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Stirbt das populärwissenschaftliche Buch?


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1-25 von 51 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.04.2013 18:35:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.08.2013 14:33:59 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Themen aus Physik, Biologie oder Chemie schaffen es ja ganz selten in die Bestsellerlisten. Und wenn das Buch schon gekauft wird, dann wird es nicht bis zu Ende gelesen. (Hand hoch, wer zum Beispiel Hawkings Megaseller "Kurze Geschichte der Zeit" bis zum Ende geschafft und verstanden hat!)

Wer Informationen sucht, geht heutzutage lieber ins Internet. Längere, inhaltsreiche Texte empfinden immer mehr Menschen als Zumutung. Bücher "mit fortlaufender Handlung" haben es da deutlich leichter. Bei Sachbüchern kann man die Leser(innen) offenbar nur noch mit "Häppchenkost" bei der Stange halten - gemäß dem Motto: 100 000 Fakten, die Sie wissen sollten.

Daher meine Frage: Wer glaubt, dass das populärwissenschaftliche Buch zu EINEM Thema - wir können auch etwas hochtrabend Monographie dazu sagen - noch eine Zukunft hat?

Ich stelle diese Frage aus Eigennutz, da ich ein neues, ähnliches gestaltetes Buch wie "Licht. Die faszinierende Geschichte eines Phänomens" plane. Es soll eine Fortsetzung oder Ergänzung zu einem verwandten Physik-Thema werden. Zwar habe ich schon Ideen, doch diese müssen ja nicht mit den Interessen potenzieller Leser(innen) übereinstimmen. Über Rückmeldungen oder Themenvorschläge würde ich mich deshalb freuen.

Veröffentlicht am 12.04.2013 08:17:38 GMT+02:00
Sphinx meint:
Also ich persönlich mag populärwissenschaftliche Bücher nicht besonders und gebe ihnen daher keine große Chance.
Sie sind zu trockene Lektüre, als dass ich sie in meiner knapp bemessenen Freizeit lesen wollen würde, und zu wenig seriös (bzw. mit zitierfähigen Quellen belegt), als dass ich damit weiterarbeiten könnte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.04.2013 23:15:54 GMT+02:00
Judith Henkel meint:
Das Internet ist eine großartige Informationsquelle, aber das Buch ist trotzdem unschlagbar.

"Eine kurze Geschichte der Zeit" habe ich noch nicht gelesen; daher weiß ich auch nicht, ob ich es verstanden hätte. Aber das eine oder andere populärwissenschaftliche Buch habe ich wohl schon gelesen und m.E. auch kapiert. Durch Ihre Frage bin ich erst auf Ihr Buch "Licht. Die faszinierende Geschichte eines Phänomens" aufmerksam geworden, und ich denke, ich werde es demnächst lesen müssen.

Veröffentlicht am 15.04.2013 19:55:54 GMT+02:00
Querdenkerin meint:
Große Auflagen wird man mit populär-wissenschaftlichen Büchern nur selten erzielen, dennoch sterben sie sicher nicht aus. Ich denke, man sollte sie aber spannend gestalten etwa wie die Dokumentationen auf Arte, Phönix etc ... - Spannung zählt halt heute, gute "Dramaturgie" selbst bei Sachbüchern. MfG (brigitte zarzer, selbst autorin)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.04.2013 14:42:35 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.04.2013 14:43:35 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Liebe Frau Zarzer,
leider fürchte ich, dass Spannung und ein guter Schreibstil nicht ausreichen. Beispielsweise ist Physik so unbeliebt in der Schule, dass die meisten - von wenigen Begeisterten abgesehen - sofort auf Durchgang schalten, sobald sie dieses Wort nur hören. (Über die Ursachen kann man sicherlich lange diskutieren. Die Lebenswissenschaften haben es da etwas leichter.) Viele erkennen also einen interessanten Text und eine guten Stil gar nicht, weil sie das Buch überhaupt nicht in die Hand nehmen... Und die Interessierten wollen lieber gleich auf den Punkt kommen und sind meist "an harten Fakten" interessiert. Da ist der Stil auch nicht so wichtig. Internet reicht. Insofern bin ich nicht besonders optimistisch in Bezug auf die Zukunft von populärwissenschaftlicher Literatur. Bestenfalls bleibt ein sehr bescheidener Nischenmarkt für "Kenner und Liebhaber".
Freundliche Grüße,
Rolf Heilmann (Physiker)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.04.2013 15:49:32 GMT+02:00
Utimaus meint:
Hallo Herr Heilmann,

ganz so schwarz würde ich nicht sehen.
Naturwissenschaftliche Ergebnisse faszinieren und interessieren die Leute. Wenn Sie sich zum Beispiel die Popularität von Harald Lesch anschauen, der ja fast schon den Status eines Popstars hat, dann verstehen Sie, was ich meine. Auch die Science Busters füllen Hallen. Beider Bücher verkaufen sich gut.

