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Produktinformation
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Stilistisch und inhaltlich geht Ransmayer auch in Der fliegende Berg diesen Weg: Zwei Brüder machen sich jenseits aller Vernunft auf die abenteuerliche Reise zu einem Berg im Osten Tibets, der von einem Piloten "während des aussichtslosen / Widerstandes der Krieger von Kham / gegen eine aus Peking befehligte Besatzungsarmee" im Moment größter Gefahr entdeckt worden ist und höher als der Mount Everest sein soll -- wobei nur einer der Brüder die phantastische Fahrt zum mehr als obskuren Objekt der Begierde überlebt. Dabei werden mit Liebe, Freundschaft und Tod wieder einmal einige existentielle Themen gestreift und von unterschiedlicher Seite beleuchtet. Gehalten ist das Buch in freien Versen in der Manier Walt Whitmans. Selbst wenn sich ein Teil des Textes auch als Fließtext ohne die Zäsuren der Verse hätte schreiben lassen, ergibt sich durch diese ungewöhnliche Form eine ganz eigenwillige, den Stoff unterstützende Wirkung, die man nur dann voll erfasst, wenn man bereit ist, den Text laut zu lesen.
"Vielleicht ist jenes Bedürfnis / tatsächlich unstillbar, / das uns selbst in enzyklopädisch gesicherten Gebieten / nach dem Unbekannten, Unbetretenen, / von Spuren und Namen noch Unversehrten suchen lässt", heißt es in Der fliegende Berg: "nach jenem makellos weißen Fleck, / in den wir dann ein Bild unserer Tagträume / einschreiben können." Ransmayr hat diesen weißen Fleck auf der Landkarte wieder einmal zum poetologischen Prinzip erhoben. Und wieder einmal hat er ihn mit der ganzen Kraft seines sprachlichen Talents perfekt ausgelotet. Der fliegende Berg ist Prosa in Vollendung, irgendwo angesiedelt an der Spitze der deutschen Literaturlandschaft, von der man schon dachte, es würde sie gar nicht mehr geben: hoch auffliegend, könnte man sagen. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Flatternde Fahnen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der fliegende Berg (Gebundene Ausgabe)
Zwei Brüder. Der eine hat sich in die raue Einsamkeit jener irischen Insel zurückgezogen, auf der die Brüder einst aufwuchsen. Er entdeckt dort mit seinem computerwissenschaftlichen Ehrgeiz in Karten des Himalaja einen vermutlich weißen Fleck. Er lockt seinen auf den Weltmeeren fahrenden Bruder in das Abenteuer, diesen unbestiegenen Berg gemeinsam zu erobern.Sie bereiten sich in den wilden Klippen ihrer Insel über dem tosenden Atlantik in Kletter- und Überlebenstechnik vor. So, wie es ihnen in der Jugend mit fast militärischem Drill schon einmal beigebracht wurde vom Vater, einem kompromisslosen, harten, auf Männlichkeitswerte getrimmten Mann. Auf dem monatelangen Anmarsch durch ein chinesisch besetztes Tibet zum geheimen Ziel ihres ehrgeizigen Traumes, werden die ungleichen Brüder ihre grundverschiedenen Charaktere und ihre andersartige Motivation, bis hin zur angedachten Trennung, gegenseitig erfahren. Aber erst in der Ausgesetztheit gegenüber einer gnadenlosen Natur und in Konfrontation mit dem weißen Tod erkennt der Icherzähler die Ambivalenz seines Bruders zwischen kaltherzigem, schroffem Ehrgeiz und letzter Opferbereitschaft. Der Bruder stirbt, der Erzähler überlebt und wird die Erfüllung seines Lebens in der Liebe zu einer jungen Nomadin der Hochregion suchen. Die Erzählung beginnt mit den Worten: Ich starb / 6840 Meter über dem Meeresspiegel / am vierten Mai im Jahr des Pferdes. Sie beschreibt einen Weg in den Tod und zurück ins Leben. Dieser Weg ist auch eine Expedition ins Innenleben des Protagonisten; in seine Auseinandersetzung mit dem Bruder, die seine psychische und physische Kraft bis an die Grenzen auslotet, eine Auseinandersetzung und auch eine Abnabelung von der Dominanz des Vaters, der den Respekt der Söhne genoss aber auch die Familie zerstörte. Positive Erinnerungen an die Geborgenheit bei der geliebten Mutter stehen in Zusammenhang mit einer sich höchst zurückhaltend und zart entwickelnden Liebe zu der Nomadin. Es erwächst die Sehnsucht nach einem Herd, und würde dieser selbst im Himalaja stehen. Man findet in dieser Erzählung nicht nur Einblicke in eine entlegene Bergwelt jenseits heutiger Kommerzialisierung, in die Folgen chinesischer Okkupationspolitik im Himalaja, in das Leben der Nomaden und die Mythen von den fliegenden Bergen. Man