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Verarbeitung des 1.Weltkriegs in der Literatur


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1-18 von 18 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.10.2008 20:25:57 GMT+02:00
fayter meint:
hi,

Werde demnächst ein Arbeit über die Verarbeitung des 1.Weltkriegs in der Literatur schreiben.
Bisher hab ich nur Kriegsberichte(Jünger,Köppen,Renn) gelesen, aber gibt es auch spezifische Literatur zu diesem Thema?
Antwort auf den Eintrag von fayter:
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Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.10.2008 16:58:29 GMT+02:00
Hallo,
zunächst fällt mir da natürlich Remarques "Im Westen nichts Neues" ein. Außerdem mal bei der expressionistischen Lyrik oder überhaupt bei der Lyrik dieser Zeit (auch Dadaismus! - da spielte der 1. WK eine ganz wichtige Rolle) nachgucken. Und dann die entsprechende Sekundärliteratur dazu suchen... Viel Spaß bei der Recherche!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.10.2008 22:22:14 GMT+02:00
fayter meint:
hi,

zunächst mal Danke für den Tipp - hab den Expressionismus ganz vergessen xD

Weiß noch nicht so recht wie ich die Arbeit aufbauen bzw. gliedern soll. Irgendwelche Ideen?! :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.10.2008 17:57:27 GMT+02:00
Hallo,
um was für eine Arbeit handelt es sich denn? Facharbeit, Seminararbeit...?
Welchen Umfang soll sie haben?
Hmmm, wie die Gliederung gestaltet wird, hängt natürlich maßgeblich von den Werken ab,
die man auswählt. Man könnte z.B. trennen zwischen den Einstellungen zum 1.WK. Wer war
eher patriotisch eingestellt, wer eher kritisch? Oder eben nach Epochen (Expressionisten waren zunächst ja großteilig positiv gestimmt, wurden dann aber von der Realität eines Besseren belehrt... Dadaisten waren von Beginn an pazifistisch eingestellt, Jünger war ja großteilig enthusiastisch gestimmt usw.) Nach Gattungen ist nicht so sinnvoll.
Oder vielleicht einfach einige (abhängig vom Umfang der Arbeit - z.B. fünf?) Werke aussuchen und chronologisch abhandeln. Wichtig wär's eben auf alle Fälle herauszustreichen, dass es unterschiedliche Möglichkeiten der Verarbeitung oder eben eine sehr divergierende Auseinandersetzung mit dem Thema gab.
Einfach auch mal in der Unibibliothek nach passender Sekundärliteratur suchen. Da gibt's einiges zu!
Viel Spaß beim Aussuchen schöner Texte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2008 17:24:25 GMT+01:00
Hallo, Fayter -

auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, möchte ich Dich doch auf einige Titel aus der deutschen Literatur hinweisen, die heute nicht mehr so ohne weiteres gängig sind. Da wäre etwa Bindings Erzählung "Wir fordern Reims zur Übergabe auf", oder seine Novelle "Unendlichkeit". Dann gibt es den Paul Alverdes mit zwei kleinen Bändchen: "Die Verwandelten" und "Reinhold im Dienst"; Alverdes sagt im Grunde genommen dasselbe wie Remarque, aber irgendwie haben die Nazis ihm das nicht übelgenommen.

Wenn's dickere Bücher sein dürfen, wäre da P.C. Ettighofer zu nennen, mit "Gespenster am Toten Mann" und "Verdun, das große Gericht", die in den späten 30er Jahren herauskamen. Keine Angst, das ist keine Revanche-Literatur, das Verdun-Buch z.B. endet mit der Beschreibung eines internationalen Gedenkmarsches zum Beinhaus am Douaumont-Fort im Sommer 1936 und dem gemeinsamen Schwur aller Teilnehmer "den Weltfrieden zu halten".

Schließlich kann man auch noch Friedrich Sailler erwähnen, mit seinem Buch "Brücke über das Niemandsland" aus dem Jahre 1938, das geradezu mit einer Apotheose der deutsch-französischen Versöhnung endet.

Ich weiß allerdings nicht, ob diese Titel heute so ohne weiteres in einer öffentlichen Bibliothek zu finden sind und ob man es Dir ggf. nicht ankreiden wird, sie verwendet zu haben.

