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Wer singt die beste Isolde?


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1-25 von 141 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.01.2008 19:57:08 GMT+01:00
Isolina Mart meint:
Hallo,liebe Leute!

Jahrelang habe ich geglaubt,es gibt nur eine Isolde: Birgit Nilsson! Die berühmte Aufnahme der Bayreuther Festspiele von 1966 dirigiert von Karl Böhm mit Nilsson und Windgassen veranlasste mich zu glauben: schöner und besser geht es nicht!

Nun habe ich neulich auf "Arte",-wie wahrscheinlich einige von Ihnen auch,-die wunderbare Inszenierung der Mailänder Scala mit Waltraut Meier gesehen. Ihre Isolde hat mir noch besser gefallen,sie hat mich ganz tief beeindruckt! Die Stimme heller,schlanker,aber trotzdem sehr dramatisch,-kurz gesagt wundervoll!

Hier lesen und schreiben mittlerweile einige Experten,-wer ist denn bitteschön die allerbeste Isolde?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.01.2008 23:18:15 GMT+01:00
vully meint:
Da möchte ich mich nicht auf eine Sängerin beschränken, sondern fünf Namen in den Ring werfen, chronologisch:

- Frida Leider: Eine unglaublich intensive, dabei im Timbre sehr jugendliche, verführerische Isolde, von der es leider nur wenige Ausschnitte eines faszinierenden Rollenportraits gibt.

- Kirsten Flagstad: Meine Favoritin - nicht so erotisch aufgeladen wie Leider, exaltiert wie Mödl, triumphal wie Nilsson, aber so natürlich, dabei mit einer so weich fließenden, bronzen leuchtenden Stimme .... In der '52er Furtwängler-Aufnahme war sie stimmlich schon etwas überreif (mit 57!), wenn auch in der Interpretation unglaublich sympathisch. Ungeschlagen ist sie in den zahlreichen Live-Mitschnitten aus London und New York von 1936 und '37.

- Martha Mödl: Sie macht den Bayreuther Tristan-Mitschnitt von 1952 unter Karajan zu einem unvergesslichen Ereignis - eine Singschauspielerin im besten Sinne des Wortes, die jedes Wort mit Bedeutung füllt. Die Gänsehaut-Isolde.

- Birgit Nilsson: Die stärkste, triumphierendste Isolde, stimmlich souverän wie keine andere, und dann immer wieder überraschend sensibel.

- Dame Margaret Price: Nur auf CD zu haben in der berühmten Kleiber-Aufnahme, eine lyrisch-jugendliche Isolde mit leuchtender Stimme - eine Mozart-Spezialistin auf Abwegen.

Damit möchte ich natürlich andere große Isolden wie Astrid Varnay, Helen Traubel, Gertrude Grob-Prandl, Ingrid Bjoner, Caterina Ligendza, Nina Stemme und eben auch Waltraut Meier nicht abwerten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.01.2008 08:33:13 GMT+01:00
Isolina Mart meint:
Hallo,vully

danke für die ausführliche Antwort! Ihre genannten Sängerinnen sind alle durchweg prominent,die Besten ihrer Zeit und haben wunderbare Stimmen,die ich allerdings nur auszugsweise von der CD her kenne, leider kann man sie bis auf Nina Stemme und Waltraut Meier nicht mehr auf der Bühne erleben!

Es ist bei "Tristan und Isolde" sehr wichtig die gesammte "Performance" zu erleben (wie bei den meisten Opernpartien!),da in der Oper nicht viel passiert,muss alles von "Innen" kommen-die Wandlung von der enttäuschten,zornigen Frau zu der Liebenden,die den Tod sucht. Um es mal ganz kurz zu machen! Darüber können ein paar schön gesungene Arien auf der CD nichts aussagen.

Nina Stemme habe ich neulich im Festspielhaus in Baden-Baden als Isolde gesehen. Insgesamt war es eine sehr schöne Aufführung und N.Stemme sang hervorragend. Allerdings schien ihr für diese grosse Partie die Kraft bis zum dritten Akt zu fehlen,-zumindest in der von mir besuchten Vorstellung,-und so geriet der Schlussgesang enttäuschend.

Also,für welche Isolde-Sängerin lohnt es sich,auch eine weitere Reise in Kauf zu nehmen??