Die Frage ist also meiner Meinung nach nicht, _ob_ genug Interesse da wäre, die Frage ist eher, wie man die Leute davon überzeugt, dass sie neben dem Wissen auch Unterhaltung vorfinden - und ganz wichtig: nicht überfordert werden. Da mag es sowohl bei Harald Lesch als auch bei den SB helfen, dass beide nicht nur in Buchform zu haben sind (aber eben auch).

Ja, in der Schule ist Physik (und Mathe) krass unbeliebt. Naturwissenschaften wird schon mal die Zugehörigkeit zum Bildungskanon abgesprochen. Prompt blüht die Esoterik. Dabei ist die Neugier da: Kindergartenkinder stellen noch viele naturwissenschaftliche Fragen.
Insofern sollten sich Naturwissenschaftler sogar vermehrt dafür einsetzen, ihr Wissen attraktiv zu vermitteln. Und dafür brauchen wir _auch_ das Buch, halt nicht nur das Buch, aber meiner Meinung nach auch in Zukunft, ja. Hört man von wissenschaftlicher Seite jetzt auch noch auf, Wissen anzubieten, dann ist das in jeder Beziehung kontraproduktiv.

Grüße

Veröffentlicht am 17.04.2013 22:49:48 GMT+02:00
Dragstar67 meint:
Also meiner Meinung nach ist das Interesse an der Wissenschaft gestiegen!
Harald Lesch war schon ein gutes Beispiel und wenn man sich mal ansieht mit welcher Begeisterung Wissenschafts-Veranstaltungen wie z.B. "Science Slam" (einfach mal bei youtube eingeben) verfolgt werden, merkt man, dass es einfach auf die Art und Weise ankommt, wie Wissenschaft vermittelt wird. Ich sehe z.B. auch sehr gerne Auftritte von Neil deGrasse Tyson oder Michio Kaku!
Die Art, wie sie ihr Wissen vermitteln ist fesselnd und weckt Interesse.
Bei denen merkt man, dass sie mit Leidenschaft dabei sind!
Schulphysik dagegen kann natürlich sehr abschreckend wirken, besonders wenn man schlechte, unmotivierte Lehrer hat!

Abschließend kann ich ihnen nur Glück und Erfolg für ihr Vorhaben wünschen.
Interesse ist sicherlich vorhanden.., aber es kommt auch auf die "Verpackung" an!

Veröffentlicht am 18.04.2013 13:15:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.04.2013 13:16:35 GMT+02:00
Utimaus meint:
@ Dragstar67

<<Schulphysik dagegen kann natürlich sehr abschreckend wirken, besonders wenn man schlechte, unmotivierte Lehrer hat!>>

Schulphysik klingt ein wenig für mich wie "Schulmedizin", was ja auch nur ein Schmähausdruck der Esoterikgemeinde für evidenzbasierte Medizin ist - im Gegensatz zu Homöopathie, TCM, Lichtnahrung und dem ganzen Schmuh.

Deshalb die kleine anmerkende Verteidigung für die arme Schulphysik: Natürlich hat der Lehrer es schwer, denn er kann nicht die spektakulären Ergebnisse präsentieren, sondern den trockenen Stoff mit Formeln. Auch echte Physik ist harte, trockene Schreibtischarbeit. In der Fantasie des Laien sitzt der Astronom jede Nacht am Teleskop und bestaunt die Wunder des Weltalls. In der Realität stehen pro Jahr eine Hand voll Beobachtungsnächten an den großen Teleskopen, oft nicht persönlich vor Ort durchgeführt - und bei Hubble schon gar nicht. Die Datenauswertung ist dann der Job.
Oder anders ausgedrückt: Hinter naturwissenschaftlichen Aussagen steht halt nun einmal unglaublich viel trockene Auswertungsarbeit. Überprüfen, hinterfragen, überprüfen,... Genau daher kommt die hohe Zuverlässigkeit. In der Schule lernt man die Methode. Deswegen ist es trocken. Der beste Lehrer kann es nicht so unterhaltsam machen wie einen Lesch Vortrag.

Gerade deshalb ist eine Alternative - wie ein populärwissenschaftliches Buch, das anspricht und Interesse weckt - so wichtig.

Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.04.2013 20:32:47 GMT+02:00
bücherleser meint:
Es kommt drauf an, wie es gemacht ist. Was ist das Faszinierende am Licht? Wenn Sie diese Frage beantworten und eine spannende Grundthese haben, so kann das auch andere Menschen interessieren. (Einen Bestseller würde ich nicht erwarten, ein solches Sachbuch ist nicht "Harry Potter", aber immerhin doch einige Leser)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.04.2013 11:50:32 GMT+02:00
Hallo Rolf Heilmann,
Stirbt das populärw. Buch? Es Scheint so. Ich habe 2011 ein Populärwissenschaftliches Buch zur Astro-Bio-Physik bei BoD veröffentlicht: "Vom Urknall zum Weltall, zur Erde, zu dir" und in diesem Jahr (2013) habe ich es überarbeitet und ergänzt (Stichworte: Curiosity-Mission, All-Bombe auf Tscheljabinsk, Asteroid 2012 DA14 usw). Bis heute sind nur 182 Bücher verkauft worden (nur im Internet).
Grüsse, Heinrich Neufeld, nc-neufelhe@netcologne.de

Veröffentlicht am 25.04.2013 15:10:08 GMT+02:00
Ich denke, dass sich derzeit zwei neue Schwerpunkte herausbilden: Einerseits reich bebilderte und gerne auch teurere Holzbücher von prominenten Autor_innen oder zu angesagten Themen und andererseits günstige, leicht zu lesende eBooks. Als Religionswissenschaftler habe ich in beiden Segmenten bislang sehr gute Erfahrungen gemacht: Das gemeinsam mit dem Biologen Rüdiger Vaas verfasste "Gott, Gene und Gehirn" hat als Holzbuch drei Auflagen erreicht und die siebooks-Reihe z.B. über Amish, Freimaurer und Mormonen für je unter 3 Euro wird auch rege nachgefragt. Insofern glaube ich nicht, dass der populärwissenschaftliche Buchmarkt "stirbt", aber wohl, dass er sich (wieder mal) verwandelt.

Veröffentlicht am 25.04.2013 21:01:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.04.2013 21:02:18 GMT+02:00
Utimaus meint:
Was mir mehr Sorgen macht als das hier diskutierte möglicherweise zunehmende Desinteresse in der Bevölkerung ist die Verwässerung der Grenzen zwischen populärwissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Büchern.

Ein Beispiel: Gestern bekam ich eine Werbemail von Amazon (wie wahrscheinlich die meisten User regelmäßig)

Sie enthielt eine Liste von Buchempfehlungen, zusammengefasst unter dem Titel ""Bücher über Naturwissenschaften & Technik""
Und sie enthielt unter anderem

- Homöopathie Lüge und Wahrheit
- Das große Buch der Homöopathie
- Sheldrake: Der Wissenschaftswahn

Keines dieser 3 Bücher fällt in die Kategorie "Naturwissenschaften & Technik", alle 3 werden aber darunter beworben. Wie soll der Laie eigentlich noch unterscheiden, ob er es mit Wissenschaft oder Esoterik zu tun hat? Es ist kein Wunder, wenn durch diese fehlende Abgrenzung das hohe Ansehen, das die Wissenschaften zurecht genießen, allmählich verloren geht.

Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2013 16:46:50 GMT+02:00
Dem liegt das Problem zu Grunde, dass grundsätzlich Verlag und/oder Autor die Einordnung vornehmen und diese muss halt nicht korrekt sein. Erich von Däniken behauptet natürlich selber, historische Sachbücher zu schreiben und auch die Kreationisten ordnen sich lieber unter "Biologie" als in die Esoterik oder religiöse Literatur ein. Homöopathen etwa sind ja allgemein überzeugt, sie würden tatsächlich Medizin betreiben.
Die drei genannten Bücher sind ja durchaus Bücher über Naturwissenschaft und Technik - dass sie als solche schlecht sind, ändert daran leider nichts.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2013 23:42:39 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.04.2013 23:43:27 GMT+02:00
Utimaus meint:
@ Thomas Diehl

<<Die drei genannten Bücher sind ja durchaus Bücher über Naturwissenschaft und Technik - dass sie als solche schlecht sind, ändert daran leider nichts. >>
Es ist wohl eher Pseudowissenschaft.
Wenn Prümmel - der Autor von "Homöopathie Lüge und Wahrheit" z. B. schreibt: ""Die Schwerkraft ist so ein Phänomen. Jeder kennt es, aber die Frage, warum ein Teller, der uns aus den Händen rutscht, auf den Boden fällt, können Wissenschaftler bis heute nicht eindeutig beantworten. Physiker der alten Schule erklären die Schwerkraft, nach Newton, mit der Anziehungskraft der Erde, während die neue Physik, nach Einstein, Schwankungen im elektromagnetischen Feld der Erde für herunterfallende Gegenstände verantwortlich macht.""
Dann hat das mit Naturwissenschaft nichts mehr zu tun.

Sicher richtig, dass das von den Verlagen unterstützt wird, nicht zuletzt, weil sich manches pseudowissenschaftliche Buch halt besser verkauft als ein etwas schwerer verständliches Buch über echte Wissenschaft. Gerade die Homöopathie bedient ja den Wunsch nach einfacher, nebenwirkungsfreier Heilung, während der Skeptiker der Spielverderber sein muss, wenn er sagt: Keine Wirkung ohne Nebenwirkungen.