TD

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2008 14:38:27 GMT+01:00
fayter meint:
hi,
vielen Dank für die bisherigen Postings! Werde mich mal durch die vorgeschlagenen Werke lesen. :]

"um was für eine Arbeit handelt es sich denn? Facharbeit, Seminararbeit...?
Welchen Umfang soll sie haben?"
Habe vor dieses Thema als Spezialgebiet in Deutsch zu wählen. (österr. Matura)
Sollte mind. 10 Seiten umfassen, nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2008 17:16:21 GMT+01:00
Da bietet es sich natürlich an, sich v.a. auch mit österreichischen Autoren zu beschäftigen! Da gibt's tolle Sachen.
Unbedingt Karl Kraus angucken (v.a. "Die letzten Tage der Menschheit" und den Essay "In dieser großen Zeit"). Vielleicht auch Elias Canettis autobiographisches Werk (Die gerettete Zunge usw.).
Ansonsten noch schauen, was es bei Schnitzler dazu gibt (ist vielleicht etwas schwieriger, weil er sich nicht sooo öffentlich dazu geäußert hat, aber trotzdem sicher sehr interessant). Stefan Zweig und Alice Schalek (Kriegsberichterstatterin).
Außerdem wäre es sicher sehr interessant und würde auch bestimmt gut ankommen, wenn man auf die bildende Kunst Bezug nimmt (Expressionismus, Franz Marc...).
Unbedingt Georg Trakl angucken (beging ja nach der Schlacht bei Grodek Selbstmord) und achja, ein "must" ist sicherlich noch der brave Soldat Schwejk von Hasek!
Viel Spaß beim Durchgucken und wie gesagt, dringend auch auf österreichische Literatur Bezug nehmen - kommt sicher gut!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2008 22:10:02 GMT+01:00
H. Schulmeyer meint:
Hallo Fayter,

Hier noch ein Tipp von mir:
Die Schilderung der Zeit vor, während und nach dem ersten Weltkrieg in Carl Zuckmayers Auto-biographie "Als wär's ein Stück von mir" haben mich sehr beeindruckt. Gerade die Beschreibung der Stimmung in Deutschland im August 1914 ist meiner Meinung nach einmalig.
Carl Zuckmayer lebte übrigens ein paar Jahre in Österreich bis er nach dem deutschen Einmarsch 1937 in die Schweiz und später in die USA flüchtete.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2008 22:30:10 GMT+01:00
Pegasus50 meint:
Ich könnte hierzu die Geschichte des "Blauen-Reiters" empfehlen, insbesondere Gabriele Münters "Erinnerungen- in Briefen und Tagebuchaufzeichnungen" (Mitte der 80iger im Fischer-Verlag erschienen). Interessant, weil die später "verfemten und abartigen" Künstler, vor 1914, wie Kandinsky zurück nach Russland mussten, unter Lenin zurück kamen, um 1933 ins "Exil" zu gehen.

Historisch empfehle ich für den gefragten Zeitraum auch unbedingt Tollers "Eine Jugend in Deutschland", in der er fast tagebuchmäßig, seine WK-I Erlebnisse, mit denen von 1914 - 1928, anhand seiner subjektiv, biographischen Erlebnisse beschreibt, und dabei immer wieder Bezug auf die Erlebnisse seiner Eltern und Großeltern Bezug nimmt.

Möge es eine gute Arbeit werden, denn gerade darin liegt der Schlüssel dafür, was den Faschismus erst möglich gemacht hat!

