Dieses Buch gibt die Antwort, auf eine Frage, die auch Männer interessiert: Warum reisen Frauen alleine durch die Welt? "Reisen kann zum großen Lebenstor werden. Wenn man es durchschreitet, vermag man sich selbst zu begegnen," erfährt der Leser in der Einleitung. Wer einwendet, daß sich dies bei Männern nicht anders als bei Frauen verhält, dem tritt in dem vorliegenden Buch die feste Überzeugung der Autorinnen entgegen, daß sich der alleinreisenden Frau die Welt in weit entschiedenerem Maße erschließt als für abgehärtete Männergemüter und daß gerade deswegen die alleinreisende Frau die geborenen Chronistin der Fremde ist. Solcherart in besonderem Maße geeignet und hochsensibilisiert erzählen Christine Cerny-Hoffmann, Gesine Froese, Jule Reiner und Carmen Rohrbach insgesamt zwanzig einfühlsame, zarte, spannende, manchmal auch ein wenig brave Geschichten aus den verschiedensten Ecken unseres Planeten. Von Marokko bis zur Karibik, von den Sümpfen der Sunderbans und den Dschungellandschaften Guatemalas, von den Pinguinen zu den Steinzeitmenschen suchen die Autorinnen nach Ursprünglichkeit, Gemeinschaft und Geborgenheit und sammeln ihre kostbarsten Reiseerfahrungen "inmitten ungezähmter Naturlandschaften oder in der Begegnung mit bescheiden lebenden Menschen, mit Bauern, Hirten oder Normaden." Auch wenn man ihre Reisen nicht mit denen Alexandra David-Neels vergleichen wird, erinnert die Erzählhaltung an die große Protagonistin des weiblichen Fernwehs: Die Empfindung von Überraschung, Freude oder Empörung schlagen unmittelbar in den Text durch und geben den Geschichte Leben und Feuer. Insgesamt ein romantischer Weltreiseführer mit Herz, dem es gelingt zwischen Selbstergriffenheit und Weltfreude eine angenehme Mitte zu finden. Empfehlenswert vor allem für Männer am heutigen Weltfrauentag.