Das Problem aber bleibt, dass die Leute nicht mehr unterscheiden können, was ist echt, was nicht. Und wenn immer mehr Scharlatane auf den Markt drängen mit ihren einfachen Wunschlösungen, dann hilft das dem Ansehen der Wissenschaft nicht wirklich.

Veröffentlicht am 27.04.2013 18:38:01 GMT+02:00
pyxis meint:
Kulturpessimismus hat zwar seit Spengler eine gewisse Tradition, aber wenn ich in die englischsprachige Abteilung meiner Lieblingsbuchhandlung gucke, dann gefällt mir was ich sehe: die harten Klassiker meines Fachs, aber knackig verpackt und elegant geschrieben. Ich frage mich ob nicht eher das die Zukunft ist: das harte wissenschaftliche Buch in Kombination mit einem frischeren Schreibstil und eine Aufmachung die eher an billige Romänchen erinnert als an hochkarätige Klassiker. Wenn man sich die gleichen Bücher in deutscher Übersetzung ansieht, so ist die Sache schon optisch in einer andern Liga: sie sollen offensichtlich primär im Büchergestell diesen tollen Hauch von Wissenschaft vermitteln. Noch grösser ist der Unterschied beim Schreibstil: deutsche Autoren lesen sich bei vergleichbarer intellektueller Leistung deutlich trockener, Humor und Anektoten sind gleich völlig tabu, obwohl stilistisch ein grossartiges Mittel um den Leser auch bei trockenen Abschnitten bei der Stange zu halten.
Zugegeben, mich erfüllt es auch mit leisem Stolz, wenn mein Bücherregal mir behilflich ist, diese wunderbar seriöse Aura zu verbreiten, die meine Gäste auch ordentlich beeindruckt. Aber wenn die Alternative darin darin besteht, dass die Bücher (aus meinem nicht gerade als besonders sexy bekanntem Fach) auch von normalen Mitbürgern gelesen werden, so kann ich in diesem Punkt über meinen Schatten springen. Die Strategie funktioniert auch, denn offenbar werden die Dinger in der englischen Expatgemeinde fleissig gelesen, anders ist die erstaunliche Anzahl von Klassikern aus einem nicht gerade populären Fach auf diese paar Meter kaum zu erklären. Ein Blick in die Regale meiner angelsächsichen Freunde scheint die These zu bestätigen. Es wäre sicher spannend vielleicht einmal die Auflagezahlen im angelsächsichen Raum unter die Lupe zu nehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass hier auch für den deutschen Markt noch Potential wäre. Es geht mir ja auch so: wenn ich dann doch einmal bei den Kollegen aus den Naturwissenschaften wildere, dann lese ich doch lieber eine knackige Lektüre von jemandem, der es wirklich wissen muss, als ein windiges Machwerk von einem Populärwissenschaftler, auch wenn ich vielleicht nicht immer alles bis ins letzte Detail verstehe. Ich muss das auch nicht: es reicht, wenn die Lektüre Spass gemacht hat und ich am Ende vielleicht sogar meinen Horizont noch etwas erweitern konnte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.04.2013 19:19:52 GMT+02:00
Sidhe meint:
@Herr H. Neufeld
Vielleicht liegt es ja auch an etwas anderem, dass Sie nur 182 Bücher verkauft haben. Ohne Ihnen zunah treten zu wollen, aber nicht jeder Autor genießt gleich das Glück eine hohe Auflagenzahl zu erreichen - auch ohne dass das Genre "angeblich ausstirbt", kurz gesagt; denn andere Autoren verkaufen in diesem Bereich doch auch sehr erfolgreich!
Und um ehrlich zu sein, spricht mich persönlich Ihr Buch auch nicht wirklich an und obwohl ich sehr gerne im Wissensschaftsbereich lese, würde ich
es nicht kaufen. Auf mich wirkt es irgendwie wenig professionell von der Aufmachung her. Zum Inhalt kann ich natürlich nicht viel sagen und kann mich deshalb gründlich irren: es wirkt auf den ersten Blick mehr "populär" als "wissenschaftlich". Man entscheidet nun mal nach dem Ersteindruck und nach gewissen Kriterien, insbesondere wenn keine neutralen, hilfreichen Rezensionen vorliegen. Ich mag Bücher lieber ein wenig mehr wissenschaftlich als populär. Rein wissenschaftliche Bücher sind mir aber oft eher unzugänglich geschrieben und manchmal auch zu ausführlich ins Detail gehend, deshalb bedarfs für mich eine "besondere Mischung" ;) Gut, Geschmäcker und Ansprüche sind nun mal verschieden und ein Buch zu schreiben, dass jedem gerecht wird und jeden anspricht, kann man nicht. Aber vielleicht überdenken Sie nochmals die Verkaufsstrategie und die optische Aufmachung!?
Nichtsdestotrotz wünsche ich Ihnen natürlich, dass Sie doch noch mehr Bücher verkaufen können!

