Fantasy: Leseproben-Sammlung


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1-20 von 20 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.06.2012 12:32:08 GMT+02:00
Powerbernie meint:
Meiner Meinung nach sind Leseproben immer ein brauchbares Mittel, um zu sehen, ob ein Buch interessant ist. Einen Thread mit Leseproben habe ich noch nicht gefunden, da dachte ich mal, ich starte einen.

Macht natürlich nur Sinn, wenn jeder seine Leseprobe überschaubar klein hält - vielleicht so 500-1000 Worte maximal?

Hier meine Leseprobe:

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Mit zusammengekniffenen Augen sah Fürst Fa-Sal in die südliche Wüste. Die brennend heiße Sonne stand bereits tief am Horizont, in wenigen Minuten schon würde sie hinter den weiten Dünen des Westens verschwinden und dem Anbruch der Nacht Platz machen. Das unruhige Wiehern und Stampfen von Tausenden Pferden war das einzige Geräusch, das die Stille der Wüste durchbrach, selbst sein eigenes Schlachtross Kiman, ein schwarzer Gelding aus edelstem Geblüt, wippte unruhig mit dem Kopf hin und her.

„Als ob sie es spüren können.“ Ein Blick zu den Seiten zeigte ihm die lange Reihe seiner Stammeskrieger, jeder Einzelne von ihnen ein schneller Reiter, ausgerüstet mit Speer, Scimitar, Schild und einem Reiterbogen. Sie alle würden im Krieg ihr Leben für den Stamm und ihren Fürsten geben, doch hier handelte es sich nicht um eine Stammesfehde. Sie waren nicht so weit in den Süden geritten, um sich mit einem anderen Stamm oder Fremdländern zu messen. Sie waren hier auf Geheiß des Orakels, um gegen die dunkle Garde zu kämpfen und so beruhigte Fa-Sal der Blick auf die drei Männer in roten Roben zu seiner Linken mehr wie der Blick auf seine Krieger.

Die Erzmagierin des roten Turms hatte ihm drei ihrer Magier geschickt, ein klares Zeichen für ihn, dass sie die Bedrohung ernst nahm. „Aber wie kann das sein, wie können Legenden zur Wirklichkeit werden?“ Fa-Sal war noch ein Kind gewesen, als er zum ersten Mal Geschichten über die dunkle Garde gehört hatte. Riesenhafte Monster mit Rabenköpfen, die am Tag unter dem Sand schliefen und bei Nacht auf ihm rannten, mit dem einzigen Ziel alles Leben zu vernichten. In den überlieferten Legenden waren sie vom alten Kaiser besiegt und in die südlichste Wüste gejagt worden, doch wer sollte es nun tun, wenn sie wirklich zurückgekehrt waren?

Haschekk ritt an seine Seite und griff sein Pferd hart am Zügel, ungewohnt für den Anführer der Reiterelite. Anders wie die anderen Stammeskrieger trugen Haschekk und seine Reiter eine Rüstung und verzichteten zugunsten eines großen halbmondförmigen Schildes aus bestem Stahl auf den Reiterbogen. Er und seine Männer waren der Wüstenwind, die gefürchtetste Kavallerie in ganz Alterra.

„Sind wir am richtigen Ort, mein Fürst?“ Die Frage des stolzen Reiterführers bedurfte keiner Antwort, sie wussten dass sie am richtigen Platz waren. Südlich von ihnen lag die Oase Gumurhei, einst Stammsitz der Fedak, des südlichsten Stammes in Alterra. Jetzt war die Oase zerstört, das Wasser vergiftet von den Tausenden Leichen, die in ihm schwammen und nur der Geruch des Todes zeugte von der einstigen Existenz des zurückgezogenen Stammes. Es gab keinen Zweifel, die dunkle Garde war hier, so wie es das Orakel vorausgesagt hatte.

Mit einem kurzen Blick zu Haschekk nickte Fa-Sal seinem Hauptmann zu. „Alle wissen Bescheid und sind vorbereitet. Wenn sie kommen, dann hier, und hier werden wir sie stellen.“ Stumm sah er zu, wie die Sonne immer weiter in den Horizont eintauchte, dann wurde es Nacht. Beinahe schlagartig kam die Dunkelheit und der kalte Griff der Angst legte sich über Fa-Sal und seine Männer, die nun nur noch das Licht der Sterne und der drei Monde auf ihrer Seite hatten. Fa-Sal hätte es vorgezogen, bei vollem roten Mond zu kämpfen, wenn seine verbündeten Magier am stärksten waren, doch die Angaben des Orakels waren eindeutig gewesen. Die dunkle Garde würde ihrem eigenen Mond folgen, was auch immer das bedeuten mochte. Wichtig war nur, dass das Orakel ihnen den Zeitpunkt und den Ort genannt hatte, wenn sich die Monster wieder erheben würden. „Beinahe fünftausend Krieger und drei Magier, wird das reichen um gegen Legenden zu kämpfen?“

Haschekk sah sie als erster, seinem Handzeichen folgend erspähte auch Fa-Sal die Bewegungen im Sand, nur wenige Hundert Meter entfernt. Wie kleine Trichter begann der Sand sich an unzähligen Stellen kreisförmig zu drehen, dann brachen die Monster aus dem Boden. Beinahe drei Meter groß hätte man sie für riesenhafte Menschen halten können, würden sich nicht Rabenköpfe auf ihren Schultern befinden. Ohne zu zögern hob der Fürst seinen Speer in die Luft und gab das Signal zum Angriff.

