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Stirbt das populärwissenschaftliche Buch?


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26-50 von 51 Diskussionsbeiträgen
Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2013 19:09:25 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Zunächst einmal freue ich mich, dass das Thema "populärwissenschaftliches Buch" etliche Leute dazu bringt, recht ausführlich Ihre Meinung zu sagen. Dass es dabei kontrovers zugeht, ist auch nicht verkehrt. Schließlich soll ja bei der Diskussion etwas herauskommen.
Sie fragen, was ich unter Populärwissenschaft verstehe? Ein Buch, ein Vortrag, ein Artikel zu einem wissenschaftlichen Thema - so dargestellt, dass es auch Nichtfachleute verstehen und gerne lesen oder hören. Da gibt es, auch das wurde in der Diskussion klar, eine Reihe guter Beispiele. (Weil Sie gefragt haben, nenne ich hier nur stellvertretend Ernst Peter Fischers "Die kosmische Hintertreppe".)
Wenn Sie meine Zeitangaben in Frage stellen, dann ist das genau ein kritischer Punkt für die populäre Naturwissenschaft: Man kann nicht einfach so drauf los schreiben, sondern man muss das Thema auch verstanden haben, recherchieren, Fakten sammeln und es noch verständlich darstellen. Da ist eine Seite pro Tag schon hoch gegriffen. Also braucht man ein Jahr für ein ordentliches, solides Buch. (Dass man in anderen Disziplinen ganze Dissertationen in einigen Monaten zusammenschustern und den Doktorvater damit an der Nase herumführen kann, steht auf einem anderen Blatt.) Zeitungsartikel oder Blogs schreiben sich auch noch etwas leichter als ein Buch.
Deshalb scheuen viele Naturwissenschaftler (auch wenn sie es könnten) den Aufwand. Leben kann man von naturwissenschaftlich geprägten Büchern sowieso nicht.
Wie schon geschrieben, vermittle ich haupberuflich Wissen. Auch dort frage ich: Was interessiert Euch? Um nicht völlig in die Irre zu gehen, nutze ich auch das hiesige Forum etwas eigennützig für eine Meinungsumfrage: Was könnte die Leute interessieren? Da bislang aber kaum konkrete Themenvorschläge gekommen sind, gehe ich immer noch davon aus, dass es eben gar nicht so sehr auf das Was, sondern eher auf das Wie und das Wer ankommt. Man muss den Leuten offenbar angepasste Angebote machen. Das Bedürfnis nach Information (besser: nach Befriedigung der "göttlichen Neugier" - Zitat Albert Einstein) ist nicht mehr von vornherein gegeben. Oder es wird durch die neuen Medien weit besser befriedigt als das ein dickes Buch vermag? Wie schon geschrieben: Nichenmärkte wird es immer geben. Die Frage ist nur, wie lange sich das noch lohnt. Schon heute wollen nur wenige gute Autoren "dicke, populärwissenschaftliche Bretter" bohren.
PS: Wenn Ihnen diese Antworten nicht ausreichen und Sie die Diskussion vertiefen wollen, dann schicken Sie mir einfach eine Mail. Sie finden mich im Netz.

Veröffentlicht am 09.05.2013 19:54:01 GMT+02:00
Ich denke, populärwissenschaftliche Bücher müssen auf die selben Faktoren setzen wie alle Sachbücher. Das wichtigste ist ein populäres Thema und genau da liegt das Problem: Populäre Themen für Sachbücher sind die klassischen Ratgeberthemen: Diät, Selbstvertrauen, Rhetorik usw.
Aber man kann seine Themen unkonventionell verpacken. Und es gibt auch durchaus populäre wissenschaftliche Themen: Dinosaurier etwa gehen immer, Aliens und Filmthemen als Aufhänger für Wissenschaft auch. In Amerika gibt es erfolgreiche Bücher wie "Physics of Superheroes" oder "The Simpsons and Philosophy". Hierzulande scheinen vor allem Triviasammlungen zu funktionieren. Norbert Golluch scheint mit seinen Sammlungen im Was-ist-was-Stil auf Kindle gut zu fahren. Ich selbst schreibe in der Biologie sehr kurze Bücher über ein jeweils sehr spezielles Thema, dieses aber gezielt und kombiniert mit einer Kurzgeschichte, die das Thema illustriert - die Resonanz ist großartig.
Natürlich muss man seine Erwartungen realistisch halten: Belletristik ist im eBook nun mal der Hauptmarkt und auch im Print liegen die populären Sachbücher weit hinten (vor allem in den Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften sieht man öfter mal). Und Physik dürfte (mit Chemie und knapp vor Mathe) die Wissenschaft sein, die am schwersten interessant zu machen ist (einfach wegen des unendlichen Wustes an Formeln). Aber es geht. Physik ist immer gut für Weltuntergänge - warum nicht mal dieses Thema für eine kleine Aufsatzsammlung nehmen und zum Beispiel erklären, warum ein Schwarzes Loch im CERN nicht die Erde verschlingen würde. Und warum Kaffeekochen die restliche Lebenszeit des Universums verkürzt (Stichwort Entropie). Und so weiter.
Was man natürlich braucht ist ein entsprechender Blickwinkel und Schreibstil. Dabei kann ich auch nicht helfen.

