Fast vergessene Lieblingsbücher


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-25 von 41 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.03.2012 22:23:46 GMT+01:00
Hallo,

ich habe gerade eine Liste zum Thema "Lieblingsbücher für Mädchen - in Vergessenheit geraten" erstellt; viele der Bücher, die ich als Kind heiß geliebt habe, kennt nämlich heute kaum noch jemand.

Fallen euch vielleicht auch ein paar besonders schöne, aber nicht (mehr) berühmte Kinder- und Jugendbücher ein? Klar, fast alle Kinder lesen Funke, Lindgren und Rowling, doch es gibt so viele tolle Romane, die zu Unrecht in der Versenkung verschwinden ...

Bin gespannt auf eure Beiträge!

Liebe Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2012 23:02:54 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.03.2012 10:50:20 GMT+01:00
Katrina meint:
Hallo, das ist ja interessant. Ich hab so von Deinen Beiträgen her immer gedacht, Du wärst in meinem Alter, also um die 40. Jetzt sehe ich an der Liste, dass Du anscheinend viel jünger bist und folglich komplett andere Bücher gelesen hast. Außer dem letzten kenne ich keins davon! Obwohl ich viel gelesen habe, wie Du gleich im Folgenden sehen wirst. Ich habe auch mal eine Mädchenbücher-Liste zusammengestellt, die Du findest, wenn Du meinen User-Namen anklickst. Ich glaube, die meisten dieser Bücher sind ebenfalls komplett in der Versenkung verschwunden, auf jeden Fall stehen sie in keinem Buchladen, den ich in den letzten Jahren betreten habe.
Außerdem gerne gelesen habe ich noch:
eine wenig intellektuelle, aber wunderbar leicht zu lesende Schneider-Buch-Reihe von Marie-Louise Fischer "Die Mädchen von der Parkschule", z.B. Die Mädchen von der Parkschule I. Katrin mit der großen Klappe oder Leonore setzt sich durch. Wunderbare Bücher vom Franz Schneider Verlag außerdem: die Britta-Reihe Britta Sammelband I. ( Ab 10 J.), Bille und Zottel, Bille und Zottel. Sammelband 01 und fast alle Bücher von Berte Bratt.
Und dann - ich war schon als Kind eher retro - habe ich sehr gerne richtig alte Bücher gelsen, nämlich die Pucki-Reihe von Magda Trott, z.B. Försters Pucki: Bd. 1, die Trotzkopf-Bücher von Emmy Rhoden Der Trotzkopf, die Nesthäkchen-Bücher von Else Ury Nesthäkchen, Bd.1, Nesthäkchen und ihre Puppen: Eine Geschichte für kleine Mädchen und dann noch eine Serie, die vielleicht nicht nur für Mädchen war "Professors Zwillinge" Professors Zwillinge. Bd. 1. Professors Zwillinge Bubi und Mädi. Und - ja, man kann sich ja mal outen, richtig gut fand ich aus die Reihe um die Zwillinge Gisel und Ursel von Margarete Haller Gisel und Ursel, die lustigen Zwillingeund von Enid Blyton die Lissy-Reihe Lissy will mit dem Kopf durch die Wand
Und trotzdem ich, wie man sieht, relativ viel relativen Schrott gelesen habe, habe ich auch irgendwann mal ein Studium geschafft... (also Mütter, wenn ihr das hier lest: nicht erschrecken, das geht vorbei und dann lesen Kinder auch wieder "richtige" Bücher)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.03.2012 00:39:47 GMT+01:00
Hallo Katrina,

ich bin ein "Twen" und habe die meisten der Bücher auf meiner Liste kurz nach ihrem Erscheinen gelesen (das heißt, zum ersten Mal - und danach wieder und wieder :) Diese typischen Mädchenbücher, wie du sie genannt hast, mochte ich aber auch gern! Die habe ich mir stapelweise vom Flohmarkt oder aus der Bücherei geholt: Trotzkopf, Nesthäkchen, Ein Dackel für Veronika, Hummelchen ... Bei diesen Büchern merkt man aber natürlich schon an der Sprache, dass sie ein paar Jahre mehr auf dem Buckel haben. Ich bin eigentlich immer auf der Suche nach schönen Kinderbüchern, die ich meinen jüngsten Geschwistern vorlesen kann; ich frage mich, ob solche alten Mädchenbücher heutzutage noch gut ankommen? Einen Versuch wär's wert!

