Kunden diskutieren > klassik Diskussionsforum

"Charivari".......


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-25 von 752 Diskussionsbeiträgen
Veröffentlicht am 20.10.2014 20:49:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert: Vor 5 Stunden
Jakob Balde meint:
Übrigens eine der schönsten Zusammenstellungen von klassischer (meist russischer) Musik, die ich in letzter Zeit kennenlernen durfte und dabei auch noch eine wunderbare Stimme, die Mezzosopranistin Valentina Levko: Star of the Bolshoi (bei jpc derzeit im Sonderangebot)
Ich entdecke erst jetzt langsam die wirklich wunderschönen Lieder von Tschaikowsky und auch seine weit unterschätzte Klaviermusik.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.10.2014 20:34:53 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
....So richtig gefallen im Sinn einer emotionalen Gefühlsaufwallung hat mir das Orchesterstück „Cold Heat“ offengestanden nicht....

Ich frage mich, ehrlich gesagt, ob die "emotionale Gefühlsaufwallung" überhaupt das ist, was man von einer Haydnschen Sinfonie, einem Schubertlied, einem späten Klavierstück von Brahms, Feldmans Triadic Memories oder Cages Etudes Australes überhaupt erwarten sollte. Für mich steht neben dem emotionalen Eindruck mindestens gleichrangig auch immer etwas was ich als intellektuelles Vergnügen bezeichnen würde. Gefühlsaufwallung heb ich mir für einige besondere Glücksmomente auf, nicht aber für den Alltagsgenuss klassischer Musik. Insofern habe ich vielleicht auch weniger Probleme mit "moderner" Musik. Hören Sie Sich doch vielleicht mal die Violinsonate, das Violinkonzert und das Klavierkonzert von Georg Friedrich Haas auf youtube an, einer der stärkeren modernen Komponisten. Eines muss ja auch klar sein, allein die Moderichtung Klangflächen und schräge Klänge nebeneinander anzuordnen macht noch keine gute Musik. Die Trennung über die man in vielleicht 100 Jahren verfügen wird zwischen einigen Großmeistern und zahlreichen Kleinmeistern in der Art wie man vor 100 Jahren komponierte, wäre für uns vielleicht ganz interessant, darüber verfügen können wir allerdings nicht. Was vor uns steht ist eine große Anzahl von Musikprofessoren, freischaffenden Komponisten, komponierenden Instrumentallehrern etc., die alle mehr oder weniger gleichmäßig mit Medallien und Preisen überhäuft werden und von denen wohl nicht alle wirklich bedeutend oder wenigstens gut sind. Einige sind auch jetzt schon mehr oder weniger vergessen, teils auch zu Unrecht, obwohl sie wirklich Bemerkenswertes geschaffen haben, weil sich eine Aufführungstradition moderner Musik überhaupt noch nicht etabliert hat. Wer führt etwa noch Dieter Acker oder Günter Raphael auf?, die ich für wirklich starke Komponisten halte, wer führt Fritz Brun, Wladimir Vogel oder Friedrich Goldmann, die ich alle für bedeutende und gute Komponisten halte noch auf? Niemand, einzelne CDs werden produziert, aus dem Konzertleben sind diese Namen völlig verschwunden. Oder auch lebende Komponisten, wer kennt Nikolaus Brass, Enno Poppe, Beat Furrer, Mark Andre?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.10.2014 15:02:01 GMT+02:00
Liebe Frau Mart,

bei der „modernen Klassik“ ist eine objektivierbare Ortung jenseits der subjektiven Empfindungen äußerst schwierig. Gelegentlich werden in traditionelle Konzertabende auch moderne Stücke mit eingebunden, um für diese Kunstrichtung zu werben. So richtig gefallen im Sinn einer emotionalen Gefühlsaufwallung hat mir das Orchesterstück „Cold Heat“ offengestanden nicht. Ich gehöre wohl eher den etwas altertümlichen Sichtweisen an. Persönlich würde ich eine CD-Einspielung deshalb nicht kaufen. Wer aber der modernen Kunstrichtung besonders zugeneigt ist, sollte sich anders entscheiden. Die Gründe hängen mutmaßlich damit zusammen, dass der Bruch in den musikalischen Generationen und Gattungen mit Einführung der „Modernen“ radikal verlaufen ist, während jedenfalls aus heutiger Sicht die jeweiligen Übergänge bei Alter Musik (Mittelalter) – Renaissane – Barock - Wiener Klassik – Romantik weniger drastisch erscheinen.

