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"Thy" und "Thou"..?


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1-25 von 55 Diskussionsbeiträgen
Veröffentlicht am 10.12.2012 09:13:41 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.12.2012 09:36:57 GMT+01:00
mmhmm... interessant, David Eddings (amerik. SChriftsteller und Englisch Lehrer lt. Klappentext) verwendet Thee/thou/thy in seinen Büchern NUR bei offiziellen Anlässen. Also wenn königliche Texte wieder gegeben werden oder in seinen Prophezeiungen. und unter anderem als Hauptcharaktere nach Arendia kommen und auf Mandorallen treffen. Deswegen dachte ich dass es sich hierbei um "Highstyle" handelt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.12.2012 12:29:29 GMT+01:00
Walpurga meint:
Der Buchtitel von D.H. Lawrence lautet "Sons and Lovers". Im Dialekt werden Thou, Thy, Thine, Thee auch heute noch benutzt, besonders in Nordengland. Habe es selbst vor wenigen Jahren in Northumberland und Lancashire bei den Einheimischen gehört.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.12.2012 12:09:56 GMT+01:00
artmano meint:
Hübscher Literaturhinweis, danke!
Im Dialekt wird das ja wohl heute noch benutzt. Dialekte bewahren immer die älteren Sprachformen gegenüber der Standardsprache.

Veröffentlicht am 08.12.2012 12:04:41 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.12.2012 12:07:41 GMT+01:00
»Thou« und die anderen Formen des alten Personalpronomens wurden in manchen englischen Dialektregionen bis ans Ende des 19. Jahrhunderts im Gespräch zwischen einfachen Leuten verwendet. In einem Roman von D. H. Lawrence (Titel kann ich auf Wunsch nachliefern) lässt der Erzähler eine junge Frau aus der örtlichen Oberschicht auf einen jungen Arbeiter treffen, der sie mit seiner vertrauten Anrede gleichzeitig pikiert und fasziniert, und fasst das Erlebte in dem Satz zusammen: »She had never been thou’d before.«.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.12.2012 23:48:40 GMT+01:00
Die Queen redet heute noch so, oder auch in englischen Liedern kommen Thy und Thou vor.
aber, wie schon gesagt, das ist mittelalter-Englisch.
LG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.12.2012 08:00:05 GMT+01:00
Markus Nieder meint:
@ artmano,

gut & schön; aber wenn man(n) die historischen Hintergründe oder die Wurzeln von etwas kennt, ist die Gegenwart leichter zu verstehen. Oft genug vermittelt sich einem genau deshalb ein völlig anderes Bild; nicht nur in der Sprache...

Veröffentlicht am 27.11.2012 13:31:48 GMT+01:00
C. Karpenchuk meint:
Da sich einige Diskussionsteilnehmer völlig korrekt auf den Einfluß des (Normannischen) Französischen hingewiesen haben ("You" entwickelt sich aus "Vous", etc.) gebe ich hier für die einschlägig Interessierten mein Lieblings-Beispiel für die Vermischung des Germanischen und Französischen im modernen Englisch - und zwar: der gemeine Löwenzahn.

Löwenzahn heißt auf Englisch "Dandelion". Auf den ersten Blick scheint da keine Verbindung zu bestehen. Wenn man aber "Löwenzahn" 1:1 ins Französische übersetzt, bekommt man "Dent de Lion", was sich über die Jahrhunderte ganz einfach zu "Dandelion" verschleift. Das schöne ist eben, daß "Dent de Lion" NICHT das Französische Wort für "Löwenzahn" ist! Es heißt auf Französisch "Pissenlit". "Dandelion" konnte nur auf der Insel passieren, wo vermutlich eines Tages ein Angelsächsischer Gärtner versucht hat, seinem Normannischen Herren zu erklären, wie schlimm sich das Unkraut verbreitet, allerdings mit erheblichen Wortschatzmängel in der Sprache des anderen... witzig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.11.2012 18:17:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.11.2012 18:46:40 GMT+01:00
artmano meint:
@Murmeltier:
Sie siezen sich nicht. Von "siezen" im Gegensatz zu "duzen" kann man sinnvollerweise nur sprechen, wenn es eine Wahl zwischen zwei Ausdrucksweisen gibt.

In der heutigen englischen Standard-Sprache gibt es aber (zum Beispiel im Gegensatz zum Deutschen) nur ein einziges Anrede-Pronomen, das unterschiedslos für Fremde und Bekannte, für Respektspersonen wie für Freunde und Vertraute verwendet wird.

So richtig und interessant deine Ausführungen in sprachgeschichtlicher Hinsicht auch sein mögen, für das aktuelle standardsprachliche Sprechen sind diese historischen Hintergründe in der Regel belanglos.

