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Rudolf Schock


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26-50 von 497 Diskussionsbeiträgen
Veröffentlicht am 07.01.2012 09:46:22 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 07.01.2012 09:47:00 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 07.01.2012 09:59:52 GMT+01:00
Mayfair0299 meint:
Die abwertenden und teilweise gehässigen Urteile über die gesanglichen Qualitäten Rudolf Schocks kann ich nicht nachvollziehen. Schock war sich seiner Grenzen sehr wohl bewusst. Es gibt da eine schöne Aussage des Tenors in einem wahrscheinlich anlässlich des 65. Geburtstags entstandenen Fernsehinterview mit Petra Schürmann: „Ich hätte ja gerne den Siegfried gesungen, aber da hatte ich keine Stimme für.“
Rudolf Schock war ein bedeutender Sänger, ein Meister des mezza voce, mit einer warmen, ausdrucksstarken und unverwechselbaren Stimme, die ich leider nur von Aufnahmen auf Schallplatte und CD kenne. Und dieser Rudolf Schock kann, denke ich etwa an die Titelrolle von Aubers „Fra Diavolo“ (Aufnahme von 1954), an die Rolle des Pedro in d`Alberts „Tiefland“ (Aufnahme von 1963) oder an die Rolle des Max in den beiden „Freischütz“-Aufnahmen von 1958 und 1967 – wobei mir letztere mit dem damals 52jährigen Tenor stellenweise sogar noch besser gefällt als die neun Jahre zuvor entstandene Aufnahme -, Vergleiche mit anderen Sangesgrößen seiner Zeit durchaus zu seinen Gunsten entscheiden.
Genauso lieb wie diese Opernaufnahmen sind mir Tondokumente seiner Ausflüge in die Filmwelt. So höre ich beispielsweise das Lied „Sonne Italiens“ aus dem Spielfilm „Stimme der Sehnsucht“ von 1956 immer wieder gerne.
Ich bewundere den Opern-, Operetten- und Liedersänger Rudolf Schock und bedauere sehr, ihn niemals persönlich auf der Bühne erlebt zu haben.

Veröffentlicht am 07.01.2012 11:31:47 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.01.2012 15:01:49 GMT+01:00
Brasier meint:
@Mayfair0299

Also, ohne Gehässigkeit pflegen zu wollen,
dies steht mir Fern,
gelingt es auch bei Schock zu zeitlichen Einschätzung
nach Jahrzehnten wie in aller Kunst,
zu einer berechtigten, zu Vergleichen möglichen Sicht.

Schock war ein Disziplinierter Künstler,
sich sicher seiner Grenzen bewusst.
Aber gewiss nicht der Internationale Künstler,
den man ihm andichten wollte,
trotz des unvergleichlichen Timbres, wer manchmal da Krähte,
war immer herauszuhören. Was ja auch ein Markenzeichen ist.
Aber, ich konnte vergleichen, mit Windgassen den ich oft hörte
und selbst der alte Helge Rosvaenge 1959 hatte Stilistisch mehr zu bieten.
Dies ist - bitte - ein Vergleich keine Abwertung.

Was die Stimmliche Frische der Anfänge brachte,
die von ihnen zu recht beachtete
"Messa die Voce", artet Später in eine Manie aus
die besonders in den Eurodisc Aufnahmen,
hörbar wurde, was für mich, sarkastisch veranlagt, wie ich nun mal bin,
zur Bestätigung seines, nicht nur Künstlernamens führte.

Aber die Aufnahmen die ihn auszeichneten, unter anderem, auch die von
ihnen genannten, und die Strauss Aufnahmen aus der Zeit mit dem Seeligen Herbert K.
den sie ja auch kennen, der mir eigentlich, heute besonders in einer Flachen Elite fehlt,
möchte ich keineswegs missen. Dazu kommt, ich sagte es bereits, ich lernte
ihn bereits 1983 zu einer Aufzeichnung von "Erkennen Sie die Melodie" im ZDF
kennen, wo er mir die Ehre machte in meinem Bühnenbild aufzutreten.
ein sehr bescheidener Herr, sicher auch Künstler.

Ein zurückhaltender Meister, wobei lieber ein Kleiner Meister zu sein,
glaube ich besser entscheidet, über die Größe als solchen,
der Aufgeblasen daherkommt, und so, trat er auch nicht auf.

Er hatte sogar einen Ebenbürtigen Gegenpart, was den Gesang betrifft
den Bariton Hermann Prey, aber dies ist schon wieder
eine andere Diskussion....

Veröffentlicht am 10.01.2012 12:20:27 GMT+01:00
gor meint:
Rudol Schock wird immer herabgesetzt, weil er Operetten gesungen hat. Gottseidank singt heute fast jeder große Tenor Operetten.Es gibt wunderschöne Operetten.
Operetten sind nämlich nicht leicht zu singen. Außerdem sollte man sich nicht nur auf eine Musikrichtung spezialisieren.
Ich mag alle Musikarten z.B. Oper,Operette, Pop, u.v.mehr.
Diese Schock Diskussion läuft sich allmählich zu Tode, man sollte nun einmal zum Ende kommen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.01.2012 20:49:43 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.01.2012 18:14:20 GMT+01:00
K.H. Friedgen meint:
"Diese Schock Diskussion läuft sich allmählich zu Tode, man sollte nun einmal zum Ende kommen".
Sehr richtig! Aber warum machen Sie es dann wie Jesus, und lassen sie am dritten Tage wieder auferstehen?