Noch eins zur Lesebereitschaft der "Jugend von heute": Das sind Leute, die Harry Potter, Twilight, Hunger Games und ähnliche Wälzer lesen. Die sind genauso lesewillig oder -unwillig wie die Generationen zuvor und die Vorurteile von der Klickgenerationen, die so gerne von diversen Medien transportiert wird (auch nicht ohne Eigennutz, sichert man so doch die eigene Existenz gegenüber dem ach-so-bösen Internet), sollte man nicht weiter beachten. Wäre das wahr, müsste es der Videospielebranche, deren Werke bei Längen unter 10 Stunden als "zu kurz" verrissen werden, miserabel gehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2013 21:24:08 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.05.2013 21:35:39 GMT+02:00
Polystyrol meint:
@Heilmann: Sie machen es sich ziemlch einfach. Wenn Sie in den Büchern, die Sie schreiben ebenso um den heißen Brei herum reden und auf keine Frage antworten, die auch nur irgendwie substanziell ist, dann wundert es mich nicht, dass der populärwissenschaftliche Sektor für Sie gestorben ist. Schließlich haben Sie selbst diesen Thread eröffnet und eigentlich scheint Ihre Meinung doch schon festzustehen.

Schon Ihre Antworten deuten darauf hin, dass für Sie nur eine Wissenschaft - die Physik - echte Wisenschaft ist. Dass es darüber hinaus und auch sogar in dieser - Physik - einen Populärbuchmarkt gibt, der floriert, scheint Sie nicht zu interessieren. Da frage ich mich doch, ob Herrn Zeitbloms Vermutung einer Form von Eigenwerbung nicht doch zutrifft. Herr Fischer z.B., den man schon seit vielen Jahren kennt, schmeißt ja auch ein Buch nach dem anderen raus - obwohl ich persönlich die Qualität seiner Bücher eher für gering halte (ich habe allerding nur zwei Bücher von ihm gelesen) - und hat damit wahrscheinlich auch Erfolg. Wenn Sie das selbst wissen, warum soll dann das populärwissenschaftliche Buch gestorben sein?

In Ihrem eigenen Buch scheinen Sie doch auch einiges an historisch-philosphischem Hintergrund zu der Erforschung des Lichts mit eingebaut zu haben (soviel konnte ich aus einer Radiobesprechung Ihres Buches im Deutschlandradio vernehmen). Zu eben diesem Thema gibt es natürlich schon einen Haufen kulturgeschichtlicher Bücher, die durchaus auch als populär zu betrachten sind. Leider ist Talent allerdings nicht in Zeit zu messen. Deswegen - ich wollte nicht sofort so dreist sein - ist ihre Zeitaufstellung Mumpitz. Ich selbst kenne einen sehr erfolgreichen Autor, der populärwissenschaftliche Bücher, oder zumindest Bücher, die auch populär wahrnehmbar sind, in Windeseile verfasst. Das geschieht neben der "wirklichen" Arbeit und ist gleichzeitig sehr erfolgreich. Und seien wir ehrlich: ein populärwisschenschaftliches Buch zu einem persönlichen Fachgebiet ist doch eher eine Frage pädagogischer Ausdruckskraft. An dem Inhalt muss man ja wohl hoffentlich nicht erst schrauben. Dissertationen stellen - so hofft man zumindest - genuine Forschungsleistungen auf der Höhe der Wissenschaft dar. Worin da der Unterschied liegt, werden Sie, als jemand, der Wissen weitergibt, ja hoffentlich erkennen.

Ich persönlich mag dicke Bücher und ich glaube gleichzeitig nicht, dass Ihnen eine Interessensnachfrage aus der Bredouille der Uninspiriertheit heraus helfen wird. Vielleicht sitze ich aber einer veralteten Form von Geniebegriff auf und will einfach nicht daran glauben, dass nicht nur uncharismatische Menschen Substanzielles von sich geben können. Einerseits sind Sie Naturwissenschaftler, andererseit argumentieren Sie mit einer vollkommen überzogenen Kulturnostalgie, die man nur aus dem Grand Hotel Abgrund kennt. Gute Bücher funktionieren! Gestern, heute, morgen und übermorgen.

Ich hoffe ich klinge in diesem Beitrag nicht zu aggressiv oder pampig, aber ich weiß wirklich nicht, wo Ihr Problem liegt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.05.2013 08:16:05 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
@ Thomas Diehl: Besten Dank für die Tipps: Offenbar scheint es so zu sein, dass "der populäre Aufhänger" eine ganz wichtige Rolle spielt. Also akademisch geprägte Strukturen in Bücher pressen zu wollen, führt nicht dazu, Interesse zu wecken. Außerdem müssen die Sachen kurz und knackig angepackt werden. Ihre Erfahrungen bestätigen das. "Dicke Wälzer" bringen es in der Belletristik, in der die Spannung auch gehalten werden kann, sicher viel weiter als bei der Wissensvermittlung.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.05.2013 08:57:09 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.05.2013 08:57:45 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Lieber Herr/ liebe Frau Polystyrol,
mein "Problem" ist, dass ich mit ziemlich sicher bin, dass die Medienlandschafft im Umbruch ist. (In zehn Jahren gibt es vielleicht gar keine Schulbücher mehr.) Daher habe ich in die Runde gefragt, wie andere das sehen und ob das wichtige "Wissens-Buch" nicht am Aussterben ist. Mit "Eigenwerbung" hat das wirklich nichts zu tun. Das Buch war wirklich nur der Ansatzpunkt. (Um Irritationen zu vermeiden, habe ich den Link gelöscht.)