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.01.2008 14:58:51 GMT+01:00
Matthias Koch meint:
Liebe Isolina,
ich besitze mehrere Mitschnitte des Tristan und wie immer entscheidet letztendlich auch der persönliche Geschmack.
Martha Mödl..dazu gibt es für mich nicht mehr viel zu sagen, eine unglaubliche Aufnahme mit Traumbesetzung, Karajan macht das Ganze sehr dramatisch und Gott sei Dank in gutem Klang zu haben
Caterina Ligendza..sehr mädchenhaft und auch sehr berührend, die Livemitschnitte sind beide mit Kleiber, ein phantastischer Tristan-Dirigent
Margaret Price..ebenfalls grosses Theater, wenn auch meines Erachtens nach nicht wirklich ihr Fach, trotzdem auf Platte unglaublich schön
Eileen Farrell..die Mitschnitte bzw.Ausschnitte unter Bernstein sind akustisch etwas schwierig, trotzdem hört man, meiner Meinung nach,eine der schönsten und berührendsten Stimmen,mit wunderschönen Farben und ich liebe Bernsteins hochemotionales Dirigat

Mein erstes Live hat mich zu Tränen gerührt und war mit Luana deVol in Leipzig. Ihre Stimme hat mich davongetragen, ich weiss nur nicht, ob sie die Partie noch singt

Waltraud Meier ist,Pace, nun überhaupt nicht mein Fall, zuviel rückverlagert und das Tremolo....schauspielerisch sicherlich sehr intensiv, auch live....

Vielleicht finden Sie Gelegenheit einmal Sabine Hogrefe zu hören, von Anna-Katharina Behnke würde ich allerdings dringend abraten, tremolöse Stimme und im dramatischen Fach total überfordert....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.01.2008 09:02:38 GMT+01:00
Isolina Mart meint:
Lieber Matthias,

danke für Ihre Antwort! Ich werde nun Sabine Hogrefe im Auge behalten,leider ist auf ihrer Homepage noch kein konkretes Datum für eine "Tristan-Aufführung" genannt.

Ja,manche Opernscenen in live können einem wirklich die Tränen in die Augen treiben! So erging es mir u.a. in "Rigoletto",-ich weiss nicht mehr,wer gesungen hat,aber keine bekannten Sänger- im letzten Duett zwischen Rigoletto und Gilda,-so dramatisch, ergreifend und traurig,wenn Vater und Tochter Abschied voneinander nehmen,-und dann diese wundervolle Musik.........!

Da ich keine Deutsche bin,verstehe ich nicht was Sie meinten in Bezug auf Waltraut Meiers Singen: "......zuviel rückverlagert....."? Das habe ich eine Stimme betreffend noch nie gehört.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.02.2008 10:02:01 GMT+01:00
Matthias Koch meint:
Liebe Isolina,
manchmal besteht einfach die Gefahr, wenn man vermeiden möchte, in die Brusttimme zu gehen, das man dazu neigt, das untere Register künstlich abzudunkeln, dadurch wird die Stimme allerdings kehliger vom Klang her,das wird als rückverlagert bezeichnet, der Vordersitz geht verloren.

Eine tolle Live-Isolde ist in jedem Fall auch Evelyn Herlitzius......

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.02.2008 22:19:12 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 17.06.2008 16:11:53 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.02.2008 08:57:29 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.02.2008 09:41:52 GMT+01:00
Isolina Mart meint:
Ach,haydnfan,-ja, wir sind wirklich zu bedauern!! Wir leben in einer Zeit,in der es keine guten Dirigenten,Pianisten,Sänger und Sängerinnen mehr gibt! Alle " völlig uninteressant"! Was sollen wir tun? Die Konzersäale meiden,die Opernhäuser nicht mehr besuchen,da unsere armen Ohren nur mit zweit-und drittklassigen Leistungen beleidigt werden? Neue CDs von von heutigen Interpreten kaufen wäre reine Geldverschwendung,da sie niemals an die Interpreten der 50er und 60er Jahre heranreichen!? Ist das Ihre Botschaft?

So bliebe uns nichts anderes übrig,als in unserem kleinen Kämmerlein,immer wieder in den gleichen Aufnahmen der vergangenen Epoche zu schwelgen!

Aber,ob Sie es glauben oder nicht,werter haydn,-ich gehe gerne in die Oper oder ins Konzert! Wenn ich für abends eine Karte habe,freue ich mich schon den ganzen Tag darauf. Wenn ich dann ins Foyer komme und die festlich gekleideten Leute sehe,bin ich schon in einer anderen Welt! Wenn ich junge Sänger sehe mit Talent, Potential in der Stimme und Ausstrahlung,-noch dazu in einer angenehmen Inszenierung,-macht es mir überhaupt nichts aus,dass vielleicht ein Spitzenton nicht ganz ausgesungen ist,oder das Timbre nicht so klingt,wie auf einer meiner älteren Aufnahmen. Es ist immer ein besonderer,festlicher Abend! Und wenn ich mich mal ärgere,ist es über die Inszenierung,aber nie über die Sänger,die ihr Bestes gegeben haben!