Veröffentlicht am 10.01.2012 23:50:56 GMT+01:00
Brasier meint:
@ Karl-Heinz Friedgen

Das macht der Name des Tenors...
Währe er wie "Anders" oder gar wie sie Wissen "Schreier"
währe die Diskussion längst versandet.
Aber mit Schock, was ja ein wenig auch, wenn sie mir folgen,
nach Schock und die Rocker klingt, ist es durch das Missverständliche
nicht (noch nicht) dazu gekommen.
:0)

Veröffentlicht am 11.01.2012 17:47:55 GMT+01:00
Zu seinem 100. Geburtstag im Jahre 2015 werde ich ein Erinnerungsbuch über Rudolf Schock unter dem Titel "Eine Stimme lebt fort" schreiben. Immer wieder wird diese Stimme gewünscht, auch von jungen Menschen, die diesen Sänger gar nicht mehr persönlich erlebt haben. Mit ihrem besonderen Klang, der zarten Höhe, seiner großen Ausdruckskraft verzaubert dieser Sänger auch heute noch seine Zuhörer. Deshalb wird seine Stimme fortleben, im Gegensatz zu den anderen zitierten Tenören. Und es gibt viele Menschen, die nicht verstehen, dass in Deutschland durch Neid und Mißgunst eigene Stars herabgesetzt werden . Günter 0horn Tel 01718868928

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.01.2012 21:12:46 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.07.2013 22:22:27 GMT+02:00
K.H. Friedgen meint:
"..... deshalb wird seine Stimme fortleben, im Gegensatz zu den anderen zitierten Tenören."
Zu den "anderen" zählen Wunderlich, Anders, Schreier, Tauber, Björling, Gedda, Roswaenge, und noch einige weltberühmte Künstler mehr!
Aber bitte schön, Herr Rudolf, träumen Sie weiter! Sie können ein noch so umfangreiches Erinnerungsbuch schreiben, aus einem Sperling machen Sie trotzdem keine Nachtigall. Und wenn Sie von "zarter Höhe" bei Schock sprechen, so verweise ich auf seine "Holde Aida", aufgenommen 1953, also in seiner besten Zeit, und hören sich im Rezitativ die Passage an: "..... dein ist die Ehre!" Wenn Sie nach diesem "Schock" noch von "zarter Höhe" sprechen, dann ist Ihnen nicht mehr zu helfen!
Ich denke, dass Rudolf Schock sich seiner Grenzen mehr bewusst war als jene Verehrer, die aus ihm einen zweiten Caruso machen wollen. Er war ein provinzieller Tenor, ausgestattet mit einer kleinen Stimme und einem sehr begrenzten Stimmumfang, nicht mehr und nicht weniger.

Veröffentlicht am 11.01.2012 21:32:35 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 28.04.2012 02:54:03 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.01.2012 21:48:01 GMT+01:00
Lassen wir allesamt bitte die Kirche im Dorf!
Der eine oder andere gestemmte Ton sagt noch nichts über die künstlerische Gesamtleistung eines Sängers aus.
Sie tun ja so, lieber Herr Friedgen, als ob andere baritonal gefärbte Tenöre niemals stemmen würden.
Domingo??? (um nur einen Tenor als Beispiel zu nennen, der ein Weltstar ist und zwischendurch auch mal heftig stemmt)...
Und wenn Ihnen gerade die Rezitativpassage der "Holden Aida" von Rudolf Schock aus dem Jahr 1953 als Angriffspunkt gegen Herrn "Günter Rudolf" dient, dann muss man schon auch darauf hinweisen, dass der Sänger genau bei dieser Aufnahme als Schlusston ein lupenreines Piano auf "zum Thron erhöh`n" hinlegt, dass "Günter Rudolf" zurecht von einer zarten Höhe sprechen lässt.
Wenn Sie sich natürlich schon beim Rezitativ so erschrecken, dann werden Sie kaum bis zur Schlussphrase der Arie kommen, Herr Friedgen!
:)

Aber Spass bei Seite:
Sie haben natürlich vollkommen recht damit, wenn Sie darauf hinweisen, dass die "anderen zitierten Tenöre" weltberühmt sind und auch weltberühmt bleiben werden, neues Schock-Buch hin oder her.

Und ja: Warum keine Biographie über den Sänger, aber bitte auch mit einer fundierten Stellungnahme eines oder sogar von zwei unterschiedlichen Stimmspezialisten, wie die Technik von Rudolf Schock funktionierte, warum sie nur eine gewisse Zeit lang gut funktionierte und warum sie in späteren Jahren...
Das wäre u.a. auch sehr interessant zu lesen, und zwar für Freunde und Gegner des beliebten Sängers.

Also:
Weiterhin viel Freude an der Musik
(mit oder ohne Schock-Erlebnissen, jedem das Seine, es gibt ja immer noch - wie beim Fernseher - den AUS-Knopf)
:=)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.01.2012 22:35:40 GMT+01:00
K.H. Friedgen meint:
Hallo Herr Teibenbacher,
........ es würde zu weit führen hier Domingo gegen Schock ausspielen zu wollen, aber um bei der "Holden Aida" zu bleiben, so sind Domingos Beiträge (unter Leinsdorf, und Muti) um Klassen besser als Schocks Darstellung, auch wenn Domingo das vorgeschriebene Piano-B am Ende der Arie durch ein Forte ersetzt, was leider die meisten Sänger tun.
Wenn Sie aber ein wirklich "lupenreines" Piano am Schluss der Radames-Romanze hören möchten, so empfehle ich Ihnen Carlo Bergonzi (nicht in seiner Gesamtaufnahme unter Karajan, da singt auch er forte) sondern in seinem Recital von 1975 unter Nello Santi (Philips).
Schock geht am Schluss in die Kopfstimme, und das hat etwas Künstliches. Richard Tauber war für seine Kopfstimmen-Akrobatik berühmt, bei ihm war es ein Markenzeichen, bei Schock klingt es nachgemacht. Das übliche Forte am Schluss der Arie wäre ihm ebenso misslungen wie die "Ehre" im Rezitativ, und ein sauberes Piano-B wie es Bergonzi möglich war, brachte er nicht zustande. So rettete er sich in die Kopfstimme, als Notlösung.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.01.2012 01:50:09 GMT+01:00
Idamante meint:
Sehr geehrter Herr Friedgen,
liebe Diskutanden,