Veröffentlicht am 26.11.2012 17:57:33 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 26.11.2012 18:29:15 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.11.2012 17:42:00 GMT+01:00
artmano meint:
Thy und Thine sind Possessiv-Pronomina, die anderen genannten sind Personal-Pronomina.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.11.2012 17:31:06 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 26.11.2012 18:27:40 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.11.2012 23:00:04 GMT+01:00
Murmeltier meint:
GENAU!
Die Engländer/Amerikaner von heute SIEZEN sich. Im "Neudeutsch" wird der Klang von "you" gerne für das ähnlich klingende Du eingesetzt. "Peter, can you.." = eigentlich "Peter, können Sie...". Dass das 'Sie' (you) auch im familiären Bereich eingesetzt wird, wie im Französischen noch im letzten JH das "vous". ist dem traditionsvehafteten England zu verdanken (wo man z.B. auch noch - aus der bewaffneten Reiterei stammend - links fährt). Dass das thou in GB und USA ausstirbt, hat einen einfachen linguistischen Grund: you spricht sich bequemer als thou. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an das umgangs-SPRACHLICHE "Yea" (gesprochen. 'JA'), das auf Grund der einfacheren (kürzeren) Lautbildung immer häufger als das "yes" benutzt wird.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.11.2010 09:12:44 GMT+01:00
Walpurga meint:
Lieber Mondschatten und alle Anderen,
ja, ich weiß, dass der Gebrauch des Vornamens nicht gleichzusetzen ist mit einem vertraulichen ´Geduze´ , weder bei den Briten noch bei Amerikanern. Jedenfalls sagen das meine amerikanischen Freunde. Ich würde furchtbar gerne wissen, woher dieses ´Hi John-Zitat´ kommt. Ich weiß nur, dass es eine amerikanische Linguistin gesagt hat. Irgendjemand muss es doch noch wissen...
Herzlich, Walpurga

Veröffentlicht am 13.11.2010 21:37:40 GMT+01:00
erst einmal zum punkt englisch-lehrerInnen. leider kenne ich viele kollegen/innen, die wirklich kaum englisch können, dann solche, die durchaus was können, aber trotzdem langweiligen unterricht machen. gruselig. in meinen klassen lernen die schülerInnen aber durchaus auch alte formen, wer wann gb erobert hat und was für ein grammatik- und wortgemisch dadurch entstanden ist. es macht viele aspekte der englischen sprache verständlicher, wenn auch nicht logischer.... hilft aber den schülerInnen und macht spaß. englischunterricht ohne filme im original oder übersetzen populärer musik wäre mir viel zu öde, zumal es heutzutage derart tolle englische texte gibt (z.b. mr president von pink). ich suche immer filme und texte zu den themen der lehrbücher raus - weil ich mich sonst selber zu tode langweilen würde im unterricht ;-) und nein, ich bin keine enthusiastische neulehrerin, sondern 51 jahre alt. allerdings habe ich sowohl unter unfähigen lehrkräften gelitten wie unter genialen meine bis heute anhaltende liebe zu dieser sprache entdeckt.

apropos shakespeare: ich finde ihn genial und liebe seine stücke. und ich bedauere es unendlich, dass uns die sprachfeinheiten größtenteils komplett entgehen, weil sie uns aus unkenntnis nicht bewusst sind. mir ist mal aufgefallen, dass in shakespeares stücken jede menge pflanzen vorkommen. habt ihr gewusst, dass jede dieser pflanzen, blumen, bäume eine dramatische bedeutung hat, die den damaligen menschen ganz selbstverständlich klar war? auf diese weise hat shakespeare ohne worte seine stücke emotional verstärkt. was geht uns da an verständnis heute nur verloren?

synchronisation: wenn ich hi john, how are you als normaler schüler oder mensch mit englischkenntnissen höre, verstehe ich: he john, wie geht's dir. vor allem in gb verleitet das nicht muttersprachlerInnen oftmals zu einem zu vertraulichen umgang, den die briten als schrecklichen faux pas empfinden. Dabei ist das tatsächlich ein gehobener, sehr respektvoller, siezener umgang miteinander. warum treffen sich briten wohl lieber im pub als zu hause? weil sie zu raschen "intimen" umgang als unangenehm empfinden. ich habe ein jahr in east sussex gelebt, wurde schon bald in pubs eingeladen, nach 5 monaten dann in den persönlichen stammpub (!), sozusagen das ausgelagerte wohnzimmer, und erst nach 7 monaten zum ersten mal zu jemand britischem nach hause. da ging ich in den häusern der dort lebenden amerkanerInnen, canadierInnen etc. schon lange ein und aus... trotzdem oder gerade deshalb liebe ich großbritannien!!! ich fahre jedes jahr hin, ist wie eine sucht ;-)

huh, ist das jetzt lang geworden... biene

Veröffentlicht am 09.11.2010 18:49:27 GMT+01:00
Walpurga meint:
Liebe Leute, es gibt ein Zitat, das hier in der Diskussion von Bayerbuar angebracht wird, nämlich, dass in einer guten Übersetzung die Anrede "Hi John, how are you?" übersetzt werden muss mit "Guten Tag, Herr Smith, wie geht es Ihnen?". Ich habe dieses Zitat schon früher gelesen und weiß, es stammt von einer amerikanischen Linguistin. Kennt jemand den Namen dieser Linguistin? Ich wäre überaus dankbar! Walpurga

