Maximilian Buddenbohm ist in Travemünde aufgewachsen. Dort umspülten die Wellen der Ostsee das Krisengebiet seiner Pubertät. Die Eltern wurden sehr bald geschieden, Maximilian und seine Mutter nutzten die Ferienwohnung fortan als festen Wohnsitz. Über die Erinnerungen seiner Coming of Age-Epoche in den 1980er Jahren schreibt der Autor leichthändig, witzig und liebevoll. Es ist die Zeit der gelben Telefonzellen, der D-Mark, der vierstelligen Postleitzahlen und der drei großen Fernsehsender. Somit ist diese Jugend eigentlich vielen Jugenderlebnissen in der deutschen Provinz sehr ähnlich. Wenn da das Meer nicht wäre und man dauernd mit Touristen zu tun gehabt hätte. Somit hat der Autor natürlich keinen verklärten Blick auf das Meer, sondern erzählt in kurzweiligen Episoden über die Menschen und ihren Gepflogenheiten. Das ist oft zum Brüllen komisch, manchmal aber auch nachdenklich stimmend. Der Autor, der auf der Blogseite Herzdamengeschichten" Einträge veröffentlicht, hat diese Aufzeichnungen bearbeitet und erweitert. "Im Buch muss man langsamer erzählen".
Maximilian Buddenbohm hat einen außerordentlichen Blick für Situationen, Stimmungen und besonderen Begebenheiten.
Es fehlt mir nicht am Meer zu sein" ist eine witzige Ethno-Typologie der Einwohner und Touristen eines Städtchens am Meer, aber auch die Geschichte einer Familie und des Erwachsenwerdens. Erfrischend klar, einfach und direkt wird hier von der Jugend berichtet, die Lust am Erzählen ist mit jedem Satz spürbar.
Pointiert und detailliert schreibt der Autor über die spießbürgerliche Enge, die Schrullen der Menschen und die Erinnerungen seiner Strandjugend.
Warmherzig, lakonisch und unsentimental lesen wir von einer Welt, die es heute so nicht mehr gibt. Maximilian Buddenbohm ist ein veritabler Erzähler rund um das Thema Erwachsenwerden, Jugendsünden und Vergänglichkeit.