Ich bin Indie-Autor! Sind meine Bücher deshalb automatisch schlecht?


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1-25 von 146 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.04.2013 13:06:44 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 08.01.2014 19:50:01 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 24.04.2013 14:29:32 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.04.2013 14:31:25 GMT+02:00
corman meint:
Hallo :-)

also ich bin Leser, habe Anfang des Jahres die Indie-Bücher für mich entdeckt (bin noch nicht lange Kindle-Besitzer) und habe bisher bis auf eine Ausnahme nur sehr gute Erfahrungen gemacht.
Mittlerweile würde mir auch etwas fehlen, wenns diese Bücher nicht gäbe.
Bzgl. Rechtschreibung und Formatierung kann ich mich auch nicht beschweren, dafür gibts ja die Leseprobe. Rechtschreibfehler sind mir so gut wie keine aufgefallen (gibts aber bei Verlagsbüchern auch) und bei der Formatierung bin ich nun wirklich nicht empfindlich, wenn mal ein Absatz nicht da ist, wo er nach Meinung Vieler vielleicht hin gehören würde.

Ich habe schon so viele tolle Geschichten entdeckt (im Fantasybereich), die es wahrscheinlich sonst nicht gegeben hätte. City of Death lese ich übrigens gerade und finde es klasse :-)

Das einzige was mich an einem Buch wirklich richtig stören würde ist der Schreibstil - wenn der nicht passt, kann ichs definitiv nicht lesen. Ist mir aber bisher erst einmal passiert. Oder wenn ein Autor in wirklich jedem Thread nur eine Zeile mit dem Link zu seinem Buch postet - dann scheidet das schon mal grundsätzlich aus :-)

Ich bin FÜR Indie-Bücher, also bitte fleißig weiterschreiben :-)

LG
corman

Veröffentlicht am 24.04.2013 14:35:08 GMT+02:00
corman meint:
Ach ja noch was: ich habe schon viele Verlagsbücher gelesen, die vom Schreibstil und Inhalt her wesentlich schlechter waren als von manchem Indie-Autor!

Veröffentlicht am 24.04.2013 14:54:43 GMT+02:00
IFoerstner meint:
Hi. Ich kann auch nur positiv über die Indie-Autoren sprechen. Ich habe schon so manche faszinierende Überraschung erlebt. Klar, wenn das Geld für den Lektor fehlt, sind manche Texte nicht ganz so ausgeglichen und gefeilt, dafür ursprünglicher und direkter. Die Verlage denken oftmals zu sehr in ihren eigenen Kategorien und geben vielen guten Autoren - aus welchen Gründen auch immer - keine Chance.
Mit dem Blick ins Buch bleibt dann dem Leser selbst überlassen, ob er den Text lesen will oder nicht, und der Autor hat über die Menge der Downloads ein erstes Feedback, - und vielleicht sogar ein Standbein bei einem der größeren Verlage. Überhaupt kann über die modernen Medien so viel leichter und kostengünstiger veröffentlicht werden. Vor allem die neue Generation wird dieses Medium nutzen, davon bin ich fest überzeugt.
Also, schreibt, schreibt, schreibt, und lasst Euch nicht entmutigen durch allzu engstirnige Ansichten. Perfektionismus kann ganz schön anstrengend sein.

Veröffentlicht am 24.04.2013 15:05:37 GMT+02:00
S. Geraedts meint:
Hallo,

erst einmal vielen Dank für diesen wichtigen Thread.

Als Indie-Autor kann ich aus Erfahrung behaupten, dass man vielerorts zunächst auf Vorbehalte und Vorurteile stößt. Da jeder die Möglichkeit hat, seine Texte ohne fremdes Lektorat als E-Book zu veröffentlichen, gibt es natürlich sehr schlechte Indie-Werke. Aber die Leseprobe ermöglicht ja einen Blick auf die Qualität, sodass niemand die Katze im Sack kaufen muss.

Ich halte die Selbstpublikation für die Zukunft des Lesens und Schreibens und bin der Meinung, dass sich Qualität nach wie vor durchsetzen wird. Für mich sind Indie-Werke eine Bereicherung für die Bücherwelt. Das sage ich nicht nur, weil ich selbst Indie-Autor bin. Es ist ganz einfach so, dass nun viele großartige Werke eine Leserschaft finden, die vor dem E-Book-Zeitalter in der Schublade vermodert wären.