Und dann noch eines: Sie haben Recht: Ihr Beitrag klingt wirklich ziemlich "pampig". Gerade bei Foren ist es allerdings nicht selten, dass sich die Emotionen aufschaukeln. Daher hatte ich Ihnen auch angeboten, die Diskussion per E-Mail weiterzuführen.

Veröffentlicht am 10.05.2013 11:20:48 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.05.2013 11:35:28 GMT+02:00
Polystyrol meint:
Dass es einen Umbruch der Medienlandschaft gibt (oder gäbe) ist ja ein Allgemeinplatz des Feuilletonismus und zeitanalytischer Untergangsvorstellungen seit jeher. Einmal ist es die Wiki-Schwarmintelligenz, die jede Einzelleistung übertrifft, jede Perspektive gegen das Wissen der Vielen kleinredet und dann ist es der schon gefühlte Ewigkeiten behauptete Tod des Subjekts.

Solche Ängste und vermeintlichen Gewissheiten kann man nicht - Sie sind das beste Beispiel dafür - ausräumen, jedoch würde mich interessieren, womit Sie jetzt genau das Sterben der Populärwissenschaft behaupten. Haben Sie da Statistiken? Zahlen? Oder beziehen Sie sich doch nur auf persönliche Erfahrungen? Das ist doch eine einfache Frage.

Die Umstruktierung der Verlagstätigkeit, die wir - gerade hier bei Amazon mit dem Aufkommen von Kindle-Büchern von und für jedermann - erleben, bedeutet doch nicht gleichzeitig ein Obsoletwerden qualitativer Einzelargumentation. Das könnte man vielleicht als Notwendigkeit sehen, der die Realität nicht entspricht, allerdings sehe ich, anders als Sie, keine wirkliche Verkleinerung solcher Qualitätsleistungen. Gut, es mag einem manchmal so vorkommen, dass viel Müll die guten Dinge langsam zu verdecken beginnt und man die wirklich guten Bücher einfach nicht mehr findet, weil man vorher noch mit 100 schlechten bombardiert wird. Aber das ist doch nur ein persönlicher Eindruck. Man bekommt weiterhin von Bekannten oder Interessierten gute Buchtipps zu neuen Büchern. Außerdem beginnt die ältere Literatur aufgearbeitet zu werden, die seit Jahren, wenn nicht seit Jahrhunderten niemanden interessiert hat. Dass ein abträgliches Medienverhalten viele junge und halbjunge Leute davon abbringt, sich Zeit für ein längeres Buch zu nehemn, anstatt ständig von einem Link zum nächsten zu hecheln, negiert doch nicht gleich die unglaublichen Möglichkeiten, die man, wenn man sich ein bisschen zusammenreißt, aus Projekten wie archive.org oder digi20 ziehen kann.

Und um diesen, mir normalerweise gar nicht genehmen, Optimismus mit ein wenig Negativität zu würzen: Die Masse hat nie mehr "Bildung" (was auch immer man darunter versteht) gehabt. 100 Leute haben ein Smartphone. 90 quatschen auf Facebook über ihre Promiskuität. 10 lesen Karl Gutzkow mit der Kindle-App (oder doch nur 2?).

Wie viele Leute haben denn vor 30 jahren sinnvolle Telefongespräche geführt? Wer hat Konsalik gelesen? Wer hingegen Hermann Broch? Die Verhältnisse sind nicht schlimmer oder schlechter geworden. Sie sind bloß sichtbarer und leichter zu quantifizieren. Goethe z.B. hatte noch nie viele Leser. Bloß hat man das früher nicht so leicht zugegeben. Man weiß aus Briefen seines Verlegers, dass der Buchverkauf sehr schlecht lief und größtenteils auf Werther beschränkt war. Das ist nun einmal so. Deswegen sollte man aber nicht gleich anfangen zu flennen.

Veröffentlicht am 10.05.2013 11:53:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.05.2013 11:54:56 GMT+02:00
Die Diskussion bezieht sich hier ja offensichtlich überwiegend auf Naturwissenschaft popularisierende Literatur. Die Frage der Qualität solcher (aktuellen) Bücher wurde - soweit ich sehe - nicht gestellt. Gibt es dazu - das wäre nach Fachgebieten zu differenzieren - vergleichende Übersichten? Ich glaube, das für ein sehr kleines, allerdings "vielbeschriebenes" Themenfeld beurteilen zu können: Beruflich bedingt hatte ich mir einen Überblick zur populären Venedig-Literatur zu verschaffen. Was man da lesen muß, ist teilweise grauenhaft. Sehr oft fehlen (weiterführende) Hinweise (Quellenbelege), zu dem, was da so geschrieben wird. Viele populäre Bücher enthalten nicht mal eine Liste weiterführender Literatur. Ist das typisch für polulärwissenschaftliche Literatur? Geschichtskenntnissse werden ja weitgehend auch von historischen Romanen und Filmen verbreitet auf einem Niveau, das einem verzweifeln lassen kann. Halten diese Autoren, Verlage, Filmemacher so wenig von ihren Publikum? Daher habe ich mich aufgemacht, eine Alternative zu schreiben (Was man so alles nicht von Venedig weiß: alte Geschichten - neue Mythen). Also nicht klagen, sondern etwas tun! Daß es ein Bestseller wird, habe ich von vornherein nicht erwartet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.05.2013 20:03:50 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.05.2013 20:06:35 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
@Polystyrol: Um mit Ihrem Ende anzufangen: Wer "flennt" denn? Am Beginn des Forums steht eine Frage. Sie meinen, die Antwort würde für mich schon feststehen? Ich bin mir eben nicht sicher. Doch eigene Erfahrung - da haben Sie Recht - lässt mich zum "Ja, das populärwissenschaftliche Buch wird es in Zukunft schwerer haben" tendieren.
Sie verlangen Zahlen. Nun gut. Doch möchte ich aus verschiedenen Gründen keine meiner einfachen "Untersuchungen" an diese Stelle veröffentlichen. Dazu fehlt ihnen die wissenschaftliche Solidität. Nur soviel: Seit reichlich zehn Jahren lege ich Studienanfängern (ungefähr 100 Leute) einen einfachen Fragebogen vor. Neben den mathematischen und physikalischen Sachverhalten sind auch einige Fragen zum Allgemeinwissen dabei (z. B. In welchem Jahrhundert entdeckte Columbus Amerika?) Die Fragen sind gleich geblieben.
Was, meinen Sie, zeichnet sich für ein Trend ab? Das Wissen um solche Fakten ist signifikant schlechter geworden. Gleichzeitig viel schlechter geworden sind auch die Prüfungsergebnisse in Physik mit ungefähr den gleichen Anforderungen. Doch um die geht es hier nicht.

