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Der beste "Ring" von Richard Wagner


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1-25 von 174 Diskussionsbeiträgen
Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.10.2014 11:59:35 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
Ich habe mir nun in weiten Teilen den Ring von Rudolf Moralt von Ende der 40er Jahre angehört. Was die Tonqualität betrifft war ich von der Myto-Überspielung angenehm überrascht; ich hatte den Moralt-Ring wenn ich mich richtig erinnere schon mal von cantus, kann aber auch vom "grauen" Markt gekommen sein, ich erinnere mich nicht mehr, und hatte ihn als höchst problematisch bezüglich der Tonqualität in Erinnerung. Nun liegt die doch sehr schöne und stimmlich sehr hörenswerte Einspielung in einer passabelen Tonqualität vor. Übrigens liegt auch der berühmte Swarowsky-Ring von 1968 bei Profil-Edition Günter Hänssler nun in besserer Tonqualität vor, auch der hörenswert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.12.2013 15:24:47 GMT+01:00
Der Empfehlung stimme ich voll zu. Besonders schön ist, dass auf den DVD-Aufnahmen Siegfried Jerusalem den Siegfried singt und so ein Schwachpunkt der CD-Einspielung beseitigt ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.12.2013 10:57:13 GMT+01:00
hartmutw meint:
Herzlichen Dank für die Empfehlungen; das Geld für Pristine werde ich anders investieren!

Veröffentlicht am 03.12.2013 22:03:36 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.12.2013 22:06:30 GMT+01:00
gemi-b meint:
furtwängler-ring-varianten und andre,
in zeiten digitaler transfer-bearbeitung scheinen die verheissungen gross, über das original hinaus die noch bessere reproduktion
zu erhalten: akustisch manipuliert, allenfalls über das selten adäquate hifi-home-equipment zu verifizieren.
man sollte sich weniger vormachen, auch ein pristine-furtwängler-ring bietet musikalisch keine neuen offenbarungen,
rein akustisch, versteht sich.
bevor sie sich also in audiophiles, durchaus fragwürdig kostspieliges terrain begeben, erkunden sie doch eine interpretations-variante,
die besonders zum heutigen bayreuth-massstab, allemal akzeptabel ist:
hotter, varnay, windgassen, neidlinger, madeira - knappertsbusch 1956.Der Ring des Nibelungen
schöne grüsse aus berlin, gemi.

Veröffentlicht am 01.12.2013 18:49:14 GMT+01:00
uli316 meint:
Ich besitze und höre gerne den Ring / Badische Staatskapelle, Günter Neuhold (1994/95) u.a.Edward Cook sowie eine Aufnahme der Staatskapelle Dresden unter Marek Janowski August 1981, letztere besonders gerne, weil ich sie als Schallplattenausgabe besitze.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.11.2013 16:59:51 GMT+01:00
hartmutw meint:
Ganz herzlichen Dank Herr Brunner!

Ihre Einschätzung hat mir sehr weiter geholfen: es wird dann bei Gelegenheit wohl Keilberth55 werden...

"Der Keilberth-Ring von 1955 bleibt in Sachen Klang allerdings unübertroffen und der Solti-Ring sowieso."

Beste Grüße!
H. Wastian

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.11.2013 18:32:00 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.11.2013 18:34:00 GMT+01:00
C. Brunner meint:
Hallo hartmutw,

die Furtwängler-Ringe von Pristine sind tatsächlich hervorragend remastered. Sie klingen transparenter und frischer denn je, bleiben aber dennoch Mono-Ringe. Gerade der RAI-Ring von 53 profitiert aber enorm durch das Remastering und es wird jetzt erst deutlich, welch dicker Schleier über allem lag. Anfang der 90er Jahre hat die EMI, anlässlich der Übertragung auf CD, offenbar derart heftige Filter eingesetzt, dass ein ziemlich dumpfes Klangbild entstand. Die unterschiedliche Klangqualität der Einzelteile war dadurch zwar einigermaßen eingeebnet, allerdings auf ziemlich dürftigem Niveau. Andrew Rose von Pristine hat nun auf die LP-Ausgabe der frühen 70er Jahre zurückgegriffen und diese zur Grundlage seines Remasterings gemacht.
Nun ist der Klang zwar förmlich befreit, es wird aber auch wieder deutlich, dass gerade das Rheingold von den damaligen RAI-Tontechniker alles andere als optimal aufgezeichnet wurde. Die Walküre ist schon besser, ebenso Siegfried und die Götterdämmerung schließlich grandios - man steigerte sich.
Ob sich die Investition von über 100¤ lohnt weiß ich nicht, aber das Ergebnis ist schon überzeugend. Klanglich stehen die Pristine-Ringe nun auf einer Stufe mit den Orfeo-Ringen von Krauss und Knappertsbusch (53 und 56), sowie den Cantus-Ringen von Keilberth und Knappertsbusch (53, 57 und 58). Der Keilberth-Ring von 1955 bleibt in Sachen Klang allerdings unübertroffen und der Solti-Ring sowieso.