Digitales Veröffentlichen ist ein Gewinn für unabhängige Autoren und aufgeschlossene Leser.

Veröffentlicht am 24.04.2013 15:39:30 GMT+02:00
Erlend meint:
Hallo zusammen,
es ist gar kein Problem Bücher von Indie-Autoren zu lesen, ganz im Gegenteil.
Auf diesem Weg habe ich 2 Schriftstellerinnen gefunden, auf deren weitere Veröffentlichungen
ich sehr gespannt bin. Eine Fantasy-Autorin ( es geht um ein zerbrochenes Amulett) und eine junge Dame ( Thriller)
welche sehr engagiert schreibt und eine erfrischende Eigenwerbung mitbringt.
Grundsätzlich muss mich das Cover und der Titel ansprechen, dann folgt der Blick ins Buch.
Gern lese ich auch 2-3 Rezensionen, aber da eine gute, eine mittlere eine schlechte. Meist sind die mittleren
ehrlicher für mein Empfinden. 3 oder 4 Sterne sind nicht gleich eine Abwertung.
Fazit: Daumen hoch für Indie-Autoren

Veröffentlicht am 24.04.2013 16:05:52 GMT+02:00
cschö meint:
Guten Tag, alle zusammen!
grundsätzlich kann ich mich meinen Vorredner (Schreiber) nur anschließen. Es ist wirklich die ein oder andere Perle und
Überraschung unter den Veröffentlichungen. Bei einigen Autoren warte auch ich schon auf eine weitere Veröffentlichung.
Der schlechte Ruf der Indie-Autoren gründet meiner Meinung nach darin, dass viele einfach ein Buch so hinhauen, ist ja
schließlich wohl einfach zu schreiben und dann per eBook zu veröffentlichen, das ist vielleicht der Gedanke so einiger Autoren.
Zumindest vermittelt sich mir dieser Eindruck. Bei Rezensionen sind sie dann sehr Kritikresistent und veröffentlichen auf
Teufel komm raus weitere Ausgaben. Keine besser als die andere.
Ich finde es sehr schade für die Indie-Autoren, die sich die Mühe machen, ein möglichst fehlerfreies Buch zu veröffentlichen.
Erwähnen möchte ich noch, dass ich lediglich Leser bin, kein Autor.

Veröffentlicht am 24.04.2013 19:42:09 GMT+02:00
Panthera meint:
Das sind doch mal freudige Äußerungen von Lesern!

Ich bin als Leser in die Indie-Welt eingestiegen, obwohl ich schon seit Ewigkeiten schreibe. Ich finde, dass die Indies wesentlich besser als ihr Ruf sind.
Wobei ich den Eindruck habe, dass diese Kritik immer von Verlagen und/oder etablierten Autoren geschürt wird, die althergebrachte Strukturen nicht gefährdet sehen möchten.
Indie-Autoren sind nun einmal ihre direkte Konkurrenz, da sie ihre Bücher zu erschwinglichen Preisen anbieten und in der Qualität sehr oft gut mithalten können, obwohl sie sich keinen Lektor oder Graphiker leisten können.

Als Autor möchte ich natürlich ein Buch anbieten, das so fehlerfrei wie möglich ist. Das bedeutet, dass sehr viel Mühe und Arbeit in die Geschichte gesteckt wird.
Bei Amazon hat man die Möglichkeit, einen (sehr) langen Blick ins Buch zu werfen. Der Leser kauft somit selten die Katze im Sack und kann gut entscheiden, ob er sich von dem angebotenen Inhalt und der Darstellung angesprochen fühlt.
Diese Transparenz sollte eigentlich genügen, um die "schwarzen Schafe" auszusortieren.

Für mich persönlich ist die Leseprobe das wichtigste Auswahlkriterium. Das Cover von Indies ist mir beinahe schon gleichgültig, weil ich es mir auf dem Kindle sowieso nie ansehe. Natürlich sollte man dem Leser einen visuellen Anreiz bieten, aber was nutzt der, wenn der Inhalt überhaupt nicht mithalten kann?
Bei Verlagsbüchern ist mir schon oft passiert, dass das Cover das Beste am Buch war, aber wenn ich mir ein Bild kaufen möchte, gehe ich nicht in eine Buchhandlung. ^^

Ich würde sagen, dass der junge Markt sich mit der Zeit selbst bereinigen wird. Die Leser kriegen mit der Zeit ein Gefühl dafür, worauf sie bei der Auswahl achten müssen. Dann treten Cover und Kundenrezensionen in den Hintergrund (letztere könnten ja manipuliert sein) und sie konzentrieren sich auf die Leseprobe, die eben überzeugt oder nicht.