eigentlich dachte ich, mich im Rahmen dieser Diskussion mit ellenlangen Statements bereits genug zu Wort gemeldet zu haben. Wenn nun allerdings aus neuer Polemik heraus Dinge sachlich falsch dargestellt werden, komme ich wohl nicht umhin, doch noch einiges dazu zu bemerken. Denn ALLE Verfasser der jüngsten Beiträge scheinen sich ja eher laienhaft-interessensmäßig und nicht professionell mit Gesang zu beschäftigen.

Vorab finde ich es etwas befremdlich, wenn die vermeintlich reelle Beurteilung eines Künstlers ins Spekulative abgleitet und orakelt wird, "[d]as übliche Forte am Schluss der Arie wäre ihm ebenso misslungen wie die "Ehre" im Rezitativ". Das ist keine Kunstkritik, das ist Kaffeesatzleserei und grenzt an Spekulationen, die in den 80ern schon einmal en vogue waren, als Hobbymusikologen darüber in Streit gerieten, ob denn bspw. eine Katia Ricciarelli wohl auch in akustisch weniger exzellenten Häusern bestehen können würde oder eventuell vielleicht doch nicht...
Solcherlei ist substanzlos.

Zum nächsten scheint es mir unumgänglich, noch einmal auf das Phänomen Mezza voce einzugehen.
Was, verehrter Herr Friedgen, meinen Sie denn mit Kopfstimme - Falsettgesang?
Das wäre die gängige Antwort. Nur ist das, was Rudolf Schock betrieben, kultiviert und perfektioniert hat, eben KEIN Falsettgesang, sondern das sogenannte Mezza voce. Dabei wird ein Ton nicht nur, wie es wörtlich übersetzt heißt, mit "halber Stimme", sondern oft sogar mit weniger als der halben Stimmstärke erzeugt. Resultat ist ein sehr feiner, "dünn" klingender Ton mit relativ schwachen Mitteltinten, der, besonders wenn das Mezza voce mit einem hohen Ton zusammenfällt, den Eindruck scheinbaren Singens aus der Kopfstimme (also dem Falsett) heraus erweckt. Dem ist jedoch keineswegs so.

Freilich handelt es sich dabei um etwas "Künstliches" - sehr geehrter Herr Friedgen, wir sprechen hier von KUNSTgesang! Da fällt jede technische Besonderheit, jedes Stilmittel, jeder Manierismus unter künstlich (im Vgl. zur Naturstimme)! DAS zumindest sollten Sie doch bitte berücksichtigen.
Konsequenterweise sei darauf hingewiesen, daß Richard Tauber nie auch nur annähernd etwas betrieben hat, das mit dem Etikett "Kopfstimmen-Akrobatik" zu versehen wäre. Falls das überhaupt je bei einem/r Sänger/in zugetroffen hat, dann bestenfalls bei den Koloraturen von Erna Sack.
Empfehlen möchte ich Ihnen hingegen die frühen Aufnahmen von Enrico Caruso, weil Sie daran sehen können, daß es sich hierbei um ein Stilmittel des Belcanto handelt, das noch zur Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) sich großer Beliebtheit erfreute. Oft zu hören ist es auch beim frühen Leo Slezak.

Von einem freilich sollten Sie künftighin bitte Abstand nehmen: Nämlich die Gesamtleistung von Sängern auf Einzelaufnahmen komprimieren bzw. verschiedene Künstler anhand von einmal mehr, einmal minder gelungenen Aufnahmen gegeneinander ausspielen zu wollen. Wenn Carlo Bergonzi unter Karajan kein optimaler Radames war, in derselben Partie unter Santi hingegen glänzen konnte - was um alles in der Welt soll uns das über die stimmliche wie auch künstlerische Potenz von Carlo Bergonzi sagen? Nichts.
Es vermag uns nichts weiter zu sagen, als daß Herr Bergonzi zum Zeitpunkt der einen Aufnahme stimmlich in Hochform, zum Zeitpunkt der anderen hingegen offenbar nicht optimal disponiert war. Und wer gibt Ihnen die Gewißheit, daß die forte-Concludio nicht sogar von Karajan so vorgesehen wurde?
Stimmlich-künstlerische Qualität mißt sich im Längs-, nicht im Querschnitt.