Das Konzert hatte ich mir in der Tat nicht ausgesucht, weil ich mit einem Experten befreundet bin, der aus beruflichen Gründen einen Großteil seines Lebens in Konzertsälen verbringt und mir aufgrund seiner reichhaltigen Fachkenntnisse und Liebe zur Klassischen Musik haushoch in der Beurteilung überlegen ist. Er schätzt auch andere Meinungen, obwohl er auf diese nicht angewiesen ist, und bewegt sich völlig jenseits der Verbissenheit, wie sie gelegentlich im Diskussionsforum bis zu aggressiven Steigerungen und Provokationen Ausdruck findet. Ich bitte aber um Verständnis, dass ich keine näheren Angaben zur Person des Freundes machen kann.
Der Konzertbesuch war schon allein wegen der anderen Programmpunkte (Sibelus und Schumann) und des Solisten Renaud Capucon für mich von großem Erlebniswert. Auch das Orchester war absolute Sahne. Angesichts der heutigen Leistungen der Interpreten wundere ich mich etwas über das ewige Herumbrahmsen bei alten Aufnahmen.

David Garrett, den ich vor längerer Zeit mehrere Male live im Konzert erlebte, verfügt über eine perfekte Spieltechnik. Ich weiß, dass er über eine große Wertschätzung vor allem beim jüngeren Publikum und nicht zuletzt bei der Damenwelt verfügt. In einem Interview sagte er einmal über einen anderen Kollegen, dass dieser es verstünde, „sein Ding“ zu machen. Die Werbung für die Klassik ist jedenfalls ein erheblicher Pluspunkt. Ich hatte ihn nur als Gegenpol zu Renaud Capucon zwecks Verdeutlichung des Unterschieds erwähnt. Soeben habe ich im Internet eine Kritik der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit der Überschrift: „Perfekte Show – dürftige Substanz in Halle“ gefunden. Meine weiblichen und männlichen Geigenlieblinge sind gleichwohl kosmisch.

Nebenbei möchte ich noch erwähnen, dass ich am Sonntag, dem 12.10.2014 in einem Konzert im Wiesbadener Kurhaus was, das um 17.00 Uhr begonnen hatte. Als ich später den „Tatort“ (ARD) anschaute, erlebte ich die gleiche (äußere) Kulisse des Kurhauses in diesem Krimi. Im Kurhausareal befindet sich auch die Spielbank, in der einst Dostojewski sein Geldvermögen („Der Spieler“) verspielte (die Originaltrommel ist als Museumsstück vorhanden). Leider kamen die Sehenswürdigkeiten meiner Heimatstadt in dem Krimi etwas zu kurz.

Alles Gute und eine schöne Zeit

Herzliche Grüße
W.K.

Veröffentlicht am 20.10.2014 12:38:22 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert: Vor 13 Stunden
Isolina Mart meint:
Lieber Herr Kaiser,

.......es freut mich,dass Sie einen so interessanten Konzertabend erlebt haben.
Das Orchesterstück "Cold Heat" von Anders Hillborg beschrieben Sie so anschaulich,-u.a. von der "brennenden Hitze der Streicherstimmen" sowie "der mechanischen Kälte der Bläserstimmen",-richtig vorstellbar.
Aber gefiel Ihnen das Werk auch,-würden sie es sich auf CD kaufen um es nochmals oder mehrmals anzuhören? Das haben Sie uns nicht gesagt. Sie sprechen nur von einem "Zugang,der dementsprechend schwierig ist". Und wenn SIE das schon sagen....!

Darf ich fragen?,-haben Sie sich das Konzert selbst ausgesucht oder wurden Sie "mitgeschleppt"?

