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Wilhelm Furtwängler,-ein grosser Dirigent?


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Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.06.2012 10:09:54 GMT+02:00
GarakFan meint:
Sehr geehrter Herr Balde
Danke für den Hinweis, den Artikel habe ich schon einmal gelesen; gehe auch zu Prof. Hinrichsen in Vorlesung und Seminar, dessen Anliegen ja auch die Anerkennung der Interpretation als Kunstwerk ist. "Seltsam verfehlt" würde ich selber von dieser Interpretation auch denken, sicher überzeugend, aber nicht "schumannisch". - Grundsätzlich bin ich gegen "Verbesserungen" (Retouschen): dies heisst doch immer: ich kann es besser als der Komponist selbst. Die Schule der besserwisserischen Dirigenten (Interpreten) kommt eindeutig von Richard Wagner her ("Über das Dirigiren", 1869: leider darin auch eine billige Anti-Mendelssohn-Polemik). Auf diesen letzten Erdenrest des XIX. Jahrhunderts können wir heute verzichten. Hören Sie doch einmal Carlos Kleiber... Beste Grüsse

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.06.2012 10:39:36 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
@Baumann Rudolf Peter
Ganz aufschlussreich fand ich den Begleittext zu Mario Venzagos hervorragender Einspielung der Schumann-Sinfonien. Er erläutert da einiges, insbesondere aber dies: Während Mendelssohn Bartholdy bei den einzelnen Instrumentalgruppen die Dynamik angibt, gibt sie Schumann nur generell an. Man weiß daher an einer bestimmten Stelle der Partitur zwar, dass das Ergebnis "piano" sein soll, aber es ist nichts über die Balance ausgesagt, ob beispielsweise der Bläser- oder der Streicherklang dominieren soll. Man kann daher gar nicht anders als die Partituren einzurichten und muss dabei eben auch Entscheidungen treffen, von denen man nicht weiß, wie Schumann sie getroffen hätte. Neben diesem ohnehin schon großen Problem hatten die Mahlers und Furtwänglers dieser Welt auch noch das Problem, dass Schumann seine Sinfonien nicht für ein spätromantisches Orchester geschrieben hat, sondern eher für ein kleineres Ensemble. Daraus ergeben sind weitere Balanceprobleme. So einfach ist es jedenfalls nicht, dass jede Einrichtung und jede Retusche automatisch eine Verletzung des Willens des Komponisten ist. Es kann auch das Gegenteil sein, nämlich eine Anpassung, die notwendig ist um dem Willen des Komponisten unter geänderten Randbedingungen Rechnung zu tragen. Erinnert sei nur an die Ophikleide in Berlioz`Symphonie fantastique, die eben in vielen Orchestern nicht zur Verfügung stehen und die daher eine Entscheidung notwendig machen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.06.2012 22:18:02 GMT+02:00
Lieber gemi-b,
nach Rückkehr von einer mehrwöchigen Reise sehe ich mich von Ihnen als Psychopathen dargestellt! Ich glaube nicht, daß Sie die Kompetenz haben, solche schwerwiegenden Fern- (und Fehl-) Diagnosen zu stellen! Ich habe mich immer dann zu Wort gemeldet, wenn offensichtlich unwahre Behauptungen geäußert wurden, um diese richtig zu stellen. Wenn Sie diese Reaktionen, die meiner Wahrheitsliebe und meinem Gerechtigkeitsempfinden geschuldet sind, als Zwangsneurose ("Manie") betrachten, lässt dies sehr tief blicken! Ich denke, daß Sie sich Ihrer Wortwahl nicht immer bewusst sind! Sie werden keinen Beitrag von mir finden, in dem ich Furtwänglers Interpretationen über alle anderen stelle. Daß die Musikrezeption einer ständigen Entwicklung unterworfen ist, wissen Sie genausogut, wie ich. Gerade in den letzten 4 Jahrzehnten haben sich hier radikale Wandlungen vollzogen, die nicht zuletzt der historischen (bzw. historisch informierten) Aufführungspraxis geschuldet sind. Sie können sicher sein, daß die Entwicklung weiter geht und daß vieles, was wir heute als "wahr" empfinden, in einigen Jahrzehnten belächelt wird! Und dennoch gibt es bleibende Interpretationen, die, auch wenn sie in ihrem Ansatz zeitbedingt und möglicherweise "überholt" sind, ihre Überzeugungskraft behalten und auch in Zukunft als bedeutend anerkannt sein werden. Welche der gegenwärtigen Interpretationen dazugehören werden, weiß keiner von uns. Neben vielen anderen zählt eben auch eine nicht geringe Zahl von Furtwänglers Interpretationen dazu.
Mit freundlichen Grüßen
S.U.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2012 12:06:47 GMT+02:00
gemi-b meint:
lieber dr. uhlmann,

bedauerlicherweise sehen sie sich von mir als, wie sie meinen, psychopathen dargestellt, was ich weder mit keinem wort geschrieben, noch so gemeint habe (und hätte), und ich empfinde dies als bösartige unterstellung, die ich mir schlichtweg verbitte.