Nun wird die Menschheit ja in diesem kurzen Zeitraum nicht dümmer. Vielleicht ändert sich auch die Zusammensetzung der Studentenschaft, die Schulausbildung usw. Das müsste alles genauer untersucht werden. Aber eines ist klar: Das "alte Wissen" von früher wird offenbar nicht mehr so vermittelt oder aufgenommen. Ingenieurstudenten lesen zudem weniger als vor einigen Jahren.

Deshalb scheint mir nicht der "Untergang des Abendlandes" bevorzustehen, doch das Abendland verändert sich. Diese Veränderungen will ich erkennen, um darauf reagieren zu können. Sie weisen zurecht auf "früher" hin. Vielleicht bin ich noch vor einigen Jahren der Illusion aufgesessen, dass wir uns in eine wirkliche Wissensgesellschaft verwandeln. Doch scheint es, dass es wohl "nur" eine Informationsgesellschaft ist. Wirkliches Wissen wird nach wie vor nur von wenigen erzeugt oder weiterentwickelt. Diese Leute werden auch weiterhin anspruchsvolle Bücher lesen.
Was ist aber "anspruchsvoll"? Und hier muss ich auch Einspruch erheben gegen Ihre Kritik an E.P. Fischer. Seine Bücher vermitteln vielleicht den Eindruck einer gewissen Leichtigkeit. Doch - und das ist auch der Unterschied zu vielen Büchern, die von Wissenschaftsjournalisten geschrieben worden sind - sie enthalten immer originelle Aussagen und neue, eigene wissenschaftliche Einsichten, die es vorher noch nicht gab. Es steckt Kreativität darin. Mit einer alleinigen Zusammenstellung von Fakten, ordentlich verpackt, ist es für mich in der Populärwissenschaft nicht getan. Eine "schnelle Schreibe" reicht mir nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.05.2013 15:25:29 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.05.2013 15:08:29 GMT+02:00
Lieber Hr. Heilmann, Ihr Vorhaben ist lobenswert. Diesbezüglich möchte ich Sie auf folgende vier großartige Beispiele aufmerksam machen:
- Isaac Asimov, seine Werke, wie "The Human Body", "The Realm of Numbers", "The Building Blocks of the Universe" usw. - wo er zugleich fachgerecht, bildlich (viele ethymologische und geschichtlich-vergleichbare Hinweise) und sehr einfach strukturiert, das Wissen vermittelte. Man könnte sagen, er war wie ein geborener PopulärSachbücherAuthor, seine Werke verdienen es, zugleich übersetzt und aktualisiert zu werden;
- Ranga Yogeschwar, der in seinem (ebanfalls lesbaren) "Sonst noch Fragen", in jedem Kapitel, oft lustige, aber lakonische, (teilweise "autobiographische") Einführungen verwendet;
- dann würde ich die Sendung Alpha Centauri anführen, indem Herald Lesch sehr geschick, auf allerlei Fragen eines Nichtfachmannes vorbereitet war und durch sein Stil, ein "lebendiges Dialog, statt Monolog, "vorgaukelte";
- gewisse anschauliche (und einfache) Anwendungsbeispiele, wie beim russischen Author Perelman ( "Unterhaltsame Physik"), sollen nicht fehlen.
Deshalb, meiner Meinung nach, wenn Sie die Kunst dieser vier Beispielauthoren kombinieren, dann werden Sie garantiert ein farbiges, modernes, unterhaltsames, nützliches ("irdisches" und motivierendes) Werk schaffen können.
So wenig, wie möglich, die Formeln zu verwenden, und jede, auch scheinbar winzige, Einzelheit, des angesprochenen Phänomenes oder Objektes vielseitig zu erkllären, so wie es sich auch einem Kind offenbaren ließe- ja das ist schwierig, aber man soll Geduld haben, sich in die Lage eines Laien versetzen zu können.