Was David Garret angeht,den ich nur aus dem Fernsehen kenne,ist er,-ganz egal wie man zu ihm steht-,immerhin ein Geiger,der junge Leute begeistert durch seine "Klassik Shows". Möglicherweise das Klassik Publikum von übermorgen?!

Herzliche Grüsse
I.M.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2014 19:23:12 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.10.2014 19:30:28 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
Ich mag den Herrn Hamelin insgesamt nicht so gern, wie Busonis Kammersonate über Carmen wirklich klingen kann, können Sie auf youtube in einer Einspielung von John Ogdon hören, da hat man den Eindruck, dass es um Leben und Tod geht, das ist da eine dramatische Angelegenheit. Bei der Einspielung durch den Herrn Hamelin habe ich den Eindruck, dass die Virtuosität eher Selbstzweck ist. Er gibt sich damit zufrieden allen Leuten zu zeigen, dass er gut Klavier spielen kann - und das kann er. Irgendwie kommt er mir gegenüber dem Notentext eigenartig feige vor.

Übrigens auf youtube auch interessant: John Ogdon - Live Recital - Great Hall Moscow; nur das Datum dürfte falsch sein, 1976 war während eine längeren Krankheit Ogdons. Richtig könnte das Jahr 1966 sein.

Veröffentlicht am 18.10.2014 17:20:49 GMT+02:00
Brasier meint:
mich und meine Stimmung
kriegt jeder mit einem vernünftigen Brahms rum...
und da kann Kempe nicht fehlen

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.10.2014 12:49:24 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.10.2014 12:50:11 GMT+02:00
haydnfan meint:
Hallo Herr Balde,Ihre Meinung zu Kempes Brahms teile ich sehr!!!!,wobei, ich kein Kempe Forum eröffnen will,aber hörte mir gestern die 2. Brahms mit ihm an,er läßt keinesfalls die Zügel schleifen,im Gegenteil,es werden wie unter einem Mikroskop Details hörbar,die andere Pultstars übersehen und immer wieder der Bezug der einzelnen Bläsergruppen zum ganzen Orchester-,Kempe von 1974 und 75 hat wirklich nichts gemein mit dem Stürmer und den Berlinern von circa 1957,-wenn man eben Klemperer oder als Kontrast auch Szell bei Brahms bevorzugt,hat man seine Gewöhnungsschwierigkeiten mit dem Brahms unter Kempe,hier "packt niemand den Stier bei den Hörnern" a la Klemperer hier findet melancholische Kammermusik ihre Darstellung,obwohl die Münchner im schweren Blech manchmal wie bei Wotans Abschied klingen,-nebenbei meine Cousine antwortete mit vor dreißig Jahren(ich 23,sie 33)als ich sagte ich höre, entdecke gerade Brahms:" Ach,Brahms, der klingt ja immer so traurig !",vielleicht hatte sie an Kempes "Abschiedsbrahms" gedacht?

Veröffentlicht am 18.10.2014 11:47:23 GMT+02:00
CD-Tipp: Marc-André Hamelin spielt Busoni: Die Späten Klavierwerke - ECHO Preisträger 2014

Auch sehr hörenswert: Ferruccio Busoni: Klavierkonzert Op. 39 mit Marc-André Hamelin/City of Birmingham Symphony Chorus/City of Birmingham Symphony Orchestra/Mark Elder

Veröffentlicht am 17.10.2014 17:04:06 GMT+02:00
CD-Tipp: http://diepresse.com/home/kultur/klassik/klassikneuheit/3892703/Klassik_Janos-Starker?_vl_backlink=/home/kultur/klassik/index.do

Veröffentlicht am 17.10.2014 09:19:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.10.2014 09:20:36 GMT+02:00
CD-Tipp: Kammermusik: Badura-Skoda & Friends mit Paul Badura-Skoda, David Oistrakh, Antonio Janigro, Boris Pergamenschikow, Wolfgang Schneiderhan, Jean Fournier & Küchl Quartett (Rainer Küchl, Eckhard Seifert, Peter Götzel, Franz Bartolomey)