Veröffentlicht am 24.04.2013 20:00:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.04.2013 20:01:39 GMT+02:00
Sabrina meint:
Hallo ihr Lieben, ich bin Leserin und Autorin (wenn auch keine Indie-Autorin). Ich glaube nicht, dass Indie-Autoren generell schlechter schreiben, doch ich finde schon, dass es schwerer ist, unter den Indie-Büchern eine Perle zu finden, als unter den Verlagsbüchern. Bei den Verlagen ist einfach eine Qualitätskontrolle vorhanden und ein Mindestmaß an Qualität gegeben (über Geschmack lässt sich streiten und wenn mir eine Geschichte nicht zusagt, ok, aber zumindest hat das Manuskript ein Lektorat und Korrektorat gesehen). Im Moment werden ja auch gewaltig viele Bücher von Indie-Autoren auf den Markt geschmissen und in dieser Masse sind sich die wenigsten bewusst, was es heißt, ein Buch zu veröffentlichen. Doch ich glaube, das ändert sich gerade etwas und der Trend verläuft in eine positive Richtung.

Ich muss gestehen, ich habe noch nicht allzu viele Indie-Bücher gelesen, aber bis auf eines habe ich alle noch vor der Hälfte abgebrochen. Die meisten habe ich nicht gelesen, weil sie schon an der Leseprobe bei mir scheiterten. Ich war kurz davor, mir überhaupt keine Indie-Bücher mehr zuzulegen, weil ich - als begeisterte Kindle-Leserin - einfach maßlos enttäuscht war. Doch dann fand ich ENDLICH eine Perle, bei der alles gepasst hat und seither gehe ich wieder auf die Suche.

Vor allem finde ich die Vielfalt unter den Indie-Büchern so interessant. Ich liebe es, durch die eBooks zu stöbern und mich durch Leseproben zu lesen. Und wenn wieder mal so eine Perle darunter sein sollte - umso besser.
Auf jeden Fall bewundere ich den Mut der Indie-Autoren und die Arbeit, die sie in ihr Buch stecken. Es gibt mittlerweile schon einige Indie-Autoren, die ihre Veröffentlichung wirklich ernstnehmen und ein gut lektoriertes Manuskript präsentieren. Dabei hoffe ich, dass diese Zahl immer mehr zunimmt und die anderen - die bisher die breite Masse ausgemacht haben und wirklich kaum mehr als eine Aneinanderreihung von Buchstaben präsentierten - langsam wieder verschwinden und sich mit etwas beschäftigen, für das sie wirklich Talent haben, oder sich besinnen und wirklich Arbeit reinstecken, um ein gutes Manuskript vorzulegen. So werden sie bestimmt zu einer Bereicherung des Buchmarktes.

Veröffentlicht am 26.04.2013 15:08:43 GMT+02:00
Ich habe jetzt seit etwa einem Jahr einen EBook-Reader und ich habe mir seitdem sicherlich über 100 Indie-Ebooks angeschaut. Leider muss ich sagen: Ja, das meiste ist wirklich so schlecht, dass ich mit meiner Zeit definitiv was besseres anfangen kann: z.B. ein gutes Buch lesen. Das meiste habe ich entsprechend nach wenigen Seiten, in denen es vor Klischees und/oder Fehlern wimmelte, abgebrochen. Viele sind auch sprachlich sehr schlicht gehalten. Zu schlicht für meinen Geschmack.

Gute Bücher gibt es definitiv auch unter den Indie-Büchern, sie sind nur ungleich schwerer zu finden.

Verdienen Indie-Autoren den schlechten Ruf?
Ja, die schlechten schon.
Nein, die guten nicht.

Aber wer trennt die Spreu vom Weizen?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2013 16:24:51 GMT+02:00
Tante Li meint:
>>Aber wer trennt die Spreu vom Weizen?<<

Nun, am besten die, die diese Ebooks gelesen haben und aussagekräftige Rezensionen dazu schreiben können.