Abschließend noch ein letztes, allgemeines Wort:
"Finn Jäger" hat dankenswerterweise den Begriff Timbre ins Spiel gebracht - und er ist im Kontext der Beurteilung von Rudolf Schock eine entscheidende Variable. Wohl wenige Sänger des 20. Jahrhunderts konnten/ können von sich behaupten, über eine derart prägnante Stimme mit einem derart hohen Eigenklang zu verfügen/ verfügt zu haben wie Rudolf Schock. Denn das ist ja gerade eines der großen Mißverständnisse heutiger Klassik- und Opernliebhaber: Die Erwartung, ein Sänger müsse maximales Volumen besitzen, kurz, die stimmliche Leistungsfähigkeit bemesse sich an Kraft und Lauststärke der Stimme. Aber genau darum geht es im Belcanto eben NICHT. Italienisch Timbrare heißt ja vielmehr "klingen", also die Stimme optimal in ihre Eigenresonanz setzen, ihre eigenen Resonanzen optimal ausnützen; das hat mit Lautheit und bloßer Kraft gar nichts zu tun. Es kommt eben nicht auf Lautstärke an, sondern darauf, die Stimme tragfähig zu machen. Denn wenn eine Stimme tragfähig ist und in ihren ureigenen Resonanzen sitzt, dann bringt sie ihr eigen(tümlich)stes, ihr schönstes - und ihr gesündestes Klangbild, will heißen Timbre hervor. Wir erleben in der Ausbildung immer wieder junge Sänger, die den Eigenklang ihrer Stimme überhaupt nicht kennen, weil sie völlig auf laut singen getrimmt wurden; da kommt der individuelle Stimmklang aber gar nicht zum Vorschein. - Und hier nun schließt sich der Kreis zu Rudolf Schock. Denn er hatte es ganz wesentlich den aufmerksamen, sensiblen Ohren seiner Lehrer Prof. Gustav Pilken und Laurenz Hofer zu verdanken, daß diese immer eine zu starke Überformung der Stimme zugunsten der maximalen Tragfähigkeit und zuungunsten des Naturtimbres von Schock abgelehnt haben. Sie können sich so etwas vielleicht am Unterschied zwischen der Ästhetik eines athletisch-definierten Körpers und dem Unbehagen, das ein Bodybuildingkoloß beim Betrachter auszulösen vermag, verdeutlichen. Ohne Zweifel wurden Schocks laryngale Physis und seine Stimmbänder nicht bis zum Maximum getrieben - jedoch der Erhalt eines meist selten zu bewahrenden Restanklangs der Naturstimme; einer Naturstimme dazu, die von ungewöhnlicher Prägnanz und Eigenheit war, dürfte Rudolf Schock dafür überreich entschädigt haben.

Veröffentlicht am 12.01.2012 10:29:45 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.01.2012 17:52:13 GMT+01:00
Brasier meint:
@Idamante

Sehr interessant ihre Relation, die ja nicht nur scheinbar, als fachlich gelten kann
wobei sie auch, vergessene Prinzipien des Belcanto erwähnen.

Viele Sänger die das Glück hatten von Vorgängern deren Ausbildung und Praxis
noch aus einer -Reinen- Bühnenzeit stammen, technische Fähigkeiten besaßen
die auf die Reine Darbietung im Saal zum Tragen kam, das Siegen mit Maske
heute wenig praktiziert wird, Bergonzi damit wucherte (Alfredo Kraus nicht vergessend)

Heute die Unsitte der Nutzung des "Mikroports" vieles zum Erfolg führt,
was sonst zum Scheitern verurteilt währe.....

Und noch ein Aspekt, der bei Historischen Dokumenten zu beachten
mir oft zur Neuzeit einfällt, - man lies sich Zeit -, singen ist schließlich eine Kunst
und nichts zur Profilieren von Dirigenten, falls solche von Gesang (meistens)
nichts verstehen (gilt auch für Regisseure der Neuzeit die zum Beispiel von "Stütze"
keine Ahnung haben und die Sänger in Positionen sich Räkeln lassen die Ihrer
Technik fremd ist)

Professionelles Singen, ist nur als Technisch anzusehen, der Richtige Weg sein kann,
der eine lange Karriere bei richtiger Auswahl der Partien, passend zu der Stimmreife
garantiert, was man auch vergisst.

(Bestes Beispiel derzeit, Villazon dessen wunderbares Material
durch Inkohärenz fast zur Zerstörung Führte- Früher Di Stefano
der dies einfach in sein Bankonto schmiss....)

Gefährlich wird es wenn das zitieren der "Mezza voce" (einfach = Halbe Stimme)
mit "Messa di Voce" (= Auf und Abschwellen eines Langen Tons)
zu Verwechslung führen könnte
Schock nutzt beides, im Späteren beides scheinbar vermischt...

Recht haben sie, wenn sie Vergleiche von Aufnahmen,
wohl auch aus verschiedenen Perioden, eines Künstlerlebens, Kritisieren,
zumal dies Aufnahmen nichts, über die "Rohe Stimme" in Natura aussagen,
bei den meisten Sänger der Heutigen Mikrofonzeit - die beileibe nichts,
über die richtige Natur einer Stimme mehr mitteilt.

Das Timbre=KLANG + Harmonie wie einindividueller Duft eine Stimme einmalig macht,
das von ihnen zurecht beklagte vorpreschen, es bis zur Unkenntlichkeit verstellt.
(Beispiel die Letzte CD von Frau Schäfer)

Den Laien Enttäuscht, falls er den Künstler in - Natura - hört,
wobei oft die Größe beklagt wird, die durch das Mikrofon, verfälscht wird
(Pavarotti, Horne = Kleine - exquisite Stimmen, mit bester Technik)

Oder dann Große = Natürlich Imposante Stimmen, die gibt es auch
mit Brüllen... verwechseln.

Diese Stimmen meist in Natura dem Endsprechen, was Eine "Konserve"
vorgaukelt, oder es gibt sie auch so in Natura:

(zb. DelMonaco war so, eine herrlich Große generöse Stimme, die einen Raum ausfüllte
was ich in Rom zusammen mit der Sopranistin Deutekom in Norma 1972 überprüfte)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.01.2012 11:29:52 GMT+01:00
gor meint:
Ihr Beitrag hat meine volle Zustimmung.
Danke für Ihre Zeilen.

Veröffentlicht am 12.01.2012 12:40:19 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.01.2012 13:37:52 GMT+01:00
Isolina Mart meint:
Guten Tag allerseits,

......ich hoffe und wünsche,Sie haben das neue Jahr gut angefangen!