Inhalt: Sonate für Violine & Klavier D-Dur, KV 306 (W. A. Mozart), Klaviertrio Es-Dur, D 929 (F. Schubert), Klaviertrio H-Dur, op. 8 (J. Brahms), Klaviertrio e-Moll, op. 90 "Dumky" (A. Dvořák), Klavierquintett f-Moll, op. 34 (J. Brahms), "Rosen aus dem Süden", op. 388 (J. Strauß/arr. A. Schönberg)

Bonus: Prof. Otto Schulhof spielt und erklärt das Klaviertrio e-Moll, op. 90 "Dumky" (A. Dvořák)

Veröffentlicht am 16.10.2014 18:09:36 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 16.10.2014 18:09:44 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 16.10.2014 14:42:54 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 16.10.2014 14:44:22 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.10.2014 13:19:45 GMT+02:00
haydnfan meint:
Hallo,Herr Gumpert danke für den Hinweis,aber ich bleibe beim Dorati und der Philharmonia Hungarica,hier stimmt der Drive , Witz und das Tempo,bei Fischer swingt für mich nichts,da hetzt etwas wie abgestochen durch die Flure des Rokokoschloßes ,beispielsweise Schloß Benrath.Geschmäcker sind verschieden!

Veröffentlicht am 16.10.2014 11:25:43 GMT+02:00
Meine Neuerwerbung: Klavierkonzerte 6, 15 & 27

Beim Grazer Festival Styriarte startete Pierre-Laurent Aimard im Jahre 2005 gemeinsam mit dem Chamber Orchestra of Europe einen Zyklus mit Klavierkonzerten Mozarts. Der CD-Mitschnitt dieses ersten Konzertes 2005 erntete weltweit Jubelkritiken, "Die Zeit" urteilte sogar: "Dies ist eine der schönsten Mozart-Aufnahmen aller Zeiten." Stimmt, höre ich immer wieder gerne (vor allem KV 450). ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.10.2014 21:12:14 GMT+02:00
Lieber haydnfan,
wenn Sie so begeistert vom 1.Satz der Haydn 30 mit Dorati schreiben, dann hören Sie diesen Satz mal mit Adam Fischer und seinem Haydn-Orchester. Da geht vielleicht die (swingende) Post ab!
Beste Grüße!

Veröffentlicht am 15.10.2014 20:12:46 GMT+02:00
Guten Abend, haydnfan!

Vielen Dank für Ihre Antwort, es freut mich, dass wir zu Kempes Beethovens auf einer Wellenlänge sind. Bei Brahms sind es bis heute die alten Klemperer-Ausgaben, die mir am meisten zusagen. Wenn ich es mal etwas weniger streng, weich und fließend wie Sie sagen, haben will dann lege ich mir den Barbirolli auf, auch einer von meinen bevorzugten Stabschwingern. Der Kempe lässt mir bei Acanta die Zügel gar zu locker. Ich kann Ihnen nur, wenn Sie sie nicht haben, noch einmal die 4. mit dem RPO ans Herz legen, da ist Kempe sowas von toll, ganz große Klasse.

Zu Kempes Bruckner kann ich leider keinen Kommentar geben, der Bruckner ist bis heute noch so mein Ding, um es mal locker zu sagen. Vor langer Zeit hat mir mein Mann mal zu Weihnachten die 7. geschenkt, in einer toll illustrierten Kassette, auf 1 1/2 Plattenseiten (die 4. Seite war unbespielt, das gab es damals bei der EMI). Leider waren damals meine drei Sprößlinge so stressig, dass ich kaum zum Hören größerer Werke kam, zudem hatte ich noch eine Halbtagsstelle. Viel später habe ich mir dann die Kölner Wand-Box zugelegt, auf Cd, um mitreden zu können, aber das kann ich bis heute nicht. Mir fehlt zu den sperrigen Werken wohl der rechte Zugang. Aber was nicht ist kann ja immer noch werden!

Aus der Dorati-Haydnkassette habe ich nur eine kleine Auswahl, die 90. ist nicht dabei. Die habe ich auf einer CD mit Rattle und seinen Birminghamer Sinfonikern, obwohl ich eigentlich so gar kein "Rattlerist" bin. Da ist noch die 60. und die 70. mit drauf, habe sie aber lange nicht gehört, weiß auch gar nicht, wie sie in meine Sammlung geraten ist.