Veröffentlicht am 26.04.2013 18:57:52 GMT+02:00
>>Nun, am besten die, die diese Ebooks gelesen haben und aussagekräftige Rezensionen dazu schreiben können.<<

Im Prinzip ja. Aber zum einen schreibe ich grundsätzlich keine Rezension zu einem Buch, dass ich nach wenigen Seiten abbreche, auch wenn die Gründe für das Abbrechen in der miserablen Qualität liegen. Zum anderen, schreibe ich ohnehin ungern Verrisse.

Für die wenigen Bücher, die mir wirklich gefallen, schreibe ich gerne eine positive Rezension. Die sticht dann aber auch nicht stärker hervor, als die vielen positiven Rezensionen, die auch schlechte Bücher von Freunden bekommen. Außerdem musste ich feststellen, dass die schlechte Qualität der Indie-Bücher mittlerweile auch dazu führt, dass man seine Ansprüche senkt und für Indie-Bücher sehr viel schneller die Bestnote zückt, als für ein Verlagbuch.

Ich bin jedenfalls dazu umgestiegen nur noch Indiebücher anzulesen, die explizit an irgendeiner Stelle empfohlen wurden und musste leider auch dabei feststellen, dass weder die Rezensionen noch die Empfehlungen eine echte Hilfe dabei sein, die Spreu vom Weizen zu trennen. Es ist mühselig...

Veröffentlicht am 27.04.2013 12:28:04 GMT+02:00
Knöterich meint:
Guter Thread. Kann eigentlich in den meisten Punkten zustimmen. Ich selber habe mich nach vielen Jahren endlich getraut zu schreiben, nachdem ich ein weiteres Buch gelesen habe, von dem ich dachte: "Also das kann ich auch - und besser". Also, da draußen gibt es definitiv einige Schrottbücher, die aus welchen Gründen auch immer veröffentlicht wurde. Man muss allerdings auch dazu sagen: Es gibt auch einen Haufen Schrott, der gelesen und geliebt wird.
Noch etwas zum Thema Rechtschreibung: Mein eigenes Werk (Das Runenschwert (Die Saga von den drei Königreichen)) habe ich selber dreimal durchgearbeitet, außerdem durchlesen lassen. Und: es sind imemr noch ein Haufen Fehler drin. Vieles sieht man einfach nicht, das ist leider ein Fakt. Außerdem gebe ich zu bedenken: Ja, es gibt auch bei unabhängigen Autoren wie uns wirklich einen Haufen Mist. Und wie sollte ich mich zum Beispiel davon ausnehmen? Ja, klar. Es gibt einige Sachen, die sollten Stimmen, wie Plot und Charakterbildung, etc. Aber vieles ist eben auch Geschmack. Dennoch finde ich es persönlich super, dass man heutzutage die Möglichkeit hat, einfach zu veröffentlichen, ohne große Kosten zu haben. Das ist einfach klasse. Also weiter so.

Veröffentlicht am 28.04.2013 08:54:50 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.04.2013 11:49:57 GMT+02:00
kete meint:
Ich schließe mich Maarten an. Es wird immer gesagt, ja, lies doch die Leseprobe, dann weisst du ja, was dich erwartet. Nur, wieviel Zeit soll ich denn bitte mit Probelesen verschwenden, bis ich endlich etwas für mich passendes gefunden habe?

Bei Verlagsbüchern weiß ich, dass vorher mal jemand drübergeschaut und sich ein paar Gedanken dazu gemacht hat. Jemand hat dies Buch für veröffentlichungswürdig befunden. Okay, derjenige kann auch ganz falsch liegen, aber das Risiko Schrott zu kaufen ist bei Verlagsbüchern wesentlich geringer. Und bei der Masse an neuen Büchern, die TÄGLICH auf den Markt kommen, bin ich schon ganz dankbar für eine Vorauswahl.

Gerade neulich wieder habe ich ein Indie-Buch gekauft aufgrund der überwältigend vielen 5*-Rezensionen. Grauenhaft. Die Protagonistin war eine Mary-Sue, also eine Figur, die der Autorin nachempfunden worden ist, nur die DeLuxe-Ausgabe sozusagen. Ab der Mitte des Buches hatte die Autorin dann wohl keine Lust mehr aus Sichtweise ihrer Hauptfigur zu schreiben, so dass es plötzlich von verschiedenen Erzählern wimmelte. Traumsequenzen, Rückblicke, Zukunftsvisionen wechselten einander ab, so dass man gar nicht mehr wusste, wo in der Geschichte man sich nun konkret befand.