Veröffentlicht am 06.05.2013 16:09:40 GMT+02:00
Ich hatte Hawking bis zum Schluss gelesen. Ob ich ihn verstanden habe, weiß ich nicht.
Mein Tipp für Ihr Buch wäre, gleichzeitig mehrere Ebenen abzudecken. Das zehnjährige Kind lernt etwas Interessantes und der angehende Physikstudent ebenso. Keine flauen Witzchen, doch Veranschaulichungen und Metaphern dürfen sein. Comic ist sogar immer gut ;-)

PS: Ich befürchte, es war jetzt eine verdeckt eigenmarketinggetriebene Frage, was ich schade, ja verärgernd fände. Grüße!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.05.2013 17:29:29 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.05.2013 14:48:20 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Lieber Herr Dr. Zeitblom,
zunächst freue ich mich, dass sich der Ghostwriter von Thomas Mann sogar in die Niederungen von Amazon verirrt. Letztens hatte ich Ihr Buch über den armen A. L. doch tatsächlich wieder einmal in den Händen...
Besten Dank für die Tipps. Doch etwas verstehe ich nicht ganz an Ihrem PS. Was meinen Sie mit "eigenmarketinggetriebene Frage"? Das hiesige Thema des Forums? Tut mir Leid, wenn das so rüberkommt. Ich habe aber im Eröffnungsbeitrag ganz klar und offen von "Eigennutz" gesprochen. Ich bin einfach auf der Suche nach Themen, die auch Nichtphysiker interessieren. Die Erfahrung mit meinem aktuellen Buch "Licht" haben mich zu dieser provokanten Frage veranlasst. Es wird fast ausschließlich von Fachleuten gelesen - obwohl es für eine breitere Leserschicht konzipiert und geschrieben ist.
Fast alle Beiträge im Forum geben aber leider nur Hinweise zur gewünschten äußeren Gestaltung und zum Schreibstil von Sachbüchern. Die Themen fehlen. Es gibt offenbar keine Wissenschaftsthemen, wonach die Leute verlangen.- Und das ist ein Hinweis, dass das populärwissenschaftliche Buch tatsächlich nur noch in kleinen, exklusiven Nischen überleben kann.
Freundliche Grüße,
Rolf Heilmann

Veröffentlicht am 06.05.2013 17:58:32 GMT+02:00
Ich wäre maximal eine Reinkarnation der redlichen Reinkarnation (der Name ist eigentlich noch älter).
Ich habe für meine Verhältnisse milde kritisiert, eben weil Sie es auch zumindest im Text transparent als eigennützig gekennzeichnet haben. Sonst bin ich furioser. :-)

Zurück zum Thema. Ich halte Kehlmanns jüngsten Erfolg oder Ecos Name der Rose durchaus für sehr raffiniert eingepackte Fachbücher. Vor Eco gab es keinen Markt für philosophische Mittelalterromane. Sobald es aber an Physik geht, hat vielleicht gerade Hawking damals den Markt kaputtgemacht, weil er mit seinen Dimensionstrichterzeichnungen etc. alle zum Weglegen animierte. Ich würde ja gerne noch Unzicker nennen, doch auch der ist eher etwas über den Wissenschaftsbetrieb als über die Kosmologie selbst.
Gödel, Escher, Bach hat es für die Topologie und Permutationslehre geschafft. Da war aber auch der Klett-Cotta-Verlag dahinter, und es gab amüsante Schildkrötengeschichten. Das mit dem Comic war nur halbironisch: mit etwas weniger Pathos wäre Thomas der Trommler ein guter Fachcomic zum 30jährigen Krieg gewesen. - Langer Rede kurzer Sinn: mein Vorschlag ist, für Popularität sich gnadenlos an einen Erfolg anzuhängen. "Die Physik in 'Big Bang Theory' - Alles, was ein angehender 'nerd' wissen muss" ... falls es das noch nicht gibt. Oder "Fifty-_one_ shades of grey - fesselndes Optik-Buch für Anfänger". Oder verwandt: "Werde reich, schön, beliebt - durch Physik". "Protz-Zitate von Physikern", "Die Physik des Fußballs" ... Noch kürzer: vielleicht gibt es gerade wirklich kein Thema, doch ich wünsche Ihnen Glück!