Auch "Ihre" Sänger haben klein angefangen,auch in dieser Generation waren nicht alle begnadet, und denen,die heute noch bewundert werden,stehen hunderte,-wenn nicht tausende von Sängern gegenüber,deren Namen man nicht mehr kennt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.02.2008 19:31:24 GMT+01:00
vully meint:
Liebe Isolina,

ich stimme Ihnen zu, dass Nina Stemme mich nicht restlos überzeugt - mich stört vor allem ihr großes Vibrato und die künstlich vergrößerte Stimme, die wohl auch für gewisse Ausdauerprobleme in Baden-Baden verantwortlich gewesen sein könnte.

Dennoch dürfte sie momentan international die gefragteste Isolde sein.

Herlitzius finde ich darstellerisch intensiver, stimmlich aber weniger sicher und ausgeglichen.

Bei Frau Meier hat mich - bei einem relativ neuen Mittschnitt aus Paris, die Mailänder Aufführung habe ich leider verpasst - die sehr ausgefeilte Interpretation sehr beeindruckt, und die Intelligenz, mit der sie ihre stimmlichen Mittel einsetzt. Für über 50 und 30 Jahre Karriere finde ich ihre Form noch immer sehr überzeugend.

Frau Hogrefe hat im vergangenen Jahr in Bremen einen Sensationserfolg als Isolde gehabt - leider hatte ich noch keine Gelegenheit, sie live zu hören. Meine Mutter war sehr beeindruckt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2008 11:45:45 GMT+01:00
Janson, Wolf meint:
Hallo, Isolina Mart
In der Tat ist die Meier wunderbar. Von den lebenden Sängerinnen, die man noch auf der Bühne erleben kann, gibt es wohl nur sehr wenige die ihr Level erreichen. Die Schnaut war es für meinen Geschmack bis vor ca 10 Jahren. Wer es heute neben der Meier noch ist (aus meiner Sicht) und doch ganz anders singt, ist die Australierin Elizabeth Connell. Christine Brewer ist ebenfalls eine grossartige Isolde, ist mir allerdings nur von der CD bekannt. Sie singt diese Rolle z.Zt in LA, SF, demnächst auch an der MET und ich glaube auch Covend Garden. Deborah Voigt wird die Isolde -wenn ich mich richtig erinnere-demnächst in Wien singen, Janice Baird in Zürich,ich höre im März Adrienne Dugger in Kassel als Isolde. Ann Kathrin Behnke's Isolde in Bremen vor einigen Wochen hat mich sehr überrascht. Zur "Weltspitze" würde ich neben der Meier,Connell und Brewer zählen. In zweiter Reihe sind es meiner Meinung nach Linda Gasteen,Deborah Polaski, Janice Baird.......weniger Schneider-Hofstetter, Herlitzius, Linda Watson und Irene Theorin, die allesamt tolle Sängerinnen sind.....aber es geht ja um die "Beste Isolde" (wie subjektiv das auch sein mag). Nina Stemme sollte man wohl auch unbedingt als Isolde hören und vielleicht auch Violetta Urmana. Wenn man die Vergangenheit mit einbezieht gibt es wohl (mindestens 5 "Spitzen-Isolden") Ehrlich gesagt die Nilsson gehört für mich nicht dazu...ABER die Mödl in der Karajan Bayreuth Aufnahme von 1952. Ich glaube, da gibt es Verbindungen zu Meiers Darstellung was das "weibliche" und "nicht-heroenhafte" anbetrifft. Ich liebe ausserdem die Darstellungen der Varnay, der grossartigen Frieda Leider (geht in Richtung Meier, Mödl). Die Flagstad dagegen mag etwas heroenhaft sein ..aber trotzdem grossartig. Sollten Sie Sich für Hörbeispiele interessieren, lassen Sie es mich gerne wissen.
Wolf Janson , 3.Febr.2008 wj598@aol.com

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2008 14:16:54 GMT+01:00
vully meint:
Voigt und Polaski würde ich ausnehmen - eher Brünnhilden als Isolden, zu heroisch und nicht sensibel genug. Dugger, Baird, Connell, Gasteen, Watson habe ich in der Rolle noch nicht gehört. Brewer ist beeindruckend, mich stört allerdings auch bei ihr das große Vibrato.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.02.2008 16:31:50 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.02.2008 19:24:43 GMT+01:00
Isolina Mart meint:
Hallo,

vielen Dank an Alle,die mir so fachkundig hervorragende Isolde-Interpretinnen genannt haben! Viele von ihnen habe ich schon,auszugsweise zumindest,-in Aufnahmen gehört. Man kann über keine etwas Schlechtes sagen,es ist Geschmackssache!

