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Wolfgang Sawallisch


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1-25 von 60 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.02.2013 10:19:37 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.02.2013 11:13:17 GMT+01:00
Liebe Musik-Freunde,
dieses Thema soll ablenken von "Wunsch-Größen" und erinnern an einen wirklich Großen, einen bescheidenen deutschen Dirigenten, dessen Verehrung ich sicherlich mit vielen Musik-Freunden teile: Wolfgang Sawallisch.
Ich nenne nur seine epochale Leipziger Einspielung von Mendelssohns "Elias", die m.E. bis heute unerreicht ist.
Doch: Wo andere Dirigenten in den 80ern (Harnoncourt, Gielen, Haitink, Boulez, Masur u.a.m.) noch munter auf den Konzertpodien stehen, hat sich der nun bald 90-jährige Sawallisch doch schon vor vielen Jahren zurückgezogen.
Weiß da jemand die Hinter- und Beweggründe und wie es Sawallisch jetzt geht?
Kennt noch jemand Aufnahmen von ihm, an denen man nicht vorbeigehen sollte?

Veröffentlicht am 19.02.2013 11:18:14 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.02.2013 11:18:33 GMT+01:00
Ich habe mich auch schon gefragt, was Wolfgang Sawallisch eigentlich macht. Ich muss gestehen, dass er kaum in meiner Sammlung vertreten ist. Aber eine Aufnahme sei hier ausdrücklich empfohlen: Mendelssohns 2. Sinfonie (Lobgesang) mit den Berliner Philharmonikern (EMI).

Veröffentlicht am 19.02.2013 16:43:15 GMT+01:00
IP meint:
Einige sehr persönliche Empfehlungen: als Dirigent: Die Meistersinger; als Pianist und Dirigent: Brahms Doppelkonzert und Horntrio; als Pianist: Strauss Lieder mit Margaret Price; als Dirigent und Sänger: Strauss Capriccio (alle bei EMI).

Veröffentlicht am 19.02.2013 17:59:23 GMT+01:00
Ich fand seine Zauberflöte mit dem SO des Bayerischen Rundfunks bemerkenswert - mit herausragenden Solisten, unter denen ich Walter Berry als Papageno und Kurt Moll als Sarastro hervorheben möchte.

Veröffentlicht am 22.02.2013 20:24:00 GMT+01:00
Jakob Balde meint:
Immer noch erste Sahne sind seine Schumannsinfonien, einstens auf EMI erschienen und wohl immer noch erhältlich.

Veröffentlicht am 22.02.2013 21:26:16 GMT+01:00
Ehrlich gestanden, nichts gegen den Musiker Sawallisch, aber viel hat die Zeit nicht überdauert, obgleich er noch unter den Lebenden weilt:
Schumanns Sinfonien mit der Dresdner Staatskapelle (EMI), seine Schubert-Aufnahmen mit den gleichen Orchester (Philips), die Mozart-Konzerte Nr. 21 und 22 mit Annie Fischer, und Weber-Ouvertüren mit dem Philharmonia Orchestra (EMI).
Die von Christian Busch erwähnte "Zauberflöte" ist gediegen dirigiert, glänzt aber wohl mehr durch einige Solisten (Prey, Moser, Berry, Moll) als durch den Dirigenten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.02.2013 21:31:57 GMT+01:00
Jakob Balde meint:
Lieber Herr Friedgen,
er war einer der besten Musiker, die ich jemals erlebte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.02.2013 22:36:05 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 22.02.2013 22:36:12 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.02.2013 08:32:12 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.02.2013 19:54:24 GMT+01:00
Lieber Herr Balde,
das unterliegt gar keinem Zweifel. Leider hatten seine Aufnahmen in der Überfülle des Angebots wenig Chancen, zumal er in den 70er und 80er Jahren gegen solche Schallplatten-Giganten wie Karajan und Bernstein anzukämpfen hatte. Da konnte er sich nur in Nischen etablieren, doch seine Schumann-Sinfonien ragen heraus und übertreffen die seiner vorgenannten, ungleich berühmteren Kollegen.
Nach Karajans und Bernsteins Tod kam auch das langsame Dahinsiechen des Tonträgermarktes, so dass Sawallisch nicht mehr die Plattform geboten bekam, die ihm gebührte. Leider ...