Darüber sehr verärgert recherchierte ich ein bisschen und fand heraus, dass die vielen fünf Sterne durch Gefälligkeitsrezensionen der Mitglieder der Schreibgruppe der Autorin und ihrer FaceBook-Freunde zustande gekommen waren. Das heisst: Betrug.

Ich finde die Möglichkeit zur Selbstveröffentlichung, die amazon mit dem Kindle anbietet, supertoll und sie könnte - gerade für Nischenthemen - eine echte Bereicherung des Buchmarktes darstellen. Was ich mir wünschte wäre eine etwas realistischere Selbsteinschätzung der hoffnungsvollen Jungautoren.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.04.2013 08:57:38 GMT+02:00
Frank meint:
@ Maarten Donders
Die "Autorenfreiheit" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Da die Initiatoren auf Bücher spezialisiert sind, die neben dem Mainstream liegen, sucht die
Truppe nach Rezensentinnen und Rezensenten, die sich mit den gängigen Genres auskennen:
Krimis, Thriller, Liebesromane...
Bei Interesse an einer Mitarbeit kann über die Webseite Kontakt aufgenommen werden: http://www.autorenfreiheit.de/rezensionen
oder auf Facebook: https://www.facebook.com/Autorenfreiheit?fref=ts

Veröffentlicht am 28.04.2013 10:21:25 GMT+02:00
K. Michelsen meint:
Mein Name ist Kerstin Michelsen und ich bin auch Indie-Autorin.

Als ich mein erstes Buch veröffentlichte, dachte ich noch, wenn ich es aufmerksam genug überprüfe, dann ist das gut genug. Doch dann musste ich leider feststellen, dass es absolut nicht genügte. Die ersten Kritiken waren diesbezüglich sehr deutlich, was übrigens gut für mich war. Ich lernte daraus, dass man die Fehler im eigenen Text irgendwann nicht mehr sieht. Das Auge liest scheinbar nur noch das, was es lesen will. Also besserte ich nach und ließ das Werk schnell korrigieren.

Die externe Textkorrektur ist für mich seither das Miniumum, bevor ich einen Text veröffentliche, denn dieser Peinlichkeit setze ich mich nicht noch einmal aus. Und es ist trotz bezahlter Korrektur bzw. Korrektorat noch vorgekommen, dass ein Buch Fehler enthielt. Doch ich denke, ein paar Kleinigkeiten verzeiht auch der kritische Leser, wenn ihm das Buch ansonsten gefällt. Schließlich kommt das auch in Verlagsbüchern vor, und letztlich ist ein Buch immer noch die Arbeit von Menschen und nicht von Maschinen. Sobald ich davon erfahre, bessere ich sofort nach, das ist ja ein großer Vorteil von ebook und print on demand. Die Leser können uns Indies sehr unmittelbar erreichen, was bei Verlagsautoren ja meistens nicht der Fall ist.

Das, was ein Verlagsautor hingegen an fachlicher Unterstützung erhält, kann sich ein Indie-Autor niemals leisten. Die Kosten für ein volles Lektorat gehen je nach Buchlänge sehr schnell in den vierstelligen Bereich, ein Korrektorat liegt vielleicht im dreistelligen Bereich. Doch es gibt zum Beispiel Schreibbüros, die eine Korrektur von Interpunktion und Rechtschreibung zu bezahlbaren Preisen anbieten. Ich denke, das sollte man als Autor schon investieren, wenn man erwartet, dass die Leser für das Produkt auch Geld bezahlen sollen. Wer jemanden privat kennt, der so etwas leisten kann, hat natürlich Glück!

Jeder, der sich selbständig machen will, muss doch auch erst einmal investieren, bevor die Geschäftsidee hoffentlich Erfolg hat und wieder Geld herein kommt. Und letztlich schreiben ja wohl die wenigsten Indies, um davon wirklich leben zu können. Wenn es gut läuft, bekomme ich meine Ausgaben wieder herein und ich freue mich, wenn das, was ich geschrieben habe, einigen Menschen Freude gemacht oder sie berührt hat. Wenn ich schnellen Reichtum wollte, würde ich Lotto spielen und nicht schreiben.