Nun habe ich,wie berichtet, relativ kurz hintereinander Nina Stemme und Waltraut Meier in dieser Rolle gehört und gesehen und muss sagen,dass ich eindeutig W.Meier den Vorzug gebe, sie war auch die Glückliche in der besseren Inszenierung zu singen!

Sie hatte in der Scala-Aufführung eine unglaublich überzeugende Ausstrahlung und Bühnenpräsenz,abgesehen von ihrer wunderbaren Stimme. Das macht natürlich auch die Erfahrung in der Darstellung der Isolde,die sie in den Vorstellungen vieler Jahren bis auf das Feinste herausgearbeitet hat. Nun kommt natürlich auch noch die grossartige berührende Inszenierung Patrice Chéreaus dazu,-ausserdem ist das Bühnenbild karg,so lenkt nichts das Auge ab und man achtet auf die Musik und aufs Detail.

Beispielsweise,wie schon im ersten Akt,durch Blicke und nachher durch kleine Berührungen gezeigt wird,dass da eine unterdrückte Sehnsucht vorhanden ist,und dass es vielleicht nicht des Zaubertrankes bedurft hätte sich ihre Liebe zu gestehen......,war wunderbar!

Dies sind Dinge,die man auf einer CD,und sei sie noch so gut gesungen,nicht sehen kann. Da bleibt alles der eigenen Phantasie überlassen. So ist es ungeheuer wichtig,dass abgesehen von guten Stimmen,in einer Vorstellung auf das darstellerische Können der Interpreten und einen guten Regisseur sehr geachtet wird.

Vor ein paar Jahren habe ich in Karlsruhe einen "Tristan" gesehen. Es sollte wohl eine "supermoderne" Inzenierung sein,jedenfalls haben sich Tristan und Isolde von Anfang bis zum Ende nicht einmal berührt! Der Abstand zwischen ihnen war immer mindestens zwei Meter,man konnte ihnen garnicht glauben,was sie da singen! Können sie sich die Enttäuschung und Empörung des Publikums vorstellen?! Da hat es den Abend nicht gerettet,dass die beiden Sänger sehr ordentlich ihre Partien bewältigt haben! Ohh... Diese Opernregisseure!!

Herzliche Grüsse,I.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2008 17:26:29 GMT+01:00
Gunter Haemel meint:
Wieder einmal sehr unterschiedliche Meinungen über die "beste Isolde" . Ich habe einige auf der Bühne erlebt z.b. Nilson und Bjoner (allerdings in ihren letzten Bühnenzeiten), besonders gut für mich C. Ligendza (Bayreuth), Luana del Vol sehr schön, G. Schnaut sehr stark, A.K. Behnke ,leider sehr schlecht. Auf Tonträgern finde ich Leider, Flagstadt, Nilsson, J. Norman und auch M. Price sehr gut. Die letzteren kann ich mir auf der Bühne aber nicht in dieser Rolle vorstellen. W. Meier ist eine Sängerin, die immer als singende Darstellerin begeistert, aber - mich - auf Platten nicht so überzeugt.
Ansonsten bin ich auch der Überzeugung von Frau Mart, daß man halt heute die Sänger hören muss, die vorhanden sind. Es nützt nichts , vergangenen Zeiten hinterher zu trauern, dann kann man viele Werke auf der Bühne nicht mehr aufführen und das wäre doch schade. Wir setzen halt heute sehr auf bühnenwirksame , schlanke , junge Sänger für Partien, die man vielleicht erst singen sollte, wenn man die "vierzig" überschritten hat und wundern uns dann, wenn diese dann nicht die großen ausgereiften ´Stimmen haben , die wir von Aufnahmen kennen. Es ist nur schade, daß dadurch viele gute Sänger in ihren Entwicklungsphasen schon "kaputtgesungen" und verloren gegangen sind.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2008 21:59:04 GMT+01:00
Matthias Koch meint:
Ja, es ist heutzutage sehr schwer im Wagnerfach geeignete Stimmen zu finden, diese "krise" dauert nun auch schon einige Jahre. Hinzu kommt, dass Sänger heute ausschliesslich nach Typ und weniger nach Stimme gecastet werden. Ein jeder kennt bestimmt den Satz nach einer tollen Mozart oder Puccini -Aufführung "Die Stimme würde ich gerne mal als ??? ???hören" und bei Regisseuren kommt neuerdings auch immer mehr das Visuelle hinzu, Stimmen beurteilen können da die wenigsten, geschweige denn verstehen sie etwas von Musik, oder wie man mit ihr umgeht. Und irgendjemand findet sich immer der sagt " s i e sind meine Senta, Isolde o.ä." und plumps übt man im grösseren Fach. Da verdient man ausserdem mehr Geld und wenn man nicht mehr zwanzig ist, dann wirds sowieso schwieriger, alle wollen nur noch jung und schön auf der Bühne sehen....