Eigentlich wollte ich in dieser Diskussion nur mitlesen,da ich die Stimme von Rudolf Schock nicht gut genug kenne.
Allerdings habe ich etwas Gutes zu berichten. Einige unter Ihnen kennen möglicherweise die zauberhafte englische Verfilmung von "Hoffmanns Erzählungen" von 1952,-die 2006 auf DVD heraus kam.

Obwohl der Film alt ist,-in Technicolor-,ist es nach wie vor ein wundervolles Vergnügen diesen Film anzuschauen. Ich kenne ihn seit etwa 30 Jahren, und wenn ich Balsam für meine Seele brauche,schaue ich ihn mir gerne an. Die englische Fassung wurde bereits damals für den deutschen Markt synchronisiert. Es singen Rudolf Schock,Rita Streich,Anny Schlemm und als Bösewichter Josef Metternich.

Nach allem,was ich hier gelesen habe,muss Rudolf Schock bei der Aufnahme seiner Partie eine Sternstunde gehabt haben! Sein Hoffmann ist ganz hervorragend gesungen,-sowohl in den lyrischen,wie den dramatischen Passagen,singt er mit tadelloser Stimme,einem volltönenden Tenor,-nichts von gequetschter Höhe ist zu vernehmen,-in perfekter Technik und vollendeter Harmonie. Besonders die Romanze in der Arie von "Klein-Zack",-aber auch an den anderen Stellen-,vermutlich gibt es nicht viele unter Ihnen,die die Oper nicht kennen-,habe ich nie schöner,verzückter,berührender und romantischer gehört. Von keinem anderen deutschen Sänger,-bis auf den heutigen Tag.

Viele Grüsse
I.M.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.01.2012 13:39:40 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 28.01.2014 15:47:52 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.01.2012 14:46:07 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.01.2012 15:01:25 GMT+01:00
Isolina Mart meint:
Selbstverständlich,lieber Herr Friedgen,

kenne ich die beiden Arien von Richard Tauber,die er wirklich ganz wundervoll singt! Ausserdem könnte ich noch viele Tenöre nennen,die diese Arien ebenfalls sehr gut bringen. In jeder Sängergeneration gab es sicher etliche davon.

Ich finde einfach,Schock hört sich "zeitlos" an,fast wie von heute,-nach 60 Jahren klingt er als Hoffmann alles andere als antiquiert. Wohingegen Taubers gepflegte Kopfstimme etwas für nostalgische Liebhaber ist,-denn der hört man den Entstehungs- Jahrgang an-,so wie für uns und andere,die ihn verehren! Aber so könnte heute kein Sänger mehr singen.

Auch ist sein Timbre,sehr schön,aber doch speziell für den heutigen Geschmack,sodass ich ihn mir nicht als Hoffmann in der ganzen Partie vorstellen könnte,-nicht derart,wie wir es heute gewohnt sind,-obwohl er sie wahrscheinlich gesungen hat.

Ich habe die "Klein-Zack" Arie nur als Beispiel genannt,weil sie die meisten Mitschreiber kennen,da es sie auf vielen Tenor-Recitals gibt,-denn in der ganzen Oper/Film bringt Schock eine wundervolle Leistung,-in allen Akten,sowie in den Duetten mit den Partnerinnen,die ebenfalls fantastisch singen.

Darum ist ja diese DVD auch heute noch ein grosses Vergnügen,-alle Sänger/innen waren auf der Höhe ihrer Stimmkraft,-nichts davon ist unmodern geworden.

Viele liebe Grüsse
I.M..

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.01.2012 20:47:15 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.08.2013 23:03:02 GMT+02:00
K.H. Friedgen meint:
Hallo Idamante,
bitte gestatten Sie, dass ich auf Ihren umfangreichen Beitrag versuche, möglichst kurz und prägnant zu antworten.
Ich habe nie zu denen gehört, die glauben, "stimmliche Leistungsfähigkeit bemesse sich an Kraft und Lautstärke der Stimme".
Meine bevorzugten Tenöre sind vor allem: Gedda, Bergonzi, Björling, Alfredo Kraus, Simoneau, Wunderlich, und keineswegs Franco Corelli, Mario del Monaco, Franco Bonisolli oder Gianni Poggi. Die nach dem "und" genannten waren aber alle international anerkannte Tenöre, mit einem großartigen Stimmaterial. Aber mit keinem der genannten Künstler, weder denen vor noch der nach dem "und", kann Rudolf Schock sich messen.
Ich habe keineswegs geschrieben, Bergonzi sei unter Karajan kein optimaler Radames gewesen, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass er in dieser Gesamtaufnahme am Schluss der Romanze nicht das vorgeschriebene Piano-B, sondern ein Forte singt. Was hat das mit nicht optimalem Singen zu tun?
Im übrigen haben ich nie für mich in Anspruch genommen, ein Stimmexperte zu sein. Ich verlasse mich da allein auf mein Gehör, und das sagt mir klipp und klar, dass Rudolf Schock sich mit keinem der oben genannten Sänger, auch nicht mit Domingo oder Pavarotti, in eine Reihe stellen kann, es wahrscheinlich auch gar nicht angestrebt hat.
Natürlich hat ist jede Kunst "künstlich", wie das Wort schon sagt. Ich meinte im Zusammenhang mit Schocks Kopfstimme, dass es bei ihm - im Gegensatz zu Tauber, mit dem er gerne verglichen wurde - immer "aufgesetzt, nachgemacht" klang, während es in Taubers Aufnahmen ganz selbstverständlich herauskam.
"Hoffmanns Erzählungen" habe ich mir in den beiden Schock-Querschnitten (EMI) von 1954 und 1961 heute angehört, die Aufnahme von 1953 klingt deutlich frischer. Tauber singt für meine Begriffe schöner, aber ich gebe Frau Mart recht, sein Vortrag klingt für heutige Ohren antiquiert und nicht mehr zeitgemäß. Der ideale "Hoffmann" im modernen Gewand ist und bleibt für mich Nicolai Gedda. Ich verweise auf die legendäre Gesamtaufnahme unter André Cluytens von 1965.
Ich für meinen Teil bin nun mit dem Thema "Rudolf Schock" durch.

