlich nicht mehr entstanden, es gab nur (teilweise) eine Rückkehr zu den gewohnten Formen. Aber das 20. Jahrhundert ist ja zum Glück wie eine große Spielwiese, wo jeder sein eigenes Eckchen finden kann! Und für meine Begriffe wimmelt es hier von Komponisten, die etwas Neues zu sagen hatten, egal ob Webern, Schoenberg, Strawinsky, Frank Martin, später Pierre Boulez, Messiaen, Philip Glass, Arvo Pärt, Penderecki, Gorecki, etc. um nur einige zu nennen, die ich alle schätze. Das Schöne ist: Wenn mir ein Komponist nicht passt, gehe ich einfach in eine andere "Ecke". Das ist die Freiheit, die wir uns heute bei der angebotenen Vielfalt glücklicherweise gönnen können.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2013 15:59:32 GMT+01:00
Jonathan Dove hat mehrere großartige tonale und trotzdem moderne Opern komponiert. Teilweise sind es Kammeropern (z.B. "Swanhunter" oder "Manfield Park") aber auch größere Werke wie "Life's a dream". Swanhunter läuft in einer sehr guten Produktion in Chmenitz schon in der 2. Spielzeit...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2013 16:13:36 GMT+01:00
Buch meint:
Eine sehr erfolgreiche zeitgenössische Oper - wohl weil genügend "Herz" und nicht nur "Hirn" angesprochen wird - ist "The Ghost of Versailles" von John Corigliano, 1991 an der Met uraufgeführt und kurz darauf auch als Deutsche Erstaufführung in Hannover präsentiert.
Englischsprachige Wikipedia-Seite: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Ghosts_of_Versailles
Einzelne Szenen auf youTube: www.youtube.com/results?search_query=ghost+of+versailles&oq=ghost+of+versailles&gs_l=youtube.3..0i19.747.3686.0.4857.7.3.0.1.1.1.881.1638.2-1j5-1j1.3.0...0.0...1ac.1.6Wts8c01U4Q

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.03.2013 00:21:39 GMT+01:00
GarakFan meint:
Sehr geehrter Herr Christian Köster
gerne würde ich anmerken, dass Franz Schubert schon eine grandiose Antwort auf Beethoven geben konnte, ist leider wegen seines frühen Todes in der Rezeption eindeutig zu kurz gekommen. Denken Sie doch auch einmal über die Ansicht von Wagner nach, der aus dem Chorfinale der IX. Sinfonie das Ende der "absoluten" Instrumentalmusik abgeleitet hat; auf jeden Fall ist Wagner einer der wirkungsmächtigsten Musiker überhaupt. Zu Anton Bruckner: finde ich auch grossartig, hat aber vieles von Schubert übernommen (besonders drittes Thema im Sonatnhauptsatz). - Es gibt ja im 20. Jahrhundert noch zahlreiche Sinfonien (Hartmann, Fortner, Schostakowitsch, Berio, B.A.Zimmermannn, Messiaen, Henze (!) u.a.).

Veröffentlicht am 11.03.2013 00:45:59 GMT+01:00
Ich weiß nicht ob das auch dazu zählt aber ich bin begeistert von Ludovico Einaudi und Hans Zimmer. Machen klasse Musik.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.03.2013 21:43:32 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.03.2013 21:44:31 GMT+01:00
Hallo Herr Baumann,
vielen Dank für Ihre interessanten Anmerkungen. Ich habe natürlich in meiner Antwort an Herrn Ortwin sehr kurz geschossen und viele Fakten "platt gemacht", die man noch erwähnen könnte. Oft liegt es auch an persönlichen Vorlieben: Für mich ist zB Bruckner ein "ganz Großer", während Schubert bislang fast völlig an mir vorbei gegangen ist. Aber was nicht ist kann ja noch werden ... :-)
Um Wagner habe ich bislang einen großen Bogen gemacht, das liegt an zwei Gründen: Zum einen habe ich es generell überhaupt nicht mit der Oper, zum anderen komme ich mit seinen antisemitischen Schriften nicht klar, die in meinen Augen schon früh den Boden für Adolf bereitet haben. Vor allem hat er sich deutlich gegen einen meiner Lieblingskomponisten, Mendelssohn-Batholdy, gewandt, um seinen damals bedeutenden Einfluss zu brechen.
Zum Thema Symphonien: Es gibt ja sogar bis heute Künstler, die wirklich große Symphonien schaffen, mir fallen da spontan Penderecki und Philip Glass ein. Ich kann nur die "Neunte" von Philip Glass empfehlen, findet man komplett auf Youtube ...
Viele Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.03.2013 22:29:22 GMT+01:00
Jakob Balde meint:
Lieber Herr Köster,
hören Sie mal die 9. von Schnittke, da rührt sich schon mehr als in der doch etwas leichten und geschmäcklerischen Musik des Herrn Glass.

Veröffentlicht am 12.03.2013 13:24:14 GMT+01:00
Ist schon Peteris Vasks erwähnt wurden? Für mich persönlich derzeit bester neuer Komponist. Sehr emotionale Musik. Nie langweilig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.03.2013 21:52:24 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.03.2013 21:52:57 GMT+01:00
Lieber Herr Balde,
mir ging es hier vor allem um den Aspekt noch lebender Künstler. Philip Glass gehört sicherlich zu den "leichteren" Komponisten, aber das finde ich durchaus legitim, es kann und darf nicht nur "schwere", weil "wahrhaftige", Kunst geben (auch wenn Adornos Geist immer noch über Deutschland schwebt und uns dies nach wie vor weis machen will ...!). Inwieweit Glass' Musik kommerziell ist, möchte ich nicht beurteilen, er hat eine solche Bekanntheit erlangt (ob zu Recht oder zu Unrecht, würde ich ungern diskutieren), dass er kaum noch nötig hat, irgend einem Publikum zu gefallen.
Was das 20. Jahrhundert ansonsten zu bieten hatte, könnte ich auch Einiges empfehlen, allen voran Anton Weberns erste, letzte und einzige Symphonie opus 21 (ein großartiges Stück!), oder auch die so unglaublich unterschiedlichen 4 Symphonien von Arvo Pärt. Sehr toll finde ich auch die "Kleine konzertante Symphonie" von Frank Martin.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.03.2013 22:04:07 GMT+01:00
Jakob Balde meint:
Lieber Herr Richter,
das finde ich auch! Irgendwie passt bei Vasks die Balance zwischen populär und "auf der Höhe der Zeit" besser als bei vielen anderen Komponisten. Dabei ist seine Musik oft von einer Tiefe und Klarheit wie es etwa die späte Violinsonate von Schostakowitsch ist. Übrigens ist auch die Musik von Alan Hovhaness, von dem in letzter Zeit wieder mehr erhältlich ist, von ähnlichem Zauber. Sehr empfehlenswert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.03.2013 09:28:58 GMT+01:00
... zu Peteris Vasks (kannte ich bis vor zehn Minuten gar nicht!!!) fällt mir nur ein Wort ein: Wunderschön! Danke für den Tipp!

Veröffentlicht am 14.03.2013 07:45:25 GMT+01:00
Wer kennt die Symphonien von Wolfgang Rihm? Das ist Musik mit "Power" ...!
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