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Der vergessene Mond Bd I: Band I - Zeit des Erwachens

Die Geschichte des jungen Herm Pendrak, der auszog, um ein Magier zu werden. Abgelehnt von den drei Türmen der Magie, verzweifelt und ziellos, trifft er auf die tapfere Kira und wird mit ihr in eine Welt voller Intrigen und Geheimbünde gezogen. Gejagt von dunklen Mächten folgen sie dem Weg ihres Schicksals, während die Welt um sie herum dabei ist, einen alten Schleier des Vergessens abzuwerfen. Es ist der Anbruch der Zeit des Erwachens.

Der vergessene Mond Bd II: Band II - Das schwarze Buch

Durch ein seltsames Schicksal aneinander gebunden ziehen der junge Magier Herm Pendrak und seine selbsternannte Leibwächterin Kira in eine Welt, die allmählich aus einem langen Schlaf erwacht. Während alte Bündnisse zerfallen und die Herrscher der Welt um die Macht ringen, erhebt sich ein vergessener Schrecken in den Wüsten des Südens. Es beginnt die Suche nach einem Buch aus der Zeit der Legenden.

Veröffentlicht am 13.06.2012 22:24:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.06.2012 10:36:53 GMT+02:00
Marismeno meint:
Hm, tja, nur mal so zum Lesen für Autoren-"Kollegen", zur Unterhaltung und vielleicht sogar zum Interressantfinden, denn Leser verirren sich in dieses Exil-Forum ja eher nicht:

aus meinem Erstling Der Fremde: Canis Lupus Niger
(Die Fortsetzung erscheint im September beim Koios Verlag, Wien,
http://www.praesens.at/koios/index.php/buecher/fantasy?start=2 )
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Auf den ersten Blick schien nichts Besonderes an dem Mann zu sein, gar nichts: Ein Reiter, vielleicht 25 Jahre alt, einfach gekleidet, vielleicht irgendein Söldner. Denn, wenn auch seine sonnenverbrannte Haut und das schwarze Haar die Leute an einen Zigeuner denken ließen, so wies das Schwert mit der schwarzen Scheide und dem abgenutzten Heft, welches er über dem Rücken trug, darauf hin, dass er sich wohl nicht als Schausteller oder Kesselflicker durch das Leben schlug.

Auf den zweiten Blick schien sein Pferd von gewisser Güte zu sein. Zwar war es nicht groß und nach den Maßstäben dieses Landes auch nicht besonders schön, doch trug es den Kopf mit den wach blickenden Augen stolz erhoben und schritt elastisch voran, obwohl es mit Staub und Schmutz eines langen Tagesrittes bedeckt war.

In einem Dorf hielt der Reiter an und tränkte sein Tier aus dem Brunnen. Doch Essen war auch hier wieder nicht zu bekommen. Es sei Krieg im Land, erzählten ihm die ärmlich aussehenden Bauern. Es sei ein gerechter Krieg, den der König gegen seinen Untertan, den Herren dieses Lehens führte. Doch er dauere nun schon sehr lange und fräße ihren Kindern das Korn weg.

Interessiert hörte der Fremde ihnen zu. Dass die Menschen den König, dessen Tun ihnen doch so große Not brachte, dennoch lobten, war beachtlich. Oh, dieser junge König, der erst vor zwei Jahren gekrönt worden war, sei ein guter Herrscher, sagten sie. Er sei gegen sein Volk gerecht, ebenso wie gegen die Fürsten, und tue viel Gutes.
Der fremde Reiter strich sich nachdenklich das lange Haar aus dem Gesicht und sah plötzlich wach und energisch aus. Grüne Augen funkelten ungewöhnlich hell aus seinem gebräunten Gesicht. Dieser König sei es wert, dass man einen Umweg machte, um ihn kennenzulernen, entschied er. Die Bauern lachten ihn aus. Warum sollte der König seine Zeit damit verschwenden, einen Herumtreiber wie ihn kennenlernen zu wollen. Er habe schließlich eine Burg zu erobern.
Der Fremde lächelte nur, als er sich wieder auf sein graues Pferd schwang. Er würde sehen, wie es weiterginge, wenn er erst einmal am Heerlager angekommen sei. Wo das denn läge? Kopfschüttelnd wiesen die Bauern ihm den Weg und sahen ihm nach, als er davon ritt. Sie waren überzeugt, ihn nicht wiederzusehen.

Der Fremde ritt indes über die schlammige Landstraße. Je näher er dem Lager kam, desto schlimmer wurde die Verwüstung, die dem Land angetan worden war. Missbilligend nahm der Reiter die Bilder in sich auf. Gegen wen wurde hier eigentlich Krieg geführt?
Bald erreichte er die Randbereiche des Lagers. Niemand hielt ihn auf als er weiter ritt, denn er schien zu wissen, wohin er wollte. und zog in aller Ruhe seines Weges: Vorbei an herumlungernden Männern, schlampigen Zelten und Haufen von Ausrüstung, an schlecht versorgtem Vieh, stehlenden und hurenden Dienern und verderbenden Resten von Nahrung, Tierfutter und Unrat.