Zu den Verlagsbüchern möchte ich noch sagen: sie sind oft nicht nur bis zur Perfektion durchlektoriert, sondern damit auch glatt gebügelt. Ich lese beides, Indies und Verlagsbücher, und ich finde, die Indies sind eine Bereicherung für den Buchmarkt. Im Moment gibt es natürlich eine fast unüberschaubare Fülle an Neuerscheinungen, aber ich denke, das wird in ein paar Jahren wieder anders aussehen. Jetzt ist das Phänomen noch neu und viele probieren sich darin aus. Es ist ja auch sehr spannend. Wer in fünf Jahren von uns noch dabei ist, ist wirklich Autor mit Leib und Seele. Das ist meine persönliche Meinung dazu.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.04.2013 10:50:59 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.04.2013 10:52:01 GMT+02:00
Frank meint:
"Darüber sehr verärgert recherchierte ich ein bisschen und fand heraus, dass die vielen fünf Sterne durch Gefälligkeitsrezensionen der Mitglieder der Schreibgruppe der Autorin und ihre FaceBook-Freunde zustande gekommen waren. Das heisst: Betrug."

Sherlock kete, was ist denn daran Betrug? Häh? Nur weil diese Personen die Autorin kennen, kann ihnen doch nicht das Recht abgesprochen werden, ihre Meinung zu äußern. Ich kenne eine Menge Autorinnen und Autoren, darf ihnen aber keine Rezis schreiben, da selber Schmierfink. Die Richtlinien in Amazonistan, die sich ständig ändern und von den kleinen Zampanos stets nach Bedarf ausgelegt werden, verbieten mir das. Meine Familie darf auch nicht. Meine Stammtischkumpels schon - die machen das dann auf einen Bierdeckel.
Dieser Sandkasten der Rezis in Amazonistan ist doch so ernst zu nehmen wie ein Halm im Hintern. Deine Schuld, wenn du sowohl auf vernichtende Genickschußrezis als auch auf Lobhudeleien reinfällst.
Such dir Plattformen, außerhalb von Amazonistan, die ernsthaft und objektiv rezensieren. Verlasse den Sandkasten, lass die Kinder spielen - aber nehme es nicht ernst oder für bare Münze, was die Kindchen dort mit ihren Förmchen treiben.

Veröffentlicht am 28.04.2013 11:09:29 GMT+02:00
kete meint:
"Und es ist trotz bezahlter Korrektur bzw. Korrektorat noch vorgekommen, dass ein Buch Fehler enthielt. Doch ich denke, ein paar Kleinigkeiten verzeiht auch der kritische Leser, wenn ihm das Buch ansonsten gefällt. Schließlich kommt das auch in Verlagsbüchern vor, und letztlich ist ein Buch immer noch die Arbeit von Menschen und nicht von Maschinen."

Genauso ist es. Selbst in einem Text, der von Autor, Korrektor und Lektor überarbeitet wurde, werden sich noch Fehler finden. Das ist auch nicht weiter schlimm, sondern menschlich . Aber stellt Euch mal vor, wie viele Fehler dann erst in einem Text stecken können, der weder einen Lektor noch einen Korrektor gesehen hat und dessen Autor sich vielleicht nicht mal die Mühe gemacht hat ein Rechtschreibprogramm drüber laufen zu lassen! Und dafür soll ich Geld bezahlen?