Noch ein Satz zu Stoki: der war für mich zuviel Showman, sodass ich nur ein paar Showpieces, wie die 2. Ungar.Rhapsodie, von ihm habe. Nachdem ich mal eine seiner eigenen Bearbeitungen von Bach-Orgelwerken für großes Orchester gehört hatte, habe ich einen Bogen um seine Aufnahmen gemacht, ich fand das ganz einfach schauderhaft. Eigentlich kein Grund ihn total zu meiden, aber bei mir konnte er seitdem keinen Blumentopf mehr gewinnen. Wenn allerdings sogar der große Klemperer Respekt vor ihm hatte und Konkurrenz witterte, muss ja doch was dran gewesen sein an seinem Ruhm. Da hab ich wohl was verpasst.

Gruß und schönen Abend, B.Sch.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.10.2014 23:07:49 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.10.2014 19:53:04 GMT+02:00
haydnfan meint:
Hallo,Frau Schuster,bei Kempes Beethoven sprechen Sie mir aus der Seele!,sein Münchner Brahms ist für mich persönlich aber der Kontrast zu Klemperer oder meinem Liebling Herbig,diese dirigieren ihn formstreng,stürmisch,während er bei Kempe weicher,Bläser betont vorwärts "fließt",-was halten Sie von der 4. und 5. Bruckner mit den Münchnern?,auch bei acanta erstmalig auf CD gepreßt.Eine meiner Neuerwerbungen ,weiterhin Dorati-Haydn Zyklus(Ausgabe 1991),die 90.Haydn ist unter Dorati ein Meisterwerk,wie geschrieben und 4.Brahms mit Stokowski aus der Albert Hall,live mit New Philharmonia für 50 cent plus Versand,-Klemperer hielt übrigens von Stoki bei Beethoven und Brahms sehr viel !Er witterte geradezu Konkurrenz.Ps.:Möchte ab und zu auf eine frühe Haydn Sinfonie hinweisen,die unter Dorati jede Schwermut vertreibt,hier die Sinfonie Nr.30,ein kleines Sahnestückchen des Spätrokoko,welches im ersten Satz zum Swingen einlädt,es gibt auf youtube eine 30. mit unbekanntem Orchester live,wen man das hört,ahnt man die Meisterschaft der Philharmonia Hungarica und Doratis.Ihr haydnfan!

Veröffentlicht am 14.10.2014 00:08:40 GMT+02:00
Guten Abend Herr Balde!