Der Reiter wurde immer langsamer. Dieser Heerhaufen war keine Armee, sondern ein Pöbel, erschöpft nicht vom Kämpfen, sondern vom Laster. Kein Herrscher sollte auf so etwas angewiesen sein. Doch hatte der es ja selber in der Hand, seine Soldaten Disziplin und Ordnung zu lehren. Schon überlegte er, ob er überhaupt noch weiter reiten sollte. Verschwendete er nicht nur seine Zeit? Doch nun war er schon einmal hier und konnte auch noch den Rest des Tages und die Nacht hier verbringen.

Veröffentlicht am 14.06.2012 13:51:39 GMT+02:00
Powerbernie meint:
Sehe ich als Möglichkeit, mal über den Tellerrand zu sehen. Klar, Leser für seine Bücher wird man hier kaum oder nur wenige finden, aber das macht doch nichts. Ich finde das Stöbern in den Leseproben-Portalen meist recht mühsam und die dort vorhandene Formatierung oft katastrophal. Hier kann man einfach mal so etwas herumwühlen und sieht dabei interessanterweise auch, daß andere Autoren mit denselben Problemen zu kämpfen haben wie man selbst auch. Oder sieht, was sie besser machen :)

Du benennst deine Hauptfigur hier noch nicht, nennst ihn daher "Fremder" oder "Reiter". Dabei stößt du auf das Problem, welches ich auch in meinem zweiten Buch hatte - nämlich das es komisch klingt, wenn man seine Figur zu oft hintereinander "Fremder" nennt (gute Lösung - fremder Reiter). Daher musste ich beim Lesen deiner Leseprobe etwas schmunzeln und fühlte mich schon nicht mehr so allein :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.06.2012 14:38:59 GMT+02:00
Marismeno meint:
Den Roman habe ich so aufgebaut, dass der Leser dem Protagonisten immer näher kommt. Deshalb ist der Protagonist anfangs noch sehr distanziert nur der Fremde/fremde Reiter. Schon ab der nächsten Seite ändert sich das nach und nach. =D

Veröffentlicht am 20.06.2012 20:19:09 GMT+02:00
REMrules meint:
Schade eigentlich, daß so wenig Resonanz kommt. Jeder wirbt für sein selbstverlegtes Buch oder eBook, aber ne Leseprobe will keiner geben. Warum?

Veröffentlicht am 08.12.2012 13:44:34 GMT+01:00
Dann stelle ich hier mal eine Leseprobe zu meinem Roman City of Death - Blutfehde rein :)

Der Mann, der mir gegenüber saß, war schon lange tot, genau wie seine liebreizende Frau neben ihm. Ihr aschblondes Haar war zu einem strengen Dutt geknotet, was sehr im Kontrast zu ihren filigranen Gesichtszügen stand. Ich fand sie zwar nicht atemberaubend schön, aber der blasse Teint und die großen, unschuldig wirkenden Augen machten sie sicherlich bei vielen Männern beliebt. Unschuldig war sie jedoch keinesfalls, auch wenn man sie und ihren Mann zu den Guten zählen konnte.
Ich kannte die Meiers schon ein paar Jahre, hatte sie aber erst einmal zu Gesicht bekommen. Damals saßen sie in der gleichen adretten Aufmachung vor mir, nur hatte ich sie nicht selbst bedient, sondern neben meinem Vater gesessen und zugehört. Meinen Unterlagen zufolge, die ich schnell überflog, war es genau sechs Jahre her. Damals waren sie aus Österreich nach Berlin gezogen, um sich hier niederzulassen.

»Wir haben uns lange nicht gesehen, was führt Sie zu uns?« Ich schlug den Ordner auf meinem Schreibtisch zu und verschränkte geschäftsmäßig die Hände. Eigentlich nahm ich nach drei Uhr keine Kunden mehr an, aber die Meiers hatten vor einer halben Stunde angerufen und mich eindringlichst gebeten, sie anzuhören – und zwar persönlich.
»Sie wissen, dass wir stets vollauf zufrieden mit Ihren Immobilien sind«, begann Herr Meier und schaute mich eindringlich an. Er hatte kurz geschorene Haare, höchstens einen Zentimeter hoch, himmelblaue Augen und einen Vollbart. »Aber seit einiger Zeit werden wir von Außenseitern belästigt und immer öfter um Obdach gebeten. Wenn wir die Anfragen weiterhin ablehnen, wird es zu Handgreiflichkeiten kommen.«

