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Musik-Kritiker


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1-14 von 14 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.06.2012 11:11:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.06.2012 11:12:08 GMT+02:00
Hallo zusammen,

da sagte doch neulich ein Freund zu mir, der sich über eine Musikkritik in der Zeitung ärgerte: "Kritiker sind wie Eunuchen. Sie wissen, wie man's macht!" Ich musste lachen.
Aber - stimmt das denn und trifft das nicht die ganze Kritikerschar, auch die selbst ernannten "Kritiker" in diesem Forum?
Beste Grüße.

Veröffentlicht am 20.06.2012 14:13:39 GMT+02:00
IP meint:
Die Selbsternannten sind schon mehr als genug mit sich selbst beschäftigt, und wir sollten nicht amazon.de als Social Network misbrauchen. Blogspot, Facebook, Twitter usw. bieten genug Möglichkeiten sich selbst zu präsentieren. Hier sollten wir gute Platten empfehlen und vor Zitronen warnen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.06.2012 14:45:54 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 21.06.2012 09:09:16 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 21.06.2012 08:55:46 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 21.06.2012 09:00:47 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 21.06.2012 09:09:30 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 22.06.2012 14:36:35 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 21.06.2012 15:51:38 GMT+02:00
Ulrich Mayr meint:
Den besten Beitrag zum Thema "Musik-Kritiker" hat Georg Kreisler mit seinem Chanson "der Musik-Kritiker" in seinen "Schwarzen Liedern" geleistet. Hoffentlich kennen den noch alle!

Veröffentlicht am 27.06.2012 00:26:54 GMT+02:00
Der Fußballtrainer Giovanni Trapattoni hat in seinem unnachahmlichen Deutsch - sinngemäß! - folgendes gesagt: "Wer kann mache, mache. Wer nicht kann mache, spreche. Wer nicht kann spreche, schreibe."

O je, und das von mir! Dabei betätige ich mich doch selbst als Musik-Kritiker, und jegliches Kritiker-Bashing fällt auf mich selbst zurück.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.06.2012 09:07:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.06.2012 09:07:56 GMT+02:00
Hallo Herr Gumpert,

über die professionellen Musikkritiker kann ich überhaupt nichts Schlechtes sagen, ganz im Gegenteil. Sicher ist der eine oder andere über alle Maßen pingelig. Aber im Allgemeinen zeichnet sie eine große Liebe zur Musik aus. Im Grunde handelt es sich um einen der schönsten Berufe, wenn das tiefe innere Empfinden, das man auch hier Liebe nennen mag, zur Profession gemacht werden kann. Das schließt andererseits aber Attacken aus Leidenschaft nicht aus. Wer im Übermaß mit Fachbegriffen um sich wirft, erweckt bei mir eher den Eindruck, gewisse Unsicherheiten verbergen zu wollen. Ein guter Kritiker zeichnet sich dadurch aus, dass er die Menschen bzw. seine Leser zu begeistern vermag, und zwar durch unerlässliche Sachkunde und Allgemeinverständlichkeit, ohne Kleinigkeiten aufzublähen. Wichtig ist nicht zuletzt, dass der Kritiker nicht seinen eigenen Geschmack zum Maß aller Dinge macht, sondern dem kreativen Raum der Musik Luft zum Atmen lässt. Die Vermittlung der Freude zur Musik halte ich für das wichtigste Anliegen. Aber diese wahren Könner sind gewiss eher ein Minderheit.

Viele Grüße
W.K.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.06.2012 10:19:48 GMT+02:00
Recht so, lieber Herr Kaiser,
wohl gesprochen und ganz meine Meinung.
Einen schönen Tag noch!

Veröffentlicht am 27.06.2012 10:20:52 GMT+02:00
Hallo, Herr Kaiser!

Recht herzlichen Dank für Ihre Ehrenrettung des Berufsstands der Kritiker! Und in der Tat: niemand kann vernünftigerweise von einem Kritiker verlangen, dass er das, worüber er schreibt, selbst oder gar besser kann. Wie soll man sonst beispielsweise eine Aufführung von Mozarts "Zauberflöte" besprechen? Kein Mensch auf dieser weiten Welt kann sämtliche Partien dieser Oper von den höchsten Höhen der Königin der Nacht bis zu den tiefsten Tiefen des Sarastro perfekt singen. Und dazu noch sämtliche Orchesterinstrumente vollendet spielen, dirigieren, inszenieren, Bühnenbild und Kostüme gestalten, usw. Soll man deshalb eine ganze Armada von Kritikern in die Aufführung schicken, für jede Stimmlage und für jedes Instrument einen, der es besser kann? Nein: so wie jeder im Publikum sich seine Meinung über die Darbietung bildet, so kommt auch der Kritiker zu einem Urteil. Und dieses Urteil des Kritikers ist im Idealfall durch Sachkenntnis und Vergleichsmöglichkeiten so fundiert, dass es mit Recht am nächsten Tag in der Zeitung steht.