Würde gerne ihre Antwort bekommen, und setzen Sie mich in Kenntniss, bitte, sobald ihr Buch erscheint. Danke

Veröffentlicht am 24.05.2013 11:38:47 GMT+02:00
Thomas meint:
Hallo,

also um die Frage zu beantworten, "ja, ich glaube und hoffe das Populärwissenschaftliche Buch hat eine Zukunft" . Auch wenn ich, wie viele andere natürlich recht viel und oft Informationen zu diesen Themen, beim mir speziell Physik, Astronomie usw. aus dem Internet besorge vertiefe ich das Ganze fast immer mit einem Buch dazu. Nebenbei gesagt, ja ich habe Hawkings kurze Geschichte der Zeit gelesen und glaube auch den Sinn resp. den Inhalt verstanden zu haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.05.2013 10:12:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.05.2013 10:13:02 GMT+02:00
tetaro meint:
Ich lese gern populärwissenschaftliche Bücher und diese auch gern als E-Books. Leider musste ich feststellen, dass es nur ein Bruchteil der im englischen Sprachraum veröffentlichten Bücher in den deutschen Sprachraum schafft und wenn, mit größerer Verzögerung. Da meine Sprachkenntnisse das hergeben, bin ich weitgehend dazu übergegangen von Anfang an in den englischen Bücherlisten zu stöbern. Ob das Ganze nun am Desinteresse des Publikums oder an einer allzu konservativen Kalulation der Verlage liegt, kann ich nicht beurteilen, ich fürchte nur, dass sich das Ergebnis für die deutsche Bildungslandschaft keineswegs positiv auswirkt.

Veröffentlicht am 28.05.2013 11:50:38 GMT+02:00
Vielleicht ist die Ursache, daß nur ein Bruchteil der im englischen Sprachraum veröffentlichten Bücher ins Deutsche übersetzt wird, auch darin zu suchen, daß man es im englischen Sprachraum oft mit der Genauigkeit und Wahrheit nicht so genau nimmt. Das trifft u.a. auch auf die dortige populärwissenschaftliche Literatur zu, womit natürlich nicht gesagt sein soll, daß dem immer so ist. Sicher hätte es manches Buch, das bei deutschsprachigen Lesern völlig unbekannt ist, verdient, übersetzt zu werden. Aber das gilt im Prinzip für alle Sprachen. Umgekehrt muß man sich mitunter wohl fagen, warum das eine oder andere Buch übersetzt wird. Besonders krasse Beispiele sind die Bücher von Dan Brown. Ein enormer Marketingaufwand und generalstabsmäßig organisierte Übersetzungsarbeit in viele Sprachen sichern hier den kommerziellen (!) Erfolg. Was da an historischem Unsinn popularisiert wird, kann einem nur grausen. Das breite Publikum scheint sich aber daran nicht zu stören.

Veröffentlicht am 17.06.2013 01:38:03 GMT+02:00
Dr. T. meint:
Populärwissenschaftliche Bücher werden ganz sicher nicht aussterben, denn sie erfüllen heute mehr denn je ihre ehrgeizige Aufgabe, wissenschaftliche Erkenntnisse, die an der vordersten Front der Forschung gemacht wurden, einem breitem Publikum zugänglich zu machen.

Dieser vornehmen Aufgabe widmenden und widmen sich immer wieder die größten Wissenschaftlicher,nicht selten Wegbereiten von ganz neuen Fachgebieten; um nur einige zu nennen: Albert Einstein, Richard Feynman, Steven Weinberg, Stephen Hawking, Roger Penrose oder Martin Rees, . Die populären Werke dieser Legenden werden wieder und wieder aufgelegt. In neuerer Zeit reihen sich da auch Shing-Tung Yau und Cedric Villani, dessen herrlich schräges Buch gerade erst schienen ist, ein.

Hinzu kommen noch die Bücher einer recht großen Schar sehr professionell schreibender Science-Writer, wie Brian Green, Michio Kaku, Simon Singh,Jon Barrow, John Gribbin und Donald O' Shea, deren Neuerscheinungen fast unmittelbar aus dem Englischen übersetzt werden und meist ohne Verzug auf dem deutschen Markt. erscheinen

Es ist auch durchaus bemerkenswert, dass die populärwissenschaftliche Literatur meist unmittelbar auf große Ereignisse, wie Andrew Wiles Beweis des 'Großen Fermats' oder Gregori Perelmans Beweis von Poincares Vermutung. reagiert.

All das sind mehr als deutliche Indizien, dass populärwissenschaftliche Literatur mindestens genauso vital ist, wie sie das in den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts war, da die neusten Errungenschaften der Wissenschaften u.a. durch die Kosmos Büchlein oder die Göschen Bändchen, für ein paar Groschen ,einer interessierten Öffentlichkeit erreichbar gemacht wurden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.06.2013 08:09:20 GMT+02:00
diogenes meint:
Womöglich ist schon die Frage vergebens. Denn wer eine Frage hat, will sie jetzt beantwortet haben und nicht erst in einem Jahr. Die Suche nach dem gängigen Thema wäre dann der Markforschung zu überlassen  oder Google. Ansonsten wird hier einer den Teufel tun und sein Geschäftsgeheimnis verraten. Das Fachbuch wird selbstverständlich nicht aussterben, wenn man "Buch" synonym auch für die zeitgemäßen Formen wie Blog, Webseite oder eBook verwendet. Im Übrigen ist meine Erfahrung die, dass ich immer dann gut war, wenn ich über das geschrieben habe, was mich selber brennend interessiert und schlecht, wenn ich mich bemühte, andere zufrieden zu stellen ...

Veröffentlicht am 17.06.2013 11:17:12 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.06.2013 11:21:31 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Die Resonanz im Forum hat gezeigt, dass es eine ganze Reihe von Leuten gibt, die sich für das Thema interessieren. Da ich die diskussion angestoßen habe, erlaube ich mir auch, an dieser Stelle eine kleine Zusammenfassung zu geben.

