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Psycholinguistik von nichtnatürlchen Sprachen


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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 14.10.2008 15:33:03 GMT+02:00
R. Proynova meint:
Ich schreibe meine Diplomarbeit in Wirtschaftsinformatik und habe keine Psychologiekurse im Studium belegt. Allerdings brauche ich jetzt Hintergrundwissen in Psycholinguistik und weiss nicht mehr wo ich es finde.

Meine Diplomarbeit behandelt die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer in einem Vertrag zur Softwareentwicklung. Besonders wichtig für mich ist das Festhalten der Anforderungen (Bsp: Auftragnehmer sagt dem Auftraggeber "Der Kunde muss sich auf der Startseite einloggen können"). Diese Anforderungen werden aber normalerweise ausschliesslich als Prosa aufgeschrieben. Sie enthalten eine Menge von Information in verschiedenen Notationen, von Anwendungsfällen über flussdiagrammbasierte Notationen bis Pseudocode und Prädikatenlogik.

Es ist für mich wichtig, zu erfahren, wie die Information in diesen Notationen im menschlichen Gehirn verarbeitet wird, vor allem, ob der Leser die Information aus z. B. einem Flussdiagramm direkt in sein Gedächtnis speichern kann, oder ob er sie zuerst in eine natürliche Sprache "übesetzen" muss.

Ich habe alle Bücher uzm Thema Psycholinguistik (und einige zur Neurolinguistik) in der Unibib überflogen, aber nichts Passendes gefunden. Nicht einmal die Studien zum Bilingualismus haben was gebracht, weil die alle annehmen, dass der Kommunizierende in beiden Sprachen denken kann, und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand imstande ist, in Flowcharts oder gar in Prädikatenlogik zu denken.

Kann mir jemand Literatur empfehlen, die sich mit diesem Thema befasst? Gerne Buch, aber auch wissenschaftliche Publikation oder Ähnliches. Bevorzugte Sprachen sind Deutsch und Englisch, aber zur Not gehen alle romanischen, angelsächsischen und slavischen Sprachen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2008 07:45:46 GMT+02:00
Gerhard meint:
Ich würde dringend den betreuenden Prof. konsultieren, das hört sich ja alles nicht so einfach an, und Du scheinst da doch eher noch am Anfang zu stehen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.10.2008 12:04:55 GMT+02:00
Fiordiligi meint:
Schau dir mal http://www.idi.ntnu.no/~krogstie/publications/2001/ifipwc/ifip2001-article.pdf an - der Artikel dreht sich zwar vor allem um die Qualität von requirements specifications generell, aber im Bereich "perceived semantic quality" und "pragmatic quality" könntest du vielleicht weiterkommen, wenn nicht unmittelbar in diesem Artikel, aber vielleicht bei der Bibliographie. Insgesamt würde ich mich allerdings meinem "Vorredner" anschliessen - das ist ein sehr komplexes, grosses Thema, mit dem sich ganze Forschungsteams an diversen Unis und Universitäten beschäftigen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.10.2008 23:20:17 GMT+02:00
W., Vanja meint:
Ich verstehe nicht ganz genau wonach Du suchst. Das was Du hier schreibst ist kein Gegenstand der Psycholinguistik sondern eher der Semantik/Pragmatik. Mit "Verarbeitung im menschlichen Gehirn" vermute ich deutet nicht auf die neurolinguistische Fragestellungen (Universal Grammar ist angeboren? Wo sind verschiedene "Bauteile" der Sprache gespeichert") sondern auf die Fragestellungen die in der Pragmatik zu finden sind... wie verständig man sich? Wie werden Informationen verarbeitet? etc. Ich muss sagen, dass ich von Pragmatik und Semantik nicht so viel Ahnung habe, aber evtl. schaust Du Dir Einf. in die Semantik (Löbner) und ein Einführungsbuch in die Pragmatik. Suche noch nach diesen Stichpunkte: Kontextualisierung, Präsupposition, Kohärenz, Frames...
Sonst erläutere Dein Problem, vielleicht kann ich Dir helfen, aber ich glaube bei Psycholinguistik/Neurolinguistik liegst Du falsch.. wer hat Dir diese Wissenschaften empfohlen?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.10.2008 23:14:53 GMT+01:00
Sabine meint:
Ich würde mal bei "Schemes and frames" ansetzen. Dazu schreibt Hönig in "Konstruktives Übersetzen" folgendes: "Wenn wir die "Psychologisierung" der Semantik noch einen Schritt weiter treiben, als es in der Prototypen-Semantik schon geschehen ist, so kommen wir zu dem Modell der schemes und frames. Es handelt sich dabei um psycholinguistische Konzepte zur Beschreibung kognitiver Basisoperationen." Klingt doch, als wenn es genau das sein könnte, was Du suchst, oder?

Hönig erwähnt in diesem Zusammenhang die Psycholinguistin Deborah Tannen, von der ich leider noch nichts gelesen habe. Mir ist das Thema nur von Snell-Hornby in Verbindung mit dem Übersetzen bekannt. Hier noch die Quelle für den Tannen-Aufsatz:

Tannen, Deborah (1979): "What's in a Frame? Suface evidence for underlying expectations", in: R. O. Fredle (ed.), New directions in discourse processing, Norwood, 157-182.

Weitere eventuell hilfreiche Quellen zur Einführung: Schwarz/Chur: Semantik. Tübingen: Gunter Narr Verlag, 2. Aufl. 1996. Thagard: Kognitionswissenschaft - Ein Lehrbuch. Stuttgart: Klett-Cotta, 1999.
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Beiträge insgesamt:  5
Erster Beitrag:  14.10.2008
Jüngster Beitrag:  28.10.2008

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