Veröffentlicht am 07.05.2013 10:21:00 GMT+02:00
Dieda meint:
Wenn bei populärwissenschaftlichen Büchern der Akzent auf "populär" liegt, wie z. B. bei Bill Bryson's "Kurze Geschichte von fast allem" oder allen Büchern von Oliver Sacks, lassen sich auch hohe Auflagen erreichen. Es kommt eben darauf an, so zu schreiben, dass esfür Laien flüssig und geradezu amüsant zu lesen ist. Und das gelingt, mit Verlaub, den Wissenschaftlern, die auf ihrem eigenen Gebiet schreiben, eher selten. Da ist einfach zu wenig Abstand zum Thema vorhanden (Sacks ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt). Wer gut schreiben kann, wird in der Lage sein, mit einer Gebrauchsanweisung die Massen zu begeistern - wer's nicht kann, dem hilft auch das faszinierendste Thema nicht.

Veröffentlicht am 07.05.2013 10:32:14 GMT+02:00
Ein Tip noch: Wenn man gerade auch von jüngeren Leuten mit seinen Büchern gefunden werden möchte, ist ein guter Blog und eine Präsenz z.B. in Facebook auch keine schlechte Idee. Denn selbstverständlich recherchieren die Menschen heute gerne erstmal via Internet. Manch gutes Buch bekommt wohl nie die verdiente Aufmerksamkeit, weil es einfach nicht gefunden wird. Und umgekehrt sind Dialog mit und Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern unbezahlbar, wie ich aus guter Erfahrung damit bestätigen möchte.

Anstatt eines eigenen Blogs kann man aber auch thematisch nahestehenden Bloggerinnen und Bloggern das eine oder andere Rezensionsexemplar zusenden. In der deutschen Wissenschaftsblogosphäre haben sich bislang vor allem scilogs.de und scienceblogs.de etabliert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.05.2013 15:06:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.05.2013 15:08:21 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Lieber Herr Blume,
Sie haben eine "Problemgruppe" angesprochen: junge Leute. Meiner Erfahrung nach erreicht man diese durch ein Buch ganz schlecht. Es gibt Ausnahmen, gewiss. Doch das "lange Lesen" von Büchern ist vielen fremd geworden. "Guck - wisch - und weg" lautet bei der Informationsaufnahme oftmals die Devise. Das hat viele Ursachen: neben der naturgegebenen Pubertät spielen natürlich die neuen Medien und die schon erwähnten, verhassten Schulfächer eine wesentliche Rolle. Natürlich erreicht man durch Blogs, Twitter o. ä. etliche Leute. Doch sie dazu zu bringen, ein Buch zu lesen, ist nochmal eine ganz andere Sache. Andererseits stimmt es schon, dass diese Kanäle unbedingt zu nutzen sind, sonst verschwindet das Buch gleich in der Versenkung. Doch ich fürchte, das sind Tropfen auf heiße Steine. Wahrscheinlich muss man dem Vorschlag von Serenus Zeitblom folgen und reißerische Titel kreieren. Dass dann unter Umständen die Leser enttäuscht werden, weil der Inhalt doch einigermaßen nüchtern ist, steht auf einem anderen Blatt. Stellt sich die Frage: Will man das? - Wozu schreibt man Bücher?

Veröffentlicht am 08.05.2013 21:04:32 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.05.2013 21:19:59 GMT+02:00
Polystyrol meint:
Lieber Hr. Heilmann, ich kenne Ihr Buch leider nicht, überlege aber, es mir - jetzt mal so rein interessehalber wegen diesem Forumsbeitrag - anzusehen. Gleichzeitig glaube ich, dass Sie mit einer pessimistisch motivierten Trivialisierung ihres Themas nicht viel "reißen" werden. Warum nicht? Weil ich glaube, dass Populärwissenschaft gerade wegen solcher Herangehensweisen unterschätzt wird, woraus meiner Meinung nach auch kein gutes Buch werden kann. Wir haben hier ja wirklich viele Beispiele und ich würde mich da jetzt nicht nur auf Physik beschränken. Das sieht man in allen Bereichen: Philosophie, Psychologie, Anthropologie, etc.. Zumindest für die letzten 200 Jahre betrachtet, waren populärwissenschaftliche Bestseller oft nicht nur Bücher, die sich an irgendeinen Trend gehängt haben, sondern Bücher von Autoren, die sehr gute Ideen hatten und gleichzeitig gute Autoren waren. Das hört sich jetzt vielleicht doof an, aber nehmen Sie die "Prolegomena zu einer jeden Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können" von Kant.

Ich weiß das ist jetzt viellelicht ein überzogenes Beispiel, aber da steckt was dahinter. Kant hat dieses geniale populärwissenschaftliche Buch geschrieben, weil er ein großer Philosoph UND ein begnadeter Autor war. Mit sowas lockt man viele Menschen hinterm Ofen vor. Da gäbe es unzählige weitere Beispiele: "Die Bestimmung des Menschen" von Fichte. Oder das Buch "Die Welträtsel" von Ernst Haeckel... ich weiß, das sind große Namen, aber ich würde mich eher an sowas halten. Wenn es dann nicht funktioniert, dann sollte es nicht sein. Man darf natürlich den Leser nicht vergessen, aber "Popularisierung" ist nicht alles was einen populärwissenschaftlichen Hit ausmacht. Es steckt auch stilistisches Können dahinter. Das vergisst man vielleicht oft.

