Kleine Gedichte...

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1-25 von 1558 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.10.2008 21:59:22 GMT+02:00
Wäre doch nett, hier eine kleine Gedichtsammlung zu eröffnen.
Es soll Spaß machen und bereichern und nicht allzu ernst genommen werden.
Hab die Inspiration dazu aus einem anderen Forum.

Dann mach ich mal den Anfang:

Ein Elf muss mein Geliebter sein,
oh Elf, wie süß, so sei doch mein,
doch die Welt, so weit und leer,
finde ich dich nimmer mehr,
wo du doch der Letzte bist,
muss ich sterben, ohne dich.

Freue mich auf eure Beiträge!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.10.2008 22:14:14 GMT+02:00
Die Katze
Saß auf der
Matratze.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2008 05:54:39 GMT+02:00
f meint:
" War einmal ein Bumerang
War ein weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück
Aber kam nie mehr zurück.
Publikum noch stundenlang
Wartete auf Bumerang."
(Joachim Ringelnatz)
Gruß
Klaudia

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2008 13:30:59 GMT+02:00
"Der Bär verspürt an manchen Tagen
ein rätelhaftes Unbehagen.
Ist es der Kopf? Das Herz? Der Magen?
Kann er das Bier nicht mehr vertragen?
Zu diesen schweren Schicksalsfragen
weiß auch der Bär nicht viel zu sagen."
Den Autor weiß ich leider nicht ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2008 16:40:16 GMT+02:00
Tante Li meint:
Luftveränderung

Fahre mit der Eisenbahn,
fahre, Junge, fahre,
Auf dem Deck vom Wasserkahn
wehen deine Haare.

Tauch in fremde Städte ein,
lauf in fremden Gassen;
höre fremde Menschen schrein,
trink aus fremden Tassen.

Flieh Betrieb und Telefon,
grab in alten Schmökern,
sieh am Seinekai, mein Sohn,
Weisheit still verhökern.

Lauf in Afrika umher,
reite durch Oasen;
lausche auf ein blaues Meer,
hör den Mistral blasen!

Wie du auch die Welt durchflitzt
ohne Rast und Ruh-:
Hinten auf dem Puffer sitzt
du.

(Kurt Tucholsky)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2008 17:24:09 GMT+02:00
R. Gnoss meint:
Ein Mensch spricht fern, geraume Zeit,
mit ausgesuchter Höflichkeit,
legt endlich dann, nach vielen süßen
Empfehlungen und besten Grüßen
den Hörer wieder auf die Gabel -
doch tut er nochmal auf den Schnabel
(nach all dem freundlichen Gestammel),
um dumpf zu murmeln: Blöder Hammel!
Der drüben öffent auch den Mund
zu der Bemerkung: Falscher Hund!
So einfach wird oft auf der Welt
die Wahrheit wieder hergestellt.

Eugen Roth

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2008 18:21:25 GMT+02:00
Nausicaä meint:
"Ein Mensch, der Ideale hat,
der hüte sich, sie zu erreichen.
Sonst wird er eines Tages statt
sich selber andren Menschen gleichen."

(Erich Kästner, 1950)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2008 18:35:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.10.2008 18:36:31 GMT+02:00
Rin meint:
Das Schnitzel
Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
Bemerkte, daß ihm das misriet.
Jedoch, da er es selbst gebraten,
Tut er, als wär es ihm geraten,
Un, um sich nicht zu strafen Lügen,
Ißt er's mit herzlichem Vergnügen.
(Eugen Roth)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2008 19:51:14 GMT+02:00
Kastanien, Eicheln hab ich hier,
die ganze Schürze voll.
Der Wind warf sie mir grad vom Baum.
Das prasselte wie toll!

Draus basteln wir vergnügt
Nachher ein Schwein mit Ringelschwanz,
auch einen Igel - Aau, der sticht,
ein Huhn und eine Gans.

Die lustigen Tiere stellen wir
auf's Fensterbrett - schaut an!
So haben wir den ganzen Tag
nun unsre Freude dran!

(Autor unbekannt)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.10.2008 17:17:38 GMT+02:00
Cathe meint:
..."Kuri - kura - kurinte"
schmunzelte der Zauberer
und trank ein Schlückchen Tinte....
James Krüss

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.10.2008 18:30:47 GMT+02:00
Xaia meint:
Damit man sehe, was man höre,
erfand Herr Braun die Braunsche Röhre.
Wir wären ihm noch mehr verbunden,
hätt' er was anderes erfunden.
Heinz Erhardt

Viele Grüße,
Xaia

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.10.2008 21:30:41 GMT+02:00
Noch'n Gedicht:

Der Apfel

Ein Apfel hing am Apfelbaum
und schaukelte gelinde
im Winde
und träumte seinen Sommertraum
von Reife und von Erntezeit
und auch von einem Kinde,
das ihn am Zweige finde.
Ich glaube, heute ist's so weit:
da wird erfüllt des Apfels Traum -
Komm schnell! Wo steht der Apfelbaum ?

