Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Perfekt...., 17. August 2009
"So finster die Nacht" ist ein schwedischer Vampirfilm, der im Original "Låt den rätte komma in" heisst und von Tomas Alfredson in 2008 inszeniert wurde. Die Genreeinteilung ist nicht ganz einfach, denn der Film ist sowohl Horror als auch Drama und schildert das Kennenlernen und die Freundschaft des introvertierten fast dreizehnjährigen Oscar (Kare Hedebrand) mit dem gleichaltrigen Vampirmädchen Eli (Lina Leandersson). Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von John Ajvide Lindqvist.
Ein schwedischer Winter im Jahr 1982: Der blonde, hellhäutige Oskar lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einer Plattenbausiedlung in Blackeberg nahe Stockholm. Manchmal verbringt er das Wochenende bei seinem Vater auf den Land. Oskar ist ein ruhiger Junge und wird von seinen Schulkameraden extrem gehänselt, zum sich Wehren fehlt im der Mut. Insgeheim denkt Oskar aber gewalttätige Rachefantasien aus, indem auch das Messer eine Rolle spielt. In die Nachbarwohnung zieht der Rentner Håkan (Per Haknar) mit der jungen Eli ein. Drunten im verscheinten Hof lernen sich die beiden Kids an einem Abend kennen. Elli ist bleich, barfuss und riecht etwas komisch. Sie steckt gleich die Grenzen ab, "Freunde können wir nicht werden" und trotzdem kommen sich die beiden pubertierenden Aussenseiter näher. Da geschehen plötzlich bestialische Morde in der Siedlung. Die Bevölkerung reagiert veränstigt...
Nachdem "Twilight" in diesem Jahr im Blockbusterkino einen echten Welterfolg mit gleicher Thematik landete und dennoch insgesamt zu blutleer und glatt für das Massenpublikum konzipiert war, ist der schwedische Verwandte "So finster die Nacht" ein grosser künstlerischer Wurf.
Tomas Alfredsons Film ist eine grandiose Genrearbeit geworden, die mit wunderbaren kargen Bildern von Kameramann Hoyte van Hoytema eine grandiose Melancholie aufbaut. Der Film wirkt optisch wie eingefroren und zeigt in seinen genialsten Momenten (und da gibt es einige) ein poetisches Meisterwerk im Stile von Romeros "Martin" mit vielen Themen: Erwachsenwerden, Zuneigung, Aussenseiterrolle. Dies alles meistert der Film mit einem perfekten Timing der Balance aus Romantik, Horror, lakonischem Witz, trüber Alltag und tiefer Trauer.
Ich bin sehr begeistert von diesem Independent Film aus Schweden und halte ihn für einen der besten Filme des Jahres.
Inzwischen gibts bereits Pläne für ein amerikanisches Remake...ich ahne Schlimmes.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
nicht so gut wie das Buch dennoch aussergewöhnlich, 25. Mai 2009
Gleich vorweg ich habe das Buch mittlerweile 2 mal gelesen, den Film letzte Nacht angesehen und ich muss sagen dass die Umsetzung vom Papier auf die Leinwand gut gelungen ist. Natürlich ist es immer schwierig ein Buch zu verfilmen und selbstverständlich sich Kürzungen erwünscht da man halt nicht die Möglichkeit hat alles so wiederzugeben wie es geschrieben ist. Buch und Film sind 2 Welten. Sei es Stephen King oder Harry Potter...
Die Filme sind nie so gut wie das Buch. So auch bei "So finster die Nacht". Einige Stellen wurden 1:1 übernommen dennoch ist der Zuschauer der das Buch nicht kennt verwirrt, denn hier wird genau erklärt wieso bzw. wieso nicht...
Spoiler:
Die Frage die sich dem Zuschauer stellt wer ist dieser Harkan und wieso verübt er die Morde für Eli die ja wie man später sieht auch durchaus allein verübt...Im Roman ist alles genau erklärt: Harkan ist vorsichtig ausgedrückt pädophil und erhält im Gegenzug dafür dass er Eli das Blut bringt wohl was anderes. (Schlüsselszene: Als Oskar Eli beim umziehen in seiner Wohnung nackt sieht)
Dieser wichtige Handlungsstrang wurde im Film komplett entfernt, wieso weiss ich auch nicht, aber er ist sehr wichtig für die Geschichte.
Die Beziehung zwischen Oskar und Eli ist keinesfalls gleichzusetzten mit der Beziehung zwischen Eli und Harkan, denn während Harkan nur Mittel zum Zweck für Eli und umgekehrt ist, verbindet Eli mit Oskar Freundschaft ja sogar Verliebtheit.
Spoiler Ende.
Natürlich lebt der Film von der Atmossphäre und dem Spiel der beiden Kinderdarsteller, hier kann ich nur sagen Hut ab tolle und eindringliche Leistung.
Die Effekte sind für einen schwedischen Film mit relativ niedrigem Budget sehr gut. Vor allem das Gesicht des enstellten Harkan oder die Morde die von Eli verübt werden sind extrem gut dargestellt und genauso wie im Buch beschrieben.
Wie gesagt für Kenner des Buches wird der Film wohl etwas enttäuschend sein da ein wichtiger Handlungsstrang weggelassen wurde aber...
Eigenständig betrachtet ist "So finster die Nacht" ein leiser und feiner Horrorstreifen der sich wohltuend vom Vampireinheitsbrei abhebt. Sehr zu empfehlen vor allem für Leute die ein offenes Auge für gutes Kino abseits des Mainstream haben.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Geniestreich..., 14. Januar 2010
...dieses Films liegt wohl in der neuen Perspektive, aus welcher das Dasein eines Vampirs beleuchtet wird. Das Drama klassischer Vampirdarstellung liegt oftmals in der Unsterblichkeit und den Konflikten, die dieser Zustand hervorruft. Nicht so in "So finster die Nacht". Vampirismus wird hier zur Krankheit degradiert, das Töten von Menschen zum Akt der Selbstüberwindung. Eli ist ein einsamer Vampir im Körper eines zwölfjährigen Kindes, der dringend Kontakt und Wärme sucht, andererseits aber ein grausames Nachtwerk vollbringen muss. Sie muss Menschen zerfleischen, ihnen das Blut aussaugen und zerstört somit sich selbst wie auch ihre Umgebung. Ihr Begleiter - im Film in seiner Herkunft nicht erklärt - versucht ihr zu helfen und startet unbeholfene Versuche Menschen das Blut abzuzapfen, um ihr das 'Leben' zu erleichtern.
Sie selbst befindet sich stets in Angst vor diesem finsteren Trieb und wagt es kaum sich dem Knaben Oscar zu nähern, bis dieser schließlich ihr Vertrauen gewinnt und wir als Zuschauer aus seiner Perspektive Einblick in Elis Leben erhalten.
Fazit: Der Film liefert Romantik dort, wo man sie nicht erwartet. Eli ist kein unnahbar schönes Wesen, sondern ein 'lieber Mensch' mit einem dunklen Geheimnis, der eher Mitleid als Hass hervorruft. Eine tragische Liebesgeschichte, ein Drama und ein Horrorfilm...all das findet man in "So finster die Nacht"
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