Veröffentlicht am 24.02.2013 08:58:37 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2013 11:04:04 GMT+01:00
Fidelio meint:
Man hätte den Ring aus der Bayerischen Staatsoper in der Inszenierung Lehnhoffs und dem Bühnenbild von Erich Wonder von 1987 nur auf DVD wiederveröffentlichen sollen, d.h. schon vor Jahren. Stattdessen hat die EMI ihn nur auf CD herausgebracht, obwohl Kollo als nicht gut disponiert galt, man Behrens an der MET anhören kann. Aufgrund der Sänger (live) nur durchschnittliche Kritiken. Sawallischs Dirigat galt als "durchsichtig". In den frühen 90er Jahren sah ich diesen Ring ziemlich teuer (ca. 300DM) auf VHS (EMI) bei Saturn in Köln. Eine unverständliche Entscheidung, wenn man sich die imposanten Bühnenbilder von Wonder ansieht (die Teile waren teils so groß, dass sie während der Vorstellungen von auswärts transportiert wurden). Sawallisch plädierte für konzertante Aufführungen, das Publikum war nicht begeistert von Lehnhoff. Vielleicht deshalb die Entscheidung für Audio-CD.
Im Großen und Ganzen hat Herr Friedgen aus der Sicht eines CD-Sammlers recht. Besonders gute Aufnahmen wären weitere Nischenwerke: Wagners frühe Opern (Das Liebesverbot, Die Feen), Orff (Die Kluge und Der Mond).
Empfehlenswert: sehr kraftvoll-überzeugende Bruckner-Sinfonien (bei Orfeo kenne ich Nr. 1 und 6) und grundsätzlich die vorzüglichen Liedbegleitungen am Klavier.
Daneben stehen bei mir z.B. ein zu zurückhaltender Tristan 1957 (danach soll er es "besser" gemacht haben), recht "massig" wirkende ältere Aufn. mit Wagner: Ouvertüren, ein hörbarer Schwanensee aus Philadelphia (als Konkurrenz LSO/MTT viel effektvoller), die Brahms-Symphonien mit dem LPO (EMI): Nr. 1/Schicksalslied ist o.k. - aber insgesamt keine Empfehlung für diese klanglich etwas matte und wenig leidenschaftliche GA.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2013 09:54:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2013 10:22:19 GMT+01:00
Fidelio meint:
Welcher Art war denn Ihr Kontakt: als Student (Kontakt noch anhaltend?), privat, im Auditorium?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2013 10:05:49 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 24.02.2013 10:20:17 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2013 10:08:56 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2013 10:09:10 GMT+01:00
Fidelio meint:
Ja, Capriccio (Strauß) - ein Schallplattenklassiker (habe ich nicht erneut erwähnt s. IP 19.02.13).

Veröffentlicht am 24.02.2013 10:39:50 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 29.03.2013 23:57:07 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2013 10:47:23 GMT+01:00
Wenn das so stimmt, lieber Brasier, dann steht Sawallisch bei mir nur noch höher im Kurs!
Schönen Sonntag noch!

Veröffentlicht am 24.02.2013 11:30:53 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 29.03.2013 23:57:31 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2013 11:56:30 GMT+01:00
Jakob Balde meint:
Vorgestern ist Wolfgang Sawallisch im Alter von 89 Jahren gestorben.
R.I.P.

Veröffentlicht am 24.02.2013 13:52:00 GMT+01:00
Peter Schnur meint:
Ich dachte zunächst, dieser Beitrag sei auf Grund seines Todes erst eröffnet worden. Scheinbar ein Zufall(?), dass Sie sich kurz vor seinem Tod gefragt haben, was er so macht.

Mein persönliches Highlight: Seine Meistersinger-Studio-Aufnahme aus den 90ern (EMI).
Die wird zwar selten als Referenz genannt, für ich ist es aber die beste Einspielung meiner Lieblings-Oper.

R.I.P. Wolfgang Sawallisch

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2013 14:57:59 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2013 18:04:49 GMT+01:00
Ich habe dieses Thema eröffnet.
R.I.P. Wolfgang Sawallisch.
Als ob ich eine Ahnung gehabt hätte...

Veröffentlicht am 24.02.2013 15:00:31 GMT+01:00
gemi-b meint:
als nachruf -

wolfgang sawallisch ist vergangenen freitag in seinem haus am chiemsee 89-jährig verstorben.
er war vor allem über 22jahre in münchen der musikalisch profunde (genral)musikdirektor, dirigent und pianist.
ich habe ihn live, auch in berlin z.b. mit frank peter zimmermann, erlebt und habe sein versiert-verhaltenes dirigat,
ohne gestische mätzchen (wie haitink), sein kapellmeister-handwerk sehr geschätzt.
aus seinem umfangreichen aufnahmenkatalog schätze ich u.a. nach wie vor seinen stimmigen beethoven-zyklus,
die imposant-sinfonische brahms konzert einspielung mit bishop und als rarität aus seiner philadelphia-zeit:
stokovskis orchestertranscriptionen: debussys >cathedrale engloutie< als orchestrales klangwunder.