Vielleicht beglückt uns die EMI ja eines Tages mit der für den japanischen Markt angefertigten SACD-Version des RAI-Ringes - diese soll nämlich noch besser als das Pristine-Remastering sein, da die EMI-, bzw. Abbey-Road-Tontechniker erneut auf das Masterband Zugriff hatten.
Man kann diesen Ring zwar jetzt schon in Japan bestellen, allerdings für mehr als 300¤...

Hier ein Link zu einer sehr interessanten Dokumentation über dieses Remastering:

http://www.youtube.com/watch?v=PfA61_noOQQ

Beste Grüße!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.10.2013 14:39:10 GMT+02:00
hartmutw meint:
PRISTINE REMASTERED RECORDS

Werte Wagnerianer,

den Liebhabern historischer Aufnahmen unter Ihnen dürfte das britische Label Pristine Classical ein Begriff sein.

Dort werden seit längerer Zeit alte Aufnahmen - u.a. beide Furtwängler-Ringe!! - in angeblich herausragender Qualität remasered angeboten, allerdings zu Preisen jenseits der ¤100.

Meine Frage an Sie. Wer von Ihnen kennt eventuell diese Furtwängler-Versionen?
Können Sie klanglich denn zumindest mit älteren Stereoaufnahmen wie Keilberth '55 oder Solti mithalten?

Ich besitze die reguläre 53er Aufnahme bereits und würde nur ungern 100¤ und mehr umsonst investieren...

Besten Dank!

Veröffentlicht am 17.09.2013 18:29:49 GMT+02:00
C. Brunner meint:
Einen weiteren äußerst gelungenen, spannend dirigierten Ring, der mit teilweise fantastischen Sängerleistungen aufwartet, habe ich kürzlich entdeckt: Horst Steins Bayreuther Ring-Dirigat von 1971. Erhältich in akzeptablem Sound (immerhin Stereo!) als Download bei Operadepot.
Horst Stein dirigiert sensationell! Von wegen langweilig und durchschnittlich - wie ihm gerne nachgesagt wurde. Nein, flüssig und mitunter überaus dynamisch peitscht er das Orchester durch die Partitur und stürmt auf die Höhepunkte zu - man höre nur einmal die Schlussakkorde von Siegfried oder Götterdämmerung und die sich explosionsartig entladende Begeisterung des Publikums: da wird gejohlt und getrampelt, dass der Hügel bebt - und, wie ich finde, völlig zu Recht!

Neben Horst Stein Dirigat ist es vorallem die unglaubliche Brünnhilde der Catarina Ligendza, die diesen Ring auszeichnet. Nach den Jahren des dicken, kehlig-gaumigen Heroinentones à la Nilsson muss diese Brünnhilde Balsam für Ohren und Augen (Frau Nilsson war ja nicht gerade als gute Schauspielerin bekannt) gewesen sein: eine kräftige und dennoch schlanke Stimme mit sympathischem Timbre, sattelfester Technik und perfekt artikulierend - das gab es seit den glorreichen Tagen einer Frida Leider nicht mehr. Sicher, Flagstad hatte das monumentalere Instrument, Mödl war an darstellerischer Intensität unübertroffen, ebenso wie Varnay in Sachen Dramatik und genuinem Pathos, aber was Catarina Ligendza hier vollbringt, das ist diesen Vorgängerinnen durchaus ebenbürtig.
Auch großartig: Jean Cox. Er singt den Siegfried durchweg mit schönem Ton, ohne zu brüllen, mit runder und fester Stimme, selbst in den klimaktischen Phasen (ein so schön angesetztes und gehaltenes hohes C zu Beginn des dritten Aufzuges der Götterdämmerung hat zuletzt Melchior gesungen!). Obendrein ist sein Vortrag wortdeutlich und artikulatorisch genau. Alles in allem der, wie ich finde, überzeugendste Siegfried seit Windgassen.
Auch Theo Adams Wotan ist mehr als akzeptabel. Gewiss, Hotter war machtvoller und intensiver, aber Adam ist schon eine Klasse für sich.
Ridderbusch als Hagen ist überwältigend und auch die Leistungen der übrigen Mitwirkenden fallen kaum ab. Einzig das Wälsungenpaar überzeugt mich nicht wirklich: Brilioth singt mit virilem Ton, aber irgendwie kloßig, während Gwyneth Jones häufig sehr vage intoniert und überhaupt mit Notenwerten und –höhen recht freizügig verfährt.