Schönen Abend allerseits
K.H.F.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.01.2012 21:08:39 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.01.2012 21:13:22 GMT+01:00
Vielen Dank für Ihren fundierten Beitrag, Idamante!
Sollte es wirklich je zu einem Buch über Rudolf Schock kommen, so wären Sie sicher ideal für eine stimmtechnische und gesangsgeschichtliche Darstellung!
Von Gesangstechnik habe ich persönlich tatsächlich wenig bis kaum Ahnung, aber als Komponist und Musiker habe ich recht gute Ohren und weiss gerade Gesangsvorträge zu schätzen, die sich - "Kunstgesang" hin und her - eine gewisse Spontanität und Natürlichkeit des Ausdrucks bewahrt haben. Hier war Schock immer für mich vorbildlich. Außerdem gefällt mir bei seinen Aufnahmen natürlich seine doch recht saubere Intonation. ;-)
Für meinen Teil finde ich es schade, dass kaum Aufnahmen von Schubert- , Schumann- oder Brahmsliedern je auf CD veröffentlicht wurden. Speziell die späteren Aufnahmen mit Ivan Eröd, den ich übrigens persönlich kenne, würden es verdienen, für die jüngeren Generationen auch auf CD zugänglich gemacht zu werden...

Nochmals vielen Dank für Ihre Stellungnahmen in diesem Forum und weiterhin alles Gute!

Veröffentlicht am 13.01.2012 15:29:58 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.01.2012 15:38:43 GMT+01:00
Idamante meint:
Lieber Herr Friedgen,

das Recht, mit Rudolf Schock (als Thema) abgeschlossen zu haben, steht Ihnen selbstverständlich zu. Nichtsdestoweniger fordert Ihr Beitrag doch zu einem Kommentar heraus. Der erscheint mir auch insofern erlaubt, als wir diese Fragen auf die Beurteilung anderer Sänger übertragen können; Rudolf Schock also nur unser Aufhänger ist.

Nur kurz möchte ich auf die Herren Gedda, Bergonzi, Björling, Kraus, Simoneau und Wunderlich eingehen, von denen Sie schreiben, "mit keinem der genannten Künstler (...) kann Rudolf Schock sich messen."
Damit sind wir doch bei der zentralen Frage:
WORAN bzw. anhand welchen Maßstabs bemessen Sie denn das? "Meine bevorzugten Tenöre..." - DAS ist doch der entscheidende Punkt: Sie urteilen - und völlig zu recht - nach Ihrem subjektiven Empfinden; danach, welche Stimme(n) Ihnen persönlich besonders gefallen und danach, wessen Interpretationen Ihnen besonders gelungen und mustergültig erscheinen. Daran gibt es nicht nur nichts zu kritisieren; ich hatte in meinen Beiträgen vom 23. und 25.11. ja auch bereits dargelegt, wie sehr Vergleiche von Künstlern dem subjektiven Empfinden unterliegen und davon abhängig sind, ob ein Sänger den Hörer mit seiner Art der Darbietung überzeugen kann und emotional zu rühren vermag - oder eben nicht.

Heikel werden Ihre Stellungnahmen doch dadurch, daß Sie diese persönlichen Präferenzen mit der Kritik an vermeintlich objektiven Schwächen in der Gesangstechnik vermengen.
Im Rahmen seiner stimmlichen Möglichkeiten hat Rudolf Schock bei keiner mir bekannten Aufnahme (damit sind immer die frühen Aufnahmen bis 1960 gemeint!) "falsch" gesungen, also stimmtechnische Fehler begangen - auch nach unseren heutigen Ausbildungsmaßstäben nicht. Und zur Sicherheit noch einmal, weil der Begriff "Kopfstimme" schon wieder ins Spiel kam: Es handelt sich bei Mezza voce NICHT um Gesang aus der Kopf-, sondern aus der hohen Bruststimme! Was Sie in Richtung Falsettgesang ansprechen, ist das, was Sie bei Countertenören wie Andreas Scholl, Jochen Kowalski oder Max Emanuel Cencic hören können. Das hat mit Mezza voce aber nichts zu tun.
Leider kann ich Ihnen via Internet die entsprechende Tonerzeugung nicht praktisch vormachen. Hören Sie sich aber einfach einmal Schocks Aufnahme der Arie des Postillon von Longjumeau an (meinetwegen auch die von Gedda; nur bei Schock hört man es noch besser) und achten Sie dann auf das hohe D im dritten Refrain - das selbstverständlich aus der ganz hohen Bruststimme gesungen wird. Stellen Sie sich dann solch einen Ton "mit halber Stimme" gesungen vor, und Sie haben einen klassischen Mezza voce-Ton.

Wenn nur wenige Tenöre auf diese Gesangsfigur zurückgegriffen haben, so hauptsächlich aus zwei Gründen: 1.)gehört das Mezza voce stilistisch in die Zeit des Manierismus und wurde bereits seit den späten 1930er Jahren als unzeitgemäß empfunden (zum unterschiedlichen Stilverständnis Verismo - Manierismus vgl. meine Novembermails). 2.) ist Mezza-voce-Gesang für einen Sänger immer eine gewisse Gratwanderung. Denn gerade in hohen Lagen kann einem schnell ein Ton nach oben "wegkieksen", weil ja nicht durch die Kraft von unten nachgestützt wird, sondern der halbe Stimmansatz den Ton tragen muß. Mit anderen Worten: Mezza voce ist keine Ausweichtechnik, in die ein Sänger sich "rettet", wenn es zum sog. Großen Ton nicht reicht, sondern ein alternatives Stilmittel mit ganz eigenen Gefahren.