Mit Außenseitern meinte er herrenlose Vampire, die am Rand der Städte lebten, weil sie entweder nicht genug Geld hatten, sich unsere speziellen Immobilien zu leisten, oder ungehorsam waren. Soweit ich wusste, waren die Meiers noch junge Vampire und höchstens fünfundzwanzig Jahre tot. Das hieß, dass sie zu den schwächsten ihrer Art gehörten und – ob man es nun glaubt oder nicht – die Gewalt mehr als alles andere verabscheuten.
»Sie könnten es dem örtlichen Ranger melden«, schlug ich vor, doch Herr Meier schüttelte sofort den Kopf.
»Sie wissen selbst, dass Gregor nicht mehr bei Sinnen ist. Er vernachlässigt seinen Bezirk schon seit geraumer Zeit.«
Das stimmte. Gregor war der Ranger vom Bezirk 6, Steglitz-Zehlendorf, und für das Wohl der dort lebenden Paranormalen und Menschen verantwortlich. Seit aber seine Frau vor ein paar Monaten gestorben war, drehte er völlig durch. Er war einer von zwölf paranormalen Rangern, denen jeweils ein Berliner Bezirk zugeordnet war. Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990 waren es noch dreiundzwanzig gewesen, doch 2001 entstanden dann im Rahmen der Verwaltungsreform zwölf neue Bezirke. Ich selbst war damals erst zwölf gewesen und hatte nicht viel mitbekommen, aber mein Vater hatte mir von den unschönen Konkurrenzkämpfen erzählt, als es hieß, die Stellen würden um ganze elf Plätze gekürzt. Soll ein ganz schönes Blutbad gewesen sein!
»Sie wissen, dass es Sie einiges mehr kosten wird als Ihre jetzige Immobile?«, erklärte ich. »Zurzeit kann ich nur Charlottenburg, Grunewald und Mitte anbieten.« Ich wusste, dass Mitte für sie nicht infrage kam, weil sich dort die geschäftigen Untoten mit ihren zahlreichen Clubs, Bars und was weiß ich für Einrichtungen tummelten. Ich fragte mich, warum sie sich überhaupt hatten verwandeln lassen, wenn sie ihren Artgenossen so abgeneigt waren.
»Ich bin mir sicher, dass wir zu einer Einigung kommen«, meldete sich erstmals Frau Meier zu Wort und drückte die bleiche Hand ihres Gatten.

Normalerweise waren Vampire überhaupt nicht bleich und optisch kaum von den Menschen zu unterscheiden. Durch die Aufnahme von warmem Blut bekommen sie einen natürlichen Teint, der sich deutlich von ihren Leinwandkollegen unterscheidet. Meine Kunden hatten also entweder mit Make-up nachgeholfen, was öfter vorkam, als man dachte, oder schon länger nichts mehr getrunken. »Also gut, ich werde sehen, was ich machen kann. Wie lange habe ich Zeit?«
»Eine Woche. Meine Frau und ich werden so lange im Hotel absteigen.«
Fast entglitten mir meine freundlichen Gesichtszüge. Eine Woche war verdammt wenig, wenn man einen Haushalt, eine Teilzeitanstellung in einer Immobilienfirma und nebenbei noch einen Hochschulabschluss als technische Gebäudemanagerin zu bewältigen hatte. In nicht einmal mehr als einem Monat würde die mündliche Prüfung sein, und die Masterarbeit musste ich nächste Woche abgeben. Ich sagte jedoch nichts dergleichen, sondern nickte höflich und hoffte, dass mein Vater bald zurück war. Seit siebenundzwanzig Jahren leitete er Dark Immovable Property, kurz D.I.P genannt, eine Immobilienfirma, die sich auf die Bedürfnisse von Untoten spezialisiert hatte. Panzer- und Sonnenschutzglas gehörten da zur Grundausstattung. Er war vor zwei Wochen nach New York gereist, um sich mit einigen Klienten zu treffen, und wollte nach drei Wochen zurück sein. Da gab es zwar noch Louis, unseren französischen Stellvertreter, doch der war weniger für die Kunden als für den Papierkram zuständig, und so lag es an mir, unsere Kundschaft zu bedienen.
Die Meiers bedankten sich und gaben mir ihre Visitenkarte mit einer neuen Nummer. Ich heftete sie in den Ordner und begleitete sie zur Tür. Es war riskant für einen Vampir, so knapp vor Sonnenaufgang noch herumzuspazieren. Sie gehen zwar nicht sofort in Flammen auf, wie uns Hollywood immer glauben machen will, aber sie verlieren ihre übernatürlichen Kräfte. Schlimmer noch, im direkten Sonnenlicht sind sie meist schwächer als ein gewöhnlicher Mensch und träger als ein Faultier, und irgendwann sterben sie natürlich, aber bis dahin ist es dann ein qualvoller Weg.