Liebe Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.03.2012 19:26:09 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.03.2012 12:38:31 GMT+01:00
Hallo undercoverofdarkness,
ja, da werden Erinnerungen wach...
Die "Professors Zwillinge"-Reihe und die Berte Bratt-Romane fand ich seinerzeit auch ganz toll und erinnere mich auch noch gut an "Die Mädchen von der Parkschule" (Katrina). Und alle Trotzkopf-Bände wurden verschlungen!
Ein weiterer Favorit meiner Kindheit war Der abenteurliche Wohnwagen von Kurt Oskar Buchner, kennt außer mir noch jemand diese Trilogie? Ein wahres Lesevergnügen!
Besonders schön fand ich auch Mach wieder mit, Anne!, ein Mädchenroman, der in Australien spielt.
Tief beeindruckt war ich von dem Roman Spiel um Parascha, der vom Schicksal einer jungen leibeigenen Russin handelt und auch vom sprachlichen her relativ anspruchsvoll war. Nicht zu vergessen Frühling des Lebens. Roman, dieses Buch liebe ich bis heute.
LG

PS: Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Bücher des Ethnolgen Erich Wustmann, die größtenteils die Lebensweise verschiedener Indianerstämme Brasiliens beschrieben, z. B. Taowaki ( LeseRiese). Das Mädchen aus dem Dschungel oder Candida. Tochter der Taowaki? Davon konnte ich als Kind gar nicht genug kriegen ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.03.2012 20:22:31 GMT+01:00
P. Bohn meint:
Hallo,

das Thema hörte sich so interessant an, dass ich mir direkt die Liste angeguckt habe - musste leider feststellen, dass ich davon überhaupt kein Buch kenne. Liegt wohl daran, dass ich eher in Katrinas Alter bin (allerdings über 40 :-). Ich habe gerne Schneider-Bücher gelesen, vor allem die Dolly-Bücher, z. B. Dolly, Bd. 1: Dolly sucht eine Freundin. Danach wollte ich gerne ins Internat ... Ist allerdings (zum Glück?!) nichts draus geworden.
Außerdem Tina und Tini - siehe: Tina und Tini, Bd.1, Tina und Tini suchen den geheimnisvollen Schatz, ebenfalls Professors Zwillinge, Gisel und Ursel (habe selber eine Zwillingsschwester, da bot sich das an).

Bin jetzt am Überlegen, wie die anderen tollen Bücher heißen - muss mal mit meiner Schwester mailen, dann reiche ich noch weitere Titel nach.

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 19.03.2012 11:05:42 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.03.2012 11:11:03 GMT+01:00
Katty meint:
Meine Lieblingsbücher neben den Klassikern wie Pipi, Momo, Unendliche Geschichte usw waren:
Meffi Meffi - Die lustigen Abenteuer des feuerroten Teufels
und Birne Birne kann alles