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.11.2010 18:44:40 GMT+01:00
Walpurga meint:
Lieber Bayerbuar, das Zitat, das sagt, dass in einer guten Übersetzung die Anrede "Hi John, how are you" übersetzt werden muss mit "guten Tag, Herr Sowieso" stammt von einer amerikanischen Linguistin, deren Namen ich leider verlegt und vergessen habe. Ich wäre sehr dankbar für einen Tipp, wer diese Linguistin ist und wo sie sitzt! Herzlichen Dank im Voraus

Veröffentlicht am 22.09.2010 14:55:55 GMT+02:00
Ja, das stimmt, wie manche auch schon geschrieben haben.
Noch was zu Klärung: so wie "thou" nur Nominativ und "thee" nur Akk./Dativ war, so war im Plural ursprünglich nur "ye" im Nominativ möglich, "you" war Akk./Dativ. Also nicht: "You go", sondern "Ye go". Die Grenzen zwischen "you" und "ye" sind aber immer mehr verschwommen, so dass man später (und bis heute) auch "You go" sagen konnte (kann sein, dass das daran lag, dass einige unpersönliche Verben persönlich geworden sind, also "(It) liketh you" ("Es gefällt euch") > "You liketh" > "Ye/You like" ("Ihr mögt") > "You like".

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.09.2010 15:15:59 GMT+02:00
Mimi Starck meint:
hi! frage: stimmt es, dass "you" gar nicht "du" sondern "Sie" heißt? bzw stimmt es, dass es im englischen eigentlich keine du-form, sondern nur die "Sie"-form gibt? (mein vater ist englisch-professor und behauptet dies. das fand ich extrem interessant. denn dieses jeden-mit-du-anreden bei uns, das neuerdings bei uns grassiert, würde dann ja auf einem krassen übersetzungsfehler basieren!

Veröffentlicht am 27.11.2009 17:41:15 GMT+01:00
Fussel meint:
"...womit auch die Legende "alle Engländer duzen sich" widerlegt wäre."

Das stimmt eben nicht! You heißt zwar vom Ursprung her Sie, aber da alle Engländer sich heutzutage mit You anreden, ist die Bedeutung eine andere. Somit ist "alle Engländer duzen sich" dieselbe Aussage von der Bedeutung hier wie "alle Engländer siezen sich".

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2009 14:58:56 GMT+01:00
Seb meint:
Das ist so nicht richtig. "Thou" ist eine sehr viel persönlichere Form, die man gegenüber guten Freunden und Untergebene, nicht aber gegenüber höhergestellte verwendet. Grob vereinfacht:

Thou = du
You = Sie

...womit auch die Legende "alle Engländer duzen sich" widerlegt wäre. Die Siezen sich nämlich alle, seit sie ihr "du" abgeschafft haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.11.2009 21:40:50 GMT+01:00
sista A meint:
I agree with Anthony John Dicken in a way - for people who are not German native speakers the whole thing must be such a drag - recently I tried to explain the whole Du/Sie thing to a 19 year old Canadian colleague of mine ("Usually you use "Sie" if you are talking to an older person but it is okay for you to call me "Du" because everybody here does. And if an older person addresses you as "Du" even though you did not give explicit permission, you can address them as "Du" right back. Only if the circumstances seem to require a little more respect, or the person is considerably older, you might want to..." - NIGHTMARE). But still, as my dear old father is fond of saying: "Es ist immer noch leichter zu sagen: Du A****loch, als: Sie A****loch." So I'm kind of attached to it. In this case familiarity really does breed contempt. Let's keep it for a while ;-).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.11.2009 22:59:04 GMT+01:00
Sunshine meint:
Uns interessiert es schon...
Danke!!!!

Veröffentlicht am 15.03.2009 23:30:26 GMT+01:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 15.03.2009 17:59:27 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.03.2009 18:00:44 GMT+01:00
Vloi=) meint:
Da ich Englisch eigentlich nur in der Schule lerne und eben englische Bücher lese/DVD's schaue ist das ganze Thema hier echt interessant, da man sowas natürlich nicht in der Schule lernt(Ich denk mal die meisten Englisch-Lehrer wissen das nicht mal)! Also vielen Dank an alle, das hat mir echt weitergeholfen!

Veröffentlicht am 13.03.2009 08:08:14 GMT+01:00
Noch ein Beispiel, aus der Ballade vom alten Seemann von Samuel Taylor Coleridge. thoo-thee-thy, Großschreibung, alles drin

"I fear thee, ancient Mariner!
I fear thy skinny hand!
And thou art long, and lank, and brown,
As is the ribbed sea-sand.

I fear thee and thy glittering eye,
And thy skinny hand, so brown."-
Fear not, fear not, thou Wedding-Guest!
This body dropt not down.
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