Am Fahrstuhl verabschiedeten sie sich dann endgültig und fuhren dreizehn Stockwerke tiefer in die Tiefgarage. Erschöpft schaute ich auf die Uhr. Es war vier Uhr nachts, und ich war hundemüde. Eigentlich machte ich nie Spätschichten – oder in diesem Fall Frühschichten –, aber Gina war im Urlaub und unsere Aushilfe krank. Und da ich weder Zeit noch Lust hatte, eine Vertretung zu
suchen, musste ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen. Ich spielte bereits mit dem Gedanken, die Nacht einfach hier zu verbringen. Wir hatten einen Schlafraum, der speziell für solche Schichten gedacht war, aber ich mochte es nicht besonders in der Firma zu schlafen, und schon gar nicht, wenn ich alleine war. Ja, ich bin dreiundzwanzig Jahre alt und fürchte mich immer noch im Dunkeln. Na und?
Zwanzig Minuten später schnappte ich mir meine Tasche, stopfte Schlüssel und Zigaretten hinein, schaltete den Computer und das Licht aus und ging zum Fahrstuhl. Ihm haftete ein leicht süßlicher Geruch an, den ich gelernt hatte, mit Vampiren in Verbindung zu bringen. Während ich nach unten fuhr, fragte ich mich, warum das eigentlich so war. Sollten Vampire nicht eher nach Tod und Verwesung riechen?
Noch bevor sich die Fahrstuhltür öffnete, erstarrte ich, denn in meine Nase drang der Geruch von Blut. Ich hockte mich auf den Boden, streifte die Tasche ab und zog meine Waffe. Es war eine SIG P226 X Five, die einen extrem schnellen Magazinwechsel hatte – eine Eigenschaft, die man in der Nähe von Vampiren zu schätzen lernte. Mein Vater hatte sie mir zum achtzehnten Geburtstag mitsamt einem Kurs und dem dazugehörigen Waffenschein geschenkt. Sehr fürsorglich, oder? Die SIG war mit Silberkugeln geladen, der einzigen Substanz, mit der man Vampiren ernsthaft schaden konnte, weil sie ihren Körper vergiftete.

Als sich die Türen mit einem Ding öffneten, kauerte ich am Boden und zielte in die schwach beleuchtete Tiefgarage hinein.

Veröffentlicht am 16.01.2013 09:37:47 GMT+01:00
Azahra meint:
Ich finde die Idee ganz nett, weswegen ich hier ebenfalls eine Leseprobe meines Werkes Naminé - Liebe deinen Feind bereitstelle :)

Kapitel 6:

Naminé fühlte sich völlig fehl am Platz. Sie saß mit den beiden Elbenjägern in einem Hinterzimmer des Gasthauses.
Die kleine Kammer befand sich neben der Küche und es roch stark nach Essen.
In dem Raum befanden sich ein kleiner Tisch und drei Stühle.
Eine Kerze, in der Mitte des Tisches, spendete Licht.
Sias und sie saßen an dem Tisch, während Efal an der Wand, gegenüber von den beiden, lehnte und sie wortlos ansah.
Die Waldelbin hatte das Gefühl als würde sie ein hungriger Wolf ansehen, der jedem Moment bereit war, sie anzuspringen.
Naminé schluckte und sah kurz zu Sias. Dieser wirkte abwesend.
Es war seine Idee gewesen, in das Hinterzimmer zu gehen, so konnten sie ungestört reden.
„Ich hätte nie gedacht, dass du Techi gegen so was austauscht", sagte Efal schließlich und sah die junge Elbin arrogant an.
„Naminé ist nicht das, was du denkst", erklärte Sias seinem alten Meister mit klarer, ruhiger Stimme.
Efal hingegen lachte laut auf.
„Natürlich, es war klar, dass du es abstreitest, denn wieso sollte der große Elbenjäger Sias zugeben, dass er sich auf eine Waldelbin einlässt?"
„Wie bitte?!", kam es plötzlich von Naminé und der Waldelbin stieg die Zornröte ins Gesicht. „Mit Verlaub: Aber Ihr habt sie nicht mehr alle!", sagte sie zu Efal und funkelte ihn aus blauen Augen wütend an.
„Ich bin seine Schülerin, nicht seine Geliebte!"
Für was hält der mich?!, dachte sie sich und ballte die Hände zu Fäusten.
Efal ignorierte ihre Bemerkung und wandte sich stattdessen an Sias.
„Das Temperament scheint das gleiche zu sein."
„Naminé ist, mehr oder weniger, meine Schülerin", gestand er Efal und sah ihn fest an.
„Ich bilde sie aus!"
Efal sah die Elbin erneut an. „Geh hinaus, Spitzohr!", zischte er ihr wütend zu.
„Mit Vergnügen!", entgegnete diese und stand auf.
„Ich wasche mir in der Zwischenzeit den Dreck von meiner Haut", sagte sie zum Abschied und zeigte den beiden ihre aufgekratzten Hautstellen am Arm.
Die Paste juckte höllisch, lange würde sie dies nicht mehr aushalten. Daraufhin verließ sie den Raum und ließ die beiden alleine.
„Eine Waldelbin. Du solltest dich schämen! Du jagst ihre Rasse, wie kannst du dich nur darauf einlassen?", fragte er seinem frühen Schüler und Sias hörte einen gekränkten Unterton daraus hervor.
„Sie ist meine Schülerin", wiederholte Sias erneut und war sich dieser Worte langsam leid. „Glaub es oder lass es, Efal!"
„Du spielst ihr etwas vor, Sias. Ich kenne dich zu gut. Was hast du vor. Für was benutzt du sie?"
Efal warf diese Worte einfach in den Raum und hoffte einfach nur, dass er etwas damit bei Sias erzielte, mit Erfolg. Dieser zuckte plötzlich zusammen und sah weg.
Efal lächelte.
„Ich habe Recht! Und lass mich raten: Sie ist viel zu naiv, um zu merken, was du wirklich vorhast."
Er lachte kurz. „Für einen Moment dachte ich wirklich, dass du es ernst meinst! Aber sag mir, was hast du vor? Willst du ihr vertrauen erschleichen, um sie danach kaltblütig umzubringen?"
Sias stand nun auf. Er lehnte sich ein Stück über den Tisch und in seinen Augen loderte Hass auf. „Nein! Für, wie kaltherzig hältst, du mich?!"
Efal überlegte kurz.
„Für ziemlich. Es wäre nicht das erste Mal, dass du ohne zu zögern das Leben von jemandem auslöschst, der dir vertraut."
Sias schloss kurz die Augen und atmete tief ein und aus. Er würde sich nicht von ihm provozieren lassen, nein.
„Ich habe jemanden gesehen, bei einer Tat, die er nicht hätte tun sollen", sagte er zu Efal, um das Thema zu wechseln.
„Ein Ritualmord an einen Waldelb. Der Elb war Naminés Bruder und sie will Rache dafür. Ich habe zufällig gesehen, wer der Mörder war, und werde sie zu ihm bringen, doch nicht aus Mitgefühl nein, es war die gleiche Person wie damals, die Schuld an all dem hier ist. Ich will mich endlich rächen!"
Sias senkte seinen Blick. Er hatte Efal nun alles gestanden und wartete auf dessen Reaktion. „Wieso hast du sie mitgenommen? Es ist zu gefährlich hier. Desto mehr ihr beiden in das Landesinnere dringt, desto mehr Elbenjäger werden euch begegnen. Die Idee mit der Paste ist nicht übel, doch jeder erfahrene Elbenjäger durchschaut dein Spiel sofort. Schick sie zurück und dieser Vorfall ist nie passiert."
Sias biss sich auf die Lippen. Efal hatte Recht.
Für Naminé wurde es immer gefährlicher - und für ihn auch.
Doch sie zurück zu schicken - nein, er würde ihr helfen. Er brauchte sie, wenn er auf seinem Feind traf, außerdem behagte ihn der Gedanke nicht, sie alleine zurückzuschicken.
Wieso er sich Sorgen machte, wusste er selbst nicht.
Wahrscheinlich, weil sie nicht so war wie die Elben, die er sonst umbrachte.
Er schüttelte den Kopf.
„Naminé bleibt", verkündete er. Efal ging an ihm vorbei zur Tür und öffnete diese.
Im Türrahmen blieb er noch einmal kurz stehen und prophezeite ihm: „Das wird dein Ende sein, Sias."