Respekt für die Meinung anderer ist die Grundvoraussetzung jeder Diskussion, wenn sie nicht zum unfruchtbaren Streit werden soll. Auch ich habe alle Achtung vor Ihrer Meinung, teilen kann ich sie aber nicht.
Gleich zu Beginn meines ersten Beitrags habe ich mich als Kempe-Verehrer geoutet, was aber nicht heißen soll, dass ich nun alle seine Aufnahmen gleichermaßen schätze. Jeder Künstler hat gute und schlechte Tage, wie alle übrigen Menschen auch, und Kempe war in seinen letzten Lebensjahren sehr von seiner Krankheit gezeichnet, wie seine Biografen einstimmig bezeugen.
In meinem vorigen Beitrag habe ich ein paar IMO herausragende Aufnahmen genannt, und möchte noch die Strauss-Kassette sowie die Berliner Aufnahme von Mozarts Requiem mit glänzenden Solisten hinzufügen. Auch die deutsche Version der Verkauften Braut ist einfach großartig, und sicher gibt es noch etliche mehr, die zu nennen wären. Zugebenermaßen weist meine Kempesammlung empfindliche Lücken auf.
Aber die späten Brahms- und vor allem Beethoven-Sinfonien zu loben fällt mir außerordentlich schwer. Im Gegenteil, ich gehe soweit zu sagen, dass er sie besser nicht gemacht hätte. Die Münchener Aufnahmen bieten einen Allerwelts-Beethoven, da muss man erst gar nicht Szells, Klemperers oder Wands Aufnahmen zum Vergleich nehmen, selbst ein Blomstedt, Masur oder Jochum hat da erheblich mehr zu bieten. Alles klingt bei Kempe eingeebnet, spannungslos, schlicht gesagt langweilig. Von Beethovens Feuergeist und Kühnheit ist jedenfalls in den Münchener Aufnahmen nichts zu spüren, leider! Ich kann mich noch gut an meine Enttäuschung erinnern, als ich die ersten Platten des Zyklus abhörte. Nicht umsonst hat die EMI die Kassette schon sehr bald vom Markt genommen, und erst viel später auf CD einzeln im Billigsektor verramscht. Ein Verkaufsschlager sind sie trotzdem nicht geworden, trotz der damals als revolutionär angepriesenen Quadrotechnik.
Zugegeben, der Acanta-Brahms ist um eine Klasse besser, hält aber keinen Vergleich mit dem frühen Berliner EMI-Aufnahmen und erst recht nicht mit der singulären Vierten mit dem RPO aus.
Kempe mit Oleg Kagan und erst recht mit Dinu Lipatti zu vergleichen, scheint mir ein wenig abenteuerlich. Zu Kagan fällt mir nicht viel ein, außer dass er als Kammermusiker bevorzugter Begleiter von Svjatoslav Richter war, aber was verstehen Sie unter dem späten Lipatti? Dieser starb 1950, gerade 33 Jahre alt, und alle mir bekannten Aufnahmen - man kann sie fast an einer Hand aufzählen - stammen aus den Jahren 1947 bis 1950. Kempes Tod kam zwar viel zu früh, er wurde aber immerhin 65 Jahre alt, und seine Aufnahmetätigkeit erstreckte sich immerhin über rund ein Vierteljahrhundert, mit einer ansehnlichen, kaum überschaubaren Diskographie.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.10.2014 21:20:14 GMT+02:00
Jakob Balde meint:
Ich halte, bei allem Respekt vor Ihrer Meinung, die Ansicht für falsch, dass die späten Aufnahmen Kempes schwächer sind, da er von Krankheit gezeichnet einfach nicht mehr auf der Höhe war. Nach meinem Dafürhalten sind seine späten Aufnahmen vorzüglich (auch wenn ich mit dieser Meinung vielleicht alleine dastehe), etwas von Altersmilde geprägt. Er wußte wohl, dass er nichts mehr beweisen muss, dass er nun ganz er selbst sein konnte. Wie der späte Lipatti oder der späte Oleg Kagan.

Veröffentlicht am 13.10.2014 20:17:37 GMT+02:00
Guten Abend Herr/Frau(?) haydnfan.