EDIT: Ich hatte noch ein Lieblingsbuch, dessen Titel ich aber nicht mehr weiß, vielleicht kennt es ja jemand:
Es ging um 2 Kinder, die einen fremden weißhaarigen Mann kennenlernen, der einen Stab dabei hat (ähnlich wie Äskulap, mit einer Schlange) und einen Hund, der wie ein weißer Bullterrier aussieht. Der Mann war ein Ausserirdischer. An mehr kann ich mich nicht erinnern.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.03.2012 10:06:19 GMT+01:00
Prixi meint:
ich lese die alten Schinken auch immer wieder gerne. Ich stand auf die ganzen Internats-Bücher, Hanni+Nanni, Dolly, Lissy und wie sie alle hiessen. Dann natürlich die Unendliche Geschichte, Momo etc etc..
Mit meiner Tocher habe ich die ganze "Der kleine Vampir" Reihe gelesen, die fand sie super und Astrid Lindgren geht auch immer (Pippi Langstrumpf, Bullerbü). Einige alte Klassiker sind allerdings veraltet. Wir mögen sie als Kind toll gefunden haben, aber teilweise ist die Sprache dann so veraltet, dass die Bücher für heute nicht mehr ganz so taugen. "Das doppelte Lottchen" war z.B. so überhaupt nichts mehr für die heutige Zeit. Wir haben früher ja auch nicht die alten Schinken aus den 50er und 60ern gelesen. Ich finde, eine neue Generation braucht auch neuen, zeitgemässen Lesestoff. Einige Bücher funktionieren heute immer noch, einige eben nicht mehr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.03.2012 15:13:10 GMT+01:00
Katrina meint:
@Prixi: das stimmt sicher mit den veralteten Büchern. Aber ehrlich gesagt: als ich "Pucki" und "Trotzkopf" gelesen habe, waren die auch nicht mehr zeitgemäß. Und ich mochte sie trotzdem. Oder gerade deshalb.
Und natürlich ist es schön, dass es zeitgemäße gute BÜcher gibt. Aber "Das doppelte Lottchen" nun gerade - das hat bei meinem Sohn super "funktioniert". Will sagen: er hat es wirklich geliebt und mitgefiebert. Ich finde, Erich Kästner ist nach wie vor sehr zeitgemäß - auch,wenn die Geschichten in einer anderen Zeit angesiedelt sind, was man natürlich auch merkt, kann man sie heute noch sehr gut lesen, ohne dass sich einem die Nackenhaare hochstellen - wie das bei Nesthäkchen vermutlich unweigerlich passieren würde.

Veröffentlicht am 22.03.2012 09:57:43 GMT+01:00
Sonja meint:
Ja, das war bei mir auch so wie bei Katrina: ich habe die Bücher meiner Mutter gelesen und geliebt, mein Sohn hat auch die "alten Schinken" ganz besonders toll gefunden. Z.B. Enid Blytons Abenteuer-Bücher oder die Dr. Dolittle-Bände (alles natürlich in der altmodischen Übersetzung), Erich Kästner rauf und runter - und wir haben die Bücher auch erfolgreich verliehen oder verschenkt. Ich glaube nicht, dass eine altmodische Sprache den Reiz eines Buches mildert - die Frage ist halt, ob die Themen die Kinder ansprechen oder nicht. Dass mein Sohn Pucki oder Trotzkopf nicht lesen mochte, ist klar, aber ich kenne viele junge Mädchen, die das heute noch sehr gerne lesen - sogar Nesthäkchen, sicher auch mit einem Augenzwinkern, aber begeistert.
Gruß
Sonja

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.03.2012 10:51:38 GMT+01:00
Katrina meint:
Hallo Sonja, das war ja klar :-)

Veröffentlicht am 22.03.2012 11:43:58 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.03.2012 21:07:52 GMT+02:00
Ich glaube, für ganz junge Leser könnten die alten Übersetzungen bzw. Originalversionen ein Problem sein, weil viele altmodische Wörter den Kindern heute nicht mehr geläufig sind. (Zum Beispiel schon auf den ersten Seiten von Nesthäkchen: Würde ich das meiner achtjährigen Schwester vorlesen, wüsste sie sicher nichts mit dem Ausdruck "Sextaner" anzufangen, und dann diese Ausrufe à la "Heidi - schon lief Nesthäkchen los ..." oder so ähnlich, da würde sie wohl fragen: "Was ist mit Heidi??" :) Aber die Geschichten selbst würden bestimmt auch heute noch vielen Mädchen Spaß machen, das zeigen ja schon die Neuverfilmungen von "Das doppelte Lottchen", "Hanni und Nanni" etc. Mir kommt es allerdings so vor, als würden heutzutage kaum noch Bücher in der Art veröffentlicht (Internat, lustige "Alltagserlebnisse" frecher Mädchen ...), in der Kinderliteratur funktioniert zur Zeit Fantasy anscheinend besser, oder?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.03.2012 08:49:54 GMT+01:00
Katrina meint:
:-) Mit dem Ausdruck Sextaner wusste ich auch schon Ende der 70er nichts anzufangen. Aber ich habe dann aus dem weiteren geschlossen, dass es sich wohl um irgendeine Klassenstufe handeln muss. Erst jetzt, wo ich meinem Sohn das vorlesen, habe ich diese lateinischen Bezeichnungen mal nachgeschaut, um die richtige Altersstufe zuzuordnen. Und trotzdem habe ich "Das fliegende Klassenzimmer" mit großer Freude gelesen. Mir war das egal, dass ich nicht wusste, in welcher Klasse die genau waren. Und ich glaube, so geht es mit vielen altmodischen Begriffen. Man muss nicht jedes Wort verstehen, um einen Text zu erfassen. Das tun auch Erwachsene nicht, wenn sie z.B. Zeitung lesen oder ein Fachbuch. Oder einen Text in einer Fremdsprache. Sag ich jetzt mal so als Philologin. Man versteht es trotzdem.
Aber für das wissbegierige Kind wäre ein kurzes Glossar am Ende eines Buches sicher nützlich. Das gab es früher auch bei den österreichischen Büchern z.B. von Christine Nöstlinger, und ich habe mir da gerne Neues angeeignet.