Fazit: Ein großartiger Ring – nichts für Sound-Fetischisten, aber für Liebhaber historischer Ring-Aufnahmen vor allem wegen Stein, Ligendza und Cox ein Muss!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.08.2013 16:23:25 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 31.08.2013 22:22:28 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 31.08.2013 16:02:03 GMT+02:00
Tristan meint:
Wo bleibt Boulez?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.08.2013 11:50:43 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.08.2013 11:52:52 GMT+02:00
Peter Rieger meint:
Hallo Herr Wastian!

Ihre Beschreibung klingt ja noch deutlich ernüchternder als man das aus der oben angegebenen amerikanischen Rezension erwartet hätte. Wohl nur etwas für hartgesottene Sammler!

Danke für die Rückmeldung!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.08.2013 19:41:51 GMT+02:00
hartmutw meint:
Besten Dank, Herr Rieger!

Mittlerweile habe ich das Experiment mit dem von Walhall veröffentlichten '61er "Rheingold" mit Leinsdorf gewagt.

Neben lautem Husten zu Beginn beeinträchtigen leiderauch andere Bühnengeräusche den Genuss dieses Vorabends massiv.

Zudem schwankt der Ton ständig von voll zu ausgedünnt uvvv.
Am störendsten habe ich jedoch - neben dem für das Alter wohl unvermeidlichen Rauschen - den eingeschränkten Klang empfunden: So werden etwa die Obertöne der Hörner zum Auftakt nicht klar hörbar; anstatt zu "singen", tröten sie nur.

Für mich insgesamt leider eine sehr unbefriedigende Erfahrung trotz guter Sänger. Diese Aufnahme kann man allenfalls übers Autoradio oder am PC geniessen, wenn Klang keine große Rolle spielten muss.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.07.2013 11:22:08 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.07.2013 12:13:53 GMT+02:00
Peter Rieger meint:
Hallo Herr Wastian!

Zur Walküre schreibt ein Brite oder Amerikaner auf amazon.com bezüglich der Aufnahmezechnik: "A short word about the sound: although in monaural sound, all these performances are excellently reproduced, in truly fine and detailed sound."

Zum Rheingold: "The recording is in excellent mono and full bodied--no AM fadeouts here. There is some tape hiss, stage stomping, and audience noise, but nothing out of the usual for a live performance."

Dagegen meint ein Rezensent bei .co.uk zum Siegfried: "An apology for "surface noise due to the original acetates" is included in the booklet but that's not as distracting a problem as the muddy, distant sound with little definition and frequent pre-echo. Carelessness is frequent and apparent, such as the irritating two second gap between tracks 4 and 5 on the last CD, during Brünnhilde's awakening, and the sudden cut-off at the end of CDs. Worst of all, so much of the performance is vitiated by constant hacking from the audience. The entire four and a half minutes of the atmospheric orchestral Prologue to Act II is ruined by it. It must have been a cold January in New York in 1962; it is remarkable that in so fuzzy a recording while the actual music remains remote, we are allowed a faithful representation of a TB ward for terminally ill patients. I can tolerate a reasonable amount of audience noise but this is so prominent a blot on the recording throughout that I lose patience."

Wieder einmal bemerkenswerte Unterschiede. Wegen der Tonqualität allein würde man sich diesen Ring, den ich persönlich nicht kenne, wohl jedenfalls nicht kaufen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.07.2013 10:55:50 GMT+02:00
hartmutw meint:
Danke!