Für alle die mögen, empfehle ich nochmals die Ring-Tristan Auszüge mit Eileen Farrell unter Bernstein...Brünhilde-Finale unter de Sabata und Münch bzw. Bernstein...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2008 23:17:11 GMT+01:00
Laura Bremer meint:
Habe leider die Norman Aufnahme noch nicht gehört. Muss ich unbedingt nachholen für mich sind die besten Isolden einmal die von Martha Mödl und die von Birgit Nilsson. Aber Martha Mödl ist im Hochdramatischen Fach einfach unschlagbar. Ihre Leonore (Fidelio) ist auch unglaublich

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2008 23:29:25 GMT+01:00
Laura Bremer meint:
Hallo Haydnfan

Wie bitte kann man Martha Mödl mit ihrer weichen eher tief klingenden Stimme als schrill bezeichnen was für ein Schwachsinn. Ich finde das die Leonore von Martha Mödl bis heute unerreicht ist. Das liegt natürlich auch an der vollendeten Interpretation des Werkes von Furtwängler.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.02.2008 17:46:31 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 17.06.2008 16:12:07 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.02.2008 00:14:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.02.2008 00:30:12 GMT+01:00
Laura Bremer meint:
Hallo Haydnfan,
über Martha Mödl werden wir uns nie einigen. Das einzige, was ich nicht verstehe ist, wie man eine so erdige Stimme als schrill oder quietschend emfinden kann. Hören sie sie sich mal als Klytemnästra an. das ist so wundervoll. Für mich ist Martha Mödl eine Sängerin die nicht nur unglaublich singt sondern auch die Werke musikalisch durchdringt, man auch hört. Nicht zuletzt war sie auch Schauspielerisch ein Talent. Für mich ist die Mödl eine Ausnahme, deren Aufnahmen ich mir immer zum Vorbild machen werde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.02.2008 00:51:48 GMT+01:00
vully meint:
Als großer Fan von Mödls Isolde möchte ich mal eine vermittelnde Lösung vorschlagen:

Die Stimme selbst und die Gesangstechnik von Martha Mödl waren sicherlich nie auf dem Niveau einer Flagstad, Nilsson, Varnay, usw... Das hat sie, eine extrem uneitle, kluge Künstlerin, auch immer zugegeben:

Mödl war als Sängerin eine Spätberufene, hatte erst mit 28 Jahren überhaupt mit der Gesangsausbildung begonnen, während des 2. Weltkrieges, musste die Ausbildung schon nach 3 Jahren beenden. Noch dazu war sie ausgebildete Altistin. Für die Höhe war sie eigentlich nie ausgebildet, schliff deshalb die meisten hohen Töne von unten an, sang sie mit viel Druck. Dadurch wurde die Höhe sehr früh eng und schrill.

Auf der anderen Seite war Mödl eine Sängerin, die wie kaum eine andere - sonst fällt mir da nur die Callas ein - den Text interpretierte: Sie suchte immer die richtige Stimmfarbe und Betonung für jedes Wort, jede Phrase, sang nie mit halber Kraft. Im direkten Vergleich mit Mödls Isolde erschienen mir selbst Sängerinnen wie Nilsson oder Flagstad im Ausdruck blass oder neutral - das ist nicht immer schön oder ein rein ästhetischer Genuss, geht aber immer unter die Haut und reißt einen unweigerlich mit.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.02.2008 10:54:28 GMT+01:00
Laura Bremer meint:
Danke vully, besser kann man es nicht formulieren. Übrigens war sie sogar nur 6 Monate am Konservatorium. Aber egal.