Ich meine, wer interessiert sich für ein populärwissenschaftliches Buch, das nicht wirklich neues und eigenes Wissen unabhängig von irgendwelchen Trends aufbereitet, nach ein paar Jahren noch? Das wäre natürlich noch kein Maßstab, weil vielen Leuten auch ein kurzzeitiger Erfolg genügen würde. Allerdings glaube ich, dass solche Kurzzeiterfolge nicht wirklich leicht planbar sind.

Halten wir uns doch besser an die guten oder hervorragenden Beispiele:
Stephen Jay Gould hat einen Haufen "populärwissenschaftlicher" Bücher geschrieben. Gleichzeitig genügen diese Bücher in vielerlei Hinsicht strengen wissenschaftlichen Argumentationslinien. Oder andere Bücher zur Evolutionstheorie, etwa von Ulrich Kutschera. Oder Bücher von Roger Penrose. Bücher von Carl Sagan. Sogar Bücher von Richard Feynman, das werden Sie ja wohl wissen. Zwar haben nicht alle der genannten Personen die gleiche fachliche Qualität. Auf jeden Fall waren/sind sie aber alle sehr gute Autoren.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Beispiele, die meine Aussage vollkommen widerlegen. Man nehme z.B. diese seltsamen pseudeophilosphischen Ratgeben von Rolf Dobelli "Die Kunst des klugen Handelns" (oder wie auch immer diese Bücher heißen). Die beiden Bücher diese Autors befinden sich seit fasst einem Jahr unter den ersten 10 Plätzen der deutschen Sachbuchbestsellerlisten. Sie enthalten halbverdautes bis falsches populärphilosphisches Blabla mit ebenso halbrichtigem Gehirnblabla, das zwanghaft Sentenzen aus wissenschaftlichen Statistiken destilieren will. Der Autor hat populär- bis pseudowissenschaftliches Gewäsch mit Lebenshilferatgeberliteratur (die sich selbst ironisch von dieser Sparte abgrenzt) vermischt: UND FERTIG IST DER MEGABESTSELLER.

Aber das ist doch keine POPULÄRWISSENSCHAFT. Das ist Humbug für den sich der Autor irgendwann selbst hassen wird (hoffentlich :) ). Vielleicht erlangt er ja irgendwann einmal einen castanedamäßigen Dachschaden (das Beispiel passt natürlich auch nicht, weil Castaneda - wenigstens kurz - wirklich ernst genommen wurde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2013 08:05:19 GMT+02:00
R. Heilmann meint:
Hallo Polystyrol, weshalb schreibt man populärwissenschaftliche Bücher? Wer die Sache ernst nimmt, braucht für ein Buch, grob gerechnet, ein Jahr - in Vollzeit. Die meisten können sich eine solche Auszeit vom Haupt-Job nicht nehmen, also dauert es entsprechend länger. Die Auflagen für derartige Bücher sind bekannt, das Honorar auch. Also lässt sich schon im Voraus ausrechnen, dass der "Stundenlohn" weit(!) unter dem aktuell diskutierten tariflichen Mindestlohn liegt. Also rein materiell gesehen, bringt die Sache fast nichts.
Bekannt wird man mit solchen Büchern in der Regel auch nicht, da der begrenzte Leserkreis auch schon im Voraus feststeht. Wer schon Promi ist, kann sein Image etwas aufpolieren - ggf. mit Hilfe eines Co-Autors oder eines gar nicht erwähnten Ghostwriters, sodass man die oben genannte Mühe auch nicht hat. Das machen übrigens auch bekannte Wissenschaftler!
Akademisches Ansehen gewinnt man durch Populärwissenschaft auch nicht. (Hier helfen ausschließlich Fachartikel für einen kleinen Kreis von Spezialisten.)
Zudem veraltet aktuelle Wissenschaft recht schnell, sodass dies - Sie schreiben es - für die Populärwissenschaft natürlich auch gilt.
Es gibt also fast keinen Grund, ein populärwissenschaftliches Buch zu schreiben. Daher fürchte ich, dass diese Kultur allmählich ausstirbt. Deshalb dieses Forum mit dem etwas provozierendem Titel.
Weshalb schreibt dann doch ab und zu jemand ein solches Buch? Ich kann jetzt nur für mich sprechen: Mein Job ist die Vermittlung von Wissen. Ich möchte aber den Leuten nicht vorschreiben, was sie zu wissen haben. Sondern ich möchte fragen: Was interessiert Euch? - Vielleicht kann ich ja antworten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2013 10:05:53 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.05.2013 10:24:52 GMT+02:00
Polystyrol meint:
Ich kann Ihre dramatische Sicht vom Aussterben wirklich nicht teilen. Es gibt gute und erfolgreiche populärwissenschaftliche Literatur. Erfolgreich wird sie aber durch überragende Originalität oder durch bloßen Zufall. Eine fachliche Ausbildung und tiefgreifendes Wissen zu einem Gebiet reichen nicht aus. Aus meiner Studienzeit weiß ich, dass die meisten Professoren - auch wenn es sich dabei um Koryphäen auf dem jeweiligen Gebiet handelt - keine besonders guten Autoren sind. In der Regel kam da auf ein ganzes Institut ein halbwegs guter Autor. Die anderen finden zwar durch ihren Namen oft auch Eingang in breitwirksamere Verlage, das ändert aber nichts daran, dass die Texte sich noch immer lesen wie ein unbearbeitetes Vorlesungsskriptum ohne Fleisch und Blut.