Bin neu in diesem Forum, lese erst seit einigen Wochen die Beiträge, die ich recht interessant finde, doch bis jetzt hat mich das etwas raue Klima zwischen den Teilnehmern etwas abgeschreckt. Aber zu Kempe, der einer meiner Lieblingsdirigenten ist, möchte ich doch etwas sagen. Die späten Brahms-Sinfonien bei acanta sind leider nach meinem Dafürhalten ein wenig harmlos,
z.T. unkonzentriert, da macht sich wohl schon die unheilbare Krankheit bemerkbar, der er 1976 schließlich erlag, erst 65 Jahre alt. Ein unersetzlicher Verlust für die deutsche und internationale Musikszene.
Wenn Sie Kempes Brahms in
Reinkultur hören möchten, empfehle ich Ihnen dringend die alten Electrola-Aufnahmen aus den späten 50ern, mit den Berliner Philharmonikern, sie sind vom Label Testament neu herausgebracht worden. Leider sind die Sinfonien 2 und 4 nur in Mono, trotzdem ziehe ich sie der jüngeren Acanta-Ausgabe vor. Und dann gibt es da noch einen Geheimtip: die Sinfonie Nr. 4 wurde 1960 von Kempe nochmals bei EMI eingespielt, diesmal in Stereo mit dem Royal Philharmonic Orchestra London,
dessen Leitung er kurz zuvor von Beecham übernommen hatte. Für mich ist diese Aufnahme das absolute Non-Plus-Ultra, sogar der berühmten Version Carlos Kleibers überlegen. An klanglicher Pracht und melodischem Charme ist sie unschlagbar! Leider fiel der Plan, auch die Nr. 2 mit dem RPO stereophon aufzunehmen, einer unverständlichen Sparpolitik der EMI zum Opfer. Doch diese Vierte ist gleichfalls wieder erhältlich, auch bei Testament, gekoppelt mit Auszügen aus dem Mendelssohnschen Sommernachtstraum. Auch diese Auszüge sind hervorragend und klingen trotz des Alters erstaunlich gut. Im Jahr 1962 beendete die EMI die vertragliche Bindung mit Kempe, ebenfalls aus finanziellen Gründen. Man setzte, sicher nicht ganz zu Unrecht, auf die damals so verkaufsträchtigen Klemperer-Ausgaben. Einseitig war das trotzdem, denn auch Markevitch, Kubelik, Matacic, Kletzki u.a. wurden von EMI vor die Tür gesetzt. Welch kurzsichtige Entscheidung! Hatte doch Rudolf Kempe gerade einen Lohengrin eingespielt, der noch heute für viele Musikliebhaber als maßstabsetzend gilt.
Doch zurück zu Brahms: Kempes Einspielung des Dt.Requiems von 1955, 1955 in Berlin entstanden, ist ebenfalls noch heute für viele die Nr. 1, woran natürlich auch die Solisten E.Grümmer und Fischer-Dieskau ihren Anteil haben. Karajan hat es jedenfalls nicht geschafft, diese Aufnahme jemals zu toppen, trotz diverser, sehr unterschiedlich gelungener Versuche.
Leider ist es um Kempes musikalischen Nachlass nicht gut bestellt, viele seiner besten Aufnahmen sind vom Markt verschwunden und nur noch antiquarisch erhältlich. Dazu zähle ich auch seine frühe EMI-Aufnahme des Violinkonzertes von Brahms mit Menuhin und den Berliner Philh., eine schöne Rheinische von Schumann sowie die Hornkonzerte von Mozart mit Alan Civil und dem RPO, aber auch die 1959er Eroica mit den Berliner Philharmonikern, während die GA der Beethoven-Sinfonien mit den Münchner Philharmonikern aus den frühen 70er blass und ein wenig unpersönlich wirken. Da sind die gleiche Schwächen wie bei den Acanta-Aufnahmen der Brahms-Werke zu bemerken, nur noch gravierender. Zu diesem Zeitpunkt war Kempe wieder bei der EMI gelandet, und es handelte sich seinerzeit um die erste Quadro-Einspielung der Beethoven-Sinfonien, aber das Unternehmen stand unter einem schlechten Stern, weil der Dirigent zu dem Zeitpunkt infolge seinerKrankheit nicht mehr auf der gewohnten Höhe war. Wer Kempe at his best hören will, der sollte zu seinen frühen Aufnahmen greifen.

Veröffentlicht am 12.10.2014 21:44:05 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.10.2014 22:08:46 GMT+02:00
Anita Cerquetti (1931 - 2014) ist gestern verstorben. Ihre Opernkarriere begann 1951 in Spoleto bereits als Aida. Nach nur neun Spielzeiten zog sich die erst 29-jährige Sängerin von der Bühne zurück. Bekannt wurde sie, als sie 1958 für die erkrankte Maria Callas als Norma an der Oper von Rom einsprang. Cerquetti wird aber auch wie Callas in Ehren gehalten (nicht zuletzt die zahlreichen Liveaufnahmen, die von Anita Cerquetti von Anfang an auf dem Schwarzmarkt kursierten), obwohl sie nur zwei kommerzielle Platten machte: eine italienische Arienauswahl und eine Gesamtaufnahme von Ponchiellis "La Gioconda (Ga)".

http://www.youtube.com/watch?v=m4QZ0Vz-YHU ["Casta Diva" aus "Norma" (Vincenzo Bellini)]
http://www.youtube.com/watch?v=UUMuKAyt77o ["Ecco il velen di Laura" aus "La Gioconda" (Amilcare Ponchielli)]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.10.2014 17:14:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.10.2014 07:33:35 GMT+02:00
Isolina Mart meint:
Guten Abend allerseits,

.......liebe Frau Lange,-es hat mich sehr gefreut,dass Sie sich wieder im Forum beteiligt haben. Eigentlich sind die Herren hier nicht "latent aggressiv" wie Sie geschrieben hatten,sondern meistens ganz nett. Mit Ausnahmen natürlich......!