1. Viele sind der Meinung, dass das populärwissenschaftliche Buch nicht stirbt. Das gibt Hoffnung. - Jedoch glaube ich, dass der Marktanteil recht bescheiden bleibt und relativ gesehen sogar schrumpft. Wer "nur" Informationen will, "musste" früher ein Buch lesen. Heute kann er bei Wikipedia & Co. nachschauen. Trotzdem sehen viel noch einen steigenden Bedarf an gut aufbereiteten Informationen.
2. Neue Medien müssen sein, keine Frage. Doch die Populärwissenschaft muss sie insbesondere nutzen, da sie vor allem von Multimediainhalten und der Aktualität profitieren kann. - Im Unterschied beispielsweise zur Belletristik.
3. Im Forum werden meist nur Amerikaner und Engländer als gute Beispiele für Populärwissenschaft genannt. Sind die Deutschen zu blöd, um gut schreiben zu können? - Das glaube ich nicht. Meine Erfahrung zeigt aber, dass es in D durchaus weit verbreitete Vorbehalte gegenüber den Naturwissenschaften gibt: Physik und Chemie sind bei uns die mit Abstand unbeliebtesten Fächer. Hier müssten/könnten Autoren und Verlage Pionierarbeit leisten. Doch alles scheint eine Frage von Aufwand und Nutzen.
4. Werbung ist ganz wichtig. Offenbar können international tätige Medienkonzerne hier deutlich mehr leisten als kleine Verlage oder gar Privatpersonen. Im Internet lässt sich zwar einiges machen, doch auch hier gilt das Brecht-Wort: "Man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht." Daher:
5. Bücher von Promis verkaufen sich immer. Thema ist egal.
6. Die Themen: Ganz allgemein gibt es Interesse an moderner Biologie, Gentechnik, Medizin, Astronomie, Quantenphysik, Relativitätstheorie, die Verbindungen zur Philosophie. Technik wird kaum genannt. Klassische Disziplinen wie Elektrizität, Mechanik, anorganische Chemie usw. scheinen auch niemanden mehr vom Hocker zu reißen. Günstig scheinen Wissenschaftthemen, die sich mit anderen Medieninhalten (z. B. Filmen oder Fernsehserien) verbinden lassen.
7. Der Stil. Lockerheit wird eingefordert. Wissenschaftsjournalisten können das. Auch der eine oder andere Wissenschaftler. Manche müssen sich hier noch verbessern, wenn sie ein breiteres Publikum erreichen wollen.
8. Engagement und Interesse kann man bei jedem voraussetzen, der ein Buchprojekt in Angriff nimmt. Es sollten aber noch mehr Leute und Verlage sein, die sich hier einbringen. Nur dann werden populärwissenschaftliche Bücher attraktiver werden und weiterhin die Rolle spielen, die sie in der Vergangenheit hatten.

Ich danke allen, die bislang mitdiskutiert haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.06.2013 08:08:14 GMT+02:00
Pfadfinder meint:
Stopp! ".... sondern den trockenen Stoff mit Formeln. Auch echte Physik ist harte, trockene Schreibtischarbeit." Es ist Sache eines kompetenten Lehrers das für "seine" Zuhörer passende Beispiel zu finden. z.B. Massenträgheit & Festigkeit: Zieht Mann schnell und kräftig an der Klorolle an, dann .... Zieht Frau langsam, gleichmäßig und immer schnellte an, dann ... Natürlich kann man (soll man) die Geschlechter in den Beispielen mal so und mal anders ansetzen. Aus Erfahrung weiß ich, dass solche Beispiele wegen Ihrer Doppeldeutigkeit und Offensichtlichkeit ein tieferes Verständnis als die Formel der Massenträgheit erzeugen. Die Formel merkt man sich „nebenbei“.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2013 21:27:06 GMT+02:00
R. Zropf meint:
Zum Thema Harry Potter fällt mir ein das dieses Buch am Anfang niemand wollte. Der Erfolg stellte sich erst ein mit dem richtigen Marketing. Besser wurde das Buch nicht aber plötzlich verkauft.

Veröffentlicht am 23.07.2013 21:41:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.07.2013 22:07:18 GMT+02:00
R. Zropf meint:
Ich selbst lese ausschließlich wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Literatur.
Besonders beeindruckt hat mich hier Hoimar von Ditfurth mit seinem Buch " der Geist fiel nicht vom Himmel" , am Ende versteht man den Titel und ich glaube genau hier liegt der Hase im Pfeffer begraben. Leser populärwissenschaftlicher Literatur suchen nach Antworten, seltener nach: das ginge auch noch.
Ich denke ein Buch mit einer guten These oder Thema welches diesem gerecht wird und wirklich Erkenntnis liefert ( sprich kein Buch über 11 hypotetische Dimensionen oder dunkle Materie) werden wohl auch weiterhin gern gelesen. Berühmte Bücher deuten in den meisten Fällen nur auf gutes Marketing (siehe autorenfunktion). Ein Buch über Licht ist eine gute Idee mit viel Substanz und auch Bereichen zum spekulieren und philosophieren. Wissenschaft ist das was Wissen schaft und keine Öffentlichkeitsarbeit für Forschungseinrichtung. Populärwissenschaftliche Literatur sollte bei Themen bleiben bei denen sich die Wissenschaftler sicher sind, Wissen welches Anwendung findet, was die Realität näher bringt und zugänglich macht...... Ich weis leider nicht mehr wer es gesagt hat, aber der Spruch ging ungefähr wie folgt: Wissenschaft ist es dann, wenn ich Person X auf der Straße mit einfachen Worten erklären kann worum es geht.
Dann erst hat man etwas mit gewisser Allgemeingültigkeit verstanden und auch erst dann sollte es für alle in Form von populärwissenschaftlicher Literatur zugänglich gemacht werden. Abschließend möchte ich einen Wunsch äußern: Wenn das Wort populär gestrichen werden kann handelt es sich vermutlich um Wissenschaft auf hohem niveau die durch die richtige Sprache vieleicht länger wird, aber dadurch nicht viel an Präzision verliert. Geld verdient man nur mit Marketing das war schon zu Biebelzeiten so und das wird denke ich auch so bleiben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.07.2013 15:47:09 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.07.2013 16:09:28 GMT+02:00
Sehr geehrter Herr Heilmann,