Was verstehen Sie denn unter einem "populärwissenschaftlichen Buch"? Bzw. welches Buch würden Sie jetzt so als Beispiel nennen, das sie für ein erfolgreiches und möglicherweise auch gutes populärwissenschaftliches Buch halten. Mir fehlt es in ihrer Behauptung an Substanz, ich höre da - verzeihen Sie mir - schlicht und einfach Nörgelei oder Enttäuschung heraus. Das beruht aber in der Regel auf persönlicher Erfahrung. Erfahrung ist natürlich irreduzibel, weil sie Ihren persönlichen Blick auf die Welt bestimmt, aber ich würde es nicht verallgemeinern.

Ich beziehe mich jetzt mal auf Physik als populär dargestelltes Fach: da fallen mir auf die Schnelle mehrere Autoren ein, die wirklich nicht sooo schlecht und sogar erfolgreich sind: Lisa Randall, Brian Greene, Harald Lesch oder für die Mathematik Albrecht Beutelspacher, Hans Wußing (!!!!!)...
Und das sind nur wirklich bekannte Namen, es gibt daneben noch viele andere interessante Leute, die auch - vielleicht nur kurzzeitig - ziemlich bekannt sind. In Österreich gibts diese Physikclowns "Die Science Busters", die Inhalte (vielleicht auch etwas übertrieben aufgeweicht) mit sehr lustigen Methoden rüberbringen.

Worauf fußt also Ihre Annahme, das populärwissenschaftliche Buch sterbe aus? Man braucht nur einen wirklich originellen Ansatz oder viel Glück (bzw. eine Mischung daraus). Wenn Sie keines von beidem haben, dann würde ich deswegen trotzdem nicht gleich den "Untergang der Populärwissenschaft" bemühen.

Herr Blume, der hier bereits einen Beitrag geschrieben hat, schreibt übrigens sehr interessante Bücher, ich verfolge schon seit längerer Zeit seinen Blog auf Scilog.de ... seine Bücher sind für jeden verständlich und doch werden auch (wahrscheinlich eher Geisteswissenschaftler, obwohl er eine interessante Interdisziplinarität an den Tag legt) Fachleute seine Bücher lesen. Wenn Sie kein populärwisschenschaftliches Buch schreiben oder lesen, dann ist die Populärwissenschaft für Sie gestorben. Für mich lebt sie. Ich glaube Sie sitzen da einer fälschlichen - oder aus den Naturwissenschaften eingeschleppten - Unschärfe des Wissensbegriffes auf. Wenn ich ehrlich bin, unterscheide ich gar nicht so sehr zwischen Populärwissenschaft und ??? - ja wie nennt man das Gegenüber eigentlich? - "Wissenschaft".
Vielleicht mag das in Physik klarer abgrenzbar sein, wobei ich selbst das nicht glaube.

Übrigens kann ich mich ihrer Zeitangabe in keinster Weise anschließen. Sie verallgemeinern da zu sehr.

Es liegt natürlich auch viel am jeweiligen Sprachraum. Ein beliebiges Beispiel: deutsche Philosophen haben als Einführung die die Logik jahrelang Bücher von Stegmüller lesen müssen. Englische Philosophen lasen und lesen (!!!) seit Jahrzehnten Bücher von Quine. Wer die verschiedenen Darstellungsstile der beiden Personen kennt, weiß worauf ich hinaus will. Das kann man weiter treiben, indem man Namenspaare setzt. Deutschsprachige Autoren sind oft hölzern, unlustig, schwierig usw.. Das zieht sich bei uns durch alle Gebiete. Während die jungen deutschen Science Fiction Fans Perry Rhodan lesen/lasen, hatten die Amerikaner bzw. Engländer Philip K. Dick, Robert Sheckley, Philip Jose Farmer, Heinlein, Ballard uvm...

Ich denke das drückt schon viel aus.
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Erster Beitrag:  09.04.2013
Jüngster Beitrag:  13.08.2013

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