Lieber Herr Friedgen, Sie erwähnen außerdem Punkte wie "großartige[s] Stimmaterial" und "international bekannt" - auch zu diesen beiden Punkten habe ich schon hinreichend Stellung genommen. Es kann in den früheren Beiträgen nachgelesen werden.
Letztlich bleibt immer die Frage nach dem Eigenklang, dem Eigen"wert" einer Stimme - und die Einsicht in die Un-Vergleichbarkeit von Stimmen.
Im 19. Und 20. Jahrhundert gab es keine Sängerin (außer vielleicht Mado Robin oder Wilfriede Lütgen), die auch nur annähernd dem Stimmumfang einer Erna Sack hätten standhalten können - ist Erna Sack deswegen die "beste" Koloratursopranistin aller Zeiten?
Wohl kaum ein hochdramatischer Sopran (außer annähernd Frida Leider oder Kirsten Flagstad) konnte und kann der Trompetenstimme einer Birgit Nilsson Konkurrenz machen - ist Birgit Nilsson deswegen die "beste" Wagner-Sängerin aller Zeiten?

"Tauber singt für meine Begriffe schöner..." -
Indem man den Namen Tauber hier gegen den eines jeden anderen großen Sängers austauschen könnte, haben Sie die Sache auf den Punkt gebracht, lieber Herr Friedgen. Es hängt von den ureigenen, subjektiven Begrifflichkeiten schönen, vorbildlichen Gesanges ab, was man als schön empfindet und was nicht. Wenn überhaupt, so können wir hier nur über Fragen objektiver technischer und aufführungspraktischer Fehler debattieren. Beides aber liegt bei(m jungen) Rudolf Schock nicht vor.

Zum Eigen"wert" bleibt nur eines:
Machen Sie sich einmal das Vergnügen, (opern)musikalisch relativ unbeleckte Zuhörer mit Aufnahmen von Lorenz, Melchior, Hofer, Windgassen, Anders, Schlusnus, Bergonzi, Björling, Kraus, Simoneau, Gavazzeni... und auch Schock zu konfrontieren - und dann fragen Sie ungeübte Ohren einmal nach dem bloßen WIEDERERKENNUNGSWERT der einzelnen Stimmen. Und Sie werden fernab aller Aspekte wie Internationalität, Stimmaterial, Stilmittel, Interpretation etc. recht schnell eine Antwort erhalten, weswegen Rudolf Schock wahrscheinlich - hier im Forum, aber auch in der Öffentlichkeit - immer noch so präsent und beliebt ist. Dies muß einem Sänger nicht zum Nachteil gereichen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.01.2012 18:11:16 GMT+01:00
Über den Beitrag von Idamante habe ich mich sehr gefreut. Er zeigt auf, welchen Wiedererkennungswert die Stimme von Rudolf Schock aufweist. Darauf haben auch immer wieder seine Partner und die Sängerinnen auf der 0pernbühne hingewiesen, sogar Erna Berger sagte zu ihm, "das haben Sie aber schön gesungen". Man lese dazu auf der Homepage NL nach oder vefolge dort die Stellungnahmen zu seinen Konzerten. Dazu kommt, viele heute noch auftretende klassische Sänger berufen sich auf Rudolf Schock, der sie als Vorbild zum Gesang gebracht hat. Alle von Herrn Friedgen genannten besseren Sänger habe ich in meiner Schallplattensammlung. Anhören und mitsingen, dazu veranlaßt mich nur der Meistersänger Rudolf Schock, dessen Stimme fortleben wird als eine Gottesgabe, die auch der Krieg nicht verstummen ließ. Seien wir in Deutschland stolz darauf, so einen heimischen Star gehabt zu haben, der vielen Menschen Freude am klassischen Gesang gemacht hat. Das soll in meinem Buch zum 100.Geburtstag "Rudolf Schock, Eine Stimme lebt fort" gewürdigt werden. Euer Günter Rudolf Tel. 01718868928

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.01.2012 18:40:10 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.10.2012 11:20:29 GMT+02:00
K.H. Friedgen meint:
Hallo Idamante,
ich habe mir lange überlegt mich hier noch einmal einzuschalten, weil ich für meinen Teil eigentlich zum Thema "Schock" alles gesagt habe.
Doch Ihr Kommentar fordert einen weiteren Kommentar heraus!
Ich habe stets betont, dass ich musikalischer Laie bin, weder ein Stimmexperte noch ein Musikwissenschaftler. Aber ich habe zwei Ohren und beschäftige mich seit über 50 Jahren mit klassischer Musik und Operngesang.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals irgendeinen Sänger oder eine Sängerin als "beste(n)" aller Zeiten bezeichnet zu haben! So etwas gibt es nämlich gar nicht! Es gibt so wenig einen vollkommenen Sänger, wie es einen vollkommenen Menschen gibt.
Außerdem stand nicht der "Eigenwert" oder das unverkennbare Timbre Schocks, welches zweifellos vorhanden war, zur Diskussion, sondern seine künstlerische Potenz als solche.
Was hat, bitte schön, der Wiedererkennungswert einer Stimme mit ihrer Qualität zu tun? Florence Foster Jenkins hatte unbestreitbar ein unverkennbares, mit Sicherheit sogar "einzigartiges" Timbre, aber ihre "Gesangsdarbietungen", wenn man sie denn als solche bezeichnen kann, sind unter aller Kanone! Oder nehmen Sie Margit Schramm (un)seligen Angedenkens! Man erkennt ihr Stimme sofort, was zur Folge hat, dass man auf der Stelle die Flucht ergreifen möchte!
Nun will ich nicht Rudolf Schock mit den beiden vorgenannten Damen auf eine Stufe stellen, sondern wollte nur anhand dieser Beispiele klarmachen, dass der Wiedererkennungswert absolut nichts über die objektive Qualität einer Stimme aussagt.
Und noch einmal Tauber und Schock: Ich habe mir heute Nachmittag "Ha wie in meiner Seele" aus Offenbachs "Hoffmann" zuerst von Schock, und dann von Tauber angehört. Trotz der kläglichen Klangtechnik der alten Tauber-Aufnahme von 1928 war sie im Vergleich zu Schock eine Offenbarung, Poesie in ihrer reinsten Form, beglückend und verzaubernd zugleich, während ich bei Schock (1954) mehr als einmal zusammengezuckt bin, bei den gepressten Forte-Ausbrüchen, wo Tauber ein leuchtendes Piano singt, und bei den zahlreichen Endungen, wo man meint, der Sänger würde eine Vollbremsung hinlegen! "Durch Nacht zum Licht: Gesang wie er sein soll - und Gesang wie er - leider - sein kann!"
Trotzdem danke ich Ihnen, dass Sie Ihr zweifellos vorhandenes umfangreiches Fachwissen in solcher Fülle an uns arme Laien weitergegeben haben.
Das war nun aber für mich das Schlusswort!