Was die neue Callas CD Box angeht,brachte es gemi auf den Punkt,-darum werde ich mir die Ausgabe ersparen. Möglicherweise kommt in sieben Jahren wieder eine noch bessere extrem bearbeitete Gesamtausgabe auf den Markt. Mit der Callas wird,-oder wollen sie es zumindest-, immer noch Geld verdient.

Haben Sie inzwischen wieder ein Kaufmann Konzert oder Opernaufführung besucht? Wie gefällt Ihnen seine neue CD "Du bist die Welt für mich". Bis jetzt besitze ich sie noch nicht,ansonsten aber fast alles was auf dem Markt ist.
Einen schönen und guten Abend
Viele Grüsse
I.M.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.10.2014 12:41:00 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 13.10.2014 17:27:42 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.10.2014 01:50:22 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.10.2014 02:34:40 GMT+02:00
haydnfan meint:
Hi,nur mal aus dem Bauch wieder ein paar Gedanken,wer soll eigentlich heute klass.Musik kaufen?Unsereins kennt seinen Dorati ,Kempe und Ackermann etc.,aber wer führt einen 16 jährigen jungen Menschen an solche "Denkmäler" heran?,das heutige Radio,was nur noch Schnipsel bringt?-Dann soll man die allerneueste Bearbeitung des Emi-Katalogs kaufen,warum eigentlich?,gewiß ich bin bei der Sinfonischen Musik ein beratungsresistenter Kunde: ich kaufe nur die Erstausgabe auf CD(gebraucht),spätere Ausgaben zogen nur Kopien von Mutter-CD,denn die Originalbänder sind über die Zeit abgenutzt,es geht ja schließlich um den Inhalt,davon lebt forgottenrecords,hier neueste Neuerwerbungen :Otto Ackermann mit dem Hesselbach RSO aus Frankfurt mit Schumann 4.,die wahrscheinlich 1959 auch im Hessischen Rundfunk erklang und den Hörer neugierig auf Schumann machte,kein Szell aber Schumann in der Kapellmeistertradition eines Abendroth,hörenswert!!!!Meine zweite Neuerwerbung läßt mich bis jetzt etwas gelangweilt zurück:9.Beethoven mit Kempe und Münchner Philh.,nur gutes Mittelfeld, Kempe tastet sich förmlich von Takt zu Takt,aber trotzdem !!!!!, Kempe bleibt einer meiner Lieblinge,vorallem mit Brahms,erwarb endlich Brahms 1.-4. Label Acanta von 1992, kaufte mir auch gebraucht Buch über ihn (List-Verlag),sehenswert auch Strauss Heldenleben aus London auf youtube,daher,brauche kein 100 bit,ich brauche Musik,wie hier den eleganten Dompteur Kempe oder den Dorati mit seinem Orchester und Haydn, zB..Sinfonien Nr.22 oder Nr.17,da war 1991 das Mastering schon so herrlich,was soll ich da mit bits,bitte?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.10.2014 23:59:44 GMT+02:00
Ursula Lange meint:
Herzlichen Dank, ja auch hier war er ein "Bezahlsender" und ich habe gerne dafür einige EURO gezahlt. Lieb, dass Sie mir so prompt geantwortet haben.
Grüsse
Ulla
‹ Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 31 Weiter ›
[Kommentar hinzufügen]
Schreiben Sie einen Beitrag zu dieser Diskussion
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Eingabe des Log-ins
 


Kürzliche Einträge in klassik Diskussionsforum (569 Diskussionen)

 

Zur Diskussion

Teilnehmer:  25
Beiträge insgesamt:  752
Erster Beitrag:  27.06.2012
Jüngster Beitrag:  Vor 5 Stunden

Neu! Bei neuen Einträgen eine E-Mail erhalten.
Von 4 Kunden verfolgt

Kundendiskussionen durchsuchen