Pega-Allgäu

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2008 15:21:30 GMT+01:00
Einer von den noch nicht genannten, aber ganz sicher bedeutendsten Titeln zum Thema ist Arnold (nicht Stefan) Zweig, Erziehung vor Verdun.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2008 18:50:28 GMT+01:00
Detlef Baur meint:
Hallo,
kennen Sie das "TAGEBUCH DES GEORG BALDAUF"?? Es ist unter diesem Namen im Internet leicht zu finden, das ist ein interessantes Buch vom 1. WK an der Italienischen Front.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2008 04:11:00 GMT+01:00
Lesartist meint:
Hallo, wenn es um Östereich-Ungarn und WK1 geht, möchte ich noch einmal nachdrücklich auf "Der brave Soldat Schwejk" von Jaroslav Hasek hinweisen - Hasek verarbeitete in satirischer Form auch seine eigenen Erlebnisse mit der kuk-Kriegsführung (schneller Einstieg sind die wikipedia-Artikel über Dichter und Werk) - der Roman ist eine absolut köstliche Lektüre...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2008 21:10:02 GMT+01:00
eddie_k meint:
Wenn's um österreichische Literatur geht: Joseph Roth mit seinem "Radetzkymarsch" nimmt in Teilen ebenfalls Bezug auf den 1. Weltkrieg.
Für die Gegenseite fällt mir noch ein: Louis-Ferdinand Celine: Voyage au bout de la nuit (Reise ans Ende der Nacht) und Hemingway.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.11.2008 19:52:08 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.11.2008 20:02:41 GMT+01:00
Pilar meint:
Hallo,
die englische Autorin Pat Barker mit ihrer dreibändigen "Regeneration trilogy", bestehend aus "Niemandsland", "Das Auge in der Tür" und "Die Straße der Geister" deckt die britische Seite der Verarbeitung des 1. Weltkriegs in ungewöhnlicher Weise ab.
In den Romanen schildert sie die Vorgänge in einem Lazarett für traumatisierte britische Offiziere während des Ersten Weltkrieges und die Bemühungen der Daheimgebliebenen und Zurückgekehrten, den Krieg psychisch zu überstehen.

Vielleicht führt das für die Maturaarbeit zu weit, aber im Zusammenhang der Frage fallen mir sofort diese Bücher ein.
Oder ist wirklich nur der deutsche Sprachraum gemeint?
Viel Glück!

Veröffentlicht am 10.04.2011 21:35:13 GMT+02:00
Lieber fayter! ich habe mein spezialgebiet in Deutsch über genau das thema! und wie du anscheinend selbst gemerkt hast ist es nocht so leicht dafür material zu finden bzw. ist die zeit auch recht knapp bemessen! so wollte ich fragen ob du diese Arbeit noch hast und mir vielleicht zu kommen könntest.... ich würd sie auch nicht als meine arbeit ausgeben nur allein die Quellen und sekundärliteratur würd mir doch sehr helfen!
lg Max

Veröffentlicht am 10.04.2011 23:37:59 GMT+02:00
Instetten meint:
Ich weiß nicht, ob das im Sinn eines Diskussionsforums ist, wenn sich hier ziemlich bequeme Schüler nicht nur Literaturtipps zu einem bestimmten Thema wünschen, sondern möglichst auch noch Vorschläge für die Gliederung(!) ihrer anzufertigenden Arbeit (10 Seiten!) erbitten. Der letzte Eintrag (nach über 2 Jahren!) und die darin ausgesprochene Bitte, doch auch noch gleich die fertige Arbeit zu schicken, spricht Bände! Und ziemlich unverfroren ist die "Versicherung" , wörtlich: "ich würd sie auch nicht als meine Arbeit ausgeben" ! Der "Freiherr" lässt grüßen!

Veröffentlicht am 12.04.2011 09:36:09 GMT+02:00
Pilar meint:
Lieber Herr Kubesch,
ist es nun leicht oder nicht leicht, Literatur zu finden? Ich finde, in der Liste finden sich hervorragende Anregungen,
allerdings muss halt nach wie vor gelesen und eine eigenständige Arbeit verfasst werden, nicht wahr?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.04.2011 10:34:05 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.04.2011 10:40:16 GMT+02:00
Hallo Fayter,

im angelsächsischen Sprachraum gibt es zum gesuchten Thema jede Menge zeitgenössische Literatur, aber ich weiß nicht, ob Du die auch gebrauchen kannst.
Z. B. "Birdsong" ("Der Gesang vom großen Feuer") von Sebastian Faulks, "Der Krieg und die Kröte" von Timothy Findley, "Der lange Weg" von John Boyden (mein Favorit!), "Damals, die Liebe" von Jonathan Hull, "Remembrance" von Theresa Breslin usw. Ich habe den Eindruck, dass der 1. Weltkrieg dort bis heute stärker als hier literarisch verarbeitet wird.
Wesentlich finde ich außerdem die Kriegslyrik von Wilfred Owen und Siegfried Sassoon, beide britische Kriegsteilnehmer.

Viele Grüße und guten Erfolg für Deine Arbeit,
Anette

@Maximilian Kubesch
Die Sekundärliteratur finden Sie nun auch hier, oder? Ein derartig unverfrorenes Ansinnen habe ich übrigens bisher noch nicht gesehen.
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Erster Beitrag:  16.10.2008
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