Veröffentlicht am 24.02.2013 15:16:49 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 24.02.2013 18:53:36 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 25.02.2013 10:59:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.02.2013 11:00:40 GMT+01:00
Trotz des unglücklichen Zusammentreffens mit seinem Ableben glaube ich doch, dass es im Sinn von Wolfgang Sawallisch liegt, wenn ich noch auf seine großartige Einspielung des Requiems von Dvorak hinweise. In seinen dramatischen und kontemplativen Wirkungen steht es gewiss hinter dem Requiem von Verdi nicht zurück. Alle Mitwirkenden: Gabriela Benackova-Capova (Sopran), Brigitte Fassbaender (mezzosopran/alt), Thomas Moser (Tenor) und Jan-Hendrik Rootering (Bass) wie auch Chor und Orchester Tschechischen Philharmonie leisten Vorbildliches. Die digitale Aufnahme ist im Jahr 1984 entstanden. Nach meiner Überzeugung hat sich Wolfgang Sawallisch damit ein Denkmal gesetzt.

Wolfgang Sawallisch war vor mehr als einem halben Jahrhundert in meiner Heimatstadt Wiesbaden für einige Jahre Generalmusikdirektor. Vielen Musikfreunden aus damaliger Zeit ist er in dankbarer Erinnerung geblieben. Er hat insofern bleibende Spuren hinterlassen, als auf sein Verlangen das Wiesbadener Symphonie-Orchester und das Hessische Staatsorchester miteinander fusionierten und hierdurch ein tragfähiges Orchester bis heute entstanden ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.02.2013 11:38:51 GMT+01:00
Ich darf ergänzen, dass Sawallisch (ebenfalls auf dem tschechischen Label Supraphon) mit fast den gleichen Interpreten auch das STABAT MATER von Dvorak aufgenommen hat. So wie das Requiem ebenfalls eine Maßstab setzende Interpretation von großer Eindringlichkeit und Geschlossenheit - getragen von der wunderbaren Tschechischen Philharmonie.

Veröffentlicht am 25.02.2013 14:30:30 GMT+01:00
Lassen Sie mich ergänzen, dass der Münchener Ring seinerzeit auf LD (LaserDisc) veröffentlicht wurde. Es ist eine japanische Produktion, die ich mir - trotz der gesanglichen Schwächen gern angesehen und -gehört habe, auch weil sie eine solide und kompetente dirigentische Leistung dokumentiert. Leider hat sich die Laser Disc (digitaler Ton und analoges Bild) nie durchgesetzt. Die DVD (in meinen Augen ebenfalls ein "Interims-Medium" hat dann diese Aufnahme ignoriert).
Dafür hat man sich des Bayreuther "Jahrhundert-Ringes" angenommen, obwohl die Bildaufzeichnung unter aller Kritik ist. Und auch über die Stimmen kann man diskutieren.

Wenn es um Sawallisch und Wagner geht, sollte auch der Bayreuther Holländer nicht vergessen werden, in dem die für Leonie Rysanek einspringende Anja Silja ihre Karriere sensationell startete.

Sawallisch, in meinen Augen ein grundsolider Kapellmeister. Ein fruchtbares und bewundernswertes - weil unspektakuläres - Künstlerleben ist zu Ende gegangen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.02.2013 23:03:12 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.02.2013 23:06:38 GMT+01:00
haydnfan meint:
Guten Abend,gewiß es ist unfair Dirigenten gegeneinander auszuspielen,aber ich höre im Augenblick den für mich wieder mal neu entdeckten Erich Kleiber u.a. Beethovens 6. mit dem herrlichen NDR Sinfonieorchester von 1953,da lodert einfach in jedem Takt ein Vulkan,ein Orchester spielt auf den Stuhlkanten,-vergleiche ich z.B.die etwas unbekannte 1.Sinfonie von Weber mit Kleiber(1956,zweitklassiges RSO Köln) und Sawallisch mit dem erstklassigen Sinfonieo.des BR,- Kleiber macht die 1.Weber zu einem Meisterwerk,Sawallisch dirigiert so,wie immer,eben wie ein guter Orchesterleiter,für mich haben seine Aufnahmen nichts ,was einen neugierig macht oder sagen läßt,"ja so muß es klingen",bei Erich Kleiber aber etliche,ob Sawallisch Schubert,Mendelssohn,Mozart etc.aufnahm,ich kenne bei seinen ganzen Industrieaufnahmen nur die 1.Schubert mit der Dresdner Staatskapelle da lodert mal das Feuer a la Erich Kleiber, -Friede seiner Asche.
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