es kommt dabei auf sehr viele Faktoren an, daher kann ich keine verallgemeinerte Antwort auf Ihre Frage geben.

Ein wissenschaftliches Buch zu einem Thema kann auch dann zum literarischen Leckerbissen werden, wenn es so geschrieben wurde, dass es bei mir als Leser Spannung und Emotionen erzeugen und wecken kann.
Wenn mich ein Buch hingegen langweilt, weil es kein Swing und Drive besitzt, dann hat jedes Buch bei mir sofort verloren.
Emotionen sind beim Lesen wichtig, damit ich dabeibleiben will. Dabei ist es egal, ob mich der Text ärgert, ob er meine eigene Meinung mit Balsam einreibt oder ob ich die Ansichten eines Autors verwerflich oder gar lächerlich finde. Es muss ein Impuls gegeben sein, der mich dazu bewegt, dass ich wissen will, wie es weiter geht, ob eine Wende kommt oder wie die Lösung des beschriebenen Problems wohl ist. Oder, oder, oder...
Von daher denke ich, dass jedes Buch für jede bestimmte Zielgruppe top oder ein Flop sein kann.
Zwei wissenschaftliche Bücher, die sehr viele Emotionen bei mir erweckten und die es verstanden, die Spannung aufrecht zu erhalten, waren beispielsweise Vom Urknall zum Durchknall: Die absurde Jagd nach der Weltformel und Urknall versus ens-These
Vom Urknall zum Durchknall gefiel mir deshalb, weil tatsächliche Probleme im Gebäude der Physik offen aus- und angesprochen wurden. Ich denke über einige Aspekte ähnlich und fühlte mich bestätigt. Spannung wurde für mich dadurch erzeugt, da ich immer hoffte, dass der Autor nun gleich mit der eigenen Hammeridee glänzen und mich begeistern wird. Leider war dies nicht der Fall, doch diese Hoffnung blieb bis zum Schluss.

Bei - Urknall versus ens-These - war es ganz anders. Ich war von der Herangehensweise des Autors an das Thema anfangs verwirrt und ich war auf den Zusammenhang mit dem Kernthema sehr gespannt. Obwohl der Autor auch in diesem Werk einiges an dem Gebäude der Physik kritisiert, verstand er es hingegen, mich Seite für Seite immer mehr von seiner These zu begeistern und ich wartete sehnsüchtig auf einen gravierenden Widerspruch oder Fehler in seinen Ausführungen. Fakt war jedoch, dass ich bis zum Ende des Kernthemas wie gefesselt an dem Buch klebte und danach am liebsten applaudiert hätte. Auch Humor, etwas Aroganz, Spitzfindigkeit und Spott gab es an den passenden Stellen. Solche Dinge lassen mich beim Lesen aufblühen und den Inhalt teilweise miterleben. Bei einer Reise in ein Schwarzes Loch ist allerdings davon abzuraten :-)

Beide genannten Werke waren keine 100%igen Monographien, zweiteres jedoch zu ca. 5/7
Ich will mit meinen Darlegungen nur deutlich machen, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, wie viele Themen in einem Buch abgehandelt werden, sondern: wie sexy und attraktiv sie dargeboten werden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2013 20:04:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.09.2013 21:30:48 GMT+02:00
Sidhe meint:
Wie gesagt, das Thema ist für MICH nicht entscheidend, denn ich interessiere mich für viele Bereiche: Biologie, Evolution, Astronomie, Physik usw... Und ich lese generell auch lieber Bücher zu EINEM Thema. Aber auch da gibt es Ausnahmen...
Deshalb forsche ich bei amazon regelmäßig nach allem, was es an Naturwissenschaftlichen Büchern gibt. Wie gesagt, reine Fachbücher sind meist (nicht immer) zu detailreich. Daher liegt mein Fokus auch auf dem populärwissenschaftlichem Buch. Ich glaube nicht, dass es ausstirbt, auch wenn es sicher keinen großen Marktanteil hat. Es erscheinen regelmäßig neue Bücher und wenn es mich anspricht, ist es "meins". Und da entscheidet nun mal jeder anders: was mir gefällt, mag ein anderer noch lange nicht...
Dieser "locker und lustige" Sprachstiel mag ich zum Beispiel nur sehr begrenzt! Die meisten Menschen mögen ihn. Da ich an Naturwissenschaftlichen Themen schon einiges gelesen habe, darf es gerne etwas anspruchsvoller sein, sowohl vom "Wissen" her, als eben vom Sprachstiel. Wenn ich das Gefühl habe, das könnte auch für Kinder geschrieben sein, ist es nichts für mich (das meine ich jetzt nicht arrogant).