Veröffentlicht am 23.03.2012 10:22:45 GMT+01:00
P. Bohn meint:
So, jetzt ist mir das Buch eingefallen, was ich meinte. Es geht um ein Mädchen, das Detektiv spielt und aufregende Abenteuer erlebt: Trixie Belden und das Geheimnis des Landhauses, Bd 1 Hat mir früher sehr gut gefallen, war mal was anderes. Außerdem fand ich Die Jungen von Burg Schreckenstein: Band 1: BD 1 ganz toll. Die Bücher gehörten zwar meinem Bruder, aber was soll's.
Gerne gelesen habe ich auch: Hannerls glückliche Tage. Es handelt von einem kleinen Mädchen, das einen Klassenausflug machen will (damals ein groooßes Ereignis), sein Lunchpaket schon gepackt hat (siehe Bild ;-)) aber leider, leider den Bus verpaßt! Sie wird dann mitgenommen (natürlich von netten Leuten) und erlebt einen tollen Tag in einer großen Stadt (ich meine Graz, weiß es aber nicht mehr genau). Am Ende geht natürlich alles gut aus!
Den Anfang fand ich ja ganz schrecklich früher, also dass Hannerl ihren Bus nicht bekommen hat. Dann wollte ich aber auch wissen, wie es weitergeht, und hab das Buch trotzdem zuende gelesen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.03.2012 21:58:08 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.03.2012 22:10:02 GMT+01:00
Katrina meint:
@PitdieLeseratte! JA! Trixie Belden habe ich auch total gerne gelesen. Komisch, dass einem hier plötzlich so viele Schneider-Bücher einfallen, oder? Richtig gerne habe ich nämlich auch die "Ulrike-Reihe" von Marie-Louise Fischer gelesen Ulrike kommt ins Internat.- Sammelausgabe und dann gab es auch noch eine Buchreihe zu "Klaudia" Klaudia. Sammelband und für alte Menschen wie mich hier noch mal mit nostalgischem Cover Klaudia die Flirtkanone Und als ich noch etwas jünger war, mochte ich auch die Kiki-Bücher von Monica Alm Kiki gründet einen Ponyklub (350507506x)

Burg Schreckenstein habe ich auch sehr gerne gelesen, aber noch besser, weil noch cooler, fand ich dies hier: Geheimagent Lennet wird ausgebildet (Bd. 1) und die Käpt'n Konny-Reihe von Rolf Ulrici Käpt'n Konny in der Klemme (Bd. 2)

Finde ich schon erstaunlich, wie viel triviales Zeug ich so gelesen habe als Kind. Aber damals hatte man ja auch noch wahnsinnig viel Zeit...