Natürlich kommt es immer wieder vor, dass man sich über eine Kritik ärgert. Wenn man selber zu einem anderen Schluss gelangt als der Kritiker, wenn der Kritiker voreingenommen ist, und insbesondere dann, wenn man als ausübender Künstler selbst Gegenstand der Kritik ist und sich ungerecht behandelt fühlt. Richard Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" (meine persönliche Lieblingsoper) beruht auf dem subjektiv wahrgenommenen Machtgefälle zwischen dem Kritiker und den Kritisierten.

Aber Hand aufs Herz: sind wir nicht alle immer wieder "Eunuchen, die wissen, wie man's macht"? Wenn wir im Fernsehen ein Fußballspiel ansehen und über die Leistungen der Spieler stöhnen oder jubeln? Oder wenn wir uns eine Meinung über die Politik und die Politiker bilden?

Der Musik-Kritiker hat eine ähnliche Funktion wie der Sportreporter und der politische Kommentator. Sie alle beschäftigen sich intensiv und professionell mit ihrem Thema und erwerben sich dadurch das Recht, ihre Ansicht in weit verbreiteten Medien zu publizieren. Selber besser können müssen sie es nicht, sonst wären sie nicht Kritiker, Sportreporter oder Kommentator geworden, sondern Musiker, Sportler oder Politiker.

Viele herzliche Grüße!
(Keine Unterschrift, weil es mich gar nicht gibt)

Veröffentlicht am 27.06.2012 23:12:38 GMT+02:00
T. BERGMANN meint:
Wenn eine Kritik dazu beiträgt, dass sie den Künstler anregt, über seine Interpretation nachzudenken, dann ist es gut. Bei Fritz Wunderlich war es so, dass eine Kritik, die seinen einen Liederabend in München verriss, von Walter Panofsky dazu führte, dass er sich wirklich intensiv mit dem Liedgesang befasste und sich Hilfe holte, dann war es für ihn und uns als Hörer gut.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.06.2012 00:09:35 GMT+02:00
T. BERGMANN meint:
Lustiger Name. Wie schreiben Sie eigentlich, wenn es Sie nicht gibt? Ich kenne einen Arno Nym, den Erfinder des Briefes ohne Unterschrift.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.06.2012 00:34:28 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.06.2012 00:37:51 GMT+02:00
Brasier meint:
Ja das ist doch der Neffe der Fata Morgana, das ist doch bekannt.
und im Konkretem, werter Herr Bergmann,
sie glauben nur etwas gelesen zu haben.......

Veröffentlicht am 28.06.2012 15:18:58 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
In Hugo Wolfs Vertonung bitte:
Unangeklopft ein Herr tritt abends bei mir ein:
"Ich habe die Ehr, ihr Rezensent zu sein."
Sofort nimmt er das Licht in die Hand,
besieht lang meinen Schatten an der Wand,
Rückt nah und fern: "Nun lieber junger Mann,
Sehn sie doch gefälligst mal ihre Nas so von der Seite an.
Sie geben zu, dass das ein Auswuchs ist."
- Das? Alle Wetter - gewiss!
Ei Hasen! ich dachte nicht,
All mein Lebtage nicht,
dass ich so eine Weltnase führt im Gesicht!!

Der Mann sprach noch verschiedenes hin und her,
ich weiß, auf meine Ehre, nicht mehr,
Meinte vielleicht, ich sollt ihm beichten.
Zuletzt stand er auf: ich tat ihm leuchten.
Wie wir an der Treppe sind,
Da geb ich ihm, ganz froh gesinnt,
einen kleinen Tritt,
Nur so von hinten aufs Gesäße, mit-
Alle Hagel! ward das ein Gerumpel,
Ein Gepurzel, ein Gehumpel!
Dergleichen hab ich nie gesehn,
all meine Lebtage nicht gesehn
Einen Menschen so rasch die Trepp hinabgehn!
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Erster Beitrag:  20.06.2012
Jüngster Beitrag:  28.06.2012

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