wird auch wunderbaren Naturschauspielen der Hochregionen ausgesetzt: den Wetterfronten, Nebelmauern, jagenden Eisfahnen aber auch dem elementaren Kampf ums Überleben. Der langsame Abschied des Protagonisten von der Erlebniswelt der Jugend, vom Vermächtnis des Bruders und von seinem eigenen bisherigen Leben und der Aufbruch in die neue Welt der Liebe ist poetisch wunderbar treffend abgebildet. Stilistisch bemerkenswert ist der linksbündige Flattersatz, in dem der Druck gesetzt ist. Die ersten Seiten wirken etwas befremdlich aber bald spürt man die lesegerechte Form dieser nicht in die Endloszeilen des üblichen Blocksatzes gezwängten Sätze. Der Sprachfluss der kraftvollen Prosa wird unterstrichen und man bekommt Zeit, dem Nachklang der Zeilen zu lauschen und dem Atemrhythmus zu folgen wie man das auch beim Gehen in den Bergen tut. Ein erlebnisreiches Buch mit sanfter Melancholie. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Außergewöhnliches Sprachkunstwerk,
Von Oktophonie (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der fliegende Berg (Gebundene Ausgabe)
Diese Erzählung um zwei irische Brüder, einen geheimnisvollen Berg in Tibet und eine Liebesgeschichte scheint zunächst alle Kritiker zu bestätigen, die Ransmayr gerne schöngeistige Verschwurbelung vorwerfen. Allzu bekannt erscheint die mit (ziemlich deutscher) Bergsteigerromantik und der Suche nach dem 'Höheren' (im Wortsinne) getränkte Thematik. Freunde der Bergfilme von Arnold Fanck und Leni Riefenstahl dürften ihre helle Freude an diesem Sujet und seiner Umsetzung haben. Ransmayr bewegt sich zwar gelegentlich an der Grenze zum inhaltlichen Kitsch, aber jeder Einwand verstummt angesichts der schieren Wortgewalt dieses Textes, der selbst im Schaffen eines Ausnahmeliteraten wie Ransmayr eine nochmalige Steigerung darstellt und dessen Sog sich der Leser (ich zumindest) nicht entziehen kann. Auch das formale Experiment, den Text im 'fliegenden Satz' zu setzen, ist gelungen. Dadurch wird man geradezu eingeladen, den Text wie ein Gedicht LAUT zu lesen, und es LANGSAMER zu tun als gewöhnlich. So erschließen sich alle Details und sprachlichen Schönheiten dieses außergewöhnlichen Textes. Sicherlich nicht jedermanns Sache, insbesondere Leser, die in zeitgenössischer Literatur gerne sozialkritische Verbesserungsvorschläge zur weltpolitischen Gesamtlage zu finden hoffen, werden sich mit Grausen wenden. Allen, die jedoch nur ein wenig Interesse an Sprache und poetischer Kunst haben, sei dieses Werk ans Herz gelegt. Ich kenne kaum einen anderen zeitgenössichen deutschprachigen Autor, der Ransmayr in dieser Hinsicht auch nur annähernd nahe kommt. In dieser Hinsicht sicherlich ein zeitloses Werk.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Zerfällt beim Kauen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der fliegende Berg (Taschenbuch)
Natürlich hat es einer, der in der "Letzten Welt" (für immer unter meinen allerbewegensten Leseerlebnissen!) derartige Maßstäbe gesetzt hat, seither nicht einfach. Die Handlung besteht hier aus zwei Strängen, die beim besten Willen nichts miteinander zu tun haben, und mögen sie formal noch so künstlerisch verflochten sein. Der Autor hätte zwei kleine, bibliophil edierte Novellen schreiben sollen, eine über Irland (für die, die es interessiert - aber würde man den Konflikt nicht doch eher von einem einheimischen Autor nahegebracht bekommen wollen?) und eine über das Bergsteigen.Dass einmal jemand einen Roman in Versen setzt und damit auf das Ursprünglich-Epische zurückverweist, ist ein reizvoller Versuch, der hier und da auch von anderen wiederholt werden sollte; es kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier allzu Heterogenes zusammengezwängt wird; und Ransmayrs Sprache ist natürlich weiterhin schön, aber da hat sich eben auch so etwas wie ein gefälliges Pathos eingeschliffen und teilweise verselbstständigt - was zu einiger Redundanz führt. Ich habe den Text durchgelesen, ohne mich zu langweilen, manches Bild, manche Formulierung kennerhaft genossen - bin im Inneren aber unberührt geblieben. Eben weil ich Ransmayr so schätze, möchte ich ihn nach Maßstäben beurteilen, die er selbst gesetzt hat, und gebe zwei Sterne; ein anderer hätte vielleicht drei bekommen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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