Und ums jetzt mal auf ein klein wenig höheres Niveau zu bringen: richtig, richtig gerne gelesen habe ich später, so ab 12, auch alle Bücher von Frederica de Cesco, am allerliebsten Frei wie die Sonne

Veröffentlicht am 24.03.2012 00:24:24 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.03.2012 00:24:53 GMT+01:00
Frederica de Cesco habe ich ungefähr mit 10 kennen gelernt, und zwar durch Melina und die Delfine - das fand ich unheimlich spannend! Übrigens, Katrina - "triviales Zeug" lese ich heute auch noch ab und zu ganz gerne, dafür reicht meine freie Zeit schon aus :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.03.2012 21:47:59 GMT+02:00
Ja, die Trixie Belden war schon cool. Habe noch alle 22 Bände davon im Regal stehen :) Schreckenstein ist auch nicht schlecht, aber der Schreibstil der Bücher gefiel mir nicht so.

Veröffentlicht am 26.03.2012 21:49:06 GMT+02:00
Es gibt ein total unbekanntes Kinderbuch mit dem Titel "Anastasias Phantom" von Laetitia Barnick. Das ist echt schön und witzig erzählt.
Außerdem sind da noch etliche Enid Blyton-Bücher, die heute vergessen sind, aber dennoch wunderbar zu lesen sind.

Veröffentlicht am 27.03.2012 14:02:41 GMT+02:00
Katrina meint:
@Captain Planet,
dass Enid Blyton nicht mehr so angesagt ist, liegt vielleicht daran, dass das eben mittlerweile doch recht alte Bücher sind. Aber es gibt welche, die man heute noch extrem gut lesen kann - hab ich gerade gemacht... (hallo undercoverofdarkness: so viel zu trivialer Literatur, die man nebenbei noch zu lesen schafft): die gesamte "Abenteuer"-Reihe finde ich nach wie vor echt richtig spannend und sehr schön geschrieben. In meinen dtv-Ausgabe sind auch noch so unglaublich altmodische Zeichnungen dazu, die fand ich vor 35 Jahren schon völlig antiquiert und trotzdem toll. Die Insel der Abenteuer. Aus dem Engl. von Lena Stepath, dtv ; 7002 : dtv junior Immer noch sehr gut finde ich auch die "Arnoldkinder", die heißen seit ein paar Jahrzehnten "Die verwegenen Vier" Abenteuergeschichten mit den verwegenen 4. Die verwegenen 4 reißen aus / Die verwegenen 4 bewähren sich.
Als Kind im Grundschulalter fand ich alles gut, was mit Detektiven und Spionen zu tun hatte (s.o.), deshalb habe ich damals auch sehr gerne die Rätsel-Serie, die Geheimnis-um-Bücher und auch die "Schwarze Sieben"-Reihe gelesen. Letztere habe ich gerade noch mal komplett (ja, alle 15 Bände!!!) meinem 6jährigen vorgelesen. Sprachlich sind die viel anspruchsvoller als ich sie in Erinnerung hatte (meine Mutter hat Enidy Blyton immer verteufelt), inhaltlich sind sie sehr unterschiedlich. Manche haben einen klasse Plot und sind echt spannend, manche wirken wie blöde runtergeschrieben.
Fünf Freunde fand ich auch sehr spannend. Und weil ich mich von meiner Blyton-Kollektion nicht trennen mochte, werde ich mir die jetzt vielleicht auch mal wieder vornehmen.

Veröffentlicht am 27.03.2012 18:06:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.03.2012 18:11:50 GMT+02:00
Shogun meint:
Nicht nur als Junge sondern auch heute noch (38jahre) lese und liebe ich die alten Schneider Kinderbücher. Übrigens auch viele aus der "Mädchenecke"...so sind Dolly, Hanni und Nanni, Trixie Belden und natürlich Tina und Tini, Bücher die man getrost als Hörspiel eines Tages an meinem Grab spielen kann.....
Das Enid Blyton heute nicht mehr gut weg kommt liegt natürlich an der schrecklichen Politischen Korrektheit, die unserem Volke anerzogen wurde und heutzutage merkwürdige Auswüchse mit sich bringt. Zigeuner? Mohren? Landstreicher? starke Jungs und ängstliche Mädchen? Sich einer Gruppe Unterordnen? Wertevermittlung (Fleiss, Anstand, Sportlichkeit, Respekt vor Lehrern und Erwachsenen)?....alles Ausdrücke, Dinge und Werte die die 68er bekämpft haben und mit der heutigen Besetzung der entsprechenden Schaltstellen (Schulen, Universitäten, Medien) durch diese Personen wird dementsprechend dafür gesorgt, dass die Zensur einzug hält ins Kinderzimmer. Beispiele gefälligst? Hier mal eine kleine Auswahl: Pipi Langstrumpf, Fünf Freunde, Drei Fragezeichen, Tom Sawyer.....Bücher an denen der Rotstift angesetzt wurde. Noch ältere Klassiker wie z.B. Karl May`s Werke werden aus ähnlichen Gründen gar nicht erst als Jugendbücher empfohlen.
Das tut schon weh und wenn ich mir die heutigen Vorbilder der Jugend anschaue dann frage ich mich was an Ihnen besser und vorbildlicher sein soll als an den Jungs von Schreckenstein, dem Ritter Ivanhoe, Robin Hood und Robinson Crusoe....