***

Die Waldelbin war in ihrem Zimmer und schrubbte sich mit aller Kraft die Farbe von der Haut. Die Rosshaarbürste tat ihr weh und hinterließ schreckliche Striche auf ihrer Haut, doch andererseits stillte sie auch den Juckreiz.
Nach und nach wurde ihre Haut wieder dunkler, und als die Farbe zum größten Teil herunter war, ließ sie die Bürste zurück in den Wasserbottich fallen und setzte sich vor diesem auf den Boden.
„Und das jeden Abend", flüsterte sie niedergeschlagen und legte den Kopf in den Nacken.
Sie war froh endlich den Juckreiz los zu sein, ihre Haut beruhigte sich wieder und die Stiche ließen langsam nach. Naminé hatte ein eigenes Zimmer bekommen, worüber sie sehr froh war.
Sias war nicht gerade ein angenehmer Zimmerpartner und mit Efal wollte sie sich auf gar keinen Fall eines teilen!
Sie traute diesem Mann nicht. Wer glaubte nicht daran, dass er nachts in ihr Zimmer kam und sie tötete?
Naminé fröstelte es immer noch, wenn sie daran dachte, wie seine grünen Augen sie durchbohrt hatten.
„Die kalte Art hat Sias von ihm", sagte sie laut und stand auf, um sich nur erneut auf dem Bett niederzulassen. Als sie sich aufs Bett fallen ließ, fiel ihr Aryls Kette aus der Hosentasche und landete auf den Boden.
Naminé hob sie auf und betrachtete sie ihm Mondlicht. Sie glitzerte leicht und die Waldelbin musste lächeln, bevor sie sich entschied, die Kette um den Hals zu hängen.
„Du bist wirklich dumm."
Naminé erschrak, als plötzlich Efal in ihrem Zimmer stand und sie ansah.
Die Waldelbin hatte nicht bemerkt, dass er hereingekommen war. Sie konnte ihn fast nicht von der Dunkelheit heraus erkennen, doch an der Stimme erkannte sie, dass es er war.
„Wie meint ihr das?", fragte sie ihn verwirrt. Er ging auf sie zu. Wenige Schritte von ihr blieb er stehen.
Naminé hielt den Anhänger der Kette umfasst.
„Darf ich?", fragte Efal sie und die Elbin ließ den Anhänger zögerlich los, bevor Efal ihn sich ansah. Er strich ein paar Mal darüber, bevor er seine rechte Hand hob und Naminé eine Ohrfeige verpasste.
Die Elbin wankte unter der Wucht des Schlages und hielt sich gerade noch an ihrem Nachttisch fest, sonst wäre sie auf den Boden gefallen.
Fassungslos starrte sie ihn an, die rechte Hand an der schmerzenden Stelle liegend. Sie wollte etwas sagen, doch sie brachte keinen Ton heraus.
„Verschwinde einfach!", zischte Efal ihr wütend zu.
„Du hast hier nichts verloren! Heute Nacht wirst du noch Nâge verlassen und wirst niemals hier her zurückkommen, verstanden?"
Ohne auf eine Antwort zu warten, ließ er die Waldelbin wieder alleine.
Diesmal hörte Naminé wie die Tür ins Schloss fiel und kaum war dies gesehen, fing sie an bitterlich zu weinen.
Unfähig irgendetwas zu tun, ließ sie sich auf den Boden ihres Zimmers gleiten und lehnte sich mit den Rücken an den Nachttisch, bevor sie ihr Gesicht in ihren Händen verbarg.
Naminé hasste es, wenn sie weinte.
Sie wollte einfach nur, dass endlich alles vorbei war. So sehr wünschte sie sich, dass Cyons Tod niemals passiert war und Aryls Worte ertönten erneut in ihrem Kopf, Naminé musste entsetzlich feststellen, das sie recht gehabt hatte. Ein erneuter Heulkrampf erfasste sie nach dieser Erkenntnis.