offenbar habe ich mit meiner sachlich gemeinten und plausiblen kritik an ihrer höchst positiven furtwängler-haltung einen sog. wunden punkt getroffen, der sie darart unangemessen reagieren lässt, zumal ich ihre selbst propagierte wahrheitsliebe und gerechtigkeitsempfindung nicht infrage stellte.
ihre versierten, auch ganz subj. eloquenten texte in allen ehren, ihre urteile sollten jedoch nicht aus eitelkeit zu bewussten fehlinterpretationen führen.

beste grüsse, gemi.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2012 13:12:31 GMT+02:00
S. Leonhardt meint:
sehr geehrter herr dr. uhlmann, sehr geehrter gemi-b,
soeben wollte ich gemi-b mit einem "herr" anhübschen, dann kamen mir aber zweifel, weil ich nicht weiß, ob hinter diesem pseudonym ein mann oder eine frau steckt. also habe ich in der anrede den "herrn" mit einem fragezeichen versehen wollen. dabei wurde mir bewusst, dass dieses fragezeichen auch so verstanden werden kann, dass dem also titulierten die eigenschaften eines herrn fehlen könnten. um diesem missverständnis aus dem weg zu gehen, habe ich die anrede wie oben ersichtlich formuliert.
diese vorrede soll zeigen, dass man ohne jeden bösen willen ins fettnäpfchen treten kann. deshalb plädiere ich dafür in einer diskussion wie dieser die person der scribenten außer acht zu lassen. mir scheint das wichtig, weil andernfalls die erörterung des musizierens von w.f. in den hintergrund tritt. das finde ich bei ihnen beiden besonders schade, weil sie mit ihren bisherigen beiträgen - die ich mit großem interesse gelesen habe - bei mir manche wissenslücken ausgefüllt haben.
bitte machen sie damit weiter und begraben das kriegsbeil! es gibt doch sicherlich noch einiges, was zum nutzen aller diskussionsteilnehmer gesagt werden kann, z.b.: welche remasterings von pristine classical sind besonders zu empfehlen? oder: im american document center in berlin soll es noch die protokolle der vernehmung furtwänglers durch die ermittlungsbehörde der amerikanischen militärverwaltung geben. weiß jemand etwas näheres darüber?
mfg s. leonhardt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2012 14:12:32 GMT+02:00
Lieber gemi-b,
Sie sollten die Bedeutung des Wortes "Manie" einmal recherchieren, dann wissen Sie, warum ich so empfindlich reagiere! Ich unterstelle Ihnen keine bösen Absichten, ich denke, es ist Unwissen!
Beste Grüße

Veröffentlicht am 24.06.2012 14:26:39 GMT+02:00
IP meint:
Ach komm, eine Diskussion, die nach Furtwänglers Name ein Fragenzeichen stellt, kann soundso keine seriösen Einträge haben... ist nicht zu erwarten...

Veröffentlicht am 24.06.2012 14:47:41 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 24.06.2012 21:03:17 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2012 14:49:37 GMT+02:00
K.H. Friedgen meint:
Also IP, wie wäre es denn mit einem "seriösen Eintrag" von Ihnen, statt hier dumm herumzulabern!

Veröffentlicht am 24.06.2012 17:39:00 GMT+02:00
Ja - man findet es dieserorts schwer, die "Kuh vom Eis zu schieben", stattdessen soll wohl das Schwein so lange auf dem Spieß gedreht werden, bis daß es gänzlich ungenießbar geworden ist.

DANKE für diese "wohlschmeckende" Diskussion!

Veröffentlicht am 24.06.2012 18:49:12 GMT+02:00
IP meint:
Tut mir sehr leid Herr Friedgen, aber zum Thema "Wilhelm Furtwängler,-ein grosser Dirigent?" so mit dem Fragezeichen am Ende, würde ich mich schämen, "kluges" zu schreiben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2012 18:49:12 GMT+02:00
gemi-b meint:
lieber herr leonhardt,
sie dürfen mich durchaus als männlich oder herr gemi >anhübschen<, sofern dies aus dem bisherigen kontext
noch nicht ersichtlich war. im übrigen, ich habe kein >kriegsbeil< ausgegraben - auch ein missverständnis.
mfg. gemi.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2012 18:57:38 GMT+02:00
gemi-b meint:
lieber herr uhlmann,
ich meine, wir sollten unsre kontroverse bzgl. subjektiver furtwängler-einstellungen als ein missverständnis divergenter
interpretation von argumentation beenden, wortklauberei incl.
freundliche grüsse, gemi.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2012 19:40:45 GMT+02:00
S. Leonhardt meint:
lieber herr gemi-b,
es freut mich sehr, dass sie die wogen glätten und wünsche mir, dass auch herr dr. uhlmann das so sieht! im übrigen -
kontroverse hin, missverständnis her: ich hoffe auf weitere sachbeiträge von ihnen beiden.
mfg s. leonhardt
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Jüngster Beitrag:  24.06.2012

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