Veröffentlicht am 28.03.2012 14:57:45 GMT+02:00
Katrina meint:
Die "68er" sorgen dafür, dass Pippi-Langstrumpf-Bücher vom Verlag modernisiert wurden? Und dass es bei Bullerbü jetzt nicht mehr "Mutti" sondern "Mama" heißt? Und das ganze heißt dann "Zensur zieht ein ins Kinderzimmer"!!! Hallo, widerspricht hier keiner?
Vermutlich bin ich komplett infiltriert von "den 68ern" um mich herum. Denn tatsächlich lese ich äußerst ungern vor "Mein Vater ist Negerkönig", zumindestens habe ich es kommentiert beim ersten Vorlesen. "Rasmus und der Landstreicher" heißt übrigens immer noch so, das haben die Leute "in den Schaltstellen" wohl noch nicht erwischt.

Im Ernst: ich finde die Vereinfachungen und Modernisierungen auch oft ziemlich albern und häufig auch störend und überflüssig, aber eher aus sprachlicher Sicht. Mir scheint, durch viele dieser Änderungen werden Texte und Bücher einfach "flacher". Deshalb lese ich, wenn irgend möglich, ältere Ausgaben vor (zuletzt aufgefallen ist mir das bei "Rasmus, Pontus und der Schwertschlucker").
Aber auch ich stehe Begriffen wie "Zigeuner" und "Neger" kritisch gegenüber und finde es gut, dass sie nicht mehr unkommentiert in Kinderbüchern stehen. Dies als "Zensur im Kinderzimmer" zu bezeichnen, finde ich beunruhigend. Denn mal ehrlich: Zensur ist ein mehr als pejorativer Begriff, und dass Rassismen nicht mehr kommentarlos durch Literatur verbreitet werden, passt für mich mit diesem Begriff so gar nicht zusammen.
Und die "schreckliche politische Korrektheit" ist nicht nur "unserem Volk" "anerzogen", sondern ist in der westliche Welt durchaus überall verbreitet.
Vielleicht haben Sie das ja alles gar nicht so krass gemeint, wie ich es gelesen habe. Aber mir scheint, hier greift das mittlerweile sehr modische "68er-bashing", das "Gegen-alles-Sein", was die gesellschaftlichen Umbrüche seit Ende der 1960er Jahre mit sich gebracht haben. Das macht mich sehr nachdenklich. Denn ich war als Kind durchaus froh, dass ich nicht mehr sein musste wie Nesthäkchen und Pucki, sondern Freiheiten hatten wie meine männlichen Freunde auch. Und dank der Kinderliteratur aus der Zeit davor wusste ich auch schon als Schulmädchen, dass so, wie ich meine Kindheit erlebt habe, es früher für Mädchen nicht selbstverständlich war.

Veröffentlicht am 28.03.2012 17:40:24 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.03.2012 17:42:59 GMT+02:00
Hm, schwierig. Ich persönlich fühle mich manchmal von übertriebener political correctness schon ein klein wenig genervt, bzw. ich glaube, dass man die alten Bücher nicht krampfhaft von den Kindern fernhalten muss, weil die durchaus in der Lage sind, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Und wenn diese Kinder schon ein bisschen älter sind, ist es für sie sicher auch interessant zu erfahren, wie es früher gewesen ist - dass z.B. Mädchen anders erzogen wurden als Jungen.

