Es gibt Dinge, die von der Physik bislang nicht erklärt werden können. Dazu gehört die Wirkung geologischer Formationen auf den Menschen, aber auch die der Einrichtung von Schlaf- und Arbeitsstätten. Mit diesen Phänomenen beschäftigt sich Otto Höpfner, ausgebildeter Aerodynamik-Ingenieur und Sensitiver. Dies erweist sich als eine sehr unglückliche Kombination. Denn er versucht, Phänomene, die zugegebenermaßen existieren, aber nicht meßbar sind, dennoch zu messen. Meßgerät ist er selbst. So weit geht das ja noch. Aber er nennt die Phänomene "Strahlung" oder "Energie" und leitet sie aufgrund physikalischer "Theorien" ab, so, wie sie ihm plausibel erscheinen. Daß dabei die "Erdstrahlung" eine Frequenz bekommt, die weit jenseits der härtesten Röntgenstrahlung liegt und dann "feinstofflich" genannt wird, hätte ihm auffallen müssen. Durch das ganze Buch hindurch ziehen sich pseudophysikalische, teilweise geradezu alberne Aussagen, mit denen er seine Empfindungen belegen möchte. Dies entspricht der Sehnsucht, solche Empfindungen naturwissenschaftlich zu stützen, weil sie sonst möglicherweise als Einbildung abgetan werden könnten. Dabei ist er jedoch nicht so redlich wie die geschmähte Physik, denn die unterwirft sich reproduzierbaren Experimenten. Höpfner hingegen doziert, unterlegt seine Behauptungen mit typographischem Geschrei wie Fett- und Kursivdruck, vielen Ausrufungszeichen, asthmatischen Spiegelstrichen und ersetzt nüchterne Überprüfbarkeit durch selbsternannte Autorität. Er hat sicher viel Erfahrung und ist vielleicht auch erfolgreich, aber er ist es bestimmt nicht aufgrund der Wissenschaftlichkeit, die er vorgibt. Damit ist er in esoterischen Kreisen zwar nicht allein, aber der Wahrheitsgehalt seiner Glaubenssätze wird dadurch auch nicht größer. Hans-Curt Flemming