Veröffentlicht am 28.04.2013 11:19:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.04.2013 11:22:36 GMT+02:00
Kito meint:
Ich selbst bin Indie-Autorin und wusste am Anfang gar nicht, mit welch schlechtem Ruf ich scheinbar in diese Welt starte. Da ich ja für die Werbung selbst verantwortlich bin, habe ich sehr viel Zeit in die Maßnahmen nach der Veröffentlichung gesteckt.
Ich stand lange enorm unter Druck, weil ich mir sicher war, einen großen Fehler mit der Veröffentlichung begangen zu haben. - Kein Lektorat, kein Korrektorat. Es lag einfach alles bei mir. 12 Korrekturdurchgänge. Über Rechtschreibprogramme, eigenhändig, mit expliziter Wortsuche. Und trotzdem sind Fehler übrig geblieben, die sich wahrscheinlich auch noch ein 13. Mal vor mir versteckt hätten.
Als dann aber die ersten Rückmeldungen kamen, die dann auch noch positiv ausfielen, sind mir Tonnen Geröll von den Schultern gefallen und ich habe neuen Mut geschöpft. Leider hielt das Ganze nicht lange, denn direkt kamen von irgendwelchen Leuten die Unterstellungen, ich hätte Freunde darauf angesetzt, mir 5 Sterne zu geben. Ich habe mich natürlich nicht schlecht gewundert, da das überhaupt nicht der Wahrheit entsprach, aber trotzdem habe ich weitergemacht udn auch mal hier in den Foren mein Buch beworben. In Threads, in denen nach neuen Büchern gesucht wird, in Threads, die thematisch gepasst haben. Und da wurde mir dann sinngemäß folgendes um die Ohren gehauen: "Hör auf mit dem Sch***, Indie-Bücher lese ich nicht, die sind so schlecht, dass noch nicht mal ein Verlag die haben will."
Ich habe mich sehr darüber geärgert, da scheinbar nicht einmal bedacht wird, dass viele Indie-Autoren den Weg über den Verlag nicht einmal versuchen, sondern direkt selbst heraus bringen. Negative Einstellungen flogen mir insbesondere in der Amazonwelt sehr entgegen (in der echten Welt übrigens gar nicht!).

Dass es so schön einfach ist, selbst ein Buch herauszubringen, finde ich klasse. Klar sollte man seine Bücher prüfen (lassen von einem Betaleser evtl) und bedenken, wie es mit der Logik aussieht, mit der Kontinuität, dem Spannungsbogen und der Verständlichkeit. Bei meinem Buch habe ich beispielsweise viel Lob bekommen, weil es aufgrund einer komplizierteren Thematik einfach zu lesen ist. Man kann entspannen und sich dann in einer vollkommen anderen Welt wieder finden. Das freut mich - insbesondere, weil ich mir nicht mit vielen sinnlosen Synonymen für einfachste Worte ein Bein ausreissen muss, damit es (angeblich) anspruchsvoller wirkt.
Natürlich gibt es aber auch negative Beispiele, dennoch sollte man in dem Bereich dann nicht dem Schlechten Vorrang geben. Ansonsten landen wir wieder da, wo wir herkamen. Autoren, die teilweise wirklich gut sind, sind lange unterwegs, um überhaupt einen Verlag zu finden, der sich überhaupt dazu bereit erklärt, das Manuskript zu lesen. Oft landet es ja doch ungelesen in der Tonne.
Das Verlagsgeschäft - so habe ich es kennen gelernt - ist hart. Für einen Neustarter scheint es nahezu unmöglich zu sein, bei einem guten Verlag unter Vetrag genommen zu werden, ohne ein, zwei Jahre daraufzu verschwenden, überhaupt einen zu finden! Wenn ich dahingegen sehe, welche Bücher momentan so boomen, weil sie von großen Verlagen bis zum Gehtnichtmehr gepusht werden, sehe ich schon, in welche konsumgesteuerte Richtung das geht. Biografien von Promis, übertriebene Leidensgeschichten von Exfrauen der Exbundespräsidenten und - darf man ja auch nicht übersehen - Ekelblätter namens Feuchtgebiete, die literarisch wahrscheinlich weniger zu bieten haben als die schlechtesten Indie-Werke. Die sich aber verkaufen, weil ein prominenter Name dahinter steht.
Mir persönlich würde während der langwierigen Suche nach einem Verlag einfach die Lust am Schreiben vergehen, daher bin ich umso dankbarer, dass ich diese Variante jetzt wahrnehmen kann. Und hoffe gleichermaßen natürlich, dass sich das Bild der Independent-Autoren zum Positiven wandelt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.04.2013 11:38:26 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.04.2013 12:26:01 GMT+02:00
kete meint:
Ja, das wird immer wieder gern genommen: Bücher wie Feuchtgebiete, Biss, Shades of Grey und Promi-Biografien werden dem Leser als Negativbeispiele für Verlagsveröffentlichungen vorgehalten. Dass andere ja noch viel schlechter sind, entschuldigt aber nicht meine eigene mangelhafte Qualität!