Klassiker wie "Robinson Crusoe" geraten auch in Gefahr, durch Modernisierungsversuche ausgehöhlt zu werden: Dass die "Herr und Diener"-Beziehung zwischen Robinson und Freitag problematisch ist, kann man nicht bestreiten, aber wer dieses Buch liest, muss sich eben dessen bewusst sein, dass es zu einer anderen Zeit geschrieben wurde. Wenn man da alles rausstreicht, was nicht zu hundert Prozent korrekt ist, bleibt ja nicht mehr viel übrig.

Es stört mich auch ein bisschen, dass in manchen Kinderbüchern heutzutage das Bild des "starken Mädchens" allzu sehr betont wird. Manchmal kommt mir vor, weibliche kleine Heldinnen müssten immer selbstbewusst, frech und mutig sein. (Aber dass das ein Phänomen der heutigen Zeit ist, bezweifle ich eigentlich - schließlich waren Nesthäkchen, Hanni und Nanni & Co vom selben Schlag :)

Trotzdem habe ich es natürlich kommentiert, als ich "Pippi Langstrumpf" vorlas, dass "Neger" früher ein üblicher Begriff war, dass er heute aber beleidigend verstanden und deshalb nicht mehr verwendet wird. Meine Zuhörerin war damals sechs Jahre alt und hat das problemlos verstanden. Bei "Rasmus und der Landstreicher" habe ich jetzt allerdings selbst Verständnisprobleme: Ich weiß, dass das Buch als "Rasmus und der Vagabund" verfilmt wurde. Aber ist einer der beiden Begriffe politisch unkorrekt? Oder beide? Und wieso?

Übrigens, nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Als ich diese Diskussion gestartet habe, war mein Gedanke dabei nicht, dass alte oder unbekannte Kinderbücher generell besser wären als neue bzw. populäre.

Veröffentlicht am 28.03.2012 19:24:24 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 28.05.2013 14:47:49 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 29.03.2012 08:18:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.03.2012 08:20:51 GMT+02:00
Katrina meint:
Hallo undercoverofdarkness und Captain Planet,
nein, da möchte ich ganz schnell was klarstellen, um nicht missverstanden zu werden. Ich bin überhaupt nicht dafür, alle Bücher zu modernisieren und kaufe modernisierte Bücher auch gar nicht. Wenn ich irgend ein Buch,das ich selbst noch mal vorlesen möchte, nicht (mehr) habe, dann suche ich so lange antiquarisch, bis ich eine "alte" Ausgabe gefunden habe. Ich ertrage die meisten Neubearbeitungen nicht und finde es furchtbar, dass man anscheinend Kindern weder alte Sprache noch alte Begriffe zumuten will. Ich finde durchaus die Fünf-Freunde-Bücher vorbildtauglich, ebenso die anderen Enidy-Blyton-Bände.

Was mich gestört hat war die politische Wendung dieser Diskussion, dieses zur Zeit sehr moderne "68er sind an allem schuld". Ich arbeite im Bereich politische Erwachsenenbildung, da hab ich regelmäßig mit solchen Diskussionen zu tun (und auch mit Leuten, die zu der damaligen Zeit schon "Erwachsene" waren). Wer heute an "Schaltstellen" sitzt, sind zum größten Teil nicht die "68er", die allermeisten von denen haben heute nix zu melden. Dass aber ein Zeitgeist sich insofern wandelt, dass Menschen auf offenen Rassismus oder auch nur auf rassistische Begriffe aufmerksamer reagieren, finde ich persönlich sehr gut. Viele der Bücher, die in den 1970er Jahren Kinderliteratur waren (und die mir meine komplett unpolitischen Eltern gekauft haben), machen schon Kinder auf bestimmte Problematiken aufmerksam, ohne mit plakativem moralischen oder pädagogischen Gehabe zu kommen, wie das heute bei vielen Büchern der Fall ist, wo es für Vorschulkinder zu jeder eventuell aufkommenden Schwierigkeit gleich eine ganze Reihe von Problem-Bewältigungs-Büchern gibt (Schnuller entwöhnen, in den Kindergarten/zur Tagesmutter kommen, kleine Geschwister kriegen etc.)