Albert Sergel (1876-1946)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2008 11:42:51 GMT+02:00
Xaia meint:
Dieses Gedicht von einem noch unbekannten jungen Autor fand ich bei einem meiner Spaziergänge durchs Web. Ich hoffe, kein Copyright zu verletzen, indem ich das Gedicht hier weitergebe. Ich wünsche dem Autor, der noch weitere wunderschöne und auch originelle Gedichte geschrieben hat, viel Erfolg.

Liebe Grüße,

Xaia

herrlich

eine freudenvolle ruhe
floss mir glucksend in die schuhe
drang mit kicherndem frohlocken
langsam kitzelnd in die socken
stieg mir streichelnd - ja - ich meine
zärtlich durch die hosenbeine
schlang sich höher um die hüfte
glitt wie warme balsamdüfte
über bauch und brust zum nacken
um mich hinterrücks zu packen
zog mich neckisch sanft am Schopfe
stieg mir schließlich doch zu kopfe
und verflog zu einem lachen
um sich selber luft zu machen

Stefan Krüger (St. Rémy de Provence, 12.4.2007)
bislang unveröffentlicht

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2008 13:46:56 GMT+02:00
f meint:
Christian Morgenstern
Das Mondschaf
Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf.
Das Mondschaf rupft sich einen Halm
Und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
»Ich bin des Weltalls dunkler Raum.«
Das Mondschaf.

Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn' ist rot.
Das Mondschaf.

--------------------------------------------------------------------------------

Lunovis
Lunovis in planitie stat
Cultrumque magn' expectitat
Lunovis.
Lunovis herba rapta it
In montes, unde cucurrit.
Lunovis.

Lunovis habet somnium:
Se culmen rer' ess' omnium.
Lunovis.

Lunovis mane mortuumst.
Sol ruber atque ips' albumst.
Lunovis.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.10.2008 14:39:41 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 06.12.2008 09:53:56 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.10.2008 23:38:41 GMT+01:00
Lena meint:
Vornehme Leute, 1200 Meter hoch

Sie sitzen in den Grandhotels.
Ringsum sind Eis und Schnee.
Ringsum sind Berge, Wald und Fels.
Sie sitzen in den Grandhotels
und trinken immer Tee.

Sie haben ihren Smoking an.
Im Walde klirrt der Frost.
Ein kleines Reh hüpft durch den Tann.
Sie haben ihren Smoking an
und lauern auf die Post.

Sie tanzen Blues im Blauen Saal,
wobei es draußen schneit.
Es blitzt und donnert manches Mal.
Sie tanzen Blues im blauen Saal
und haben keine Zeit.

Sie schwärmen sehr für die Natur
Und heben den Verkehr.
Sie schwärmen sehr für die Natur
und kennen die Umgebung nur
von Ansichtskarten her.

Sie sitzen in den Grandhotels
Und sprechen viel von Sport.
Doch einmal treten sie, im Pelz,
sogar vors Tor der Grandhotels 
und fahren wieder fort!

(Erich Kästner)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2008 10:19:13 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.12.2008 08:08:24 GMT+01:00
Tante Li meint:
Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

(Hermann Hesse)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.11.2008 23:23:50 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 06.12.2008 09:53:41 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.11.2008 07:03:17 GMT+01:00
f meint:
Joachim Ringelnatz

Der Briefmark

Ein männlicher Briefmark erlebte
was Schönes, bevor er klebte.

Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.

Er wollte sie wiederküssen,
da hat er verreisen müssen.

So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.11.2008 14:09:20 GMT+01:00
Nausicaä meint:
Lamentationen

Das Glück ist eine leichte Dirne
und weilt nicht gern am selben Ort.
Sie streicht das Haar dir von der Stirne
und küsst dich rasch und flattert fort.

Frau Unglück hat im Gegenteile
dich liebefest ans Herz gedrückt.
Sie sagt, sie habe keine Eile
setzt sich zu dir ans Bett und strickt.

(Heinrich Heine)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.11.2008 16:40:32 GMT+01:00
Tedesca meint:
Passend zum heutigen Tag:

Ich geh' mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.
Mein Licht ist aus,
wir geh'n nach Haus.
Rabimmel, rabammel, rabumm!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.11.2008 08:46:59 GMT+01:00
Tante Li meint:
NOVEMBER

Solchen Monat muss man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
Keiner so verdrießlich sein
Und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
Keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist 'ne wahre Pracht.

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
Wie sie tanzen in dem Wind
Und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
Und sie durcheinanderwirbelt
Und sie hetzt ohn' Unterlass:
Ja, das ist Novemberspaß!

Und die Scheiben, wie sie rinnen;
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelsthau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt's an jedem Zweig,
Einer dicken Thräne gleich.

O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch' unvernünft'ges Toben
Schon im Voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So, dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Greuel schauen zu!

von Heinrich Seidel
1842 - 1906 (Nov.)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.11.2008 16:18:09 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 06.12.2008 09:53:20 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.11.2008 16:22:23 GMT+01:00
f meint:
Und heute mein absolutes Lieblingsgedicht:

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.11.2008 19:03:28 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 22.11.2008 20:51:44 GMT+01:00]
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