Veröffentlicht am 27.07.2013 15:08:14 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 27.07.2013 15:37:58 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.07.2013 22:56:03 GMT+02:00
T. BERGMANN meint:
Das muss jeder für sich selber herausfinden.

Veröffentlicht am 20.07.2013 11:05:22 GMT+02:00
hartmutw meint:
Liebe Wagnerianer,

mich würde noch interessieren, ob jemand den 62er Zyklus von Leinsdorf an der Met kennt - speziell, ob dieser in Mono oder Stereo ist:

http://wagnerportal.de/cd/opern/goetterdaemmerung-1876/goetterdaemmerung-international/new-york-1962-leinsdorf/

Besten Dank, H. Wastian

Veröffentlicht am 20.07.2013 11:02:51 GMT+02:00
Auch sehr empfehlenswert: Ausschnitte aus Die Meistersinger von Nürnberg (Vorspiel zum 1. Aufzug, Vorspiel zum 3. Aufzug, Tanz der Lehrbuben, Einzug der Meister), Ausschnitte aus Götterdämmerung (Siegfrieds Rheinfahrt, Trauermarsch, Brünnhildes Opfer und Erlösung), Rienzi, Overtüre mit Berit Lindholm/London Symphony Orchestra & Chorus/New Philharmonia Orchestra/Leopold StokowskiStokowski Dir.Wagner

Veröffentlicht am 19.07.2013 20:04:31 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.07.2013 20:38:27 GMT+02:00
Fidelio meint:
Der Klang von -> Rheingold/Karajan (Bayreuth 1951) und -> Siegfried/Karajan (Bayreuth 1951) ist "topfig", vor allem bei den Sängern teils dumpf (bei Krauss oder Keilberth '53 merklich besser); künstlerisch zeugen die Dokumente von einem "charismatischen" Bayreuther Dirigenten und so gewandt hat nicht "jeder" in Bayreuth dirigiert!
Eine Ring-Live-Aufnahme des Großen Festpielhauses in Salzburg 1967-70 mit Herbert von Karajan, den Berliner Philharmonikern, dem Chor der Deutschen Oper Berlin und dem Kammerchor der Salzburger Festspiele
z.B. Die Walküre , 19.03.1967 (Mono)
Siegmund Jon Vickers
Sieglinde Gundula Janowitz
Wotan Thomas Stewart
Brünnhilde Régine Crespin
Hunding Martti Talvela
Fricka Christa Ludwig
Gerhilde Liselotte Rebmann
Ortlinde Carlotta Ordassy
Waltraute Ingrid Steger
Schwertleite Lilo Brockhaus
Helmwige Gerda Scheyrer
Siegrune Barbro Ericson
Grimgerde Cvetka Ahlin
Roßweiße Helga Jenckel
oder:
Götterdämmerung , 21.03.1970 (Stereo)
Brünnhilde Helga Dernesch
Siegfried Helge Brilioth
Hagen Karl Ridderbusch
Alberich Zoltán Kelemen
Gunther Thomas Stewart
Gutrune Gundula Janowitz
Waltraute Christa Ludwig
Woglinde Liselotte Rebmann
Wellgunde Edda Moser
Floßhilde Anna Reynolds
1. Norne Lili Chookasian
2. Norne Christa Ludwig
3. Norne Catarina Ligendza
Bei Hunt, CDKAR 223 12 CDs ADD oder Memories, HR 4107/21 15 CDs.
In den frühen 90er Jahren hatte Johannes Gebhardt diesen Ring in seinem Versandhandel, damals preislich (ca. 170DM) deutlich unter dem DG-Ring. Heute dürfte das umgekehrt sein. Hat jemand einen aktuellen Verkaufs-Link zur Original-Ausgabe des Karajan-Live-Ringes?

PS: discographischer Link http://www.gramophone.co.uk/editorial/the-gramophone-collection-wagners-ring

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.07.2013 10:52:06 GMT+02:00
Orfeo Gentile meint:
Er ist, meiner Meinung nach, wegen der Besetzung kein Atout: Bernd Aldenhoff als Siegfried, Sigurd Björling (der Sohn) als Wanderer – da fehlt doch einiges im Vergleich zur Windgassen-, Hotter-Klasse (trotz Varnay). Das Ganze soll auch, wie mir Freunde berichten, technisch keine Offenbarung sein. Wenn Sie Karajan in höchster Durchhörbarkeit und Modernität wollen, greifen Sie doch lieber zu seinem gleichfalls merkwürdig besetzten, aber musikalisch und technisch phantastischen Salzburger „Ring" mit den Berlinern.