Jedem recht mach kann man es nicht. Ein Autor muss so schreiben, wie er eben kann und hoffen, dass der Stiel und das Thema bei der Mehrheit ankommt! Das Thema muss ihm selbst "Spaß" machen, es muss ihm liegen! Das ist meine Meinung.

Ich glaube, dass viele das auch so sehen: nicht das Thema ist alleinig entscheidend, sondern das "wie" ist eigentlich fast wichtiger! Deshalb fürchte ich, dass Sie da wenig an Themenvorschläge/ Interessenvorlieben erwarten können. Sie haben ja weiter oben schon eine recht passende Zusammenfassung gegeben...

PS: Ranga Yogeschwar und der Gleichen mag ich jetzt überhaupt gar nicht - sehe ich auch nicht als populärwissenschaftliches Buch an. Vielleicht als Pseudo- Populärwissenschaftlich...oder eben nur populär. Ansichtssache halt ;) Dennoch, wenn jemand was dadurch gelernt hat - super, keine Frage!

Veröffentlicht am 04.08.2013 12:55:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.08.2013 15:27:16 GMT+02:00
Orfeo Gentile meint:
Nein, das populärwissenschaftliche Buch ist wohlauf! Soeben hat der Mathematiker Rudolf Taschner mit Megabestsellereffekt „Die Zahl, die aus der Kälte kam" bei Hanser herausgebracht. Mathematik (für mich eine Schreckenswissenschaft) in Geschichten und Geschichte, aus der Perspektive eines universal gebildeten Gelehrten beschrieben, mit Konnotationen zu Sozialgeschichte, Mythologie, Philosophie, Kunst, Theologie von den alten Ägyptern bis zu Kurt Gödel, der an Gespenster glaubte: phantastisch!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.08.2013 18:16:22 GMT+02:00
Ich habe auch einige Populärwissenschaftliche-Bücher gelesen, Ich lese Aber Viel Mehr, Lieber Richtige Fachwissenschaftliche-Lehr-Bücher für die Universität und das Gymnasium als Populärwissenschaftliche-Bücher !!!!!!!!!!

Veröffentlicht am 12.08.2013 18:39:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.08.2013 18:41:26 GMT+02:00
Ich finde es ein bißchen merkwürdig, wenn ein Autor öffentlich oder sich selbst die Frage stellt: Worüber soll ich eigentlich schreiben? Sicher ist das eine wichtige Frage für Verlage, denn die müssen natürlich darauf sehen, was gut zu vermarkten ist. Erwartet man nicht eher von einem Autor, daß er für "sein" Thema "brennt", daß "es" ihn drängt zu schreiben, daß er sich gar nicht vorstellen kann, daß das andere gar nicht interessiert? Erwartet man nicht irgendwie, daß es genau dann ein gutes Buch wird? So einen Autor interessiert überhaupt nicht, wieviele Leute sich für sein Thema interessieren und sein Buch kaufen. Die Literaturgeschichte ist voller Stories über Literaten, für deren Bücher sich (zunächst) niemand interessierte! Gilt das vielleicht auch (ein wenig) für populärwissenschaftliche Literatur?

Marcel Reich-Ranicki berichtete einmal, daß er von einem jungen Autor ein Manuskript zugeschickt bekam und ihm sagte: Was erwarten Sie von mir? Er könne nur raten, wenn es dem Autor nicht unabweislich dränge, zu schreiben, wenn er gar nicht anders könne, solle er es halt tun. Ansonsten möge er es besser sein lassen, schließlich gibt es schon genug Bücher...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.08.2013 14:29:12 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Lieber Herr Pawliczak, Internetforen sind nie ganz frei von Missverständnissen. In persönlichen Gesprächen lassen sich diese viel leichter vermeiden, weil man unmittelbar merkt, wo der Gesprächspartner hin will. Mir ging es mit dieser Diskussion vor allem um die erschreckende Tatsache, dass die Abteilungen für (Populär-)Wissenschaft in den Buchläden ziemlich klein geworden oder sogar ganz verschwunden sind. Da fragt man sich doch, woran das liegt. Ich halte es daher für eine legitime Sache, wenn ein Sachbuch-Autor fragt: Was interessiert Euch denn? Ich hatte früher einen Lehrer, der uns mit dieser Frage immer herausgefordert hat. So entstanden die interessantesten Diskussionen. In der Belletristik ist diese Frage natürlich nicht angebracht. Da hat R-R sicher Recht. Bei Sachthemen liegen die Dinge anders. Hier ist das WAS? sicher mindestens genauso wichtig wie das WIE? Es bringt meist nichts, wenn ein Eiferer 500 Seiten über sein Lieblingsthema schreibt, das außer einer Handvoll Spezialisten niemanden interessiert. Insofern sind solche Foren wie hier eine Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Themen zu finden.

Veröffentlicht am 13.08.2013 18:00:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.08.2013 18:01:08 GMT+02:00
Ja klar, im Prinzip sind wir gar nicht unterschiedlicher Meinung in dieser Frage. Nur eines sehe ich anders (Und da spreche ich natürlich auch in eigener Sache als Autor): Es ist auch in Ordnung, "wenn ein Eiferer 500 Seiten... (für eine) Handvoll Spezialisten" schreibt.
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Jüngster Beitrag:  13.08.2013

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