Und zur Frage neu versus alt: ich glaube, ich hatte die Ursprungsfrage nach den Lieblingsbüchern schon richtig verstanden. Und es gibt bestimmt viele neue Bücher, die für Kinder (und Eltern) schön zum Vorlesen sind. Einzig und allein: die meisten "neuen" Bücher gefallen mir nicht. Deshalb freue mich hier in diesem Forum immer, wenn Eltern mal welche empfehlen. Ich finde Vieles, was jetzt so in den großen Buchläden rumsteht und wo ich ab und zu mal reinlese, unglaublich flach und sprachlich zum Weinen. Wenn mein Sohn erst lesen kann, darf er das aber alles gerne leihen und konsumieren, kein Problem. (so wie ich früher die Schneider-Bücher...) Nur beim Vorlesen halte ich den Drachen Kokosnuss, die Olchies und das Magische Baumhaus nicht gut aus. Und deshalb freue ich mich immer sehr, dass ich als Kind so eine große Menge Bücher angesammelt habe, die wir jetzt nach und nach vorlesen können. Und auch darüber, dass andere ähnliche Interessen haben, wie man in Internetforen feststellt. Und so werde ich mir jetzt auch bald mal einen netten Abend machen mit meinem allerersten Fünf-Freund-Buch: 5 Freunde und ein Zigeunermädchen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.04.2012 15:23:16 GMT+02:00
was die "politische korrektheit" angeht, kann ich nur zustimmen - ich bin der meinung, dass eine gute mischung aus "korrekten" büchern und "gegen-den-strom"-büchern das differenzierte denken fördern.
ganz wichtig finde ich es, mit den kindern über die inhalte zu sprechen!!!

meine damaligen "mädchenschinken" (elke-bücher und susanne barden) vermitteln ein so gruseliges frauenbild, dass ich sie meiner tochter nicht weiter gebe. die verstaubten frauenideale in diesen büchern haben mich als mädchen sehr beeinflußt und ich musste in meiner studienzeit erst ein paar extreme frauenpowerbücher lesen, um dieses weltbild wieder gerade zu rücken.... ;o) also empfehle ich nach zu viel pucki und trotzkopf oder ähnlichen antiquierten mädchenbüchern später "die töchter egalias" von gert brantenberg - aber erst nach der pubertät, oder?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.04.2012 21:39:59 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.04.2012 21:40:51 GMT+02:00
Katrina meint:
Susanne Barden!!! Wie konnte ich die vergessen! Das ist doch das Tolle an Internetforen, dass man plötzlich wieder an Dinge erinnert wird. Ich glaube, die Frauenpowerbücher waren einfach auch ein Zeitgeist-Ding. Ich hatte nicht das Gefühl, mich von den Frauentypen meiner 60er Jahre-Mädchenbücher emanzipieren zu müssen, und habe neben den Töchtern Egalias (ja, erst nach der Pubertät!) auch mit großer Empathie "Der Tod des Märcheprinzen" von Svende Merian, "Ich bin Ich" von Judith Jannberg und "Wie vergewaltige ich einen Mann" von Märta Tikkanen gelesen. Aber das gehört eigentlich in einen anderen thread.
Liebe Ulrike, aber wer ist "Elke"? Da habe ich eine literarische Lücke, die kann ich auch nicht mit der vermutlich ähnlich unanspruchsvollen, aber von mir gern gelesenen "Bummi-"Reihe von Martha Schlinkert wettmachen, fürchte ich. Also bitte: erzähl uns mehr!
‹ Zurück 1 2 Weiter ›
[Kommentar hinzufügen]
Schreiben Sie einen Beitrag zu dieser Diskussion
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Eingabe des Log-ins
 


 

Zur Diskussion

Teilnehmer:  16
Beiträge insgesamt:  41
Erster Beitrag:  09.03.2012
Jüngster Beitrag:  10.04.2012

Neu! Bei neuen Einträgen eine E-Mail erhalten.
Von 6 Kunden verfolgt

Kundendiskussionen durchsuchen