Veröffentlicht am 14.01.2012 21:14:24 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.01.2012 08:58:23 GMT+01:00
Brasier meint:
Guten Abend lieber Herr Friedgen

Wie sie sehen gibt es Themen, mit Eigenleben.
Sie lassen such nicht Klipp und Klar beenden.
weil sie scheinbar dies nicht zulassen....
Vollkommen Sänger, gab es gewiss, meistens
sind es die ersten Jahrzehnte derjenigen
in einer Kurzen Zeit ihrer Karriere.
Was den Wieder erkennungswert anbetrifft
Meinte Idamante
gerade das Timbre wie das einer Rosensorten Duft
oder Chateau Petrus Bordeaux, ein Eimaliges Erkennungsmerkmal
und gehört eigentlich zu den Fakten einer Ablehnung
oder Zuneigung für eine Stimme.

So muß eine Stimme "Persönlichkeit" besitzen

Schock besaß eben diese "Markenzeichen"
dieses sofortigen Erkennungsmerkmal
Aber war gewiss nicht eine Jahrhundertstimme
Eher ein Timbre das uns viele Jahrzehnte im Deutschen Raum
Begleitete vielen Freude machte und das ist auch Gut So.
(Ich wünsche Herrn Rudolf viel erfolg mit seinem Buch)
denn Glauben Sie mir, viele sind inzwischen
auch Vergessen, nicht immer zu Unrecht.
Ihn mit Tauber zu vergleichen kommt mir wie
Gustav mit Gasthof, weil auch Beide Stimmen völlig andere
Ansätze verfolgen. Tauber für mich (nur meine Meinung)
den Idealeren Postillon darstellt, mag Schock anderen gefallen.

Jede für sich, am Besten in Werken die dieser Stimme, zuspricht

Eine Arie zu singen, auch wenn man sie Technisch bezwingt
bedeutet noch Lange nicht das dies Rollengerecht sei.
Es ist eher individuelle Geschmacksache
und Entspricht auch gewissermaßen
dem Zeitgeist.
Wenn ich meiner Großmutter, die ein Koloratur Sopran war
ihren Repertoire Zettel von 1912 studiere
bin ich zum Beispiel erstaunt auf was für Rollen sie vorbereitet war.
und vor 30-20 Jahren wagten sich zum Beispiel
wenige Soprane an Norma heran.
Heute scheuen sich wenige davor (Leider)

Ich wünsche einen schönen Sonntag.
H.B.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.01.2012 22:24:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.01.2012 23:19:09 GMT+01:00
Isolina Mart meint:
Guten Abend lieber Herr Friedgen und lieber Herr Brasier,

.....ich befürchtete bereits Sie wären eingeschnappt,weil Sie alle Ihre Einträge bei den Motetten gelöscht haben! Glücklicherweise ist es nicht so!

Können wir denn Rudolf Schock betreffend nicht so verbleiben,dass wir den Sänger akzeptieren wie er war! Mit Schwächen und Unvollkommenheit,aber mit einer Stimme,die abertausenden Menschen gefiel und sie tief berührte! Hier gibt es doch keinen einzigen Sänger/in,an dem nicht irgend jemand etwas auszusetzen hätte! Nicht einen einzigen!

Schock hat beispielsweise durch seine Wander-und Lönslieder mit Kinderchor den Menschen in den 50er bis 60er Jahren sehr viel Freude und Hoffnung gemacht,-es war wieder eine schöne Welt ohne Verwüstungen und Ruinen durch den Krieg. Es war die heile Welt der Menschen und der Natur,-so brachte er vielen die Aussicht und Hoffnung auf eine bessere Zukunft zurück! Meine Eltern waren entzückt von diesen "schnüffigen" Liedern und Schocks Stimme,die einfach ans Herz gingen.

So wollen wir ihn doch gerne in Erinnerung behalten,den Sänger Rudolf Schock!
Für Ihr Buch,sehr geehrter Herr Rudolf wünsche ich Ihnen viel Glück,-aber beeilen Sie sich ein wenig mit der Fertigstellung!

Viele Grüsse und ein schönes Wochenende allerseits,
I.M.

Veröffentlicht am 15.01.2012 01:16:07 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 28.04.2012 02:54:43 GMT+02:00]
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