Und was ist mit all den guten Büchern, die bei Verlagen rauskommen? Bei denen ich mich auf ein Mindestmaß an Qualität bezüglich Orthographie, Grammatik und Zeichensetzung verlassen kann? Autoren, die ich vielleicht seit Jahren kenne und deren neueste Werke ich immer wieder gerne lese? Natürlich greife ich erst zu denen, wenn die Frage im Raum steht: was lesen wir denn nun als nächstes?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.04.2013 12:05:28 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.04.2013 12:10:51 GMT+02:00
Frank meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 28.04.2013 12:21:12 GMT+02:00
Erlend meint:
Frank, ja richtig. Ich greife erst zu den Indies meiner favorisierten Autoren.

Veröffentlicht am 28.04.2013 12:29:27 GMT+02:00
kete meint:
"Und was ist mit all den guten Büchern, die durch INDIES rauskommen? Bei denen ich mich auf ein Mindestmaß an Qualität bezüglich Orthographie, Grammatik und Zeichensetzung verlassen kann?"

Oxymoron.

Veröffentlicht am 28.04.2013 12:33:15 GMT+02:00
Sabrina meint:
Was ich beobachte, ist, dass die Indie-Autoren häufig übertrieben schlecht über Verlagsbücher reden und genau wie oben Vergleiche mit Feuchtgebiete usw. ziehen, obwohl bei Verlagen ja eine Vielzahl mehr Bücher erscheinen. Und Verlagsautoren geben häufig den Indie-Autoren kaum eine Chance, denn das ist ja alles Schrott, das Manuskript hat keinen Lektor gesehen usw. Ich finde das sehr traurig. Jeder sollte mal die Schubladen außer Acht lassen und über den eigenen Tellerrand blicken. Wir sind doch alle Autoren, uns verbindet dieselbe Leidenschaft. Ob jetzt selbst veröffentlicht oder mit einem Verlag ... wir sind und bleiben Autoren.
Natürlich will ein Verlag Geld sehen. Er ist ja auch eine Firma und kein helfender Freund. Und dass man sich bei Verlagen jahrelang frustriert bewirbt und dann doch nur in der Tonne landet, kann ich nicht bestätigen.

Es gibt Indie-Autoren, die sehr professionell arbeiten und sich sehr viel Mühe geben. Leider gibt es sehr viel mehr Indie-Autoren, die eben gar nichts machen, außer ihre geistigen Ergüsse niederzuschreiben und es zum Verkauf anzubieten. Wie schon oben gesagt, denke ich, dass der Trend aber in eine positive Richtung verläuft. Bei den Verlagen kann auch mal ein Schrott-Buch dabei sein. Aber ein Mindestmaß an Qualität ist vorhanden. Ob die Geschichte selbst jetzt den Geschmack trifft, hat ja nichts mit der Qualität zu tun. Verlage verlassen sich halt auch bis zu einem gewissen Maß auf Lizenzen - was sich im Ausland gut verkauft, verkauft sich hier auch gut. Und irgendetwas muss ja an den Geschichten dran sein, wenn so viele Menschen begeistert davon sind. Dazu muss ich aber sagen, dass ich keines der oben genannten Bücher gelesen habe - weder Feuchtgebiete, noch Shades of Grey, oder andere Hype-Bücher (nur Twilight, was ich okay fand).

Es gibt ja auch Autoren, die sowohl in Verlagen als auch selbst veröffentlichen .In welche Schublade passen die?
Mittlerweile habe ich mit vielen Indie-Autoren gesprochen und die meisten gingen den Weg der Selbstveröffentlichung tatsächlich erst, nachdem sie von Verlagen abgelehnt worden waren. Wenn dieselben Autoren dann über die Verlage und Verlagsautoren/Verlagsbüchern herzieht, klingt das doch schon sehr nach Neid. Schließlich hat er ja erst noch selbst versucht, bei einem Verlag zu landen.

Jeder soll halt den Weg gehen, der einen glücklich macht und so viel Toleranz aufbringen, dass andere einen anderen Weg gehen wollen. Aus welchen Gründen auch immer.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.04.2013 12:33:44 GMT+02:00
Kito meint:
Soll sie ja auch nicht entschuldigen - wenn aber die Indie-Werke allgemein heruntergezogen werden, weil einige schlechte Sachen dabei sind, warum darf man Gleiches dann nicht auch mit Verlagswerken tun? Gerade hier ist es doch viel verwerflicher, wenn offensichtlich Müll auf den Markt geworfen wird, obwohl ein professionelles Lektorat und eine professionelle Qualitätsprüfung stattgefunden haben.
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