***

Cirra legte den Kopf schief, während sie in die Kristallkugel in ihrem Schoß blickte. „Interessant", flüsterte sie leise und lächelte breit, als Naminé erneut das Weinen anfing.
„Du wirst dich wohl nie ändern, Efal", sagte die Prinzessin und mit einem kurzen Wink, über der Kristallkugel, wechselte das Bild und Sias erschien.
Dieser saß an den Tresen des Wirtshauses und trank einen Krug Bier. Cirra hauchte einen Kuss in seine Richtung und zwinkerte.
„Willst du etwas schon aufgeben? Unser Spiel hat doch gerade erst begonnen."

Veröffentlicht am 27.01.2013 15:19:27 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 07.05.2013 16:13:19 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.01.2013 13:29:12 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.01.2013 13:32:58 GMT+01:00
Tante Li meint:
@ dark swan
*gruselschüttel*
Das ist wirklich spannend zu lesen und macht Lust auf mehr. Allerdings hoffe ich, dass nicht das ganze Buch so ist.
:-)
LG
Li

Veröffentlicht am 28.01.2013 13:40:05 GMT+01:00
dark swan meint:
@ tante li

nein, es gibt zum glück auch lustige stellen.
aber es gibt auch viel gruseligere. :-o

liebe grüße und einen schönen wochenanfang dir, ds :))

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.01.2013 19:18:32 GMT+01:00
Tante Li meint:
@ dark swan
Na, dann bin ich ja beruhigt - viel gruseliger brauche ich es nicht ;-)
Dir auch eine schöne Woche!
LG
Li

Veröffentlicht am 10.02.2013 18:58:50 GMT+01:00
Nachtvogel meint:
(...) Mit geraden Schritten ging er an den Rhododendren vorbei und auf die Flamingos zu, die friedlich schlummerten. Die feuerfarbenen Kleider hingen still an ihren Körpern. Er lief auf und ab. Manchmal half Bewegung weiter. Brachte das Gehirn auf Trab. Aber kein Einfall kam, ihn zu erlösen.

Er lief und wartete weiter.
Dass er auf die junge Frau warten könnte, wollte er nicht wahrhaben.

Er ging um das Gehege herum. Dahinter war ein schmaler Hof, der zur Rückseite des Parkcafés führte. An der Mauer, genau in der Mitte, befand sich ein einziger, recht kleiner Fensterladen. Das Holz war grün. Ein altes Grün, das abblätterte, als er darüberstrich. Der Fensterladen war geschlossen. Aus Neugier löste er den Haken aus der Halterung, dann klappte er den Laden auf.

Dahinter war nichts.
Ein blankes Stück Mauer.
Der Fensterladen war eine Täuschung.

Was sollte das? Wer täuschte denn ein Fenster in einer Wand vor? Und warum? (...)