Grüsse aus Erfurt Laura

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.02.2008 17:26:00 GMT+01:00
Matthias Koch meint:
Also, es gibt sicherlich Aufnahmen, in denen Martha Mödls Stimme einen eher "angespannten" Charakter hat. Und es gab immer auch Töne, die nicht unbedingt in den Gesamtklang passten. Ich muss aber sagen, dass gerade d a s bei ihrer Isolde nicht der Fall war, zumindest nicht in dem Mitschnitt aus Bayreuth. Ihre Höhe war frei und wunderbar farbig und ihr gelang ein einzigartiges Porträt. Ihre Stimme war immer die eines Moments.
Stimmen wie Nilsson, Mödl, Varnay kann man kaum vergleichen, sie kommen alle von einer anderen Basis. Mödl war Altistin und hatte das Glück, für ein paar Jahre eine Bombenhöhe zu besitzen, kam also von der Technik her von unten. Nilsson kam vom sehr hohen Koloratursopran und sang auch Königin (zum Einsingen) und Varnay debütierte bereits im Jugendlich dramatischen Fach. Es gibt eben unterschiedliche Entwicklungen bei den Hochdramatischen: von unten (Mödl, Dernesch, Meier) oder eben Sopräne (Nilsson, Varnay, Ligendza, Voigt). ......

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.02.2008 01:03:23 GMT+01:00
vully meint:
D'accord, was den Bayreuther Tristan von 1952 angeht.

Das ist auch nach meiner Auffassung eine von Mödls auch stimmlich überzeugendsten Einspielungen.

Und dass ihre Tiefe immer auch ästhetisch bombastisch war, kann man bei ihr als Altistin fast voraussetzen. Stellen wie "mir erkoren, mir verloren" und "ungeminnt, der heerste Mann" hat sonst keine auch stimmlich so eindringlich singen können.

Ich wollte die Gesamtentwicklung darstellen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.02.2008 20:19:27 GMT+01:00
Matthias Koch meint:
Ich habe die "Meriten" derMödl nie als solche empfunden und bin auch deshalb vom Tristan begeistert, für mich hat sie die ideale Farbe und klingt tatsächlich wie ein dramatischer Sopran, die Höhen werden von oben angesetzt und sie singt unglaubliche Bögen.
Ich war wirklich erstaunt, als ich sie danach im Elektra-Mitschnitt von 1951 als Klytämnestra hörte, mein Gott, welche Wandlung. Für mich ist sie ausserdem die beste Kundry. Zwar hat sie manchmal am Schluss wirklich Probleme, aber das ist für mich vollkommen marginal.
Sehenswert sind auch ihre Szenen bei YouTube (Isolde) unter Bernstein....u n g l a u b l i c h

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.05.2008 20:17:46 GMT+02:00
Michael Klein meint:
Als Isolde habe ich auf der Bühne Gwyneth Jones (grandiose Darstellung, aber enevierender Fortissimogesang), Janis Martin (super), Gabriele Schnaut (nicht mehr als o.k.), WAltraut Meier (grandios und unvergeßlich), Eva Marton (es war ihr Debüt, was leider zu spät kam, unter Umständen hätte sie in einer anderen Inszenierung eine bessere Isolde gesunden, in der Berghausinszenierung fühlte sie sich sichtlich unwohl) und Ingrid Haubold erlebt! Frau Haubold habe ich zuletzt erwähnt, da sie zu den Isolden gehörte, die einen regelrecht angerührt hat mit ihrem zu Herzen gehenden Gesang! Leider hört man kaum noch von ihr!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.05.2008 17:32:28 GMT+02:00
Gunter Haemel meint:
Hállo ´Herr Klein,

auch ich kenne Ingrid Haubold noch gut aus ihrer Zeit in Detmold und Bielefeld. Dort hat sie nicht nur Wagner sondern auch Mozart sehr schön gesungen !. Wie ich hörte, war sie sehr krank und hatte lange ausgesetzt. Danach ging sie über Hannover nach Karlsruhe und danach war sie "frei" und gastierte an allen großen Häusern, vor allen Dingen in den großen Wagner und Strauss-Partien. Heute denke ich , singt sie wohl öffentlich kaum noch,da sie immerhin ja mindestens 65 Jahre alt ist. Ich mochte sie immer sehr gern, da sie auch persönlich (in Bielefeld einige Male erlebt) sehr natürlich ohne Diven-Gehabe und zurückhaltend war. Schön , daß sich auch andere an sie erinnern !
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