Veröffentlicht am 18.07.2013 22:32:49 GMT+02:00
Hab da mal eine Frage: Wer kennt die Aufnahme von Siegfried mit Herbert von Karajan aus BayreuthSiegfried (Bayreuth 1951)? Bei manchen Angeboten ist der Preis günstig und da würd ich gern zuschlagen. Ist die Aufnahme empfehlenswert? Danke für Hinweise!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.07.2013 11:03:19 GMT+02:00
Ursula Lange meint:
Wie stimme ich Ihnen zu!!!!! Eine Mödl, Varnay etc. waren ein Traum.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.07.2013 10:48:47 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.07.2013 10:51:36 GMT+02:00
C. Brunner meint:
Hallo RPB,
natürlich ist das in keiner Weise vermessen! Es bleibt doch jedem selbst überlassen, in welchem Maße er die jeweilige Dirigenten-Leistung, das Orchester, die Sänger oder die Regie bewertet.
Als bekennender Stimmen-Fetischist muss ich für meinen Teil jedoch gestehen, dass mir gute Sängerleistungen überaus wichtig sind und ich überhaupt kein Problem damit habe, hin und wieder durch historischen Rausch- und Knisterklang hindurch hören zu müssen, um jenen - von mir bevorzugten - Stimmen lauschen zu können.
Interessante und überaus wichtige Deutungen des Rings wie sie Boulez/Chéreau vorgenommen haben sind mir höchst willkommen, allein die Leistungen der Protagonisten Donald McIntyre, Siegfried Jerusalem, Gwyneth Jones und Manfred Jung lassen mich dann doch recht schnell wieder zu Knappertsbusch und Co. zurück kehren - auch wenn deren Deutung (und vorallem die von Kna selbst) mitunter, wie sie schreiben, 'pathetisch-pompös-weihevoll' gewesen sein mag.
Dabei empfinde ich Knappertsbuschs oder auch Furtwänglers Wagner (auf Krauss oder Keilberth treffen diese Attribute wohl kaum zu) gar nicht so pompös, weihevoll und pathetisch, was aber vielleicht daran liegen mag, dass zu deren Zeiten Sänger-Darsteller à la Varnay, Mödl, Hotter und Windgassen agierten, die noch die stimmlichen Mittel für ein Singen mit Pathos hatten, ohne dabei Gefahr zu laufen in die Lächerlichkeit abzugleiten, wie das leider heute manchmal der Fall ist. Denn - um mal ein bayrischen Begriff zu benutzen - wer sich aufmandelt, muss auch eine gewisse Statur mitbringen, sonst wirkt er unfreiwillig komisch.
Die genannten Sänger aber wirkten nie komisch: ihr Pathos war genuin, ihre vokalen Ressourcen außerordentlich und ihre Textverständlichkeit vorbildlich.
Heutigen Sängern, von W.Meier, P.Seiffert und wenigen anderen einmal abgesehen, kann man das leider nicht mehr nachsagen. Da müssen dann Inszenierung, Bühnenbild und Orchesterleistung sowie das Dirigat im Vordergrund stehen um aus dem Ring noch ein bedeutendes Ereigniss - wie gerade im sogenannten Frankfurter Kilian-Ring (der Bühnenbildner!) erlebbar - werden zu lassen.
Nochmal zurück zu 'pathetisch-pompös-weihevoll': finden sie nicht auch, dass diese Begriffe auf den Wiener Thielemann-Ring zutreffen könnten, bei zugleich streckenweise desaströsen Sängerleistungen?
Da kehre ich doch gerne wieder zu Kna und den Seinen zurück...
Herzlich, C. Brunner

Veröffentlicht am 17.07.2013 21:03:02 GMT+02:00
Peter Rieger meint:
Bin kein Wagnerianer, aber hier meine Einschätzung: Die Aufnahme, die eben die bekannte Studio-Produktion aus September und Oktober 1958 ist, ist auch in dieser Edition zeitbezogen klanglich hervorragend mit präsenten Sängern, dennoch nicht unterdrücktem Orchester und einem suggestiven, warmen, natürlichen Stereo-Klang. Da kann man wenig verbessern. Und bei der Anschaffung wenig falsch machen.
Schönen Gruß!
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