aus: Das Geheimnis der Flamingofrau

Veröffentlicht am 17.02.2013 09:42:15 GMT+01:00
pit meint:
Keines Menschen Sohn Liebe Freunde und Kollegen. Hiermit erlaube ich mir, in die Reihe der Leseproben einzusteigen. Tante Li hat schon einmal kurz reingeschaut, danke dafür. Nun ein kurzer Abschnitt meiner Geschichte ab Seite 161.
Mittlerweile hatte Peter sich einigermaßen erholt. Seine Motorik funktionierte wieder so weit, daß er Herr über seinen Oberkörper war, vor allem die Pistole konnte er halten und auch einsetzen. Nur seine Beine machten Probleme, die Lähmung hielt sie nach wie vor im Griff. Zwar konnte er schon wieder seine Oberschenkel spüren, wenn er mit der Hand darüberstrich, an Aufstehen oder gar Laufen war vorerst jedoch nicht zu denken.
Dafür dachte er an seine Freunde. Wo mochten sie jetzt sein? Sie waren schon ziemlich lange weg. Hatten sie Sandy gefunden? Oder war ihnen Mike über den Weg gelaufen?
Zum X-ten Mal kontrollierte er seine Waffe, ließ das Magazin herausschnellen und stellte fest, daß es noch immer prall gefüllt war mit Patronen. Er ließ den Schlitten zurückgleiten, fing die Patrone auf, die in der Kammer steckte und klinkte sie wieder ins Magazin zu den anderen, um selbiges zurück in den Griff zu schieben und den Schlitten zurückzuziehen, so daß sie durchgeladen war.
Reichte ein halbes dutzend Mal, daß er diesen Vorgang wiederholt hatte? Keine Ahnung, er war jedenfalls beschäftigt und die metallischen Geräusche, die er verursachte, gaben ihm ein Gefühl der Sicherheit.
Als er zum wiederholten Male das Magazin einführte, hörte er außer dem 'Klick' noch ein anderes Geräusch, ebenfalls metallisch.
Es war eine Tür, die zuschlug. Von wem? Sofort lud er seine Waffe durch und entsicherte sie.
Wer kam da? Wären es seine Freunde, hätten sie sicher schon seinen Namen gerufen. Er hielt die Pistole mit beiden Händen und zielte auf die offene Tür. Er sah sich um, ebenfalls zum wiederholten Male. Sein Bett stand nahe der Wand. Die gegenüberliegende Wand war, außer einem kleinen Schrank mit Medikamenten, kahl und weiß. Und in seinem Rücken war ebenfalls eine Wand.
Gut, Rundumabsicherung, dachte er. Wer immer kam, mußte durch die Tür. Wenn er Böses wollte, sollte er. Peter hatte ein volles Magazin, ein dutzend Mal kontrolliert.
Er hörte Schritte. Derjenige, der sich seinem Zimmer näherte, schien keinen Wert darauf zu legen, sich anzuschleichen, im Gegenteil. Peter hörte eine Stimme, die ihm unangenehm bekannt vorkam.
"He Peter, alter Knabe, wenn's dir nichts ausmacht, werde ich dich kurz besuchen."
Peter merkte, wie er zu schwitzen begann. Zweimal mußte er seine Waffe nachfassen, so glitschig waren seine Handflächen geworden. Die offene Tür, die in das Zimmer ragte, wurde vollends aufgedrückt.
"Hör zu, ich werde jetzt um die Ecke kommen, also bleib cool und schieß mich nicht gleich über den Haufen."
Mike. Natürlich Mike. Was wollte er? Blöde Frage, ihn Peter. Waren sie nicht neuerdings Feinde? Zudem hatte er ihn angeschossen. Er wollte bestimmt Rache nehmen oder sowas. Er mußte sie die ganze Zeit beobachtet haben. Woher sollte er sonst wissen, daß sie sich getrennt hatten und daß er, Peter, in diesem Zimmer lag und auch noch bewaffnet war.
Seine Gedanken stockten, als er am Türrahmen die ausgestreckte Hand mit dem dazugehörigen Arm sah. Die Schulter folgte, der Kopf, der andere Arm, der ganze, verdammte Leib.

Veröffentlicht am 01.03.2013 18:00:25 GMT+01:00
pit meint:
Was ist los? Hat niemand mehr etwas anzubieten? Lese gerne Auszüge oder Kurzgeschichten. Liebe Grüße

Veröffentlicht am 16.03.2013 12:08:19 GMT+01:00
Alloria (Labyrinth of Labyrinths)

Perhaps the night they celebrated Alloria's tenth birthday was not the correct time for Thomas and Bessy Merryweather to reveal that they were not actually her parents. Perhaps they should have told her years before how they discovered her in the cellar of their cottage, bare-footed and clutching under her arm a rag-doll she called Saphjrina. Perhaps they shouldn't have hidden away for seven years the amulet she had around her neck, with the promise of gifting it back to her when she reached the age of ten. Had they told her sooner, had they told her when she was less spirited, she may not have ventured into the cellar with her friend Nat and discovered how the amulet opened up a mysterious labyrinth. Had they kept it from her altogether, their lives would not be in danger; their lives may not have, but the plight of an entire planet would have been.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.03.2013 20:34:13 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.03.2013 20:35:51 GMT+01:00
Tante Li meint:
Saphjrina?
What kind of three year old would call her rag doll such a unpronounceable name?
8-?

Veröffentlicht am 20.03.2013 00:41:18 GMT+01:00
Where does it say that the three year old invented the doll's name? Saphjrina has a relevance that becomes clear when reading the story. This is a fantasy world, and even on our home planet, one does not have to travel far to find names that are difficult to pronounce, but roll easily off the tongue of a native child.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.03.2013 18:57:40 GMT+01:00
Tante Li meint:
:-)
Fine, so how does it sound?
:-?

Veröffentlicht am 21.03.2013 21:30:06 GMT+01:00
In my mind I pronounce the "J" as the Spanish would, as in Rioja.

Therefore it would be Saf-Krina. I must admit to finding unpronouncible names a little irritating in fantasy novels. But I wanted this one element to highlight that the child was from somewhere completely foreign to the land of the couple that find her (Named Thomas and Bessy).

Thank you for your interest :D

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.03.2013 22:32:27 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.03.2013 22:39:26 GMT+01:00
Tante Li meint:
:-)
Thank you for this explanation.
So in german it would sound as "Sefchraina" ?

Yes, hard to pronounce names hinder the flow of reading.
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Erster Beitrag:  13.06.2012
Jüngster Beitrag:  30.03.2013

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